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Full text of "Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich"

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THE UNIVERSll^Y 



OF ILLINOIS 
LIBRARY 



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Verhandlungen 

der kaiserlich-königlichen 

zoologisch-botanischen Gesellschaft 

in Wien. 

Herausgegeben von der Gesellschaft. 

I^edig-irt von Dr. R. v. Wettstein. 

XXXVII. Band. 

Mit 8 Tafein, 4 Zinicograpiiien und 5 Hoizsclinitten. 
Ausgegeben Ende December 1887. 



Wien, 1887. 

Im Inlande besorgt durch A. Höider, k. k. Hof- nnd Üniversitäts-Biichhändler. 
Für das Ausland in Commission bei F. A. Brocl(haus in Leipzig. 



Druck von Adolf Holzhausen, 
K. k. Hof- und Universitäts-Buchdrucker in Wien. 



V 



Inhalt. 



Seite 

Stand der Gesellschaft am Ende des Jahres 1887 VII 

Lehranstalten und Bibliotheken, welche die Gesellschaftsschriften 

beziehen XXXIX 

Wissenschaftliche Anstalten und Vereine, mit welchen Schriftentausch 

^ stattfindet XLI 

Periodische Schriften, welche von der Gesellschaft angekauft werden XL VIII 

5^ Sitzungsberichte. 

^ Monatsversammlung am 5. Jänner 1887 Sitzb. 1 

y „ „9. Februar 1887 Sitzb. 7 

>^ „ „2. März 1887 Sitzb. 12 

cv) Jahresversammlung am 6. April 1887 Sitzb. 17 

^ Monatsversammlung am 4. Mai 1887 Sitzb. 29 

„ „1. Juni 1887 Sitzb. 39 

„ „ 6. JuH 1887 Sitzb. 47 

„ „5. October 1887 Sitzb. 51 

„ „2. November 1887 Sitzb. 60 

„ „7. December 1887 Sitzb. 67 



Botanischer Discussionsabend am 7. Jänner Sitzb. 8 

» „ »14. Jänner Sitzb. 8 

V r, »11- Februar Sitzb. 13 

V » „18. März Sitzb. 30 

» V „15. April Sitzb. 31 

» » „21. October Sitzb. 65 

» » »18- November Sitzb. 73 



Anhang: Geschenke für die Bibliothek im Jahre 1887 Sitzb. 79 



237717 



IV 



Inhalt. 



Wissenschaftliche Abhandlungen und Mittheilungen. 



Zoologischen Inhaltes: 

Seite 

Brauer Dr. Friedr.: Ueber die Verwandlung der Meloiden . . . Abh. 633 

Dewoletzky R.: Ueber das Seitenorgan der Nemertinen .... Sitzb. 16 

Grobben Dr. C: Ueber die Wasseraufnahme bei Mollusken . . . Sitzb. 14 

— Ueber eine Missbildung von Taenia saginata Goeze. (Mit einer 
Zinkographie.) Abh. 679 

E&gen E. A.: JJeheT Plethus cursitans. (Mit Tafel VIII.) . . . .Abb. 643 

— Ueber Neurohasis und Vestalis Abh. 647 

Keyserling Eugen Graf: Neue Spinnen aus Amerika. VII. (Mit 

Tafel VI.) Abh. 421 

Kieffer J. J.: Äulax hypochoeridis n. sp. (Mit 2 Holzschn.) . . . Abh. 205 

Krau SS Dr. H. : Die Dermapteren und Orthopteren Siciliens . . . Abh. 1 



Low Dr. Fr.: Neue Beiträge zur Kenntniss der Phytoptocecidien . Abh. 23 
Lorenz Dr. L. v.: Bericht über eine ornithologische Studienreise . Sitzb. 49 



— Ueber das Auftreten der Alca forda L. in der Adria .... Sitzb. 55 

Mayr Dr. Gustav: Südamerikanische Formiciden Abh. 511 

Mik J.: Ueber Dipteren. (Mit Tafel IV.) Abh. 173 

Pokorny Em.: (IIL) Beitrag zur Dipterenfauna Tirols. (Mit Tafel VIL) Abh. 381 
Rogenhofer AI.: Ueber Baumann's Lepidopteren- Ausbeute. . . Sitzb. 41 

— Ueber Gumppenberg's Systema Geometrarum Sitzb. 41 

— Ueber Polia senex Geyer Abh. 201 



— Ueber das Auftreten von Heliothis armiger Hb. in Europa . Sitzb. 63 



Botanischen Inhaltes: 

Arnold Dr. F.: Lichenologische Ausflüge in Tirol. XXIII. . . . Abh. 81 
Beck Dr. G. v.: Uebersicht der bisher bekannten Kryptogamen Nieder- 
österreichs Abh. 253 

— Die in den Torfmooren Niederösterreichs vorkommenden Föhren Sitzb. 04 

Breidler J.: Jiryum licycri n. sj) Abh. 799 

Biirgerstein Dr. A.: Materialion zu einer Monographie betredHiid 

die ErBcheinungen der Transpiration der Pflanzen Abi). 691 

Hackel F.: Ueber da-s Vorkommen von Lm-.si« /iC.mncZm Sw. in Spanien Sitzb. (i.'J 

ilaläcHy Dr. E.V.: (Jirsium Vmdohonensc nov. hybr Sitzb. 73 

Haring .1.: FloriKtische Funde aus dor Umgebung von Stockerau in 

NiederÖHtf-rreicli Abh. 51 

HaHzIinHki F. A.: Einige neue oder wenig bekannte Discomyceten. 

(Mit Tafel III.) Abh. 151 

Höfer Fr.: Ueber niederÖHtcrreichinche Herbarien Sitzb. 4 

— NiederÖHterreichiHcbe Pflanz^nnanif-n Sitzb. 5 



Inhalt. 



V 



Seite 

Hof er Fr.: Beitrag zur Kryptogamenflora von Niederösterreicli . . Abb. 379 

Kern er Dr. A. R. v.: Ueber explodirende Blütben Sitzb. 28 

Kornbuber Dr. A. : Ueber das in der Wiener Flora eingebürgerte 

Carum BuTbocastanum (L.) Kocb Abb. 689 

Krasser Dr. F.: Zerklüftetes Xylem bei Clematis Vitdlba L. (Mit 

3 Zinkograpbien.) Abb. 795 

— Zur Kenntniss der Heteropbyllie Sitzb. 76 

Kronfeld Dr. M. : Zwei neue Typlia Sitzb. 15 

— Ueber die Beziebungen der Nebenblätter zu ibrem Hauptblatte. 

(Mit Tafel II.) Abb. 69 

— Ueber die Verbreitung der Typha Shuttleworthii K. et S. . . Sitzb. 31 

— Zur Biologie von OrcJiis Morio L Sitzb. 40 

— Hat Goetbe das Ergrünen der Coniferenkeimlinge im Dunklen 
entdeckt? Abb. 686 

— Ueber das Doppelblatt Sitzb. 74 

— Ueber Wurzelanomalien bei cultivirten Umbelliferen .... Sitzb. 52 

Kuntze 0.: Nachträge zur CZmahs- Monographie Abb. 47 

Molisch Dr. H.: Ein neues Holzstoffreagens Sitzb. .30 

— KnoUenmasern bei Eucalyptus Sitzb. 30 

— Kieselzellen bei Calathea Seemannii Sitzb. 30 

— Ueber Wurzelausscheidungen Sitzb. 65 

Ostermeyer Dr. Fr.: Beitrag zur Flora der jonischen Inseln Corfu, 

Sta. Maura, Zante, Cerigo Abb. 651 

Palacky Dr. J.: Die präglaciale Flora Mittel-Europas Sitzb. 13 

Procopianu-Procopovici A.: Beitrag zur Kenntniss der Gefäss- 

kryptogamen der Bukowina Abb. 783 

Rassmann M.: Die Flora der Türkenschanze während der letzten 

fünf Jahre Sitzb. 57 

Räthay E.: Ueber die Geschlechtsverhältnisse der Reben und ihre 

Bedeutung für den Weinbau Sitzb. 68 

Richter Dr. C: Notizen zur Flora Niederösterreichs. (Mit 3 Holzschn.) Abb. 189 

— Die Gestalt der Pflanze und ihre Bedeutung für die Systematik Sitzb. 78 
Sennholz G. : ÄmorpJiophaUus Rivieri Sitzb. 13 

— Ueber zwei neue Cardwws- Hybriden und einige neue Standorte 

von solchen und einer Ctrsm^n-Hybride Sitzb. 70 

Schulzer von Müggenburg St.: Bemerkungen zu dem Aufsatze 

Haszlinski's: ^Einige neue oder wenig bekannte Discomyceten" Abb. 683 
Stapf Dr. 0.: Persische Culturbäume Sitzb. 10 

— Die Stachelpflanzen der iranischen Steppen Sitzb. 35 

— Drei neue Jns -Arten Abb. 649 

— Ueber die Schleuderfrüchte der ÄLstroemeria psittacina . . Sitzb. 53 
Stohl Dr. L. : Ueber das Auftreten des Lepidium majus Darr, in 

Oesterreich Sitzb. 74 



VI 



Inhalt. 



Seite 

Voss W.: Materialien zur Pilzkunde Krains. V. (Mit Tafel V.) . .Abb. 207 

Wettstein Dr. R. v.: üeber die Bedeutung der Pilzcystiden . . . Sitzb. 6 

— Ueber zwei wenig bekannte Ascomyceten Abb, 169 

— üeber zwei für Niederösterreicb neue Pflanzen Sitzb. 48 

— üeber eine Stengelfasciation von Lilium candidum .... Sitzb. 49 

— Pinns Cenibra L. in Niederösterreich Sitzb. 52 

— üeber die systematische Verwerthung der Anatomie der Coni- 

feren Sitzb. 66 

Wilhelm Dr. C: üeber die Hängefichte, Picea excelsa Lk. var. 

viminaJis Casp Sitzb. 8 

Zukal H.: üeber einige neue Ascomyceten. (Mit Tafel I.) ... Abb. 39 

— üeber die Ascenfrüchte von Penicillium crustaeeum Lk. . . Sitzb. 66 

Verschiedenen Inhaltes: 

Brunner Dr. C. v.: Jahresbericht pro 1886 Sitzb. 17 

Burger st ein Dr. A.: Dr. Alois Pokorny. Nachruf. Abb. 673 

Kaufmann J. : Jahresbericht pro 1886 Sitzb. 25 

Lorenz Dr. L. v.: Jahresbericht pro 1886 Sitzb. 23 

Bebel Dr. H. : Biographie J. v. Hornig's Sitzb. 42 

Rogenhofer A.: Nachruf an Grafen A. F. Marschall Sitzb. 62 

Stapf Dr. 0.: Bericht über den Ausflug der Gesellschaft nach dem 

Litorale und dem Quarnero Abb. 491 

Wettstein Dr. R. v.: Jahresbericht pro 1886 Sitzb. 22 

— Bericht über die Anlegung von Schulherbarien Sitzb. 62 



Verzeichniss der Tafeln. 

Erklärung 

siehe Seite 

Tafel I. Zukal H.: üeber einige neue Ascomyceten 39 

II Kronfcld Dr. M.: Ueber die Beziehungen der Nebenblätter 

zu ilirem Hauptblatte 09 

III HriR/lluHki F. A.: Einige neue oder wenig bekannte Dis- 

romyceten 151 

IV Mik J.: üeber Dipteren 173 

„ V Vc^KH W.: Matf-rialien zur Pilzkunden Krains. V 207 

^ VI. K<'yHerling Kiig*!n (iraf: Neuo Spinnen aus Amerika. VII. 421 

VI! I'okorny Km : Beitrag zur Diptonwif.iuna Tirols ... 381 

p VIII. Ha^jen H.A.: Urbf-r J'lclhiis. rursHdtis 6-13 



stand der Gesellschaft 

am Ende des 

Jahres 1887. 



Protector : 

Seine k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog 

Rainer. 



Leitung der Gesellschaft 

im Jahre 1888. 

Präsident: (Gewählt bis Ende 1888.) 
Seine Durchlaucht Fürst Josef Colloredo-Mannsfeld. 

Ticepräsidenteii: (Gewählt bis Ende 1888.) 

P. T. Herr Hauer Dr. Franz R. v. 
„ „Low Dr. Franz. 
„ „ Pelikan Anton Freih. v. 
„ „ Pelz ein August v. 
„ „ Bogenhofer Alois. 
„ „ Wiesner Dr. Julius. 

Secrefäre: 

P. T. Herr Lorenz Dr. Ludwig R. v. (Gewählt bis Ende 1891.) 
„ „ Wettstein Dr. Richard R. v. (Gewählt bis Ende 1889.) 

Rechnungsführer: (Gewählt bis Ende 1888.) 
P. T. Herr Kaufmann Josef. 

Ausschussr'äthe: 

P. T. Herr Ab er le Dr. Carl. (Gewählt bis Ende 1890.) 

„ „ Böhm Dr. Josef. „ ^ 
„ „ Braun Heinrich. 

„ „ Brauer Dr. Friedrich. „ „ 

„ „ Brunner v. Wattenwyl Dr. Carl. „ „ 

„ „ Burgerstein Dr. Alfred. „ „ 
„ „ Claus Dr. Carl. 

„ „ Csokor Dr. Johann. „ „ 

„ ^ Handlirsch Anton. ^ „ 

„ „ Hauer Dr. Franz Ritter v. „ „ 

Z. B. üeR. B. XXXVII. b 



X 



Leitung der Gesellschaft 



P. T. Herr Heimerl Anton. 

„ „ Kern er Dr. Anton Ritter v. 

^ „ Kornhuber Dr. Andreas v. 

„ „ Latzel Dr. Robert. 

„ ., Low Dr. Franz. 

„ „Low Paul. 

„ „ Rogenhofe r Alois Friedrich. 

^ „ Vogl Dr. August. 

^ „ Wiesner Dr. Julius. 

„ „ Zutal H. 

„ „ Bergenstamm Julius v. 

„ „ Haläcsy Dr. Eugen v. 

„ „ Kremer Hermann Ritter v. 

„ „ Mayr Dr. Gustav. 

„ „ Mik Josef. 

^ „ Ostermeyer Dr. Franz. 

„ .. Pelz ein August v. 

^ „ Richter Dr. Karl. 

y, „ Bartsch Franz. 

„ „ Beck Dr. Günther R. v. 

„ „ Fuchs Theodor. 

„ .. Grobben Dr. Karl. 

Kolazy Josef. 

Müllner M. Ferdinand. 

Pelikan v. Plauenwald Anton Freiherr. 

„ „ Stapf Dr. Otto. 



(Gewählt bis Ende 1890.) 



(Gewählt bis Ende 1888.) 



(Gewählt bis Ende 1889.) 



Mitglieder, welche die Sammlungen der Gesellschaft ordnen: 

Die zoologischen Sammlungen ordnen die Herren: Handlirsch Adam, Hand- 
lirsch Anton, Kaufmann Josef, Kolazy Josef. 

Die Pflanzensammlung ordnen die Herren: Braun Heinrich, Breidler J,, Oster- 
meyer Dr. Franz, Preyer Leopold. 

Die Betheilang von Lehranstalten mit Naturalien besorgen die Herren Ad. Hand- 
lirHch, Ant. Handlirsch, Heinr. Braun, Dr. Fr. stermey er. 

Die Bibliothek ordnet Herr Franz Bartsch. 

Da« Archiv hält Herr l'aiil Low im Stande. 



(liosollschariHlocalc : 
Wien, I.. ll*Tr*ngH8He \'.\ (Landliaiis). — Täglich geöffnet von Ii— 7 Uhr Nachm. 



Kbii/IIhI der (ilcHcllHchafi : 
If<rr Krank r'orncliiiH, VIII.. Huchfeldgasse 15. 



XI 



Die Druckschriften der (jesellschaft werden überreicht: 

Im Inland e. 

Seiner k. u. k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Joseph. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Kronprinzen und Erzherzoge Eudolf. 
Seiner k, ii. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Karl Ludwig. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Ludwig Victor. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Albrecht. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Josef Karl. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Wilhelm. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Rainer. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Heinrich. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Ludwig Salvator. 

Im Auslande. 

Seiner Majestät dem Kaiser von Deutschland. 10 Exemplare. 
Seiner Majestät dem Könige von Baiern. 4 Exemplare. 



Subyentionen für 1887, 

Von dem hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht. 
Von dem hohen niederösterreichischen Landtage. 
Von dem löbl. Gemeinderathe der Stadt Wien. 



b* 



XII 



Mitglieder im Aaslande. 



Mitglieder im Auslande. 

Die P. T. Mitglieder, deren Name mit fetter Schrift gedruckt ist, haben 
den Betrag für Lebenszeit eingezahlt und erhalten die periodischen Schriften 
ohne ferner zu erlegenden Jahresbeitrag. 

P. T. Herr Adams Arthur London. 

„ y, Adams Henri, Hann. Villas, Notting Hill (W.) . London. 

„ „ Agassiz Dr. Alexander, Director d. Museums N. A. Cambridge. 

„ „ Albini Dr. Josef, Caval., Universitätsprofessor . Neapel. 

„ „ All man Dr. George James, Prof., 21 Manor PI. Edinburgh. 

„ „ Alvarez Dr. Louis, Prof. u. Director d. Mus. . Bahia. 

„ „ Andrd Ed., Ingen., 21 Boul. Bretonier, Cöte d'or Beaume. 

„ „ An gas Georg Fr London. 

„ „ Angelrodt Ernst v., Missouri St. Louis. 

10 „ „ Ardissone Fr., Prof. d. Bot. d. höh. Agric.-Schule Mailand. 
„ „ Arnold Dr. Ferd., k. Ober-Landesgerichtsrath, 

Sonnenstrasse 7 München. 

„ Artzt A., k. Vermess. -Ingenieur, Voigtland . . Plauen. 

„ „ Ascherson Dr. Paul, Prof. d. Bot. a. d. Univ. Berlin. 
„ „ Aurivillius Ch. P. 0., Professor, Intend. d. k. 

zool. Museums Stockholm. 

„ „ Baden Dr. Ferdinand, Zahnarzt Altona, 

„ „ ßail Dr. Th., Prof. u. Director der Realschule Danzig. 

„ Baillon Emst, Prof. an d. k. Porst- Akademie . St. Petersburg. 

„ „ Bein Dr. Mac, Marine- Arzt Edinburgh. 

„ „ Ball Valentin, Geolog, Trinity College . . . Dublin. 

20 „ r, Ballion H., Prof. d. Naturg. a. d. med. Fac. . Paris. 

„ Ba in berger Georg, Apotheker, Schweiz . . . Zug. 

„ Barbey William, Canton Vaud, Schweiz . . . Vallegres. 

„ „ Barboza J. Rodriguez Rio- Janeiro. 

„ „ Barboza du Bocage Jos., Direct. d. naturh. Mus. Lissabon. 

„ „ Barker Dr. John, Mus. Coli, of Surgeon . . . Dublin. 

„ „ Bary Dr. A. de, Prof. d. Bot. a. d. Universität Strassburg. 

Bates H. W., Esq., 11, Carleton-Road (N.) . . London. 

Beling Tiieodor, Forstmeister am Harz . . . Seesen. 

Bcllardi Dr. Luigi, I^rofessor Turin. 

•iO „ ^ Beneden Eduard v., Univ.-Prof., Rue Nysten 20 Lüttich. 

y, ^ Bennet Dr. G., Esq Sidnoy. 

„ „ Bcrchon Dr. ErncHt, Director (Girondo) . . . Pouillac. 

^ „ Bordau F«jlix, Prof. ain l'olytech. G. Lubliii . Pul'awy. 



Mitglieder im Auslande. 



XIII 



P. T. Herr Berg Dr. Carl, Univ.-Prof. der Botan. und Zool. Buenos-Ayres. 

„ „ Berg Dr. E., Hofrath St. Petersburg. 

„ „ Berggren Sven, Professor an der Universität . Upsala. 

„ „ Bergh Dr. Rudolf, Prof., Chefarzt, Stormgade 19 Kopenhagen. 

„ „ Bergroth Dr. Evald Forssa. 

„ „ Betta Edoardo, Nobile de Verona. 

40 „ „ Beuthin Dr. Hein., Steindamm 29, St. Georg . Hamburg. 

„ „ Bignone Felix, Apotheker Genua. 

„ Bigot Jacques, Rue Cambon 27 Paris. 

„ „ Blanchard Dr. Emil, Professor, Mus.-Director Paris. 

„ ,, Blanchet Ch Lausanne. 

„ „ Blasius Dr. Rud., Stabsarzt a.D., Petrithor-Pr. 25 Braunschweig. 

„ „ Blasius Dr. Wilh., Director am herz. zool. Mus. Braunschweig. 

„ „ Boek Christ., Prof. an der Universität .... Christiania. 

„ „ Bolivar Don Urrutia Ignazio, C. de Atocha 22 Madrid. 

„ „ Bommer Dr. J. E., Prof. d. Bot. u. Custos . Brüssel. 

50 „ „ Bonizzi Dr. Paul, Prof. an der Univers. . . Modena. 

„ „ Bonorden Dr. H. F., Rgts.-Arzt, R.-B. Minden Herford. 

„ „ Boschniak Nik., Vicar d. serb. Klosters in . Grabovacz. 

„ „ Bo wring John j., Esq London. 

„ „ Brandt Dr. Eduard, Prof. d. med.-chir. Lehranst. St. Petersburg. 

„ „ Brandza Dr. D., Prof. d. Botanik a. d.Universität Bukarest. 

„ „ Brendegani Vinc, Rect. d. Kirche St. Rochus Verona. 

„ Bretschneider Dr. Ed., Arzt d. k. russ. Ges. Peking. 

„ Brot Dr. A., Professor, Malagnou 6 Genf. 

„ Bruce Dr. Samuel, 43, Kensington Gard. Sq. . London. 

60 „ „ Bruhin P. Th., Rev., Schweiz Thun. 

„ „ Bruyn Arie Johannes de, Regimentsthierarzt . Zütphen. 

„ Buchenau Dr. Fr,, Director u. Prof. d. Realsch. Bremen. 

„ „ Buchinger Dr. F., Director des Waisenhauses Strassburg. 

„ „ Burmeister Heinrich, Einsbüttel, Eichenstr. 22 Hamburg. 

„ „ Burmeister Dr. Herm., Dir. d. naturh. Mus. . Buenos-Ayres. 

„ „ Buse L. H., bei Arnheim, Niederlande. . . . Renkom. 

„ CabanisDr. Job. Lud., ersterCustos amk. Museum Berlin. 

„ „ Canestrini Dr. Johann, Prof. an d.Universität Padua. 

„ „ Carp enter Dr. Will., 8, Queens-Rd., Primrose hill. London. 

70 „ „ Carte Dr. Alex., Dir. of the Mus. R. Society . Dublin. 

„ „ Caruel Theodor, Professor der Botanik . . . Florenz. 

„ „ Carus Dr. Victor v., Professor a. d. Universität Leipzig. 

„ „ Castracane degli Antelminelli, Fran9. Conte . Rom. 

„ „ Chiari Gerhard Ritter V., k. u. k. General-Consul Trapezunt. 

„ „ Cogniaux Dr. A., Prof. b. Brüssel Jodoigne. 

j, Cohn Dr. Ferdinand, Prof, d. Bot. a. d. Univ. . Breslau. 

„ Coldham James G,, Dir. of Christch, school. . Cawnpore. 



XTV 



Mitglieder im AnBlande. 



P. T. Herr Co 11 et Robert, Dr. phil., bei Christiania . . . Homansby. 

^ Colosanti Dr. Josef, Assist, d. Pathologie . . Rom. 

SO .. Conrad Paul, Schilfscapitän a. D Bremen. 

Conwentz Dr. H., Dir. d. westpreuss. Prov.-Mus. Danzig. 

Cox C. James, Dir. d. naturhist. Museums . . Sidney. 

Crepin Fran(?ois, Director des botan. Gartens . Brüssel. 

Crosse H., Rue Tronchet 25 Paris. 

Cunliada Dr. Gerson, Director of asiat. soc, . Bombay. 

Dana James, Connecticut, N.-Am New-Haven. 

Davidson Dr. George, W., 13 Union-Place . . Edinburgh. 

., Davidson Thomas London. 

„ ^ DeCandolle Alphons, e. Professor der Botanik Genf. 

00 ., Degenkoll) Herm., Rittergutsbesitzer bei Pirna Rottwegendorf. 

Deshayes Dr. G. Paul, Prof., Place royale 18 Paris. 

Desnoyers Johann, Bibliothecaire du Musee . Paris. 

„ Deyl Johann, Apotheker, Bosnien Travnik. 

„ Dingler Dr. Herrn., Custos d. k. Herbars . . München. 

„ „ Do der lein Dr. Pietro, Prof. an der Universität Palermo. 

„ Doenitz Dr. Wilh., Assist, am naturhist. Mus. Berlin. 

Dohrn Dr. Anton, Prof., Vorstand d. zool. Station Neapel. 

Dohrn Dr. Carl A., Präs. des entom. Vereines Stettin. 

Dohrn Dr. Heinrich, Stadtrath Stettin. 

H><> Douglas J.W., Esq., 8 Beaufort gard., Lewisham London (SE.) 

Douille August, Marine -Wundarzt, Martinique St. Pierre. 

Drude Dr. Oscar, Prof. u. Director d. bot. Gartens Dresden. 

Du Rieu W. N., Conserv. an d. Bibliothek . . Leyden. 

Eden F. W. van Harlem. 

Edwards Harry Wm., West-Virginien .... Coalburgh. 

Eidam Dr. Eduard, Assist, d. pflanz. -phys. Inst. . Breslau. 

Eliot Karl W., Prof. Boston. 

El lenrieder Dr. C. v., Off. d. Gezondheit, Java Buitenzorg. 

Ellis J. B., Esq., New Jersey, U.-St Newfield. 

1'" Emery Med. Dr. Carl, Univ.-Professor . . . Bologna. 

Engler Dr. Adolf, Prof. der Bot. an der Univ. . Breslau. 

KrschofrNikoL, Wassili Ostroff 12. Lin. 15. Haus St. Petersburg. 

l'hil<MiKteiii Dr. Tlioodor Dresden. 

„ Fahrer Dr. Johann, k. Stabsarzt München. 

Kai rniairo Leon, Directeur do l'höpital St. Louis Paris. 

Falk Dr. Alfred, Professor an der Universität . Lund. 

F.iinintzin Dr. A., Professor St. Petersburg. 

I .mzago Filipp, Prof. d. Zool. a. d. Universität Sassari. 

Faric Janic», Secr. gcol. Soc. Andersonian Univ. Glasgow. 

12^' Fatio Dr. Victor, Rue MasHot 4 (N.) .... Genf. 

I uivc] Albert, öecr. Soc. franr;. d'Entom. . . Caön. 



Mitglieder im Auslande. 



XV 



P. T. Herr PerreiraMan.Lag., Vice-Präsesd.hist.-geog.Inst. Rio Janeiro. 

„ „ Finsch Dr. Otto, Director am naturh. Museum Bremen. 

„ „ Fischer Dr. Karl, pr. Arzt Sidney. 

„ „ Flügel Dr. Felix Leipzig. 

„ „ Folin F. Marquis de, Praes. soc. d. scienc. et arts Bayomie. 

„ „ Fontaine Cesar, Naturalist, Prov. Hainaut . . Papignies. 

„ „ Fontaine Julius de la, Göns, du Musee belg.Univ. Gent. 

„ „ Forel Dr. August, Dir. d. Irrenanst. Burghölzle b. Zürich. 

130 ^ ^ Forst Gr., Kaufmann Halberstadt. 

„ „ Fournier Dr. Eug., Gen. See. d. soc. bot. . . Paris. 

„ „ Frass Dr. Oskar Fr., Professor, Urbanstr. 13 . Stuttgart. 

„ „ Frey Dr. Heinrich, Prof. a. d. Universität . . Zürich. 

„ „ Frey-Gessner Emil, Mus.- Cust.,RueDecandolle Genf. 

„ „ Fries Th. M., Professor a. d. Universität . . Upsala. 

„ „ Friestadt E. F., Adjunct an der Universität . Upsala. 

„ „ Frietze R., Apotheker, Reg.-Bez. Oppeln . . Rybnik. 

„ „ Garcke Dr. Aug., Prof. u. Cust. am k. bot. Mus. Berlin. 

„ „ Gerard W. K. Esq., 4 Waverley Place U.-S. . New- York. 

140 ^ ^ G er n et Karl, R.V., k. r. Geheimrath, Haus Lissitziu St. Petersburg. 

„ „ Gerstäcker Dr. Adolf, Universitäts-Professor . Greifswald. 

„ „ Gobert Dr. Emil, Naturalist, Dep. Landes . . Mont-de-Marsan. 

„ „ Goebel Dr. Carl, Prof. u. Director d. bot. Gart. . Marburg. 

„ „ GonzenbachJ. Guido, Professor Smyrna. 

„ „ Graells, D. Mariano de la Paz, Dir. d. z. Mus. Madrid. 

„ „ G rat h wohl Wilhelm Fidelis, Grosshändler . . München. 

„ ^ Gray As a, Prof. a. Haward College, N.-Am. . Cambridge. 

„ „ Grönland Dr. J., b. Jüterbog, landw. Akademie Dahme. 

„ „ Grote RadclifFe A., Prof. of nat. sc, N.-Am. . Buffalo. 

150 ^ Günther Dr. Albert, Direct. am brit. Museum London. 

„ „ Guillaud Dr. A., Prof. agre'ge ä la fac. de med. Montpellier. 

„ „ Guirao D. Angel, y Navarro, Prof., C. del Prado 24 Madrid. 

„ „ Haberhauer Josef, Naturalist Taschkend. 

„ „ Haeckel Dr. Ernst, Prof. d. Zool. a. d. Univ. . Jena. 

„ „ Hagen Dr. Hermann, Prof. am Mus. zu Boston Cambridge. 

„ „ Halfern Friedrich y., bei Aachen Burtscheid. 

„ „ Hance Dr. M. H. F., Esq., Vice-Consul . . . Whampoa. 

„ „ Hanley Syl., Hanley-Road 1. Hoarseway Rise . London. 

„ „ Hans Wilhelm, Lausitz Herrenhut. 

160 „ „ Hansen Carl, Professor an der k. Akademie für 

Landwirthschaft und Gartenbau Kopenhagen. 

„ „ Harz Dr. Carl, Prof. d. Centr.-Thierarzneischule München. 

„ „ Ha sk ins Dr. Alfred L., 98, Boylston Street . Boston. 

„ „ Hasskarl Dr. J. K., Rheinpreussen .... Cleve. 

„ „ Haus er F., k.Lieut. i. LFuss- Artiii. -Reg. Bothmer Ingolstadt. 



XVI 



Mitglieder im Auelande. 



P. T. Herr Haussknecht Dr. Karl, Prof. der Botanik . . Weimar. 

„ „ H e d e m a n n W. V., Nova Isaakjewzkiaja 22, Qut. 1 1 St. Petersburg. 

„ „ Heden US Th., Apotheker bei Leipzig .... Neuraudnitz. 

„ „ Heider Dr. Karl, Docent a. d. Univ Berlin. 

„ „ Heldreich Dr. Theodor v., Dir. d. bot. Gartens Athen. 

170 „ „ Heller Karl M,, Museum Braunschweig. 

„ „ Heller V. Hell wald Friedr., Red. d. „Ausland" Stuttgart. 

„ „ Herder Dr. F. v., Bibliothekar a. k. bot. Garten Petersburg. 

„ „ Heurck Henri v., Professor Antwerpen. 

„ „ Heuser Dr. P., Diakonissenhaus-Arzt, Westphal. Bielefeld. 

„ „ Heyden Dr. Luc. V., Schlossstr. 54, Bockenheim b. Frankfurt a. M. 

„ „ Heynemann F., Sachsenhausen bei .... Frankfurt a. M. 

^ „ Hiendlmayr Ant, Kaufm., Schwanthalerstr. 10/3 München. 

„ Hieronymus Georg E., Prof. der Univers. Arg. Cordova. 

„ „ Hildebrand Dr. F., Prof. d. Botanik .... Freiburg i. Br. 

180 „ „ Hille Dr. Louis, Hessen Marburg. 

„ „ Hoeme Alfons, Villa Elisabeth, bei Dresden . Ob.-Blasewitz. 

,, Ho ff mann Dr. Hermann, Prof. d. Botanik . . Giessen. 

„ „ Holmgren Aug. Emil, Prof. der Forstschule . Stockholm. 

„ „ Holzner Dr. Georg, k. Prof., b. Freising. . . Weihenstephan. 

„ „ Homeyer Ferd. Eugen v., Pommern .... Stolp. 

„ „ Hop ffgarten Georg Max Bar. V,, b. Langensalza Mülverstedt. 

„ „ Horn Georg H. M. D Philadelphia. 

„ „ Humbert Alois v., 11 rue de FHötel de Ville . Genf. 

„ „ Huxley Dr. Thom. Henry, Prof., Royal Institut London. 

190 „ „ Irigoya Don Simon, Director des Museums . Lima. 

„ „ Jablonski Max, Gutsbesitzer Berlin. 

^ Jäckel Johann, Pfarrer, Baiern Windsheim. 

„ „ Janisch Karl, Hüttendirect., bei Seesen, Harz . Wilhelmshütte. 

„ „ Jaiini Josef, k. u. k. Consular-Agent .... Bombay. 

„ „ Jermy Gustave, Professor, Texas San Antonio. 

„ „ Jessen Dr. Karl, Univ.-Prof. a. D Berlin. 

„ „ Jonsson Joh., a. d. Universität Upsala. 

„ „ Joseph Dr. Gustav, Docent, Neue Antonienstr. 6 Breslau. 

„ „ Just Dr. Leopold, Prof. a. Polytechnicum . . Karlsruhe. 

200 „ „ Kahil Constantin, k. u. k. österr. Vice-Consul . Damiette. 

„ „ Keyserling Graf Eugen Gross-Glogau. 

Kinberg Joh. Gustav, Prof. Stockholm. 

Kirclincr Dr. Oskar, Prof., b. Stuttgart . . . Hohenheim. 

„ KirHch Th., entom. Custos d. zool. Musourn . Dresden. 

„ „ Koch Dr. Ludwig, })rakt. Arzt, Crainer-KlottHtr. Nürnberg. 

„ „ Koch Dr. Ludwig, I^rofesHor d. UniverHiiiit . . Heidelberg. 

Kock J. V,, k. Major, Gelderlaiid Ix;! Nyrnwegon Hess. 

K'..llil<*;r Dr. Albert v., I'rof. an der Universität Würzburg. 



Mitglieder im Auslande. 



XVII 



Herr Kör nicke Dr. Friedr., Prof., bei Bonn. . . . Popelsdorf. 

„ Kraatz Dr. G., Vorst, d. ent. V., Linkstr. 28 . . Berlin (W.). 

„ Kraus Dr. M. C, Baiern, b. Ansbach .... Triesdorf. 

„ Krauss Dr. Ferd , Prof., Director d. k. z. Museuras Stuttgart. 

„ Krauss Dr. Hennann, prakt. Arzt, Hafnerg. 3 . Tübingen. 

„ Kriechbaumer Dr. Josef, Adj. a. k. zool. Mus. München. 

„ Krüper Dr. Theobald, Gustos am Museum . . Athen. 

„ Kuba ry Johann G Hamburg. 

„ K ü h n Dr. Julius, Dir. d. landw. Instituts, Geh. Rath Halle a. S. 

„ Kuhn Dr. Max, Oberlehrer, Louisenplatz 8 . . Berlin (NW.). 

„ Knutze Dr. Otto, 5 Gloucester Road, Kew . . London. 

„ Laboulbene Alexander, Prof., Rue de Lille 11 Paris. 

„ Lange v., Hofr., Chef der Telegraphen- Station . Odessa. 

„ Lanzi Dr. Matteo, Primararzt Rom. 

^ Layard E., Secretär, Südamerika Para. 

„ Lefevre Theodor, Ingenieur, Rue de Pont neuf 10 Brüssel. 

„ Leidy Dr. Josef, Professor d. Universität . . . Philadelphia. 

Le Jolis Auguste, Präs. d. nat.-hist. Vereines . Cherbourg. 

„ LetznerK., Hauptlehrer, Nicolaistrasse . . . Breslau. 

„ Leuckart Dr. Rudolf, Hofr., Prof. d. Universität Leipzig. 

., Leuth n er Dr. Franz Basel. 

„ Lilljeborg Dr. Wilh., Professor d. Universität Upsala. 

„ Lindberg Dr. S. 0., Prof., Finnland .... Helsingfors. 

„ Lindeman Dr. Eduard R. v., Hofrath, Professor Odessa. 

„ Lindemann Dr. Carl, Prof. d. landw. Akademie Moskau. 

„ L in hart Dr. Wenzel, Professor Würzburg. 

„ Lobscheid Dr. W. S., b. Bunzlau, Pr.-Schlesien Gnadenberg. 

„ Logan M. Thomas, Esq., Californien .... Sacramento. 

„ Loven Dr. S., Professor Stockholm. 

„ Low Dr. Ernst, Oberlehrer, Grossbeerenstr. 1 . Berlin (SW.). 

„ Lütken Dr. Chr. Friedr., Insp. d. zool. Museums Kopenhagen. 

„ Mac Lac hl an Roh., Westview Clarendon K., London (SE.). 

„ Magnus Dr. Paul, Professor, Blumeshof 15 . . Berlin (W.). 

„ Malz ine F. de, Rue de Moulin 11 Brüssel. 

„ Manderstjerna AI. V., k. Gen., Snamenskayä 33 St. Petersburg. 

„ Manzoni Dr. Angelo, bei Bologna Lugo. 

„ Marchai E., Conservator am botanischen Garten Brüssel. 

„ Marcusen Dr. Prof., k. Staatsrath, Lüttichaust. 10 Dresden. 

„ Marion A. F., Prof. d. Zool., Allee des Capucines 4 Marseille. 

„ Marsson Dr. Th., Apoth Greifswalde. 

„ Martens Dr. Ed. v., Custos a. k. Mus., Professor Berlin. 

„ Martins Charles, Prof. und Dir. d. bot. Gartens Montpellier. 

„ Maxim owicz Carl, Collegien-Rath St. Petersburg. 

„ Mayer Heinrich, Grosshändler Trondhjem. 

B. Ges. B. XXXVU. 



XVIIl 



Mitglieder im Auslande. 



P. T. Herr Mayer Dr. Paul, Prof., zoolog. Station. . . . Neapel. 

„ „ May et Valery, Professor Montpellier. 

„ „ Mazarredo D. Carlo de^ Bergingenieur . . . Manila. 

„ „ Medem Niki, Freih., k. r. Gen. d. Artillerie . St. Petersburg. 

„ „ Meneghini Dr. Jos. Corn., Professor d. Botanik Pisa. 

„ „ Mengelbier Wilhelm, Kaufmann Aachen. 

„ „ Merk Carl München. 

260 „ „ Meves W., am königl. Museum Stockholm. 

„ „ Meyer Dr. Adolf Beruh., Direct. d. k. zool. Mus. Dresden. 

^ „ Meyer Dr. Carl, Assistent am eidgen. Polyt. . Zürich. 

„ „ Milne-Edwards Alph., Prof. a. naturh. Mus. . Paris. 

„ „ Mitschke Rudolf, Lehrer, Oberschlesien . . . Friedland. 

„ „ Möbius Dr. Karl, Prof. au der Universität . . Kiel. 

„ „ M Ohl Dr. H., Professor Cassel. 

„ „ Möller J. D., bei Hamburg Wedel. 

„ „ Moore Thom. J., F. L. Ph. S. Cur. a. Derby Mus. Liverpool. 

„ „ Moquin-TandonDr. G., Prof. a. d. faculte d. sc. Besan9on. 

270 „ „ Morawitz Aug., Cust. d. ent. Abth. d. zool. Mus. St. Petersburg. 

„ „ Morawitz Dr. Ferd., Wosnessensky-Prosp. 33 . St. Petersburg. 

„ „ More A. G. Esq., royal Dublin society (Stdch.) Dublin. 

„ „ Mosling Svend, Adjunct an der Realschule. . Trondhjem. 

„ „ Motta Dr. Maia, Prof. der med. Facultät . . . Rio Janeiro. 

„ „ Mousson Alb., Professor, Zeltweg Zürich. 

„ „ Müller Ernst, Pr.- Schlesien, bei Namslau . . Mittel -Wilkau. 

„ „ Müller Baron Dr. Ferdinand, Direct. d. bot. Gart. Melbourne. 

„ „ Müller Dr. Karl, Barfüsserstr. 8 Hailea. S. 

„ „ Müller Karl, Rector a. d. lat. Schule .... Trondhjem. 

'^^<i „ Müller Dr. N. J., Prof. d. Forst- Akademie . . Minden. 

„ Naegeli Dr. Heinrich, prakt. Arzt Rio Janeiro. 

„ „ Nage Ii Dr. Karl v., Prof. d. Bot. a. d. Universität München. 

„ „ Naumann Alexander, Sachsen Zittau. 

„ „ Neubauer Joli., S. J. Nordwood, Australien . Adelaide. 

Ninui Graf Alexander Venedig. 

Noerdlinger D.H., p. Ob.-Forstrath, Professor Hohenheim. 

„ „ Noerner Dr. Karl, Kaiserstrassc 8, Anhalt . . Dessau. 

^ „ Nolcken Baron J. H. W., Halwichshof, Curld. b. Friedrichstadt 

Nylandcr Dr. Wilhelm Paris. 

29(J Oehl K., Dr. d. Med., am Collcgium Ghislieri . Pavia. 

Oortzen v. Eberhard Athen. 

Orn stein Dr. Hcrnaid, Chefar/t d. gr. Armee . Athen. 

Ost(^n-!Sack«'ii Karl Uohcrl, Freih. v., Wrcdcjdatz Heidelberg. 

<)W('ii liichanJ, K.sq., ProfewHor London. 

r:u k;ird Dr. A. S., Trof, Rhode Island, N.-Am. Providence. 

I'.iliiM-ii I>r .Idliaiiii Axel, Pnd". a. d Univ.. . Ilelsingfors. 



Mitglieder im Auslande. XIX 

P. T. Herr Pancic Dr. Josef, Prof. d. Naturg. d. Hochschule Belgrad. 

„ Pardozy SastroD, Senor Don Castellote. 

j, „ Pasqual e Josef, Prof., Strada anticilia 13 . . Neapel. 

300 „ „ Passerini Dr. Giov., Prof. d. Bot. a. d. Univ. Parma. 

„ „ Patze C. A., Stadtrath und Apotheker .... Königsberg. 

„ „ Paulsen Don Ferd., Chile Santiago. 

j, „ Pavesi Dr. Peter, k. Professor an der Universität Pavia. 

„ „ Peck Ch.H., Esq., State Botanist, New- York, U.-St. Albauy. 

„ „ Pereira Dr. Jose, Secretär d. k. med. Akademie Päo Janeiro. 

„ „ PerezArcas, Don Laur., Prof. der Zoologie . Madrid. 

„ „ Peters Wilhelm, b. A. Hirschwald, Buchh. . . Berlin. 

„ Pfeffer Dr. W., Prof. d. Botanik Tübingen. 

„ „ Pfitzer Dr. Ernst, Prof. d. Botanik .... Heidelberg. 

310 „ „ Philip pi Dr. R. A., Prof. und Direct. a. Museum Santiago. 

Prantl Dr. Karl, Prof. d. Bot. a. d. Forst- Akad. . Aschaffenburg. 

„ „ Preadhomme de Borre Alfred, Secr. soc. ent. Brüssel. 

„ „ Prin gs heim Dr. N., Prof., König. Angustenstr. 49 Berlin (W.). 

„ „ Pullich Dr. Georg, Hochw ßom. 

„ „ Pnrchas Arth., G. Rever Auckland. 

„ „ Puton Dr. A., Departement Vosges Remiremont. 

„ „ Puxty W. C, Lehrer a. Erdington Orphanage . Birmingham. 

„ „ Rad de Dr. Gustav, Staatsrath, Direct. des k. Mus. Tiflis. 

„ „ Radlkofer D. Ludw., Prof. d. Bot. a. d. Univ. München. 

320 „ „ Ramsay Eduard Prirson, Esq., Curator of Mus. Sidney. 

„ „ Raskovich Michael, Prof. an der Hochschule . Belgrad. 

„ „ Reess Dr. Max, Prof. d. Botanik a. d. Univers. Erlangen. 

„ „ Regel Dr. Eduard, Direct. d. k. botan. Gartens Petersburg. 

„ „ Rehm Dr. H., k. Gerichtsarzt Regensburg. 

„ „ ReinhardDr. H., g. Ob.-Med.-Rath, Johannisg. 14 Dresden. 

„ „ Reinhardt Dr. Otto, Ob.-Lehr., Oranienstrasse 45 Berlin. 

„ Reinsch Dr. Paul Friedrich, Univ.-Docent . . Erlangen. 

„ Reuter Dr. Otto Moranal, Univ.-Prof., Finnland . Helsingfors. 

„ „ Rey Dr. E., Naturalist, Flossplatz 9 Leipzig. 

330 „ Ribbe Heinrich, Naturalist, bei Dresden . . . Blasewitz. 

„ „ Richiardi Dr. Sebast., Prof. d. Naturg. d. Univ. Bologna. 

„ „ Roberts Dr. Alfred, Esq Sidney. 

„ „ Robertson David, 4, Regent Park terrace . . Glasgow. 

„ „ Röder Victor von, Oekonom, Herzogth. Anhalt Hoym. 

„ „ Römer Dr. Ferd., Prof. an der Universität . . Breslau. 

„ „ Rösler Dr. Carl Friedr. Herrn Japan. 

„ „ Roffiaen Fran(;ois, Vicepräs. d. malac. Gesellsch. Brüssel. 

„ „ Ross D. Milton, AI. Esq., Canada Toronto. 

„ „ Rütimeyer-Frankhausen Karl L., Professor Basel. 

340 „ „ Rutot A., p. Staatsbahn-Ingenieur Brüssel. 

c* 



XX 



Mitglieder iin Auslände. 



P. T. Herr Sabatier Dr. Med. Armand, Prof. Zoolog. . . Montpellier. 

„ „ Saccardo Pierre Andrea, Prof. d. Botanik . . Padua. 

„ Sachsl Leopold, k. u. k. Vice-Consul .... Philippopel. 

„ „ Sadebeck Dr. Rieb., Prof. u. Director d. bot. Mus. Hamburg. 

„ Sandberger Dr. Fridolin, Prof. d. Mineralogie Würzburg. 

„ „ Sander Dr. Julius, Arzt an der Charite . . . Berlin. 

„ „ Sars Dr. G. Ossian, Professor Cliristiania. 

„ „ Saussure Henri de, City 24, Tertasse . . . Genf. 

„ „ Schäffer Ignaz Ritter v., k. u. k. Gesandter. . Washington. 

350 j, „ Schenk Dr. A., p. Hofrath und Prof. d. Botanik Leipzig. 

„ „ Schief ferdecker, Dr. der Med., Sanitätsrath . Königsberg. 

„ „ Schier brand Curt Wolf v., 2. I. Johannisplatz Dresden. 

„ „ Schiff Dr. Moriz, Prof. a. d. Hochschule . . Florenz. 

„ „ Schilling Hugo, Naturalist Hamburg. 

„ Schliephake Dr. K.,Fab.-Dir., b. Osterfeld . . Waldau. 

Schmeltz J. D. E., Conservator am ethn. Mus. Leyden. 

Schmid Anton, Privat Regensburg. 

„ Schmitz Dr. Friedrich, Prof. a. d. Univ. . . . Greifs wald. 

„ „ Schnabl Dr. Johann, Krakauer Vorstadt 63. . Warschau. 

.'".O „ „ Schneider W. G., Dr. phil Breslau. 

Schnitzer Dr., Sanitätsarzt, Albanien .... Antivari. 

Schroeter Dr. J., k. Oberstabsarzt Breslau. 

„ „ Schübler Dr. Christ. Fried., Dir. d. bot. Gart. Cliristiania. 

„ „ Schüch Dr. G. de Capauenia, Professor, geh. Rath Rio Janeiro. 

„ „ Schulze Dr. Franz Eilh., Prof. u. Dir. d. zool. Mus. Berlin. 

„ „ Schwager Conrad, k. Geolog, Marsstrasse 37 . München. 

„ „ Schwei nfurt Dr. Georg Cairo. 

„ „ Sclater Ph. Luttley, Secr. zool. Soc. Hanuov. Sq. London. 

„ „ Scott Robert Henry v., Scr. R. geol. S. of Irl. Dublin. 

Sciidder Samuel, Prof., Harvard College, Ü.-St. Cambridge. 

ScL'buld Tli., Ingenieur b. Krupp Bilbao. 

„ „ Segeth Carl Dr., Arzt, Chile Santiago. 

Seidel C. F., Soniinarstrasse 6 Dresden. 

Sei «Iii tz Dr. Georg, Grosser Rathshof bei . . Königsberg i. 

Selys Longchanii)s Bar. de, Scn., Mitgl. d. Akad. Liege. 

Semper Dr. Carl, Prof. an der k. Universität . Würzburg. 

Semper Georg, van der Schmiissen Allee 5 . . Altona. 

Seoane de Lopez Dr. Vict., Advocat, Span. Galiz. Coruna. 

„ Shurpey Will., 33 Woburn PI., Rüssel Sq. 80 London. 

Signoret Dr. Victor, Rue de Renne» 'IG . . . Paris. 

SimonHcn Carl Ludw., Adj. an der liealsch. . Trondhjeni. 

Sk inner Maj., Grosvcnor l'lace Knglan<l . . . Bath. 

>mirnoff Michael, Scliulrath, Hahnstr. 2i . . Tiflis. 

, Irau Smitli Anna Maria, Road Clifton Bristol. 



Mitglieder im Auslände. 



XXI 



P. T. Herr Sodiro P. Alois S. J., Prof. d. Bot., Ecuador . Quito. 

„ „ Sohst C. G., Fabriksbesitzer, Johns Allee 9. . Hamburg. 

„ „ Solla Dr. Eüdiger Felix, Professor, R. Institute 

forestal Valombrosa Pontassive. 

„ „ Solms-Laubach Dr. Herrn. Graf, Prof. d. Bot. Göttingen. 

„ Sorauer Dr.PauljDirig.d.pflanz.-phys.Versuchsst. Proskau. 

„ „ Sousa Jose Augusto de, am Museum zu . . . Lissabon. 

„ „ Spängberg Dr. Jacob, Lehrer am Gymnasium Sundsvall. 

„ „ Spegazzini Dr. Carlo, Assist, a. bot. Garten . Buenos- Ayres. 

„ „ Speyer Dr. Adolf, Hofrath, Fürstenth. Waldeck Rhoden. 

„ „ Speyer August, Fürstenthum Waldeck . . . Arolsen. 

„ „ Stainton Henry, Mountsfield Lewisham bei . . London (SE.). 

„ „ Stangenwald Dr. Hugo, Sandwichs-Ins. . . Honolulu. 

„ „ Staudinger Dr. Otto, Villa Diana bei Dresden Blasewitz. 

„ Stearns Robert E. C S. Francisco. 

„ „ Steenstrup Dr. J. Japetus Sm., Museal-Director Kopenhagen. 

„ „ Steiner Leon v., Dr. d. Med Bukarest. 

„ „ Stierlin Gustav, Dr. d. Med Schaffhausen. 

„ „ Strasburger Dr. E., Prof. d. Bot. a. d. Uuivers. Bonn. 

„ „ Strobel Pelegrino v., Univers. -Professor . . . Parma. 

„ „ Sullivant William S., Ohio, Nordamerika . . Columbus. 

„ „ S uringar Dr. W. F. R., Rector Leyden. 

„ „ Taczanowsky L., Couservator am Museum . Warschau. 

„ „ Targioni-Tozzetti Cav. Adolf, Univ.-Prof. . Florenz. 

„ „ Teixeira Dr. Carlos, pr. Arzt Rio -Janeiro. 

„ „ Terracciano Dr. Nicolo, Dir. d. k. Gart, zu . Caserta. 

„ „ Thomas Dr. Friedr., herzogl. Professor, b. Gotha Ohrdruff. 

„ „ Thomas Richard, Fabr. -Dir., Haus Maluschiu Moskau. 

„ „ T ho msen Allen, Prof., 3 College Court, High-Sfcr. Glasgow. 

„ „ Thor eil Dr. Tamerlan, Prof. a. d. Universität . Upsala. 

„ „ Todaro Agostino, Prof., Dir. d. bot. Gartens . Palermo. 

„ TraU Dr. Jam. H. W., Univ.-Prof. d. Bot., Schottl. Aberdeen. 

„ „ Turner Wil., M. B., Univ.-Prof. d. Anat. . . . Edinburgh. 

„ Tyermann John S., England Falmouth. 

„ „ Uhlworm Dr. Oscar, Terrasse 7 Cassel. 

„ „ Ulianin B., Professor a. d. Universität .... Warschau. 

„ „ Ungern-Sternberg Dr. Franz Freih. v., Prof. Dorpat. 

„ „ UrbanDr.J., 1. Assist, a. bot. Garten, Potsdstr. 750 Berlin (W.). 

„ „ Uricoechea D. Ezech., Präs. d. naturw. Ges. . St. Fe de Bogota. 

„ „ VerraU G. H., Sussex Lodge, England . . . Newmarket. 

„ „ Veth Moriz, Fabriksbesitzer, Fürstenth. Reuss . Gera. 

„ „ Vincent G., Conservator a. naturhist. Museum Brüssel. 

„ „ VitorchianoP. Angelico da, apost. Missionär. Tinos. 

„ „ Vogt Karl, Professor Genf. 



xxu 



Mitglieder im Auslande. 



P. T. Herr Volger Dr. Otto, Bad Soden bei Frankfurt a. M. 

„ ^ Vullers Dr. D., Univ.-Prof. u. geh. Studienrath Giessen. 

430 „ , Wall ac e Alfr., Kussel Esq., Frith Hill Godalming London. 

„ Waltl Dr., Professor Passau. 

, j, Warming Dr. Eugen, Universitäts-Professor . Kopenhagen. 

„ „ Weddel Hektor A Poitiers. 

„ „ Weiuland Dr. Fr., Württemberg Esslingen. 

„ Wenzel Hugo, k. Scliulinspect., Kröben, Posen, ßawitsch. 

„ West Tutfen London. 

Westerl und Dr. Karl Agardh, Schweden . . Ronneby. 

„ We s t wo od John Obadiah, Prof. a. d. Universität Oxford. 

^ „ Weyers Josef Leopold, Eue Laaken 51 . . . Brüssel. 

440 „ White Buchanan, Esq., Annat Lodge .... Perth. 

Wilde Sir Will., Vice-Präs. of the Irish Acad. Dublin. 

Winkler Moriz, bei Neisse Giesmannsdorf. 

„ „ Winnertz Johann Crefeld. 

„ „ Wocke Dr. M. T., Klosterstrasse 87b .... Breslau. 

„ „ Wood-Mason J., Esq., Curator Ind. Museum . Calcutta. 

„ „ Woroiiin Dr. M., Prof., kleine italienische Strasse 6 St. Petersburg. 

„ Wright Dr. Percival, Prof. d. Bot, Trinity Coli. Dublin. 

„ „ Wulp F. M. van der, Princes Marie straat 14 . Haag. 

„ „ Zickendrath Dr. Ernst, Haus Siegle, Butirki . Moskau. 

450 „ „ Zimmermann Dr. Her., Bürgerschul-Lehrer . Limburg a. L, 

451 3 „ Zirigovich Jakob, k. u. k. Vice-Consul . . . Adrianopel. 



Mitglieder im Inlande. 



XXIII 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Aberle Dr. Carl, k. k. ßeg.-ßath, L, Salzgries 25 Wien. 

„ „ Adamovic Vincenz, Bürgersclml-Director . . Ragusa. 

„ „ Alscher Alois, städt. Lehrer, IL, Holzhauserg. 7 Wieu. 

„ „ Altenberg Felic, Apoth., V., Margarethenstr. 75 Wien. 

„ „ Ambrosi Franz, Bibliothekar Trient. 

„ „ Anders Ferdinand, em. Professor, Nr. 88 . . . Rodau n. 

„ „ ApfelbeckV.,frstl.Ob.-Först., Croat.b.Kopreinitz Ludbregh. 

r, r> Aren stein Dr. Josef, Gutsbesitzer Gloggnitz. 

„ „ Arneth Alfr. v., k. k. Dir. d. geh. Staatsarch,, Exc. Wien. 

„ „ Arnhart Ludw., Fachlehrer, Johannesg. 65 . . Währing. 

„ p Äusserer Dr. Anton, Prof. a. 1. k. k. Staatsgymn. Graz. 

„ „ Äusserer Dr. Carl, e. Professor, Steiermark. . Lichtenwald. 

r ^ Aust Carl, k. k. Bezirksgerichts -Adjunct . . . Hainburg a. D. 

„ „ Bachinger Aug., Prof. Land. -Real-Gymn., N.-Oe. Horn. 

„ „ Bachinger Isid., Professor, Wienerstrasse 41 . Wr.-Neustadt. 

„ „ Bachofen Adolf von Echt, Bürgermeister, Nr. 68 Nussdorf. 

n Badini Graf Frz. Jos., k. k. Postofficial .... Triest. 

„ „ Bäumler Johann A., Dürrmauththor 96 . . . Pressburg. 

r « B ann Warth Th., Lithogr., VIL, Schottenfeldg. 78 Wien. 

„ „ Barbieux August, Fabriksbes., P. Maria Rast . Oberlembach. 

„ „ Bartsch Franz, k. k. Fiuanzrath, III. Salmg. 14 Wien. 

„ „ Bartscht Ambros, k. k. Revid., Hauptstr. 40. IL Hernais. 

n „ Beck Dr. Günther R. v., Custos und Vorst, d. bot. 

Abth. des k. k. naturh. Hofmus., Herreng. 14 . Währing. 

„ Beer Berthold, Dr., Vm., Lenaug. 2 .... Wien, 

r, « B en da Franz, Hochw., P. Provincial, VIII. . . . Wien. 

V r Benz Robert, Freih. v Klagenfurt. 

„ „ Bergenstamm Julius, Edl. von, IL, Tempelg. 8 Wien. 

„ „ Betzwar Dr. Anton, IV., Favoritenstrasse 17. II. Wien. 

„ r Biesok Dr. Georg, k. k. Gymnas.-Prof., Mähren Trebitsch. 

„ „ Bisching Dr. Ant., Com.- Ob.- Realschul -Prof., 

IV., Karolineng. 19 Wien. 

„ „ Bittner Dr. Alex., III., Ob. Weissgärberstr. 14. II. Wien, 

r n Blasig Josef, Prof., k. k. Staatsgymn. Böhmen Saaz. 

„ „ B ob er ski Lad., Director d. Lehrerbildunganstalt Tarnopol. 

„ Boehm Dr. Josef, k. k. Prof., VIII., Skodag. 17 Wien. 

„ „ Boehm Ignaz, k. k. Polizei-Ober-Commissär . Krakau. 

r „ Bohatsch Albert, IL, Schreigasse 6 . . . . Wien. 



XXIV 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Bohatsch Otto, V., Ziegelofengasse 3 . . . . Wien. 
„ „ Boller A. Adolf, k. k. Oberlieutenant, Lehrer 

a. d. Infanterie-Cadettenscliule, Croatien . . ^ Karlstadt. 
„ „ Brauer Dr. Friedrich, Gustos des k. k. natur- 
histor. Hofmuseums und Professor der Zoologie 

an der Universität, IV., Pressgasse 26 . . . Wien. 

40 „ „ Braun Heinrich, III., Hauptstrasse 8 . . . . Wien. 

„ „ BreidlerJ,, Architekt, Hubergasse 12 ... . Ottakring. 

„ „ Breitenlohne r Dr. J., Prof. d.Hochsch. f. Bdcltr. Wien. 

„ „ Brunner Franz, Südbahn-Bearater Wien. 

„ B runn er V. Watte nwyl Carl, k. k. Hofrath i. P., 

VIII., Trautsongasse 6 Wien. 

„ „ Brusina Spiridion, Prof. u. Dir. d. zool. Museums Agram, 

„ „ Bubela Johann, Mähren (Lasky) Wsetin. 

r „ Buchau er Georg, IV., Walterg. 8 Wien. 

„ „ Buchmüller Ferdinand, Privat Mödling. 

„ „ BurgersteinDr.Alfr.,Gym.-Prof.,II.,Taborstr.75 Wien. 

'it „ „ Buzek Franz, Lehrer Böhm.- Rakonitz. 

„ „ Gar Dr. Lazar, Adjunct am zoolog. Museum . Agram. 

„ „ Gassian Job. Ritt, v., Dir. d. DampfschifF-Ges. Wien. 

^ „ Gel er in Dominik, Mag. Pharm., IV., Hauptstr. Wien. 

„ Ghiraani Carl, Exped.-Dir, k. k.Obersthofm. -Amt Wien. 
„ „ Chimani Dr. Ernst v., k. k. Ober- Stabsarzt, III., 

Metternichg. 9 Wien. 

„ y. Christen Severin, P. Hochw., Gym. -Prof., Kämt. St. Panl. 

„ „ G h y z e r Dr. Cornel, k. Physikus, Zeinpliner Com. S. a. Ujhely. 
„ „ Gidlinsky Carl, k. k. Post- Gassen- Controlor, 

III., Hauptstr. 112 Wien. 

„ Claus Dr. Carl, k. k. Prof. d. Zool., Hofratli . Wien. 

<;0 „ r Collorcdo-Mannsfeld, Fürst Josef zu, Durchl. . Wien. 

j, „ Csato Joli. V., Gutsbes., k. Rath, Siebcnb. . . . Nagy-Enyed. 

„ Cserey Lucas Adolf, Gymn. -Professor .... Schemnitz. 

„ „ Cserni Adalb., Prof. a. kath. Ob. -Gymn., Siebenb. Karlsburg. 

„ „ CsokorDr. Johann, Prof. a. k. k. Tliicrarznei-Inst. Wien. 

„ „ Cypers Victor Landrecy von, bei Ilohenclbe . Bölmi.-ITarta. 

„ „ Gzccli Theod. V,, Dr. d. M., Ungarn, Cm. Szolnok Tasnäd Szanto. 

„ „ Czoornig Carl, Prcih. V., k. k. Ilofrath . . . . Klagenfurt. 

„ „ DallaTorre Dr. Carl v., Prof., Meinhardtstr. 12 Innsbruck. 
„ „ Damianitsch Martin, p. k. k. Gen. -Auditor, 

I., EliHabcthstr. 1)/1 Wien. 

Dam in Narci«, Prof. d. nautischen Schule, Croat. Buccari. 

I)(Mle^-ek JftHf'f, Prof. d. Realschub', Karolinenthal Prag. 

Dfgon Arp/idv, VII., Keroj)oserliof Buda-Pest. 

I><*rnl Arnold, Dr. med., Ilauptfitrassc 11 . . . Hic't.;jing. 



Mitglieder im lulande. 



XXV 



P, T. Herr Deschmann Carl v., Custos am Landes-Museum Laibach. 

„ „ Dewoletzky Eudolf, Assistent für Zoologie a. d. 

Univ., IX., Wasag. 26 Wien. 

„ „ Doli Eduard, Eealschul-Director, I., Ballgasse 6 Wien. 

„ „ Dorfinger Johann, bei Wien Nr. 28 . . . . Salraannsdorf. 

„" „ Dorfmeister Vincenz, IX., Nussdorferstr. 25 . Wien. 

„ „ DrascheDr.Rich.Freih.v.Wartinberg, Giselastr. 13 Wien. 

80 3, „ Dzieduszycki Graf Wladimir, Franziskanerpl. 45 Lemberg. 

„ „ Eberstaller Josef, Privat, Sackstrasse 42 . . Graz. 

„ „ Eckhel Georg v., Grosshändler, Via di Vienna2 Triest. 

„ „ Effenberger Dr. Josef, prakt. Arzt .... Hietzing. 

„ „ Egger Ed., k. k. Fin.-Obercomm., III., Jacquing. 5 Wien. 

„ „ Egger Graf Franz, Kärnten, am Längsee . . . Treibach. 

„ „ Eggerth Carl, Badeinbaber, Gumpendorferstr. . Wien. 

„ „ Eggerth Carl j., Drd., VI., Dürerg. 14 . . . Wien. 

„ „ Ehnhart Carl, Privatbeamter, VI., Gumpen- 
dorferstr. 14 Wien. 

„ „ Ehrlich Josef, k. k. Parkgärtner, IL, Prater . Wien. 

90 „ .. EichenfeldDr.Mich.R.v.,VIII., Josefstädterstr.U Wien. 

„ Eichler Wilh. Ritter v. Eichkron, k. k. Hofrath Wien. 

„ „ Em ich Gustav Ritter v. Emöke, k. Truchsess, IV., 

Sebastianiplatz 8 Buda-Pest. 

„ Engelhardt Victor, Stud. ehem., VII., Zieglerg. 27 Wien. 

„ Entleutner Dr. A. F., Professor, Tirol .... Heran. 

„ „ Entz Dr. Geza, Prof. d. Zool. a. d. Univers. . Klausenburg. 

„ „ Ettingshausen Dr. Const., Freih., k. k. Prof. Graz. 

„ „ Eysank v. Marienfels M., Apoth., Rudolfsplatz 5 Wien. 

„ Feichtinger Alex., Dr. d. Med., Stadt-Physik. . Gran. 

„ „ Feiller Franz v.. Privat, VII., Sigmundsg. 13/III Wien. 

[00 » n Feistmantel Dr. Otto, Universitäts-Professor . Prag. 
„ Fekete Fidelis von, Kapuziner-Ordens-Quardian, 

Tegetthofstrasse 2 Wien, 

„ „ Felder Dr. Cajetan Freih. v., I., Schottengassel Wien. 

„ „ Felix Paul, Stud. med., I., Canovagasse 5 . . Wien. 

„ „ Ferrari Dr. Eugen v., Secundararzt a. Sophien- 
spital, VII., Kaiserstr. 7 Wien. 

„ „ Feuer Dr. David, Waiznerstrasse Buda-Pest. 

„ „ Figdor Gustav, Grosshdlr., IL, Kais. Josefstr. 38 Wien. 

„ „ Finger Dr. Josef, e. Professor, L, Naglergasse 1 Wien. 

„ Finger Julius, Sparcassebeamter, Hptstr. Nr. 68 Unter-Meidling. 

„ „ Firbas Franz, Apotheker, Böhmen Schüttenhofen. 

1^10 r » Fischbacher Alois, Pfarrer N. -Kreuzstetten. 

„ „ Fitzner Rudolf, fürstl. Reuss'scher Obergärtner, 

N.-Oe Ernstbrunn. 

Z. ß. Ges. B. XXXVII. d 



XXVI 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Förster J. B., Leiter der Raff.- u. Petrol.-Ind.- 

Actien-Gesellschaft Buda-Pest. 

„ „ Formanek Dr. Eduard, Gymnasial-Prof., Franz 

Josefstrasse 3 Brünn. 

„ „ Forst er Dr. Leopold, Professor a.k.k. Thierarznei- 
Institute Wien. 

y, „ Frank Dr. Johann, Advocat, I., Operngasse 8 . Wien. 

„ r, Franz Carl, Dr. d. Med., Mähr., Post Zastawka Rossitz. 
„ „ Freyn Josef, Civil-Ingenieur, fstl. Baurath, Jung- 

mannstr. 3, Smichov Prag. 

„ „ Friedrich Dr. Adolf, Apoth., Schönbrunnerstr. Fünfhaus. 

„ „ Fritsch Dr. Anton, Prof. u. Cust. a. naturh. Mus. Prag. 

120 „ „ Fritsch Dr. Carl, VIIL, Ledererg. 23 . . . . Wien. 

„ „ Fritsch Josef, Privatier, Eichwaldthorstr. 16 . Teplitz. 

„ „ F rivaldszky Johann V., L Gustos am Nat.-Mus. Buda-Pest. 

„ „ Fruwirth August, Gutsbesitzer, P. Lilienfeld . Preiland. 

„ „ Fuchs Franz, Lehrer, N.-Oe., an d. March . . Zwerndorf. 

„ „ Fuchs Josef, k. Rath, III., Hauptstrasse 67 . . Wien. 
„ „ Fuch s Theodor, Gustos u. Vorst, d. geol.-paläont. 

Abtheilung des k. k. naturhistor. Hofmuseuins Wien. 

„ „ Fürstenberg Friedr., Landgraf zu, Cardinal, Em. Olmütz. 

„ „ Fugger Eberh., Professor d. Ob.-Realschule . . Salzburg. 

„ „ Gall Eduard v., erzherzogl. Secr. i. P Baden. 

130 n n GanderHieronym.,Hchw.,Pfarrer,P.Sillian, Tirol Inner -Villgraten. 
„ n Gangibauer Ludwig, Custosadjunct des k. k. 

naturhistor. Hofmuseums Wien. 

„ ,, Gaunersdorfer Johann, Prof. d. Franc.-Josepli. Mödling. 

„ n Geitler Leop., k. k. Artillerie-Oberlieut Wien. 

„ „ Glowacki Julius, Prof. a. Land. -Real-Gymnasium Leoben. 

T, G ob an z Alois, k. k. Forst- u. Domainenverwalter Gmunden. 

„ „ Godeffroy Dr. Richard, Chem, des Apoth. -Ver. Wien. 

„ „ Goldschin idt Friedr. W., IL, Ferdinandsstr. 31 Wien. 

Goldschmidt Moriz, Ritt, v., L, Opernring 6 . Wien. 

Gondola-Ghedaldi Baron Gravosa. 

; ' - n Gr äffe Dr. Eduard, Inspector d. k. k. zool. Station Triest. 

Graff Dr. Ludwig v., Univ.-Prof. Graz. 

„ n Grave Heinr., Civil-Ingen.. Fünfhaus, Blütheng. 7 Wien. 

n r G redlcr Vinccnz, Hocliw., Gymn.-Prof. u. Direct. Bozen. 

- (ircinhllch .luliiiK, Hochw., Gymn.-Prof., Tirol Hall. 

Grimu.s Carl R. v. Grimburg, k. k. Real-Prof. Innsbruck. 

G robben Dr. Carl, Univ.-Prof Wäliring. 

Grnnow Albert, f'hcmiker d. Metallwfab., N.-Oe. Berndorl. 

Grz(;gorzok Dr. Adalh., Hochw., Probst . . . Bochnia. 

'.'irighT Ant., Hc.rhw., licet. <\. I'iuriKt«n-('()lleg. Krems. 



Mitglieder im Inlande. 



XXVII 



150 P. T. Herr Gugler Josef, Director der k. k. Lehrerinnen- 

Bildungsanstalt, I., Hegelgasse 14 Wien. 

„ „ Gutleben Josef, Gärtner, III., Rennweg 14. . Wien. 

„ „ Haberler Frz. Ritter V., Dr.jur., I., Bauernmarktl Wien. 

„ „ Hab ich Otto, Fabrikant, Stiftsgasse 64 . . . Hernais. 

„ „ Hackel Eduard, Gymnasial-Professor .... St. Pölten. 

„ „ Hacker P. Leopold, Hochw., Prof. der Moral, 

Küchenmeister im Stifte, Post Furth, N.-Oe. Göttweih. 

„ „ Hackspiel Dr. Jos., k. k. Gymn.-Dir., Altstadt . Prag. 

„ „ Haimhoffen Gustav Ritt. v. Haim, k. k. Reg.-Rath 

u. Dir. d. Minist.-Zahlarates i. P., VII., Breiteg. 4 Wien. 

„ „ Haläcsy Eugen von, Dr. med., VH., Schrantg. 1 Wien. 

„ „ Hampe Dr. Hermann, Hof- u. Gerichts- Advocat, 

I., Herreng. 6 Wien. 

160 „ „ Handlirsch Adam, III., Heugasse 1 . . . . Wien. 

^ „ Handlirsch Anton, Mag. d. Pharm., III., Heng. 1 Wien. 

„ „ Handtke Dr. Robert, Prof. d. Landes-Proseminars St. Pölten. 

„ „ Hanel Alois, Dechant, Böhmen Saaz. 

„ „ Hantken Max Ritt. v. Prudnik, k. Prof., Univ. Buda-Pest. 

„ „ Haring Johann, Lehrer, N.-Oe Stockerau. 

„ „ Harner Dr. Ig., k. k. Stabsarzt i. P., Neustiftg. 43 Baden. 

„ „ Hartinger Aug., Hof-Lithogr., Mariahilferstr. 49 Wien. 

„ Haszlinski Friedr., Prof. d. Naturgeschichte . Eperies. 

„ „ Hatschek Dr. Berthold, Prof. d. Zool. a. d. Univ. Prag. 

170 ^ „ HauckDr. F.,k. k. Telegraphbmt., ViaRosetti229 Triest. 

„ „ Hauer Franz R. v., k. k. Hofrath, Intendant des 

k. k. naturh. Hofmuseums, I., Burgring . . Wien. 

„ „ Haynald Dr. Ludwig, Cardinal-Erzbischof, Emin. Kalocsa. 

„ Heiden Leopold, Oberlehrer, VII., Kandelg. 30 . Wien. 

„ „ Heid er Dr. Adolf, IX., Wasagasse 12 ... . Wien. 

„ „ Heider Dr. Arthur Ritter v., Docent f. Zoologie 

a. d. Univ., Maiffredyg. 4 Graz. 

„ Heider Moriz, IX., Wasagasse 12 Wien. 

„ „ Heidmann Alberik, Hochw,, Abt des Stiftes . Lilienfeld. 

„ „ Heilsberg Alois, suppl. Gymn. -Prof., IX., Sechs- 
schimmelgasse 7 Wien. 

„ „ Heimerl Anton, Prof. a, d. Realschule Sechshaus, 

Parkgasse 48 Penzing. 

180 ,, „ Heinze Hermann, k. k. Fregatten-Capitän . . Pola. 

„ „ Heinzel Ludwig, Dr. d. Med., VII., Kircheng. 3 Wien. 

„ „ Heiser Josef, Eisenwaaren-Fabriksbesitzer, N.-Oe. Gaming. 

„ „ He Ifert Dr. Josef Alex. Freih. V., geh. Rath, Exc. Wien. 

„ „ Heller Dr. Camill, k. k. Prof. d. Zool., Universität Innsbruck. 

„ „ Hepperger Dr. Carl v., Advocat . . . , , Bozen. 

d* 



XXVIII 



Mitglieder im Inlande, 



P. T. Herr Herrn an Otto v., Reichst.- Abg., Damjanichg. 46 Buda-Pest. 

„ „ He tschko Alfred, Prof. d. Lebrerbildungüanstalt Bielitz. 
„ „ Hinter waldn er J. M., k. k. Bez.-Schul-Insp., 

Gürtelstr. 35 Währing. 

„ „ Hirc Carl, Hauslehrer, Croatien Lepoglava. 

190 „ „ Hirner Josef, Kaufmann, VI., Nelkengasse 1 . Wien. 
„ „ Höf er Franz, Fachlehrer der Bürgerschule i. P., 

Hauptstrasse 85 Hernais. 

„ „ Hoernes Dr. Rudolf, Prof. d. Geologie, Univers. Graz. 
„ „ Hoffmann A.v.Vestenhof, k.k.Hauptm. i. 22.I.-R. Spalato. 
„ „ Holuby Jos. Ludw., ev. Pfarr., Post Väg-Ujhely Nemes-Podhragy. 
„ „ Holzhausen Adolf, Buchdr.-Bes., VII., Breiteg. 8 Wien. 
„ „ Holzinger Dr. Josef B., Advocat, Realschulg. 6 Graz. 
„ „ Horöiöka Karl Richard, k. k. Postofficial, Am- 
bulanz Westbahn, Märzstrasse 21 Pünfhaus. 

„ „ Hormuzaki Constantin v., Untere Herrengasse Czernowitz. 

„ „ Hornung Carl, Apotheker, Siebenbürgen , Marktpl. Kronstadt. 

200 „ „ Horväth Dr. Geyza V., Sovesz-ucza 18 ... . Buda-Pest. 

„ „ Huemer Dr. Ignaz, k. k. Reg.-Arzt, Waisenhaus . Fischau. 

„ „ Hütter Ott Georg v., kais. Japan. Consul . . . Triest. 

., Hu SS Armin, Professor am evang. Collegium . Eperies. 

Huter Rupert, Hochw., Cooperator, Tirol . . . Sterzing. 

„ Hy rtl Dr. Josef, k. k. Hofr., Prof. i. P., Kircheng. 2 Perchtoldsdorf. 

„ „ Jablonsky Vinc, Direct. d. Lehrerbildungsanst. Krakau. 

„ „ Jetter Carl, Privatbeamter, II., Rothesterng. 4/3 Wien. 
„ „ Jochum Adolf, Official in Ministerium für Cultus 

und Unterricht Wien. 

„ Junovicz Rudolf, k. k. Realschul- Director . . Sereth. 

210 „ „ Juränyi Dr. Ludwig, Univ.-Professor d. Botanik Buda-Pest. 

„ „ Jurinaö Adolf E., Prof. a. Gymn., Croatien. . Warasdin. 

„ „ Just Benedict, L.-Gymn.-Professor Baden. 

„ „ Karlinski Dr. Justyn v., k. k. Oberarzt, Bosnien Foca. 

Karuy Hugo, k. k. Official Mödling. 

Karpellea Dr. Ludwig, Margarethenhof 12 . . Wien. 

K aap ar Rudolf, Hell w., Dechant, b. Hullein, Mähr. Holeschau. 

Kaufmann Josef, IV., Rubensgasse 5 . . . . Wien. 

Keller AI., Bürgerschullchrer, VI., Mollardg. 20 Wien. 

K»!mpny Peter, Dr., Sec.-Arzt,lV.,Favoritenstr.32 Wien. 
220 - Kerner Dr. Anton, Kitt. v. Marihuin, Univ.- Prof., 

Dir. d. bot. Gart., Hofrath Wien. 

„ „ Kerncr Joacf, k. k. KreisgerichtH-Präsident . . Wioner-Neustadt. 

Knrry Richard, Dr. phil , L, Walfischgassc 12 . Wien. 

Kiniakowicz Mauritius von, Sicbenbiirgcu . . llermannstadt. 

Kinhky Ferdinand Flirst, Durclilaucht Wien. 



Mitglieder im Inlaude. 



XXIX 



P. T. Herr K^'ssling P. Benedict, Hochw., Coop., N.-Oe. . Kilb. 

„ „ Kittel August, pr. Arzt, IV., Alleeg. 56 . . . Wien. 

Kittel Dr. med. Franz, Königl. Weinberge 68 Prag. 

Klein Julius, Prof. d. Botanik, Josefs-Polytechn. Buda-Pest. 

Klemensiewicz Dr. Stanislaus, Prof. a. Gymn. St. Anna, Krakau. 

Kleb Dr. AI, Hof- u. Ger.-Adv.,I.,Maximilianstr.4 Wien. 

Km et Andreas, röm.-kath. Pfarrer, b. Schemnitz Prencuw. 

Knapp Josef Arm., IX., Säulengasse 11 . . . Wien. 

Kn a u e r Dr. Blas., k.k.Gym.-Prof., VIII.,Bennog. 31 Wien. 
Koelbel Carl, Custosadjunct des k. k. naturhistor. 

Hofmuseums, IX., Wasagasse 28 Wien. 

König Dr. Heinrich, k. Gerichtsarzt, Mühlgasse Hermannstadt. 

Königswarter Moriz, Freiherr von Wien. 

Kohl Franz Fr., Assist, a. k. k. naturhist. Hofmus. Wien. 

Kolazy Jos., k. k. Min.-Beamter, VI., Kaunitzg. 6/b Wien. 

Kolbe Gar], k. k. Auscult., IV., Margarethenstr. 31 Wien. 

Kolombatoviö Georg, k.k.Prof.d. Ob.-Realschule Spalato. 

Körners Carl, Kastner, Ungv. Com., P. Csap . Salamon. 

Kopecky Josef, k. k. Gymnas. -Professor . . . Pisek. 

Korlewic Anton, Professor am croat. Ober-Gymn . Fiume. 

Kornhuber Dr. Andr. v., k. k. Prof. d. Technik Wien. 

Kotschy Dr. Eduard, Advocat, Gemeindeg. 6 . Fünfhaus. 

Ko w ar z Ferd., k. k. Telegraphenbeamter, Böhmen Frauzensbad. 

Kran kel Dr. Jos., k.k. Stabsarzt, III, Invalidenhaus Wien. 

KrafftDr.Guido,k.k.Prof.d.Techn.JIL,Seidelg.32 Wien. 

Krahulec Dr. Samuel, III., Hauptstr. 83 . . . Wien. 

K r a s a n Franz, k. k. Prof. II. Gymn., Kroisbachg. 12 Graz. 

Krasser Dr. Fridolin, VII., Neustiftg. 38 . . . Wien. 

Kraus-Elislago Rudolf v., Josefstädterstr. 21 Wien. 

Kreithner Eduard, Apotheker, Nussdorferstrasse Heiligenstadt. 
Krem er Hermann Ritter von Auenrode, Beamter 

am orientalischen Museum, I, Börsegasse 3 . Wien. 

Kriesch Johann, Prof. am Josefs-Poljtechnicura Buda-Pest. 

Kr ist Dr. Josef, Halbarthgasse 12 Graz. 

Kronfeld Dr. Moriz, IX., Schlickgasse 3. . . Wien. 

Krueg Julius, Doct. d. Med., b. Wien .... Döbling. 

Künstler Gust. A., Realitätenbes., Sobieskig. 25 Wien. 

Kulczynski Ladisl, Director a. St. Anna-Gymn. Krakau. 

Kunz Ed. , k. k. Min.-Beamt. , IX., Rossauerlände 19 Wien. 

Kurz Anton, Privatbeamter, III., Salesianerg. 8 Wien. 

Kurz Carl, k. k. Medik.-Direct., III., Rennweg 12 Wien. 

L a j e r Ferdinand, Prof. der Naturw. am Obergymn. Stuhlweissenbrg. 

Latzel Dr. Robert, k. k. Gym.-Prof., Hegelg. 3 Wien. 

Lazar Matthäus, k. k. Gymn.-Professor . . . Görz. 



Mitglieder im Inlande. 



Herr Leder Haos, Ungargasse 12 ....... Mödling. 

Leibiinger Gustav, IX., Aiserstrasse 8, Thür 7 Wien. 

„ Leitenberger Heinr., k. k. Realschul-Professor Trautenau. 

,. Leitgeb Ludwig, P., Capitular des Stiftes . . Göttweih. 

Lenhossek Dr. Josef v., Universitäts-Professor, 

Museumsring 33 Buda-Pest. 

„ Lenk Dr. Joh., Arzt d. öst.-ung. Lloyd, Via carinthia 5 Triest. 

„ Leonhardi Adolf Freih., Gutsbes. bei Wittingau Platz. 
„ Lewandowsky Dr. Rudolf, e. k. k. Oberarzt u. 

Prof. am Militär-Mädchen-Pensionat .... Hernais. 

„ Liechtenstein Joh., reg. Fürst von und zu . Wien. 
„ Liechtenstern Franz Frh., k. k. Hptm. a. D. 

HL, Hauptstrasse 137 Wien. 

„ Lihotzky Mor., Magist. -Beamt., Neuwaldeggerstr. Gersthof. 

Lipp ert Christ., Minist.-Rath i. k. k.Ackerb. -Min. Wien. 

„ Low Franz, Dr. d. Med., IV., Hauptstr. 47, II. . Wien. 

„ Low Paul, IV., Hauptstr. 47 Wien. 

Loitlesberger Carl, prof., Cand., L, Roseng. 8 Wien. 
r Lorenz Dr. Lud. v. Liburnau, Assistent d. k. k. 

naturhistor. Hofmuseums, III., Beatrixgasse 25 Wien. 

„ Lostor fer Adolf, Dr. med., I., Spiegeig. 4 . . Wien. 

Ludwig Dr. Ernst, Professor a. d. Universität . Wien. 

Ludwig Josef, Bürgerschullehrer, VIII., Zeltg. 7 Wien. 

Lütkemüller Dr. Joh., Primär., IV. ,Favoritenstr. Wien. 

Lukatsy P. Thomas, Hochw., Franc. -Ord.-Pr. . Eisenstadt. 

Lutz Josef, k. k. Beamter, IV., Schleifmühlg. 1 Wien. 

Maggi August, k. k. Oberlieutenant .... Fünfkirchen. 

Majer Mauritius, Hochw., C.-O.-Capit St. Gotthard. 

Maly Franz, k. k. Hof- Garten -Director . . . Wien. 

„ Mandl Dr. Ferdinand, IL, Asperngasse 1 . . . Wien. 

Mann Jos., a. k. k. zool. Hofcab., IIL, am Canal 17 Wien. 

Marchesetti Dr. Carl v., Dir. d. städt. Museums Triest. 

Marc nz eller Dr. Emil v., Custos des k. k. natur- 
histor. Hofmuseums, VIII., Tulpengasse 5 . . Wien. 

yinr^o Dr. Theodor, Prof. d. Zoologie a. d. Univ. Buda-Pest. 

Martinovi^ Peter, Gymn.-Prof Cattaro. 

Masch (;k Adalbert, fstl. Rohan. Gartendirector, 

bfii I.icboriau Sichrow. 

MaHHojiUKt Hugo Triest. 

Matz Maximilian, Hocliw., Pfarrer, N.-Oestcrr. . Stammersdorf. 

ManpaH Pctor DoimuK, Erzbischof, Excellenz . Zara. 

M a y r h f <• r (/'arl, k. k. Hof-Opcrns., 1., Opornring7 Wien. 

.Miiyr Dr. («ustav, l'rof<;8Hor, HL, Hau|)tHir. 75 . Wien. 

•M'-nghin Aloiw, Ht.idt. Volksschullehrer . . . Meran. 



Mitglieder im Inland e. 



XXXI 



P. T. Herr Metzger Ant., Sparc.-Beamt., III., Gensaug. 9/11 Wien. 

„ „ Mich Dr. Josef, Dir. d. k. k. Lehrerbildungsanst. Troppau. 

„ „ Miebes Einest, Hochw., Rector am Piar.-Colleg. Prag. 

„ „ Mihailovic Vict, Hochw., Professor am k. Gymn. Zengg. 

„ „ Mik Jos., Prof.a.akad.Gymn., Marokkanerg.3,II.50 Wien. 

„ „ MikoschDr.Carl,Real.-Prof.,IX.,Währingerstr.74 Wien. 

„ „ Miller Ludwig, III., Hauptstr., Sünnhof . . . Wien. 

„ „ Mi ti s Heinr. Ritt. v.,k.k.Mil.-Offic., Poststrasse 94 Penzing. 

„ „ Möller Dr. M.Jos., Professor an der Universität Innsbruck. 

„ Moj si so vics Dr. August V. Moj svar, k. k. Prof. 

d. Zool. a. d. techn. Hochschule, Sparbersbachg. 25 Graz. 

„ „ Molisch Dr. Hans, Docent und Assistent an der 

Universität, IX., Mariannengasse 12 ... . Wien. 

„ „ Moser Dr. Carl, k. k. Professor d. Staats-Gymn. Triest. 

„ „ Müller Dr. Arnold Julius, prakt. Arzt .... Bregenz. 

„ „ Müller Florian, Hochw., Pfarrer, b. Marchegg . Groissenbrunn. 

„ „ Müller Hugo M., Grünangergasse 1 Wien. 

„ „ Müller Jos., Zuckerfabr.-Insp., Sraichov,Inselg.434 Prag. 

,, „ Müllner Michael F., Neugasse 39 Rudolfsheim. 

„ „ Natterer Ludwig, II., kleine Stadtgutgasse 3 . Wien. 

„ „ Nemethy L.V., Hochw., Caplan, IV., Schwurplatz 2 Buda-Pest. 

„ „ Netuschill Frz., k. k. Hauptm., mil.-geogr. Inst. Wien. 

„ „ Neu fellner Carl, k. k. Res.-Lieut., V., Rüdigerg. 6 Wien. 

„ „ Neugebauer Leo, Prof. d. k. k. Marine-Realsch. Pola. 

„ „ Neumayr Dr. Melch., Univ.-Prof. d. Paläontologie Wien. 

„ „ Nevinny Dr. Josef, Assist, d. Pharmacognosie u. 

Pharmacologie a. d. Universität Wien. 

„ „ Nickerl Ottokar, Dr. d. Med., Wenzelsplatz 16 Prag. 

„ „ Nonfried Anton, städt. Rentmeister, Böhmen . Rakonitz. 

„ „ Nosek Ant., Stud. phil.. Schneckeng. 15, neu I Prag. 

„ r, Novak Giam Battista, Volksschullehrer, auf Lesina Brusje. 

„ „ Novotny Dr.Steph.,Herrschafts-Arzt,Neutr.Com. Komjath. 

„ „ Nowicki Dr. Max., Prof. d. Zool. a. d. Universität Krakau. 

„ „ Nycklicek Expeditus, P., Gymn.-Prof., Böhmen Freiheit. 

„ „ Ob erleitner Frz., Pfarrer, Ob.-Oe., bei Gmunden Ort. 

„ „ Ofenheimer Anton Nasice. 

„ „ OstermeyerDr.Frz.,Hof-u.Ger.-Adv.,Bräunerstr.ll Wien. 

« „ Otto Anton, VIII., Schlösselgasse 2 . . . . Wien. 

„ „ P ach er David, Hochw., Dechant, Kärnten . . Obervellach. 

„ „ Palacky Dr. Johann, Prof. a. d. Universität . Prag. 

„ „ Palm Josef, Dir. am Gymnas., Ob.-Oe., Innkreis Ried. 

„ „ PantoczekDr.Jos.,P. Gr.-Tapolcsan,Neutr.Com. Tawornak. 

„ „ Paszitzky Eduard, Dr. d. Med., Stadtarzt . . Fünfkirchen. 

„ „ Paszlavszky Jos., Real-Prof., II. Bez., Hauptg.4 Budapest, 



XXXII 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Paul in Alfons, Professor a, k. k. Obergymn, . Laibach. 

r ^ Pechlaner Ernst, Cand. prof., IV., Walterg. 7 Wien. 
„ „ Pelikan V. Plauenwald Anton Freiherrvon,k.k. 

Vice-Präs. u. Fiu.-Land.-Dir. i. P., Seilerstätte 12 Wien. 

„ „ Pelzein Aug. v., Cust. d. k. k. naturhist. Hofm. Wien. 

350 „ „ Pesta Aug., k. k. Finanz-Minist.- Vice-Secretär Wien. 
„ „ Petkovsek Johann, Bürgerschul -Lehrer, IL, 

Darwing, 14 Wien. 

„ „ Petter Dr. Alexander, Custos d. städt. Museums Salzburg. 

„ „ P ey ritsch Dr. Joh., Prof. d. Botanik a. d. Univ. Innsbruck. 

^ „ Pfeiffer Anselm, Hochw., Prof. am Gymnasium Kremsmünster. 

„ „ Pfurtscheller Paul, Dr. phil., III., Pragerstr. 10 Wien. 

^ „ Pichler Johann, Realschul-Professor, Mähren . Prossnitz. 

„ „ Pickl Josef. Oberwardein im k. k. Pnnzirungsamte Wien. 
„ „ Pierer Dr. F. S. J., Schiffsarzt d. österr.-ungar. 

Lloyd, Pozzo del mare 1 Triest. 

r „ Pipitz Dr. F. E., Humboldtshof, Goethestrasse 7 Graz. 

360 V >. Platz Josef Graf, k. k. Statthalterei-Beamter . Brünn. 

,. „ Pocta Philipp, Assistent am naturh. Museum . Prag. 

„ „ Pokorny Emanuel, IV., Louisengasse 8 . . . Wien. 

„ Polak Dr. J. E., I., Bibergasse 1 Wien. 

„ „ Prandtstetter Franz v., Apotheker, N.-Oe. . Pöchlarn. 
„ „ Pr ei ssra an n Ernest, k.k.Aich-Ober-Iusp., Burg- 
ring 16 Graz. 

„ „ Pregl Friedrich, Stad. med., Muchargasse 23 . Graz. 
„ „ Preyer L., k.k. Kechnungseleve, III., Gärtnerg. 32 Wien. 
„ „ Prinz 1 August, Oekononiiebesitzer, N.-Oe. . . Ottenschlag. 
„ Pfihoda Mor., k. k. Mil.-Beamt. i. P., Hörig. 15 Wien. 
370 „ „ ProchaskaLeop.,grfl.Zichy.Schlossgärtn., N.-Oe. Hainburg a. I). 
„ „ Raimann Rudolf, Stud. phil., Frankgasse 10 . Währing. 
„ „ Rakovac Dr. Ladislav, Secretär d. k. Landes-Reg. Agram. 
„ „ Rassmann Moriz, Praktikant im k.k. Handels- 
ministerium, Herrengasse 4 Währing. 

„ „ Rathay Emerich, Prof. d. ön.-pom. Lehranst. . Klosterneuburg. 

Ii au scher Dr. Robert, p. k. k. Finanzrath . . Linz. 

Röbel Hans, Dr. jur., I., Helferstorferstrasse 9. Wien. 

r r Rf.'cliinger Carl, Stud. ])hil., I., Friedrichsstr. 6 Wien. 

Rodtenbaclier Josef, VI., Kaserngasse 9/II 18 Wien. 

Reiser Othmar, L, Petersplatz 10 Wien. 

ReiHB Franz, prakt. Arzt Kiorling. 

Reitter Edmund, Naturalist, Ungargasse 12 . MÖdling. 

RcHsmann F., Dr. juris, Kärnten Malborgeth. 

RcuHH Dr. Aug. Lcop. Ritt, v., L, Wallfischg. 4 Wien, 

i'tctitli I'. Emerich L., Hochw., Eisenburg. Com. Nemet-Ujvär. 



Mitglieder im Inlande. 



XXXIII 



Herr Richter Carl, Dr. phil., II., Taborstrasse 17 . Wien. 

„ Richter Ludw. (Adr. L. Thiering), Mar. Valerieg.l Bnda-Pest 

„ R immer Dr. Franz, Seminarlehrer St. Pölten. 

„ Rinnböck Josef, Privat, Hauptstrasse 14 . . . Simmering. 

„ Rippel Johann Conrad, Assist, a. d. techn. Hoch- 
schule, IV., Hechteng, 9 "Wien. 

„ Robert Franz v., L, Zedlitzgasse 4 Wien. 

„ Robic Sim., Hchw.^ Administr., Krain, P. Zirklach ülrichsberg. 

„ Rock Dr. Wilhelm, IL, Rembrandtstrasse 14 . Wien. 

„ Rodler Dr. Alfred, Assist, a. geol. Inst. d. üniv. Wien. 

„ Rösler Dr. L., Professor der k. k. chemisch-physi- 
kalischen Versuchsstation Klosterneuburg. 

„ Rogenbofer Alois Friedrich, Custos des k. k. 

naturh. Hofmuseums, VHI., Josefstädterstr. 19 Wien. 

„ Rollet Emil, Dr. d. Med., Primarius, L,Giselastr. 2 Wien. 

„ Ronniger Ferd., Buchhändler, Rothethurmstr. 17 Wien. 

„ Rosoll Dr. Alexander, IL, Halmgasse 1 . . . Wien. 

„ Rossi Ludwig, k, k. Landwehr-Ober-Lieutenant Karlstadt. 

„ RossmanitDr. Theod. Ritt, v., k. k. Gen.-Secr. d. 

Börsekammer, L, Börseplatz 3 Wien. 

„ Rothschild Albert, Freiherr v Wien. 

„ RupertsbergerMth.,Hw.,Pf.,P.Micheld.,N.-Oe, Nied.-Ranna. 

„ Sabransky Heinrich, IX., Lazarethgasse 29 . . Wien. 

„ Sajö Carl, Gymnasial-Professor, b. Gödöllö . . Veresegy-häza. 

„ Sandany F. J., k. k. Pol.-Obercom., I., Seilerst. 10 Wien. 

„ Saxinger Eduard, k. Rath Linz. 

„ Schafer Joh., Hochw., Pfarrer, b. Zirkniz, Krain Grab ovo. 

„ S Cham an ek Josef, Bürgerschullehrer, IV., Star- 
hemberggasse 8 Wien. 

„ Schaub Robert Ritt, v., L, Fleischmarkt 6 . . Wien, 

„ Scheffler Carl, Sparcasse-Ob. -Beamter , . . Wien. 

„ Scherfei Aurel, Apotheker, Post Szepes M. , . Pelka. 

„ Scherks Ernst, Apotheker Znaim. 

„ Schernhammer Jos., Privatbeamter, Märzstr. 32 Neufüufhaus. 

„ Scheuch Ed., Beamter der österr.-ung. Bank . Wien. 

„ Schiedermayr Dr. Carl, k. k. Statth.-Rath . Linz. 

„ Schieferer Michael, Koerblergasse 44a .. . Graz. 

„ Schiffner Rudolf, Gutsbes., IL, Czerniuplatz 7 . Wien, 

„ Schleicher Wilhelm, Oekonomiebes., N.-Oe. . Gresten. 

„ Schlereth Max Freih. v., ak. Maler, Kircheng. 39 Hernais. 

„ Schletterer August, Professor, II., Glockeng. . V/ien. 

Frau Schloss Nathalie, IX., Peregringasse 1/3 . . . Wien. 

Herr Schlotter G., k. k. Hauptm. i. 4. Mob.-Bat., Dalm. Zara. 

„ Schmerling Anton Ritter v., geh. Rath, Excel!. Wien. 

B. Ges. B. XXXVII. e 



XXXIV 



Mitglieder im Inland 



P. T. Herr Scholtys Alois, Präparator d. botan. Abtheil. d. 

k. k. naturbistor. Hofmuseums Wien, 

„ „ Scholz Eduard, Cand. phil., IV., Starhembergg. Wien. 

„ „ Schräm Jos., Gymn.-Prof., VI., Stumperg. 14 . Wien. 

„ „ Schreiber Dr. Egyd, Director d. Staats-Realsch. Görz. 

„ „ Schreiber Mathias, Lehrer Krems a. D. 

„ „ Schuler Karl, Fabrikant, Mähren Weisskirchen. 

430 „ „ Schulzer V. Müggenburg Stef., p. k. k. Hptm. Vinkovce. 

„ „ Schuster Adrian, Prof. a. d. n. ö. Handelsschule Krems a. D. 

„ „ Schuster Carl, Naturalist, VI., Gumpendorfstr. 62 Wien. 

„ SchwaighoferAnt.,Doct.d. Phil.,III.,Hetzg. 25 Wien. 

„ „ Schwarz Gust. E. V. Mohrenstern, Praterstr. 23 Wien. 

„ „ Schwarz-Senborn Wilh. Freih. v., Excellenz Wien. 

„ „ Schwarzel Felix, Oek,, b. Böhm.-Deutschbrod . Bastin. 

„ „ Schwarzenberg Fürst Joh. Adolf, Durchlaucht Wien. 

„ „ Schwöder Adolf, Bürgerschuldirector, Mähren . Müglitz. 

„ „ Sebisanovic Georg, Dir. d. k. Oberrealschule , Semlin. 

440 n r Sennholz Gustav, Stadtgärtner, III., Heumarkt 2 Wien. 



„ „ Senoner Adolf, III., Marxergasse 14 ... . Wien. 
„ „ Siebeck Alexander, fiirstl. KhevenhüUer'scher 

Forstmeister, N.-Oe Riegersburg. 

„ „ Siegel Moriz, Civil-Ingen., V., Hundsthurmstr. 68 Wien. 

„ „ Siegmund Wilhelm j., Böhmen Reichenberg. 

„ „ Sigl Udiskalk, P,, Hochw., Gymnas.-Director . Seitenstetten. 

„ „ Simonkaj Dr. Ludwig, Professor am Lyceum . Arad. 
„ „ S i m n y Dr. Oscar, a. Professor der Hochschule für 

Bodencultur Wien. 

„ „ Spaeth Franz,Magistratsbeamt.,L, Kohlmesserg. 3 Wien. 

„ „ Stäche Dr. G., k. k. Ob.-Bergr. d. geol. Reichsanst. Wien. 
450 „ „ Stadler Wilhelm, Ober-Beamter d. „Janus", L, 

Opernring 3 Wien. 

„ n Stiinzl Vincenz, k. k. Bez. -Schulinspcctor, Mähren Zlabings. 
„ „ Stapf Dr. Otto, Assistent der Lehrkanzel für 



Botanik a. d. Univers., IV., Kettenbrückeng. 14 Wien. 

„ „ Stauf er Vinc, Hochw., Bibliothekar im Stifte Melk. 

„ „ Stein bühler August, Marine-Comm.-Adjunct . Pola. 
n r, Steindacliner Dr. Fr., Director d. zool. Abtli. 

<1. k. k. naturliibtor. Hofmuseums Wien. 

„ „ Steiner Dr. Julius, Prof. am Staats-Gymnas. . Klagenfurt. 

n „ Stell wag Dr. Carl V. Carion, k. k. Univ -Prof. Wien. 

n „ Stenzl Anton, Dr. Med., IX., Nus.sdorferstr. 25 Wien. 

m n Sternbach Otto Freiherr v., k. k. Oberst i. P. Bludenz. 

4C0 „ „ Stieglitz Franz, Hochw., Dechant, Innkreis . Eberschwang. 

„ „ S tockmay er Siegfried ö., Med., Goldschmidtg. 1 Währing. 



Mitglieder im Inlande. 



XXXV 



P. T. Herr Stohl Dr. Lukas, fürstlich Schwarzenberg'scher 

Leibarzt i. P., III., Reisnerstrasse 3 . . . • Wien. 

„ „ Stränsky P. Franz, Hochw., Post Polna, Böhmen Schlapenz. 

„ „ Strauss Josef, städt. Marktcommiss., Waagg. 1 Wien. 

„ „ Strobl Gabriel, P., Hochw., Gyranasial-Professor Admont. 

„ Ströbitzer Martin, Hochw., Pfarrer, N.-Oe. . . Kautzen 
„ „ Strohl Ottokar Ritter v. Strohlendorf, IV., 

Hauptstrasse 2 Wien. 

„ „ Studnizka Carl, k.k. Art.-Hptm. im Zeugs-Dep. Przemysl. 
„ „ Stummer Josef Ritter v., Präsid. der priv. Kaiser 

Ferdinand-Nordbahn Wien. 

470 „ „ Stnr Dionys, Director d, k. k. geol. Reichsanstalt Wien. 

„ Sturany Rudolf, VIL, Zieglergasse 3 . . . . Wien. 
„ „ Stussiner Josef, k. k. Postofficial, Wienerstr. 15. Laibach. 
„ „ S van da Stefan, Punzg.-Beamt., Gumpendstr. 63 Wien. 
„ „ SzyszyJowiczDr. Ign. Ritter v., VIL, Sieben- 
sterngasse 16 a Wien. 

„ „ Teiber Heinrich, Privat-Beamter, Hauptst. 25 . Währing. 

„ „ Tempsky Friedrich, Buchhändler Prag. 

„ T euch mann Fr., VIL, Burgg., Hotel Höller . Wien. 

„ Then Franz, Prof. a. d. k. k. Theres. Akademie . Wien. 
„ Thümen Felix, Freiherr von, k. k. Adjunct der 

forstlichen Versuchs- Station Görz. 

480 „ ^ Tief Wilhelm, Gymnasial-Professor Villach. 

Tobisch J. 0., Dr., Secundararzt Klagenfurt. 

Tomasini Otto, R.V., k.k. Oberl.i.Kais.-Jäg.-Reg. Mostar. 

Tomasser Ubald, Chorherr, Steiermark . . . Vorau. 

„ Tomek Dr. Josef, fürstl. Leibarzt, b.Frohnsburg Riegersburg. 

„ Topitz Anton, Schulleiter, P. Unterhaid, Böhmen Kodetschlag. 

„ Traxl er Rudolf, Böhmen Josefstadt. 

„ „ Treuinfel s Leo, Hchw., Abt. b. Marienberg, Tirol Mals. 

„ „ Tromba Johann, Apotheker Rovigno. 

„ Troyer Dr. Alois, Advocat, Stadt Steyr. 

490 „ „ Tscherniki Carl, k. k. Hofgärtner Innsbruck. 

„ „ Tschörch Franz, k. k. militär.-techn. Official . Wien. 

„ „ Tschusi Vict. R. zu Schmidhoffen, b. Hallein Tännenhof. 

„ „ Uhl Dr. Eduard, VL, Mariahilferstr. Ib . . . Wien. 

„ „ Urban Em., e. k. k. Prof., Beckergasse 23 . . Troppau. 

„ „ Valenta Dr. A., k. k. Reg.-Rath u. Spitalsdirector Laibach. 

„ „ Valle Anton, Adjunct am städt. Museum . . . Triest. 

^ „ Vielguth Dr. Ferdinand, Apotheker, Ob.-Oestr. Wels. 

„ „ Viertl Adalb., k. k. Hauptm. i. P., Franziskg. 18 Fünfkirchen. 

„ „ Vodopic Mathias, Bischof, Eminenz, Dalmatien Ragusa. 

500 „ „ Vogel Franz A., k. k. Hofgärtner Laxenburg. 

e* 



XXXVI 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Vogl Dr. August, k. k. Universitäts -Professor, 

IX., Ferstelgasse 1 Wien. 

„ „ Vojtek Rieh., Apotheker, VI., Eszterhazyg. 18 B Wien. 
„ „ Voss Wilhelm, k. k. Professor an der Staats- Ober- 
Realschule Laibach. 

„ „ Wachtl Friedr., k. k. Oberförster, I., Hegelg. 19 . Wien. 
„ „ Waginger Carl Dr., VII., Neubaugasse 30 . . Wien. 
„ „ Wagner Bernard, P., Hochw., Professor am Ober- 
Gymnasium Seitenstetten. 

„ „ WagnerDr. F. Ritter V.K rem sthal,Heinrichstr. Graz. 

„ „ Wajgel Leop., Prof. am k. k. Ober-Gymnasium Kolomea. 

„ „ Wallner Dr. Ignaz, k. Professor Oedenburg. 

510 „ „ Walter Julian, Hochw., P.-O.-P., Gymn.-Prof., 

I., Herrengasse 1 Prag. 

„ Walz Dr. Rudolf, IV., Carolineng. 19 ... . Wien. 

„ „ Weiglsperger Fr., Hchw., Pfarr., P. Atzenbruck Michelhausen. 

„ „ Weinzettel Valent., Assist, am naturhist. Mus. Prag. 
„ „ Weinzierl Dr. Theodor Ritter v., Vorstand der 

Samen-Control- Versuchsstation, I, Herreng. 13 Wien. 
„ „ We i s b a c h Dr. August, k. k. Stabsarzt, Garnisons- 
spital Nr. 1 Wien. 

„ „ Weiser Franz, k. k. Landesgerichtsrath, IV., 

Hauptstr. 49 Wien. 

p Weiss Dr. Adolf, Regier.-Rath, k. k. Univ.-Prof. Prag. 

Werner Franz, Stud. phil., VI., Mariahilferstr. 110 Wien. 
„ „ Wettstein Dr. Richard Ritt. v. Westersheim, 
Doceut und Assistent an der Universität, L, 

Helferstorfergasse 13 Wien. 

520 „ „ Wiemann August, Gärtner, III., Rennweg 14 . Wien. 
„ „ Wierer Lud. v. Wierersber g, Bezirksgerichts- 

Adjunct, Niederösterreich Allentsteig. 

n Wicrzejski Dr. Ant., Prof. a. d. Univ Krakau. 

Wiesbaur Joli., Hchw., S. J., Prof. a. Seminar Böh. -Maria chein. 

Wiesner Dr. Jul., k. k. Univ.-Professor d. Bot. Wien. 

» ilczek Hans Graf, p]xcellenz, geh. Rath . . Wien. 
n „ Wilhelm Dr. Carl, Privat-Docent an der Hoch- 

Hchul« für Bo(i(Micultur, VIII., Skodagasse 17 Wien. 

Witiaczil Dr. Eriianuel, Iii., Sofienbrückeng. 3 Wien. 

r Wittiii^r Eduard, VII., Zieglerg. 27 Wien. 

Wolf Franz, Nied.-Oest Waldegg. 

530 Wolf Dr. Sigmund, Advocat Brünn. 

WoloKzczak Dr. KuHtach, I)o(;(!iit a. d. Technik Lemberg. 

Wurth Kmanup) v., III., IlaupiHtrasHe 75 . . . Wien. 

Wyploi Martin, GymnaHial-Lehror Waidhofen a.d.T. 



Mitglieder im Inlande. 



XXXVII 



P. T. Herr Zab^o Alfons Graf, IX., Berggasse 9 . . . . Wien. 

„ Zahlbruckner Dr. Alex., VII., Neustiftg. 13 . Wien. 

„ „ Zapalowicz Dr. Hugo, k. k. Hauptmann, Garni- 
sonsgericht Innsbruck. 

„ „ Zareczny Dr. Stan., Prof. am III. Gymn. . . Krakau. 

„ „ Zivotsky Josef, ev. Katechet IV., Igelgasse 11 Wien, 

„ „ Zo der Franz, Lehrer am Pädagogium, III., Marok- 
kanergasse 25 Wien. 

„ Frau Zugmayer Anna, Nied.-Oest Waldegg. 

- Herr Zukal H., Uebungslehrer der k. k. Lehrerinnen- 
Bildungsanstalt, VUL, Strozzigasse 8 . . . Wien. 

„ „ Zwiflhofer Frz., Buchhalter d. böhm. Sparcasse Prag. 



Irrthümer im Verzeichniss und Adressänderungen wollen dem Secretariate 
zur Berücksichtigung bekannt gegeben werden. 



xxxvin 



Ausgeschiedene Mitglieder. 



Ausgeschiedene Mitglieder. 



1. Durch den Tod: 



P. T. Herr Baird Spencer. 

„ ^ Bonvouloir Comte H. 

j, „ Cartier Robert. 

„ Conrad Sigmund. 

„ „ Dautwitz Friedrich. 

„ „ Eichler Dr. A. W. 

„ „ Ell iot Walter. 

„ „ Gemminger Dr. Max. 

„ „ Haller Dr. Carl. 

„ „ Haast Dr. Julius. 

„ Kirchenpauer D. G. 

„ „ Lauger Dr. Carl. 

„ Lea Isaak. 

„ „ Leib old Dr. Friedrich. 



P. T. Herr Lichtenstein Julius. 

„ „ Loscosy Bernat. 

„ „ Marschall August Graf. 

„ „ Pokorny Dr. Alois. 

„ „ Pospischill Johann. 

„ „ Ravenel H. W. 

„ „ Reinisch Oscar. 

„ „ Reisinger Alexander. 

„ „ Saga Dr. Carl. 

„ „ Schauer Ernst. 

„ „ Schroff Dr. D. Carl 

„ „ Studer D. Bernhard. 

„ „ Vi eh aus Claudius. 

„ „ Wawra Dr. Heinrich v. 



2. Durch Austritt: 



P. T. Herr Czermak Johann. 

„ „ Ehrenberg Hermann. 

„ „ Gerlach Benjamin. 

„ „ Graf Ferdinand. 

„ „ Hanf Blasius. 

y, „ Heeg Moriz. 

j, „ Helm Dr. Vincenz. 

„ „ Hibsch E. Josef. 

„ „ Kessler Philipp. 

„ „ Kowacs Dr. Friedrich. 

„ Loithner Dr. Franz. 

„ „ Lindpointner Anton. 

^ „ Madarasz Dr. Julius, 
llatli Paul. 



P. T.Herr Römer Julius. 
„ „ Scherks Alexander. 
„ „ Schmölz Leopold. 
„ Scholz Ferdinand. 

„ „ Simony Dr. Friedrich. 
„ „ Türk Rudolf. 
„ „ Weis sf log Eugen. 
Erziehungsanstalt der englischen Fräu- 
lein in Burghausen (Baiern). 
K. k. deutsches Gymnasium der Alt- 
stadt in Prag. 
K. k. deutsche Lehrerbildungsanstalt 
in Prag. 



'.}. \\c^('A\ Zurü('.kw(;iHun^^ der Einhebung des Jahresbeitrages 
durcli Postnachnahme: 
F. T. Herr H«-gf5r liadolf. 

„ Hutt<!n-KliiigerjKteinM. 
I-<»w ])r. Franz. 



P. 'I'. Herr Papi-Balogh Peter v. 
„ „ Stampfer Berthold. 
„ „ Stöger Franz. 
,, ,, Storch Dr. Franz. 



Lehranstalten und Bibliotheken. 



Lehranstalten und Bibliotheken, 

welche die Gesellschaftsschriften beziehen. 



Gegen Jahresbeitrag*. 

Berlin: Königl. Bibliothek. 

Bozen: K. k. Staats-Gymnasium. 

Brixen: Fürstb. Gymnasium Vincentinum. 

Brünn: K. k, 1. deutsches Ober-Gymnasium. (Ncbn.) 

Dornhirn (Vorarlberg): Communal-Ünter-Realschule. 

Görz: Landesmuseum. 

„ K. k. Ober-Realschule. 

„ K. k, Ober-Gymnasium. (Q.) 
Graz: K. k. 1. Staats- Gymnasium. 
10 „ K. k. IJniversitäts-Bibliothek. 
Güns: K. kath. Gymnasium. (P. f.) 
KaTksburg: Convict der P. P. Jesuiten. 
Klagenfurt: K. k. Ober- Gymnasium. 

Klausenhurg: Landwirthschaftliche Lehranstalt (Monostor). 
Königgrätz (Böhmen): K. k. Staats- Gymnasium. (P. f.) 
Laibach: K. k. Lehrerbildungsanstalt. 

„ k. k. Staats- Ober-Realschule. 
Leohen: Landes- Mittelschule. 
Linz: Oeffentl. Bibliothek. 
20 „ Bischöfliches Knaben-Seminar am Freinberge. 
Marhurg: K. k. Gymnasium. 

Mariaschein bei Teplitz: Bischöfliches Knaben-Seminar. 

Martinsberg bei Raab: Bibliothek d. e. Benedictiner-Erzstiftes. (Nohn.) 

Oher-Hollabrunn: Landes- Realgymnasium. 

Oedenburg : K. kath. Ober-Gymnasium. 

Olmütz: K. k. Studien-Bibliothek. 

„ K. k. Ober-Realschule. 
Pilsen: K. k. deutsche Staats-Realschule. 
Prag: K. k. deutsches Neustädter Gymnasium, Graben 20. 
30 „ K. k. deutsches Ober-Gymnasium der Kleinseite. (Nchn.) 
„ Gesellschaft für Physiokratie in Böhmen, Wenzelsplatz 16. 
Przibram: K. k. Lehrerbildungsanstalt. 
Beichenberg (Böhmen): K. k. Ober-Realgymnasium. 
Eied (Ob.-Oesterr.) : K. k. Staats- Ob er- Gymnasium. 
Boveredo: Museo Civico. (P.) 



XL 



Lehranstalten and Bibliotheken. 



Salzburg: K. k. Gymnasium. 

y, K. k. Ober-Realschule. 
ScMssburg: Evang. Gymnasium. 
Stoclcerau: Landes-Realgymnasium. 
40 Tabor: Höhere landwirthsch.-industrielle Landes-Anstalt. (P. f.) 
Temesvar: K. Ober-Gymnasium. 
Teschen: K. k. Staats-Realschule. 
Troppau: Landes-Museum. (Nchn.) 

„ K. k. Staats-Gymnasium. (Buchh. GoUmann.) 

„ K. k. Ober-Realschule. 
Ungarisch- Hradisch: K, k. deutsches Staats-Real-Obergymnasium. 
Villach: K. k. Real-Obergymnasium. 

Wien: K. k. Akademisches Gymnasium, L, Christinengasse 1. 

„ Oesterr. Apotheker -Verein. 
50 „ Bibliothek der k. k. techn. Hochschule. 

„ Kaiser Franz Josefs-Gymnasium der innern Stadt, Hegelgasse. 

„ Leopoldstädter k. k. Staats- Ober-Realschule, IL, Vereinsgasse 

„ K. k. Staats-Gymnasium, IL, Taborstrasse 24. 

„ Botan. Museum der k. k. Universität, UL, Rennweg 14. 

„ Staats-Unter-Realschule, V., Rampersdorferg. 20. 

„ Zool.-bot. Bibl. d. k. k. techn. Hochschule. 
Wiener- Neustadt : Niederösterreichisches Landes-Lehrer- Seminar. 



Unentgeltlich. 

Czernowitz: K. k. Universitäts-Bibliothek. 
Prag: Akademischer Leseverein. 

„ Lese- und Redehalle der deutschen Studenten. 
Waidhofen a. d. Thaya: Landes-Realgymnasium. 
Wien: K. k. Hof bibliothek. 

„ Conimunal-Gymnasium Gumpendorf. 

n 7) V Leopoldstadt. 

„ Ober-Realschule Gumpendorf, VL, March etti gas se. 

n Schottenbastei 7. 

> y, n r, Wieden. 

„ k. k. Universitäts-Bibliotliek. 
VAi - I/iriflfsauBHchuss-Bibliothek. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XLI 



Wissenschaftliche Anstalten und Vereine, 

mit welchen Schriftentausch stattfindet. 



Oesterreich -Ungarn. 

Agram: Societas Historica Naturalis Croatica „Glasnik". 
Bregenz: Landes-Museoms -Verein. 
Brünn: Naturforschender Verein. 

„ Mährisch-schles. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues. 
Buda-Pest: K. ungar, Akademie der Wissenschaften. 
„ „ „ geologische Anstalt. 

„ » » geologische Gesellschaft. 

„ Ungar, naturwissenschaftlicher Verein. 
„ Eedaction der naturhistorischen Hefte des Nat.-Museums. 
10 CzernowiU : Verein für Landescultur im Herzogthum Bukowina. 
Ch'az: Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark. 

„ K. k. steiermärkischer Gartenbau -Verein. 
Hermannstadt: Siebenbürgischer Verein für Naturwissenschaften. 

„ Verein für siebenbürgische Landeskunde. 

Innsbruck: Naturwissenschaftlich-medicinischer Verein. 

„ Ferdinandeum. 
Klagenfurt: Naturhistorisches Landes-Museum. 

„ K. k. Gesellschaft z. Beförderung d. Ackerb. und d. Industrie in Kärnten. 

Leipa, Böhm.-: Nordböhmischer Excursions-Club. 
20 Linz: Museum Francisco-Carolinum. 
^ Verein für Naturkunde. 
Poprad: Ungarischer Karpathen -Verein. 
Prag: K. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Naturhistorischer Verein „Lotos". 
Reichenherg: Verein der Naturfreunde. 
Salzburg: Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 

„ Deutscher und österreichischer Alpenverein. 
Trentschin: Naturwissenschaftlicher Verein des Trentschiner Comitats. 
Triest: Museo civico di storia naturale. 
30 „ Societa adriatica di scienze naturali. 
„ Societa d'orticultura del Littorale. 
Wien: Kais. Akademie der Wissenschaften. 

„ Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 
„ Naturwissenschaftlicher Verein an der Universität. 
„ K. k. Gartenbau-Gesellschaft. 
„ K. k. geographische Gesellschaft. 
„ K. k. geologische Reichsanstalt. 
„ K. k. Gesellschaft der Aerzte. 

Z. B. Ges. ß. XXXVII. f 



XLII 



Wisseuscliaftliche Auotalten. 



Wien: Oest. Reichs- Forstverein. 

-10 ^ Redaction der österr, bot. Zeitschrift. 

„ Verein für Landeskunde von Niederösterreich. 

„ Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. 

Deutschland. 

JJtenhurg: Naturforscheude Gesellschaft des Osterlandes. 

Annaherg-Buchhoh: Verein für Naturkunde. 

Arnstadt: Deutsche botanische Monatsschrift (G. Le Imbach). 

Augsburg: Naturhistorischer Verein. 

Bamberg: Naturforsehender Verein. 

Berlin: Königl. preussische Akademie der Wissenschaften. 
„ Botanischer Verein für die Provinz Brandenburg. 
50 „ Berliner entomologischer Verein (B. Hache). 
j, Deutsche eutomologische Gesellschaft. 
, Jahrbücher des k. botan. Gartens und Museums. 

„ Redaction des Archives f. Naturgeschichte. (Nicolai 'sehe Buchhandlung.) 

„ Redaction der Entomologischen Nachrichten (Friedländer). 

„ Verein zur Beförderung des Gartenbaues in den k. preuss. Staaten. 
Bonn: Naturliistoridcher Verein d. preuss. Rheiiilande und Westphalens. 
Braunschweig : Redaction d. Naturwissenschaftl. Rundschau (Vi e weg & Sohn). 

„ Verein für Naturwissenschaft. 

Bremen: Naturwissenschaftlicher Verein. 
60 Breslau: Verein für schlesische Insectenkunde. 

y, Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. 
Cassel: Verein für Naturkunde. 
Cliemnitz: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Colmar i. Elsass: Societd d'histoire naturelle. 
Danzig: Naturforschende Gesellschaft. 
Darmstadt: Verein für Erdkunde. 

fJouau-Eschingcn: Verein für Geschiclite und Naturgeschichte. 
Dresden: Gesellschaft Isis. 

„ Gesellscliaft für Natur- und Heilkunde, 
I Durkli^im: rolliciiia (Naturw. Verein d. bairischen Pfalz). 
Elberfeld: Naturwis >enschuftlicher Verein von Elb<;rfeld und Barmen. 
Emden: Nuturforschende Gesellscliaft. 
Erlangen: Bi<»logiHch«-'H Centralblatt. 

„ PhysikallMch-mediciiiisclie Societät. 
Frankfurt a. M.: Seiikoiiber^'ische naturforsciiende GeHcllscliaft. 

Redaction des Zoologischen Gartcnn. 
Sücictatum Litterae (Dr. EriiHt Hui). 
J ,n.J./u,l a. (f NaturwiKHenHchaftl. V.-rein f d. Fiegieniiigsbcz. Frankfurt a. 0. 
Freihurg i. B.: Naturforachende GeHellHcliuft. 
> Fulda: Vorein für Natui künde. 



Wissenschaftliche Anstalten 



XLIII 



Glessen: Oberhessische Gesellschaft für Natur- u. Heilkunde. (Buchh. Eicht er) 
Görlitz: Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Naturforschende Gesellschaft. 
Göttingen: Königl. Gesellschaft der Wissenschaften. 

Greifswdld: Naturwissenschaftlicher Verein von Neu -Vorpommern und Eligen. 
Gmtrow: Verein der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg. 
Halle a. d. S.: Naturwissenschaftlicher Verein für Sachsen und Thüringen. 
„ Naturforschende Gesellschaft. 

^ Redaction der Natur (Dr. K. Müller). 

90 ,. Kaiserl. Leopold. -Carolin, deutsch. Akad. d. Naturforscher. 

Hamburg -Altona: Naturwissenschaftlicher Verein. 

„ Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. 

„ Naturhistorisches Museum der Stadt Hamburg. 

Hanau: Wetterauische Gesellschaft für die gesammte Naturkunde. 
Hannover: Naturhistorische Gesellschaft. 
Heidelberg: Naturhistorisch-mediciuischer Verein. 
Jena: Medicinisch- naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Kiel: Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein. 
Königsberg: Königl. physikalisch-ökonomische Gesellschaft. 
100 Landshut: Botanischer Verein. 

Leipzig: Redaction d. Zeitschrift f. wissenschaftliche Zoologie (W. Engelmann.) 
„ Königl. sächsische Gesellschaft der Wissenschaften. 
- Redaction d. Botan. Zeitung (Verlagsbuchh. Arth. Felix). 
„ Redaction d. Zoologir^chen Anzeigers (W. Engelmann). 
„ Verein für Erdkunde. 
Lüneburg: Naturwissenschaftlicher Verein für das Fürstenthum Lüneburg. 
Magdeburg: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Mannheim : Verein für Naturkunde. 
Metz: Societe d'histoire naturelle. 
110 München: Königl. bairische Akademie der Wissenschaften. 
„ Gesellschaft für Morphologie und Physiologie. 
Münster: Westfälischer Provinz Verein für Wissenschaft und Kunst. 
Nürnberg: Naturhistorische Gesellschaft. 
Oifenbach: Verein für Naturkunde. 
Osnabrück: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Passau: Naturhistorischer Verein. 
Megensburg : Zoologisch-mineralogischer Verein. 

„ Königl. baierische botanische Gesellschaft. 

Sondershausen : Lrmischia. 
120 Stettin: Entomologischer Verein. 

Stuttgart: Verein für vaterländische Naturkunde in Würtemberg. 
Tübingen: Redaction des ...Naturforscher". 
Wiesbaden: Nassanischer Verein für Naturkunde. 
Zwickau: Verein für Naturkunde. 

f* 



XLIV 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Schweiz. 

Basel: Natarforschende Gesellschaft. 

Bern: Allgem. Schweiz, naturforschende Gesellschaft. 

„ Naturforschende Gesellschaft. 

„ Schweizerische entomologische Gesellschaft. 
Chur: Naturforschende Gesellschaft. 
130 FrauenfeJd: Mittheilungen der Turgauischen Naturforschenden Gesellschaft. 
Genf: Socie'te' de physique et d'histoire naturelle. 
Lausanne: Societe vaudoise des sciences naturelles. 
Neufclmtel: Socie'te des sciences naturelles. 

„ Societe murithienne de Valais. 
St. Gallen: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Zürich: Naturforschende Gesellschaft. 

Skandinavien. 

Bergen: Bibliothek des Museums. 
Christiania: Vetenskabs Sällskapet. 
„ Universitäts-Bibliothek. 
140 Gothenburg: K. Vetenskabs Sällskapet. 
Kopenhagen: Naturhistoriske forening. 

„ K. danske videnskabernes Selskab. 

Lund: K. Universität. 

Stockholm: K. Vetenskaps Akademie. (Buchh. M. W. Samson & Wollern 
d. R. Hartmann in Leipzig.) 
„ Entomologiske Tijdskrift. 

Tromsö: Museum. 

Trondhjem: K. Norske videnskabers Selskabs. 
üpsala: Vetenskaps Societät. 
„ K. Universität. 

Holland. 

150 Amsterdam: Koninklijke Akademie van Wetenschappeu. 

„ Koninklijke Zoologisch Genootschap Natura Artis Magistra. 

Gent: Natura, Mandschrift voor Naturwetenschappeu. 
Haag: Nederlandsclic Eiitomologische Vereeniging. 
Jlarlem: Musee Teyler. 

„ Ilollandsche Maatschappij de Wetenschappen. 
Middelburg: Genootscliaj) der Wetenscliappen. 
Rotterdam: Nederland«che Dierkuridige Vereeniging. 

Utrecht: Provincial Utrechtschc Genootschap van Künsten en Wetenschappen. 

Belgien. 

Briisnel: Acaddinio Royale des scienccH, des lettres et des bcaux-arts de Belgique. 
(CouiniiHHion dcH dchang(!H internationcaux.) 
Ki^' Hocifjt«: Itoyale de notaiiifjue de Belgique. 

»ntwiiKdogiqtiu de IJelgiqiie. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XLV 



Brüssel: Societe malacologique de Belgique. 

„ „ Beige de Microscopie. 

Liege: Redaction de la Belgique Horticole. (Morren.) 

„ Societe Royale des Sciences. 
Luxembourg: Societe des Sciences naturelles du Grand-Duche de Luxerabourg. 
„ »de Botanique du Grand-Duche de Luxembourg. 

Grossbritannien. 

Belfast: Natural History philosophical Society. 
Dublin: Royal Irish Academy. 
170 „ Geological Society. (Trinity College.) 
„ Royal Society. 
Edinburgh: Royal Physical Society. 
„ Royal Society. 

„ Geological Society. 

Glasgow: Natural history Society. 
London: Entomological Society. 
„ The Entoraologist. 
„ Entomologist's Monthly Magazine. 
„ Geological Society. 
180 „ Linnean Society. 

„ Meteorological Office. 

„ Record of zoological Literature. 

„ Royal Society. 

„ Royal microscopical Society. (Kings College.) 

„ Zoological Society. 
Manchester: Literary and philosophical Society. 
Newcastle upon Tyne: Tyneside Naturalist's Field club. 
Perth: Scottish naturalist (Buchanan White, M. D, Annat Lodge). 

Russland. 

Charkoio: Gesellschaft der Naturforscher an der kaiserl. Universität. 
190 Dorpat: Naturforscher- Gesellschaft. 

Ekatherinenburg : Societe ouralienne d'amateurs des sciences naturelles. 
Heising fors: Finska Vetenskaps Societeten. 

„ Societas pro Fauna et Flora fennica. 
Kieiü: Societe des Naturalistes. 
Moskau: Societe Imperiale des Naturalistes. 
Odessa: Neurussische Gesellschaft der Naturforscher. 
Petersburg : Academie Imperiale des sciences. 
y, Kaiserlicher botanischer Garten. 

„ Revue mensuelle d'Entomologie par M. W. Dokhtourow, 
200 „ Societas entomologica rossica. 
B,iga: Naturforschender Verein. 



XL VI 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Italien. 

Bologna: Accademia delle scienzG. 

Florenz: Bibliotbeca Nazionale Centrale di Firenza. 

„ Redazione del nuovo Giornale botanico. 

„ Societa entomologica italiana. 
Genua: Museo civico di storia naturale. 

„ Societa di lettnre e conversazioni scientificbo. 
Lucca: Accademia lucchese di scienze, lettere ed arti. 
Mailand: Societa italiana di scienze naturali. 
210 ^ Istituto lombardo di scienze, lettere ed arti. 

„ Societa crittogamologica italiana. 
Messina: Malpigbia Revista Mensuale di Botanica. 
Modena: Societa dei naturalisti. 

„ Accademia di scienze, lettere ed arti. 
Neapel: Accademia delle scienze. 

„ Mittheilungen der zoologischen Station (Dr. Dohrn). 
Padua: Societa veneto-trentina di scienze naturali. 
Palermo: Real' Accademia palermitana delle scienze, lettere etc. 

„ Societa di Acclimazione. 
220 Pisa: Societa toscana di scienze naturali. 
„ Societa malacologica italiana. 
Pom: Real' Accademia dei Lincei. 
„ Societa italiana delle scienze. 

„ Jahrbücher des botanischen Gartens (Prof. Pirotta). 
Venedig: Istituto veneto di scienze, lettere ed arti. 

R^'dazione della Notarisia. Commentarium Phycologicum (S. Samule, 
8422, Venezia). 
Verona: Accadt^mia di Agricoltura, commercio ed a;ti. 

Frankreich. 

Amiens: Soci^td Linnoenne du Nord de la France. 
Angers: Soci^t^ d'e'tudes sciontifiques. 
;>o Jiordeaux: Socidtd Linndonne. 

Ca'rn: Soci<^te Linndenne de Normandie. 

„ Annaaire du Musdc d'bistoire naturelle. 
Cherbourg: Socidt,^ des sciences naturelles. 
Dijon: Acaddmie des sciences, arts f;t büib's-lettres. 
JMIe: Socidt^^ des sciences de Tagriculturc et des arts. 
L'jon: Acaddmie des sciences, belles-lettros et arts. 
„ Socidt*' d'agriculturc. 

, Socidt^ botanique do Lyon (palais des arts, place des terreaux). 
„ Socidtd Linn«^cnnn de Lyon. 
240 Nancy: Sociöt/r d<'H Hcimccs. 

^ Acaddmifl de StaniHlaR. 



Wisseuschaftliche Anstalten. 



XL VII 



Paris: Journal de Conchiliologie. 

„ Nouvelles archives du Musee d'histoire naturelle. 

„ Society botanique de France. 

„ Societe entomologique de France. 

„ Societe zoologique de France. 
'Ronen: Socie'te des amis des sciences naturelles. 

Portugal. 

Lissabon: Academia real das sciencias. 

Spanien. 

Coimhra: Sociedad Broteriana (Boletin annual). 
50 Madrid: Sociedad espauola de hibtoria natural. 

Asien. 

Batavia: Butaviaasch Geuotschap van Künsten en Wettenschappen. 

„ Natuurkundige Vereeniging in Nederlandisch-Indie. 
Bombay: Journal of the Bombay Natural History Society Bombay. 
Calcutta: Asiatic Society of Bongal. 
Shanghai: Asiatic Society, north China brauch. 

Afrika. 

Älexa7idrien: Llnstitut Egyptien. 

Amerika. 

a) Nordamerika. 

Boston: American Academy. 

„ Society of Natural History. 
Bujfdlo: Society of Natural Sciences. 
60 Cambridge: American Association for the advancement of science. 
„ Museum of comparative Zoology. 

„ Entomological Club Psyche, Organ of the (p. G. Dimokin Paris). 

Cap Rouge (Canada): Naturaliste canadien, par Abb^ Provancher. 
Cohimbus: Geological Survey of Ohio. 
St. Francisco: Califoruian Academy of Natural Sciences. 
New-Haven: American Journal of Science and Arts. 

„ Connecticut Academy. 

St. Louis: Academy of science. 

Minnesota: Minneapolis Geological and Natural History Survey of Minnesota 
(N. H. Winchell, Director U. S. a.). 
70 Montreal: Geological and natural history Survey of Canada. 
„ Royal Society of Canada. 
New -York: Academy of sciences. 

„ Bulletin of the Torrey Botanical Club. 

„ Entomological Society, 16 and 18 Broad Street, New-York City. 

„ Society of Natural History (olim Lyceum). 



XLVIIl 



Von der Gesellschaft angekaufte periodische Schriften. 



Philadelphia: Academy of Natural Sciences. 

„ American Entomological Society. 

„ American Naturalist, Prof. E. D. Cope, 2102 Pine Street. 

,, American Philosophical Society. 

280 » Zoological Society of Philadelphia. 

Quebec b. London: Canadian Entomologist by W. M. Saunders (Ontario). 
Salem: Essex Institute. 
Toronto: Canadian Institute. 

Washington: Departement of Agriculture of the Unit. Stat. of N. America. 
„ Smithsonian Institution. 

„ United States commission of fish and fisheries. 

„ United States Geological Survey. 

b) Mittel- und Südamerika. 
Buenos-Ayres: Museo publico. 

,, Sociedad cientifica argentina. 

200 Cordoha: Academia nacional di ciencias exactas a la Universidad. 
Mexico: Sociedad mexicana de historia natural. 

„ Museo nacional mexicana. 
Rio Janeiro: Museo nacional. 
„ „ Archivio de Museo nacional de (E. Mellier, Paris). 

Australien. 

Adelaide. Philosophical society. (South austral. institute.) 
Sidney: Linnean society of New South Wales. 
207 n Royal society of New South Wales. 



Periodische Schriften, 

welche von der Gesellschaft angekauft werden: 

Berichte dfr Deotschen botanischen Gesellschaft in Berlin. 

Bibliotheca della Zoologia e Anatomia comparata da Italia per L. Camo- 

rano e M. Lessona. 
Bibliotheca zoologica. Herausg. von Carus und Engelinann. 
Botanische Jahrbücher für Systematik etc. Hc^rausg. von A. En gier. 
BotaniHch er Jahresbericht. Herausg. von Dr. E. Ko ebne (fr. Dr. L. Just). 
BotanlBchoK C«*ntralblatt. Herausg. von Dr. Oscar Ulilworm. 
ClauH C. Arbeiten aus dem zoologischen Institute der k. k. Universität Wic^n 

und der zfMtlogisclien Station in Triest. 
Flora und Fauna den Golfes von N(3apol. 

Wiener cntomol. Zeitung. Herausg. von L. Mik, E. R(utt(!r und F. Wacht). 
ZüolojplHcher JahroHber icht. Herausg. von (l<!r z()oh)g. Staiinn in Neiijiel. 
ZoologlMcbe Jali rb Ii eher. Herausg. von Spenge;!. 



Sitzungsberichte. 



Z. B. Ges. B. XXXVII. Sitz.-Ber. 



A 



Versammlung am 5. Jänner 1887. 



Vorsitzender: Herr Professor J. Mik. 



Neu eingetretene Mitglieder : 
P. T. Herr 



Als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herren 



Feistmantel Dr. 0„ Univ.-Prof. Prag. . Th. Fuchs, Dr. J. Palacky. 
Tomasini Otto R. v., k. k. Oberlieut. Mostar Dr. L. v. Loreuz, Dr. ß. v. Wett- 
stein. 



Eingesendete Gegenstände : 

Sphagnum acutifolium für Schulen von Herrn J. Brei dl er. 

Eine Partie Skelete von Herrn Dr. Rieh. R. v. Dräsche. 

Eine Partie diverser zoologischer Objecte für Schulen von den Herren 
Ad. und Ant. Handlirsch. 

300 Käfer für Schulen von Herrn J. Kaufmann. 

180 Insecten von Herrn J. Lutz. 
1 Ceuturie diverser Kryptogamen für eine Schule von Herrn Dr. R. v. 
Wettstein. 

Der Herr Vorsitzende eröffnete die Sitzung mit der Mit- 
theilung des plötzlich erfolgten Ablebens des Vicepräsidenten^ Re- 
gierungsrath es Dr. A. Pokorny^ und widmete dem Dahingeschie- 
denen warme Worte des Nachrufes^ indem er insbesondere die 
Verdienste desselben um die Gesellschaft hervorhob. Die Ver- 
sammlung gab ihrer Theilnahme durch Erheben von den Sitzen 
Ausdruck. 



Herr Dr. Moriz Kronfeld sprach über die Beziehungen 
der Nebenblätter zu ihrem Hauptblatte und überreichte ein dies- 
bezügliches Manuscript (siehe Abhandlung Seite 69). 

A* 



4 



Versammlnng am 5. Jänner 1887. 



Herr Custos Rodenhof er besprach den Inhalt der 1. Liefe- 
rung von: Staudinger und Schatz, Exotische Schmetterlinge, 
II. Theil: Die Familien und Gattungen der Tagfalter, systematisch 
und analytisch bearbeitet von Dr. E. Schatz, mit 55 lithographirten 
Tafeln, das Geäder und Körpertheile zum Theil vergrössert dar- 
stellend. 

Ferner zeigte der Vortragende einen lebenden Cerambyciden 
der australischen Gattung Bliitipliora vor, welcher in einem Stamme 
des sogenannten Veilchenholzes (Acacia pendula) nach Wien ge- 
langte und hier, seit vier Wochen mit Zuckerwasser und Obst 
genährt, sich recht wohl befindet. 



Herr Hugo Zukal besprach den Inhalt eines von ihm vor- 
gelegten Manuscriptes, betitelt: „Ueber einige neue Ascomyceten" 
(siehe Abhandlungen Seite 39). 



Herr Professor J. Mik gab die Beschreibung mehrerer neuer 
Dipteren und überreichte ein Manuscript über dieselben (siehe 
Abhandlungen Seite 173). 



Hierauf sprach Herr Fr. Höfer über mehrere wenig be- 
kannte in Niederösterreich befindliche Herbarien. Dieselben wurden 
vom Vortragenden durchgesehen; es sind dies: 

1. Das Herbar des Grafen Harrach in Bruck a./Leitha mit 7000 Arten, 
gesammelt vom Jahre 1798 bis 1830, geordnet nach Linnö. Die Exemplare 
sind in grossen, blauen Packpapierbogen verwalirt, auf deren Aussenseite Name, 
Fundort und die fortlaufenden Nummern verzeichnet sind. Die meisten Pflanzen 
«taninien aus Niederösterreich, die Exoten jedoch aus den Glashäusern von 
Wien, Hruck a./Leitha, Berlin, London und Paris. Aus Paris hat auch der 
Botaniker Thui liier mehrere Exemplare geliefert. Ueberdies enthält dieses 
Herbar eine separate Colloction von Pflanzen aus Smyrna, Corsica und der 
Insel Sardinien vom Jahre 1H2(;, mit gedruckten Etiketten von Müller und 
Fleischer; ferner 200 Arten ans Aogyiiten; HchlicsHiich bei 100 Krypto- 
gameii. Im Ganzen ibt diese IMlHnzensammlung noch im guten Zustande. Die 
Aufsicht darüber fillirt Herr A. Sandhofer, gräfl. Obergärtner in Bruck a./L. 

2. Dan Herbarium den verstorbenen Erzherzogs Kainer. Selbes befand 
•ich ehcmaU in liaggendorf (Niederösterreich) und ist jetzt im Besitze des 
Berich UrsUttiirs. Es enthält :{00(» Phanerogamen, grössteutheils aus Nieder- 



Versammlung am 5. Jänner 1887. 







Österreich, nebst einzelnen Exemplaren aus Ungarn und der Umgebung von 
Brescia. Gesammelt wurde selbes vom Jabre 1798 bis 1816. Das Format war 
sehr gross und die Pflanzen, nacb Linne geordnet, in 28 buchförmigen Scha- 
tullen untergebracht. 

3. Das Herbarium des verstorbenen Herrn Prof. Sales Edlen v. Schreyber, 
Chorherrn in Klosterneuburg. Es enthielt gegen 30.000 Exemplare in bei- 
läufig 4000 Arten Phanerogaraen und über 500 Kryptogamen . Viele exotische Pflanzen 
stammen aus Gewächshäusern, Die Phanerogamen sind nach Sturm's Flora 
Deutschlands etiquettirt. Die Pflanzen wurden vom Jahre 1840 bis 1870 gesammelt 
und stammen grösstentheils aus der Umgebung von Klosterneuburg; doch sind auch 
viele aus Triest, Kärnten, Tirol, Salzburg und Italien zugesendet. Etiquetten 
von Dolliner, Stohl, Tommasini, Josch, v. Kellner, Helm, Pittoni, 
V. T Ott er und Castelli kommen in diesem Herbar vereinzelt vor. Auf 
manchen Etiquetten stehen kritische Bemerkungen. — Leider hat dieses Herbar 
stark durch Schimmel gelitten. 

4. Die Pflanzensammlung des Herrn A. Matz, Pfarrers in Angern 
a./March, welche nach Endlicher geordnet ist und über 3000 Arten enthälto 
Viele Pflanzen aus Deutschland und von der adriatischen Küste (durch den 
Prager Tauschverein erworben), dann eine ziemlich grosse Anzahl Exemplare 
von Neilreich und mit dessen eigenhändigen Etiquetten versehen, kommen 
in diesem Herbare vor. Gesammelt wurden dieselben vom Jahre 1850 bis 1879. 
Die Präpaririing der Pflanzen ist in diesem Herbare musterhaft. 

5. Das Herbarium des verstorbenen Heinrich Glatz, Lehrers in Waid- 
hofen a./Ybbs, ist nach dem eingesehenen Kataloge sehr reichhaltig; auch 
ist mit Sorgfalt bei der Präparirung gearbeitet worden. Jetzt ist dieses Herbar 
im Besitze des Sohnes des Sammlers. 

6. Das Herbarium des Herrn Dr. C. Aust in Hainburg a./Donau mit 
ungefähr 3000 Arten Phanerogamen. Diese Sammlung ist sehr schön und nach 
dem Muster des Neilreich'schen Herbars eingerichtet. Die Pflanzen sind in 
zwei grossen Kästen von Zierbeikieferholz aufbewahrt, und es erhalten sich 
dieselben in Folge des Geruches dieses Holzes vollständig insectenfrei. — Viele 
Exemplare stammen aus Zell a./See und aus Süd-Böhmen. 



Ferner berichtete der Vortragende über niede röste rre i- 
chischePflanzennamen aus der Gegend von Waidhofen a./Thaya, 
Gmünd, Weitra, Litschau und der österreichisch- böhmischen Grenze 
bei Gratzen, gesammelt von A. Topitz, Schulleiter in Kodet- 
schlag (Süd-Böhmen). Als Beispiele dieser zahlreichen (circa 100) 
Namen mögen dienen: 

Gummer- Radi für Gleclioma hederacea L. (Gummer von „gunder", Weib be- 
deutend; daher dem Sinne nach so viel als: Weiber-Radi.) 



6 



Versammlung am 5. Jiinner 1887. 



Roan-Nagerl für Dianthus deltoides L. 

Gansfüass für Alchimüla vulgaris Willd. 

Foaste (fette) Handln für Drosera rotundifolia bei Gratzen. 

Turd für Triticum repens L. 

Brotväter für Claviceps purpurea Tul. 

Nitscherln für Anagallis arvensis L. 

Luft für Scirpus lacustris L. 

Hardockan für Taraxacum ofßcinale Wigg. bei Weitra und Gratzen. Här- 
dockan bedeutet Flachs- oder Härpuppe, da in der angeführten Gegend 
diesbezüglich ein Sprichwort gebräuchlich ist: „So lang die Härdockan, so 
laug wird heuer der Flachs (Hoar)/' 

Kudalna für Thymus Chamaedrys Fr. 

Pein für Holcus mollis, einem gefürchteten Unkraut auf Aeckern. 
Gänsprätzu für Potent illa anserina L. 



Schliesslich hielt Herr Dr. R. v. Wettstein einen Vortrag 
über die Resultate seiner Untersuchungen über die Bedeutung 
der Pilzcystiden. 

Dieselben sind morphologisch gleiche Organe von sehr verschiedener bio- 
logischer Function. Speciell bei der Hymenomyceten - Gattung Coprinus, bei 
der die Cystiden eine mächtige Ausbildung erlangen, stellen sie sich anfangs 
als Schutzorgane für die sich entwickelnden Sporen dar, indem sie die jungen, 
einander anliegenden Lamellen auseinander drängen. Am ausgebildeten Frucht- 
körper dienen sie zum Theile demselben Zwecke oder sie verwachsen oder dringen 
in die benachbarten Lamellen ein und verhindern dadurch das zu weite Aus- 
einanderrücken der Lamellen und das Zerreissen der Hüte. Daraus ergibt sich 
aber fernerhin ein fornjbestimmender EinÜuss der genannten Organe. Die Bedeu- 
tung der Cystiden für die systematische Unterscheidung der Arten erklärte der 
Vortragende für gering. 

Von d(;iii Vortragenden wurden hierauf folgende eingelau- 
fene Manu.scripte mit Besprechung des Inhalts vorgelegt: 

Otto Kuntze, Nachträge zur 6'/e?/iaf<*6-Monographie (siehe 
Abhandhuigen S(;it<! 47). 

A. Vv. 1 1 HHzl i iisky, lieber einige neue oder wenig gekannte 
iJiscüniycctcri (öieh(; Abliandhirigcju Seite 151). 

J. Ilaring, KloiiHtis('h(; Kunde aus d(5r l Jnig(;bung von Stocke- 
rau (flieht; Abhandlungen Seite 51). 

F. Arnohl, I-.i('lH-nologisch(; AusHügt; in 'l'irol, XXlll (siehe 
.\lJi..ipll.in-«-M S.-it.- Sl ). 



Versammlung am 9. Februar 1887, 



7 



Am 11. Jänner begab sich eine Deputation, bestehend aus 
Sr. Durchlaucht Fürst Colloredo-Mannsfeld und Herrn Baron 
Pelikan v. Plauenwald zu Sr. kais. Hoheit Herrn Erzherzog 
Rainer, um anlässlich des 60. Geburtstages Sr. kais. Hoheit die 
ergebensten Glückwünsche der Gesellschaft auszudrücken. 



Versammlung am 9. Februar 1887. 

Vorsitzender : Se. Durchlaucht Fürst J. Colloredo- 
Mannsfeld. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
^' P. T. Herren 

Buchauer Georg. Wien, IV., Waltergasse 8 E. Pechlaner, A. Kogenhofer, 
Ferrari Dr. Eugen v., See-Arzt. Sophieu- 

spital, Wien F. Kohl, A. Schletterer. 

Uhlworm Dr. Oscar. Kassel durch den Ausschuss. 



Anschluss zum Schriftentausche : 

Kedaction der „Societatum litterae"^ E. Hulh, Frankfurt a. Oder. 
Schlesischer Forstverein in Breslau. 



Eingesendete Gregenstände: 

100 Speeles Laubmoose für eine Schule von Herrn J. Brei dl er. 
100 Speeles Phanerogamen für Schulen von Herrn H. Braun. 
Eine grössere Partie diverser zoologischer Objecte für Schulen von den 
Herren Ad. und Ant. Handlirsch. 

150 Coleopteren von Herrn C. Kolbe. 

Eine grössere Partie Seesterne und Seeigel für Schulen von Herrn 
F. Freiherrn v. Liechtenster n. 

Eine Centurie Phanerogamen für das niederösterreichische Landesherbarium 
von Herrn M. F. Müllner. 

2 Herbarien a circa 400 Exemplare für Schulen von Herrn E. Witt in g. 



8 



Versararalung am 9. Februar 1887. 



Herr Dr. R. v. Wettstein berichtete über die in dem Mo- 
nate Jänner abgehaltenen botanischen Discussionsabende. 

Am 7. Jänner referirte Herr Dr. R. v. Wettstein über 
die Bearbeitung der Pflanzenwelt Oesterreich-Ungarns dm'ch Herrn 
Prof. Dr. A. v. Kern er in dem unter der Leitung Sr. kais. Hoheit 
des Kronprinzen Rudolf herausgegebenen Werke „Oesterreich- 
Ungarn in Wort und Bild". 

Am 14. Jänner sprach Herr Dr. C. Wilhelm über die 
Hängefichte, Picea excelsa Lk. var. viminalis Casp. 

Es ist bekannt, dass bei Fichten, namentlich bei älteren Bäumen, die 
schwächeren Zweigordnungen oft mehr minder senkrecht von den kräftigeren 
Mutterästen herabhängen. Solche „Zottelfichten" zeigen sich aber im üebrigen 
durchaus normal verzweigt, so dass sie nicht wohl als Formen einer besonderen 
Varietät der gemeinen Fichte betrachtet werden können. 

Anders aber verhält sich die Sache bei der echten Hängefichte. Die 
genauere Beschreibung und Charakterisirung dieses merkwürdigen Baumes ver- 
danken wir Caspary,^) welchem aber nur das nicht seltene Vorkommen des- 
selben in Schweden bekannt zu sein schien. Die Hängefichte — Picea excelsa 
Lk. var. viminalis Caspary — findet sich aber auch anderwärts, und man kennt 
derzeit, namentlich in Oesterreich, mehrere Standorte, so in Niederösterreich 
(Lilienfeld, Seebenstein), in Tirol, in Kärnten u. s. f. Es kann kaum bezweifelt 
werden, dass die in Rede stehende Varietät allenthalben in Fichtenbeständen 
vereinzelt auftritt und die Zahl der bekannten Standorte sich in dem Masse 
mehren wird, in welchem sich die Aufmerksamkeit weiterer Kreise, namentlich 
der Forstleute, auf diese eigenthümliche Fichtenabart lenkt. 

Ein sehr schönes Exemplar der Hängefichte steht im Parke des nieder- 
österreichischen Stiftes Lilienfeld, im Thale der Traisen, unweit der steirischen 
Grenze, in einer Meereshöhe von beiläufig 380 m. über der Adria, auf dolomi- 
tischem Kalk der Trias als Grundgestein. Der Baum, derzeit etwa 60jährig, hat 
etwa 17 m. Hölje und in Brusthöhe einen Umfang von nahezu 1 m. Er stammt 
aus den benachbarten Waldungen, wo er als junge Pflanze gelegentlich vor- 
gefundf-n und von dorther in den Stiftspark versetzt wurde. Seine auffallende 
Zweigbildung entspricht ganz dem Charakter, welcher der schwedischen Ilänge- 
fichte Caspary's zukommt. Die unmittelbar aus dem Hauptstanim entsprin- 
genden Aeste sind zahlreich, wagrecht abstehend oder schief aufrecht. Sie 
tragen zaliln'iche Seitonzweige, welche sehr lang werden (bis über 1 m.) und 
grÖ8«t<;nthcil8 schUifV herabliängcn. Sie erreichen dabei etwa Fingerdicke und 
bleiben 'Uitwedor ganz unverzweigt oder bilden doch nur spärliche, ebenfalls 
liängen<le Zw<'igc dritter bis fünfter Ordnung, Die lichte, an eine Jlängebirke 
"!• I 'IMuerweidc erinnernde Krone der Hängefichte ist also durch zwei Eigen- 

C«b«r «iniffe Hpielarten, die niitton im VßrbroitungHgcbiot der Staminarten eiitutanden 
tMd. 8«brift«o d«r pbyiik.-ökon. Oovellkch. zu Königitberg in l'iouuMon, lb7.*5, Bd. XIV. 



Versammlung am 9. Februar 1887. 



9 



thümliclikeiten ausgezeichnet: durch die hauptsächlich nur auf Zweige ersten 
und zweiten Grades beschränkte Beästung und durch das Herabhängen aller 
Aeste zweiten und höheren Grades. 

Zu der ungewöhnlichen Verzweigung gesellt sich eine von der normalen 
gleichfalls abweichende Stellung der Nadeln an den herabhängenden Zweigen. 
Sie vertheilen sich gleichmässig um diese, ringsum mehr minder weit abstehend, 
sind dabei weit derber als gewöhnliche Fichtennadeln, auch stärker gekantet. 
Zapfen, Samen und Binde zeigen keine bemerkenswerthen Besonderheiten, doch 
scheinen die Zapfen meist schlanker zu bleiben als bei normalen Fichten. 

Der aus den Samen der Lilienfelder Hängefichte erzogene Nachwuchs 
liefert nur einzelne Bäume von der Wuchsform des Mutterstammes, während 
die Mehrzahl sich normal verhält. 

Bei der mit der echten Hängefichte häufig verwechselten oder zusammen- 
geworfenen Schlangenfichte — Picea exceUa Lk. var. virgata Caspary — ist 
die Zweigbildung noch beschränkter als bei der erstgenannten Abart. Schon 
die aus dem Hauptstamm kommenden Aeste sind spärlich und ihre wenigen, 
meist unverästelt bleibenden Seitenzweige erstrecken sich vorwiegend wagrecht 
oder richten sich etwas schief nach abwärts. Schlangenfichten sind hauptsäch- 
lich in Böhmen (Moldauthal), dann aber auch in Preussen (bei Königsberg) 
bekannt.^) Sie finden sich meist vereinzelt unter verschiedenen Standortsver- 
hältnissen. 

Das Auftreten obiger Fichtenabarten an einzelnen, oft weit von einander 
entfernten Punkten inmitten normaler Bäume deutet darauf hin, dass dieselben 
als individuelle Abänderungen der Stammform gelegentlich allenthalben und 
wiederholt spontan entstehen können, und ist, wie schon Caspary hervorhebt, 
sehr geeignet, die herrschenden Ansichten über Varietätenbildung weiter zu ent- 
wickeln und in mancher Hinsicht zu berichtigen.^) 



Herr G. Sennholz hielt einen Vortrag über die Flora von 
Odessa und besprach die Ergebnisse einer von ihm im Sommer 
des Jahres 1886 dahin unternommenen Reise. Der Vortrag wurde 
durch die Demonstration zahlreicher vom Vortragenden in der 
Umgebung Odessas gesammelter Pflanzen erläutert. 



Herr Gustos A. Rogenhofer sprach über die Lepidopteren- 
fauna der Umgebung von Triest, zu deren Kenntniss Herr 
Hofgärtner F. Vogl^ seinerzeit in Miramar, und Astronom Herr 

1) Besonders häufi? sollen ScMangenfichten beim Dorfe Birkenhaid auf der Herrscliaft 
Winterberg (im südwestlichen Böhmerwald) vorkommen. 

^) Photogramme der Lilienfelder Hängefichte in Quart sind bei Camilla v. Rainer, Wien, 
I., Wipplingerstrasse, zu haben. 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Sitz.-Ber. B 



10 



Versammlung am 9. Fetruar 1887. 



AI. Palisa interessante Beiträge lieferten^ wovon besonders die 
Wiederauftiudung der seit Hübner verschollenen Noetuide Polia 
senex hervorzuheben ist. 



Herr Dr. R. v. Wettstein überreichte ein Manuscript^ be- 
titelt: j,Ueber zwei wenig bekannte Ascomyceten" (siehe Ab- 
handlungen Seite 169). 

Hierauf hielt Herr Dr. Stapf einen Vortrag über „Persische 
Culturbäume". Von einem allgemein gehaltenen Ueberblick über 
die Baumvegetation des iranischen Hochlandes und seiner näch- 
sten Grenzgebiete ausgehend, besprach der Vortragende die von 
ihm auf seiner Reise durch Persien (insbesondere Südpersien) 
gemachten Beobachtungen über die Cultur von Obst- und von 
Zier- oder Luxusbäumen. 

Bim- und Apfel-, sowie Kirschbäume gedeihen nur in hohen Lagen, 
gewöhnlich über 6000 bis 7000 Fuss. Die südlichsten Gärten mit Birn- und 
Apfelbäumen fand der Vortragende über den Dörfern Doun und Abdui in der 
Nähe von Kasrun. Grössere Culturen von Apfelbäumen besitzt die überhaupt 
baumreiche Oase von Eklid zwischen Schiras und Ispahan. Ebenso gedeihen 
Birnen (gulabi) und Aepfel (siw) ziemlich gut in den hoch gelegenen Ortschaften 
des Kohrud-Gebirges. Die im Süden vorkommenden Birnbäume gehören theil- 
weise zu IHrus communis L., theilweise zu Pirus Balansae Boiss. Ihr Obst 
ist von unbedeutender Qualität. Pirus glabra Boiss., deren Kerne (aeudschud- 
schek) mit Salz bestreut und geröstet, im Süden häufig gegessen werden, scheint 
nicht cultivirt zu werden. Um Vieles besser als die Birnen in Farsistan sind 
die in Persien viel gerühmten Birnen von Natans im Kohrud-Gebirge. Die 
Aepfel von Eklid sind zum Theile der als „Paradeiser" bei uns bekannten Sorte 
ähnlich, zum Theile Rosenäpfol. Die Kirschen (gilas), welche in Daescht- 
aerdschin, südlich von Schiras zum Verkaufe kommen, sind eine kleine, röthlich 
oder gelb gefärbte, wässerige Sorte von fadem, fast bitterlichem Geschmack. 
Weichseln (alubalu) sind selten, doch fand der Vortragende in einem grossen, 
reich bewässerten Garten in Saebs Buschom bei Schiras eine grosse Zahl von Strauch- 
weichbein mit vortrefflichen Früchten. Von Pflaumen (alu) sind zu erwähnen 
einM Art von Pveine-Claudes (Prumis divaricatu Led. ; pors. alutsche) mit 
gelb»;n Früchten und hartem, säuerlichem Fleisch, welche von den Persern, wie 
auch anderes ObHt, halbreif gegessen werden, und eine gelbe Zwetschke (alu- 
i-Huchara), welche mehr im Norden, wie z. B. bei Kohrud und in Elburs ge- 
zogen wird und Mowohl frisch wie getrocknet genossen werden kann. Während 
die»« Früchte im Sü(l»^n nur Erzeiignisse untergeordneter Qualität liefern, gewinnt 



Versammlung am 5), Februar 1S87. 



11 



man dagegen hier von der Aprikose (zaerd-alu, das heisst gelbe Pflaume) und 
der Pfirsich (hulu) ganz vorzügliches Obst. Die Aprikose wird oft in riesigen 
Bäumen, besonders in der Umgebung von Schiras, in Höhen von 5500 bis 
7500 Fuss gezogen. Die Früchte sind weisslichgelb, fein behaart und ungefähr 
von der Form unserer gewöhnlichen Sorten, aber bedeutend grösser und von 
köstlichstem süssen Geschmack. Die von Scharrer in Tiflis Prunus Ärmeniaca 
var. Schirassica genannte Abart (vgl. Regel, Gartenflora, XIII, p. 259, t. 446, f. 2.) 
weicht in Form und Grösse der Früchte und Steinkerne von der echten Schi- 
raser Aprikose nicht unwesentlich ab. Von den Pfirsichen werden zwei Sorten 
gezogen, die eine der eigentlichen, behaarten Form entsprechend (hulu), die 
andere eine Art Nektarine mit kleinen, glatten, schmackhaften Früchten (schelil, 
auch schaeft-alu). Letztere wird besonders um Schiras gezogen. Die Quitte 
(baeh) gedeiht südwärts, wenigstens bis Eklid, wo sie verhältnissmässig grosse 
Bäume bildet und eine ungemein reiche, vorzügliche Ernte ergibt. Punica Gra- 
natum (aenarj wird, wie bekannt, durch das ganze Land cultivirt. Eine Va- 
rietät, bei welcher die Samen fehlschlagen, ist bemerken swerth. Verwilderte 
Sträucher finden sich nicht selten in der Nähe verlassener Gärten, in Schluchten 
der Gebirge. Wirklich wild scheinen sie aber an den Felsen bei Rudbar in 
Gilan vorzukommen. In den Gärten werden sie mitunter wirklich baumartig. 
Weit verbreitet ist der Nussbaum (daeraecht-i-girdu). Die südlichsten Stämme 
beobachtete der Vortragende bei Kasrun in einer Höhe von 4400 Fuss. Bei 
Schiras steht ein kolossaler Baum noch in mehr als 8000 Fuss Seehöhe. Die 
Obstgärten von Eklid bestehen grosseutheils aus Nussbäumen von grosser Schön- 
heit, Hier hat denn auch schon die Ausfuhr von Nussholz begonnen. Weiter 
nach Norden finden sich schöne Nussbaumculturen im Kohrud- Gebirge in einer 
Höhe von 7000 bis 8000 Fuss. Die Cultur der Feige (aendschir) ist in wär- 
meren Lagen ganz allgemein. In Farsistan reicht sie bis 6500 Fuss, stellenweise 
noch etwas höher. Mitunter erreichen die Bäume eine sehr bedeutende Grösse, 
namentlich in den Gärten der Bergschluchten Südpersiens. Der weissfrüch- 
tige Maulbeerbaum (daeraecht-i-tut) fehlt kaum irgendwo in der Nähe der 
Dörfer und Städte bis zu 7000 Fuss. Einzelne grosse Bäume fand der Vor- 
tragende im Süden noch bei mehr als 8000 Fuss. Seltener wird der schwarz- 
früchtige Maulbeerbaum gezogen, welcher um etwa 1500 Fuss in der ver- 
ticalen Verbreitung hinter ersterem zurückbleibt. Von ihm werden mehrere Ab- 
arten als Schah-tut, tut-i-Herati u. s. w. unterschieden. Ein eigenthümliches 
Obst liefert eine Varietät von Elaeagnus angustifolia L. (Zendschit), die wild- 
wachsend auch noch weit im Süden von Farsistan, wie in den Auen des Kara- 
agadsch-Flusses vorkommt. Die Früchte der gebauten Elaeagyms -Ya,riQtä,t er- 
reichen die Grösse und Form grosser Oliven und schmecken honigsüss. In 
grosser Menge wird sie in den Gärten von Kohrud gebaut. Eine Hauptbedingung 
für ihr Gedeihen scheint reiche Bewässerung zu sein. 

Sehr allgemein sind die Gärten, namentlich jene, welche keinen natür- 
lichen Schatten von Felsen, hohen Mauern und dergleichen erhalten, ringsum 
mit Pappeln und Weiden bepflanzt, welche die Obstculturen vor zu starker und 

B* 



12 



Versammlung am 2. März 1887. 



ZU lange anhaltender Besonnung schützen. Von ersteren sind Populus alba B. 
(saefidar) und P. pyramidalis Roy. (taebrisi) vertreten, während die in Süd- 
persieu wildwachsende P. Eupliratica Oliv, höchstens einzeln in der Nähe 
von Imamzadehs und dergleichen gepflanzt wird. Die cultivirten Weiden sind 
Salix Fersica Boiss. und S. aemophylla Boiss. In Obstgärten bei Schiras 
kommen auch ab und zu mächtige Bäume eines Acer mit colossalen Blättern 
vor, welcher olfenbar dem Acer Hyrcanum F. et M. nahe steht. Daneben 
findet sich ab und zu Ulmus campestris L.; doch ist die Rüster viel häu- 
figer als Alleebaum in grösseren Luxusgärten, in Gassen (z, B. in Dschulfa bei 
Ispahau), vor Moscheen u, s. w. zu finden. Sehr auffällig ist eine Spielart mit 
ausserordentlich dichter, kugelförmiger Krone. Vor Moscheen steht auch nicht 
selten Celtis Caucasica W. (daeraecht-i-taeh). Bald einzeln, bald in Alleen wird 
ferner Fraxinus excelsior L. (zabun-gundschesk) gepflanzt. 

Das grösste Ansehen unter diesen Bäumen geniessen aber die Platane 
(tschenar) und die Cypresse (saerw). Die Platane steigt im Süden im Gebirge 
bis über 8000 Fuss. Ein kleines AVäldchen, ofi'eubar der Rest einer lange ver- 
lassenen Pflanzung, befindet sich zwischen Eklid und Dehgirdu am Eingänge in 
eine quellenreiche Schlucht. Wo sie einzeln oder in regellosen Gruppen steht, 
überlässt man sie ihrem natürlichen Wuchs. In Luxusgärten pflanzt man sie 
gerne in Alleen und dann wird sie durch Schneitelung zu einer oft sehr be- 
deutenden Höhe getrieben. Sie trägt dann auf dem hohen, nur mit einzelnen 
kurzen, aber dichten Zweigbüscheln besetzten Stamm eine kleine Krone. Die 
Cypresse {Cupressus sempervirens L.) bildet bald säuleu-, bald kegelförmige 
Bäume. Cupressus horizontalis Mill. wird dagegen nie cultivirt. Sehr bezeichnend 
ist, dass letztere im Elburs noch in bedeutende Höhen hinaufsteigt, während 
erstere schon in Teheran nicht mehr gedeiht. Zwei Arten der Gattung der 
Vinus werden in den persischen Gärten gepflanzt: in Teheran Pinus Bruttia 
Ten. (kadsch) in einer Vaiietät mit Apophysen, welche mehr als gewöhnlich vor- 
gewölbt sind; eine andere Art, wohl zweifellos die bisher unvollständig be- 
kannte P. Persica Strangw. in Schiras und in Ispahan. 



Versamiiiluiig am 2. März 1887. 

Vorsitzen(l(;r : IFcrr Professor Dr. Gustav Mayr. 



Eiii<^cK()iidctc Gegenstände : 

'J0(> .Schmetterlinge für Schulen von Herrn 0. Boliatsch. 

Kill KberHchudel von Iferrn P. A. Kmel^. 

OMteol(»giH( li(5 i'räparate für Sclmlen von llonii .1. Kolazy. 

Kin«! Parti«! S<,)im«ittürlinge für Schulen von Hin-ni A. liogenhofer. 



Versammlung am 2. März 1887. 



13 



Herr Secretär Dr. R. v. Wettstein erstattete zunächst Be- 
richt über den am 11. Februar abgehaltenen botanischen Dis- 
cussionsabend, an dem Herr Dr. 0. Stapf über die Ver- 
werthung anatomischer Merkmale in der Systematik, sowie über 
einige in dieser Hinsicht bemerkenswerthe Arbeiten sprach; ferner 
der Berichterstatter über das soeben erschienene Werk Drude's: 
„Die geographische und systematische Anordnung der Phanero- 
ganien" referirte. 



Herr Stadtgärtner Gr. Sennholz sprach über Amorpho- 
phallus Rivieri und demonstrirte ein blühendes Exemplar des- 
selben. 

Amorphophalliis Rivieri bewohnt schattige Niederungen Chinas, die in 
der heissen Jahreszeit austrocknen. Blühte zuerst in Europa vor zwölf Jahren 
in London. Im Sommer wird er hier im Stadtpark ausgepflanzt und entwickelt 
ein einziges grosses, vielfach zertheiltes Blatt auf einem circa einen Meter hohen 
Stiel. Im Herbste, nach Absterben des Blattes, wird die Knolle herausgenommen 
und trocken aufbewahrt. Aus der Mitte derselben entwickelt sich dann im 
Jänner — März der Blüthenstengel. Im Anfang wächst er sehr laugsam, dann 
immer schneller (die Knolle wird nicht eingepflanzt und entwickelt keine Wurzeln). 
Gemessen wurde er erst nach einem Zeitraum von circa drei Wochen. Von da 
ab, wo er von der Knolle an 46 cm. Höhe erreicht hatte, wuchs er in 24 Stunden 
je 13, 14, 14, 9, 8, 7, 3, 5, 2 cm., worauf das Wachsthum aufhörte. Gesamrat- 
höhe 116"5 cm., wovon auf Stiel 50, auf Spadix 66 cm. kommen. Die Spatha 
ist 30 cm. lang und 18 cm. breit. Beim Oeffnen der Spatha war die Tempe- 
ratur P R. höher als die circa 16—18'^ betragende Temperatur des Hauses; später 
bei der Entwicklung der Blüthen betrug sie I'-d*^ R. mehr. In diesem Masse stieg 
und fiel sie mit dem Steigen und Fallen der Temperatur im Hause. Geruch 
sehr stark und unangenehm. 



Herr Professor Dr. J. Palacky hielt einen längeren Vortrag 
über die präglaciale Flora Mitteleuropas. 

Der Vortragende entwickelte ein kurzes Bild der Geschichte der neuen 
Paläophytologie. Er wies auf Pariatore hin, der schon in HymenophyUum 
Tunbridgense und Trichomanes radicans fspeciosumj den Killarneyfarn Ir- 
lands und der Westpyreuäen Remanenzen der Kohlenflora erkannte. 

Insbesondere auf die Geschichte der Pliocänflora übergehend, zeigte er, 
wie schon damals die Differenziruug der heutigen Flora bestand — Mitteleuropa 
und das Mittelmeerbecken — obwohl Mezimieux noch einzelne südlichere 
Typen, wie z. B. den Oleander, erhielt. Nicht erst nach der Eiszeit, sondern schon 



14 



Versammlnng am 2. März 1887. 



vor derselben bestand die heutige Flora in Europa, wenn auch noch nicht ex- 
clusiv. Die deutschen und Schweizer Funde als bekannt voraussetzend, wandte 
er sich zu einer auf dem Festland noch wenig bekannten Arbeit von Clemens 
Reid (Norfolk, Norwich Naturalist society Transact. IV, S. 189—200), die unsere 
Kenntniss des englischen Pliocäns bedeutend erweitert. Während das Norfolker 
Forestbed in den besten Geologien, z. B. bei Lapporent, mit drei Zeilen (gemäss 
der Geological survey, wo derselbe Reid das Cromer Forestbed beschrieb), ab- 
gefertigt wird, liegt jetzt nachstehende Liste von präglacialen Pflanzen vor, die 
im British Museum von Canuthers und Ridley revidirt wurden. Nur die 
Samen und Blüthen werden hier aufgezählt. 

Thalictrum minus L. (flexuosum nach Canuthers), flavum L., Ranun- 
culus aquatilis L., repens L., Nuphar luteum, Stellaria aquatica Scop., sp., Medi- 
cago sp. (Ridley), Prunus spinosa L., Sanguisorha officinalis L., Bubus fruti- 
cosus L., Myriophyllum sp., Hippuris vulgaris L., Trapa natans L,, Oenanthe 
Lachenalii Gmel, Peucedanum palustreWönch, Cornus sanguinea L., Carduus sp., 
Bidens tripartita L., Menyanthes trifoliata L., Lycopus europaeus L., Stachys 
palustris L., Myosotis caespitosa Lh., Suaeda maritima Dm., Atriplex {?patula), 
JRumex maritimus L., Acetosella L., sp. {?crispus), Euphorbia amygdaloides 
L., sp., Ceratopliyllum demersum L., Quercus robur L., Fagus sylvatica L., Co- 
rylus Ävellana L., Älnus glutinosa L., Sparganium ramosum Mde., Patamogeton 
heterophyllus Sorb., crispus L., trichoides Chan., pectinatus L. (früher von 
ihm als flabellatus beschrieben), Zannichelia palustris L., Älisma plantago L., 
Juncus sp., Cladium mariscum Br., Scirpus setaceus (uud pauciflor., caespitans, 
fluitans und lacustrisj, Carex paludosa Good (und C. ripa^'ia?) (Ridley), Pinus 
abies, pectinata, Taxus baccata, Isoetes lacustris — also ein beträchtlicher Theil 
der heutigen Flora feuchter Localitäteu, wie es der Forestbed schon gemäss 
seines undurchlässigen Thones mit sich bringen musste. Endlich legte er so- 
wohl das Werk von Conwentz über die ßernsteinflora, als dessen Abhandlung 
über die Bernsteinfichte vor und besprach die Richtigkeit der unläugbaren Nach- 
weisung von Genera wie Geranium, JErodium, Andromeda, Sambucus u. s. w. im 
Bernstein. Die Ansichten Ettingshausen'« hätten hiedurch einen definitiven 
Sieg erfochten, wenn auch im Detail die Durchführung seiner Typen eine unhalt- 
bare 8ei. 



Hierauf sprach Herr Professor Dr. C. Grobben über die 
Wasseraufnahme bei Mollusken. 

Seit Poli bestellt die Ansicht, dass die Mollusken behufs Schwellung 
(>(\fT auch zur Krnähruug, Resjjiration Wasser in den Körper aufnehmen, welches 
um-h <Ur Annahme einiger Beobachter in eigenen Gefässen circuliren, nach der 
AiiHchauung der mchtfu jedoch in das Blutgefässsystem selbst eintreten sollte. 
Zahlreiche in den letzten Jahren angestellte UnterKUchungen und Erwägungen 
fO}irt<fn, »'inen Fall auHgenomrnen, alle zu dem Resultate, dass eine solche Wasser- 
»nfnahuie überhaupt nicht stattfindet. Die vermeintlich diesem speciellen Zwecke 



Versaminlung am 2. März 1887. 



15 



dienlichen, äusserlich am Körper zu beobachtenden OefFuungen stellten sich ent- 
weder als Ausmündungeu von Drüsen oder aber als in Folge von Verletzung 
entstandene Einrisse der Haut heraus. Ebensowenig erfolgt eine Wasseraufnahme 
durch die Niere. Bei den Najaden speciell waren von Kebor Oeffnungen be- 
schrieben worden, welche aus dem Pericardialraum in Höhlungen des Mantels 
führen, und es war naheliegend, auch diese für die Wasseraufnahme in An- 
spruch zu nehmen. Diese Oeffnungen erwiesen sich jedoch nach eigenen Unter- 
suchungen als nicht diesem Zwecke dienlich, sondern als die Einmündungssteilen 
einer vom Pericard aus entstandenen Drüse, der sogenannten Pericardial- 
drüse, welche von Keber als rothbraunes Organ beschrieben war. Damit er- 
scheint ein neuer Stoss gegen die Ansicht einer Wasseraufnahme bei den Mol- 
lusken geführt. 

Herr Dr. M. Kronfeld erläuterte die Morphologie des Blüthen- 
standes von Typha und gab überdies die Beschreibung zweier 
neuer Typha-Formen: 

1. T. spatulaefoUa n. sp. 

T. inflorescentiis cylindraceis, spatio 4 mm. longo remotis. Inflor. <^ 
ad 10cm. longa, totidemque mm. lata, foliolis 3 caducis interrupta. Polline 
sarcinaeformi, Semper in tetrades cohaerente. Inflor. Q rufo-fusca, ad 15 cm. 
longa, in fructificationis stadio ad 25 mm. lata. Floribus Q ebracteatis, 
stigmate rhomboideo-lanceolato , interdum lobato vel suhlobato. Fructibus 
angusto-ellipticis, longe stipitatis, setis perigonii ad stigmatis basim. per- 
tinentibus (seminibus ad unum omnibus abortis). Foliis caulinis pla- 
niusculis, versus apicem in spatulae modum dilatatis, transitu va- 
ginae in laminam 4—5 mm. lato, hinc in tertiam partem supe- 
riorem usque ad 7 — 12 mm. patescentibus. 

E Tirolia meridionali (?). Galt, in horto Oenipontano annis 1870—1871. 
Specimina vidi in herbario A. Kern er. 

Foliis caulinis spatulatis admodwn haec planta diff'ert a Typhae specie- 
bus hucusque mihi notis. Ceteroquin T.elatiori Bore au vel aliae e T. lati- 
foliae L. sectione (secundum BohrbachJ affinis. 

2. T. stenophylla F, et M, var, ad inU alopecuvoides, 

T. inflorescentiis teneris, spatio ad 4 cm. longo remotis, fo- 
liis caulinis multo superatis. Inflor. 10— 15 cm. longa, modo 4— 5 mm. 
lata. Pollinis bullis simplicibus. Inflor. Q rufo-fusca 4—5 cm. longa, 
in anthesis stadio 5 mm. lata. Floribus 9 ebracteatis, stigmate rJiom- 
boideo-lanceolato. Fructibus. . . Foliis caulinis supra planiusculis, infra 
convexiusculis, glaucescentibus, linearibus, 2—3 mm. latis. 

E Mossia. Cult. in horto Vindobonensi nonnullis ex annis. 

Quam Typham, insignem inflorescentiis longitudine diversis (feminea 
enim haud raro tantum ad tertiam partem masculae aequat.J, spatio conspicuo 



16 



Versammlung am 2. März 1887. 



rcmotis, angustissimis, quasi amentiformibus — a T. stenophylla F. et M. 
(T. juncifolia Cela'kovs'ky teste Bohrb.) typica, varietatem saltem, ad in- 
terim esse scparandam censeam. 



Herr R. Dewoletzky besprach hierauf das Seitenorgan der 
Nemertinen. 

In den letzten Decennien sind wiederholt in den verschiedensten Gruppen 
des Thierreichs Organe gefunden worden, deren Structur keinen Zweifel dar- 
über lässt, dass sie als Sinnesorgane fungiren; da ihre Deutung als Seh-, Hör- 
oder Tastorgane ausgeschlossen ist, hat man dieselben als Organe eines sechsten 
Sinnes bezeichnet. Ein solches Organ kommt fast allen Nemertinen zu und 
ist hier als „Seitenorgan" bekannt. Bei den spaltköpfigen Nemertinen findet 
man es als ein grosses, mit dem Hirn direct zusammenhängendes Ganglion, mit 
welchem sich von Aussen her eine Canaleinstülpung verbindet, die vom Hinter- 
ende der Kopfspalten entspringt. Der flimmernde Canal gliedert sich in einen 
weiteren Vorraum, dessen Beginn und Ende durch die Einmündung von Drüsen- 
gruppen bezeichnet sind und ein engeres, blind geschlossenes Rohr. Die Epithel- 
zellen des letzteren stehen durch Fasern mit den umgebenden Ganglienzellen 
in Verbindung. 

Aehnliche „Seitenorgane" treten bei einigen wenigen Turbellarien auf. 
Organe eines sechsten Sinnes finden sich bei zahlreichen im Wasser lebenden 
Tliieren verschiedener Typen, so bei Coelenteraten, Würmern, Mollusken, sowie 
Wirbeltliieren. Es erscheint demnach die Vermuthung gerechtfertigt, dass das 
Seitenorgan zur Prüfung der Beschaffenheit des Wassers dient. Die Nemertinen 
scheinen gegen Veränderungen desselben besonders empfindlich zu sein. 



Herr ])r. (J. Richter überreichte ein Manuscript, betitelt: 
„lJ»jber einige neue Pflanzen aus Niederösterreich" und besprach 
dc8.s(;n Inhalt (siehe Abhandlungen Seite 189). 



Kerner legte Ileri- J^rof'essor Dr. G. Mayr eine Abhandlung 
dcH lleriii .1. Ki(;fl'(;r vor: j^Äulax Hypochoeridis nov. sp." und 
rfif'eiiilr rlcii Jiilialt derselben (siehe Abhandlungen). 



lli'.i v 11. iM a II M tlujiltc mit, dass durch ihn eine Micro- 
lepidoptcron-Sainnilung in 9 Kästen (1400 Arten in 2500 Stücken) 
iini den l'r«'iH V(»n (\() 11. zu v<;rkauf<!n K(!i. 



Jahres -Versammlung am 6. April 1887. 



Vorsitzender: Herr Hofrath Dr. C. Brunner 
V. Wattenwyl. 



Neu eingetretene Mitglieder : 

Als Mitglied bezeichnet durch 



Buzek Franz, Lehrer in Eakonitz . 
Leibiinger Gustav, Wien . . . 
Lütk emulier, Dr. Johann, Wien . 
Reiser Othmar, Wien 



Ad. Handlirsch, Dr. L. v. Lorenz. 
Dr. C. Fritsch, Dr. R. v. Wettstein. 
Dr. F. Low, P. Low. 
Dr. L. V. Lorenz, Dr. R. v. Wett- 
stein. 



Eingesendete Gegenstände : 
150 Flechten für Schulen von Herrn C.Koelbel. 

35 Arten für das nied.-österr. Landesherbar von Herrn H. v. Krem er. 
Eine grössere Sendung Seethiere für Schulen von Herrn F. Freiherrn v. 
Liechtenstern. 

350 Käfer von Herrn Baron Pelikan v. Plauenwald. 
200 Lepidopteren füi' Schulen von Herrn A. Rogenhof er. 



liericht des Präsidenten -Stellvertreters Herrn Hofrath Dr. €. Bruuuer 

T. Wattenwyl. 

Hochgeehrte Jahresversammlung! 

Das abgelaufene Vereinsjahr 1886 bietet einen vollkommen normalen 
Verlauf. 

Der XXXVI. Band unserer Verhandlungen enthält 54 Seiten Sitzungs- 
berichte, 483 Seiten Abhandlungen und XII Tafeln. 

Ueber den Zuwachs und die Verwendung der Sammlungen und unserer 
Bibliothek wird der Secretärsbericht die eingehenden Erläuterungen enthalten, 
Z. B. Ges. B. XXXVII. Sitz.-Ber. C 



18 



Jahres-Versammlung am 6. April 1887. 



sowie über die befriedigenden finanziellen Verhältnisse der Bericht unseres 
Herrn Rechnungsführers. 

Der Stand der Mitglieder mit Ende des Jahres beträgt im Ausland 468, 
im Inland 558, im Ganzen 1026. Hiebei sind die im Laufe des Jahres ein- 
getretenen 41 Mitglieder mitgezählt. 

Durch den Tod haben wir verloren: Balfour Dr. Hutton (Edinburgh), 
Bermann Josef (Wien), Busk Dr. George (London), Grabacher Dr. Anton 
(Krems), Haider Dr. Johann (Znaim), Harold Edgar (München), Hizdeu 
B. V. (Hacking), Kalchbrenner Carl (Zips), Landerer Franz (Athen), Le 
Comte Theophil (Lesines), Lischke Dr. E. (Elberfeld) Mohnike Dr. 0. G. 
(Surabaja, Java), MorrenEd. (Lüttich), Nader Dr. Josef (Graz), Ofenheim 
Victor Ritter v., (Wien), Pokorny Dr. Alois (Wien), Raimann Leopold 
(Währing), Renard Dr. Carl (Moskau), Schaitter Ignaz (Rzeszow), Sedlitzky 
Dr. Wenzel (Wien), Scott John (London), Uechtritz Ritter v. (Breslau). 

Ich ersuche die Versammlung, diesen 22 Collegen eine ehrende Erinnerung 
zu widmen durch Erheben von den Sitzen. 

Mit der heutigen Jahres-Versammlung ist ein Zeitabschnitt von 25 Jahren 
abgeschlossen, in welchem die Gesellschaft sich des hohen Protectorates Seiner 
k. und k. Hoheit des Durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Rainer erfreut. Mit 
Dank blicken wir auf diesen für unsere Gesellschaft so glücklichen Zeitraum 
zurück und vereinigen uns in dem aufrichtigen Wunsche, dass es uns noch lange 
vergönnt sein möge, unter dieser hohen Protection zu arbeiten. 

Wir feiern aber auch das fünfundzwanzigste Präsidium Seiner Durchlaucht 
des Herrn Fürsten Josef CoUoredo-Mannsfeld. Unter uns ist kein Mitglied, 
welches nicht des grossen Werthes dieser Leitung bewusst ist. Sie werden freudig 
meiner Aufforderung Folge leisten, zum Ausdrucke des Dankes und der Ver- 
ehrung für unseren hochgeschätzten Herrn Präsidenten sich von den Sitzen zu 
erheben. 

Die Versammlung erhebt sich von den Sitzen. Hierauf theilt 
Redner mit, dass der Ausschuss zur Feier dieses Gedenktages 
den Erlass einer Adresse beschlossen habe. (Siehe Seite 29.) 
])(iv Kedner fährt hierauf fort: 

Dieses für unsere Gesellschaft so erspriessliclie Doppelfesl, gibt mir eine 
nH.h<-\'i<'^('u<h- VfM-anhissiing, auf unsere Thätigkeit während dieses letzten Viertel- 
i;UjrhiHKlf:rtH zurückzublicken und die Frage zu stellen: Inwiefern haben wir 
'\i-n Zweck unsorer Gesellschaft erfüllt, das Studium wissenscliaftlicher Zoologie 

nd Botanik anzuregen, zu fördern luid zu verbreiten? — und hieran einige 
Sf;hIusKfolgerungen zu knüpfen über die Art und Weise, wie wir in der nächsten 
Zukunft dieser Aufgabe gereclit werden können. 

Die fünfundzwanzig Bände unserer Verhandlungen aus dieser Periode 

'*')n'ii uns ein treues Bild der Fortschritte unserer Wissenschaft. Bald sind 
'ÜH zoo!ogiHch<'n . bald die botanischen Abhandlungen vorwiegend, beide ein- 



Brunne r v. Wattenwyl. 



19 



trächtig iu dem gemeinschaftlichen Ziele des Forschens, beidö kämpfend für 
dasjenige, was jeder Forscher in seinem Gebiete für richtig erachtet. 

In unsere Periode fallen die für beide Disciplinen gleich erlösend wirkende 
Lehre Darwin's, sowie die epochemachenden Entdeckungen im Gebiete der Par- 
thenogenesis, der Wechselwirkung der Thiere und Pflanzen und des Zusammen- 
lebens, wodurch unter Anderem die Familie der Flechten ihre individuelle Be- 
rechtigung einbüsste, dann die Entdeckung der naturgeschichtlichen Ursache 
so vieler Krankheiten, von den Trichinen bis zum Cholera-Bacillus, wodurch 
die Lehre und die Heilung der ansteckenden Krankheiten eine sichere Basis 
gewonnen haben. 

Von allen diesen zoologischen und botanischen Errungenschaften sind 
unsere Abhandlungen nicht nur durchweht, sondern viele der letzteren enthalten 
geradezu die betreffenden Entdeckungen. 

Einer specifischen Richtung aus dieser Periode muss ich Erwähnung thun, 
weil ich glaube, sie als ein eigentliches Erzeugniss der Wiener Schule bezeichnen 
zu dürfen. Es ist dies die sorgfältige Untersuchung der Pflanzenauswüchse, 
welche zuerst von unserem unvergesslichen Frauenfeld mit einer rührenden 
Behaarlichkeit gepflegt und sofort mit glänzendem Erfolge von einer Anzahl 
unserer Collegen weitergeführt wurde, welche wir heute noch das Glück haben 
als Koryphäen in unserer Mitte zu besitzen. 

Aber der Erfolg soll uns iiicht ruhen lassen, und ich halte es für eine 
Pflicht, auch von demjenigen zu sprechen, was wir in der nächsten Zukunft 
zu thun haben. Sie werden mir gestatten, mich hiebei auf ein Gebiet zu be- 
schränken, in welchem ich, gemeinschaftlich mit vielen Collegen, persönlich 
seit dreissig Jahren thätig bin und das zu beurtheilen ich deshalb berechtigt 
und verpflichtet bin. 

Seit langer Zeit besteht in der Zoologie wie in der Botanik eine Kluft 
zwischen jenen Forschern, welche mit dem Mikroskop in der Hand die Ent- 
wicklungsgeschichte unserer Objecte erforschen, und jenen, welche mit Hilfe 
ihrer Unterscheidungsgabe die Beschreibung und Classification der in der Natur 
vorkommenden Organismen anstreben. Die Trennung der beiden Richtungen liegt 
nach meinem Dafürhalten nur in der Methode. 

Während die Ersteren mit Beihilfe der Physik und Chemie und daher 
mit rein wissenschaftlichen Hilfsmitteln ihrem Ziele nachstreben, müssen sich 
die Letzteren mit ihren gesunden Sinnen begnügen. Es erheischt die Methode 
der Ersteren einen wissenschaftlichen Apparat, der an sich schon eine Aureole 
verbreitet, welcher wir mit Ehrfurcht begegnen. Was aber das Ziel der Forschung 
selbst betriff't, so ist es mir unmöglich, in dem Studium der Entwicklungs- 
geschichte eine höhere Wissenschaftlichkeit zu erkennen als in dem Studium der 
fertigen Formen, oder einen grösseren Scharfsinn zu bewundern in der Be- 
obachtung der Veränderung einzelner Organe als in der Classification der natur- 
geschichtlichen Entitäten. 

Ich hatte einen Jugendfreund, welcher heute ein berühmter Astronom ist 
und vor vierzig Jahren eine ganze Ferienzeit damit zubrachte, hunderttausend 

C* 



20 



Jahres-VersamiDlung am 6. April 1887. 



Würfe mit Würfeln vürzunehmen, die er sorgfältig notirte. Für den Laien war 
das Resultat ein Chaos von Ziffern. Für den Mathematiker aber waren diese 
Ziffern eine reiche Quelle der scharfsinnigsten Rechnungen, durch welche er 
die Form seiner Würfel, die Lage des Schwerpunktes, dann die Grenzen, bei 
welchen die Wahrscheinlichkeitsrechnung mit der Wirklichkeit zusammenfällt, 
berechnete. Während vieler Jahre fand er in dem Ergebniss seiner anscheinend 
trivialen Arbeit die reichste Quelle wissenschaftlicher Befriedigung. 

Nicht die Methode bedingt die Wissenschaftlichkeit, sondern das Genie, 
welches wir auf den Gegenstand verwenden. — Und wenn ich diesen Satz auf 
unsere Rivalität anwende, so erkenne ich in dem Herausfinden subtiler Unter- 
schiede und auffallender Uebereinstimmungen, welche ja das ganze Geheimnis s 
der Systematik bilden, die Thätigkeit eines Scharfsinnes, welcher die Wissen- 
schaft ihre Achtung nicht versagen kann. 

Die Schriften unserer Gesellschaft bieten ein reichhaltiges Materiale, 
welches auch im grossen Ganzen nach jenen beiden definirten Richtungen 
classificirt werden kann. Wir finden jedoch die in die Kategorie der Systematik 
gehörenden Abhandlungen in überwiegender Zahl, was der Aufgabe der Gesell- 
schaft: »zunächst die Fauna und Flora des österreichischen Kaiserstaates gründlich 
und vollkommen zu erforschen' entspricht. 

Wenn ich nun in dem Vorhergehenden eine Lanze brach für die eben- 
bürtige Stellung der systematischen Arbeiten, so müssen Sie mir auch einige 
Fingerzeige gestatten über die Aufgabe, welche wir zu erfüllen haben, um diese 
Stellung würdig zu behaupten. 

Ich glaube nicht weit von der Wirklichkeit abzuweichen, wenn ich die 
Zahl der mehr oder minder gut definirten Species, welcher die Zoologen und 
Botaniker gegenüberstehen, mit einer runden Million bezeichne, die mit dem 
Fleisse der Ameise zusammengetragen wurde. Lst dieses Materiale aber auch 
mit doj- Geschicklichkeit der Biene verarbeitet? 

Zu der Zeit eines Linne, Fabricius, Jussieu und De Candolle, als dies 
relativ kleine vorhandene Materiale noch übersichtlich war, genügte eine einzige 
Zeile zur Diagnose des Objectes und die Feststellung einiger prägnanter Cha- 
raktere zur classificatorischen Kintheilung. Heute, wo die Unzahl der Species 
mit all' ihren Uebergängon uns erdrückt, erheischt eine wissenschaftlich brauch- 
bare i>»'finilion einer neuen Species vorerst die gründliche Kenntniss des bereits 
Vorhandenen und dann eine scharfe Logik in der Einschachteluug des Neuen. 
— Die blosse Ankündigung, dass zu der vorhandenen Million noch einige neue 
SpecicH gekommen sind, ist von einem fraglichen wissenschaftlichen Werthe und 
waH «ind die sogenannten ,diagnoses ])reliininaires* — ich citJre absichtlich in 
'}('ucr Sprache, in welcher in dieser Richtung besonders viel geleistet wird — 
Andf'H-s alH solche Ankündigungen, wozu die Herren sich verleiten lassen durch 
die KrlaiibnlHH, das kleine Wort ,mihi' anhängen zu dürfen? 

Was MUH vor Allem Nolli thut, jneine Herrn Collegen, das sind Mono- 
Kraphien von (irnppen, deren Ausdehnung der Arbeitskraft des Verfassers 
lind der Zugänglichkeit des Materiales anheimgestellt wird: für die Monograjdiio 



Blunuer v. Watteuwyl. 



21 



einer Abtheiluiig oder auch nur eines einzelnen Genus sind wir dankbarer als 
für hunderte von vorläufigen Diagnosen systemlos neben einander gestellter 
neuer Species. 

Eine Art der Publication, welche dem Zwecke unserer Gesellschaft, die 
Kenntniss der vaterländischen Fauna und Flora zu erforschen, in hohem Grade 
entspricht, sind unzweifelhaft die Local-Faunen und -Floren. Aber auch hierin 
wird viel gesündigt. Es ist ein ganz natürlicher EntAvicklungsgang, wenn der 
Anfänger in irgend einem speciellen Gebiete unserer Disciplinen sich vor Allem 
ein Verzeichnis s seiner Species anlegt, allein es ist ein Fehler, der bis zur Ver- 
irrung führen kann, wenn er dieses unverdaute Verzeichniss publicirt. Mehr 
als einmal ist es vorgekommen, dass mir eine Schachtel mit Orthopteren zur 
Bestimmung zugesandt wurde, worauf ich nach wenigen Wochen unter Kreuz- 
band eine Druckschrift erhielt, betitelt: ,Verzeichniss der Orthopteren der Um- 
gebung von Zapfelheim', welches nichts Anderes enthielt als die nackten Namen, 
die ich den unglücklichen Exemplaren beigesteckt hatte, mit all' den Schreib- 
fehlern, welche die Unleserlichkeit meiner Schrift erzeugte, und wobei ich noch 
zur Vollendung meiner Deception im Eingange der Abhandlung die Worte lesen 
musste: ,Wir verdanken der gütigen Mitwirkung des Herrn etc. etc.' 

Ja, meine Herren, mit solchem Materiale wird das Piedestal unserer 
Stellung nicht hoch gebaut werden! — Und diese Vorkommnisse sind um so 
bedauerlicher, als nichts so geeignet ist zu scharfsinnigen und wissenschaftlich 
werthvollen Beobachtungen als eine gute Local-Fauna oder -Flora. Hier ist die 
Gelegenheit geboten zu jenen biologischen Notizen, welche uns in vielen Fällen 
über das Wesen der Organe, über den Bau der Thiere und Pflanzen, ihre Devi- 
nation und Anpassung mehr Aufklärung geben als die subtilsten miki'oskopi- 
schen Untersuchungen. Es ist kein Band unserer Schriften vorhanden, in welchem 
nicht derartige Musterarbeiten vorliegen, und ich kann mich nicht enthalten, 
diese Gelegenheit zu ergreifen, um meinen CoUegen den Dank und die Aner- 
kennung hiefür auszusprechen. 

Ich schliesse mit dem Wunsche, dass wir Alle, ein jeder auf seinem 
Gebiete und in seiner Gedankensphäre, zu dem Aufbau unserer Wissenschaft 
beitragen werden. Wir sind, im Gegensatze zu den exacten Naturwissenschaften, 
auf die Beobachtung angewiesen, und so wie jeder Soldat in seinem Tornister 
den Marschallstab trägt, kann jede richtige Beobachtung, auch von scheinbar 
unbedeutender Tragweite, zur Lösung der wichtigsten Probleme führen. Unsere 
Rivalität bestehe nicht in der Discussion der Würde, welche in der Methode 
liegt, sondern in der Production von Resultaten. Mit diesen werden wir nach 
neuen fünfundzwanzig Jahren unserem hohen Protector eine neue Ehre bereiten 
und unserem hochgeschätzten Präsidenten die schönste Ovation darbringen! 



22 



Jahres-Versammlung am 6. April 1887. 



Bericht des Secretärs Herrn Dr. Richard v. Wettstein. 

Indem ich an meine Aufgabe schreite, Ihnen heute einen Bericht zu 
erstatten über die wissenschaftliche Thätigkeit der Gesellschaftsmitglieder, in- 
soferne deren Resultate in den Verhandlungen niedergelegt sind, bin ich vor 
Allem in der angenehmen Lage, zu constatiren, dass der letzte, 36. Band unserer 
Schriften sich sowohl qualitativ als quantitativ seinen Vorgängern würdig an 
die Seite stellt. Der Band befindet sich schon seit längerer Zeit in Ihren Händen 
und Sie können daraus entnehmen, dass die Schriften unserer Gesellschaft auch 
heute das sind, was sie seit ihrem Bestehen waren und was sie auch in erster 
Linie sein sollen, eine Sammelstätte für alle Beobachtungen und Arbeiten, die 
unsere heimische Fauna und Flora betreffen, ohne dabei für Arbeiten allgemeineren 
Inhaltes verschlossen zu sein. In dem letzten Jahrgange unserer Schriften finden 
wir 49 grössere und kleinere Aufsätze von 33 Verfassern, darunter 18 zoolo- 
gischen, 27 botanischen und 4 allgemeineren Inhaltes. Kleinere Notizen fanden 
hauptsächlich Aufnahme in die Sitzungsberichte, von grösseren Abhandlungen 
möchte ich besonders hervorheben aus der Reihe der zoologischen eine Arbeit 
des Herrn Prof. G. Mayr: lieber die Formiciden der Vereinigten Staaten von 
Nordamerika, und eine Monographie der Gattung Evania von A. Schletterer; 
aus der Reihe der botanischen die XXII. Fortsetzung der werthvollen licheno- 
logischen Ausflüge in Tirol von F. Arnold, den IV. Beitrag zur Pilzflora Nieder- 
Oesterreichs von Dr. G. Beck und endlich den Versuch einer Lichenen-Flora 
von Galizien von L. Bobersky. Dem vorliegenden Bande sind XII Tafeln und 
9 Holzschnitte beigegeben. 

In der Art der Herausgabe wurde im Laufe des verflossenen Jahres eine 
wichtige Aendoruiig durchgeführt: die Schriften erscheinen jetzt heftweise viermal 
im Jabre und war das Secretariat bestrebt, die einzelnen Hefte pünktlich nach 
Ablauf der einzelnen Quartale zur Ausgabe zu bringen, was ihm allerdings nur 
durch das Entgegenkommen des Buchdruckereibesitzers Herrn A. Holzhausen 
möglich wai-. Für unsere Mitglieder erwächst aus dieser Art der Herausgabe 
der grosse Vortlieil, viel rascher in den Besitz der Publicationen zu gelangen, 
und für die Verfasser der Abhandlungen die Annehmlichkeit ilire Beiträge in 
möglichst, kurzf;r Zeit in Druck gelegt zu sehen. So wurde denn auch in den 
1-tzten Tagen das J. H(!ft des laufenden Jahrganges fertiggestellt, das gleich- 
fall« eine Reihe werihvollor Aufsätze enthält. Dankend muss ich auch hervor- 
heben, dass die Rcdaction des I. Heftes des vorigen Jahrganges von meinem 
Vorgänger im Secretariah; Mcsni Dr. G. Beck durchgefühjt wurde. 

Dur<;h das heftweise Mrscluiinen erliielten unsere Verhandlungen den 
Charakter <-iner periodischen Z(!it,schrift im engeren Sinne des Wortes und stellte 
sich für uns eine bedeutende Reduction der Portoauslagen für die Versendung 
herauH, indem iib<'r uns'T Ansuchen die k, k. Post- und Telegraphen-Direction 
der GenellMchart in jüngster Zeit das Recht ertheilte, bei dem Verschicken der 
einzelnen Hefte von Zeitungsinarken Gebrauch zu machen. 



Ludwig V. Lorenz, 



23 



In Bezug auf die sonstige wissenschaftliche Thätigkeit erwähne ich, dass 
im Laufe des vergangenen Jahres botanische Discussionsabende ins Leben traten, 
die zumeist an jedem zweiten Freitage eines Monates eine grössere Anzahl von 
Mitgliedern zusammenrief und zu regem wissenschaftlichen Gedankenaustausch 
Gelegenheit boten. 

Schliesslich möchte ich hervorheben, dass auch im vergangenen Jahre, 
wie früher, von Seite mehrerer Verkehrsanstalten Mitgliedern der Gesellschaft 
Fahrpreisermässigungen gewährt wurden, und dass wir in dieser Hinsicht ins- 
besondere der General -Direction der k. k. priv. Südbahn -Gesellschaft zu leb- 
haftem Danke verpflichtet sind. 



Bericht des Secretärs Herrn Dr. Ludwig yon Lorenz. 

Indem es mir obliegt, über die Sammlungen der Gesellschaft für das ver- 
flossene Jahr zu berichten, kann ich vor Allem mittheilen, dass von Seite zahl- 
reicher Mitglieder auch heuer wieder reichliche Beiträge, namentlich zum Zwecke 
der Vertheiluug an Schulen der Gesellschaft zugewendet worden sind. In den 
einzelnen Monatssitzungen wurde bereits hierüber von Fall zu Fall referirt, und 
es erübrigt mir nur, diese einzelnen Berichte kurz zusammenzufassen. 

Besonders ausgiebig waren die Schenkungen an Pflanzen und betheiligten 
sich an dem Zusammenstellen der Schulherbarien auf Grund der seinerzeit 
publicirten Verzeichnisse, indem von jeder Art je 15 Exemplare eingesendet 
wurden, die Herren: H. Braun, Dr. M. Eichenfeld, C. Jetter, E. Karny, 
A. Keller, H. v. Kremer, F. M. Müllner, Dr. F. Ostermeyer, L. Preyer, 
Dr. R. Rauscher, Dr. C. Richter, H. Sabransky, F. J. Sandany, Dr. 
0. Stapf, S. Stockmeyer, Dr. R. v. Wettstein, A. Wiemann, E. Witting, 
Dr. E. Woloszczak, Dr. A. Zahlbruckner. 

Auch an zoologischen Objecten für die Schulen haben wir namhafte Spenden 
erhalten und ist die Gesellschaft namentlich Herrn Baron F. v. Liechtenstern 
für zahlreich eingesendete Seethiere zu besonderem Danke verpflichtet. 

Herr J. Kolazy, welche bisher durch eine Reihe von Jahren mit uner- 
müdlicher Hingebung sich fast ganz allein mit der mühsamen Arbeit der Be- 
theilung der Schulen und der Buchführung darüber beschäftigte, hat leider im 
Laufe des Vorjahres seine Thätigkeit in dieser Richtung wegen Zeitmangels ein- 
stellen müssen und haben daher die Vertheilung der zoologischen Objecte im 
vergangenen Jahre die Herrn Gebrüder Handlirsch für die Insecten und meine 
Wenigkeit für die übrigen Thierclassen übernommen. 

Ich halte es für eine Ehrenpflicht, dem Herrn J. Kolazy den ihm bisher 
für seine Mühewaltung bereits bei Gelegenheit ausgesprochenen Dank nochmals 
zu wiederholen und möchte nur anführen, dass durch ihn seit dem Jahre 1876 
im Ganzen rund 115.000 zoologische und botanische Objecte an Schulen ver- 
theilt wurden; diese Zahl spricht genug für den, dessen Bienenfleiss sie zu- 
sammengetragen hat, und sichert ihm gewiss allseitige Anerkennung. 



24 



Jahres-Versammlung am 6. April 1887. 



Die Vertheilung der durch die vorgenannten Herren zusammengestellten 
Herbarien geschah durch Herrn Dr. von Wettstein; es wurden 15 Schulen 
mit Pflanzen versorgt und an dieselben eine Gesammtzahl von 6360 Exemjplaren 
abgegeben. 

Mit zoologischen Objecten wurden 20 Schulen beschenkt und gelangten 
an dieselben im Ganzen 3040 Exemplare zur Vertheilung. 



Ausweis über die Betheilung der Lehranstalten mit Naturalien. 



PoBtnummer 1 


NäiuB d.6r Lohranstält 


Wirbelthiere 
und 
Präparate 
von solchen 1 


Insecten 1 


Conchylien 1 


Krebse, | 
Strahlthiere, 
Würmer 


Pflanzen 


1 


Albrechtsberg a. d. gr. Krems: Volksschule . , 


17 


90 


44 


4 


400 


2 




33 


— 


— 


11 


— 


3 




18 


60 


— 


2 


580 


4 


Sechshaus : k. k. Staats-Oberrealschule 


2 


49 




7 




5 


St. Veit, Unter-,: Kuabeu-Rettungshaue .... 


19 


75 


22 


5 


400 


6 




17 


240 






400 


7 


Wien, YII. Kandlgasse: Städtische Volksschule 




47 


- 


12 




8 


„ III. Höruesgasse: Städtische Bürger- 


















177 








9 


„ VIII. Zeltgasse: Städtische Bürgerschule 
















7 


2 


1 


9 


400 


10 


„ I. Schotteubasteigasse: Comraunal-Ober- 
























400 


11 




19 


82 


22 


5 


400 


12 


Sievring : Volksschule 


19 


82 


22 


5 


400 


13 


Wien, II., Darwingasse: Städtische Bürgerschule 














für Mädcheu 


35 


III 


(;o 


10 




14 




20 


87 


22 


5 


400 


l."» 


Wien, IV., Starheniberggasse : Bürgerschule . . 










400 


IG 


Klosterneuburg: Volkssclmle für Mädchen. , . 


17 


(i5 


(K) 


2 




17 


üeutHcli-Bene;<cliau : VolkKKchulo 


17 


105 


(10 


2 


400 


18 


Atzgersdorf: Volksscliule für Mädchen 


29 






2 




19 


Wien, I.. IlogelgasHO: Lchrerinnen-Bildungs- 


















4r.7 


GO 


10 


580 


20 


(»oihsenbrunn im Marchfolde: Volksschule , . . 


l.') 


105 


(;o 


2 


400 


21 


Markthof: Volks'^chule 


l(i 


105 


GO 


2 


400 


22 


Miütelbach : BürgerHcliulo für Kiiabon 


29 


105 


GO 


5 


400 




Suiiwno . . 
Totale , , 


333 


2054 


■™ 1 

9400 


100 


G3G0 



l'üv das Jalir 1S87 liegt bereits wieder eine Roilie von Gosuclion von 
-cbiilpn vor und .'rlaubc ich mir daher an die goohrtcn Mitglieder, besonderH 
rill din Hf-rn-ii Zoologen dift Hift,. /,i riclileii, sidi möglichst zahlreich an der 
I.if.f.Tiirii' <\<-r h-liv(r..,i<KMi ohj-rt,. /„ iM.lli.'iligcii und «icli liicbei liauplsiiclilicli 



Josef Kaufmann. 



25 



au das von den Herren Professoren Latzel und Mik zusammengestellte Ver- 
zeichniss der für Schulen wünschenswerthen Demonstrationsgegenstände zu halten. 

Die Bibliothek, welche unter der musterhaften Verwaltung des Herrn 
Finanzrathes Franz Bartsch seit Jahren steht, hat eine Bereicherung von 
60 Exemplaren selbstständiger Werke und Separatabdrücke gewonnen; die Zahl 
der Vereine, mit welchen wir in Schriftentausch stehen, hat sich um acht 
vermehrt. 

Ich schliesse hiemit meinen Bericht und spreche allen verehrten Mit- 
gliedern, welche sich um die Sammlungen und um unsere Bibliothek verdient 
gemacht haben, im Namen der Gesellschaft den verbindlichsten Dank aus. 



Bericht des Rechnungsführers Herrn Josef Kaufmann. 
Einnahmen : 

Jahresbeiträge mit Einschluss der Mehrzahlungen und Eintritts- 
taxen von zusammen fl. 285 . 87 fl. 2.717 . 87 

Subventionen „ 1.630 . — 

Verkauf von Druckschriften und Druckersätze „ 395 . 12 

Interessen von Werthpapieren und für die bei der Ersten öster- 
reichischen Sparcasse hinterlegten Beträge „ 308 . 94 

Porto-Ersätze „ 68.60 

Beiträge auf Lebensdauer „ 60 . — 

Summa . fl. 5.180 . 53 

und mit Hinzurechnung des am Schlüsse des Jahres 1885 
verbliebenen Cassarestes sammt fl. 3.500 un- 
antastbaren Vermögens von „ 4.801 . 81 

im Baarem und fl. 1.700 . — 

in Werthpapieren, im Ganzen fl. 1.700 . — fl. 9.982 . 34 

Die Werthpapiere bestehen aus: 

2 siebenbürg. Grundentlastungs-Obligationen ä 100 fl. und 

1 g. Silberrente zu 50 fl. als Geschenk von Sr. Excellenz Herrn Cardinal-Erz- 
bischof Dr. Ludwig v. Haynald. 

1 g. Silberrente zu 100 fl., Geschenk von Herrn Dr. Ludwig Ritter v. Köchel. 

1 g. Silberrente zu 100 fl., Geschenk von Herrn Brandmayer in Wien. 

1 g. Notenrente zu 100 fl. von Herrn A. Rogenhof er. 

4 g. Notenrenten ä 100 fl., Geschenk von Herrn Baron v. Königswarter. 

1 Rudolfslos zu 10 fl. (3 sind bereits ohne Treffer gezogen) und 

1 g. Notenrente zu 100 fl. als Spenden von Herrn Martin v. Damian itsch, pens. 
k. k. General-Auditor, zum Andenken an seinen am 19. October 1867 ver- 
storbenen Sohn Rudolf Damianitsch, stud. jur. 

Z. B. Getä. B. XXXVII. Sitz.-Ber. D 



26 



Jahres-Versammlung am 6. April 1887. 



1 Clarjlos zu 40 fl. 

5 g. Silberreuteii ä 100 fl., Legat nach Herrn Dr. Ludwig Ritter v. Kochel. 
1 g. Notenrente zu 100 fl., Legat nach Herrn Paul v. Wagner. 

Ausgaben : 

Besoldung fl. 750 . — 

Neujahrsgelder „ 80 . — 

Beheizung, Beleuchtung und Instandhaltung der Gesellschaftslocali- 

täten, dann der diesbezügliche Beitrag für den Sitzungssaal „ 215 . 03 
Herausgabe von Druckschriften: 

für den XXXVI. Bd. der Verhandlungen Druck fl. 1988 . 56 

niustrationen „ 545 . 15 „ 2.533.71 

Bticherankauf 256.02 

Erfordernisse für das Museum „ 60 . 31 

Kanzlei-Erfordernisse und Drucksorten ,. 265 . 26 

Buchbinderarbeit für die Bibliothek „ 225 . 30 

Porto- und Stempelauslagen ,, 291 . 26 

Sonstige Auslagen . . . „ 107 . 63-5 

Summa . fl. 4784.52*5 

Hiernach verblieb am Schlüsse des abgelaufenen Jahres ein Cassarest von 
fl. 1.700.— in Werthpapieren und fl. 5.197 . 8r5 in Baarem, welch' letzterer 
zum grössten Theil bei der Ersten österreichischen Sparcasse hinterlegt ist, und 
wovon der Theilbetrag von fl, 3.560 . — ein unantastbares, aus den für Lebens- 
dauer eingezahlten Beiträgen entstandenes Capital bildet. 



Verzeichniss 

jener der Gesellschaft gewährten Subventionen, sowie der höheren Beiträge von 
fünf Gulden aufwärts, welche in der Zeit vom 7. April 1886 bis heute in 
Empfang gestellt wurden. 



a) Subventionen: 

Von S. k. II. k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Josef fl. 200.— 
„ Sr. k. u. k. Holifil rieni durchlauchtigsten Morrn l^]rzherzoge und 

Kronprinz<;n liudolf „ 80. — 

Von Ibron k. u.k. Hoheiton den durchlauchtigsten Herren Erzherzogen: 

Carl Lud w ig ^ 30 . — 

Ludwig Victor 50 , 

\\\)TC.r \\\ ^ 50 . _ 

W 11 h <: I m 50 , — 

K a i n e r . 50 

H i n r i Ii „ 50 . — 



Josef Kaufmann. 



27 



Von Sr. Majestät dem Kaiser von Deutschland fl. 60 . — 

„ Sr. Majestät dem König von Baiern „ 40 . — 

Vom hohem k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht .... „ 300 . — 

„ „ niederösterreichischen Landtage „ 400 . — 

löblichen Gemeinderathe der Stadt Wien „ 300 . — 

b) Höhere Beiträge von 5 fl. aufwärts: 

Für das Jahr 1886: 
Von den P. T. Herren: 

Colloredo- Mannsfeld Fürst Josef zu, Durchlaucht fl. 100.— 

Marschall Graf August „ 10.— 

Arnold Dr. Ferd „ 6 . — 

Zickendrath Dr. Ernst „ 6.18 



Barbieux Aug., Damianitsch Mart, Egger Ed., Fritsch Jos., 
Haller Dr. C, Holzhausen Ad., Künstler G. A., Lich- 
tenstein J., Leder Hans, Lorenz Dr. L. v., Majer Mau- 
ritius, Marenzeller Dr. Em. v., Mik Jos., Müller Flor., 
Bebel Hans, Schleicher W., Vogel Franz, Vogl Dr. Aug., 



Wettstein Dr. E. v., Wiesner Dr. Jul., k. kath. Gymna- 
sium in Oedenburg je „ 5 . — 

Für das Jahr 1887: 

Von den P. T. Herren: 

Liechtenstein Joh., reg. Füi'st von und zu, Durchlaucht . . . fl. 25. — 

Schwarzenberg Fürst Joh. Ad., Durchlaucht „ 10.50 

Heidmann Alberik, Hochw. , Kinsky, Ferd. Fürst, Durchlaucht, 

Pelikan v. Plauenwald Ant. Freih. v., Bothschild Alb. 

Freih. v. je „ 10 . — 

Berg Dr. Carl „ 7.43 

Eöder Victor „ 6.25 

Arnold Dr. Ferd „ 6.20 

Hopffgarten Max Baron „ 6.19 

Kraus s Hermann „ 6. — 



Aberle Dr. C, Anders Ferd., Bachinger Aug., Bartsch Franz, 
Beck Dr. Günther, Breidler J., Cypers Victor v., Demi 
Arn. Dr., Dräsche Dr. Rieh. Freih. v., Eichenfeld Dr. 
M. V., Fekete Fidel, v., Felder Dr. Caj. Freih. v., Förster 
J. B., Fritsch Jos., Fuchs Theod., Gall Ferd., Gold- 
schmidt Moriz V., Gsangler Ant., Haläszy Dr. Eug. v., 
Heller Camill, Hirner Jos., Kaufmann Jos., Kremer 
Herm. v., Leonhardi Ad. Freih. v., Lorenz Dr. Ludw. v., 
Majer Mauritius v., Marenzeller Dr. Em. v., Matz Maxi- 

D* 



28 



Jahres-Versammlungf am 6. April 1887. 



milian, Milbes Ernst, More A. G., Müller Dr. A. J., 
Mülluer M. F., Novak G. B., Palacky Dr. J., Pelzein 
A. V., Patze A. G., Eeisinger Alex., Eupertberger M., 
Schaub Eob. V., Schiedermayer Dr. Carl, Scbleicher W., 
Seoane de Lopez Dr., Siebeck Alex., Staufer Vinc, 
Steindachner Dr. Franz, Tomeck Dr. J., Wachtl Friedr., 
Wolf Franz, Frau Zugmayer Anna, k. k. Staats-Gymna- 
sium Königgrätz, k. kath. Obergymnasium Oedenburg je . fl. 5 . — 

Die im Vorstehenden mitg-etheilte Jahresreclmung wurde 
hierauf den Herren L. Preyer und M. Pi'ihoda zur Revision 
übergeben. 

Herr Hofrath Prof. Dr. Anton R. v. Kerner hielt hierauf 
einen Vortrag „Ueber explodirende Blüthen". 

Er besprach zunächst die verschiedenen Einrichtungen welche getroffen 
sind, damit der stäubende Pollen nach dem Oeffnen der Antheren an einer 
geschützten Stelle in den Blüthen deponirt bleibe und schilderte hierauf das 
Ausschleudern des Pollens aus den Blüthen der Urticaceen und Mareen, einiger 
Papilionaceen und Scrophularineen und insbesondere der Crucianella Güanica. 



Herr Professor Dr. Friedrich Brauer hielt einen Vortrag 
„Ueber die Verwandlung der Meloiden" (siehe Abhandlungen). 



Secretär Dr. R. v. Wettstein legte schliesslich folgende 
eingelaufene Manuscripte vor: 

Voss, Wilhelm, „Materialien zur Pilzkunde Krains V", mit 
einer Tafel (siehe Abhandlungen Seite 207). 

Beck, Dr. Günther „Uebersicht der bisher bekannten 
Kryptogamen Nieder-Oesterreichs" (siehe Abhandlungen Seite 253). 



Am 11). April begab sich eine Deputation des Ausschusses, 
bestehend aus den Herren Hofrath Dr. C. Brunn er v. Watten- 
wyl, Baron A n t. Pelikan v. Plauonwald und Dr. Rieh. R. 
V. WettHt(;in zu flem Präsidenten Sr. Durchlaucht Fürst J. 
(Jolloredo-Mannsfcld und ül)erreichte ihm Namens der Gesell- 
»chaft eine Adn;HH(; mit folgendem Wortlaute : 



Versammlung am 4. Mai 1887. 



29 



Euere Durchlaucht! 

Fünfundzwanzig Jahre sind verflossen, während welcher die kaiser- 
lich-königliche zoologisch-botanische Gesellschaft der Ehre theihaftig war, Euere 
Durchlaucht als Präsideuten an der Spitze ihrer Vertretung zu finden. 

Mit voller Befriedigung blickt die Gesellschaft auf diesen Zeitraum zu- 
rück, in welchem sie sich kräftig entwickelte und ihrer Aufgabe gerecht wurde, 
die Kenntnisse im Gebiete der Thier- und Pflanzenkunde, insbesonders in unserem 
Vaterlande, zu fördern und zu erweitern. 

Die Gesellschaft ist durchdrungen von der Ueberzeugung, dass ihr er- 
freulicher Zustand zunächst der fürsichtigen und wohlwollenden Leitung Euerer 
Durchlaucht zu verdanken ist. 

Deshalb vereinigen sich ihre Mitglieder am heutigen Festtage, um Euerer 
Durchlaucht ihi-en tiefgefühlten Dank und die Hofi'nung auszusprechen, dass 
die Gesellschaft Euerer Durchlaucht bewährten Leitung noch viele Jahre 
sich erfreuen möge. 

Wien, am 6. April 1887. 

Dr. Karl Brunner v. Watten wjl. 

Präsident-Stellvertreter. 

Dr. Richard v. Wettstein. Dr. Ludwig v. Lorenz. 

Secretär. Secretär. 



Versammlimg am 4. Mai 1887. 

Vorsitzender : Herr Professor Dr. Gustav Mayr. 

Neu eingetretenes Milglied: 

^ ^ , Als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herr r> rp tt 

P. T. Herren 

Zoder Franz, Wien Dr. 0. Stapf, Dr. E. v. Wettstein. 



Eingesendete Gegenstände : 

3 Centurien Kryptogamen von Herrn Dr. Fr. Low. 
Eine grössere Collection Seethiere für Schulen von Herrn Fr. Freiherrn 
Liechtenstern. 
. Diverse Reptilien von Herrn Tomasini. 



30 



Versammlmig am 4. Mai 1887. 



Der Vorsitzende eröffnete die Sitzung- mit der Bekanntgabe 
der erfolgten Revision der Rechnungslegung pro 1886 ^ worauf 
dieselbe genehmigt wird. 

Secretär Dr. R. v. Wettstein erstattete Bericht über die 
für die Zeit vom 18. — 23. Mai geplante gemeinschaftliche Reise 
der Gesellschaft nach dem Quarnero und dem österreichischen 
Littorale^ für die alle Vorbereitungen bereits getroffen waren. 

Ferner berichtete derselbe über die botanischen Dis- 
cussionsabende am 18. März und 15. April, sowie über die 
gemeinsame botanische Excursion auf den Bisamberg am 17. April. 

Am 18. März sprach Herr Dr. Hanns Molisch über: 

1. Ein neues Holzstoffreagens. 

Die Mikrochemie kennt bereits eine Reihe vortrefflicher Ligninreactionen, 
darunter nehmen die beiden von Wiesner in die Histochemie eingeführten 
zweifellos die erste Stelle ein (Phloroglucin + Salzsäure und Anilinsulfat). 
Neben diesen und einigen anderen HolzstolFreagentien lässt sich, wie ich ge- 
legentlicli mikrochemischer Untersuchungen fand, mit grossem Vortheil auch 
Metadiamidobenzol verwenden. Dasselbe färbt — am besten in 5% wässeriger 
Lösung verwendet — verholzte Zellhäute tief dottergelb, und zwar so intensiv, 
dass sogar noch schwache Verholzung unterm Mikroskop selbst bei starker Ver- 
grösserung deutlich erkennbar wird. 

2. Knollenmasern bei Eucalyptus. 

Zahlreiche in Gewächshäusern gezogene Eucalyptus - Avten (E. amyg- 
dulina, E. macrotheca F. Müll., E. obliqua Sm. etc.) führen am unteren Theile 
des Stammes hanf korn- bis wallnussgrosse Knollenmasern, welche merkwürdiger- 
weise^ im Gegensatz zu den bekannten analogen Bildungen anderer Pflanzen, 
*'ine geset zmässige, von der Blattstellung bedingte Anordnung aufweisen. 
]>ie Blätter der genannten Arten stehen zum Mindesten im Bereiche der Knollen- 
region decussirt. Dieselbe Stellung zeigen nun auch die Knollenmasern. Dieser 
Cmstand, ferner der, dass sie stets den Ort der Axillarknospen einnehmen und 
Iii ihrer Oberfläche oft Triebe entwickeln, sprechen dal'ür, dass man es hier 
uiit Knosi*enmetaraorphosen zu tliun liat. 

?). Eine merkwürdige Form von Kicsclzcllen bei Calathea 
Stemamdi. 

Bf?i der unter diesem Namen in Gewäclishäusern cultivirten Pflanze treten 
nach Art der sogenannten Stegmafa oder Deckblättchen in unmittelbarer Uni- 
g<'bung der GefäHHbündel, bcNonder« der Bast^zellcn ganz absonderlicli gestaltete 
/♦•ll'Mi auf, deren I-iiuk-m voliNtiindig von Kieselsäure (oder vieUeicht von (jineni 



M. Kronfeld. 



31 



Silicat) erfüllt ist. Auf Längsschnitten erscheinen die nicht sehr grossen, meist 
2 — 3mal längeren als breiten Zellen bei bestimmter Lage in Form eines 
niedrigen Trapezes, welches in der Mitte seiner Basis einen grossen halbkreis- 
förmigen Ausschnitt besitzt. Eäumlich genommen entspricht der letztere einer 
halbkugelförmigen Aushöhlung. Hiedurch erhalten die erwähnten Zellen ihre 
geradezu verblüffende Form: oft zu Hunderten neben einander liegend, bilden 
sie um die Baststränge und Gefässbündel förmliche Kieselpanzer. Bei der Ver- 
aschung bleibt die das Lumen vollständig erfüllende Sj O2 in Gestalt von Aus- 
güssen zurück, die an iln-er Oberfläche das Innenrelief der Wand deutlich wieder- 
geben. Von der Wand selbst ist — offenbar weil die Verkieselung sich eben 
nur auf das Lumen erstreckt — in Aschenpräparaten nichts zu sehen. 

Am 15. April leitete Herr Dr. R. v. Wettstein die Be- 
sprechuDg des Themas „Ueber Erkennung und Benennung* der 
Bastarde" mit einem Vortrage über dasselbe ein. An der Discussion 
betheiligten sich insbesondere die Herren Dr. G. Beck, H. Braun, 
Dr. C. Richter und Dr. O. Stapf. Herr Dr. M. Kronfeld erläu- 
terte hierauf die Unterscheidungsmerkmale der einheimischen 
Typha- Arteii. 



Herr Prof. Dr. A. Burgerstein verlas einen Nekrolog über 
den langjährigen Vice-Präsidenten der Gesellschaft, Herrn Re- 
gierungsrath Dr. Alois Pokorny (siehe Abhandlungen). 



Herr Dr. M r i z K r n f e 1 d hielt sodann einen Vortrag 
„Ueber die Verbreitung der Typha Shuttleivorthii Koch 
et Sond. 

Im Jahre 1839 sandte Shuttle worth an Sonder in Hamburg eine Typha, 
die er am Ufer der Aar bei Belp und Bern in der Schweiz gesammelt hatte. 
Dieselbe findet sich als spec. nov. in Koch's Synopsis (ed. II, II, 786) aufgeführt 
und ist dem Entdecker zu Ehren benannt. T. Sh. gelangte durch die Schweizer 
Sammler (Christener, Lagger, Rehsteiner u. A.) vielfach in den Tausch- 
verkehr, so dass sie in keinem grösseren Herbarium fehlt. Nebst Belp und Bern 
wurden durch Eohrbach (Ueber die europäischen Arten der Gattung T., Bot. 
Ver. Brandenb. 1869, p, 80 1) noch folgende Standorte aus dem Aargebiete be- 
kannt: an der Saane bei Freiburg, an der Aar von Thun bis Solothurn, bei 



^) Auf diese Stelle beziehen sich alle folgenden mit ,Rolirl).' angedeuteten Citate. 



32 



Versannnlung am 4, Mai 1887. 



Lyss, im Büiizer Moor im Aargan. Der allmälig Raum gegebenen Ansicht, 
dass T. Sil. eine endemische Art sei, begegneten schon 1855 Godron und 
Grenier (Fl. d. France, III, p. 334), indem sie das Vorkommen in Frankreich, 
und zwar bei Lyon und le Var verzeichnen. Auch in Oberitalien beobachtete 
man die T. Sh., so bei Turin (Cesati nach Rohrb. 1. c.) und namentlich im 
Gebiete von Parma (bei Moncalieri, Tabiani und Callechio ; cf. Arcangeli: Fl. 
Ital). Die italienische Pflanze stimmt nach den mir vorgelegenen Specimen 
Gibbelj"s im Herbarium Haläcsy mit den Berner Exemplaren durchaus über- 
oiu. Süddeutschbxnd betreffend sah Rohrbach Specimina aus dem Badischen 
(Riegel unweit Freiburg im Breisgau, Winsloch), ferner aus dem südöstlichen 
Baiern (Strasse von Chiemsee bis Reichenhall). 

Die Verbreitung der T. Sh. in der Schweiz und in den angrenzenden 
Gebieten ist pflanzen-geographisch von hohem Interesse. Aar und Saane ent- 
springen im Berner Oberland, Rhone, Rhein und der in die oberitalienische Tief- 
ebene hinabführende Ticino (Nebenfluss des Po) strömen vom St. Gotthard herab, 
welcher im Osten neben dem genannten Gebirgsstocke aufragt. Der Annahme, 
dass der Rhein T. Sh. nach Deutschland, die Rhone nach Frankreich, der Ticino 
nach Italien geführt habe, steht füglich nichts im Wege, und es wird im Quellen- 
i^^ebiet von Aar, Rhein, Rhone und Ticino, welche beiläufig nach den vier Welt- 
i-ichtungen iliren Lauf lenken, der Ursprungsort der T. Sh. zu suchen sein. Da 
dieselbe der T. latifoUa L. am Nächsten steht — auf die Unterschiede soll noch 
zurückgekommen werden — kann diese weitverbreitete Pflanze als Stammart 
augesohen werden. Und wenn v. Borbäs (Oester, bot. Zeitschr. 1886, p. 82) 
T. Sh. als eine von T. latifoUa durch Asyngamie im Sinne Kerner 's abge- 
zweigte Art betrachtet, so stimme ich ihm, mit Vorbehalt einer ausführlichen 
Begründung, im Wesentlichen bei. 

Freilicli wird zu erwarten sein, dass sich T. Sh. zwischen der Rheinquelle 
und Froiburg einerseits, zwischen dem Rhein und dem Chiemsee andererseits, 
und drittens nocli an mehreren Stellen der oberitalienischen Tiefebene auffinden 
lasse. Die Verbreitung in der Ebene selbst ist bei T. Sh. insoferne begünstigt, 
als die Samen unter allen Arten die längsten und also zum Fluge günstigsten 
Ifaarkronen aufweisen. Es ist weiter bemerkenswerth, dass T. Sh., so weit meine 
Krlahruiigen reicheu, niemals verkümmerte Samen darbietet und hierin beispiels- 
weise von T. minima Funk abweicht, die in der Stockerauer Gegend bei Wien 
und an anderen Orten sich föi-mlic)i apogamisch zeigt und somit lediglich durch 
fortge.schweramte Kliizome verbreitet werden kann. 

Ilorbicli machte im Jaln-e 1859, also zu einer Zeit, da oi-st das Schweizer 
Vorkommen der T. Sh. allgemein bekannt war, die übrirrascliende Mittheilung, 
'law« diese Art auch im äusH(!rsl(?n Osten unserer Monarcliie: in den 'i'häleiii 
les Mohlüwa- und nifilrilzaHusses, bei J'oschorita u. s. f., also im gebirgigen, 
III Siebenbürgen angrenzenden Tht'Äh der Bukowina zu finden sei (cf. Flora dci 
Bukowina ji. Noch IH72 erhob Knapp in seiner verdienstvollen Aufziihlung 
ier l'flaiizen (ializiens und der Bukowina gegen die ol)ige Angabe Zweifel. Indess 
hatte Bohrbaeh Exeinplan- (h;r T. Sh. aus dem benaehbarien Siebenbürgen, 



M. Kronfeld. 



33 



gesammelt von Jauka zwischen Topanfalva und Vöröspatak, eingesehen, und 
T. tramsüvanica Schur (Enum. plant. Transilv, p. 637), vom Autor selbst als 
„affinis T. Shuttle worthii" hingestellt, vt^ar gleichfalls von Eohrbach zu T. Sh. 
gezogen worden. ^) „Vor dem Leichenthor bei den Schanzen bei Hermannstadt" 
war somit T. Sh. weiters gefunden worden. Schliesslich berichtet v. Borbäs 
über das Vorkommen dieser Pflanze bei Alt -Kronstadt (Oester, bot. Zeitschr. 
1886, p. 82), Nagy-Enyed (ibid. 1882, p. 237), Szekely-Udvarhely (ibid. 1887, 
p. 113), und Herr Freyn theilte mir dieser Tage brieflich mit, dass er T. Sh. 
selbst in Siebenbürgen gesammelt habe. Nach alledem ist das Vorkommen in 
Siebenbürgen mehrfach bestätigt undHerbich's Angabe gewinnt eine wesent- 
liche Stütze. Es darf jedoch nicht unerwähnt gelassen werden^ dass dieser um 
die Flora Galiziens und der Bukowina hochverdiente Autor für das zweitgenannte 
Land ausser T. Sh. nur noch T. latifolia angibt (1. c); sollte wirklich in der 
Bukowina T. angustifoUa L. fehlen, oder ist Herbich eines Versehens zu zeihen? 

In den letzten Jahren veröffentlichte v. Borbäs für T. Sh. eine Reihe 
von Standorten aus dem transleithani sehen Gebiete (Siebenbürgen ist nicht 
weiter zu berücksichtigen). Ich nenne auf sein Zeugniss hin (cf. die oben 
citirten Stellen): Lepovina in der Belovarer Gespanschaft, Nagy-Barkocz an 
der Mur, Neusatz, Ofen (Palatingarten), Orsova, Temesvar, Teteny, Ungvar. 
Auch bringt v. Borbäs Travnik in Bosnien als Standort dieser Pflanze zu 
Kenntniss (Oesterr. bot. Zeitschr. 1887^ p. 113). 

Dem gegenüber liegt über das Vorkommen der T. Sh. in Cisleithanien 
keinerlei Angabe vor. Allein wenigstens für die steii-ische Flora scheint sie mir 
mit Sicherheit constatirt. Sowohl im Herbarium Kerner, als auch in der 
Sammlung unserer Gesellschaft, befindet sich nämlich T. Sh. aus der Gegend 
von Rohitsch in Steiermark. Sie ist von Hölzl in den Vierzigerjahren 
als T. angustifolia L. ausgegeben worden. 2) Da die betrefl'enden Exemplare in 
fruchtendem Zustande vorliegen und die Narben überragende Haare zeigen, 
kann an der Richtigkeit der Diagnose nicht gezweifelt werden. T. Sh. ist eben 
von T. latifolia: 1. durch den niedrigen Wuchs (sie erreicht nur IM. Höhe); 
2. durch das Längenverhältniss der beiden Blüthengemeinschaften (die cT weist 
nur die Hälfte oder ein Drittel der Q auf), 3. und besonders aber durch das 
mehrfach berührte Längenverhältniss von Narbe und Haaren deutlich unter- 
schieden. Da aber dieses letztgenannte Merkmal erst am reifen Fruchtstande 
in Erscheinung tritt und sich schon makroskopisch durch die aschgraue, mitunter 
selbst silberartige Färbung einzelner Stellen kundgibt ,3) so wird man eine 

•) Im Wiener Hofherbare befindet sich ein Specimen Schnr's mit der Etiguette: „T. trans- 
silvanica Schnr. Am Gesprenge bei Kronstadt. Jnl." Im Habitus der T. latifolia gleichkommend, 
unterscheidet sich dieses Exemplar von der gewöhnlichen Form durch 1-5 cm. weit abstehende Blüthen- 
gemeinschaften. Die handschriftliche Bemerkung Eohrbach's lautet: „T. latifolia L. f. iriter- 
rupta.'^ Somit mnss Schur unter seiner T. transsilvanica Verschiedenes ausgegeben haben. 

*) Das Exemplar im Herbarium Kern er traf ich bereits mit der Emendation von der Hand 
des Besitzers versehen. 

Mit akademischer Emsigkeit hat Rohrb ach eine Unterscheidung der Typha-Arten nach 
anatomischen Merkmalen, im Besonderen nach dem Baue der Tei.ta ausgearbeitet. Indess glaube 
Z. B. Ges. B. XXXVII. Sitz.-Ber. E 



84 



Veisamralung am 4. Mai 1887. 



Pflanze erst dann mit Bestimmtlieit als T. Sh. ansprechen können, wenn sie, 
wie die Floristen sagen, „vollständig", d. h. auch mit fruchtendem Zustande vor- 
liegt, beziehungsweise kann dieser selbst für die Diagnose ausreichen. Dagegen 
könnte T. Sh. im blühenden Zustande, da die Haare noch unterhalb der Narbe 
endigen, mit kümmerliclien Formen der T.latifolia verwechselt werden. Godron 
zufolge würden dieselben zu einer eigenen Varietät ß gracilis (Fl. de Lorraine, ed. 
I.III, p. 19) gehören, und für T. latifolia L. ß gracilis Godron habe ich unter An- 
deren ein Exemplar des Herrn Dr. v. Haläcsy von Kalksburg bei Wien erkannt. 
Dasselbe ist kaum 1 M. hoch (wie T. Sh.), allein die männliche Blüthenabtheilung 
I erreicht zwei Drittel der Q , was ich bei der typischen T. Sh. bislang noch niemals 
gesehen. Dagegen liegt im Herbarium Juratzka (derzeit im Besitze des Leopold- 
städter Eeal-Gymnasiums) eine Pflanze mit der Etiquette: „T. latifolia Moos- 
brunu bei Wien 29. Juni 1862. Jur."- auf, die ich bei dem Umstände, dass sie 
im Ganzen beiläufig 1 M. Höhe erreicht und eine cf Blüthenabtheilung aufweist, 
die kaum ein Drittel der Länge des weiblichen Kolbens besitzt, mit Wahrschein- 
lichkeit, nicht aber mit Bestimmtheit — weil leider nur das Stadium der 
Authese vorliegt — für T. Sh. erkläre. 

Vermuthungsweise äusserte sich Herr Freyn in dem oben citirten Briefe, 
dass T. Sh. auch in Böhmen vorkomme. In der Bozener Gegend habe er nach 
unserer Pflanze vergeblich recherchirt. Gerade in Südtirol wäre jedoch meines 
Erachtens T. Sh. am ehesten zu finden. In jener Gegend kommt T. latifolia, 
angustifolia, minima vor, ferner wahrscheinlich auch eine vom Verfasser als 
neu beschriebene T. spatulaefolia (cf. Sitzungsberichte vom 2. März), und, wer 
weiss, was sich Alles unter jenen Zwischenformen der T. latifolia und angusti- 
folia verbirgt, die Facchini (Flora von Südtirol, Innsbruck 1885, p. 117) mit 
den Worten andeutet: „reperiuntur inter (T. angustifoliam) et T. latifoliam 
formae per omnes gradus intermediae." 

Nach dem Ausgeführten darf man hoff'en, auf T. Sh. in jedem der 
österreichisch-ungarischen Kronländer zu stossen. Mögen die lieimischen Bota- 
niker, durch Prof. v. Kerner's „Flora exsiccata Austro-Hungarica" zu gemein- 
samer, allseits fördernder Arbeit angeregt, sich durcli diese Erwägung zum 
eifrigeren Studium der kritischen und ])flaiizengeographiscli merkwürdigen Typha 
Shuttleworthii Kocli et Sond. bestimmen lassen! 



Ich — iO hohe Aclitung ich Honet vor all' Beinen UuterHucliunf^oii hege — daHS er fipecioH in dem 
»Djffdonteton Tunkte zu weit gegangen iHt. Es liegt etwas OozwungenoH darin, imposante nianzen- 
formen, glnirh den Rohrkolben, in erHter Linie nach einem Detail zu beHtinimon, welohoB im l)e8ton 
Falle b«i mohrbundertmaliger VorgröHHcrung und nach mühHamor Prilparation zur Anschauung 
gebracht worden kann. OowIhh bin idi kein Freund jener FIoriHton, welche Bich mit der He- 
oOtzung der Tanchonlupo gonflgon , auch bin ich mir desHen bnwuHHt, dass man bei gewisaen- 
hart«r hiagnoiie «iner Tyiiha nineN einfachen Mikroskop« nicht entrathen kann (da Pollen, Oostalt 
Apt Ilaarfl, der Narbn n h. f. wichtige Merkmale darbif^teri), allein nach meinen Erfahrungen kommt 
man mit diftrm Inntrunientn in allen Füllen auH. Wenn ich beinpiolHweiso eine fruchtende Tijpha 
»or mir habe, no kann Ich »io. ohne erst den QnorHChnitt der Tosta vor mir zu haben, mit Hicher- 
b«il al* T. Sil. «rkennen, bflziohnngiiwoiMe von den anderen Arten unterscheiden 



0, stapf. 



35 



Herr Dr. Franz Ostermeyer überreichte ein Manuscript, 
betitelt: „Beitrag zur Flora der jonischen Inseln Corfu, St. Maura, 
Zante und Cerigo''. Dasselbe enthält die Bearbeitung der von 
G. C. Spreizenhofer auf seinen letzten in den Jahren 1878 
bis 1880 unternommenen Reisen nach den jonischen Inseln ge- 
sammelten Pflanzen (siehe Abhandlungen). 



Herr Prof. Dr. Friedr. Brauer legte zwei Manuscripte des 
Herrn H. A. Hagen vor: 

1. Ueber Neurohasis und Vestaiis. 

2. Ueber Phthus cursitans (siehe Abhandlungen). 



Herr St. Schulz er v. Müggenburg übersendete durch das 
Secretariat einen Aufsatz, betitelt: Bemerkungen über Hasz- 
linsky's Aufsatz „Einige neue und wenig bekannte Discomyceten" 
(siehe Abhandlungen). 

Herr Fr. Höf er legte vor: „Beitrag zur Krjptogamenflora 
Niederösterreichs". Der Vortragende demonstrirte die in diesem 
Beitrage aufgezählten Arten in Herbarexemplaren (siehe Abhand- 
lungen Seite 379). 

Der Secretär legte folgende eingelaufenen Manuscripte vor: 
Key serling Eug. Grafv., „Neue Spinnen aus Amerika" (VII) 

(siehe Abhandlungen Seite 421). 

Pokorny Emanuel, „Beiträge zur Dipterenfauna Tirols" (VI) 

(siehe Abhandlungen Seite 381). 



Herr Dr. 0. Stapf hielt schliesslich einen Vortrag über 
„Die Stachelpflanzen der iranischen Steppen" unter Vor- 
zeigung einiger von ihm mitgebrachter grosser Schaustücke von 
Acantholwion, Astragalus und Onohrychis cornuta und zahlreicher 
Herbarexemplare. 

Das Auftreten zahlreicher mit Stacheln bewehrter Pflanzen bildet einen 
der am meisten hervortretenden Charakterzüge in der Physiognomie der irani- 
schen Steppenlandschaften. Von den fast 1000 Stachelpflanzen, welche die „Flora 

E* 



36 



Versammlung am 4. Mai 1887. 



Orieiitalis" Boissier's aufzählt, entfällt die Hälfte auf die iranischen Länder. Ihre 
Hauptentwicklung finden sie in den Zagros- Ketten einerseits, im Elburs und 
den sich daran scliliessenden chorassanischen Gebirgen andererseits. Nach dem 
Nordwesten, d. h. über Azerbeidschan gegen Kurdistan und die transkaukasi- 
schen Länder nimmt ihre Zahl bedeutend ab, ebenso gegen Süden und Südosten 
in den südiranischen Eandketten und in Beludschistan. Aehnlich verhält es sich 
in der Richtung gegen die Centren der inneriranischen Depressionsgebiete, wo 
sie in den Salzsteppen bis auf wenige Arten ganz verschwinden. Stellenweise 
wird allerdings das, was an Mannigfaltigkeit abgeht, durch Massenentwicklung 
einzelner Arten ersetzt. Nach der morphologischen Werthigkeit der Stacheln 
lassen sich zwei Hauptgruppen unterscheiden: 1. Pflanzen, deren Stacheln um- 
gebildeten Ax entheilen entsprechen, 2. solche, deren Stacheln als metamor- 
phosirte Blätter oder Blatttheile aufzufassen sind. 

1. Hauptgruppe. Die erste Gruppe enthält wiederum Arten, bei welchen 
a) steril bleibende Zweige an der Spitze in Stacheln übergehen, und b) 
solche, wo sich diese aus den Inflorescenzaxen entwickeln. 

a) Zu den ersteren gehören einige wenige Bäume, welche indessen — 
von Crataegus der häufig baumartig wird, abgesehen — zu zerstreut vor- 
kommen, um eine nennenswertlie Rolle in der Flora jener Länder zu spielen. 
Es sind ausser Crataegus: Pyrus glabra, Elaeagnus angustifoUa, Olea Euro- 
jmea. Viel zahlreicher sind die Stachel sträucher, welche in den gebirgigen 
Theilen — in den Ebenen fehlen sie, wenn man von den Ufern einzelner Flüsse 
absieht, wie überhaupt die Strauchvegetation ganz — oft in sehr auffallender 
Weise hervortreten. Besonders die Südwest- und südiranischen Randketten sind 
reich daran. Es sind namentlich Amygdalus- Arten, welche von den flachge- 
neigten Gehängen am Fusse der Berge bis zu Höhen von 10.000—11.000 Fuss 
ansteigen, bald weit zerstreut stehen, bald lockere, ausgedehnte Bestände bilden. 
Der sparrige Wuchs mit dem dichten, nach allen Richtungen durcheinander ge- 
wirrten steifen und stechenden Gezweige gibt ihnen ein sehr eigenthümliches 
Gepräge. Ihnen schliessen sich am nächsten einige Wiamnus- Arten an, vor 
Allem die gemeine, weit verbreitete Ttliamnus Persica und längs der Flussläufe 
der Ebenen Lycium Persicum und einige andere Arten. Die Aeste der Ätra- 
phaxis spi)iosa und Ä. suaedaefolia gehen an ihren Spitzen zwar auch in 
Stacheln über, diese bleiben aber im Gegensatze zu den genannten Arten ver- 
hältnissmässig zart. Jhre Verbreitung ist eine weite und sie sind geradezu 
charakteri.stiscli für die den grössten Theil des Jahres über trockenen kiesigen 
Betten der Gebirgsbiiche. Bozoiclinend für die tieffiron Tlieile der südiranischen 
Randkeflen sind «'ine Anzahl von Comwlvulus- Arien, welche niedere Sträucher 
mit dicht verworrenen, stechtüiden Zweigen bihhüi , in (hsren (jlehege sich die 
Blätter bergen, während die Blütlieu sich (licht über der Oher/läche des Strauches 
entfalten. Endlich gehört noch eine Jteiho von Ilalbsträ u ehern hiehor, welche 
bald lockere Büsche bihh-n. wie Noea spinosissima, Lactuca orienlalis, Zolli- 
kofera und Myopordnn, oder dichte Käsen, wie Stachys accrosa und St. Aucheri 
und ^ewlHse Polygonum-\r\<'n. Jene bilden mitunter einen wiclitigfin IJesiand- 



0. stapf. 



37 



theil jener Formation, die Kerner die P/wi/^ana-Formation genannt hat, ins- 
besondere Noea im Gebirge, ZolUkofera in den ebenen Theilen der inneren 
Hochsteppen. Die genannten Stachys- und Poli/gonum- Arten schliessen sich 
dagegen an die Formation der Stachelrasen an. 

hj In die Eeihe der PÄr^/^fana - Gestrüppe gehört auch noch die kleine 
Zahl von Pflanzen, bei welchen die Inflorescenzaxen und zwar sind es die Spindeln 
traubiger Blüthenstände, verhärten und in Stacheln übergehen. Hieher sind zu 
rechnen Moriera, Carrichtera, Lepidium erinaceum, Eversmannia, Älhagi und 
gewisse Cicer-Arten. Orobrychis cornuta und einige Verwandte schliessen sich 
der morphologischen Bedeutung der Stacheln nach an; sie bilden aber dichte, 
bald flache, bald mehr erhabene Rasen vom Charakter der Acantholimon und 
gewisser Astragalen. Sie bilden somit einen Bestandtheil der Stachelrasen- 
Formation. Ihre Hauptvertreter findet diese bei der 

2. Hauptgruppe. Hier erfolgt die Stachelbildung aus den Blättern, 
sei es, dass diese ganz oder theil weise in Stacheln umgebildet sind. Je nachdem 
es nun ferner Laubblätter und deren Nebenblätter oder Hochblätter (Bracteen) 
sind, ergeben sich innerhalb der zweiten Hauptgruppe fünf Reihen: 

a) Das ganze Blatt wird zu einem Stachel: Acantholimon (bei- 
läufig 60 Arten), Acanthophyllum (etwa 10 Arten), Gypsophüa acerosa und 
Silene tragacantha. Es sind dies die Stachelrasen xai' s^o)(y]v. Speciell die Acan- 
tholimen gehören zu den wichtigsten Charakterpflanzen der iranischen Steppen. 
Auf den flachen, kiesigen Halden der Hochthäler und Mulden der innersten 
Ketten des Zagros- Systems treten sie oft in solchen Mengen auf, dass sie 
streckenweise allein den Vegetationscharakter bedingen. Sie erreichen noch in 
12.000—13.000 Fuss Höhe eine bedeutende Entwicklung, 

b) Der gemeinsame Blattstiel des paarigen Fiederblattes er- 
härtet frühzeitig und bleibt als Stachel für die nächsten Vegeta- 
tionsperioden erhalten: Halimodendron, Garagana, viele Astragalus-, Ebe- 
nus stellata, Ammodendron Persicum und einige Cicer-Arten. Von den 770 
Astragalus- Arten der orientalischen Flora fallen mehr als ein Drittel unter 
diese Kategorie und volle zwei Drittel davon wieder gehören der iranischen 
Flora an. Es sind nahezu 200 Arten. Auch sie sind am reichsten in den Berg- 
zügen des Zagros und im Elburs vertreten. Die meisten von ihnen entsprechen 
der Formation der Stachelrasen. Die Durchmesser dieser dichtästigen, von Stacheln 
starrenden Polster schwanken von 1 dm. bis fast 1 M. Die stacheligen Astra- 
galen der niederen Lagen gehören fast alle hieher. Ein zweiter Typus ist auf 
den Gehängen der Hochgebirge gemein. Hier erhebt sich ein kurzer, dicker, 
elastischer Stamm bis V2 M> selten höher, schief über den Boden und trägt 
einen aus dichtgestellten Zweigen gebildeten, flachen, horizontal ausgebreiteten 
Schirm. Der Schneelast, besonders aber dem Drucke der Lawinen gegenüber 
verhalten sie sich wie das Krummholz der Alpen, wie denn auch ihre Bestände 
aus einiger Entfernung gesehen an solche von sehr zerstreut gestellten Leg- 
föhren erinnern. Ein dritter häufiger Typus fällt durch die lockere Anordnung 
der vom Grunde ausgehenden Zweige auf. Die wenigen in die Ebenen hinaus- 



38 



Versammlung am 4. Mai 1887. 



gehenden Arten gehören grösstentheils hieher. Andere dagegen steigen bis in 
die höchsten Gebii-ge hinauf und erreichen hier oft eine bedeutende Grösse. 
Ihnen schliessen sich die kleinen Sträucher der Ebenus stellata an, während 
die stacheligen Cicer-Arteii ein lockeres Phrygana-Gehüsch. bilden. HaUmoden- 
dron und Ammodendron, Sträucher der centralen Senken, wo sie die Flussläufe 
und Tamarisken - Dschungeln begleiten, reihen sich dagegen ihrer Tracht nach 
den Lyciiün-Avten an und bilden mit diesen mitunter auf kleine Strecken fast 
undurchdringliche Hecken. 

c) Einzelne Blattabschuitte, wie Fiedern, Lappen, Zähne, 
Kerben u. dgl. sind in mehr oder weniger derbe Stacheln umge- 
wandelt. Es ist ein bekannter, auch unserer Flora nicht fremder Typus, der 
auch in den iranischen Steppen durch Arten von zum Theil wohlbekannten 
Gattungen vertreten ist: Eryngium, Echinophora, Pycnocycla, Morina, Gun- 
delia, EcJimops, Cousinia, Carduus, Cirsium, Onopordön, Carthamus, BlepJiaris 
(diese nur im Süden) u. s. w. Wenn sich die Blattabschnitte ganz in Stacheln 
umwandeln und die Blätter in dichten grundständigen Büscheln stehen, Avie 
das bei gewissen Arten von Pycnocycla zutrifft, so entstehen Uebergänge zu 
der Formation der Stachelrosen. Einige Arten von Cousinia (C. neurocentra, 
deserti, arenaria) schliessen sich dagegen dadurch, dass schliesslich von den 
Blättern nur mehr die derben stechenden Hauptrippen stehen bleiben, der zweiten 
Reihe, speciell dem dritten Typus derselben an. Die grössto Entwicklung, sowohl 
nach Mannigfaltigkeit, als Eeichthum an Individuen einzelner Arten, finden die 
Stachelblattpflanzen in den flachgeneigten Kiessteppen, welche den Fuss der 
Gebirge begleiten und den grössten Theil des Grundes der Hochthäler und 
Mulden einnehmen. Bald tritt die eine, bald die andere Gattung vorherrschend 
auf, so dass man dann geradezu von einer Eryngium-, Gundelia- oder Cousinia- 
Steppe sprechen kann. Die artenreichste der hieher gehörigen Gattungen ist 
Cousinia, welche ilire grösste Entwicklung im Elburs und den chorassanischen 
Gebirgen, dann in den Zagros-Ketten findet. 

d) Die Nebenblätter sind in Stacheln umgebildet. Abgesehen 
von Berberis densiflora, welche im Süden und in Chorassan stellenweise im 
Buschgehölze häufig ist, gehören von Sträuchern nur Paliurus im äussersten 
Norden des Gebietes und Ziziplius SjAna Christi im Süden hieher. Der letztere 
(pers. Khonar) tritt hier gewöhnlich gesellig auf und })rägt der Jf/ionar-Steppo 
ihren eigenlliümlichon Charakter auf. Die kleinen Büsclio der llulthemia, von 
Capparin und einzelner vorzüglich dem Wüstengebiete angehöriger Fagonia- 
Arten haben nur eine untergeordnete Bedeutung. 

c) Die Stacheln sind metamori»hosirte Bracteen. Bios zwei 
Gattungen mit wenigen Arten fallen unter diese Gruppe: Jjagochilns und Olo- 
fftegia. Beide bild«'n niederes dichtes Phrygana-ijvyA\'\\\)\). 

Die Kollo, welch(3 dieHO .Stachelbildungen im Leben der Tflanzen spielen, 
IhI eine mannigfaltige, verschieden in aufeinander lolgenden Z(!ilabschnilten, 
aber auch oft eine mehrfache in einem und demselhcn Tludle der Vegetations- 
periode. Gewöhnlich ibt ihre Thätigkeit anfangs eine assimilatorisclio ; sj)äter 



Versammlung am 1. Juni 1887. 



39 



tritt diese Seite mehr imd mehr zurück, die Aushildung, die sie erfahren, ist 
auf Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegen die Einflüsse des übertrockenen, 
heissen Sommerklimas gerichtet, schatft aber zugleich auch Waffen gegen die 
Angriffe der weidenden Thiere und vor Allem ein unzugängliches Gehege für die 
jungen zarten Triebe und Blätter der nächsten beginnenden Vegetationsperiode. 



Am 14. i\Iai wurde eine ausserordentliche Versammlung" ab- 
gehalten, die den Zweck hatte^ den Theilnehmern an der Reise 
der Gesellschaft nach dem Süden Gelegenheit zu einer Besprechung 
zu geben. 

In dieser Sitzung führte Herr Ausschussrath F. Bartsch 
den Vorsitz. Secretär Dr. R. v. Wettstein erstattete Bericht über 
die Vorbereitungen zu der Reise und theilte das Programm mit. 
Herr Dr. O. Stapf hielt einen durch Bilder, Photographieen etc. 
erläuterten Vortrag .,üeber den Quarnero". 



Am 18. Mai wurde die Reise angetreten. An derselben 
betheiligten sich 35 Mitglieder der Gesellschaft unter der Führung 
des Ausschussrathes Herrn Dr. Otto Stapf. Ein ausführlicher 
Bericht über diese Reise findet sich auf Seite 491 der Abhand- 
lungen. 



Versammlung am 1. Juni 1887. 

Vorsitzender: Herr Dr. Franz Low. 



Neu eingetretenes Mitglied: 



Als Mitglied bezeichnet durch 
P- T- Herr p r, g^^.^.^^^ 

Wolf Dr. Sigmund. Brünn Dr. C. Richter, Dr. E. v. Wettstein. 



Anschluss zum Schriftentausche : 

Kiew, Societe des Naturalistes. 
Leipzig, Verein für Erdkunde. 



40 



Versammlung am 1. Juni 1887. 



Eingesendete Gegenstände: 

6 Speeles für das niederösterreichische Landesherbarium von Herrn 
A. Degen. 

8 Flechtenlierbare für Schulen von Herrn C. Eggerth. 
1 Fuchs und diverse andere Naturalien für Schulen von Herrn Ad. 
Handlirßch. 

150 Lepidopteren für Schulen von Herrn H. Bebel. 
Textilstolfe für Schulen von Herrn A. Topitz. 



Herr Prof. Dr. Gustav Mayr überreichte ein Manuscript 
für die Abhandlungen: „Südamerikanische Pormiciden" (siehe 
Abhandhmgen). 

Herr Dr. Moriz Kronfeld hielt hierauf einen Vortrag 
„Zur Biologie von Orchis Morio Z." 

Im Stadium der Fruchtbildung bietet Orchis Morio L. eine Eeihe inter- 
essanter Veränderungen dar. Innerhalb einer Woche schwellen die Fruchtknoten 
der erfolgreich belegten Exemplare in Länge und Dicke um das Zwei- bis 
Dreifache ihres früheren; Masses an. Hiebei strecken sich die vorerst in der 
Längsrichtung eingedrehten Ovare geradeaus in die Länge und nehmen eine 
dunkelgrüne Färbung an. Während ferner die Blüthen der unbelegt gebliebenen 
Exemplare und die Stengel derselben verdorren , erhebt sich der Fruchtsland 
durch intercalares Wachsthum der Internodien in sehr auffälliger Weise über 
den Boden. Dieses nach längerer Pause zu beobachtende rasche Fortwachs eu 
der Internodien zur Zeit der Fructification, ist geeignet, der Vorstellung zu be- 
gegnen, dass die Vegetationskraft krautiger Sprosse mit der Anthese völlig 
erschöpft sei. 

Die erwälinten Veränderungen betrafen Exemplare der Orchis Morio. 
die der Vortragende mit dem Easen zugleich im Wiener Prater ai ^ehob 
und in einem geschlossonen Räume weiter gepflegt liatte. Nachfolge^a find'j.. 
sich die Längen dreier unbelegt gebliebener mit drei erfolgreich belegten Exem- 
plaren verglidien.') 

Vom Boden an gerechnet betrug die Länge der drei crsteren: 
12 9 13 cm 

und bezüglicli der erfolgreich belegten Individuen: 

20 20 Iß cm 

Hauptsächlich bewirken dir» im Bereiclie der Inflorescenzspindel bellnd- 
licheii Stcngelglieder, nebst tlem obersten unter dem niiithonatando befindliclien 
intf'rnodium, dieHe Kriiebiing der ganzen Pflanze. Eh ergibt sich dies aus den 
füllenden Zahlen. 



•) I>ie IJnlemcliiede erifaben hicIi Linnen oinor droiwörlientliclion Vof^ntationHdttuer 



M. Kroufeld. 



41 



Es Latte die Inflorescenzspiiidel bei den oben angeführten unbelegten 



Exemplaren eine Länge von: 






o Dcm. 


und wiederum bezüglich bei den belegten 


, von: 


7-0 8-0 


6-0 cm. 


Weiters mass das subflorale Internodium 


bei den ersteren 


4-2 30 


3-0 cm. 


hingegen bei den letzteren: 




9-5 4-5 


4"5cm. 



Die reife Frucht von Orchis stellt einen sphäroiden, von drei meridionalen 
Segmenten (den drei Carpiden) und drei schmäleren streifenförmigen Zwischen- 
stücken nach aussen begrenzten Behälter dar. Diese sechs Stücke sind bloss an 
der morphologischen Basis und an der Spitze der Frucht zusammengehalten, 
im Uebrigen aber getrennt, so dass die Fruchtkapsel mit sechs längsgerichteten 
Spalteh versehen erscheint. Durch diese S]Mten finden die locker aufgestapelten, 
im Aussehen an feines Sägemehl erinnernden Samen den Ausweg. Sie sind 
durch den flügelartigen Anhang und die relative Leichtigkeit der Verbreitung 
durch Luftströmungen trefflich angepasst. Indem sich nun der Fruchtstand in 
so auffälliger Weise über jene Höhe erhebt, in welcher der Blüthenstand sich 
befunden hat, wird er dem Winde möglichst exponirt, und es wird auf diese 
Weise äie Vertragung der Samen gefördert. Der Werth dieser biologischen Ein- 
richtung wird noch klarer, wenn man bedenkt, dass die in der Umgebung von 
Orchis Mario befindlichen Kräuter und Halmgewächse, die unbelegt gebliebenen 
Individuen, keineswegs aber die nachträglich herangewachsenen Fruchtexemplare, 
im Laufe der Zeit allseits überragen. 



Herr Gustos Rogenhofe r sprach über die Ausbeute an 
Lepidopteren , welche Herr Oscar Baumann gelegentlich der 
ßterr-^chischen Congo - Expedition machte und dem kaiserlichen 
'lofmu^seum übergab. 

Gesammelt wurde zwischen Stanley Pool und den Stanley Falls in der 
Zeit von Anfangs Jänner bis Mitte Februar 1886, dann von dieser Zeit bis 8. Juni 
d. J, bei den Stanley Falls. Unter vielen interessanten Formen aus den Gattungen 
Papilio, (mit den Arten: Zalmoxis, Bidleyanus, Tynderaeus, Hesperus, ücalegon), 
Biadema, Harma, Acraea, Hypanis, Charaxes, Eomaleosoma, Aegocera, ist es 
namentlich die seit wenig Jahren erst nach Europa wieder gebrachte Drurya 
(Papilio aut.J Antimachus Drury, welche eine bedeutende Lücke in der kaiser- 
lichen Sammlung ausfüllt. 

Weitersiegte der Vortragende „Freiherr von Gumppenberg, 
tema Geometrarum zonae temperatioris septentrionalis" vor. 

. B. Ges. B. XXXVII. Sitz.-Ber. F 



42 



Versammlung am 1. Juni 1887. 



Die iiinfaugreiche Arbeit mit hübschen Karten basirt weniger auf dem 
Rippenverlaiife als der Form und der Zeichnung der Flügel; der Verfasser 
berücksichtigt namentlich A. S. Packard's Monograph of the Geometrid moths 
or Phalaenidae of the United states 1876, sowie die neuen Entdeckungen aus 
Central-Asieu und Ost-Sibirien. 



Herr Prof. Dr. A. Bur gerstein legte den ersten Theil 
einer monographischen Bearbeitung der Transpiration der Pflanzen 
vor und besprach den Inhalt derselben (siehe Abhandlungen). 



Herr Prof. Dr. Carl Grobben überreichte ein Manuscript 
für die Verhandlungen „Ueber eine Missbildung der Taenia sagi- 
nata Goeze" (siehe Abhandlungen). 



Herr Dr. Otto Stapf berichtete über den schönen Verlauf 
der von der Gesellschaft unternommenen Reise nach dem Quar- 
nero (siehe Abhandlungen). 



Schliesslich überreichte Herr Secretär Dr. L. v. Lorenz 
eine biographische Skizze über Johann von Hornig von Herrn 
Dr. H. Rebel. 

Am 29. November 1886 starb hier in Rudolfsheim nach mehrjährigen 
Leiden der bekannte Microlepidopterologe Johann von Hornig, pensionirter 
Oberinspector der Staatseisenbahn- Gesellschaft. Mit ihm verlor nicht nur 
unsere Monarchie ihren derzeit bedeutendsten Privatsammler derMicrolepidopteren, 
sondern auch die Microlepidopterologie im Allgemeinen einen überaus verdienst- 
vollen Forscher auf dem Gebiete der Biologie. 

Johann von Hornig wurde am U.April 1819 in Sokolow in Galizien 
;,'eboren, wo sein Vater als Dragoner-Kittmeister damals gerade stationirt war. 
Seine Schulbildung erhielt er an verschiedenen Orten, da der Beruf seines Vaters 
'inen hiiufigcn Wechsel des Aufenthaltes mit sich brachte. Nacii absolvirtem 
»Jymna.siuni nalim Hornig als ISjähriger junger Mann dauernden Aufenthalt 
m Wien, um hier die Rechte zu studiren und i-eichte bereits im August 1840 
nach vollendetem Recht sstudium sein Gesuch um Zulassung zum Staatsdienste 
hei der dainalig^-n Kameralgefällsverwaltung ein, wo er auch am 14. Juni 1842 
ih ConceptHpraktikant in Kid genommen wurde, und später in gleicher Eigen- 
ichaff in da» n«Mi errichtete Handelsministerium trat. 



H. Rebel. 



43 



Wie aus eiuer Notiz in seinem Nachlass hervorgeht, beschäftigte sich 
Hornig als Student und in den ersten Jahren seines Staatsdienstes noch nicht 
mit Lepidopteren. sondern fing erst im Jahre 1845 zu sammeln an. Sein reger 
Eifer, der sich in zahkeichen Ausflügen in der unmittelbaren Umgebung Wiens 
bethätigte, verschaffte ihm binnen kurzer Zeit ein reiches Material, welches er 
nach dem damals herrschenden Ochsenheimer-Treitschke'schen System zu ordnen 
trachtete. Auch wandte er schon damals seine volle Aufmerksamkeit den ersten 
Ständen zu und beschrieb viele ihm unbekannt scheinende Eaupen mit peinlicher 
Genauigkeit, wie aus der grossen Zahl von derartigen erhaltenen Aufzeichnungen 
erhellt. Natürlich fand Hornig zur Publication des grössten Theils dieser Notizen 
in der Folge keine Veranlassung, nachdem er einen besseren Ueberblick über 
die bereits vorhandene Literatur gewonnen hatte. 

Im Juni 1847 vermählte sich Hornig mit Fräulein Adele Eechberger, 
welche ihm nicht nur als treue Hausfrau stets liebreich zur Seite stand, sondern 
ihren Gemahl auch als thätige Sammelgenossin namentlich in den letzten Jahren 
auf das Eifrigste unterstützte und seine stete Begleiterin auf den oft beschwer- 
lichen Excursionen war. Hornig kam noch im Juli desselben Jahres als Bezirks- 
commissär der galizischen Kameralgefällsverwaltung nach Wadowice, von wo 
er, ohne Urlaub erhalten zu haben, beim Ausbruch der October-Aufstände des 
Jahres 1848 nach Wien zurückkehrte und hier wieder Aufnahme beim Handels- 
ministerium fand. 

Ende der Vierzigerjahi-e dürfte Hornig bereits zahlreiche lepidopterologische 
Bekannte gehabt haben, worunter sein Amtscollege Josef Mayer und jedenfalls 
auch Josef Mann waren. Später trat er mit fast allen hiesigen und zahlreichen 
auswärtigen Lepidopterologen in Verbindung. Von grösster Bedeutung für Hornig 
war jedoch seine Bekanntschaft mit Julius Lederer. den er gelegentlich einer 
Excursion nach Mödling kennen gelernt hatte und mit welchem er durch fast 
zwanzig Jahre im freundschaftlichsten Verkehre stand; er war auf den hiesigen 
Excursionen sein steter Begleiter und auch der Eombon wie das Hochschwab- 
Gebiet wurde von ihnen gemeinschaftlich besucht. Gleichzeitig mit Lederer trat 
Hornig in den neu entstandenen Zoologisch-botanischen Verein, wo ihre Auf- 
nahme in der Monatssitzung des 6. August 1851 erfolgte. Im Jahre 1852 erschien 
Hornig's erste Publication biologischen Inhaltes in den Vereinsschriften, der 
eine Eeihe solcher bis zum Jahre 1856 folgte. Im Jahre 1854 nahm Hornig 
die auf ihn gefallene Wahl eines zweiten Secretärs des Zoologisch-botanischen 
Vereines an, welches Amt er jedoch nach kurzer Zeit zurücklegen musste, da 
er im Frühjahr 1855 nach Prag versetzt wurde, wo er bis Ende des Jahres 
verblieb. Während seines Aufenthaltes in Prag lernte er Prof. Nickerl kennen, 
leitete Johann Pokorny zum Studium der Microlepidopteren an und machte 
die Bekanntschaft Müller"s, mit welch" beiden Letzteren er in dauernder Ver- 
bindung blieb. 

Bereits im August 1855 verüess Hornig den Staatsdienst und erlangte 
bei der General-Direction der neu entstandenen Staatseisenbahn-Gesellschaft eine 
Secretärsstelle. 

F* 



44 



Versammlung am 1. Juni 1887. 



Fortan verblieb Hornig in Diensten dieser Gesellschaft, wurde 1856 
Bureauchef, avancirte 1871 zum Inspector und im Frühjalir 1879 zum Ober- 
Inspeetor; mit 1. October desselben Jahres trat er in Pension. Seit 1856 nahm 
er bleibenden Aufentlialt in Wien, wenngleich er Anfangs öfters dienstliche 
Reisen unternehmen musste, da er die oft mit juristischen Schwierigkeiten ver- 
bundenen Grundeinlösungen beim Bahnbau über hatte. 

Jede freie Stunde, welche ihm verblieb, widmete Hornig den Lepidopteren. 
Er betrieb namentlich die Raupenzucht in grossem Umfang, ein ganzes Cabinet 
seiner Wohnung war nur diesem Zweck gewidmet, und ohne die ausgiebige 
Hilfe seiner Gemalilin wäre es ihm oft unmöglich gewesen, bei dem massen- 
haften Erscheinen mancher Microlepidopteren - Arten das Material allein be- 
wältigen zu können. Der im April 1870 erfolgte Tod Lederer's war auch für 
Hornig ein schwerer Verlust; immer mehr verlegte er sich von nun ab auf das 
Studium der Microlepidopteren und verkaufte deshalb auch iui Herbst 1878 
seine grosse Macrolepidopteren- Sammlung unter sehr günstigen Bedingungen 
an den Grossfürsten Michael von Russland. 

Hornig war theils schon von früher her mit den bedeutendsten Microlepi- 
dopterologen des Continents in Verbindung, wie mit Zeller, Frey, tlieils machte 
er die Bekanntschaft einiger erst in den letzten Jahren, wie die Constant's, 
Eppelsheim's, Ragonot's, Turati's etc. Viele seiner Correspondenten blieben 
Hornig persönlich unbekannt, so auch Ragonot, welcher gerade zur Zeit, als 
Hornig die französische Weltausstellung des Jahres 1878 besuchte, von Paris 
abwesend war. Auf der deutschen Naturforscherversammlung des Jahres 1881 
in Salzburg lernte Hornig erst einige seiner deutschen Correspondenten per- 
sönlich kennen. In den letzten Jahren wurde der Ereis der hiesigen Lepido- 
pterologen, mit welchen Hornig in Verbindung stand, immer kleiner und war 
es nur Herr Eduard Kreithner und zuletzt noch der Schreiber dieser Zeilen, 
mit welchem der Verstorbene öfters verkehrte. 

Seit einer Reihe von Jahren besuchte Hornig mit besonderer Vorliebe 
Guttenstein und verlebte er auch dort im Juni 1886 die letzten Tage seiner 
Sammelthätigkoit ; bald darauf warf ihn ein schweres Magenleiden, welches 
seine überaus starke Constitution untergraben hatte, auf das Krankenlager. 

Hornig liinterliess nur seine Frau und ist daher seine gi'osse Micro- 
lepidoptf-ren-Saminlung, welche über 2000 Ai-ten des })aläarctisclien Fa,un(Mi- 
gebieti's in beiläufig 15.000 Exeraplareji enthält, zu verkaufen. Der wissenschaft liche 
Werth der Sammlung ist ein sehr bedeutender, theils wegen der vielen aus- 
wärtigen Verbindungen, die Hornig hatte, insbesondors aber weil Hornig genaue 
Notizen den einzelnen Exemplaren beizugeben pflegte und viele int(M-essanto 
Fiiiulortc für unsere Local-Fanna dadurch si(;liergestellt worden. 

HornigH VerdienHte um die Mi(T()l(q)id()]»lerologie wurden bereits vielfach 
anerkannt, und gewiHs int o» nur sein«;»! ausserordentlichen Sammeleifer zu 
danken, Wi-nn eine Reilie un8(!rer seltensten (iol)irgsmicrol(ipidoi)teren, wie J^Judc- 
min Krcithnnriana Horn., Adela Alincinctella Mn., Anchinia Dolomiella Mn. und 
Hglif in tadellos pr:i)»ariit«'n Kxenijdaren in den S;unniliing<Mi anzutreden sind. 



H. Rebel. 



45 



Hornig scheute auch keine Kosten, um sich die Raupen einer seltenen 
Art in grösserer Zahl verschaffen zu können, und instruirte mehrfach Leute, 
welche keine Sammler waren, aber an den geeigneten Orten ihren Aufenthalt 
hatten, ihm diesbezügliche Sendungen zu machen. 

Als Autor einer Art begegnet uns Hornig eigentlich nur einmal in der 
Literatur, nämlich bei Eudemis Kreithneriana (Zool -botan. Ges., 1882, p. 279); 
ein zweites Mal wird er bei Symmoca MendoseTla (Stgr. Wocke's Katalog Nr. 2231) 
als Autor angeführt, aber wohl mit Unrecht, da das beigefügte Citat (ZooL- 
botan. Verein 1854, p. 183) gar keine Beschreibung, ja nicht einmal eine Diagnose 
enthält. Mit viel mehr Berechtigung könnte Hornig bei Sciapliila Monochromana 
(Stgr. Wocke's Katalog, Nr. 775) als Autor citirt werden, da er diese Art, Avelche 
damals nur als Nomen in literis existirte, in dem oben erwähnten Aufsatz 1854, 
p. 181 ganz kurz diagnosirt. 

Zu Ehren Horniges wurden vier von ihm aufgefundene Microlepidopteren- 
Arten benannt: Spermatophthora Hornigii Led. (Zool. -botan. Verein 1852, 
p. 132); GraphoUtha Hornigiana Led. (Zool.-botan. Verein 1855, p. 77); Butalis 
Hornigii Z. (L. E. X, p. 239) ; und Doryphora Hornigii Stgr. (Stett. entomolog. 
Zeitung 1883, p. 184), wovon jedoch GraphoUtha Hornigiana Led. nicht priori- 
tätsberechtigt ist, da sie nach Ragonot mit der schon 1845 publicirten Cumu- 
lana Gn. (Ind. p. 55) synonym ist. 

Die drei verbleibenden prioritätsberechtigten Artennamen werden dazu 
beitragen, dem Verstorbenen das wohlverdiente Andenken in der Wissenschaft 
zu erhalten. 

Schliesslich das Verzeichniss der von Hornig publicirten Aufsätze: 
In den Verhandlungen der zoologisch-botanischen Gesellschaft: 

1. „lieber die ersten Stände von Antophila JRosina Hb." 1852, Sitzungsber^, 

p. 68 (Abbildung der Raupe: Wien. Monatsschr. 1860, T. VIII, fig. 3). 

2. „lieber die ersten Stände einiger Lepidopteren." 1852, p. 15. {Acidalia Eu- 

faria Hb.; Hypsolophus Lemniscellus F. R.). 

3. „lieber die ersten Stände von Anthophila Mendaculalis Tr." 1852, p. 136 

(Abbildung der Raupe: Wien. Monatsschr. 1860, T. VIH, fig. 4). 

4. „Ueber die ersten Stände einiger Phycideen." 1853, p. 70 [Gymnancyla 

Canella S. V. ; SpermatoiMliora Hornigii Led. ; Homoeosoma Binavella 
Hb.; Cryptoblahes Eutilella S.V.). 

5. „lieber die ersten Stände einiger Lepidopteren." 1853, p. 409 (Pijrausta 

Phoenicialis F. R.; Pterophorus Acanthodactyhis Hb.). 

6. „Bericht über das Vereinsjahr 1853." 1854, Sitzungsber.. p. 42. 

7. „Ueber die ersten Stände einiger Lepidopteren." 1854, p. 15 (Pempelia Pa- 

lumhella S.V.; Syrichthus Alveiis Hb.; Scodiona Favillacearia Hb.). 

8. „Ueber die ersten Stände von Agrotis.'-' 1854, Sitzungsber., p. 105. 

9. „Ueber Gnophos Ophthahnicata Led." 1854. Sitzungsber., p. 108 (bei Maria- 

zell aufgefunden). 

10. „Ein lepidopterologischer Besuch der Alpen Mangert und Rombon." 1854, p. 179. 



46 Versammlung am 1. Juni 1887, 

11. ,.Ueber die ersten Stände einiger Lepidopteren." 1854, p. 541 {Hesperia 

Lavaterae Esp. ; JDepressaria Angeliceila Hb.). 

12. „lieber die ersten Stände einiger Lepidopteren." 1855, p. 129 {Conchylis 

Posterana RoSmiiimsegg.; Conch. Buhellana Hh.; Concli. duhitana Rh.). 

13. „Ueber die ersten Stände einiger Lepidopteren." 1856, p. 21 {Cidaria Cae- 

siata S. V. ; Grapholitha Conterminana H. S.). 

14. „Ueber die ersten Stände von Änchinia Grisescens Frey und Anchinia Lau- 

reolella H. S." 1877, Sitzungsber., p. 33. 

15. „Eudemis Kreithneriana n. sp." 1882, p. 279. 

16. „lieber die ersten Stände Non Endemis Kreithneriana Horn." 1882, Sitzungs- 

ber. p. 41. 

In der Wiener entomologiscben Monatsschrift: 

1. „Ueber die ersten Stände einiger Lepidopteren", 1, 1857, p. 69 {Gnophos Oph- 

thdlmicata Led.; Grapholitha Hornigiana Led.). 

2. „Ueber die ersten Stände einiger Lepidopteren", II, 1858, p. 19 {Thalpochares 

Pannonica Frr.; Thalp. Amoena Hb. [Abbildung der Raupe, Wien. Mo- 
natsschr. 1860, T. VIII, fig. 2]; Tortrix Rusticana Tr.). 



Versammlung am 6. Juli 1887. 



Vorsitzender: Herr Professor Dr. Gustav Mayr. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
H®^*^' P. T. Herren 

Pier er Dr. F. S. J., Schiffsarzt. Triest . . Dr. J. Lenk, Dr. C. Moser. 
Steinbühler A., Marine- Commiss.-Adjunct. 

Pola Ant. Handlirsch, J. Kaufmann. 



Anschluss zum Schriftentausche : 
Physiologische Gesellschaft in Berlin. 

Medicinisch-naturwissenschaftliche Section des Siebenbürger Museum- 
vereines in Klausenburg. 



Eingesendete Gegenstände: 
50 Speeles Pilze für eine Schule von Herrn Dr. R. v. Wettstein. 



Secretär Dr. R. v. Wettstein legte ein von Herrn Professor 
Dr. A. Kornhuber übersendetes Manuscript vor^ betitelt: „Ueber 
das in der Wiener Flora eingebürgerte Carum Bulhocastanum (L.) 
Koch" (siehe Abhandlungen, Seite 689) und besprach den Inhalt 
einer von Herrn Dr. M. Kronfeld eingesandten Abhandlung: 
„Hat Goethe das Ergrünen der Coniferenkeimlinge im Dunklen 
entdeckt?" (Siehe Abhandlungen, Seite 687.) 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Sitz.-Ber. G 



48 



Versammlung am G. Juli 1887. 



Ferner berichtete er über die Auffindung zweier für Nieder- 
österreich neuer Pflanzen: 

1. Sedum micranthiim Bast. (Ess. sur la flore de Main et Loire, 
p. 167, 1809) wurde von dem Vortragenden am 19. Juni d. J. auf Serpentinfelsen 
im Gurhofgraben bei Aggsbach a. d. Donau gefunden. Die Pflanze stimmt mit 
französischen Exemplaren vollkommen überein und unterscheidet sich von dem 
zunächst verwandten Sedum album L. vor Allem durch die Gestalt der Blätter 
und die Grösse und Färbung der Blüthen. Nachstehend sei eine Diagnose nach 
der niederösterreichischen Pflanze gegeben:^) 

Gaulis procumhens vel ascendens, ramosus, teres, papillis minimis obsitus, 
griseus vel plerumqiie pwpurascens; rami erecti foliis multis densiusculis ob- 
siti, 8 — 20cm. alti. Folia oblonga vel globoidea, obtusissima, teretia, 
superiora superne fere furcata, sessilia, erecto-patentia , glabra, plerumque 
purpurascentia , 8— 12 mm. longa, 4 — 8 mm. diametro. Panicula midtiflora, 
laxa. Calyx 5-fidus, laciniis lanceolatis, obtusiusculis, 1 mm. longis et latis, 
glaber, viridis. Coralla petalis quinque albis lanceolatis obtusiusculis ^ ca. 
2 — 5 mm. longis, 75—1 mm. latis, glabris, patentibus. Carpella 5, alba, 
erecto-patentia. Stamina quina antlieris globosis purpureis exsertis, fila- 
mentis ca. 2 5 — 3 mm. longis. 

2. Myosotis variahilis Aiigelis (in Koch, Synops. flor. Germ, et Helv., 
Ed. 3, p. 438, 1857). RJiizoma tenue, repens, remote squamosus, nigrescens, 
caules floriferos elatos, 20 — 30 cm. longos et ramulos steriles foliis obsitos, 
breves edens. Gaulis teres vel subangulosus, fragilis, viridis, pilis albis, crispu- 
lis, remotis obsitus. Folia membranacea, inferiora et ea rosularum sterilium 
late lanceolata longe in petiolum attenuata, obtusiuscula, utraque in pagina 
crispule hirsuta, incl. pet. 3 — 6 cm. longa, 10—14 mm. lata; caulina ovato- 
oblonga, basi dilatata sessilia, acutiuscula, erecto patentia, 25 — 40 mm. longa, 

8 — 12 mm. lata, superiora diminuta. Racemi floriferi 2—5, floribus densiusculis 

9 — 18. Pedunculus adpresse pilosus, ca. 1 — 2 mm. longus, tenuis, erectus, fructi- 
fer paulo accretus. Galyx obscurus 5 fidus, laciniis angustis, acuminatis, 
15 mm. longis, ca. 5 mm. latis, tubus basin versus pilis hamatis retroßexis 
obsitus. Gorolla tuho longo superne sensim ampliato, flavo, glabro, extus striis 
quinque longitudinalibus coeruleis, 3—4 mm. longo, lobis patentibus, pulchre 
coeruleis, late-ovatis, glabris, ca. 3 mm. longis; fornicibus albis exsertis, an- 
theris exsertis, flavis, filamentis brevissimis. Galyx fructifer modice accretus, 
clausus. 

Myosotis variabilis wurde von dem Vortragenden in Gemeinschaft mit 
Dr. 0. Stapf am 30. Juni im oberen Theile des Wechselgrabens am Wechsel, 
hart an der niedcrÖHterreichiHch-fiteirischon Grenze gefunden, und zwar an feuchten 
Rchattigcn WaldHto]|(5n; unfern davon fand(!n sich Myosotis silvatica Uoffm. und 
Myosotis strigulona I.' Der Slandort schlicsst sich an die übrigen bisher aus 



•) Ich th#til« hif-r Diajf nofion mit, ila nimr Iniid« F'llarixon aiififrihrliolio nodi nicht oxistiren. 



L. V. Lorenz. 



49 



Steiermark bekannten ana Eottenmanner Tauern und bei St. Loreuzen an; ausser- 
dem wurde die Pflanze bisher blos in Siebenbürgen bei Rodna von Porcius 
aufgefunden. (Conf. Kern er, Schedae ad flor. Austr.-Hung., IV, p. GO.) 

Der von Angelis angegebene Farbenwecbsel der Blüthe konnte nicht 
beobachtet werden. Die Blüthen sind wie die der meisten anderen Myosotis- 
Arten anfangs röthlich, später blau. Vielleicht ist Angelis durch die gelbe 
Färbung der Kronenröhre getäuscht worden? 

Anschliessend hieran demonstrirte Herr Dr. R. v. Wettstein 
eine besonders mächtige Fasciation des Stengels von Lilium can- 
didum. Dieselbe wurde in einem Garten nächst Wien gezogen und 
zeigte eine Stengellänge von 85 Centimeter bei einer Breite von 
9*4 Centimeter und einer Dicke von circa 1 Centimeter. An der 
Spitze des Stengels fand sich eine dichte Traube aus 124, meist 
wohl erhaltenen und vollkommen entwickelten Blüthen. 



Herr Dr. L. v. Lorenz machte Mittheilungen über eine von 
ihm im vergangenen Frühjahre nach Dalmatien unternommene 
ornithologische Studienreise. 

Der Vortragende schüderte zunächst seinen Aufenthalt auf den quarne- 
rischen Inseln Veglia und Cherso, wo er auf der ersteren die beiden Seen Jesero 
und Panighe, auf der letzteren die grossartige Doline von Smergo, denVrana- 
see und die Felsenküste nächst Caisole besuchte. Von Spalato wurden Excur- 
sionen in das nördlich der Stadt gelegene felsige Gebirge „Rupotina" in die 
Sümpfe bei Salona und Stobric nach den Buschwäldern an den Abhängen nörd- 
lich von Sucurac und auf das Plateau von Percovic, sowie auf die Insel Solta 
unternommen. Ein achttägiger Aufenthalt in Fort Opus gab Gelegenheit, in 
den drei grossen Hauptsümpfen nächst der Narentamündung zahlreiche Sumpf- 
und Wasservögel zu beobachten und festzustellen, dass diese Vögel in den ge- 
nannten Gebieten grösstentheils nur als Durchzügler im Frühjahre und Herbste 
auftreten, während im Sommer sich nur einzelne zeigen; im Winter wimmelt 
es dagegen in den Sümpfen von allerlei Arten von Enten, die zu vielen Tausenden 
hier bis zum Beginne der milderen Jahreszeit Aufenthalt nehmen. Von Fort 
Opus wurde ein Abstecher nach Mostar und zu dem nächst der Stadt gelegenen 
Blato unternommen. In Ragusa war Gelegenheit geboten, durch den Gustos des 
dortigen Museums wichtige Daten über die ornithologischen Verhältnisse in der 
Umgebung dieser Stadt zu sammeln, sowie einige eigene Beobachtungen auf der 
Insel Lacroma und im Thale der Ombla zu machen. Nach einem eintägigen 
Besuche in Cattaro wurde die Rückreise über Pola und Fiume nach der Heimat 

G* 



50 



Versammlung am 6. Juli 1887. L. v. Loreuz. 



angetreten. Die Ergebnisse der Rei^^e waren nebst den selbstgemachten Beob- 
achtungen die Sammlung vieler Daten über das Vorkommen und den Zug der 
Vögel nach den Mittheilungen vertrauenswürdiger Landesbewohner und eine 
kleine Sammlung von Bälgen und Vögeln in Spiritus. Auch war Dr. v. Lorenz 
bestrebt, an den von ihm besuchten Orten Beobachter für den Vogelzug zu ge- 
winnen, welche ihre Berichte dem Comite' für ornithologische Beobachtungs- 
stationen einzusenden sich bereit erklärten. 



Versammlung am 5. October 1887. 



Vorsitzender : Herr Professor Dr. Gustav Mayr. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

^ ^ Als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herr r» m tt 

P. T. Herren 

Böhm Iguaz, k.k. Polizei- Commissär. Krakau. Dr. L. v. Lorenz, Dr. J, Palacky. 
Teuchmann F. Wien Dr. 0. Stapf, Dr. E. v. Wettsteiu. 



Eingesendete Gegenstände: 

245 Pflanzen für Schulen von Herrn H. Braun. 

25 Lepidoptereu für Schulen von Herrn F. An der s. 
225 Insecten für Schulen von Herrn J. Mik. 
250 Pflanzen für Schulen von Herrn Dr. F. Ostermeyer, 
200 Insecten von Herrn A. Rogenhof er. 
8 Speeles für das Herbar von Herrn Dr. L. Simonkai. 



Secretär Dr. R. v. Wett stein berichtete über das während 
der Ferien erfolgte Ableben der Herren Dr. G. Winter in Conne- 
witz und Hugo Lojka in Budapest, indem er in einem kurzen 
Nachrufe die grossen Verdienste der Genannten um die Myko- 
logie, respective Lichenologie würdigte und die Versammlung auf- 
forderte, ihrem Beileide durch Erheben von den Sitzen Ausdruck 
zu verleihen. 

Hierauf legte er eine von ihm ausgeführte Abhandlung vor, 
betitelt: „Vorarbeiten zu einer Pilzflora der Steiermark. 
H. Theil" (siehe Abhandlungen im Bande XXXVHI, I. Quartal) 

Z. B, Ges. B. XXXVII. Sitz.-Ber. H 



52 



Versammlung am 5. October 1887. 



und sprach über das Auffinden der Pinns Cembra L. in Nieder- 
österreich. 

Dieselbe wurde in dem Kronlande wildwachsend noch nicht gefunden. 
Aeltere Angaben über vereinzeltes Vorkommen des Baumes in den niederöster- 
reichischeu Alpen (Schneeberg, Raxalpe u. s, f.) bezogen sich auf cultivirte 
Exemplare. Vortragender fand mehrere, unzweifelhaft spontan vorkommende 
Exemplare auf dem Gamssteine an der steirischen Grenze. Es ist dies der 
nordöstlichste aller Fundorte von Pinus Cembra im Gebiete der Alpen und den 
bereits bekannten bei Hieflau, Admont u. s. w. zunächst gelegen. 



\ ^ Herr Dr. Moriz Kronfeld hielt einen Vortrag über Wurzel- 
anomalien cultivirter Umbelliferen. 

An der Hand einschlägiger Objecto aus seiner Sammlung besprach der 
Vortragende die Bildungsanomalien cultivirter ümbelliferenwurzeln und ins- 
besondere die korkzieherartigen Umschlingungen derselben. Buchenau (Botau. 
Zeitung, 1862, p. 305) beobachtete, dass zwei benachbarte Wurzeln von Daucus 
carota auf beinahe zwei volle Windungen um einander geschlungen waren, ohne 
verwachsen zu sein, und in einem anderen Falle sah er au den zwei Armen 
einer abnormer Weise dichotomen Möhre ^) dasselbe Phänomen. Zwei vom Vor- 
tragenden untersuchte Teratologica der Möhre reihen sich unmittelbar an die 
Objecte Buchenau's. a) Eine kurze und dicke Möhre wird zu drei Viert- 
theilen ihres Umfanges von einer schmächtigeren Wurzel umschlungen, die 
unteren Wurzelenden streben hierauf gleichsinnig parallel nach abwärts; nir- 
gends bind die Wurzelkörper verwachsen. Fall b) glich ganz dem zweiten 
Beispiele Buchen au 's. Ferner demonstrirte der Vortragende zwei Wurzeln 
der Pasiinaca sativa, die mittenwärts förmlich in einander gehenkelt waren 
und im Uebrigen nebeneinander geradlinig verliefen. Auch diese Wurzeln waren 
nur umschlungen und konnten, wie die beiden Branchen gewisser chirurgischer 
Instrumente, auseinander gehenkelt werden. Unter dem pompösen Titel: „Ein 
Kingkampf zweier Wurzeln" schilderte Römer im vorigen Jahre eine in mehre- 
ren Touren erfolgte innige Umsclilingung zweier Pastinakwurzeln (Oesterr. 
botan. Zeitschr., 1886, p. ^18). — Ohne Frage hätte Goethe Bildungen dieser 
Art für offenbare Aeusserungen der „Spiraltondonz" angesprochen. Darwin 
hätte in ihnen niclit minder Betliätigungcn der den Wurzeln innewohnenden 
Circumnutation «'rkannt. Allein wie die „Si)iraltendenz", so kann — nach 
Wiesner's exacter Widerlegung — auch Darwin's Urbewegung für rein 

') Kin iimtmctiTe« lieiHpiel einer Möhre, doron Socinnliirwni/.oln nach Uii(,onlriick(iiiK tlor 
llsnptnurz«! p»rc»ch3riri;itf>ii an«cliwoIlcii, onvahnt Reichardt (Vorliaiidl. dor /.ool. -botan. Ge- 
Mll*ch., 1H67, p. «'H ahmt« hier «ino Umbidliforo gloidmam <laB WurKelHystorii einoH Cir.iium 

ponnonUum, einer Hpirata filipfniluln nach, während oh Hlch ohon um oino wirklicho Theilun(< dor 
Uaaptwars«! bandelt. 



Moriz Kronfeld. 



53 



speculativ erklärt werden, und es fragt sich, wie die Umschlingungen der Um- 
helliferenwurzeln thatsächlich zu deuten sind. Der Vortragende ist geneigt, sie 
unter Annahme des Zugwachsthums (Wiesner, Bewegungsvermögen der Pflan- 
zen, Wien, 1881, p. 135 flF.) zu erklären. Von zwei dicht neben einander im 
Boden steckenden Wurzeln wird öfters die eine ausgiebiger befestigt sein als 
die andere, das heisst vermöge reichlicherer Nebenwurzeln stärkeren Halt finden 
als ihr Nachbar.^) Die labilere Nachbarwurzel kann nun durch irgend einen 
Zufall gegen die stärkere angedrückt werden, und vorausgesetzt, dass sie leb- 
haft wächst, so wird man an ihr alsbald eine innere gedrückte und eine äussere 
gespannte Seite zu unterscheiden haben. Diese erscheint im Wachsthum geför- 
dert, jene zu gleicher Zeit beeinträchtigt, und demgemäss wird sich die vorerst 
positiv-geotropische Wurzel bogenförmig um den kräftigeren Wurzelkörper legen. 
Hiedurch kommen aber weitere Theile derselben mit dem Widerhalt in Berüh- 
rung; aus der einfachen Krümmung wird so eine volle Umschlingung werden, 
ihr eine zweite nachfolgen u. s. f., wofern nicht früher oder später das Zug- 
wachsthum von dem positiven Geotropismus gänzlich überwunden wird. Aus 
der Combination von Zugwachsthum und Geotropismus ergibt sich also die dem 
Winden oberirdischer Caulome um feste Stützen vergleichbare Umschlingung 
einer Umbelliferenwurzel durch die andere. Nach Darwin (Kletternde Pflanzen, 
übers, v. Carus, Stuttgart, 1876, p. 144) ist das Winden um aufrechte Stützen 
auch an Luftwurzeln, und zwar von Phüodendron sp., sowie Vanilla aromatica, 
festgestellt worden. Speciell bei Vanilla nimmt Darwin als ursächliches Mo- 
ment die ungleichseitige Beleuchtung des Wurzelstranges an. 



Herr Dr. O. Stapf sprach über die Schleuderfrüchte vou 
Alstroemeria psittacina. 

Anknüpfend an jene Stelle in den „Italienischen Reisen", wo Goethe von 
dem Aufspringen der Früchte von Äcanthus moUis erzählt, besprach der Vor- 
tragende den Bau und den Mechanismus der Schleuderfrüchte von Älstroemeria 
psittacina. Der Fruchtknoten der Älstroemeria losittacina ist zur Zeit der 
Blüthe ungefähr eiförmig. Den sechs Abschnitten des Perigons entsprechend, 
laufen sechs kielartig vorspringende Rippen nach der Basis des Fruchtknotens 
herab. Wenn die Blüthezeit vorbei ist, fällt das Perigon ab, lässt aber an 
seiner Ansatzstelle eine Art Ring zurück, welcher die oberen Enden der Rippen 
verbindet. Es sieht dann aus, als wenn der obere Theil der Kapsel dem berippten 
Theil wie ein Deckel aufsässe. In der That wurde er auch schon wiederholt 
als öperculum bezeichnet, obwohl zu keiner Zeit eine Ablösung desselben nach 
Art eines Deckels erfolgt. Die Rippen sind an der reifen Frucht abwechselnd 
verschieden stark, doch ist der Unterschied kein bedeutender. Den dorsalen, 
d. h. über der Mitte der Carpiden liegenden Rippen entsprechend, verlaufen 



*) Gewöhnlich wird sie auch den mächtigeren Warzelkörper hesitzen, doch sind Fälle 
denkbar, in denen eine schmächtige Wurzel fester im Boden steckt als eine dicke. 

H* 



54 



Versammlung am 5, October 1887. 



drei zarte Furchen (Nähte) üher den rippenfreien Theil nach der Spitze. Es 
sind die Linien, nach welchen die Kapsel später in die drei Klappen zerfällt. 
Von der Mitte der Klappen entspringen im Innern die Scheidewände, welche 
in einem mittelständigen Samenträger zusammenstossen. Die kugeligen, glatten 
Samen sitzen in je zwei Reihen an der Innenkante des Faches. Diese Scheide- 
wände werden jedoch gewöhnlich vor der Reife mehr oder weniger resorbirt, 
so dass die Kapsel dann scheinbar einfächerig ist. Die anatomischen Verhält- 
nisse sind nun folgende: Auf eine sehr zarte Epidermis folgt ein ebenso zart- 
wand iges Parenchym, welches in den Rippen und am Grunde der Kapsel stärker 
entwickelt ist. Darauf folgt in den Rippen ein Cylinder eines isodiametrischen 
Parenchyms mit deutlich, aber nicht übermässig verdickten Zellen, und inner- 
halb des Cylinders, von diesem als von einer Schutzscheide umschlossen, ein 
kleines Gefässbündel. An das dünnwandige Gewebe des Epicarps, welches sich 
auch unter den Rippen hindurch fortsetzt, und zwar am Grunde derselben in 
einer stärkeren, nach oben zu in einer sehr dünnen Lage, grenzt dann ein 
horniges Mesocarp, welches nur längs den Dorsalrippen von zartwandigem 
Parenchym unterbrochen ist. Das Mesocarp besteht aus quergestreckten spindel- 
förmigen, sclerenchymatisch verdickten Zellen, welche von zahlreichen Poreu- 
canälen durchsetzt sind und ohne Zwischenräume dicht aneinanderschliessen. 
Dann folgt, gerade so wie das Epicarp gebaut, das Endocarp. Von derselben 
Beschaffenheit sind auch die Scheidewände. Dort jedoch, wo die Carpellränder 
zum Samenträger verwachsen sind, verbreitern sie sich und nehmen bis auf 
eine dünne Lamelle sclerenchymatischen Charakter an. Nur an der Basis setzt 
das schwammige Parenchym ganz durch den Samenträger hindurch. In diesen 
treten am Grunde drei Gefässbündel ein, welche in den Innenkanten der Fächei*, 
und zwar au der Aussenseite des Sclerenchyms verlaufen. Der Samenträger 
besteht daher aus drei hornigen Spangen, die an der Spitze mit den Klappen 
fest verbunden sind und durch ein dünnwandiges Parenchym getrennt, zugleich 
aber auch zusammengehalten werden. Nur das Fussstück des Samenträgers 
ist bis auf die Gefässbündel ganz aus schwammigem Gewebe gebildet. Durch 
diese Anordnung der Gewebe ist die Art und Weise, wie das Aufspringen 
erfolgt, vorbereitet, ohne dass es weiter einer anderen Einwirkung als der 
zunelmicnden Austrockuung bedarf. Zunächst schrumpft das zartwandige 
Parenchym ein. Da dieses am Grunde der Kapsel zwischen den Rippen und 
dem liarten Mesocarp fest ausgespannt ist, entstehen in ihm bald Risse. Auch 
die «chwaniniige Basi.s des Sainenträgers zieht sich zusammen und reisst dort, 
wo die GefäHsbiindfd itj sie eintreten, ab. Die Kapsel wird auf diese Weise von 
(icni Fruchtstiel abgelöst und nur mehr von den Enden der Ripi)en wie von 
Fingern gehalten. Man kann sich leicht davon überzeugen, wenn man din 
Rippen unterhalb der Mitte sorgfältig durclischneidet. In Folge der zuneh- 
menden AuHtrocknung wird der Verband der Rippen mit dem Mesocarj) immer 
mehr gelockert, zugleich aber auch das Gefügc; der Nähte zwischen den ICIa|))»on. 
Vu'HP Kucheri nirh von den Kiirideni lier nach aussen zu strecken oder mit 
anderen Worten, die AhHtätid»- der ge(r(-nnher liegendnn Ränder, namentlich 



0. stapf. 



55 



aber jener zwischen Grund und Spitze, zu verlängern. Sie sind aber daran 
durch das verbindende Parenchym der Nähte, die damit noch immer zusammen- 
hängenden Endstücke der Dorsalrippen und den Ring, der das „Operculum" 
umsäumt, vor Allem aber durch die mit ihnen fest verbundenen Spangen des 
Samenträgers gehindert. Es tritt in Folge dessen in air diesen Theilen eine 
lebhafte Spannung ein, die schliesslich in dem Augenblicke, wo der hartnäckigste 
Widerstand an der Spitze des Samenträgers und der Kapsel überwunden wird, 
zu einem gewaltsamen, plötzlichen Zerreissen führt. Die Klappen werden von 
unten nach oben und aussen geschleudert, wobei die Dorsalrippen ziemlich 
unversehrt bleiben, während die Ventralrippen unter der Mitte abbrechen und 
als Rückenkiele an den Klappen haften bleiben. Die Samen, welche beim Zer- 
reissen der Samenträger frei geworden sind, werden dabei wie aus der Schale 
einer Katapulte hinausgeschossen. Da sie, wie erwähnt, die Form von Kügel- 
chen haben und glatt sind, rollen sie leicht auf dem Boden noch ein Stück 
weit. Die grösste Entfernung, bis zu welcher die Samen der Älstroemeria psit- 
tacina nach den Beobachtungen des Vortragenden geschleudert wurden, bezie- 
hungsweise rollten, betrug 4 Meter. Doch ist dies keineswegs als das Maximum, 
welches erreicht werden kann, zu betrachten, da in diesem Falle ein Bücher- 
schrank im Wege stand. 

In ganz übereinstimmender Weise scheint die Dehiscenz bei Älstroemeria 
peregrina und den meisten anderen Arten zu erfolgen. Von jener sagt bereits 
Gaertner in seiner Carpologia, I, p. 41: „. . valvulis nisu elastico deJiiscentibus". 
Eine geringe Zahl von Alstroemerien hat dagegen Beerenfrüchte, deren Verbrei- 
tung wahrscheinlich durch Thiere geschieht. 



Secretär Herr Dr. Ludwig v. Lorenz machte folgende 
Mittheilung über das Auftreten der Alca torda L. in der 
Adria: 

Im zweiten Theile seiner „Fauna d'Italia" führt Salvadori (1872) an, 
dass sich die Alca torda gelegentlich vereinzelt im Mittelmeere, speciell an 
den italienischen Küsten zeige, dass diese nordische Art jedoch noch nie im 
adriatischen Meere beobachtet wurde. Diese Behauptung behielt noch volle 
Giltigkeit bis zum Jahre 1884, in welchem am 7. Juni zuerst ein Tordalke 
nicht weit von Miramare erlegt und an Kronprinz Rudolf gesendet 
wurde Mitte Juni und Anfangs Juli desselben Jahres wurden ferner noch 
je zwei Exemplare, ebenfalls in der Nähe vonTriest, bei S. Sabba erbeutet; 
dieselben befinden sich im Museum zu Triest. 

Seitdem Hessen sich zwei Jahre lang keine Alken in der Adria sehen. 
Da gelangte im vergangenen Winter, ddo. 23. Jänner 1887, an die zoologisch- 
botanische Gesellschaft ein Brief ihres Mitgliedes, des Bischofs Vodopic von 
Ragusa, welcher die erste Nachricht über das neuerliche Auftreten der Alken 



56 



VerBaramlung am 5. October 1887. 



in der Adria enthielt.^) Dieser Mittlieilung zufolge fand man in den ersten 
Tagen des Jänner bei heftigem Südoststurme in Porto Cassone, östlich der 
Stadt Ragusa, zugleich mit verschiedenem Treibholze, das von der albanesischen 
Küste angeschwemmt war. zwei todte Individuen der Älca torda. Einige Tage 
später beobachtete man im Hafen von Gravosa, östlich von der Stadt, zwei 
Vögel, welche die Leute für Cormorane hielten; einer wurde erlegt und im Mu- 
seum zu Ragusa als ein junger Tordalk erkannt. Man hörte dann einige Tage 
nichts mehr von diesen bisher dort unbekannten Vögeln. Am 14. Jänner jedoch 
erschienen neuerdings, und zwar im Thale der Ombla, Tordalken, diesmal in 
grösserer Anzahl. Etwa zwanzig Exemplare trieben sich durch drei Tage längs 
des Omblaflusses zerstreut umher und verschwanden nach dieser Zeit erst, nach- 
dem etwa zwei Drittel derselben durch die Jäger der Gegend erlegt worden 
waren. So viel aus dem erwähnten Briefe. 

Als ich im heurigen Frühjahre in Ragusa war, habe ich im dortigen Museum 
drei von Director Kosic sehr hübsch präparirte Exemplare von den im Ombla- 
thale erlegten gesehen. 

Doch gaben mit dem erwähnten Auftreten die Alken den Ornithologen 
für heuer noch keine Ruhe. Im Juni wurden vier Individuen bei Miramare 
gefangen und drei davon durch Prof. Moser an v. Tschusi gesendet, welcher 
wieder ein Exemplar von diesen dem naturhistorischen Hof museu m überliess, 
und endlich gelangte Mitte September ein frischer Balg eines Tordalken aus 
Hofmuseum, welchen der Einsender desselben, Ingenieur Scharfetter in 
Fortopus, mit der Mittheilung begleitete, dass derselbe bei der Leuchte an der 
Narentamü ndung im Wasser schwimmend und tauchend gesehen und erlegt 
wurde; er sei das erste Exemplar dieser Art, welches dortigen Ortes je 
gesehen wurde. 

Die seit dem Winter bis jetzt in der Adria beobachteten Alken dürften 
wahrscheinlich Reste jener Gesellschaft von der Ombla sein, wie die schon 
vorher bei Ragusa angetroffenen Vögel gleichfalls derselben angehört haben 
werden. Woher aber alle diese in der Adria aufgetretenen Vögel stammen^ 
lässt sich aus einer kürzlich im VII. Hefte des „BoUctino dcl Naturalista" 
(Sieria, 18H7) von Morici Minä gegebenen Notiz schliessen. In dieser wird 
berichtet, dass man in den Tagen vom 15. bis 17. December 188G bei Reggio 
Calabria eine ungewölinlich grosse Anzahl von Tordalken sah, und dass in 
den Tagen des Jänner 1887 ein solcher Vogel bei Cefalu an der Nordküste 
Siciliens aus einer Scliaar von 8 bis 10 Stücken gofangon wurden. Diese 
l<'tzt<ren hatton sicli vermuthlidi von jenen in den («ewässcrn von Calabrien 
beobachteten abgetrennt. Dass die in die Adria gelangten Vögel aucli mit 
dieHen im ZuBammenhange stellen, liegt ebenfalls nahe anzunehmen. 

Da« ErHclieinen der Alken in der Adria errogt aber nicht nur diirch s(Mn(^ 
SeltHanikfit Inter^'sse, Kondern v<'rdient auch darum im Augo behalten zu 

•) U«b«r «inen horeilM am V.K Doccmber 1880 von Bnccicb lifli Lbhiiki erlopton Toni 
allcnn buriclit«!« K o I om b » I o v i r cmt im .'{. Hefte 1887 <l«r MittlKiilnnt^^cn <lt!H Orni Üiologisclicri 
?«r*ln>«i In Wl«n. 



L. V. Loreuz. 



57 



werden, weil es sich bei verschiedenen anderen Vögeln in verschiedenen Theilen 
der Welt gezeigt, dass die Vögel ihre Wanderungen ändern, indem sie entweder 
neue Bahnen einschlagen oder ihre Züge in gewohnter Richtung weiter aus- 
dehnen. Die Tordalken, welche in den nordischen Meeren rings um den Pol, 
am zahlreichsten zwischen dem 62. und 72. Grad brüten, ziehen längs der 
Küsten, ohne je ins Innere der Länder einzulenken oder Flussläufen zu folgen, 
im Herbste in grossen Mengen südlicher und kommen dann im Winter zahl- 
reich und regelmässig an den Küsten der Ost- und Nordsee vor. So trifft 
man sie beispielsweise jährlich an der Mündung der Elbe, an den Küsten von 
Holland und Nord-Frankreich. Aber auch längs der Westküste von Frank- 
reich ziehen sie, wenngleich schon in geringeren Mengen, jährlich bis Spa- 
nien und erscheinen in manchen Wintern noch in der Strasse von Gibraltar 
in verhältnissmässig sehr grosser Anzahl. 

lieber das Auftreten der Tordalken sagt Gilioli in seiner „Avifauna 
Italica" (1886), dass dieselben nicht regelmässig an die italienischen Küsten 
kommen, dass man sie aber jedes Jahr und bisweilen in grossen Mengen trifft, 
besonders im Hafen von Genua und an der ligurischen Küste bis nach Nizza; 
Gilioli theilt auch mit, dass im Winter 1885/86 an der tyrrhenischen Küste 
die Alken in besonders grosser Zahl erschienen sind. Auch wird von Dei 
berichtet, dass im December desselben Jahres die Gewässer des Stagno von 
Orbetello und das Meer beim Monte Ar genta rio, das sind Localitäten an 
der Westküste Italiens, von ihnen voll waren. Gilioli führt auch weiter an, 
dass man Tordalken bei Neapel, in Sicilien, Sardinien und selbst bei Malta 
zu Zeiten erbeutet hat. 

Alle diese neueren Daten würden aber, mit den Angaben Salvado ri's 
verglichen, bereits darauf hinweisen, dass die Alken in den letzteren Jahren 
häufiger in's Mittelmeer gekommen sind als früher. Allerdings ist dieser Schluss 
nur als eine Vermuthung aufzunehmen, denn es ist hiebei in Erwägung zu 
ziehen, dass in neuerer Zeit den ornithologischen Erscheinungen viel mehr 
Aufmerksamkeit geschenkt wird als früher, und dass dieselben daher viel 
häufiger notirt und zur allgemeinen Kenntniss gebracht werden. 



Herr Dr. F. Krasser besprach das Vorkommen zerklüfte- 
ten Xylems bei Clematis. (Siehe Abhandhingen, Seite 795.) 



Schliesslich übersendete Herr M. Rassmann eine Mitthei- 
lung über die Flora der „Türkenschanze" bei Wien in den letzten 
fünf Jahren (1883—1887) : 

Vor noch etwa 30 Jahren gab es in der nächsten Umgebung Wiens wohl 
kaum einen Ort, der eine so grosse Reihe von verschiedenartigen und seltenen 



58 



Vergammlung am 5. October 1887. 



Pflanzen aufzuweisen hatte wie die Türkensclianze. Im Laufe dieser drei Jahr- 
zehute aber haben sich die Verhcältnisse ganz anders gestaltet, und es ist die 
Türkeuschanze von heute bei Weitem nicht mehr das, was sie früher war. Gerade 
in den allerletzten Jahren ist theils in Folge der vielen Sandaushebuugen, theils 
in Folge der immer mehr und mehr zunehmenden Zahl der cultivirten Stellen, 
eine grosse Menge von Standplätzen der seltensten Pflanzen verloren gegangen. 
Ich habe nun in den letzten fünf Jahren die Türkensch an ze genau durchsucht, 
und will im Folgenden über einige bemerkenswerthe floristische Funde, die ich 
während dieser Zeit daselbst gemacht habe, in Kürze berichten; auch werde 
ich alle jene wichtigeren phanerogamen Gewächse aufzählen, welche schon in 
den frühesten Zeiten auf der Türkenschanze vorkamen und jetzt entweder voll- 
ständig von derselben verschwunden sind, oder welche sich, wenn auch freilich 
manchmal nur in einigen Exemplaren, bis in die neueste Zeit erhalten haben. 

Festuca vaginata Waldst. et Kit. Häufig auf sandigen Stellen gegen Weinhaus. 
Stipa pennata L. Ziemlich selten gegen Gersthof. 

Carex divisa Huds., humilis Leys., siipina Wahlenb. sind von der Türken- 
schanze verschwunden. 

Carex nitida Host, und Carex stenophylla Wahlenb. Gegen Weinhaus, aber sehr 
spärlich. 

Gagca pusilla Schult, wird im Ganzen immer seltener. 
Allium flavum L. Gemein gegen Weinhaus und Gersthof. 
Asparagus ofßcinalis L. Gegen das Neustiftthal, verwildert. 
Muscari comosum Mill. Auf Feldern beim neuen Friedhofe häufig. 
Chenopodium botrys L. Auf der ganzen Süd- und Westseite der Türkent^chanze, 

in Sandgruben, an Wegen etc. liüchst gemein, fehlt gegen Döbling und 

Neustift fast ganz. 
Rumex acetüsella L. Gegen den Krotenbach zu häufig. 

Thesitim ramosum Ilayne. Nur mehr auf einer einzigen Wiese gegen das Ncu- 

stiftthal in wenigen Exem])laren. 
riantago arenaria Wählst, et Kit. Zerstreut. 

Scabiosa stiavcolcns Desfont. Ueberall, sowohl gegen Weinhaus und Gersthof 

als gegen Döbling zu gemein. 
Stenactiü bcUidiflora A. Braun. Gegen den Krotenbach zu, einzeln. 
Achillca nobilis L. Kommt nicht mehr vor. 

Achillca Pannonica Scheele. In einer Grube unweit des Hohlweges, der nach 

G«rhthof Hihrt, in einigen Kxem])laren. 
Atitliemin Naiircichii Ortm. Gemein, z. B. im neu angelegten Paikc. 
fttifiplialium arenarium L. Kommt hier schon lange nicht mclir vor. 
Jurinca moUin Reichenb. Nicht gemein. 
CarduuH acnnthoidcs I>. Weissbliiliond, liiii und wieder. 

IfUraduvi cclnoidcn I/umnitz. a) slrigosum, mit orani^egelben Bliithen, sowolil 

geg<'n Weinhan« aln gegen Gerstliof, wird aber immer seltener. 
Campanula Sibirica L. G(in<iii g»'gen Döbling. 



M. ßasBmauu. 



59 



Salvia Austriaca Jacq. Auf einer Wiese gegen Gersthof, sehr selten. 
Nepeta cataria L. 1885 auf wüsten Plätzen vor dem neuen Parke, ziemlich 
häufig. 

Marruhium vulgare L. Desgleichen. 
Lamium purpureum L. Weisshlühend, 1885. 
Anchusa ofßcinalis L. Weisshlühend, gegen Gersthof, 1883. 
Anchusa arvensis M. a. B. Fast überall, aber nirgends in grosser Menge. 
Anchusa Italica Retz. fand ich alle fünf Jahre hindurch, aber immer an ande- 
ren Stellen. 

Myosotis hispida Schlechtend. Weisshlühend, mit Muscari comosum Mill., sehr 
selten. 

Cuscuta Europaea L. Gegen Döbling bei der „Stefanie-Höhe". 

Linaria genistifolia Mill. Gemein auf sandigen Stellen gegen Weinhaus. 

Veronica praecox Allion. Auf Wiesen, Aeckern etc. gemein. 

Veronica verna L. Kommt nicht mehr vor. 

Euphrasia lutea L. Gegen Döbling ziemlich häufig. 

Melampyrum barbatum Waldst. et Kit. 1886 unter Getreide in einem Exemplare. 
Orobanche elatior Sutten. Ziemlich selten gegen Gersthof. 
Orobanche caerulea Vill. Seit 1883 verschwunden. 

Orobanche arenaria Borkh. Bis zum Jahre 1886 an einer einzigen Stelle, und 
zwar gegen Gersthof, jetzt aber durch ein daselbst befindliches Kartoffel- 
feld vollständig verdrängt. 

Orobanche coerulescens Steph. ist schon seit Jahren vollständig verschwunden. 

Androsace elongata L. Auf Kleefeldern gegen Döbling sehr häufig. 

Androsace maxima L. Kommt seit 1886 nicht mehr vor. 

Seseli glaucum L. Gegen Gersthof, nicht gemein. 

Peucedanum Oreoselinum Mönch. Von Weinhaus bis über Gersthof hinaus 
häufig. 

Saxifraga tridactylites L. An einzelnen Stellen auf der Abdachung gegen den 
Krotenbach. 

Ceratocephalus falcatus Pers. kommt nicht mehr vor. 

Delphinium Ajacis L. Verbreitet sich immer mehr und mehr. 

Papaver Argemone L. erscheint fast jedes Jahr, sowohl gegen Döbling als auch 

gegen Weinhaus. 
Papaver dubium L. Sehr selten gegen Gersthof. 
Arabis auriculata Lam. Gegen das Neustiftthal ziemlich selten. 
Alyssum minimum Willd. ist ebenfalls von der Türkenschanze verschwunden. 
Helianthemum Fumana Mill. Auf sandigen Hügeln gegen Weinhaus. 
Viola arenaria DC. Auf trockenen Wiesen, nicht gemein. 
Viola tricolor L., ß) grandiflora Hayne. An Wiesenrändern, äusserst selten. 
Portulaca oleracea L. In Weingärten gegen Weinhaus. 

Alsine verna Bartl. Sehr häufig, hauptsächlich gegen Gersthof und Weinhaus. 
Gypsophila paniculata L. kommt nicht mehr vor. 
Dianthus prolifer L. Auf Hügeln gegen Weinhaus, spärlich. 

z.B. Ge8. B. XXXVII. Sitz.-Ber. 1 



60 



Versammlung am 2. November 1887. 



Saponaria officinalis L. Kommt hier schon seit Jahren vor, aber nur mit 
gefüllten Blütheu. 

Silene conica L. Sehr selten in den Jahren 1883, 1884 und 1886, 1885 und 

1887 blieb sie ganz aus. 
Hibiscus trionum L. Am Damme der neuen Pötzleinsdorferstrasse gegen 

Döbling. 

Euphorbia Gerardiana Jacq. Hin und wieder und meist einzeln. 

Linum Austriacum L. An einer einzigen Stelle hinter dem Hause Türkenschanze 2. 

Linum flavum L. Auf Hügeln gegen Döbling sehr gemein. 

Rosa spinosissima L., y) spinosa Neilr. und 

Rosa rubiginosa L., o) umbellata Leers. In wenigen Sträuchen gegen Gersthof. 
Medicago minima Desrouss. Auf Feldern, au Wegen überall, aber meist einzeln. 
Melilotus alba Desr. Vereinzelt. 

Trifolium arvense L. Beim neuen Döblinger Friedhofe z. B. sehr häufig. 
Vicia Pannonica Crantz. Auf Feldern, an Rainen sehr zerstreut. 
Vicia purpurascens DC. Im Juni 1887 auf einer Höhe hinter dem neuen Parke, 
sehr selten. 

Vicia grandiflora Scop., ß) oblonga. 1885 auf wüsten Plätzen vor dem Stern- 
wartgarten, äusserst selten. 
Vicia sativa L., y) angustifolia (Roth). Nicht gemein. 

Vicia lathyroides L. An der obgeuannten Stelle mit Thesium ramosum Hayne. 
Ervum Uns L. Verwildert unter Getreide. 

Lathyrus Nissolia L. Im Jahre 1883 in einer feuchten Grube auf der Südwest- 
seite der Türkenschanze in einem Exemplare. 
Lathyrus Apliaca L. 1883 gegen Gersthof unter Getreide. 



Versammlung am 2. November 1887. 

VorsitzoTiflor: Herr Professor Dr. A. v. Kornhuber. 



Neu oing-ctretenc Mitglieder: 
I'. T. Ilorr 

liollftr Adolf, k. k. Ol)orlirnt. etc. Karlstadt. 
Gondola (Üiotaldi, Bavoii, HcrroiihauHinit- 

gli<'d. firavoHa 

Heid er Moriz, Architekt. Wien 

K arl i n Kk i Dr. .luHiyn v.. k. k. Oberarzt. Fora. 
Lud wi .Fow««f, I'iirg»'r clnillclirr'r. Wifii . . 



Als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herren: 

Durch den Ausschuss. 

J. Kaufmann, Dr. L. v. Lorenz. 
Dr. O. Stapf, Dr. R. v. Wettstoin. 
Dr. Z. Kulrzynski, Dr. R. liatzel. 
Dr. R. v. WettstHin, II. Ziik.il 



Versammlung am 2. November 1887. 



61 



P. T. Herr 

Pregl Fr., stud. med. Graz . . 
Rechinger Carl, stud. pbil. Wien 
Werner Franz. Wien .... 
Würth Emanuel v. Wien . . . 



Als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herren: 

. . Dr. C. Deschmann, W. Voss. 

. . S. Stockmayer, Dr. R. v. Wettstein. 

. . Dr. C. Grobben, R. Dewoletzkj. 

. . Dr. J. Böhm, Dr. R. v. Wettstein. 



Eingesendete Gegenstände: 

Pflanzen für die Schulbetheilung von den Herren Dr. M. v. Eichenfeld 
(135 Expl.), F. Höfer (160 Expl.), C. Jetter (90 Expl.), A. Keller (45 Expl.), 
H. V. Kremer (50 Expl.), M. F. Müllner (200 Expl.), L. Preyer (90 Expl.), 
Dr. R. Rauscher (150 Expl.), Dr. C. Richter (210 Expl.), F. Sandany 
(225 Expl.), Dr. 0. Stapf (45 Expl.), A. Topitz (135 Expl.), Dr. R.v. Wettstein 
(380 Expl.), Dr. E. Woloszczak (150 Expl.). 

Nr. 1200—1250 der „Lichencs exsiccatr' von Dr. F. Arnold in München. 

400 Insecten für Schulen von den Herreu Ad. und Aut. Handlirsch. 

Eine grössere Partie Insecten für Schulen von Herrn J. Kolazy. 

800 verschiedene Thiere für Schulen nach dem im Jahre 1886 publicirten 
Verzeichnisse von Herrn Prof. Dr. R. Latzel. 

200 Insecten für Schulen von den Herreu Dr. Fr. und P. Low. 

15 Lepidopteren von Herrn A. Metzger. 

1 Fascikel Pflanzen für Schulen von Herrn Dr. F. Rassmaun. 

150 Insecten für Schulen von Herrn A. Rogenhofer. 

80 verschiedene Thiere für Schulen von Herrn D. R. v. Wettstein. 



Der Herr Vorsitzende eröffnet die Versammlung mit der 
Mittheilung des Ablebens des langjährigen verdienstvollen Mit- 
gliedes Grafen August Marschall. Die Versammlung erhebt 
sich zum Ausdrucke der Trauer von den Bitzen. 

Ferner fordert der Vorsitzende die Anwesenden zur Betheili- 
gung an der Wahl von 20 Ausschussräthen auf und ersucht die 
als Scrutatoren fungirenden Herren J. Kolazy, M. Rassmann 
und L. Preyer, das Scrutinium vorzunehmen. 



Secretär Herr Dr. Ludwig v. Lorenz ladet die Anwesenden 
ein zu einer am 15. November stattfindenden corporativen Be- 
sichtigung der kaiserlichen naturhistorischen Hofmuseen. 

I* 



62 



Versammlung am 2. November 1887. 



Secretär Dr. R. v. Wettstein erstattete Bericht über die 
Zusammenstellung von Herbarien für Schulen. Dieselben wurden 
wie in früheren Jahren durch die Mitwirkung mehrerer Mitglieder 
zu Stande gebracht, welche die Verpflichtung übernahmen, be- 
stimmte der in dem von der Gesellschaft herausgegebenen Nor- 
male (Verhandlungen, XXXV. Bd., Sitzungsber., p. 39) aufgezähl- 
ten Pflanzenarten in je 15 Exemplaren zu sammeln. Es waren 
dies die Herren: H. Braun, Dr. M. v. Eichenfeld, Fr. Höfer, 
C. Jetter, A. Keller, H. v. Kremer, Dr. M. Kronfeld, M. F. 
Müllner, Dr. F. Ostermeyer, L. Preyer, Dr. R. Rauscher, 
Dr. C. Richter, F. Sandany, Dr. O. Stapf, A. Topitz, Dr. R. v. 
Wettstein, Dr. E. Woloszczak. Die Zusammenstellung der 
16' Sammlungen übernahmen die Herren H.Braun, Dr. Oster- 
meyer, L. Preyer und Dr. M. Krön fei d, für welche Mühewaltung 
diesen Herren, sowie den oben genannten der Dank der Gesell- 
schaft gebührt. 

Herr Hofrath Dr. C. Claus hielt einen Vortrag über directe 
Entwicklung von Bandwürmern. 



Herr Gustos A. Rogenhof er widmete dem verstorbenen 
Mitgliede Grafen Aug. F. Marschall folgenden Nachruf: 

Am 11. October d. J. schied Herr August Friedrich Graf Marschall 
auf Burgholzhausen und Tromsdorf, k. k. Kämmerer, im 83. Jahre aus 
diesem Leben. 

Der Verewigte gehörte als gründendes Mitglied unserer Gesellschaft an 
und hat bis zu seinem Ende derselben seine materielle Unterstützung, sowie 
reges Interesse und in früherer Zeit seine Arbeitskraft selbstlos gewidmet. 
Seinem Bienenfleisse verdankt die zoologisch-botanische Gesellschaft die sehr 
liraktisch angelegten Personen-, Orts- und Sachregister der ersten zwanzig 
Handf, sowie auch reichliche Vorarbeiten zu jenen der dritten Serie. 

Der von der Gesellschaft herausgegebene Nornenclator zoologiciis (187o). 
d^n Graf Marschall fast allein compilirte, half trotz mancher Mängel einem 
wirklichen Bedürfnisse ab. Marschall war ein eifriger Besucher der Sitzungen 
und gehörte auch dem AuHschusse durch acht Jahre an. 

Marsrhall wanl am 10. Dccember I8(M geboren, studirte in Wien und 
an <h-r Bcrg;ikad<'mie zu Srheiiniit/, trat in dio k. k. ITofkamiucr im Münz- und 
|{fTgw<»H('n nnd bpi Grütulnng d^r k. k. geologischen Heichsanstalt im December 
IHf« alM Archivar Ihm r|«TK('Iben ein. Seit den Jugendjahren beschäftigte er sich 



A. Rogenhofe r. 



63 



mit Entomologie, legte eine Orthopterensammlnng an, die grösstentheils au das 
Hofnaturaliencabinet kam, sowie auch manches andere hübsche Insect, von ihm 
gesammelt, die kaiserliche Sammlung noch ziert. Auch als Mitarbeiter der vom 
Wiener Museum herausgegebenen Annalen, I. Band, 1836, betheiligte sich Mar- 
schall mit einem Aufsatze über Orthopteren, deren Typen noch existiren. 

Marschall nahm an allen naturwissenschaftlichen Bestrebungen des vor- 
märzlichen Wien lebhaften Antheil, so war er ein ständiger Besucher des bei 
Director C. v. Schreibers^) jeden Donnerstag sich zusammenfindenden Kränz- 
chens 2) von Naturfreunden. Marschall war auch Theilnehmer der in den 
Dreissigerjahren durch Baron Jacquin an Mittwochen gegebenen Zusammen- 
künfte, die namentlich durch den Besuch illustrer fremder Gelehrter eines 
bedeutenden Rufes genossen. 

Durch Auszüge geologischer und zoologischer Aufsätze in österreichischen 
Zeitschriften (ins Französische übertragen) die er an Milne-Edwards sandte, 
trug er zum Bekanntwerden einheimischer Arbeiten im Auslande Vieles bei. 
An den durch Hai ding er gegründeten Versammlungen der Freunde der Natur- 
wissenschaften in Wien nahm er lebhaften Antheil. Bei der von August von 
Pelz ein herausgegebenen „Ornis austriaca** betheiligte er sich mit grossem 
Eifer. Sein lebhaftes Interesse an den Einrichtungen der neuen naturhistorischeu 
Museen hielt bis zur letzten Zeit an, wo er sich, schon entkräftet, durch die 
Säle führen und das Neue zeigen Hess. 

Jedermann, der mit Graf Marschall in Berührung kam, wird durch 
sein zuvorkommendes, gewinnendes Benehmen, das jeder Prätension ferne stand, 
durch seine jederzeit zuvorkommende Bereitwilligkeit, alles Gute und der 
Wissenschaft Frommende mit Eifer zu unterstützen, das namentlicli durch 
seine reichen Sprachkenntnisse gefördert ward, von ihm den besten Eindruck 
bewahren und mit mir sagen: Er war ein guter Mensch. 



Herr Prof. E. Ha ekel in 8t. Pölten übersendete die Mit- 
theilung^ dass durch E. Rechervon bei Algeciras im südlichen 
Spanien in diesem Sommer Leersia hexandra Sw.j eine für die 
europäische Flora neue Pflanze, aufgefunden wurde. 



Herr Gustos A. Ho gen hofer machte Mittheiluug über das 
bis jetzt in Europa noch nicht beobachtete Auftreten der Noctuide 
Heliothis armiger Hb. als Schädling. 

^) Dem Marschall in unseren Verhandlungen, II. Bd., p. 46, einen warmen Nachruf 
widmete. 

») Demselben gehörten ausser den Musealbeamten an: Prof. Dr. Joh. Scher er, Director 
A. Beck T. Widmanstetten, Augenarzt Dr. Carl Jäger, Botaniker J. Zahlbruckner und 
Prof. Ludwig Schmarda. 



64 



Versammlung am 2. November 1887, 



Herr Baron Thümeu übcrscbickte Raupen dieser Art, welche im Sep- 
tember 1. J. auf den Maisfeldern der Umgebung von Görz, namentlich an den 
Kolben ziemlich bedeutende Verwüstungen anrichteten. Die Art hat eine weite 
Verbreitung fast über die ganze Erde, von Californien bis Neuseeland, in der 
paläarktischen Fauna reicht sie bis zum 55. n. B. In Nordamerika ist die 
Raupe von Ileliothis armiger unter den Namen „bollor corn worm" und „tomato 
fruit worm" bekannt, wo sie als gefürchteter Schädling an Mais und Paradies- 
äpfeln vorkommt. (Siehe Americ. Entomol. and Botanist, vol. II, 1870, p. 44, Fig. 29, 
welche die Art der Verwüstung deutlich zeigt.) 



Herr Dr. Franz Low legte eine Abhandlung vor mit dem 
Titel: „Uebersicht der Psylliden von Oesterreich-Ungarn mit Ein- 
schluss von Bosnien und der Herzegowina, nebst Beschreibung 
neuer Arten". (Siehe Abhandlungen, Bd. XXXVIH, I. Quartal.) 



Herr Custos Dr. G. v. Beck besprach die in den Torf- 
mooren Niederösterreichs vorkommenden Föhren und deren For- 
mationen in physiognomischer und botanischer Richtung. 

Auf den Torf böden in den Voralpenthälern, wie z. B bei Mitterbach, am 
Hechtensee etc. hat sich Pinns Pumilio Hänke mit krummholzähnlichem Wüchse 
angesiedelt; in den Torfmooren des Wald vierteis aber findet sich in den tieferen 
Lagen, wie z. B. im Kösslersdorfer Moor an der böhmischen Grenze, im schwar- 
zen Moos bei Brand, im Sophicnwalde bei Erdweis etc. die in Niederösterreich 
bibher noch nicht beobachtete Pinus uliginosa Neuni. in fast reinen Beständen, 
welche auch durch das Vorkommen von Ledum palustre L. als häufiges Unter- 
holz gekennzeichnet sind. Während Pinus Pumilio in diesen aus aufrechten, 
der Scliwarzföhro nicht unähnlichen Bäumen gebildeten Beständen nur ver- 
einzelt vorkommt oder gänzlich fehlt, ist sie auf den hochgelegenen Torfböden 
von KavLs.stift die allein vorkommende Führe, die sich nicht nur durch den 
regelmässig ausgebildeten Zapfen, sondern auch durch den verzweigten, d. h. in 
mehrere kräftige, mit dem Hauptstamme gleich dicke Aeste sich theilenden, 
aufsteigenden Stamm sofort von Pinus uliginosa unterscheiden lässt und in 
deren Bestand Lcdum durcligohends felilt, dafür aber Kriophorum vaginatum 
in um so gröriserer Menge eintritt. 

Auch erwähnte der Vortragende des Vorkonunons von Pinus pseudo- 
pumilio Willk. bei Erdweio, eines in morpliologischcr und anatomischer Hin- 
sicht eine MittelHtellung einnehmenden Bastardes von Pinus silvestris und 
PinuH uliginoHd aus dem Kösslorsdorfer Moor und der zahlreiciien Zajjfen- 
formeu der Pinus silvr.stris im Waldviertel. 

Schlieablich bericlitete der Vortragende über eine neue Form der Pinns 
Neilreichiana Ur-ich., die nich der Pinus silvcslris nähert und welche in 



Hanns Molisch. 



65 



den Föhrenwäldern zwischen Weikersdorf und Siehenhrunn im Marchfelde auf- 
gefunden wurde. 

Ferner sprach Herr Rud. Raimann über Varietäten der 
Fichte in der Umgebung von Limz in Niederösterreich, sowie 
über Calycanthemie bei Cyclamen Europaeum. (Siehe Abhandlun- 
gen, Bd. XXXVIII, 1. Quartal) 



Sodann berichtete der Secretär Dr. R. v. Wettstein über 
den botanischen Discus sionsabend am 21. October d. J. 
— Herr Dr. Hanns Molisch sprach an demselben „Ueber 
W^urzelaus Scheidungen". 

Die bisher über diesen Gegenstand bekannt gewordenen Versuche haben 
ergeben, dass die Wurzeln saure Substanzen ausscheiden, welche eine Auflösung 
verschiedener anorganischer Körper veranlassen können. Die auf Marmor-, 
Dolomit- und Osteolithplatten durch Wurzeln hervorgerufenen Corrosionen be- 
ruhen auf der Ausscheidung saurer Substanzen. 

In einer vor Kurzem publicirten Abhandlung^) hat der Vortragende den 
Nachweis erbracht, dass das Wurzelsecret nicht nur anorganische, sondern auch 
organische Körper anzugreifen vermag, und zwar diese in noch viel höherem 
Grade als jene, da es sich hier nicht blos um eine blosse Auflösung, sondern 
um eine factische chemische Umwandlung derselben handelt. 

Die Ergebnisse seiner Untersuchungen lassen sich kurz folgendermassen 
zusammenfassen: 

1. Das Wurzelsecret wirkt reducirend und oxydirend. 

2. Das Wurzelsecret bläut Guajak. Es oxydirt Gerbstoffe und, was von 
besonderer Wichtigkeit ist, auch Humiusubstanzen. Demnach muss die Wurzel 
im Boden die Verwesung des Humus in hohem Grade begünstigen. 

3. Das Wurzelsecret führt Rohrzucker in reducirenden Zucker über und 
wirkt schwach diastatisch. 

4. Elfenbeinplatten werden durch Wurzeln corrodirt. 

5. Die Wurzel verhält sich in vielfacher Beziehung wie ein Pilz: so wie 
dieser die organische Substanz des Bodens durch bestimmte Excrete verändert, 
zerstört und zu rascherem Zerfall bringt, so auch die Wurzel. 

6. Das Wurzelsecret imprägnirt nicht blos, wie man bisher angenommen, 
die Membranen der Epidermis, sondern wird über dieselben, oft sogar in Form 
von Tröpfchen ausgeschieden. 



1) ^üeber Wnrzelansscheiduugen und deren Einwirlcung auf organische Substanzen" in 
Sitzungsber. der kais. Atad. der Wissenscli. in Wien, 1887. 



66 



Versammlung am 2. November 1887. 



Herr Hugo Zukal berichtet hierauf über eine von ihm auf 
Glasplatten in der Koch'schen Kammer durchgeführte Cultur der 
Ascenfrüchte des PenicilUum crustaceum Lk. 

Dieselbe ergab ein von den diesbezüglichen Angaben Brefeld 's weit 
abweichendes Resultat. 

Während Brefeld nämlich die sclerotienartigen Körper des 
PenicilUum in Folge eines Befeuchtun gsprocesses entstehen sah, 
entwickelten sich in der Cultur Zukal's dieselben Körper, ganz 
analog den Sclerotien der Wilhelm'schen Äspargilli, durch innige 
Verschlingung vollkommen gleichartiger Hyphen, also auf einem 
rein vegetativen Wege. 

Die so entstandenen Sclerotien machten dann eine Ruheperiode von vier 
bis fünf Wochen durch. Nach dieser Zeit bemerkte man an den Zellen im Cen- 
trura der Sclerotien eine Degeneration, welche zu einer vollständigen Ver- 
schleimung führte. Auf diese Weise entstand im Innern der Sclerotien eine 
centrale Höhlung, welche sich rasch vergrösserte. 

In diese Höhlung wuchsen dann von der inneren Wand des 
Sclerotiums aus zarte Hyphen hinein, welche sich rasch ver- 
zweigten, mit plastischen Stoffen füllten und endlich — in der 
achten oder neunten Woche — die sporenführenden Asci produ- 
cirten. 

Anschliessend machte der Vortragende noch einige Mittheilungen über 
die Methode seiner Cultur und bemerkt, dass er sich die näheren Details über 
die Entwicklungsgeschichte der Ascenfrucht des PenicilUum crustaceum Lb. für 
eine bereits in Angriff genommene grössere Arbeit vorbehalten müsse. 



Schliesslich machte Dr. R. v. Wettstein eine vorläufige 
MittlKtilung über die Verwerthung anatomischer Merkmale zur 
lIuterscheiduDg der einheimischen Coniferen. Dieselbe enthielt 
/.w'i Il.iuptresultate: 

1. Die (iinlHiimischen Pinns- und Juiripm'us -Avian sind an 
dem aiiatoiiiiscIicM Jiuu d<;s lilattes stets sicher zu erkennen. 

'2. l)\it Aiuit(>mi(; d(;s Jilattes bietet das einzige sichere 
Hilfsiiiitl«;! zur Kik(;iinuiig hybrider Foi-nuni. 



I>i<- in (Irr Mon.itsvjjrsamndung vom 2, Nov(;mber vorge- 
n'.rmiieiii. Wahl vr.ii A nsscIiUHaräthen eigab folgendes Jiesultat: 



Versammlnng am 7. December 1887. 



67 



Es erscheinen mit absoluter Majorität von 154 abgegebenen 
Stimmen als gewählt die P. T. Herren: 



Am 15. November erfolgte eine corporative Besichtigung des 
kais. naturhistorischen Hofmuseums. Der Intendant des Museums, 
Herr Hofrath Dr. Fr. R. v. Hauer^ empfing die zahlreiche Gesell- 
schaft, worauf dieselbe von den Herren Gustos A. Rogenhofer 
und Dr. Ludwig v. Lorenz durch die zum Theile schon fertig- 
gestellten Sammlungen geleitet wurde. 



Versammlung am 7. December 1887. 

Yorsitzender : Herr Professor Dr. Gustav Mayr. 



Gesellschaft für Morphologie und Physiologie in München. 



Der Vorsitzende eröffnete die Versammlung mit der Auf- 
forderung an die Anwesenden^ sich an der vorzunehmenden Wahl 
von sechs Vice-Präsidenten zu betheiligen. Das Scrutinium über- 
nahmen die P. T. Herren Dr. Carl Richter, S. Stockmayer 
und C. Kolbe. 

Secretär Dr. R. v. Wettstein legte folgende eingelaufenen 
Manuscripte vor: Breidler J., ^^Bryum Reyeri spec. nov." (siehe 
Abhandlungen, Seite 799); Latzel Dr. R., „Die von dem k. k. 
Oberarzte Herrn Dr. J. Karlinski im Jahre 1887 in Bosnien, der 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Sitz.-Ber. K 



Aherle Dr. Carl. 
Böhm Dr. Josef. 
Brauer Dr. Friedrich. 
Braun Heinrich. 

Brunner v. Wattenwyl Dr. Carl 
Burgerstein Dr. Alfred. 
Claus Dr. Carl. 
Csokor Dr. Johann. 
Dräsche Dr. Richard Freih. v. 
Handlirsch Anton. 



Hauer Franz R. v. 
Heimerl Anton. 
Kern er Dr. Anton R. v. 
Kornhuber Dr. Andreas v. 
Latzel Dr. Robert. 
Low Dr. Franz. 
Low Paul. 
Rogenhofer Alois. 
Vogl Dr. August. 
Wiesner Dr. Julius. 



Anschluss zum Schriftentausche : 



68 



Veiöaiumluug am 7. Decomber 1887. 



Herzegowina und in Novibazar gesammelten Myriopoden" (siehe 
Abhandlungen, Bd. XXXVIII, I. Quartal). 



Herr Prof. Emericli Rathay hielt einen Vortrag „Ueber 
die Geschlechtsverhältnisse der Reben und ihre Bedeutung lur 
den Weinbau": 

Mehrere, höchst wahrscheinlich alle Fi^is -Arten entwickeln dreierlei 
Blütheu, und zwar männliche, weibliche und zwitterige. 

Die männlichen Blüthen enthalten fünf lange, gerade, unter einem 
Winkel von 45 ^ nach auf- und auswärts gerichtete Staubgefässe, deren Polleu- 
körner zur Befruchtung tauglich sind und einen Stempel, welcher zwar vier 
[Samenknospen enthält, aber wegen der unvollständigen Entwicklung seines 
oberen Theiles nicht befruchtet werden kann. Die Polleukörner dieser Blüthen 
erscheinen im trockenen Zustande tonnenförmig. Bringt man sie in Wasser 
oder in verdünnte Kohrzuckerlösuug, so werden sie momentan kugelförmig und 
zeigen dann in der Richtung ihrer Längsaxe drei leistenförmige Zellhaut- 
verdickungen und in der Mitte jeder der letzteren ein Tüpfel, also im Ganzen 
drei Tüpfel. Verbleiben die Pollenkörner in den genannten Flüssigkeiten, so 
beginnt nach Verlauf von sechs bis neun Minuten aus einem ihrer Tüpfel ein 
Pollenschlauch hervorzuwachsen, welcher in der verdünnten Rohrzucker lösuug 
schliesslich die mehrfache Länge des Pollendurchmessers erreicht. 

Die weiblichen Blüthen zeigen einen vollkommen entwickelten, zur 
Befruchtung geeigneten Stempel und fünf kurze, nach abwärts gekrümmte Staub- 
gefässe, deren Pollenkörner deshalb, weil aus ihnen unter keiner Bedingung 
Pollenschläuche hervorzuwachsen vermögen, zur Zeugung unbrauchbar sind. 
Sonst unterscheiden sich die Pollenkörner dieser Blüthen von jenen der männ- 
lichen Blüthen dadurch, dass sie in trockenem Zustande nicht tonnenförmig 
sind und im Wasser weder Leisten noch Tüpfel zeigen. 

Die Zwitter igen Blüthen vereinigen in sich genau solche Staubgefässe 
wie die jnannliclien Blüthen und einen ebensolchen Stempel als die weiblichen 
Blüthen. Ihre Pullenkörner gleichen sowohl bezüglich ihres Ausselums als ;uich 
ihre.«. VerhalteuH jenen der männlichen Blüthen. 

Bei mehreren, höchst wahrscheinlicii bei allen VUis-Avi()n lassen sich 
ii:it Jtückhicht auf die Vertheilung der eben beschriebeneu dreierlei Blüthen 
viererh;i Individuen unterscheiden, nämlich: 

aj Männliche Individuen, welclie nur männliche Blüthen besitzen, 
elbht völlig unfruchtbar sind, aber zur Befruchtung der übrigen Individuen dienen ; 

Oj we ibii eil e Individuen mit ausschliesslich weiblichen Blüthen, welche 
niir dann fruchtbar bind, wtüin auf ihre Narben der Pollenstaub anderer Indi- 
viduen g<'langt; 

cj zwitterige 1 Jid i vi<l uen, welche eijizig /wittcrbliitlien bilden und 
hebr dicht«? 'l'raub<wi lielcrn; 



Emerich Eäthay. 



69 



d) Individuen, welche sowohl männliche als zwitterige Blü- 
then erzeugen. 

Aus dem Umstände, dass man auf den letzteren Individuen oft in einer 
und derselben Infiorescenz alle möglichen üebergänge von den weiblichen zu 
den zwitterigen Blüthen findet, ergibt sich einmal, dass der Unterschied zwischen 
diesen beiderlei Blüthen kein wesentlicher, sondern nur ein grad weiser sei, und 
ferner, dass im Grunde genommen zu jeder Vitis-kri nur zweierlei wirklich 
verschiedene Individuen gehören, von denen die einen stets zeugungsfähige 
Staubgefässe, die anderen dagegen stets zeugungsfähige Stempel entwickeln. 

Die cultivirten Stöcke der Vitts vinifera sind je nach der Sorte, welcher 
sie angehören, entweder durchaus weibliche oder durchaus zwitterige, aber nie- 
mals männliche Individuen. Es erklärt sich dies daraus, dass die Weinbauer 
selbstverständlich nur fruchtbare, also nur weibliche oder zwitterige Sämlinge, 
und zwar einzig durch Stecklinge vermehrt haben. 

Die Befruchtung der weiblichen Individuen mit dem Pollenstaub der männ- 
lichen und zwitterigen Individuen erfolgt bei den männlichen Reben, wie über- 
haupt deren Fremdbefruchtung, durch Vermittlung des Windes. Insecten beob- 
achtet man zu keiner Tageszeit an den Rebenblüthen. und die Merkmale dieser 
sind mit Ausnahme eines einzigen dieselben wie jene der Blüthen windblüthiger 
Pflanzen. Sie besitzen glatte und trockene Pollenkörner, unansehnliche Blüthen- 
hüllen, von denen überdies die Blumenkrone mit dem Eintritt der Blüthezeit 
abfällt, und keinen Nectar-, aber einen Resedageruch. 

Davon, dass der Pollenstaub der Rebenblüthen in der That durch den 
Wind verweht wird, überzeugte ich mich durch einen Versuch. Dieser bestand 
darin, dass ich am 13. September in einiger Entfernung von den Inflorescenzen 
männlicher Stöcke von Vitis riparia, und zwar unterhalb der Windrichtung in 
geeigneter Weise mit Glycerin bestrichene Objectgläser aufstellte und daselbst 
während fünf Stunden beliess. Als ich dann die Objectgläser unter dem Mikro- 
skope untersuchte, ergab sich: 

1. dass an die Oberfläche aller Objectgläser Pollenkörner der Vitis riparia 
angeweht wurden; 

2. dass das Anwehen der Pollenkörner einzeln und nicht in Klümpchen 
erfolgte, und 

3. dass im Durchschnitt auf je 16 Quadratmillimeter ein Pollenkorn zu 
liegen kam. 

Werden die Blüthen der weiblichen Reben nicht befruchtet, so fallen sie 
bald nach der Blüthezeit ab. und es tritt ein Fall jener Erschpinung ein, welche 
der Weinbauer das „Ausreissen''. „Abröhren" oder „Durchfallen'' nennt. Herrscht 
während der Rebenblüthe Regenwetter, so wird der Pollenstaub aus der Luft 
niedergeschlagen und röhren in Folge dessen die weiblichen Blüthen sehr all- 
gemein ab. 

Das eben Besprochene verdient einerseits die Aufmerksamkeit des Bota- 
nikers und andererseits jene des Weinbauers. Den Ersteren wird es zu neuen 
Untersuchungen der verschiedenen polygamischen Pflanzen anregen, dem Letzteren 



70 



Versammlujig am 7. Deceniber 1887. 



wird es aber durch die Folgerungen nützlich, welche sich aus ihm ergeben. 
Diese sind die folgenden: 

1. Die sämmtlichen Sorten der cultivirten Reben lassen sich mit Rück- 
sicht auf die Beschaffenheit ihrer Blüthen in zwei grosse Gruppen eintheilen, 
nämlich in die Gruppe der weiblichen und in die Gruppe der zwitterigen Sorten, 
weswegen die Angabe, in welche dieser beiden Gruppen eine jede Sorte gehört, 
eines der schärfsten und zugleich wichtigsten ampelographischen Merkmale bildet. 

2. Die weiblichen Sorten sind deshalb, weil sie keinen zur Befruchtung 
brauchbaren männlichen ZeugungsstofF bilden, nicht im reinen Satze, sondern 
gemischt mit zwitterblüthigen, und zwar solchen Reben zu bauen, welche gleich- 
zeitig mit ihnen blühen. Würden in einer Gegend ausschliesslich weibliche 
Sorten ausgesetzt werden, so müssteu diese aus Mangel an zeugungsfähigen 
männlichen Organen völlig unfruchtbar sein. Befinden sich in den Weingärten, 
wie dies hie und da vorkommt, zwischen den Stöcken weiblicher Sorten nicht 
genügend zahlreiche Stöcke männlicher Sorten oder ist die Blüthezeit der 
ersteren Sorten eine andere als die der letzteren, so tritt ebenfalls ein „Aus- 
reissen", „Abröhren" oder „Durchfallen" ein. Am meisten dürfte es sich zur 
Sicherung der Befruchtung der weiblichen Sorten bewähren, diese in die geraden 
oder ungeraden, die zwitterblüthigen Sorten dagegen in die abwechselnden 
Reihen zu pflanzen. 

3. Die Sorten mit weiblichen Blüthen sind niemals samenbeständig, weil 
zur Erzeugung ihrer Samen stets der Pollenstaub einer zwitterigen Sorte noth- 
wendig ist und die aus ihren Samen erwachsenen Keimpflanzen daher ausnahms- 
los Bastarde sind. Und hieraus ist es vielleicht zu erklären, dass die einen 
Weinbauer die Sorten der Vitis vinifera als samenbeständig kennen lernten, 
während die anderen die entgegengesetzte Erfahrung machten. Die ersteren 
säeten vermuthlich die Samen zwitteriger, die letzteren dagegen jene weiblicher 
Sorten aus. 

■1. Bastardirungsversuche mit dem Pollenstaube weiblicher Sorten sind 
stets erfolglos. 

Herr G. Sonnholz sprach hierauf über zwei neue von ihm 
entdeckte und nachstehend beschriebene Carduus-Uyhndon und 
einige neue Standorte von solchen und einer Cirsm'ni-llyhvidG. 

A. Carduus Muellneri, nov. hybr. 

(~ Carduus Personata Jacq. X arctioides W.). 

Caule supcrne ramoso; ramis hinc inde ramulosis, usque ad capitula 
HpinuloHu-lanaliH ; capituUfi in ramis ramulisque singulis vel hinis aggregatis, 
nesHiWjuH hrevitcr pedunculalisve ; foliis decurrcnlibus, suhtus arachnoideo-lana- 
tis, demum HuhglahreHCcrUihus, margine spinuloso-cilialis ; infimin pciiolatiH, xnn- 
jialißdin, ncgmcnlin integrin inacqualilcr ^ .'{lohulalis; scquentilms sessilihus, 
inaequaliter sinwito-lohnto-dcntatiH ; superiorihus hasi angustato-sessilibus, lan- 



G. Sennholz. 



71 



cedlatis, acuminatis, inaequaliter sinuato-dentatis ; invölucri foliolis subreciir- 
vatis, lineari-subulatis. 

Hdbitat inter parentes in loco „PZöcÄ'ew" alpium Carintiae, rarissime. 

Steht zwischen den Eltern in der Mitte. Unterscheidet sich von Carduus 
arctioides W. durch die bis zu den Köpfchen hinaufreichende dornige Beklei- 
dung des Stengels, resp. der Aeste, die mittleren und oberen eingeschnitten-ge- 
zähnten, nicht fiederspaltigen Blätter, pfriemlich zugespitzte, etwas zurück- 
gekrümmte Hüllschuppen und die theilweise sitzenden, theilweise sehr kurz 
gestielten Köpfchen, sowie durch das höhere Wachsthum; von Carduus personata 
Jacq. durch die mittleren und oberen eingeschnitten-gezähnten Blätter, theils 
einzelnstehende, theils nur zu zweien gehäufte Köpfchen, welche oft kurz gestielt 
sind, den oberhalb nicht lappig- dornig geflügelten Stengel und die unterseits 
spinnwebig-flaumigeu Blätter. 

Ich fand diesen Bastard am 1. August 1887 in einem Exemplare zwischen 
zahlreichen Carduus yersonata und einzelnstehenden Carduus arctioides. 

B. Carduus heteromorphus, nov. hybr. 

(= Carduus defloratus L. X arctioides W.). 

Forma a) sublanatus 
{= Carduus defloratus L., a) genuinus X arctioides W.). 

Catde simplice, monocepJialo, lanato, superne sub cupitulo longitiidine 
ejusdem nudo, ceterum plus minus decm-renti-folioso; foliis lanceolato-oblongis, 
subtus Jeviter arachnoideo-lanatis, demum subgläbrescentibus, margine spimdoso- 
ciliatis; infimis petiolatis, in petiolum angustatis, inciso-löbato-pinnatifidis, 
lobis bifidis vel plerumque integris; sequentibus sitbampJexicauli-sessHibus, in- 
ciso-dentatis; superioribus minutis lanceolato-suhulatis , subintegris, parum 
decurrentibus. 

Habitat inter parentes in alpibus montis „Müssen^ Carintiae, rarissime. 

Hält die Mitte zwischen Carduus arctioides W. und Carduus defloratus L. 
a) genuinus mit ungetheilten, am Eande mit langen, ungleichen Dornen ge- 
wimperten Blättern, unterscheidet sich von Carduus arctioides durch die weniger 
getheilten Blätter, den lockereren Filz der Blattunterseite, durch den einköpfigen 
Stengel und grösseres Köpfchen; von Carduus defloratus durch den bis kurz 
unter das Köpfchen beblätterten, oberwärts stärker filzigen Stengel, die dichtere 
Bekleidung der Blattunterseite, sowie durch kleineres Köpfchen und überdies von 
der Form genuinus durch den eingeschnitten gezähnten Blattrand. 

Ich fand diesen Bastard am 31. Juli 1887 in einem Exemplar. 

Forma bj glabrescens 
(= Carduus defloratus L., forma a) Fächer et Jabornegg X arctioides W.). 

Caule ramoso, ramis hinc inde ramuJosis, ramis ramulisve monocephalis, 
lanatis vel sublanatis, superne sub capitulo spatio longitudine ejusdem aequi- 



72 



Vprsamroluns' am 7. December 1887. 



longo vel duplo triplove longiore nudis, ceterum caule plus minus decurrenti- 
folioso; foliis suhtus subglaoris vel pa?*ce leviter lanatis, demum glahris, 
margine spinuloso-ciliatis; infimis hreviter petiolatis, in petiolum angustatis, 
pinnatifidis, lohis inacqualiter bißdis vel integris; sequentibus subamplexicauli- 
sessilibus, basin versus angustatis, lanceolato-oblongis, apicem versus subindi- 
visis, ceterum inaequaliter pinnatifido-dentatis : superioribus parvis, lanceoJatis 
lanceolato-linearibusve, spinuloso-dcntatis, parum decurrentibus. 

Habitat inter parentes in loco „PlöcJcenpass" jam in Italia superiore 
spni'si?}}.. 

Als die eine der Stamnieltern ist Carduus defloratiis L., f. s) (Fächer 
und Jabornegg, „Flora von Kärnten") mit ganz kahlen, lappig grob gezähnten 
Blättern anzusehen; der Bastard unterscheidet sich aber von diesen sowie von 
säiumtlichen Formen des Carduus defloratus L. durch den mehrfach verästelten 
Stengel und oberhalb bis mehr oder weniger unter das Köpfchen reichende Be- 
blätterung, durch den schwach spinnwebigen Ueberzug der Blattunterseite und 
die lang vorgezogenen, fast ungetheilten Blattspitzen, sowie durch die dichter 
wolligen Aeste. Die Blätter sind überdies viel tiefer eingeschnitten als die der 
genannten Form. Von Carduus arctioides unterscheidet er sich durch die 
kallleren, besonders am oberen Theil des Stengels weniger tief eingeschnittenen 
Blätter und durch stärkere Bedornung derselben, sowie ferner dadurch, dass 
die obersten Blättchen auf eine meist zwei- bis dreimal so lange Strecke, als 
das Köpfchen gross ist, von diesen entfernt stehen. Von der Form a) durch die 
Verästelung, die Form und die Bekleidung der Blätter in auffälliger Weise ver- 
schiedpn. 

Diesen Bastard fand ich am 3. August 1887 am Plöckenpass kurz jenseits 
der italienischen Grenze zerstreut unter den Elterji. 

Carduus Schulzeanus G. Ruhm er 

(— Carduus defloratus X acantlioides) 

samnifltf^ \ch am 1». August d. J. in den Hohen Tauern, und zwar im Ködnitz- 
tliale obfrlialh Kais, und dürfte dieser Bastard neu für die Flora von Tirol sein. 

Carduus Naogolii Brg-o^. 

(— Carduus Pcrsonata X defloratus Gren.) 

Hammpitr- icli am 28. Juli d. J. in der Stangalpcngruppn hei Fiatnitz zwisclieu 
d«n Kitern als m'mi für Kärnten. 

Cirsium foliosum lihin. 

(— Cirsium pdluslre X spinosissivium,) 

fand i' li nin jti. JnH in d^rH^lhnn Alpfngrnppo in d- in Graben unterhalb d^r 
Winkelalni in d<T Nähe von 'I'urrach unweit der kärntnerischnii Gnwizo zwisrlicii 
z&hlr«'ic)ien Eltern in <\i\fit] gr(»HSf'ii Stocke, und int dioscr Bastard neu fiir diese 



Euyeu V. HaläcBy. 



73 



Gruppe, sowie vielleicht für die Flora vou Steiermark überhaupt. In der „Flora 
vou Käruteu" von Fächer uud Jaboruegg wird in der II. Abtheiluug, p. 136 
unter Nr. 813 ein Cirsiimi Joschii aufgestellt und beschrieben und wird diese 
Pflanze mit Cirsium palustri-spinosissimum? bezeichnet. Da die Beschreibung 
ganz genau auf den von mir gefundenen Bastard passt, so ist die Identität 
beider Pflanzen zweifellos, und es hätte daher auch die Kärntner Pflanze den 
älteren Namen Cirsium foliosum Rhin, zu führen. 

Auf p. 135 wird unter Nr. 810 Cirsium ochroleuciwi All. als bei Fiatnitz 
von Josch gesammelt angeführt, eine Art, Avelche den südlichen Alpen augehört. 
Da ich bei Fiatnitz nun unter den Eltern Cirsium Candolleanum Näg. = Cir- 
sium Erisithdles X oleraceum fand, und die dortige sehr kurze Beschreibung 
auch darauf passt, so möchte ich die Vermuthung aussprechen, dass auch die 
von Josch gesammelte Pflanze der genannte Bastard sein dürfte. 



Herr Dr. Carl F ritsch überreichte unter Besprechung des 
Inhaltes ein Manuscript^ betitelt: „Beiträg-e zur Flora von Salz- 
burg-". (^Siehe Abhandlungen, Bd. XXXVIII, I. Quartal.) 



Herr Dr. Franz Low legte ein Manuscript des Herrn 
J. J. Kieffer in Bitsch vor, betitelt: „Ueber Gallmücken und 
Mückengallen" und besprach den Inhalt desselben. (Siehe Ab- 
handlungen, Bd. XXXVHI, I. Quartal). 



Schliesslich erstattete der Secretär Dr. R. v. Wettstein Be- 
richt über den botanischen Discussion sabend am 18. No- 
vember d. J. — Herr Dr. Eugen v. Halacsy zeigte ein neues, 
von ihm aufgefundenes hybrides Cirsium vor und gab von diesem 
nachfolgende Beschreibung: 

Cirsium Vindobonense nova hybrida 

{Cirsium Erisithales X oleraceum X rivulare). 

Caulis liypogaeus oblique descendens, radiculis filiformibus instractus, 
ejrifjaeus simplex, striatus, breviter hirtulus, superne remote fotiatus. Folia 
oblonga, amplexicaulia, profunde sinuato-pinnatifida, pinnis lanceolatis, den- 
tatis, utrinque hirtella. Capitula paucu, sabcongesta, bracteata, inßma remota, 
ptedunculata. JBructeae virides, carntula siiperantes. Anthodii squamae lan- 
ceolatae, in spinulum brevem attenuatae, vix viscide carinatae. Corollae ex 
ochroleuco purpurasce ntes. 



74 



Vereammlung am 7. December 1887. 



Huhitat ad margines silvarum 'prope pagum Steinbach in ditione Vin- 
dohonensi, tibi legi mense lunio 1872. 

Wurzelstock walzlich, knotig, schief, mit fädlichen Fasern besetzt. Stengel 
aufrecht, etwa einen Meter hoch, flaumig bis zur Spitze entfernt beblättert. 
Blätter im Umrisse länglich, fiederspaltig, mit ungleich dornig-gewimperten, 
eckig-gezähnten Zipfeln, die obersten verkleinert, in Deckblätter übergehend, 
nicht verbleicht und das Köpfchen nicht umhüllend, Köpfchen aufrecht, deck- 
blätterig, die untersten entfernt, mehr oder minder langgestielt, die übrigen 
fast sitzend. Hüllschuppen anliegend, lanzettlich, stachelspitzig, am Rande fein 
gewimpert, etwas klebrig. Blüthen trübpurpurn überlaufen. 

Diese von mir in zwei Exemplaren am angeführten Standorte in Gesell- 
schaft von Cirsium JEh'isithales Scop., Cirsium rivulare Lk., Cirsium oleraceum 
Scop. und Cirsium Candolleanum Näg. (Erisithales X oleraceum) gefundene 
Kratzdistel ist sofort für den ersten Anblick als ein Bastard anzusprechen, und 
zwar bei genauerer Untersuchung als ein von drei verschiedenen Arten ab- 
stammender, welcher mehr oder weniger die einzelnen Charaktere der drei oben 
erwähnten, am Standorte häufigen Stammarten in sich vereinigt. Cirsium 
Erisithales ist in demselben durch die Blattform und die etwas klebrigen HüU- 
scliuppen vertreten; Cirsium oleraceum vorzugsweise durch die grossen Deck- 
blätter und Cirsium rivulare durch die trübpurpurn überlaufenen Blüthen. 

Es ist, soweit eben die Verhältnisse des Vorkommens eine diesbezügliche 
Schlussfolgerung erlauben, für mich wahrscheinlich, dass Cirsium Vindohonense 
seine Entstehung der Befruchtung des Cirsium Candollea.num durch den Pollen 
von Cirsium rivulare verdankt. 



Herr Dr. Lukas Stohl berichtete über die Auffindung einer 
für die österreichisch-ungarische Monarchie neuen Pflanze, des 
Lepidium majus Darr. (= Lepidium Virginicum G. G.), das er heuer 
in grosser Menge bei Aigen in Salzburg antraf. Die Pflanze scheint 
sich in den letzten Jahren verbreitet zu haben, da sie ausser an 
dem schon lange bekannten Standorte in der Umgebung von 
P>.'iyonne, im Jahre 1884 auch bei Freil)urg i. B. aufgeCnnden wurde. 

Herr Dr. M. Kronfcld hielt (iineii Vortrag über das Doppel- 
blatt f /Ji/jh/jl/iini). 

Ijutcr ciiM-ni I )iiili}lliiiri vr-rMtclit der Vortragende /niiiicliKt ein Laubhlatt, 

vfi-hhcH Huf o'iui'in Stielrj zwei Spreiten trägt. Je njichdcrn dif'S(«ll)(!n über- 

<><\cr iifluTn-iriandfr auflreten, ergibt »icli das Ej)i-, liezichuni^HWcise das l'ara- 
'liphyliom. 



M. Kronfeld. 



75 



A. Das Epidiphyllum ist dadurch entstanden zu denken, dass das 
Wachsthum einer Spreite an einer bestimmten Stelle des Medianus unterbrochen 
wird. Die Spreite ist also in eine „Ober-" und „Unterspreite" abgetheilt. Diese 
abnorme Gliederung beobachtete der Vortragende an Populus pyramidalis und 
einer Fieder der Kobinie. Von normalen Gebilden möchte er das Blatt von 
Bionaea ein Epidiphyllum nennen, nicht minder (mit Anlehnung an Eichler) 
dasjenige von Nepenthes: denn ein blattartig erweiterter Blattstiel darf einer 
ünterspreite gleichwerthig angesehen werden. 

B. Das Paradiphyllum. Nach der Entstehungsursache unterscheidet der 
Vortragende: a) das Paradiphyllum dichotomum, b) das Paradiphyl- 
lum fissum, c) das Paradiphyllum geminum oder echte Zwillingsblatt. 

aj Dieses Doppelblatt resultirt aus einer wirklichen Dichotomie der Blatt- 
anlage. Da nach Hofmeister die Dichotomie den ursprünglichen Theilungs- 
vorgang des Farnwedels darstellt, sind Gabeltheilungen einheimischer Farne, 
wie sie von Reichardt, Milde u. A. beschrieben wurden, nicht besonders auf- 
fällig. Linne sah sich sogar veranlasst, das gabeltheilige Asplenium Tricho- 
manes und viride für eine eigene Art — Asplenium Trichomanes ramosum — 
hinzustellen (Speeles, ed. I, p. 1082). 

Unter den Metaphyten hat Urtica fissa constant dichotome Laubblätter. 
Von teratologischen Fällen des Paradiphyllum dichotomum verzeichnet der Vor- 
tragende Anthurium sp., Broussonetia papyrifera, Syringa vulgaris, Tana- 
cetum vulgare u. a. 

b) Es wurde bisher übersehen, dass zwischen den beiden Hälften jeder 
Spreite eine Spannung besteht. Dieselbe tritt zu Tage, wenn durch einen Ein- 
schnitt oder Einriss von der Spitze her die beiden Blatthälften von einander 
getrennt werden; ihre freien Enden entfernen sich dann auffällig von einander 
und zugleich von der Richtungslinie des Medianus. Es können auf diese Weise 
zweitheilige Blätter, Paradiphylla, entstehen, welche zwar im Aeusseren an das 
Paradiphyllum dichotomum erinnern, von diesem jedoch besonders durch ihre 
relativ späte Entstehung verschieden sind. Beispiele: Lonicera Xylostheum, 
Syringa vulgaris, Vitis vinifera u. a. 

c) Das Paradiphyllum geminum ist auf wirkliche Verwachsung benach- 
barter Blattanlagen zurückzuführen. i) Zunächst kann sich die Verbindung auf 
die Stiele zweier Laubblätter beschränken, wie dies der Vortragende an Cycla- 
men Europaeum und Pisiim sativum demonstrirte. Weiter können auch die 
Spreiten theilweise mit ihren Rändern zusammenhängen: Cyclamen Europaeum, 
Nicotiana rustica, Populus pyramidalis u. a. Das Bauliinia-Wi2Xi ist ein Para- 
diphyllum geminum, welches aus der längs der inneren Ränder erfolgten Ver- 
wachsung zweier opponirten Fiedern abzuleiten ist; phylogenetisch steht ihm 
Hymenea am nächsten. Weiters verdient jenes Zwillingsblatt hervorgehoben zu 

1) Dieselbe äussert sich in der Regel darin, dass der Durchschnitt durch den Stiel des 
Zwillingsblattes bald mehr, bald weniger OO förmig erscheint, während er beim einfachen Laub- 
blatte centrisch ist. Der Blatt.-tiel von Bauliinia verhält sich in Folge der congenitären Ver- 
wach.^ung analog dem Stiele eines Einzelblattes. 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Sitz.-Ber. L 



76 



Versammlung am 7. December 1887. 



werden, bei welchem es sich um die Verbindung zweier Laubblätter längs Stiel 
und Mittelnerv handelt. Derartige vierflügelige Blattgebilde beobachtete Eäthay 
und der Vortragende bei Vitis vinifera, ferner derselbe bei Uohinia pseudacacia. 
Ausnahmslos sehen in diesen Fällen die gleichnamigen Seiten der beiden Com- 
ponenteu gegeneinander. Der Durchschnitt eines solchen Zwillingsblattes kommt 
dem Querschnitt einer eben in beiden Hälften aufspringenden metaspermen 
Anthere (beispielsweise von Colchicum) beiläufig gleich und wäre geeignet, die 
Herleituug der angeblich terminalen Einzelanthere von Typha aus zwei seit- 
lichen Phyllomen (Magnus) zu illustriren. 



Herr Dr. Fridolin Krasser machte nachfolgende „Vor- 
läufige Mittheilung": 

Zur Keuntniss der Heterophyllie. Vor einigen Jahren hat C. von 
Ettingshausen gelegentlich seiner phylogenetischen Studien den Begriiff der 
^regressiven" und der „progressiven" Formen aufgestellt. Unter regressiven 
Formen lebender Arten sind jene zu verstehen, die sich ihren tertiären Stamm- 
arten nähern, unter progressiven solche Formen tertiärer Arten, die sich 
den analogen, jetzt lebenden Arten auffallend mehr nähern. Diese Begriffe sind 
namentlich an Blattformen klargelegt worden und lassen sich, wie ich glaube, 
selbstverständlich ganz im Sinne Ettingshausen 's, überhaupt auf alle Organe 
übertragen, deren Merkmale im Laufe der Phylogenesis sich gesetzmässig ver- 
ändern. Ebenso lassen sich die Begriffe „progressive Form" und „regressive 
Form" ganz allgemein ausdrücken, so dass unter progressiven Formen eines 
Organes jene zu verstehen wären, welche die Richtung der künftigen Entwick- 
lung seiner veränderlichen Merkmale — die Formbildung der Zukunft — an- 
zeigen, während man unter den regressiven Formen jene zu verstehen hätte, 
die bezüglich ihrer Gestaltung auf die im Laufe der Phylogenesis bereits durch- 
laiiffnen Formen mehr oder minder vollkommen zurückgreifen, d. h. die Form- 
])ildung der durchlaufenen Entwicklungsreihe widerspiegeln. — Bekanntlich kann 
die ungleiclie Form der Laubbiätter eines Sprosses begründet sein einerseits 
durch die Lage (Anisoi)liyllie), andererseits in der Organisation (Hcteropliyllie). 
Wenn man von Heloropliyllie spricht, denkt man hau))tsäclilich an grosse Form- 
untenscliiedc der Laubbiätter, wie sie bei Pflanzen mit theilweise submersem 
Laube (z. B. Itanunculus uquatilis, Sagittaria sagittaefolia etc.) auftreten oder 
wi« sie bei Lcpidiuvi perfoliatum, Populus Euphratica zum Ausdruck gelangen; 
doch pflegen auch Jiroussonetia jjapyrifera, Morus alba etc. als lioispiele an- 
geführt zu werden. Wir ersehen daraus, dass unter den Begriff Heterophyllie 
Blattforux'n fallen, die durch die besonderen ))iologisc}ien Verhältnisse (nämlich 
dadurch, daäü sie in verschiedenen Medien leben) erzeugt werden. Bei anderen 



') EttingfihuuHitn, Hoiträgo zur ErforHchunR der l'liylogenio dor l'/laiizenarton (Denk- 
■cbriften dor kaia. Akad. der WiBHOUbcb. iu Wiou, matb.-uaturw. Ol., lid. XXXVIII uud XLIII). 



Fridolin Krasser. 



77 



Formen sind die Beziehungen zu den äusseren Ursachen unbekannt. Bei Brous- 
sonetia und Morus finden sich alle möglichen Uebergänge zwischen den hetero- 
genen Blattformen. — Es fragt sich nun, unter welche Gruppe des Polymor- 
phismus der Laubblätter wir die regressiven und die progressiven Formen zu 
bringen haben. Jedenfalls liegen ihrem Auftreten innere Ursachen (die Orga- 
nisation) zu Grunde, welche allerdings durch äussere Einflüsse ausgelöst werden 
müssen. Als letztere sind zu bezeichnen: gewisse Culturmethoden,^) Witterungs- 
einflüsse, wiederholter Insectenfrass, Schädigungen durch Menschenhand (fort- 
gesetztes Beschneiden etc. 2). Für die progressiven Formen ist eine gewisse 
Constanz der die Organisationsprocesse auslösenden äusseren Einflüsse noth- 
wendig, da es sich um die Erwerbung neuer Merkmale handelt. Es kann dem- 
nach wohl nicht zweifelhaft sein, dass die durch regressive und progressive 
Blattformen bedingte Un^leichblättrigkeit von Sprossen unter den Begriff der 
Heterophyllie falle. Freilich kann eine so zu Stande gekommene Ungleich- 
blättrigkeit ausserdem noch anisotroper Natur sein, wie man dies namentlich 
bei regressiven Fagus-Formen beobachten kann. Es erscheint vielleicht nicht 
unzweckmässig — namentlich vom praktischen Standpunkte — unter den Be- 
griff „Heterophyllie" die Gesammtheit aller differenten, im Laufe der Ontogenese 
und des individuellen Seins auftretenden Blattformen zu subsummiren, da ja, 
wie die obigen Ausführungen erweisen, das Erklärungsprincip für das Zustande- 
kommen der nach meinem Vorschlage zu subsummirenden Formen identisch 
ist mit dem für die gewohnheitsmässig bereits diesem Begriffe untergeordneten 
Formen. Das Studium der Heterophyllie in diesem erweiterten Sinne hat auch 
actuelles Interesse für den beschreibenden Paläophytologen, der ja die phylo- 
genetische Forschungsmethode nicht ignoriren kann, und, da er zumeist auf 
Blattreste angewiesen ist, behufs Sicherung seiner Bestimmungen Alles, was 
mit den Blättern im Zusammenhange steht, berücksichtigen muss; lässt sich 
doch kein vernünftiger Grund dagegen anführen, dass schon in den verflossenen 
Entwickluügsperioden der Pflanzenwelt auch regressive Formen aufgetreten 
sind. Die theoretische Annahme, dass desto mehr und desto differentere regres- 
sive Blattformen einer Species auftreten können, je älter das Genus ist, erscheint 
wohl ganz wahrscheinlich. Es drängt sich mir der Gedanke unwillkürlich auf, 
wenn ich z. B. an die bei Fagus silvatica und Quercus-ArieTL — günstige Bedin- 
gungen vorausgesetzt — so überaus häufigen und, wie Krasan^) für die robu- 
roiden Eichen gezeigt hat, in ganz bestimmter Ordnung auftretenden regressiven 
Blattformen denke. Ebenso lässt sich denken, dass regressive Blattformen be- 
züglich ihrer Mannigfaltigkeit um so mehr in den Hintergrund treten, je jünger 
das Genus ist, oder je mehr man sich der Wurzel des Stammbaumes nähert. 
Es erübrigt mir zur Hlustration dieser theoretischen Ausführungen nur mehr 

1) Ich habe regressive Blattformen bei Salisluria adiantifolia namentlich an Exemplaren 
beobachtet, welche schon seit dem Keimlingsstadium in Knop'scher Nährlösung gezogen werden. 

Diese auslösenden Einflüsse wurden bekanntlich schon Ton Ettingshaugen und Kra- 
san aufgefunden. 

*) Geschichte der Formentwicklung der roburoiden Eichen (Engler 's Jahrb., 1887). 

L* 



78 



Versammlung am 7. December 1887. 



ein Beispiel für das Vorkommen von regressiven Blattformen in einer ver- 
gangenen Erdperiode, sowie ein Beispiel von der Existenz progressiver Formen 
in der Gegenwart zu erbringen. Was das letztere anbelangt, so brauche ich nur 
auf die „schizophyllen Eichen"^) des roburoiden Typus aufmerksam zu machen. 
Als Beispiel für das Vorkommen von regressiven Blattformen in der Tertiär- 
zeit möchte ich das Folgende anführen. Von R. Ludwig 2) werden in seiner 
Arbeit über „Fossile Pflanzen aus der mittleren Etage der Wetterau-Rheinischen 
Tertiärformation" gewisse Blätter, als Alnus insueta, Quercus Eeiissana, Fagus 
horrida beschrieben. Fundort ist der sandige Gelbeiseustein von Kaichen. Bei 
den als Fagus horrida determinirten Blattresten liegt kein Grund vor, die Zu- 
gehörigkeit derselben zum Genus Fagus zu bezweifeln. Bei Alnus insueta war 
die „Structur des Blattes sowie die Beschaifenheit des Mittelnervs* für die 
systematische Stellung massgebend, während die ungewöhnliche Form des Blatt- 
randes — er ist gebuchtet — dieser Bestimmung widerspricht; daher offenbar 
der Artname insueta. Bezüglich der Form und der Nervationsverhältnisse 
stimmen damit sehr gut gewisse regressive Blattformen von Fagus silvatica 
überein. Es sind das die regressiven Blattformen mit ausgebuchtetem Rande, 
bald herzförmiger, bald keilförmig verlaufender Basis, mit 7 — 9 wechselständigen 
Secundärnerven, welche theils parallel, theils divergirend (namentlich die unte- 
ren) und bogig gegen die Einschnitte zwischen je zwei Buchten verlaufen, 
jedoch hakig umbiegend camptodrom vorlaufen. 

Mit der Quercus Reussana lassen sich jene regressiven Blattformen von 
Fagus silvatica vergleichen, welche durch einen stark gezähnten Rand aus- 
gezeichnet sind. Quercus Reussana Ludw. wird von Schimper^) mit Quercus 
Meyeri Ludw. vereinigt. Der Vergleich der Abbildungen lehrt jedoch zweierlei, 
nämlich dass Quercus Reussana nicht dem Typus der Quercus Meyeri ent- 
spricht und dass Quercus Meyeri'^) thatsächlich dem Eichentypus angehört. 

Es würde in dieser vorläufigen Mittheilung zu weit führen, meine An- 
sicht über Quercus Rcussana und Alnus horrida näher zu begründen, und ich 
will nur noch bemerken, dass meine Studien das Resultat ergeben haben, dass 
die unter den oben angeführten Namen beschriebenen Blätter zusammen mit 
den als Fagus horrida determinirten einer Buchenart, also dem Genus Fagus, 
angehören. Quercus Reussana und Alnus insueta repräsontiren dann regressive 
HIattformen. 



Dl. K. Ikiclitcr w(;isi schlicsslic-li in Küizo d;ir<'iiif hin, dass 
die OcHtall der I*f];uizc f'üi* den IMiyto^raplKüi von grosser Be- 
rleulun^ Hci, nainc.ntlieh aber auf die KasHunjj;" der Speeies grossen 
Kirdluss habe. W'ilhrcjnd eine Pflanze, welche zur Bildung eines 

*) K raNan, I, r,, p, l'Ji ff. 

*; I'*lÄonlo(fr., \U\. V, IHW. 

*) Paläontologie v^g^taln, IM. II, p. 

♦) l,n<lw, (I'alafloiilogr , IM. VII, p. lo.l, Tiif XXV. Fijf. 1- ß). 



Anhang. 



79 



Herbar-Exemplares eine grössere Anzahl Individuen liefern inuss^ 
oft in ziemlich weiten Grenzen variiren kann, ohne zur Aufstel- 
lung einer neuen Species Veranlassung* zu geben, wird bei einem 
Strauche oder Baume, welcher hunderte von gleichen Exemplaren 
zu liefern im Stande ist, oft schon die kleinste Abweichung als 
Speciesmerkmal anerkannt und so immer mehr und mehr der 
Individuenbeschreibung zugesteuert. Da sich dieser Uebelstand 
noch steigert, wenn einzelne Pflanzentheile während ihrer Ent- 
wicklung bedeutende Formveränderungen zeigen, so erscheint es 
nicht unnöthig, auf obigen Punkt ausdrücklich hinzuweisen und 
die Phytographen zu warnen, nicht einzelne Individuen oder gar 
einzelne Entwicklungsstadien derselben als Species zu beschreiben, 
bevor ihre specifische Selbstständigkeit durch irgend welche triftige 
Gründe festgestellt oder doch wahrscheinlich gemacht ist. 



Die in der Versammlung am 7. December vorgenommene 
Wahl von sechs Vice-Präsidenten ergab folgendes Resultat: Es 
erscheinen als gewählt die P. T. Herren: 



Hauer Dr. Frauz. R. v. 
Low Dr. Franz. 
Pelikan Anton Freih. v. 



Pelz ein Aug, v. 
Rogenhofer Alois. 
Wies n er Dr. Julius. 



A. n h a n g". 



Geschenke für die Bibliothek 

im Jahre 1887. 

1. Brauer Prof. Dr. Friedr. Ueber die von Frau A. Zugmayer und Herrn 

F. Wolf entdeckte Lebensweise des Oestrus purpureus. 

Von Frau A. Zugmayer. 

2. Preudhomme de Borre Alf. Note sur les genres Hapalonychus Westw. 

et Trichops Manuerh. 

— Liste des Lamellicornes laparostictiques, recueillis par Camille van 
Volzem pendant son voyage au Bresil et ä la Plata en 1872. 

— detto dans le Midi de la peninsule Hispanique et au Maroc en 1871. 

Vom Verfasser. 



80 



Geschenke für die Bibliothek. 



3. Müller Ferd. Baron. Description and illustrations of the Myoporinous 

Plants of Australia. Melbourne, 1886, part II. 

Von der Public Library. Museums and National Gallery of Victoria. 

4. Brandza Dr. D. Prodromul florei Romane sau enumerationea plantelor 

pana asta-di conoscute in Moldova si Valachia. Bucure^ti, 1879 — 83. 
Knapp J. A. Biographie von Dr. Vincenz Borbäs. 

Fronius Friedr. Zwei botanische Excursionen: I. Von Hermannstadt auf die 
Frumoasze; II. Von Kronstadt auf den Butschetsch. Hermannstadt, 1856. 

Schar Schmidt Julius. Zur Morphologie des Chlorophylls und des Zell- 
kerns. Klausenburg, 1881. 

Räthay Emerich. Ueber Austrocknungs- und Imbibitionserscheinungen 
der Cynareen-Involucren. 

Gandoger Mich. Decades plantarum novarum praesertira ad floram Euro- 
peae spectantes, fasc. III. Parisiis, 1880. 

Borbäs Dr. Vincenz. Beiträge zur systematischen Kenntniss der gelb- 
blüthigen Dianthus -krten und einiger ihrer nächsten Verwandten. 

Griesebach Aug. Florae europeae fragmentura edidit Aug. Kanitz. 
Claudiopoli, 1882. 

Grecescu Dr. D. Catalogul Plantelor cultivate in gradina Botanica din 

Bucure^ti 1871—75. Bucure^ti, 1876. 
Kuntze Dr. Otto. Miscellen über Hybriden und aus der Leipziger Flora. 
Hackel E. Catalogue raisonnä des graminees du Portugal. Coimbre, 1880. 

— Die Lebenserscheinungen unserer Gräser. St. Pölten, 1878. 
Trautsc hold H. Rede zur Säcularfeier der Geburt Alex. v. Humboldt's. 
Borbäs Dr. Vincenz. Forschungen über die heimischen Ärabis -Ai'to'n und 
andere Cruciferen. 

Räthay Emerich. Ueber die in Niederösterreich als „Gabler" oder „Zwie- 

wipfler" bekannten Reben. Klosterneuburg, 1883. 
Brandza Dr. D. Despre Vegetatiunea Romaniei si exploratorii ei ac date 

ascepra climei .si a requiniloru botanice. BucurestT, 1880. 
Török Aurel. Die lebenden Formeinheiten der animalischen Organe. 

Klausenbarg, 1876. Von Herrn J. A. Knapp. 

5. Berg Carolus. Quindecim Lepidoptera nova faunae reipublicae argentiuac» 

et uruguayensis. Buenos-Ayres, 1885. Vom Verfasser. 

6. Formänek Dr. Ed. Beitrag zur Flora des mittleren und südlichen Mäh- 

rens. Prag, 1886. Von Herrn F. Bartsch 

7. De Toni G. B. et Levi David. Flora algologica dolla Venezia. Venezia, 

1^^^5— 86. Von den Verfassern. 

8. Drude Prof. Dr. Oscar. Die systematische und geographische Anordnung 

der Phanerogaraen. Vom Verfasser. 

{>. V. Dalla Torre Dr. K. W. Die zoologische Literatur von Tirol und Vor- 
arlberg bis ind. \HK>. Innsbruck, 1886. Vom Verfasser. 
1(1. Mik .loHcf. VerzeichniHH der Artonnamen, welche in Schiner's „Fauna 
an«tri?ir,'i" »«nthalten sind. Wi«'n, IHH7. Vom Vt-rfasser. 



Geschenke für die Bibliothek. 



81 



11. Darwin Charles. Die BeweguDgen und Lebeusweise der kletternden Pflanzen. 

Stuttgart, 187Ö. 

— Die verschiedenen Blüthenformen an Pflanzen der nämlichen Art. 
Stuttgart, 1877. 

— Die Wirkungen der Kreuz- und Selbstbefruchtung im Pflanzenreich. 
Stuttgart, 1877. — Sämmtlich übersetzt von J. V. Carus. 

— Ueber die Einrichtungen britischer und ausländischer Orchideen zur 
Befruchtung durch Insecten und über die günstigen Erfolge der 
Wechselbefruchtung. Deutsch von H. G. Bronn. Stuttgart, 1862. 

Von Herrn Dr. C. Ptichter. 

12. Buruat Emile et Gremli Aug. Genre Rosa. Revision du groupe des 

orientales, etudes sur les cinq especes qui composent ce groupe dans 
la flora orientalis de Boissier. Geneve, 1887. Von Herrn H. Braun. 

13. Fritsch Dr. Carl. Anatomisch-systematische Studien über die Gattung 

Bubus. Vom Verfasser. 

14. Bach inger Augustin. Beiträge zur Flora von Horn. Horn, 1887. Vom Verfasser. 

15. XII. Jahresbericht der k. k. Staats- ünterrealschule in der Leopoldstadt in 

Wien, 1887. Von der Direction. 

16. Ambrosi Fr. L'orso nel Trentiuo. Rovereto, 1886. Vom Verfasser. 

17. Braun H. Rosae a Dre. Woloszczak in Agro Leopolitauo anno 1885 

lectae. Krakau, 1886. Vom Verfasser. 

18. Schulzer v. Müggenburg Stefan. Berichtigungen, Helvellaceen betref- 

fend. Agram, 1886. Vom Verfasser. 

19. Schnabl J. Contributions ä la faune dipterologique. St.-Petersbourg, 1887. 

Vom Verfasser. 

20. Dziedzicki Dr. Heinrich. Dem Herrn Prof. Josef Mik zur Antwort. 

Warschau, 1887. Vom Verfasser. 

21. Fischer Dr. F. Echinodermen von Jan Mayen. Wien, 1886. Vom Verfasser. 

22. Eich 1er Dr. A. W. Syllabus der Vorlesungen über specielle und medicinisch- 

I)harmaceutische Botanik, 3. Aufl. Berlin, 1883. 
Kronfeld Dr. M. Ueber Raphiden bei Typlia. Von Herrn Dr. Kronfeld. 

23. Kulczynski Wladislav. Symbolae ad faunam Arachnoidarum tirolensera. 

Krakau, 1887. Vom Verfasser. 

24. Wett stein Dr. R. v. Fungi uovi Austriaci, ser. I. Vom Verfasser. 

25. Krasser Dr. Fridolin. Untersuchungen über das Vorkommen von Eiweiss in 

der pflanzlichen Zellhaut nebst Bemerkungen über den mikrochemischen 
Nachweis der Eiweisskörper. Vom Verfasser. 

26. Kronfeld Dr. M. Ueber den Blüthenstand der Rohrkolben. 

— Ueber die Zurichtung von Typha für das Herbar. Vom Verfasser. 

27. Palacky Dr. Johann. Ueber die Fische Neuseelands. Vom Verfasser. 

28. N eh ring. Ueber fossile Ärct07nys-B.este vom Süd-Ural und vom Rhein. 

Vom Verfasser. 

29. Wett st ein Dr. R. v. Zur Morphologie und Biologie der Cystiden. Wien, 

1887. Vom Verfasser. 



82 



Geschenke für die Bibliothek. 



30. T hürnen Felix v. Die Phoma-Krankheit der Weinrebe, verursacht durch 

die parasitischen Pilze Phoma vitis und CooTcei. Klosterneuburg, 1886. 

Vom Verfasser. 

31. Then Franz. Katalog der österreichischen Cicadinen. Wien, 1886. 

Vom Verfasser. 

32. Bäum 1er J. A. Beiträge zur Kryptogamenflora des Piessburger Comitates. 

Pressburg, 1887. Vom Verfasser. 

33. Heimerl Anton. Beiträge zur Anatomie der Nyctagineen, I. Wien, 1887. 

Vom Verfasser. 

34. Dimmock Georg. The Anatomy of the mouth-parts and of the sucking 

apparatus of some Diptera. Boston, 1881. Von Herrn Dr. Lorenz. 

35. Bietet Alphonse et Saussure Henri de. Catalogue d'Acridiens. Schaff- 

hausen, 1887. 

Stussiner J. und Böttger Dr. 0. Malacologische Ergebnisse auf Streif- 
zügen in Thessalien, II. Frankfurt a. M., 1885. 

Von Herrn Custos Rogenhofe r. 

36. Knapp J. A. Dr. Heinrich Wawra Ritter v. Fernsee. Eine biographische 

Skizze. Vom Verfasser. 

37. Wettstein Dr. Rieh. v. \}Q\ier Helotium Willkommii Hart und einige ihm 

nahestehende Helotium -Arten. Vom Verfasser. 

38. B ottin i Dott. March. A. Quali siano le condizioni attuali della geografia 

crittogamica in Italia e quali i mezzi che potrebbero migliorarle. 

— Appunti di briologia toscana. 

— Muscinee dell'isola del Giglio. 

— Muscinee raccolte alla Gorgona. Vom Verfasser. 

39. Handlirsch Anton. Monographie der mit iV«/ssan und .Bmöea; verwandten 

Grabwespen. Vom Verfasser. 

40. Cotes E. C. et Swinhoe C. A. Catalogue of the moths of India. Pt. I: 

Sphinges. Calcutta, 1887. 

Von den Trustees of the Indian Museum Calcutta. 

41. Dufour Leon. Souvenirs d'un savant fran9ais. A travers un siecle 1780 

ju>qu'ä 1865. Science et histoire. Paris, 1888. Vom Verfasser. 

4LV Han.sgirg Dr. Anton. Prodromus der Algenflora von Böhmen, I. Heft. Prag. 
1886. 

D»' de eck Jos. Die Lebermoose Böhmens. Prag, 1886. 

Vom Museum des Königreichs Böhmen. 
43 Palacky Dr. Johann. Ueber die Tiefseefische des westlichen Mittelmeeres. 

— Ueber die Flora von Egypten. Vom Verfasser. 
11. f'ohlig Dr. H. Die Land-, Slisswasser- und Binnen-Conchylien des nörd- 
lichen Persien. Vom Verfasser. 



Abhandlungen. 



1 



Die Dermapteren und Orthopteren Siciliens. 

Von 

Dr. Hermann Krauss 

in Tübingen. 

(Vorgelegt in der Versammlung am 1. December 1886.) 



Wer Sicilien betrachtet, muss gleichzeitig den Blick 
nach Afrika und nach Europa wenden, um es zu verstehen. 

A. V. L as aulx. 

Ein kurzer Besuch Siciliens im Frühjahre 1885 gab mir Veranlassung, 
mich mit seiner Dermapteren- und Orthopteren-Fauna näher zu beschäftigen 
und zunächst für meinen eigenen Gebrauch ein Verzeichniss der bisher daselbst 
aufgefundenen Arten aus der Literatur zusammenzustellen, das bisher fehlte. 
Ich übergebe dasselbe in Verbindung mit meinen eigenen Sammelresultaten und 
Beobachtungen nun hier der Oeffentlichkeit, weil ich mir sagen musste, dass 
es trotz seiner UnvoUständigkeit, deren ich mir wohl bewusst bin, dennoch in- 
sofern von Werth ist, als es wohl ziemlich Alles enthält, was bisher auf diesem 
Gebiete der Entomologie geleistet worden ist, und somit künftigen Forschungen 
zur Basis dienen und, was besonders zu wünschen wäre, zu denselben recht bald 
Anregung geben könnte. 

Sicilien war bisher auf dem Gebiete der Orthopteren-Kunde keineswegs 
eine Terra incognita, indem sich eine ganze Reihe von Naturforschern während 
ihres Aufenthaltes daselbst gelegentlich auch mit dem Sammeln dieser Insecten 
beschäftigten, wodurch insbesondere die grösseren und auffallenderen Formen 
schon lange in den Sammlungen vertreten waren. Besonders werthvolle Bei- 
träge lieferten in dieser Eichtung: Lefebvre, Bibron, Dahl, Grohmann, 
Blanchard, Zeller, Mann, Ghiliani, Beliier de la Chavignerie, Frey- 
Gessner. Ganz speciell mit dem Sammeln von Orthopteren hat sich jedoch 
bisher ausser mir Niemand abgegeben, so dass insbesondere aus der Reihe der 
kleineren oder mehr verborgen lebenden Locustiden und Grylliden, deren Fang 
besondere Aufmerksamkeit und Uebung erfordert, sicherlich noch zahlreiche 
Entdeckungen zu erwarten sind. 

Z. B. Gee. B. XXXVII. Abh. 1 



2 



Hermann Krauss. 



Meine Reisezeit, die auf Ende April und die erste Hälfte Mai fiel, war 
zwar vom Standpunkte des Touristen die günstigste für die Bereisung der Insel, 
da in dieser Zeit die Temperatur noch nicht übermässig ist und die herrliche 
Vegetation sich im schönsten Kleide darbietet, aber vom speciell orthoptero- 
logischen Standpunkte betrachtet war sie schlecht gewählt, denn trotz der weit 
vorgeschrittenen Vegetation waren die meisten Arten, insbesondere der Locu- 
stiden, aber auch der übrigen Familien, noch in den frühesten Stadien der Ent- 
wicklung begrilfen, so dass sichere Bestimmung häufig ausgeschlossen war. 

Für den zukünftigen Orthopteren- Sammler will ich bemerken, dass nach 
meiner Erfahrung trotz der südlichen Lage der Insel dennoch die Hauptsammel- 
zeit, ähnlich wie in den nördlicher gelegenen Ländern des Mittelmeergebietes, 
auf die Sommer- und Herbstmonate (Juli— September) fallen wird, ein Umstand, 
der allerdings in Anbetracht der in dieser Jahreszeit herrschenden Wärmever- 
hältnisse keine augenehmen Aussichten darbietet. 

Der geographischen Lage der Insel entsprechend hat die Dermapteren- 
und Orthopteren-Fauna mit derjenigen Süd-Italiens, Sardiniens und Nord- Afrikas 
(Tunis) die grösste üebereinstimmung, und von den mir bekannt gewordeneu 
94 Arten finden sich 71 auch in Italien, insbesondere Süd-Italien, 53 in Sar- 
dinien, 58 in Nord-Afrika. 54 Arten sind für das Mediterrangebiet charak- 
teristisch und in ihm mehr oder weniger allgemein verbreitet, 23 Arten gehören 
auch der Fauna Mittel- und zum Theile Nord-Europas an. 3 Arten (Cuculligera 
apjjula, Khacocleis neglecta, Ephippigera sicula) finden sich ausschliesslich in 
Süd-Italien und Sicilien, 2 (Pamphagus simillimus, Odontura stenoxipha) sind 
Sardinien und Sicilien gemeinsam, während 1 Art (Oedipoda Charpentieri) nur 
noch in Spanien vorkommt. Die einzige Art, die bis jetzt nur in Sicilien auf- 
gt'funden wurde, ist Poecilimon laevissimus, während dies bei zwei Ephippigera- 
Arten (crucigera und verticdlis), deren Artrechte nicht genügend festgestellt 
sind, noch zweifelhaft ist. 

Von ganz besonderem Interesse ist das Vorkommen einiger specifisch 
afrikanischer Arten, unter denen namentlich die beiden schwerfälligen Riesen- 
forraen Pamphagus marmoratus und Brachytrypes megacephalus besonders auf- 
fallen und gleich den in den Kalkhölilen West- und Nord-Siciliens aufgefundenen 
KfHten von Pachydermen (Elephanten, Hippopulamus), Hyänen etc. auf eine 
ehemalige Verbindung mit Nord-Afrika, dessen directe Entfernung von Marsala 
biti zum Cap Bou bei Tunis nur 120 Kilometer beträgt, hinweisen. Ausser den 
genannten Arten sind beiden noch gemeinsam: Ochrilidia tryxalicera, Ocne- 
rodf» ('anonicuH, Rkacocleis annulata, Platycleis laticauda und Ephippigera 
niyiomurginulu. 

L i te r ui II r. ') 

Hellier de la (Jhavignerie E., Ob.servations sur la Faune entomologique de 
U Sicilr Ann. Sur. eut. Erance (3), tom. VIll, I8G<>, j). OO? 7H4. Ortho- 



') B« »Ind tiior uar <Jicj«iiii{«ii .Scbriftou auffferolirt, ilie MiUlifliluij|;eu Uber Hicilianiuclio 
Orth(/pt«r«n (rvxp. I>«<riiiaptcr«n; «uthalU'ii. 



Die Dermapteren tind Orthopteren Siciliens. 



3 



pteres de Sicile nommds par L. Brisout de Barneville, ibid., 
p. 714-716. 

Bonn et Ed. et Finot Ad., Catalogue raisonne des Orthopteres de la Regence 

de Tunis. Avec 2 planches. Montpellier, 1885. 
Bormans A. de, Materiali per lo studio della Fauna Tunisina raccolti da G. e 

L. Doria. VII. Orthopteres. Annali Mus. Civ. Genova (2), vol. II, 1885, 

p. 97 — 115. Enthält p. 98 ein Verzeichniss sicilianischer Dermapteren und 

Orthopteren. 

Brisout de Barneville L. vergl. Bellier de la Chavignerie. 

Brüllt A., Histoire naturelle des Insectes, tom. IX, Orthopteres et Hemipteres. 

Avec planches. Paris, 1835. 
Brunner v. Wattenwyl C, Prodromus der europäischen Orthopteren. Mit 

11 Tafeln und 1 Karte. Leipzig, 1882. 
Burmeister H., Handbuch der Entomologie, Bd. II. Berlin, 1838. 
Charpentier T. de, Orthoptera descripta et depicta cum tabulis LX coloratis. 

Lipsiae, 1841—1845. 
Costa Oronzio ed Achille, 1. Fauna del Regno di Napoli. Ortotteri con 15 tav. 

Napoli, 1836-1881. 

Costa Achille, 2. Intorno le Forficule delle due Sicilie. Esercit. Accad. Aspir. 
Natur. Napoli, tom. II, p. 2, 1840, p. 81 — 89. Diese Arbeit lag mir nicht 
vor; sie verzeichnet nach Oken, Isis, 1847, Heft V, p. 394 Forficula gi- 
gantea, marginella, maritima, auricularia , hignttata, tninor, Orsinii, 
pedestris, decipiens, acanthopygia aus dem Königreiche beider Sicilien. 
Welche dieser Arten nun gerade in Sicilien gefunden wurden, ist mir 
unbekannt geblieben, da die Arbeit anderweitig nirgends citirt wird. 

— 3. Porthetis brevicornis. Annuar. Mus. Zoolog. Napoli, II, 1862, p. 129, 
tav. 1, fig. 2, 2 a (1864). 

Dubrony A.. Crociera del Violante. Catalogo degli Ortotteri. Annali Mus. 

Civ. Genova, vol. IX, 1878, p. 327— .333. 
Fieber Fr. X.. Synopsis der europäischen Orthopteren. Prag, 1853—1855. 
Fischer L. H., Orthoptera europaea, tab. XVIII, Lipsiae, 1853. Hier finden 

sich die von Zeller in Sicilien gesammelten Arten. 
Inzenga G., Invasione di cavallette in diverse contrade di Sicilia. Annali 

Agricolt. sicil. (2), Anno V, 1857, p. 142. 
Krauss H., 1. Orthopteren vom Senegal. Sitzungsber. d. k. Akad. Wien, 

Bd. LXXVI, 1877, 35 pag., 2 Taf. 

— 2. Die Orthopteren-Fauna Istriens, ibid., Bd. LXXVIII, 1878. p. 451—544, 
6 Taf. 

— 3. Beiträge zur Orthopteren-Kunde. Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. 
Wien, Bd. XXXVI, 1886, p. 137—148, Taf. V. 

Lefebvre Alex., Description de divers insectes inedits recueillis en Sicile. Ann. 
Soc. Linn. Paris, t. VI, 1827. p. 94—108. pl. 5. Enthält ausser der Be- 
schreibung und Abbildung des Gryllus megacephalus (p. 99—102, Fig. 4, 
4a— c) nichts über Orthopteren. 

1* 



4 



Hermann Kranss. 



Marschall Aug. Graf v., Decas Orthopterorum novonim. Aun. Wiener Mus., 
Bd.I, 1836, p. 207-218, tab. XVIIL 

Patti M. Z., Illustrazioni entomologiche Siciliane. Atti Accad. Gioenia (2), t. 2, 
1845, p. 23 — 64. Verzeichnet von Catania: Gryllus italicus, virididus, 
germanicus, grossus, elegans, coerulescens, deren Bestimmung mir zum 
Theile zweifelhaft erscheint, weshalb die Arbeit im Folgenden nicht be- 
rücksichtigt wurde. 

Saussure H. de, 1. Melanges orthopterologiques. Tom. I, II. Avec 19 planches. 
Geneve et Bäle, 1863-1878. 

— 2. Prodromus Oedipodiorum iusectorum ex ordiue Orthopterorum. Avec 
1 planche. Geneve, 1884. 

Schiödte F. G., Speciraen faunae subterraneae. 4 tab, Kjöbenhavn, 1849. 
Serville Audinet, Histoire naturelle des Insectes. Orthopteres. Acc. de 

14 planches. Paris, 1839. Enthält einige von Lefebvre und Bibron 

in Sicilieu gesammelte Arten verzeichnet. 
Targioni-Tozzetti Ad., Ortotteri agrari (Anuali di Agricultura, 1882). Firenze- 

Roma, 1882. 

Türk Rud., lieber die in Europa vorkommenden Tettix-Arten. Wiener entom. 

Monatsschr., VI, 1862, p. 205-212, Taf. 2. 
Y er sin Alex., 1. Orthopteres rapportäs de Sicile par MM. de Rumine et 

Gau d in. Bull. Soc. Vaud. Lausanne, tom. VI, 1858—1860, p. 25. 

— 2. Note sur quelques Orthopteres nouveaux ou peu conuus. Ann. Soc. 
eut. France (3), tom. VIII, 1860, p. 509—537, pl. 10. 

Zeller P. C, 1. Ueber Decticus tessellatus, Philip2ncus und strictus. Stett. 
entom. Zeit., 10. Jahrg., 1849, p. 113—116. 

— 2. Recension von Fischer's Orthoptera Europaea, ibid., 17. Jahrg., 1856, 
p. 18-27. 

Systematisches Veizeichiiiss. ^) 
I. Dermaptera. 

Forßculidae. 
Labidura Leach. 

I. />. riparia Pall. — Sicilia (Brüll Beliier). 

Am .'). Mai von mir am Porto grande von Siracusa auf dem saudigen 
tStraii'l») unter Steinen au.sgewachsen und in den ersten Larvenstadien gefunden. 

])'u: von mir beobachteten Exeujplare geliören dnr gewöhnliclion l<'orm mit 
zwriHpitzi^M'iii h'tzt»Mi Segment ((^') und weit vorragenden Flügehi an. Dohrn 
(VerHUch Auer Monographie der Dermapteren, Stett. entom. Zeit., 21. Jahrg., 
Wui, p. 314) erwähnt dagegen einen Exemplares {(^) aus Sicilien mit glatt- 
randigem letzten Segment und nur wenig vorragenden Flügeln. 

An'4r'lnuii(( ni4<:h Kruiirior'H l'ro'lmmiiK, worivuf uuch hezüfjlicli dnr H()H( lir»)i)»uii)(nii 
tetwiflicn wird. Di« mit einem * bezeichnotnn Ait«n wurdctn von mir HnDiHt in Hicilion beobachtet. 



Die Dermapteren und Orthopteren Siciliens. 



5 



Anisolabis Fieb. 
*2. A» annulipes Luc. — Siracusa (Brunn er). 

Von mir am Ufer des Auapo bei Siracusa zwischen Stengel und Blättern 
eines wolligen Verbascum einzeln am 5. Mai angetroffen. 

3. maritima Genö. — Sicilia (Fieber). 

4. A, m>oesta Gene. — Sicilia (Fieber). 

Labia Leach. 

5. L» minor L. — Sicilia (Bormans). 

Forficula L. 

*6. jP. auriciilaHa L. — Sicilia (Bellier), Monte Etna (Dubrony). 

Taormina: Unter und zwischen den Blättern eines wolligen Verbascum 
ausgewachsen und im letzten Larvenstadium am 1. Mai von mir gesammelt. 

Bei einem hier gefundenen cT ist die rechte Zangenhälfte von normaler 
Form und Länge, die linke dagegen besitzt die Form der 9 Zange und ist 
bedeutend kürzer als die rechte. Das Analsegment dagegen ist symmetrisch 
und entspricht beiderseits der cT Form. 

?F. puhescens Gene'. — Zell er (2.) will diese Art im Februar und 
März in den Bergen von Messina auf fruchtbaren, kräuterreichen Abhängen 
meist zwischen den Wurzelblättern eines Verbascum angetroffen haben. Von mir 
daselbst Ende April vergeblich gesucht und statt ihr au denselben Localitäten 
unter ähnlichen Umständen F. decipiens Gene gefunden, weshalb es mir wahr- 
scheinlich, dass Zell er sich in der Bestimmung geirrt, zumal da beide Arten 
namentlich in der Zangenbildung einige Aehnlichkeit haben. 

*7. JP. decipiens Gene. — Bei Messina von mir auf den höheren 
Bergen meist zwischen den Wurzelblättern eines wolligen Verbascum Ende April 
theils schon vollständig entwickelt, theils noch in den letzten Larvenstadien 
gefunden; unter ähnlichen Verhältnissen auch bei Taormina Anfangs Mai in 
Gesellschaft von F. auricularia L. Zwei weitere Fundorte sind Siracusa, wo 
ich sie am 4. Mai beim griechischen Theater unter Steingeröll, und Baiestrate, 
woselbst ich sie im „Bosco" unter Pflanzen detritus am 12. Mai sammelte. 

II. Orthoptera. 

Blattidae. 
Ectohia Westw. 

8. E» lapjyonica L. — Sicilia, Etna (Brunner). 

?E, livida Fab. — Nach Fischer von Zeller bei Messina (larvae et 
imagines Q exeunte Februar, et imagines menss. Julio— Sept.) aufgefunden, 
woselbst ich nur E. vittiventris Costa beobachtete, weshalb es mir wahrschein- 
lich ist, dass Zell er 's Exemplare sämmtlich zu letzterer Art gehören. Die von 



6 



Hermann Kraus 



Fisch er beschriebene, zn livida gestellte Larve (cf) von Messina gehört sicher 
zu vittiventris. 

*9. JB. vittiventris Costa. — Während die Imagines dieser Art sich 
von denen der E. livida Fab. nur schwierig unterscheiden lassen, ist dies bei 
den Larven mittleren Alters (von 2—6 mm. Länge) viel leichter, indem die von 
vittiventris durch ihre graugelbe Färbung, sowie ihre zierliche, dichte, braun- 
schwarze Punktirung sehr ausgezeichnet sind, im Gegensatze zu denen von 
livida, die rostgelb gefärbt und nur spärlich braun punktirt sind. Besonders 
auffallend ist das meist glänzend schwarze Gesicht, von welchem sich die weiss- 
gelbe, mit drei Reihen annähernd bogenförmig gestellter schwarzer Punkte ge- 
zeichnete Stirne scharf abhebt. Das Abdomen ist auf der Unterseite gleichfalls 
schwarz mit weisslichem Rande, die Oberseite dagegen ist graugelb und jedes 
Segment trägt an seiner Basis fünf bis sieben braunschwarze Flecken, von denen 
der mittlere der grösste ist, wodurch sie von weitem wie längsgestreift erscheint. 
Die Cerci sind au der Basis und Spitze schwarz. Die älteren Larven sind theils 
ebenso gefärbt, theils nimmt bei ihnen die Schwarzfärbung und Punktirung ab, 
und es finden sich Exemplare, die gerade so strohgelb gefärbt sind wie die Ima- 
gines und kaum noch Spuren einer Punktirung zeigen. Die jüngsten Larven 
sind blassgelb und schwach punktirt. 

Messina (Zeller bei Fischer, Brunn er). Catania (Museo zoolog. Napolü). 

Im Gebirge von Messina von mir unter den Wurzelblättern eines wol- 
ligen Verhascum zahlreich in sämmtlichen Larvenstadien, ausgenommen das 
letzte, aufgefunden (28., 29. April). Bei Taormina am 1. Mai an derselben 
Pflanze im letzten Larvenstadium und vollständig entwickelt (cT). Am 12. Mai 
im „Bosco" bei Baiestrate unter dürrem Laub grösstentheils ausgewachsen (cT, Q). 

Aphlebia Br. 

* 10. A. marginata Schreb. — Diese äusserst behende Art kommt wie 
um Naj)oli sowohl in der Form mit schwarzem, als auch mit rothem Pronotura 
(var. eryilironota Br.) vor. 

Sicilia, Messina (Brunuer). 

Nur in den hölieren Bergen von Messina, namentlich an den Abhängen 
des Torrente Catarratti unter Steinen und dürrem Laub Ende April schon aua- 
gewachsPH von mir gefunden. 

Am 17. Mai trugen die 9 bei Camaldoli (Napoli) schon häufig ihre 
EikapHpln mit sicli herum. Dieselben sind von kastanienbrauner Farbe, glatt 
und glänzend und von fast rundlicher Form (2 5 mm. lang. 15 mm. breit). 

?A, mavAilata. Schr*^b, — Nach Fischer wurde sie von Zeller im 
Juli hei Met-sina gefunden, was jedocli dieser bestreitet (Zeller, 2., p. 22). 

♦11. A. Huhaptcra Hamb. Siracusa (Brunner). 

Von mir bei BaleHtrate im „Bosco" am 12. Mai unter einem Haufen aus- 
tfeffrabf^ner Zwiebel (Scilla?) in GesellHchaft von Ectolna vitfivcrdri», Lohoptera 
decipienn und Forficula decipiem im 9 Geschlechte gefunden. 



Die Dermapteren und Orthopteren Siciliens. 



7 



Gleicht in Färbung und Punktirung auffallend den Larven mittleren 
Alters von Ectohia vittiventris, so dass beim Sammeln eine Verwechslung beider 
sehr leicht möglich ist. 

Loboptera Br. 

*12. i. decipiens Germ. [Foly zoster ia Umhata Fisch.). — Im Gegen- 
sätze zu den Imagines, die durch die scharfe weissgelbe Umrandung des im* 
Uebrigen schwarzen Körpers ausgezeichnet sind, fehlt dieselbe bei den Larven 
mehr oder weniger vollständig. Bei den jüngsten (bis zu 4 mm. Länge) sind 
die drei Thoraxsegmente rostbraun gefärbt, der übrige Körper ist einfarbig 
kastanienbraun, bei den Larven mittleren Alters sind dieselben dunkel braun- 
roth und gelbroth umrandet, der übrige Körper ist schwarz. Das letzte Larven- 
stadium (7—8 mm. lang) ist schwarz mit gelbrothen , seltener weissgelbeu 
Seitenrändern der Thoraxsegmente, das Abdomen ist schwarz und besitzt nur 
ausnahmsweise den scharfen, weissgelbeu Randstreifen der Imagines. 

Sicilia (iarvae et imagines, mense Majo) (Zeller bei Fischer, Bellier). 

Findet sich iii ganz Sicilien vom Strande bis hoch in die Berge unter 
Steinen, Laub und anderen Pflanzenresten sehr häufig. Messina, Taormiua: 
Ende April, Anfangs Mai, Larven verschiedenen Alters, am zahlreichsten die 
des letzten Stadiums. Siracusa: Anfangs Mai, theilweise schon erwachsen. Terra- 
nova: S.Mai, Imagines. Baiestrate: 12. Mai, Larven des letzten Stadiums zu- 
sammen mit Imagines. 

Blatta L. 

13. JB. germanica L. — Sicilia (Brunner. Xouv. Syst. d. Blatt., Vieune, 
1865, p. 92). 

Feriplaneta Burm. 

*14. P. orientalis L. — Sicilia (Bellier). 

Von mir in Häusern in Palermo und Monreale beobachtet. 

Heter^ogamia Burm. 

*15. H, aegyptiaca L. — Sicilia (Brülle, Lefebvre), Messina (larva) 
(Zeller bei Fischer). 

Siracusa: In Grabkammern der alten Stadt hinter dem griechischen 
Theater unter Steinen am 4. Mai ausgewachsen und im Larvenstadium in Ge- 
sellschaft von grossen Blaps-Aii^n. Die 17—21 mm. langen Larven fanden sich 
unter den Steinen ziemlich tief in die lockere Erde eingegraben. 

Mantidae. 
Mantis L. 

*16. M. religiosa L. — Ende April und Anfangs Mai im Larven- 
stadium (bis zu 16 mm. Länge) bei Messina, Terraiiova und Baiestrate von mir 
gefunden. 



8 



Hermann Kraus 



Iris Sauss. 

17. I» oratoria L. — Sicilia (Lefebvre bei Serville, Charpentier). 

Hieher gehören ohne Zweifel einige von mir bei Taormina gefundene, an 
Mauern klebende leere Eikapseln, die viel kleiner als die der vorhergehenden 
Art, sonst jedoch ihnen ähnlich sind. 

Ameles Burm. 

*18. A. Spallanzania Rossi {Mantis soror Serv.). — Sicilia (Lefeb- 
vre bei Serville, Beliier. Brunner). Siracusa (Mai, Juni) (Zeller bei 
P ischer). 

Messina: Leere Eikapseln unter Steinen an den Abhängen des Torrente 
Catarratti. Siracusa: Im hohen Grase und auf krautartigen Pflanzen beim grie- 
chischen Theater am 4. Mai im Larvenstadium (15 mm. lang). Palermo: Ab- 
hänge des Monte Castellaccio bei Monreale im gleichen Stadium (14. Mai). 

19. A, nana Charp. — Sicilia (Brunn er)*. 

Empusa III ig. 

*20. E. egena Charp. — Sicilia (Yersin, 1., Beliier, Brunner). 

Wohl die am frühesten entwickelte Mantide, da sie von mir im „Bosco" 
bei Baiestrate schon am 12. Mai ausgewachsen in frischen Exemplaren ange- 
troffen wurde. 

Phasmidae. 
Bacillus Latr. 

21. B. Rossii Fab. — Sicilia (Yersin, 1., Bor maus). 

22. B, gatliciis Charp. — Sicilia (Fischer, Brunn er). 

Acrididae. 
Tryocalis Fab. 

T, ^lasuta L. — Sicilia (Bibron bei Serville, Yersin, 1., 

Bellier). 

Sirac\iKa: Auf den grasigen Abhängen der alten Stadt erwachsen schon 
Anfangs Mai, desgleichen im „Bosco" bei Balestrato am 12. Mai. 

*24. T. uuf/uiculata Ramb. {T. procera Serv.). — Sicilia (Bibron 
bei Serville, Zeller bei Fisclier, Bellier). 

Auf den trockenen Abhängen der Neajjolis von Siracusa Anfangs Mai in 
den letzten T>arTenHtadif'n. ebenso im ,.Borco" bei Balestrate (12. Mai). Zwischen 
Licata und Terranova auf den bebuschten Hügeln entlang der Küst(! zalilreich 
aoHgewacliKfu und im letzten Larvenstadium (8-, \). Mai). 

Die Larven sind durch die langen Krallen und das verkümmerte Polster 
dazwiHclien leicht von denen der vorigen Art zu unterscheiden, gleichen ihnen 
im üebrigen aber vollutfindig. nanjcntlich auch darin, dasK sie wie jene in beiden 



Die Dermapteren und Orthopteren Siciliens. 



9 



Geschlechtern durch eine grosse, schwertförmig verlängerte Lamina supraanalis 
ausgezeichnet sind, welche beim ausgewachsenen Thiere wieder eingeht. 

Ochrilidia Stäl. 

25. O. tryxalicera Fisch. — Der einzige bisher bekannte Fundort war 
Messina, wo Zeller Anfangs August ein 9 auffand (Fischer). Jüngst wurde 
sie nach Bonnet und Finot auch in Tunis, und zwar auf der Halbinsel Ras 
Addar und in der Oase Touzeur beobachtet, 

Oxycoryphus Fisch. 

26. O. compressicornis Latr. — Sicilia (Krauss, 1.) 

StenobotJirus Fisch. 

*27. St. rufipes Zeit. — Sicilia {Zeller bei Fischer, Beliier). 

Einzeln erwachsen im Gebirge von Messina an den Abhängen der Tor- 
renti Gammare und Catarratti (28., 29. April). Siracusa beim griechischen 
Theater im letzten Larvenstadium (4. Mai). 

*28. St. bicolor Charp. ~ Sicilia (Belli er), Messina (Zell er bei 
Fischer). 

Auf trockenen, sonnigen Grasplätzen, in Weinbergen, Brachäckern häufig, 
schon Ende April ausgewachsen oder im letzten Larvenstadium. Von mir bei 
Messina an den Abhängen des Monte Castellaccio schon am 27. April ausge- 
wachsen gefunden, ferner bei Taormina, Siracusa, Licata, Terranova, Palermo, 
Baiestrate in der ersten Hälfte des Mai (vergl. Krauss, 3., p. 146). 

*29. St. pulvnuitus Fisch. W. {St. declivus Fisch.). — Sicilia (Fieber, 
Bellier), Siracusa (mensibus Junio [exeunte] — Sept.) (Zeller bei Fischer). 

An den Küstenabhängen zwischen Licata und Terranova am 8. Mai schon 
ausgewachsen. Sämratliche Exemplare gehören der grossen südlichen Form mit 
verlängerten Flugorganen an und stimmen vollständig mit Oedipoda alboUneata 
Lucas aus Algier überein. 

Stauronotus Fisch. 

*30. St. maroccanus Thunb. {Äcrydium triareolatum Bivona apud 
Inzenga, 1. c, p. 142). — Sicilia (Bellier, Brunner). Tritt bisweilen ebenso 
wie in anderen Ländern in grossen Massen auf und verwüstete nach Inzenga 
in den Jahren 1832 und 1833 die Provinz Caltanissetta. Targioni-Tozzetti 
berichtet gleichfalls über verheerendes Auftreten, so in den Jahren 1869 — 1870, 
1877—1878 (bei Trapani), 1882 (wiederum bei Caltanissetta). Auch im Jahre 
1871 soll er Schaden angerichtet haben (Bull. Soc. Entomolog. Ital., vol. XII, 
1880, p. 252). 

Siracusa: Auf Grasplätzen beim Kapuzinerkloster in den beiden letzten 
Larvenstadien mit Ocnerodes Canonicus (4. Mai). Sehr zahlreich zwischen 
Terranova und Licata auf den mit der Zwergpalme und anderem Gebüsch 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Abh. 2 



10 



Hermann Kraust). 



bewachsenen Bergen entlang der Küste am 8. Mai schon vollständig entwickelt 
und theilweise in Copula. 

Sämmtliche von mir gesammelte Exemplare gehören der kleineren Form 
an (cT 18— 22 mm., 9 23— 28 mm. lang). 

31. St. Geuei Ocsk. — Sicilia (Bormans). 

Epacromia Fisch. 

*32. strepens Latr. — Sicilia (Y er sin, 1., Belli er). 

Messiua: Abhänge des Monte Castellaccio (27. April). Siracusa: Auf den 
trockenen, steinigen Grasplätzen der alten Stadt und im Thale des Anapo auf 
Feldwegen (4., 5. Mai). Ueberall ausgewachsen. 

33. thalassina Fab. — Messina (ineunte Februar.) (Zell er bei 
Fischer). Da Fischer diese und die vorhergehende Art nicht unterschied, 
so gehören möglicherweise Zell er 's Exemplare zu ihr. Die echte thalassina 
dürfte übrigens jedenfalls vorkommen. 

Sphingonotus Fieb. 

34. Sph. eoerulans L. — Sicilia (Belli er, Brunner). 

Von Messiua beschreibt Brunner (1. c, p. 152) eine kleine Varietät, die 
auch Saussure (2.) erwähnt. 

Acrotylus Fieb. 

*35. A» insubricus Scop. — Sicilia (Yersin, 1., Bellier), Messina 
(Zeller bei Fischer). 

Messiua: Auf Geröll des Torrente Gammare am 28. April vollständig 
entwickelt und im letzten Larvenstadium. Siracusa: Auf Brachfeldern beim 
Olympieion (5. Mai). Zwischen Licata und Terranova entlang des Strandes auf 
Sandhügeln (8. Mai). Baiestrate (12. Mai). 

*30. A, 2)atruelis Sturm. — Sicilia (Bellier). 

Zwischen Licata und Terranova auf den mit Zwergpalmengebüsch be- 
deckten Uferbergen auf Grasboden und Geröll am 8. Mai voUstäudig entwickelt 
in Gesellschaft von Oedipoda gratiosa. 

o7. A» louf/ipes Charp. — Sicilia (Cliarpentier, Fischer). 

Oedipoda Latr. 

*38. Od, gratiosa Serv. {(Je. mauritanica Lucas). — Sicilia (He Iii er), 
Catauia auf bfjwach.seiier I^ava (Zeller, 2.), Nicolosi (23. Juli) (l)ubrony), 
Palermo, Siracusa (Brunner;. 

Bei Siracusa auf Grasboden der Neapolis und auf Braclifeldern um das 
Olympieion in den letzten Larvenstadien Anfangs Mai. Zwischen Licata und 
Terranova auf den mit Zwerg)>ahiien bewaclisonon Ilügchi am Mecresstrando 
auf (irahboden und Geröll ;im !). Mai vollständig entwiciielt und in den beiden 
letzten liUrvenbtadien. 



Die Dermapteren und Orthopteren Siciliens. 



11 



Brunn er beschreibt von Siracusa eine Varietät, bei welcher der ganze 
vor der Querfurche gelegene Theil des Pronotum tief braun und der rückwärts 
befindliche Theil vollkommen weiss ist. 

39. Oe. coerulescens L. — Sicilia (Bei Ii er), Catania mit der vorher- 
gehenden Art auf bewachsener Lava (Zeller, 2.). 

40. Oe, Chai'pentieri Fieb. — Sicilia (Fieber, Brunn er). 

41. Oe, fuscocincta Luc. {Oe. sicula Fieh.). — Sicilia (Fieber), Mes- 
siua, Palermo (Brunner). 

JPachytylus Fieb. 

42. P. nigrofasciatiis Latr. — Sicilia (Bei Her). 

*43. F, cinerascens Fab. — Sicilia (Yersin, 1.), Messina (häufig) 
(Zeller bei Fischer). 

Auf den Bergen hinter Messina (Torrente Catarratti) auf Gebüsch, ins- 
besondere auf Spartnim junceum am 29. April in erwachsenen, lebhaft grünen 
Exemplaren von mir gesammelt. 

?JP, migratoriiis L. — Nach Brisout von Beliier auf Sicilien ge- 
gesammelt! Gehört ohne Zweifel zur vorhergehenden Art. 

CuculUgera Fisch. 

44. C. appiila Costa. — Sicilia (Krauss, 2.). Fieber führt C. hystrix 
Germ, von Sicilien an, die sich jedoch nur in Istrien und Dalmatien findet, er 
dürfte daher appula damit verwechselt haben. 

JPyrgomorpha Serv. 

45. jP. grylloides Latr. — Sicilia (Bormans). 

Ocnerodes Brun. 

*46. O. Canonicus Fisch. {Porthetis nigropunctata Bris, non Luc). — 
Wie schon Fischer hervorhob und Brunner weiter ausführte, variirt diese 
Art ganz ausserordentlich in Bezug auf Färbung und Sculptur, und es lassen 
sich namentlich mit Rücksicht auf die letztere zwei Formen unterscheiden, die, 
wenn nicht Uebergänge vorkommen würden, als zwei verschiedene Arten an- 
gesehen werden könnten. 

Die eine Form ist durch zwei seitliche Längsfalten am Pronotum und 
häufig durch auffallend bunte Färbung charakterisirt. Sie kommt ebenso wie 
die zweite Form sowohl grau oder braun, als auch grün gefärbt vor. Die grau, 
graubraun oder dunkelbraun gefärbten Exemplare sind besonders ausgezeichnet 
durch einen kastanienbraunen oder glänzend schwarzen Fleck zwischen den 
beiden Pronotumfalten, neben welchem sich die um die Mitte elfenbeinartige 
untere Falte sehr deutlich heraushebt, durch eine auf sammtschwarzem Grunde 
sitzende elfenbeinartige, schräg verlaufende Falte des ersten Hinterleibsseg- 
mentes, sowie durch ein dunkelbraunes oder schwarzes mittleres Längsband, 
das über den ganzen Rücken des Abdomens wegzieht und häufig von lichten 

2* 



12 



Hermann Kraußs. 



Längsbändern oder Streifen eingefasst ist. Einzelne Exemplare sind weissgrau 
und äusserst zierlich dunkelbraun oder rostbraun gesprenkelt und gebändert, 
andere wiederum graugelb, fast obne Flecken, jedoch mit braunem mittleren 
Längsbande über den Rücken des Abdomens. Sehr selten finden sich Exemplare 
(cT), deren ganze Oberseite (die der Hinterschenkel inbegriffen) gleichmässig 
purpurroth gefärbt ist. Die grün gefärbten Exemplare können einfarbig oder 
gleichfalls sehr bunt gefärbt sein. So besitze ich von Monreale Exemplare 
(cf > 9)> die über Pronotum und Abdomen beiderseits je ein rothbraunes Längs- 
band, an das sich nach innen zu am Abdomen noch ein hellgelbes oder rosa- 
rothes Band anschliesst, tragen, und deren Pronotumseitenrand von einem rost- 
rothen Flecke eingenommen ist. 

Die zweite Form ist durch das faltenlose, mehr oder weniger gleichmässig 
granulirte Pronotum und eintönigere Färbung charakterisirt. Die graubraune 
Farbe herrscht vor, die Fleckung tritt zurück, Längsbänder fehlen meist. Varia- 
tionen kommen auch hier vor: einzelne Exemplare (9) sind einfarbig grau- 
braun bis auf das Pronotum, das gelbgrau gefärbt ist, andere (cf ) besitzen auf 
dem Pronotum ein von vorne und unten nach hinten und oben verlaufendes 
breites rostgelbes Band, das nach hinten zu am Mittelkiel sich mit dem der 
anderen Seite vereinigt, wieder andere (cf, Q) tragen auf der Aussenfläche der 
Hinterschenkel helle Flecken oder auf dem ersten Hinterleibssegmeute in der 
Mittellinie einen kleinen, trapezförmigen, weisslichen oder gelbbraunen Fleck. 
Die grüngefärbten Exemplare sind entweder einfarbig grün oder am Abdomen 
braungelb gebändert. 

Uebergänge zwischen beiden Formen, die überall gemischt und häufig 
auch mit einander in Copula zu finden sind, kommen vor, sind übrigens im 
Ganzen selten. 

Nach Fischer wurde sie Ausgangs Mai von Zell er bei Messina entdeckt, 
was jedoch nicht richtig sein kann, da sich Zeller während dieses ganzen 
Monates in Siracusa aufhielt, weslialb wohl richtiger dieser Ort dafür gesetzt 
werden muss. Sicilia (Bellier), Siracusa, Catania, Messina (Brunner). 

Gehört zu den am frühesten vollständig entwickelten Acridiern und findet 
sich schon Anfangs Mai in Copula. In der ganzen Umgebung von Siracusa, 
insbfHondf^re auf den Kalkhölien der alten Stadt (Achradina, Neapolis) nnd deren 
Abhäng»in auf sonnigen, stfiinigen Grasj)lätzen, Brach- und Distelfeldorn stollen- 
weibe sehr häufig, auch jenseits des Anai)0 auf den Feldern um das 01ymj)ieion. 
ZwiHchen Licata und Terranova auf den mit der Zwergpalme bewachsenen 
Küstenbergen. Bale^trato im „Bosco". Auf den steinigen, kurzgrasigen Ab- 
hängen des M()nte Castcllaccio bei Monrt^ale mit Patnj)hagiis inarmoraiuK. Unter 
zahIr(;ir,lH'n KrwacliHenen fanden sicli hier nocli (iiiiigo Larvtui des letzten Sta- 
dium» (11. Mai). 

PamphagiiH 'J Imnl). 

*M. J\ HimiUimuH YerH. {Porlhetis hrevicornü Conti). — Sicilia (Bel- 
lier, Costa, ), Palermo (YcrHin, 2 ), Siracusa (Brnnner). 



Die Dermapteren und Orthopteren Siciliens. 



13 



Messina: An niedriger gelegenen Bergabhängen auf Grasplätzen zwischen 
Gebüsch zahlreich in den ersten Larvenstadien (10—22 mm. lang) (28., 29. April). 
Siracusa : Beim Olympieion am 5. Mai in denselben Stadien. 

Die Larven sind, wie schon Yersin hervorhebt, durch ihre an der Basis 
breiten, bis gegen die Spitze zu dreikantigen Antennen, sowie dadurch aus- 
gezeichnet, dass (ausgenommen die jüngsten Stadien) der Eückenkiel jedes Ab- 
dominalsegmentes nach hinten zu in eine Spitze ansteigt. Porthetis hrevi- 
cornis Costa ist das letzte Larvenstadium (Nymphe) dieser Art nach der im 
zoologischen Museum zu Neapel befindlichen Type! 

*48. JE*, tnarmoratus Burm. — Sicilia (Burmeister, Serville, 
Charpentier, Fischer, Fieber, Yersin, 1., Bellier), Palermo (Brunner). 

Dieser massigste und zugleich schönst gefärbte Acridier unseres Gebietes 
wurde von mir an der Ost- und Südseite des Monte Castellaccio bei Monreale 
(Palermo) schon Mitte Mai vollständig (allerdings meist ganz frisch) entwickelt 
aufgefunden. Die Thiere sassen an den steinigen Abhängen meist auf den am 
Boden aufliegenden Blattrosetten einer Distel oder im Grase und waren trotz 
ihrer Grösse in Folge ihres der Bodenfarbe überaus ähnlichen Colorits nur 
schwierig zu entdecken, da sie sich selbst durch drohende Gefahr kaum in ihrer 
Ruhe stören Hessen. 

Die von mir gesammelten Exemplare ergeben im (j^ Geschlechte eine 
Länge von 53 — 55 mm,, im $ dagegen eine solche von 62— 82 mm. ! 

Acridium Geoffr. 

*49. A. aegyptium L. {A. tartaricum aut.) — Sicilia (Yersin, 1., 
Bellier). 

Im Gebirge von Messina an den mit Quercus pubescens nud suher, Erica 
arborea und strauchartigen Papilionaceen bewachsenen sonnigen Bergabhängen 
häufig. Ende April vollständig entwickelt. Ebenso auf den bebuschten Bergen 
entlang der Küste zwischen Licata und Terranova (8. Mai). 

Caloptenus Burm. 

*50. C. italicus L. — Sicilia (Burmeister, Serville, Bellier 
Brunner), Messina (Monte Castellaccio) (Zeller, 1.). 

Neben der von Burmeister beschriebenen Varietät mit farblosen ünter- 
flügeln (C. siculus), die in den südlichen Ländern allgemeiner verbreitet und 
sogar in Süd-Tirol (Bozen, Meran, Trient) zu finden ist, kommt auch die von 
Serville als C. ic^m'cws beschriebene Form vor (Brunner), die ausserdem nur 
noch aus Süd- Spanien und Nord- Afrika bekannt ist. 

Bei Siracusa in den ersten Larvenstadien Anfangs Mai von mir gefunden. 

Euprepocnemis Fieb. 
51. E. lilorans Charp. — Messina (Brunn er). 



14 



Hermann Kransß. 



Platyphyma Fisch. 

*52. P. Gior^iae Rossi. — Sicilia (Yersiu), Messina (mense Februar.) 
(Zeller bei Fischer). 

Messina: Auf Gebüsch an den Abhängen des Torrente Catarratti am 
29. April (9). 

Opomala Serv. 

53. O, cylindrica Marsch. {Opsomala sicula Seix., f asciculata Ch?ir^.). 
— Sicilia (Marschall, Charpentier, Bellier), Catania (Brunner). 

Diese nur in feuchten Wiesen und auf Sumpfpflanzen lebende Art findet 
sich ohne Zweifel in dem ausgedehnten Sumpflande um den See von Lentini 
südlich von Catania, worauf ich künftige Sammler aufmerksam mache. 

Tettix Charp. 

*54. T. meridionalis Ramb. — Sicilia (Bellier). 

Messina: Im Gebirge an Quellen und Bachufern (28. April). Siracusa: 
Auf Grasplätzen bei S. Giovanni (4. Mai) und in den Salzsümpfen bei der Anapo- 
Mündung häufig als Imagines und im letzten Larvenstadium (5., 6. Mai). 

Hieher gehören wohl auch die von Zell er bei Siracusa gesammelten 
Larven, welche Fischer bei T. Schrankii Fieb. erwähnt. 

55. T. depressus Bris. — Sicilia (Türk). 

Locustidae. 
Poecilimon Fisch. 

*56. P. laevissimus Fisch. — Messina (medio mense Julio) (Zeller 
bei Fischer, Brunner). 

In Gebirgsschluchten hinter Messina an mit üppiger Vegetation bedeckten 
Abhängen auf krautartigen Pflanzen Ende A])ril in den jüngeren Larvenstadien 
(7 — 12 mm. lang) sehr häufig. 

Hat wohl auch Fieber vorgelegen, der sie zu seinem P. thoracicus stellte. 

Odontura Ramb. 

*57. O, stetioorJpha Fieh. { 0. pyrenaea Fhch. non Serv., spiyiulicauda 
Bris, non Kamb., cularitana Costa). — Die erste im Friililinge vollständig ent- 
wickelte Locustide! 

Da» cj ist ausgezeichnet durch lebhaft grasgrüne, bisweilen am Rücken 
dunkelgrüne Färbung, auf welcher sich die zwei bis drei weissen oder weiss- 
gelben Längsbänder scharf abheben. Das Seitnnband ist sehr constant, es be- 
ginnt hinter dem Auge und verläuft über Pronotnin, seitlichen Jtand der Klytra 
und Abdom<*n bis zur Hinterbtibsspitze. DaHK»'lb<i ist nach innen zu am Kopfe, 
Tronotura, namentlich aber am Abdomen mehr oder weniger breit pur])urroth 
jjesäamt, eine Farbe, die bisweilen das weissgelbe Band vollständig ersetzt. Das 
mittlere unpaare Band ist bald, und namentlich am Abdomen, sehr breit und 



Die Dermaptereu und Orthopteren Siciliens. 



15 



deutlich, bald sehr fein und fehlt au manchen Exemplaren vollständig. Es 
beginnt hinter dem Kopfgipfel als feine Linie, verläuft über das Pronotum, 
fehlt auf den Elytra, ist dagegen auf dem Abdomen mehr oder weniger ent- 
wickelt. Die Füsse sind meist grün, doch finden sich auch Exemplare, bei 
denen Schenkel und Tibien wenigstens an der Oberseite purpurn gefärbt sind. 

Die Q sind meist einfarbig grasgi-ün und nur hinter den Augen, am 
Pronotum und am Seitenrande der Elytra finden sich Andeutungen des Längs- 
bandes der cJ^. Selten sind gelbgiüne 9 beiderseitigem breiten, purpur- 
rothen Längsband, das hinter dem Auge beginnt und an der Hinterleibsspitze 
endigt. Antennen, Schenkel und Tibien sind in diesem Falle purpurn ange- 
haucht. Endlich finden sich noch einzelne Q, die insbesondere am Abdomen 
wie mit grauem Reife überzogen sind. 

Die Lamina subgenitalis des cf ist bei der Mehrzahl der Exemplare am 
verschmälerten Hinterraude rundlich ausgerandet, doch finden sich einzelne, bei 
denen sie scharf spitzwinkelig ausgeschnitten, oder aber, was jedoch sehr selten 
der Fall ist, andere, bei denen sie kaum leicht ausgerandet ist. Ihr Mittel- 
kiel ist meist deutlich der ganzen Länge nach entwickelt, seltener schwindet 
er fast vollständig. 

Durch diese Variabilität erklärt sich der von A. Costa^) gerügte Wider- 
spruch in den Beschreibungen Fischer's und Brunner's. Ersterer sagt näm- 
lich: „lamina subgenitalis — angulatim excisa — subtus non carinata", letzterer 
dagegen: „lamina subgenitalis — medio carinata, margine postico rotundato 
emarginato". Nichtsdestoweniger ist Fischer's 0. pyrenaea mit Brunner's 
stenoxipha sicher identisch, wie aus obiger Erörterung und daraus hervorgeht, 
dass Brunner's Originalexemplare, wenigstens zum Theile, ebenso wie die 
Fischer's, von Siracusa stammten. 

Sicilia (Fieber, Beliier), Siracusa (cT et Q mensibus Aprili et Majo) 
(Zeller bei Fischer), Messina, Siracusa (Brunner). 

Sie lebt ähnlich wie die Isophya-Aiten, mit denen sie namentlich auch 
im Habitus viel Uebereinstimmendes hat, auf Gras und krautartigen Pflanzen 
und ist in Folge ihrer langsamen Bewegungen leicht zu erhaschen. 

Taormina: Sehr häufig auf den mit üppigem Pflauzenwucbs bedeckten 
Abhängen um das griechische Theater, einzeln auch im Theater selbst auf den 
verschiedensten Gewächsen (L bis 3. Mai). Die Q trugen schon am 1. Mai 
häufig Spermatophoreu. Larven des letzten Stadiums waren nur noch vereinzelt 
vorhanden. Siracusa: Häufig auf Distelfeldern im Anapo-Thale und an den 
Abhängen der alten Neapolis (6. Mai). Baiestrate im „Bosco" (12. Mai). Moureale 
am Monte Castellaccio: Zahlreich auf Disteln an kurzgrasigen, steinigen Ab- 
hängen (14. Mai). 

Findet sich auch in Sardinien, von wo ich sie durch de Bormans erhielt. 
Costa,^) der sie daselbst schon in der zweiten Hälfte Aprils erwachsen auffand, 



•) Notizie ed osbervazioni salla Geo-Fauua Sarda, II, Kapoli, 1883, p. 88. 
») 1. c, p. 53 und 88. 



16 



Hermann Kraus k. 



bezeichnet sie mit dem neuen Namen 0. calaritana {= pyrenaea Fiscb. non 
Serv.), da er sie wegen ihrer am Hinterrande winkelig ausgeschnittenen, unten 
nicht gekielten Lamina suhgenitalis für verschieden von stenoxipha hielt. 

Acrometopa Fieb. 

*58. A» macropoda Burm. — Sicilia (Charpentier, Fieber, Beliier, 
Brunner). 

In den ersten Larvenstadien bei Messina, Terranova, Palermo von mir 
aufgefunden (Ende April, Anfangs Mai). 

JPhaneroptera Serv. 

*59. I*h* quadripunctata Brun. — Sicilia (Brunner). 
Bei Messina, Siracusa, Palermo in den ersten Larvenstadien (Ende April, 
Anfangs Mai). 

Tylopsis Fieb. 

*60. T. liliifolia Fab. — Sicilia (var. margineguttata) (Serville, Bel- 
iier), Siracusa (22. Juni) (Zelle r bei Fischer). 

In den ersten Larvenstadien bei Siracusa auf Brachfeldern im Distel- 
gestrüpp (Anfangs Mai), ebenso bei Baiestrate auf niedrigem Gebüsch (12. Mai). 

Meconema Serv. 

61. Jkf. brevipenne Yers. (M. meridionale Costa). — Sicilia (Costa, 1.). 

Xiphidium Serv. 

62. X. fuscum Fab. — Sicilia (Brunner). 

Larven dieser Art(?) in den Sümpfen des Anapo bei Siracusa von mir 
gefunden (5. Mai). 

63. A'. aethiopicmn Thunb. — Messina (Brunn er). 

Locusta de Geer. 

*64. L, viridisaima L. — Sicilia (Bei Ii er. Brunner). 
Messina: Am Monte Castellaccio Larven mittleren Alters (27. April). 
Balestrate: Im „Bosco*' Larven des letzten Stadiums (12. Mai). 

lihacocleis Fieb. 

65. Ith. discrepauH Fieb. — Sicilia (Fieber). 

66. Ith, aniuUata Fieb. {IHerolcpU Brisouti Yers.). — Sicilia (Fieber, 
Brunn er), Palermo ( Yers in, 2.), Catania (Brunner). 

Nach Bormans findet sie sich auch in Tunin und Algier. 

67. JC/i, itef/lecfa Costa. — Catania (Brunner). 

TImmtiOtrizon Fisch. 

68. 77a. (Ihabriiri Cliarp. — Sicilia (Hrunner). Ifielier gehört wohl 
auch Bri»out'« Y J'tcrolcpiH puftcti/'rofis Burm. bei Jieilicr. 



Dio Dermapteren und Orthopteren Siciliens. 



it 



*69. T//. femoraius Fieb. — Messina (Brunner). 

Auf bebuschten Bergabliängen hinter Messina Ende April in den ersten 
Larvenstadien (bis zur Länge von 8 mm.), desgleichen in der Umgebung von 
Siracusa Anfangs Mai. 

Platycleis Fieb. 

70. jP. grisea Fab. — Sicilia (Brunner). 

71. P. intermedia Serv. — Sicilia (Fieber, Brunner). 

72. JP. laticaiida Brun. — Messina (Brunn er). 

73. P. affinis Fieb. — Sicilia (Kraus s, 2.). 

Auf den bebuschten Hügeln zwischen Licata und Terranova und im „Bosco** 
bei Baiestrate fand ich Mitte Mai zahlreiche halberwachsene Platydeis-LsiTven, 
deren sichere Bestimmung unmöglich ist, die jedoch ihrer Grösse und Färbung 
nach entweder zu dieser Art oder zu intermedia gehören, 

74. jP. tessellata Charp. — Messina, Ostseite des Monte Castellaccio 
mit Decticus dlhifrons, Cäloptenus italicus in dürren Gräsern und Distelgestrüpp, 
Ende Juli, Anfangs August (Zeller, 1.). 

75. P. sepium Yers. — Sicilia (Brunner). 

Decticus Serv. 

76. D, alhifrons Fab. — Sicilia (Beliier), Messina (22. Juli) (D ubr ony), 
ibid., Ostseite des Monte Castellaccio Ende Juli, Anfangs August (Zeller, 1.). 

Ephippigera Latr. 

*77. E» sicilia Fieb. {E. maculataYeis.). — Sicilia (G rohmann [Mus. 
Caes. Vindob.], Fieber, Beliier), Palermo (Yersin, 2.), Monreale (Mann [Mus. 
Caes. Vindob.]), Messina, Siracusa (Brunner). 

In den ersten Larvenstadien (bis zu 10 mm. Länge) von mir bei Siracusa 
und auf dem Wege zwischen Licata und Terranova auf niedrigem Gebüsch (an 
letzterer Localität auf der Zwergpalme) aufgefunden (Anfangs Mai). 

78. E. crucigera Fieb. — Sicilia (Fieber). 

79. E. verticalis Fieb. — Sicilia (Fieber). 

Brunner zieht sie als fragliches Synonym zu .E^. prom'ncmZis Yers. von 
Hyeres. 

80. E, nigrojnarginata Lucas {E. dorsaZw Fieb.). — Sicilia (Fieber, 
Beliier), Messina (Brunner). 

Saga Charp. 

81. S, serrata F. — Sicilia (Mann, Zoolog. Hof- Mus. Wien!). 

Dolichopoda Bol. 

82. D, palpafa Sulz. — Sicilia (Charp entier, Fieber), Siracusa im 
„Orecchio di Dionisio" und in mehreren benachbarten Höhlen (Schiödte bei 
Fischer unter Rhaphidophora cavicola Koll.). 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Abh. 3 



18 



Hermann Krau 



Wurde von mir Anfangs Mai im unterirdischen alten Siracusa (nament- 
licti im „Ohr des Dionysios*', in den LatOmien und Katakomben) vergeblich 
gesucht und scheint daher erst in der spätem Jahreszeit aufzutreten. 

Gryllidae» 

Oecanthus Serv. 

83. Oe. pellucens Scop. — Sicilia (Costa, 1., Beliier), Siracusa (imago 
cf, 22. Jun.) (Zeller bei Fischer). 

Trigonidium Serv. 

*84. T. cicindeloides Serv. — Sicilia (Brunner). 

Siracusa: Am rechten Ufer des Anapo vor seiner Mündung ins Meer auf 
den Binsen (Juncus) um Brackwassertümpel von mir im ausgewachsenen Zu- 
stande angetroffen (5., 6. Mai). Bei der grossen Behendigkeit dieser kleinsten 
Grille unserer Fauna ist ihr Fang ein sehr schwieriger und noch am besten 
mittelst des Kötschers zu bewerkstelligen. 

Ein äusserst zarter, bestimmt von einer kleinen Grille herrührender 
Zirpton wurde von mir an denselben Stellen, wo Trigonidium vorkam, gehört; 
bei dem Fehlen eines Zirporganes bei diesem muss derselbe einer anderen, 
gleichfalls in Sümpfen lebenden Art, vielleicht dem Nemobius Heydeni Fisch, 
zugeschrieben werden, über dessen Vorkommen in Sicilien allerdings bis jetzt 
nichts bekannt ist. 

Gryllus L. 
*85. G. campestris L. — Sicilia (Costa, 1.). 

Diese im übrigen Italien, wie es scheint, häufige Art scheint in Sicilien 
zu den Seltenheiten zu gehören; ich traf sie nur bei Siracusa sehr vereinzelt 
in Ackerfeldern, wo sie Anfangs Mai gegen Abend zirpte. 

8G. 6r. bimaculatus de Geer. — Sicilia (mense Majo) (Zell er bei 
Fischer). 

*87. G, desertus Pallas (Cr. tristis Serv.). — Siracusa (9) (Zeller bei 
Fischer). 

Auf Ackerfeldern im Anapo-Thale bei Siracusa. Zirpt auch unter Tags 
(Anfangs Mai). 

*88. G, dotnesfjcus L. — Sicilia (Costa, 1.). 
In II.'luKftrn von Monreale zir])erid (Mitte Mai). 

*80. G, hitrdif/alensis Latr. — Sicilia (YerHin, I., Bellior), Siracusa 
(mense Mnjo, ^f, Q) (Zellf3r bei Fischer). 

Bei Terranova auf sumpfigen Stiillcn und :i,Tri ];;ui(io von Tümpeln in den 
Binseo im fertigen Zustande (8. Mai). 

Ji rachytryp e/t Serv. 

*UfK Ji. infgarvpJialuH Lefcbv. — Diese von Alexandre Lefobvro 
auf Sicili'-n rntd^-ckfo, unter dfin Nairion „Hiciliauischo Kiesoiigrillo" ailgoniein(!r 



Die Dermaptereu und Oitlioptereu Siciliens. 



19 



bekannte Art ist entschieden die merkwürdigste Grille Europas und verdient 
insbesondere bezüglich ihres Vorkommens und ihrer Lebensweise eingehendere 
Besprechung. Sie ist der Repräsentant einer hauptsächlich im tropischen Afrika 
und Asien weit verbreiteten Gattung, und ihre ursprüngliche Heimat ist Afrika, 
wo sie vom Norden (Tunis) bis zum Senegal gefunden wurde. 

In Sicilien lebt sie in verschiedenen Landesth eilen, ist aber, wie es scheint, 
in Folge ihrer unterirdischen Lebensweise hauptsächlich an Sandboden gebunden, 
in welchem sie ihre tiefen Höhlen mit Leichtigkeit anlegen kann. Sie ist ein 
entschiedenes Nachtthier, das den Tag über in seiner zwei bis drei Fuss tiefen 
Höhle zubringt und erst nach Sonnenuntergang an der Oberfläche erscheint. 

Ihre bleiche gelbe Färbung, sowie die Weichheit ihres Integuments be- 
stätigen diese Lebensweise. 

Lefebvre fand sie im April auf der „Val di Noto" genannten Südost- 
ecke der Insel, woselbst sie auf den sich zwischen Terranova und dem See 
Bevajo in der Richtung gegen Vittoria entlang der Küste erstreckenden Sand- 
hügeln lebt. Was er über Vorkommen, Lebensweise und Gesang sagt, ist das 
Ausführlichste und Beste, was wir hierüber wissen, und möge deshalb hier mit 
seinen eigenen Worten angeführt werden: 

„J'ai trouve' le male au mois d'avril — dans des buttes de sable — . II 
habite principalement sur le sommet de ces mamelons de sable, dans les places 
depourvues d'arbustes, indiffe'remment ä toutes les expositions, souvent jusqu'ä 
la profondeur de trois pieds: il se fait parfois reconnaitre par une espece de 
butte analogue ä celles qui indiquent le passage des taupes. Vers les quatre 
heures du soir, il se met ä chanter au bord de son trou; mais ce qui est tres- 
particulier dans cet insecte, c'est que sa stridulation au lieu d'etre interrompue 
comme celle du Gryllus cami^estris, produit pendant pres d'une demi-minute, 
un roulement continu et soutenu, tellement fort et sonore, qu'il est susceptible 
d'etre entendu ä pres d'un mille. Loin d'etre aussi craintif que ses analogues, 
il n'attend souvent que le moment oü on va le saisir, pour se cacher a l'in- 
stant, en creusant le sable avec beaucoup de promptitude au für et ä mesure 
qu'on le poursuit. Sa voracite est extreme, et la force de ses mandibules non 
moins etonnante. Souvent j'en ai laisse' plusieurs enfermes ensemble peu d'in- 
stants, et ils leur suffirent pour se devorer mutuellement; ils s'amputent alors 
presque toujours les cuisses d'un seul coup, les uns aux autres, bien que le 
volume de leurs mandibules ne puisse en embrasser souvent la circonference. 
Les autres habitudes de l'insecte m'ont echappe, je ne Tai jamais pris que dans 
l'apres-midi, jamais eloigne de sa demeure, mais presque toujours au bord de 
son trou, et le plus ordinairement tout au fond, et non sans assez de difficultds." 

Wie mir Herr A. de Bormans mitzutheilen die Güte hatte, ist ein 
weiterer Fundort Catania, wo sie von Ghiliani im April und Mai in kleinen, 
ausgetrockneten Cisternen in Gärten gefunden wurde, in die sie wohl nur zu- 
fällig gerathen sein kann. Pincitore-Marot fand sie auch im Centrum der 
Insel, und zwar auf Sandboden bei Terrasini (Caltauissetta), wie Targioni- 
Tozzetti mittheilt, ferner bei Palermo, wo sie den Weinpflanzungen und 

3* 



20 



Hermann Kraus b. 



Getreidefeldern sehr schädlich sein soll (Ann. Soc ent. France (5), T. IX, 1879, 
Bullet, p. 80). Giglioli traf sie auf der Sicilien benachbarten Insel Lipari 
(Targioui-Tozzetti). 

Bei meinem Aufenthalte in Sicilien war mir selbstverständlich viel daran 
gelegen, sie aufzufinden; dass dies zu Stande kam, verdanke ich Herrn Enrico 
Eagusa in Palermo, dem verdienstvollen Erforscher seines Heimatlandes, der 
mich auf den von ihm bei Baiestrate in West-Sicilien entdeckten Fundplatz 
aufmerksam machte, woselbst ich sie denn auch nach seiner Anweisung am 
12. Mai erlangte, lieber ihr Vorkommen in der Nähe von Palermo war ihm 
nichts bekannt. 

Sie lebt auf den um Baiestrate ^) entlang des Meeresufers sich weithin 
ausdehnenden, meist mit Weinpflanzungen bedeckten Sandhügeln, und findet sich 
besonders häufig in den einem kleinen „11 bosco" genannten Gehölz benach- 
barten Weingärten, doch auch in dem aus einzeln stehenden Cypresseu, Kork- 
und Steineichen und einem Unterholze von (7^s^ws- Sträuchern, Pistacien, Zwerg- 
palmen etc. bestehenden Gehölze selbst. 

Den Einwohnern von Baiestrate ist das Insect namentlich in Folge seines 
lauten nächtlichen Zirpens wohlbekannt, und als ich einige Weinbauern nach 
den „grilli grandi cantanti", die sie auch „cigale" nennen, fragte, wiesen sie 
sofort nach den Weinbergen. Wir machten uns alsbald mit Hacken versehen 
dahin auf, und nicht lange währte es, bis wir vor den Mündungen der ersten 
Grillenhöhlen standen. Dieselben sind bald offen, bald mit einem kleinen Sand- 
hügel bedeckt, haben einen Durchmesser von etwa 3 cm. und verlaufen meist 
schräg einwärts bis zu einer Tiefe von 2—3 Fuss. Da sich keine Grille blicken 
Hess, so begann die Grabarbeit, die bei der Tiefe, bis zu welcher gegraben werden 
musste, nicht wenig anstrengend war. Häufig war die Mühe umsonst, wenn 
leere Höhlen in Angriff' genommen waren, doch ab und zu trafen wir auf be- 
wohnte, an deren Grunde dann die sich fortwährend noch tiefer eingrabende 
Grille erhascht wurde. Das Resultat des Tages war ein Dutzend ausgewachsener, 
meist 9 Riesengrillen, so dass Mühe und Arbeit denn doch einigermassen be- 
lohnt waren. 

Am folgenden Tage erhielt ich durch einen meiner Führer noch eine 
Anzahl lebender die er in der Nacht bei Laternenschein angeblich dadurch 
gefangen hatte, dass er ein ausgegrabenes, an einen Faden gebundenes 9 in 
die Höhle des bis auf den Grund einkrieclien liess, dasselbe sodann am Faden 
wieder herauszog, worauf dann das (j^ sofort zur Oberlläclie nachfolgte! 

Wie mir ineine Fiilirer versicherten, kommt die (Jrille nie vor Sonnen- 
untergang zum Vorrichein, und das beginnt seinen Gesang, vor der Höhle 
«itzend, ernt bei Nacht. Trotzdcün ich bis nach Sonnenuntergang auf deji Fund- 
plätzen verweilte, hörte ich nirgends das Zirpen, und erst auf der nächtlichen 
Rückfahrt vernahm ich es vom liahnziige aus noch aus weiter Ferne. 

•) Kifi kl«in'ir Ort, am Oolf« yori CantfllliMnivr« uii.l an <ler wnHt-HiciliiiniHclioii KiHonbaliu 
g«l«K«D, der von i'aUrmo mit der Uaho iu etwa 2'/» Utuiideu zn erroicUou iut. 



Die Dermapteren und Orthopteren Siciliens. 



21 



Im Graben ist unsere Grille, trotzdem ihr Grabfüsse fehlen, fast so ge- 
schickt wie die Maulwurfsgrille, mit der sie durch ihre Lebensweise manche 
Aehnlichkeit hat, und wenn man sie auf sandigen Boden setzt, so gräbt sie 
sich in einigen Augenblicken ein. 

üeber ihre Nahrung konnte ich nichts in Erfahrung bringen, auch die 
Untersuchung des Verdauungsrohres einiger Exemplare hatte ein negatives Ee- 
sultat, indem ich dasselbe ganz leer fand. Ihr nächster, im tropischen Afrika 
zum Theile mit ihr zugleich vorkommender Verwandter B. memhranaceus Drury 
nährt sich nach Afzelius, der ihn in Guinea (Freetown) beobachtete, von 
Pflanzen aller Art, namentlich aber von zarteren Gewächsen, soll aber auch 
animale Kost nicht verschmähen und namentlich grosse Ameisen gerne fressen. 

Bei Terranova, das ich am 8. Mai von Licata aus besuchte, fand ich zwar 
auf den von Lefebvre erwähnten Sandhügeln die Grillenhöhlen, bekam aber, 
obgleich ich bis nach Sonnenuntergang auf dem Platze blieb, keine Grille zu 
Gesicht und konnte auch in Folge mangelnden Grabwerkzeuges keiner habhaft 
werden. Nicht einmal das Zirpen hörte ich daselbst, das ja nach Lefebvre 
schon um vier Uhr Nachmittags beginnen soll. 

Nach Bonnet und Finot zirpt sie im Süden von Tunis ebenfalls nie 
vor Dunkelheit und zeigt sich dann mitunter auch fliegend. Dieselben geben 
ferner an, dass nur die mit einem kleinen Sandhügel bedeckten Grillenhöhlen 
daselbst bewohnt sind, während die ofi'enen immer leer gefunden wurden, was 
mit meinen Beobachtungen nicht übereinstimmt. 

Die von mir gesammelten Exemplare sind, was ihre Färbung betrifft, 
vollkommen mit einander übereinstimmend, ihre Dimensionen dagegen variiren 
und ergeben folgende Zahlen: 

9 

Long, corporis .... 37—40 mm. 36—41 mm. 



„ pronoti . . 

„ elytrorum 

„ femorum post. 

„ ovipositoris . 

Lat. capitis . . . 



5- 6 ^ 5—6 
28—30 „ 29—31 
20—21 „ 19-21 
3— 4 

13—14-5 „ 12—14 



Gryllomorplia Fieb. 

91. €r. dahnatitia Ocsk. {Gryllus apterus Costa). — Sicilia (Costa, 1.). 

MyrmecopJiila Latr. 

92. M. ochracea Fisch. — Siracusa (cf , 9 > 23. Mai) (Z eil er bei Pis eher). 
Leider hat Zell er über ihr Vorkommen nichts angegeben, ja nicht einmal 

die Ameiseuart genannt, mit der sie zusammen lebt, so dass es mir während 
meines Aufenthaltes daselbst Anfangs Mai trotz eifrigen Suchens in den so 
zahlreichen Ameisennestern nicht gelungen ist, das Thierchen wieder aufzufinden. 
Für künftige Sammler füge ich bei, dass Zell er, wie ich aus seinen „Bemer- 
kungen über die auf einer Reise nach Italien und Sicilien beobachteten Schmet- 



22 



Hermann Krauss. Die Derinaptereu und Orthopteren Siciliene. 



terlingsarteu" in Okeu's Isis, Jahrg. 1847, entnehme, am 23. Mai den ganzen 
Tag über auf den Abhängen der alten Neapolis, namentlich beim Amphitheater 
sammelte, wie er bei Leucania flava, Botys Bruguieralis, B. fulvalis, Choreutis 
stellaris, Epischnia illotella, Pterophorus acanthodactylus , Pt. marginellus 
erwähnt. Nur Nymphula interpunctalis sammelte er an diesem Tage an den 
Kändern der nahen Syracasümpfe. Ohne Zweifel ist daher unsere Grille in der 
Gegend der Neapolis zu suchen. 

Mogoplistes Serv. 

93. hmmneits Serv. {M. marginatus Costa). — Sicilia (Costa, 1.), 
Siracusa (ö^, 9, 23. Mai) (Zeller bei Fischer). 

Gryllotalpa Latr. 

*94. G, vulgaris Latr. — Sicilia (Costa, 1., Fischer, Brunner). 

Findet sich in Sicilien in der Form mit abgekürzten Flugorganen 
{G. cophta de Haan, G. sicula Charp. in litt.). Sie ist in Gärten häufig, in 
welchen sie sich gegen Abend durch ihr Zirpen bemerkbar macht. Messina, 
Monreale. 



23 



Neue Beiträge zur Kenntniss der Phytoptoeeeidien. 

Von 

Dr. Franz Low in Wien. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 1. December 1886.) 



Sowie in allen meinen bisherigen Publicationen über Phytoptoeeeidien 
habe ich auch in der vorliegenden zwei Zwecke im Auge gehabt, nämlich einer- 
seits, unser Wissen über diese Missbildungen überhaupt zu erweitern, und 
andererseits, Beiträge zu einer genaueren Kenntniss der in Oesterreich vor- 
kommenden Milbengallen zu liefern. Diesem doppelten Zwecke entsprechend 
werden daher im Nachstehenden neue Phytoptoeeeidien beschrieben, von einigen 
schon bekannten neue Substrate namhaft gemacht, für Oesterreich neue 
Milbengallen bekanntgegeben und theils ergänzende, theils berichtigende Be- 
merkungen über einige schon beschriebene Phytoptoeeeidien mitgetheilt. 

Die in dieser Abhandlung besprochenen Deformationen habe ich theils 
selbst gesammelt, theils durch die Güte der Herren Dr. G. Beck, H. Braun, 
G. V. Haimhoffen, Ad. Handlirseh, M. Müllner und Dr. R. v. Wettstein 
erhalten. Diesen sowohl, als auch den Herren Prof. A. v. Kern er und Dr. E. v. 
Haläcsy, welche mir erlaubten, ihre i2w&ws-Sammlungen durchzusehen, spreche 
ich hiermit für ihre Freundlichkeit meinen^wärmsten Dank aus. 

Des leichteren Auffindens wegen habe ich, sowie in meinen früheren 
Schriften über Phytoptoeeeidien, auch in dieser das Materiale nach der alpha- 
betischen Reihenfolge der Pflanzennamen angeordnet, 

I. Neue Phytoptoeeeidien. 

Carum Carvi Lin. 

a. Vergrünung der Blüthen. — Bei dieser Deformation sind alle 
Blüthenorgane in mehr oder weniger breite, verschieden gestaltete, theils ganze, 
theils zerschlitzte, blattartige Gebilde umgewandelt, welche eine blassgrüne oder 
weissliehe, hie und da auch eine sehmutzigröthliche Farbe haben und ohne alle 



24 



Franz Low. 



Behaarung sind. Meistens sind sie in verschiedener Weise verbogen, zusammen- 
gekrümmt und zuweilen auch gedreht. In der Regel haben die meisten dieser 
blattartig gewordenen Blüthenorgane ein blumenblattartiges Aussehen, daher 
auch die vergrünten Blüthen gewöhnlich eine grünlichweisse Farbe zeigen. 
Da bei dieser Deformation nicht selten auch die secundären Doldenstrahlen 
(die eigentlichen Blüthenstiele) sehr verkürzt sind, so werden die vergrünten 
Blüthen in diesem Falle zu mehr oder weniger dichten Knäueln zusammen- 
gedrängt, welche an der Spitze der nicht verkürzten, primären Doldenstrahlen zu 
sitzen scheinen. In der Mehrzahl der Fälle sind alle «Blüthen einer Dolde in der 
eben beschriebenen Weise vergrünt, viel seltener ergreift diese Missbildung nur die 
Blüthen eines oder einiger weniger Döldchen. Die Vergrünung der Blüthen von 
Carum Carvi L. kommt entweder für sich allein an einer Pflanze vor, oder sie 
ist von der im Nachstehenden beschriebenen Deformation der Blätter begleitet. 
Sie ist sehr verschieden von der Blüthenvergrünung von Daucus Carota L. und 
Toriiis Anthriscus Gmel., in geringerem Grade unterscheidet sie sich von der 
von Orlaya grandiflora HoiFm., noch weniger Verschiedenheit zeigt sie von der 
von Seseli hippojnarathrum L., grosse Aehnlichkeit hat sie mit der von Trinia 
vulgaris DC. und am meisten stimmt sie mit der weiter unten beschriebenen 
Chloranthie von Seseli osseum Crz. überein. 

h. Deformation der Blätter. — Diese besteht darin, dass die im 
normalen Zustande linealen Fiederschnitte der Blätter sich verbreitern, kürzer 
und dicker werden, sich nach oben zusammenkrümmen und eine blassgrüne oder 
grünlichgelbe Färbung annehmen, welche oft hie und da eine trübpurpurrothe 
Streifung zeigt. Wenn diese Deformation in geringerem Grade auftritt, dann 
werden gewöhnlicli die Fiederschnitte dritter Ordnung an der Spitze eines Blattes 
in der bescliriebenen Weise verändert. Befällt sie aber sämmtliche Abschnitte 
eines Fieders erster Ordnung, so wird dieser so bedeutend verkürzt, dass er zu 
einem an der Seite der Hauptspindel des Blattes sitzenden lockeren, aus gelb- 
lichgrünen, verschieden gestalteten und aufwärts gekrümmten Fiederschnitten 
bestehenden Knäuel zusammengedrängt wird. Wenn jedoch ein ganzes Blatt 
von dieser Missbildung ergrilTen wird, dann wird dasselbe bedeutend kürzer und 
schmäler als ein normales, indem sich niclit nur alle secundären, sondern auch 
die Hauptachse desselben sehr verkürzen und letztere oft auf den vierten, ja 
sogar auf den fünften Theil der Länge eines unveränderten Blattes reducirt 
wird. An dieser Hauptachse sitzen dann zu beiden Seiten, in Folge der Ver- 
kürzung der secundären Achsen, verschieden grosse lockere, aus den raissbildeten 
Fiedersclinitten gebildete Knäuel eng aneinander. Das Aussehen solcher in 
ihrer Totalität deforniirter Blätter ist bis zur völligen Unkenntliclikoit derselben 
veränd'Tt. Kin eigenthümliclics Aussehen bekommen durcli diese Deformation 
jene Blätter, welche an den oberen Theilon des Stengels oder dicht unter den 
BlüthenHtiinden sitzen, und deren Blattstiel in seiner ganzen Länge scheidon- 
förmig iHt. Bei diesen Blättern sitzt dann an (l(!r Sjtitze der Scheide ein grösserer 
oder kb'inffpr, rnndliclifr odor längliclier, oder unregehnässiger, rnolir oder 
wenigfT dicliter, ans s<'lir kurzen und «ehr verschieden gnsialteten, blattartigen 



Neue Beiträge zur Kenntniss der Phytoptocecidien. 



25 



Gebilden bestehender Knäuel. Ausserdem kann man auf der inneren Fläche 
solcher scheidenförmiger Blattstiele meistens auch noch eine Wucherung von 
kleinen, gelblich grünen, kahlen, warzen-, Zäpfchen- oder blättchenförmigen Aus- 
wüchsen bemerken, welche, meist zu kleinen Knäueln gruppirt, diese Innenfläche 
entweder in ihrer ganzen Ausdehnung oder nur stellenweise bedecken. Alle 
diese veränderten Blätter oder Blatttheile zeigen keine abnorme Behaarung, 
sondern sind kahl wie die ganze Pflanze. Ich habe diese Blattdeformation stets 
nur an solchen Exemplaren von Carum Carvi L. angetrofl'en, welche auch mit 
der oben beschriebenen Vergrünung der Blüthen behaftet waren. 

Ich fand diese beiden Phytoptocecidien Mitte Juni im botanischen Uni- 
versitätsgarten zu Wien. 

Fraxinus excelsior Lin. 

Kevolutive Kollung des Blattrandes. — Die durch diese Blatt- 
randroUung gebildete Eolle besteht aus anderthab Umgängen, ist sehr schmal, sehr 
fest und meist etwas wellig, so dass der eingerollte Blattrand oft sehr zierlich 
gekräuselt erscheint. Die innere von der unteren Blattfläche gebildete Wandung 
der Kolle ist glatt und glänzend, während ihre äussere Oberfläche etwas rauh 
ist. Der eingerollte Theil der Blattlamina unterscheidet sich sowohl hinsicht- 
lich seiner Farbe als auch seiner Constanz nur wenig von dem normal ge- 
bliebenen Theile derselben; höchstens zeigt die Randrolle hie und da eine 
gelblichgrüne Färbung. Diese Rollung folgt auch oft ganz genau den Contouren der 
einzelnen Zähne des Blattrandes, so dass die meisten Zähne eines eingerollten 
Blattrandes an ihrer Unterseite zwei sehr schmale Rollen erkennen lassen, welche 
an der Spitze des Zahnes unter einem sehr spitzen Winkel zusammenstossen. 
Selten sind sämmtliche Ränder aller Fiederblättchen eines Eschenblattes in der 
beschriebenen Weise deformirt, viel häufiger betriä'c diese Missbildung blos ein- 
zelne Fiedern oder Fiederpaare und noch weit häufiger ist an einigen Fieder- 
blättchen nur der Rand einer Seite gerollt. Selbstverständlich erscheinen solche 
Fiederblättchen, an welchen beide Seitenränder nach unten gerollt sind, viel 
schmäler als die normalen. Die in diesen BlattraudroUen lebenden Gallmilben 
sind von weisslicher Farbe. 

Ich habe dieses Phytoptocecidium am 25. Mai d. J. in dem alten Parke 
des Schlosses Liechtenstein bei Brunn am Gebirge in Niederösterreich an einer 
sehr hohen und sehr alten Esche gefunden, an welcher es in sehr grosser Menge, 
jedoch vorzugsweise an den Blättern der mehr beschatteten Aeste und Zweige 
zu bemerken war. Ausser dieser Blattrandrollung war auf dem ganzen Baume 
kein anderes Phytoptocecidium zu sehen, während auf anderen Eschenbäumen des 
genannten Parkes die bekannten Blattgallen in grosser Menge zu finden waren. 

Qalium horeale Lin. 



Trichom auf Blättern und Stengeln. — Diese Deformation be- 
steht in der Bildung eines ziemlich dichten, dem freien Auge blassbräunlich 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Alli. 4 



26 



Franz Low. 



erscheinenden Tricbomes, welches sowohl an der Ober- als auch an der Unter- 
seite der Blätter und gewöhnlich auch an den Stengeln zum Vorscheine komnat. 
Die diesen Haarfilz constituirenden Elemente sind haar- oder borstenförmige 
Auswüchse der Epidermis von verschiedener Grösse, Gestalt und Färbung. Die 
meisten sind cylindrisch, einige keulenförmig, wieder andere wurm- oder wohl 
auch zitzenförmig. Weitaus die Mehrzahl derselben ist an ihrem freien Ende 
abgerundet, einige von ihnen endigen in ein kürzeres oder längeres Spitzchen 
und hie und da bemerkt man auch solche, welche ein knopffürmiges Ende 
haben und dadurch einige Aehnlichkeit mit einem Drüsenhaare zeigen. Diese 
letzteren sind auch gewöhnlich au der Spitze etwas gebogen. Alle diese Excre- 
scenzen sind hyalin; die meisten derselben sind farblos, einige haben eine blass- 
gelbe oder blassbräunliche Färbung, und hie und da kann man auch solche 
bemerken, welche eine prachtvolle Amethystfarbe zeigen. Hinsichtlich ihrer 
Grösse sind sie sehr verschieden, die meisten haben eine Länge, welche das 
Vier- bis Sechsfache ihrer Breite ist, während andere sich nur wenig über die 
Epidermisfläche erheben. Die längsten von denen, welche ich gemessen habe, 
haben eine Länge von 0*6 mm. 

In der Regel werden die Blätter der drei bis fünf obersten Wirtel der 
Seitentriebe, weitaus seltener der Endtriebe von dieser Trichombildnng befallen. 
Bei den leichteren Graden der Infection bildet das Trichom einen schmäleren 
oder breiteren Längsstreifen auf der oberen oder unteren Seite der Blätter, so 
dass die Seitenränder und die Spitze derselben in grösserer oder geringerer 
Ausdehnung von dem Haarfilze frei bleiben. Erreicht die Missbildung einen 
höheren Grad, so wird die ganze obere Blattfläche, bei einem noch höheren auch 
noch die ganze untere Seite der Blätter und bei den höchsten Graden der In- 
fection werden auch die zwischen den deformirten Blattwirteln liegenden Stengel- 
glieder entweder nur streifenweise oder selbst auch in ihrem ganzen Umfange 
von dem blassbräunlichen Haarfilze dicht bedeckt. Diese Internodien sind zu- 
gleich auch merklich verkürzt. Die Infection nimmt gegen die Triebspitze hin 
an Intensität zu, so dass die Blätter des obersten Wirteis und das unmittelbar 
'larunter befindliche Stengelglied in der grössten Ausdehnung von dem Trichorae 
b»*dfckt sind. Diejenigen Blätt(;r, welche diese Ilaarfilzbildung in sehr hohem 
Grade zeigen, sind auffallend kleiner als die übrigen. Sie sind nicht nur 
schmäler, sondern auch viel kürzer als diese, an der Spitze stumpf abgerundet 
und liaben in der Regel eine mattgrüne, manchmal auch eine schmutzig pur- 
purrothe Farbe. Sehr häufig sind die Ränder der mit domTrichome auf ihrer oberen 
Fliiclift b<'dockten Blätter aufwärts gebogen; nicht selten kommt diese Erscheinung 
al)er auch bei solchen Blättern vor, welche auf l)eiden S(M'tcn mit dem Trichonic 
bedeckt sind, und solche Blätter bekommen zuweilen eine kahnförmige Gestalt, 
indem sie hIcIi auch i»i ihrer Längsachse aufwärts krümmen. Manchmal wird 
auch der Bli'ithenHtand von den Gallmilben befallen. In diesem Falle sind auch 
di<' Horlib]ätt«'r, alle Verzweigungen <ler Inflorescenz, die Blüthensti(de und selbst 
nufli die FrurlitkriotfMi in grJiMsfircr odfir geringerer Ausdrdinuiig mit d(!in 'I'ri- 
chom*« bedeckt. Hei den von dieser Deffirrnation befallenen IMIan/.en kommen 



Neue Beiträge zur Kenntniss der Phytoptocecidien. 



27 



nicht selten auch an einzelnen, tiefer am Stengel stehenden Blättern, und zwar 
sowohl auf der oberen, als auch auf der unteren Fläche derselben, kleinere 
liasen dieses blassbräunlichen Trichomes vor, welche entweder in Form eines 
kleinen rundlichen Fleckens au der Basis des Blattes oder eines schmalen und 
meist auch kurzen, zwischen zwei Längsnerven liegenden Streifens auftreten. 

Ich habe dieses Phytoptocecidium Mitte Juli in grösserer Menge auf einer 
Waldblösse eines Berges bei Seebensteiu in Niederösterreich gefunden. Es ist 
auch in F. V. T hürnen 's Herbarium mycologicum oeconomicum, Supplemen- 
tum I, enthalten, und zwar gesammelt von N. Martianoff bei Minussinsk in 
Sibirien. Aber das daselbst unter Nr. 74 vorhandene Stengelstück von Galium 
horeale L., an welchem sich zwei Blattwirtel befinden, vermag nur eine sehr 
schwache Vorstellung von diesem Cecidium zu geben, indem ein paar Blätter 
dieser Wirtel nur auf einem schmalen Längsstreifen ihrer Unterseite ein wenig 
auffälliges, sehr lockeres, weissliches Trichom tragen, aber nicht die geringste 
Spur einer ßandrollung oder einer sonstigen Veränderung zeigen. 

Galium silvaticum Lin. 

Vergrünung der Blüthen mit Eeduction der Inflorescenz. 
— Bei dieser Galium-XYt kommt eine Form der Vergrünung vor, welche man 
eigentlich als eine Triebspitzen-Deformation bezeichnen könnte und welche sich 
in auffallender Weise von jener Blüthenvergrünung unterscheidet, welche ich in 
den Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, Bd. XXV, 1875, p. 626—627 
beschrieben habe. Während nämlich bei dieser letzteren der ganze Blüthenstaud 
mit allen seinen Blüthen vollständig entwickelt ist, diese deutlich in allen ihren 
Theilen vergrünt sind, und selbst die Verzweigungen letzter Ordnung der In- 
florescenz kaum merkbare Verkürzungen wahrnehmen lassen, so dass bei ober- 
flächlicher Betrachtung der ganze Blüthenstaud keine sehr auffällige Veränderung 
zeigt und die Deformation daher leicht übersehen werden kann, ist bei der nun 
zu beschreibenden Missbildung die Inflorescenz entweder fast gar nicht oder 
höchstens in ihren Hauptästen vorhanden, und an Stelle der weiteren Verzwei- 
gungen des Blüthenstandes und der Blüthen entwickeln sich aus jenen Haupt- 
ästen nur einige kurze Achsen, welche an ihrer Spitze aus vielen, sehr kleinen 
Blättchen bestehende Rosetten tragen. Der Hauptcharakter dieses Cecidiums 
besteht also in einer Eeduction der Inflorescenz, welche in sehr verschiedenem 
Grade vorhanden sein kann. Bei den höchsten Graden dieser Eeduction treibt 
der sonst normal beblätterte Stengel, dessen oberste luternodien etwas verkürzt 
sind, nahe seiner Spitze einen bis drei sehr kurze und dünne Zweige, deren 
jeder sowie er selbst mit einer Blättchenrosette gekrönt ist. Bei den geringsten 
Graden der Blüthenstand-Eeduction theilt sich der Stengel in zwei Hauptäste, 
welche sich dann noch ein- oder zweimal dichotom verzweigen, und die aus 
dieser Verästelung hervorgehenden Achsen entwickeln nahe ihrer Spitze einige 
wenige, sehr kurze Aestchen und tragen so wie diese an ihrer Spitze je eine 
Blättchenrosette. Zwischen diesen zwei Extremen zeigt die Eeduction der 

4* 



28 



Franz Low. 



Inflorescenz verschiedene Abstufungen, welche alle auch noch das mit einander 
gemein haben, dass alle vorhandenen Blüthenstands- Achsen an jeder ihrer Ver- 
zweigungen einen sechszähligen Blätterquirl tragen, welche Quirle gegen die 
Spitzen der Achsen hin immer kleiner werden. Die mehrfach erwähnten Rosetten 
sind sehr klein und die Blättchen, aus welchen sie zusammengesetzt sind, haben 
eine breiteiförraige Gestalt, sind an der Basis sehr breit, endigen in eine lange, 
feine Spitze und haben eine theils trübgrüne, theils trübpurpurrothe Färbung, 
welche letztere gewöhnlich auch die Spitzen der Blätter der obersten (kleinsten) 
Wirtel zeigen. Während die bereits bekannte Blüthenvergrünung von Galium 
silvaticum L. sehr häufig von einer BlattrandroUung begleitet ist, konnte bei 
der eben beschriebenen an den Blättern keinerlei durch Gallmilben verursachte 
Veränderung wahrgenommen werden. 

Dieses Phytoptocecidium wurde von Herrn M. Müllner Anfangs Juni im 
Brunuthale bei Baden in Niederösterreich gefunden. 

Ich habe dieses Cecidium als ein neues beschrieben, weil ich nicht im 
Stande war. zu entscheiden, ob jene Autoren (Thomas, Schlechtendal, 
Kieffer), welche in ihren Schriften Mittheilungen über Vergrünungen von 
Galium silvaticum L. gemacht haben, die von mir im Jahre 1875 (1. c.) be- 
schriebene oder die im Vorstehenden geschilderte Vergrünung gemeint haben. 
Dass ich unter diesen Autoren nicht auch C. Am er Ii ng genannt habe, hat 
seinen Grund darin, dass das von diesem (Ceutralbl. f. d. ges. Landescult. Prag, 
1862, Nr. 22, p. 173 und Gesammelte Aufsätze etc. Prag, 1868, p. 175—176) 
besprochene Phytoptocecidium von Galium silvaticum. L. keine Blüthenver- 
grünung ist, sondern in einer Rollung, Faltung und Drehung der Blätter be- 
steht. Zum Belege für die Richtigkeit meiner Ansicht lasse ich hier Amerling's 
an beiden angeführten Orten gleichlautende, kurze Beschreibung dieser Miss- 
bildung wörtlich folgen: „In vielen Wäldern, namentlich aber in denen von 
Krtsch findet sich das Waldlabkraut (Galium silvaticum), doch meist verkümmert 
in einem siechen Zustande, einer blossen, nie zur Blüthe kommenden Vegetation, 
und zwar wegen der sehr häufigen Milbeucolonien, welche in jedem zusammen- 
gezogenen und hiedurch zusammengek]aj)pten und verkrümmten Wirtelblättchen 
ihr Obdadi finden. Die sonst so schön regeloaässig wirtelig in Blättern und 
Blüthen dastehende Rubiacee sieht ganz verkrümmt und verzerrt, kaum zum 
Erkennen aus." Es wären demnacli in den phytoptocecidiologischen Schriften 
die A merli n g'schen Citate bei der Bliitlienvergrünung von Galium silvaticum L. 
zu htreichen und nur bei der lilattdcformation dieser Pflanze anzuführen. 

Jff/prricum inonlnii/u lu Lin. 

Kiin/<')iing lind rnvolutivo Rollung der Blätter. — Die durch 
Gallmilbt'n df-fonnirtcii lUätt^'r dioHcr l'flanzf* wind sehr stark und ganz unregel- 
maHhig g»'run/,«'lt und gffailet und zugleich mit ihren gleicljfjillH gerunzelten 
Rändern nach unten uHig<'K(;)iIagen und theilwolHe auch eingerollt, wodurch sie 
Bchiriäler erscheinen als di'- nicht inficii ten liiätt«^r und, von oben gesehen, eine 



Neue Beiträge zur Kenntniss der Phytoptocecidien. 



29 



sehr verschiedene und sehr unregelmässige Gestalt haben. Die in der beschrie- 
benen Weise missbildeten Blätter sind in Bezug auf ihre Consistenz von den 
normalen Blättern nicht verschieden, sie stehen auch so wie diese horizontal 
am Stengel, sind kahl wie die ganze Pflanze und unterscheiden sich auch hin- 
sichtlich der Farbe nur wenig von den übrigen Blättern, indem ihr Grün höchstens 
etwas dunkler erscheint. Diese Missbildung betriff'fc stets nur die drei bis fünf 
obersten Blattpaare an den nicht blühenden Stengeln, von denen gewöhnlich 
das unterste Paar oder die zwei untersten Paare von den Gallmilben in ge- 
ringerem Grade inficirt sind als die oberen. An diesen weniger deformirten 
Blättern ist oft nur die Basis verrunzelt und blos der Basaltheil des einen oder 
beider Seitenränder nach unten umgeschlagen, während die Blätter der obersten 
Paare die Runzelung und Krümmung in ihrer Totalität zeigen. Es kommt aber 
weder die Runzelung, noch die Krümmung der Blätter für sich allein vor, denn 
selbst bei den leichtesten Graden der Runzelung ist auch stets eine Krümmung 
des Blattrandes nach unten zu bemerken. Die dieses Cecidium erzeugenden 
Gallmilben sind ziemlich gross, haben eine schmutzigweisse Farbe und finden 
sich in grosser Menge in den Vertiefungen zwischen den Runzeln, sowohl auf 
der oberen, als namentlich an der unteren Blattseite. Zu der Zeit, in welcher 
ich diese Milbengalle auffand (6. Juli), konnte man grössere und noch zahl- 
reichere kleinere (junge) Phytoptus auf den deformirten Blättern bemerken. 

Ich habe dieses Phytoptocecidium in nur sehr wenigen Exemplaren im 
Walde auf dem Schlossberge bei Seebenstein in Niederösterreich gefunden. 

Pulicaria dysenterica Lin. 

Triebspitzen-Deformation mit Vergrünung. — Bei dieser Defor- 
mation sind sowohl die end- als auch die seitenständigen Triebe, welche im 
normalen Zustande die Blüthenköpfchen tragen, ein wenig verkürzt, etwas ver- 
dickt, viel dichter behaart als bei normaler Entwicklung, mit wenigen kleinen 
Blättern besetzt und an Stelle des Blüthenköpfchens mit einem kleinen Blätter- 
schöpfchen gekrönt, welches sehr viel kleiner als ein normales Blüthenköpfchen 
und augenscheinlich aus der Vergrünung eines solchen hervorgegangen ist. Die 
abnorme Behaarung, welche nicht nur die Achsen, sondern auch die Blätter der 
missbildeten Triebe überzieht, ist wollig-zottig, von weisser Farbe und nimmt 
gegen die Spitze der Triebe allmälig an Länge und Dichte zu. Die Blättchen, 
welche sich an diesen befinden, sind schmal oval, sitzend, an der Basis herzförmig 
und den Stengel halb umfassend. Sie werden gegen die Spitze des Triebes hin 
allmälig kleiner und näher an einander gerückt. Die an den Spitzen dieser 
deformirten Achsen sitzenden Blätterschöpfchen sind sehr klein und bestehen 
aus sehr kurzen, dicht wollig-zottig behaarten, blattartigen Gebilden, von denen 
nur die äusseren etwas breiter, die inneren jedoch sehr schmal und meist fäd- 
lich sind. An den zwei von dieser Missbilduug ergriffenen Exemplaren von 
Fulicaria dysenterica L., welche ich zu untersuchen Gelegenheit hatte, sind 
ausnahmslos alle Triebe in der beschriebenen Weise deformirt, ferner sind alle 



30 



Franz Low. 



an diesen Pflanzen befindlichen Blätter mannigfach verbogen, gefaltet und 
dadurch verunstaltet und die Pflanzen selbst verhältnissmässig kleiner als normal 
entwickelte Individuen. Sie bekommen in Folge aller dieser Abnormitäten ein 
sehr verändertes und leicht auffälliges Aussehen. 

Dieses Pbytoptocecidium wurde von Herrn G. v. Haimhoffen Mitte 
August im Walde am Fasse des Kräuterberges bei Jaiuzen nächst Ischl gefunden. 
Es scheint sehr selten zu sein, da es Herrn v. Haimhoffen trotz alles Nach- 
forscheus nicht gelang, mehr als zwei mit demselben behaftete Exemplare von 
Piilicaria dysenterica L. zu finden. 

Seseli osseam Crz, (= S. glaucum Jacq.). 

Vergrüuung der Blüthen. — Bei dieser Vergrünung, welche, wie 
schon bemerkt, mit der oben (p. 23) beschriebenen Blütheuvergrünuug von 
Carum Carvi L. die grösste Aehnlichkeit hat, sind die einzelnen Blüthenorgaue 
in verschieden gestaltete, entweder lineare oder keilförmige, ungetheilte oder 
an der Spitze dreizähnige, oder ganz unregelmässig zerschlitzte, etwas verdickte, 
gekrümmte und meist auch gedrehte und völlig unbehaarte, blattartige Gebilde 
umgewandelt. Diejenigen dieser Gebilde, welche aus den Blumenblättern her- 
vorgegangen sind, zeigen eine weissliche oder grünlichweisse Färbung, während 
die übrigen eine blass- oder gelblichgrüne, oder auch eine schmutzigröthliche 
Farbe haben. Die vergrünten Theile einer und derselben Blüthe sind zu je 
einem mehr oder weniger dichten Knäuel zusammengekrümmt. Zuweilen sind 
auch die Blätter der Hüllchen in diesen Umwandlungsprocess einbezogen, diese 
sind dann verdickt, verbreitert, keilförmig und zerschlitzt. Gewöhnlich sind alle 
oder docli die meisten Blüthen einer Dolde, seltener nur einzelne Döldchen oder 
gar nur einige Blüthen von dieser Missbildung befallen. Im ersteren Falle sind 
die Dolden viel grösser als diejenigen, welche nur normale Blüthen tragen, indem 
die primären und in geringerem Grade auch die secundären Doldenstralilen 
nicht nur zahlreicher, sondern auch länger sind als in den normalen Blüthen- 
fttäiiden. Während nämlich in letzteren die Zahl der primären Doldenstrahlen 
."i— IT) beträgt, konnte ich in den vergrünten Dolden je nach dem Grade der 
Vergrüuung deren 10—28 zählen. 

Schon durcli diese Vergrösserung der vcrgrünten Dolden unterscheidet 
sich die Cliloraiitliie von Seseli osseum Crz. in auffallender Weise von der von 
mir zuert»t in den Verhandl. d. k. k. zool.-botan. Gesellsch., Wien, Bd. XXXI, 
1H81, p. 0—7 erwähnten und sjjäter in dem „Vrrzeichniss der .... Phytopto- 
c»-cidien" in G. He ck 's Fauna von Hernst(Mn in Nicderöstorreich, 'I'h. il, Bd. II, 
l'"'>. p. l;! kurz hcHchrielx-iifMi V«-rgrünung der Blüthen von Seseli hippoma- 
ntlhniin Ks best^dit aber zwischen diesen beiden I)elormati(»nen aucli noch 
darin ein auffälliger Unterschied, daHH bei letzterer die Blüthonorgane in viel 
feiner« Blättchen umgewandelt sind als hei d(ir ersteren und die secundären Dolden- 
Strahlen immer hchr verkürzt, ja selbst auf Null reducirt sind, so dass die ver- 
grlinten Blüthen je eine« Doldchens zusammeu einen Knäuel bilden, welcher an der 



Neue Beiträge zur Kenntniss der Phytoptocecidien. 



31 



Spitze eines primären Doldenstrahles sitzt. Auch ist an keinem der vergrünten 
Exemplare von Seseli osseum Crz. eine Deformation der Blätter wahrzunehmen, 
wie ich eine solche an den im Hernsteiner Gebiete gesammelten vergrünten 
Exemplaren von Seseli hippomarathriim L. gefunden und in den Verhandl. d. 
k. k. zool.-botan. Gesellsch., Wien, Bd. XXXV, 1885, p. 454 beschrieben habe. 

Ich habe dieses Phytoptocecidium Anfangs Juli auf den sehr sonnigen 
Kalkfelsen des sogenannten Türkensturzes bei Seebenstein in Niederösterreich 
gefunden. Prof. A. v. Kern er theilte mir freundlichst mit, dass dasselbe auf 
der hohen Wand an der Donau zwischen Rossatz und Mautern in Niederöster- 
reich in sehr grosser Menge an Seseli osseum Crz. vorkommt. 

Vaccinium Myrtillus Lin. 

Runzelung und Faltung der Blätter mit Aufwärtsbiegung 
ihrer Ränder. — Diese Deformation besteht primär in einer unregelmässigen 
Querrunzelung und Querfaltung der Blätter, was bei den höheren Graden der Miss- 
bildung secundär auch eine Krümmung der Blattränder und der Blattspitze 
nach oben zur Folge hat. Wird ein Blatt nur in geringerem Grade von den 
Gallmilben angegriffen, so ist es entweder nur an der Basis oder nur in seiner 
Basalhälfte, oder nur in einer der beiden Läugshälften der Quere nach fein 
gerunzelt oder gefaltet, und erst bei den höheren Graden der Deformation, bei 
welchen das ganze Blatt ' diese Runzelung und Faltung zeigt, sind die Seiten- 
ränder sammt der Spitze desselben nach oben umgeschlagen, welche Aufwärts- 
biegung häufig so weit geht, dass die Blattränder in der Längsachse des Blattes 
übereinanderliegen. In Folge dieser Veränderungen nehmen die deformirten 
Blätter verschiedene Gestalten an, sie erscheinen viel kleiner als die normalen, 
haben eine blassgrüne oder gelblichgrüne Farbe, zeigen aber keine abnorme 
Behaarung, sondern sind kahl wie die ganze Pflanze. In der Regel sind die vier 
bis sechs obersten, somit jüngsten Blätter eines Seitentriebes in der beschriebenen 
Weise deformirt, zuweilen kommt es jedoch vor, dass die zwei bis drei obersten 
Blätter eines Triebes von den Gallmilben völlig verschont bleiben und eines 
oder zwei der unterhalb dieser befindlichen Blätter mehr oder weniger miss- 
bildet sind, und in seltenen Fällen ist die Reihe der deformirten Blätter durch 
ein ganz normales Blatt unterbrochen. Anfangs wird jedes der deformirten 
Blätter von dem unmittelbar darunter befindlichen völlig umschlossen, aber 
mit dem fortschreitenden Wachsthume der Achse entfernen sich die Blätter all- 
mälig von einander, so dass eines nach dem andern von dieser Umhüllung sich 
losmacht. Die Gallmilben, welche diese Missbilduug verursachen, haben eine 
blassbräunliche Farbe und leben in geringer Anzahl auf der oberen Fläche der 
Blätter, in der Tiefe der Runzeln und Falten. 

Ich habe dieses Phytoptocecidium bisher nur an einer einzigen Stelle 
und auch da nur in sehr geringer Anzahl auf einem der Sonne sehr exponirten 
Kalkfel.sen, dem sogenannten Kirubauerfelsen, in der Nähe von Gloggnitz in 
Niederösterreich Mitte August gefunden. 



32 



Franz Low. 



II. Neue Substrate bereits bekannter Phytoptocecidien. 

JPopulus pyramidalis Roz. 

Wucherung und Deformation der Knospen. — Dieses bisher nur 
auf Populus tremula L. beobachtete Phytoptocecidium kommt auch auf Fopulm 
pyramidalis B.OZ. \0T. Herr Ad. Handlirsch hat es im Juli v.J. bei Wippach 
in Kraiu an einigen alten, längs des Ufers eines Baches stehenden Pyramiden- 
pappeln, jedoch in sehr geringer Anzahl gefunden. Wie mir der Genannte freund- 
lichst mittheilte, hat es im frischen Zustande eine trübgrüne Farbe mit einem 
Anfluge von Himbeerroth, 

Mubus-krten, 

Phyllerium ruhi Fries (= Erineum rubeum Pers.). — Da mir 
die Herren Prof. A. v. Kerner und Dr. E. v. Haläcsy freundlichst gestatteten, 
ihre reichhaltigen Ruhus-CoWectionen durchzusehen, so bin ich in der Lage, 
über das Vorkommen des erwähnten Phytoptocecidiums zu dem bereits Bekannten 
noch Folgendes nachzutragen. Ich fand es in den genannten Herbarien auf 
folgenden Rubus- Arten : 

R. Banningii Focke, von Minden in Westphalen. 
„ Blondaei Ripart und 

„ Bloxarni Bor., von AUogny (Dep. Cher) in Frankreich. 

„ candicans Weihe, von Gloggnitz in Niederösterreich. 

y, fissus Lindl., von Magdeburg. 

„ fruticosus L., von Bromberg in Posen. 

„ horridus Hartm., aus Scliweden, 

y, Koehleri Wh. et N., von Garsten bei Steyr in Oberösterreich und von Krippen 
bei Schandau in der sächsischen Schweiz. 

„ macrophyUus Wb. et N., von Cleve in der preussischen Rhein provinz. 

„ nitidus Wh., von Borsum in Hannover. 

„ rfiainnifolim Wh. et N., von Burgsteinfurt in West])halen. 

„ rudis Wh. et N., von Minden in Westj)lialen und von Coblenz in der preus- 
sischen lUjeinprovinz. 

„ saltuum Focke, von Aigle im Cantou Waadt in der Schweiz. 

„ HCanicuH Aresch, aus Scandinavien. 

„ Hcrpem Wh., von Waldmüncheu am Böhmerwalde in Baiern. 

„ Hubercclus Anders., von Bromborg in Posen, von 'J'ilsit und Königsberg in 

OMtpreUHsen, von Jierlin und aus dein südlidien Scliweden- 
„ tardiflorus Focke, von SchaHliausen in der Scliweiz. 

„ vestitus Wh. et N., vun Minden in Westphalen und von Ronen in Frankreich. 

•) Herr Dr. A, Nalepa tlieilt in neinem in «löni AnzHiKor d«r niatlioiu.-niilurwiHH. ClasHö 
<1. kkis. Akad. tl. WinHKnacli. in Wien, Jahr«. IHHC, Nr. XXIV, iMilliulteniMi voiiäuflgMu iiorichlo über 
••ine ,An«U;tui«) un<J Hyfit«inatik il«4r l'hy tiiiitün", p. 221 mit, üaHH Murr i*. UlHchur iu Wiener- 
KeunU'll auch an J'ojiuIhm niijra L. KnüM)itinüerui lualionen Naiunielto, die joiieu vuü l'opulu» tre- 
mtUa L. volllruniiueu äliulirü Mind, 



Neue Beiträge zur Kenntniss der Phytoptocecidien. 



33 



T/ii/m WS- Arten. 

Weisshaarige Triebspitzen-Deformation. — Dieses sehr bekannte • 
Phytoptocecidium habe ich bis jetzt auf folgenden Thymus- Arten beobachtet: Auf 

Thymus Chamaedrys Fries, bei Pressbaum im Wienerwalde. (Wurde von 
mir bereits in den Verhandl. d. k. k. zool.-botan. Gesellsch., Wien, Bd. XXIV. 
1874, p. 11 als von Thymus Serpyllum L. angeführt.) 

Th. Marschallianus Willd., in der sogenannten „Wüste" bei Mannersdorf 
am Leithagebirge und auf Wiesen der das Piestingthal südlich begrenzenden 
Berge in Niederösterreich. (Von diesem letzteren Fundorte habe ich es schon 
in meinem Verzeichnisse der . . . Phytoptocecidien in G. Beck 's Fauna von 
Hernstein in Niederösterreich, Th. IL, Bd. II, p. 14 aufgezählt.) 

Th. Marschallianus Willd. ß. lanuginosus {— Th. austriacus Beruh.) , auf 
dem Laaerberge bei Wien. 

Th. montanus W. et K., im Mai 1885 von Dr. G. Beck in der Um- 
gebung von Sarajewo in Bosnien gesammelt. 

Th. montanus W. et K. var. effusus Host., auf dem Laaerberge bei Wien 
und auf Bergwiesen bei Seebenstein in Niederösterreich. 

Die in F. v. Thümen's Herbarium mycol. oeconom. Suppl. I unter Nr. 20 
befindlichen, bei Bischofsgrün im Fichtelgebirge in Baiern gesammelten Exem- 
plare dieser weisshaarigen Triebspitzen-Deformation stammen nicht, wie daselbst 
angegeben, von Thymus Serpyllum L., sondern von Th. montanus W. et K. 

III. Bemerkungen zu schon bekannten Phytoptocecidien. 

Ace7^ Pseudoplatanus Lin. 

Erineum acerinum in Form eines epiphyllen Erineum ner- 
vale. — Prof. A. V. Kern er hat Ende Mai 1885 am Grundlsee bei Aussee in 
Steiermark und gleichzeitig habe ich auf dem Föhrenberge bei Perchtoldsdorf 
in Niederösterreich Blätter von Acer Pseudoplata7ius Lin. gefunden, bei welchen 
das Erineum acerinum Pers. sowohl auf der Unter- als auch auf der Oberseite 
vorhanden ist, und zwar auf jener in der bekannten Form von hauptsächlich 
in den Nervenwinkeln sitzenden Käsen, auf dieser hingegen in Gestalt eines 
Erineum nervale oder nervisequum, indem es schmale Streifen von unregel- 
mässiger Breite bildet, welche den Hauptnerven eines Blattes folgen und von 
diesen ausgehend sich auch hie und da auf einige Nebennerven erstrecken. Sowohl 
auf den steirischen, als auf den nieder österreichischen Blättern hat das Erineum 
eine weissliche Farbe, auf jenen zeigt es jedoch auch Spuren eines carminrothen 
Anfluges. Auf den am Grundlsee gesammelten Blättern ist es auch unter- und 
oberseits reichlicher vorhanden als auf den aus Niederösterreich stammenden 
und zugleich von einigen wenigen Exemplaren des Ceratoneon vulgare Bremi 
begleitet, welche eine dunkelcarminrothe Farbe haben und vollständig unbehaart 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Abb. 5 



34 



Franz Löw. 



sind. Eine unter dem Mikroskope vorgenommene Vergleicliung des epiphyllen 
mit dem hypophyllen Eriyieum hat die völlige Identität beider ergeben. Beide 
bestehen vorwiegend aus hutpilzförmigen, kurzgestielten, hyalinen und farblosen 
Excrescenzen. 

Campanula Trachelium Lin. 

Vergrünung der Blüthen. — Diese von Phyllomanie, Zweigsucht und 
abnormer Behaarung begleitete Cloranthie, welche ich in Oesterreich bisher nur 
an Camyanula rapunculoides L. und C. sibirica L. beobachtet habe, wurde von 
mir nunmehr auch an C. Trachelium L. in Ausserschildgraben bei Seebenstein 
in Niederösterreich gefunden. Dr. F. Thomas hat sie zuerst von dieser Cam- 
panwZa- Art beschrieben (Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch., Bd. XXXIX, 1872, 
p. 473). 

Dorycnium suffruticosum Vill. 

Blättchenfaltung. — Diese von F. Thomas beim Fernstein am Fern- 
pass in Tirol entdeckte und in den Mittheilungen des botan. Ver. f. Gesammt- 
thüringen, Bd. IV, 1885, p. 25—26, beschriebene Deformation wurde von mir 
auch in Niederösterreich, und zwar auf dem Schafberge bei Seebenstein im Walde 
angetroffen. Zu der Zeit, als ich sie auffand, nämlich in der zweiten Hälfte 
des August, waren in den gefalteten Blättchen keine Gallmilben mehr zu sehen. 

Fagus silvatica Lin. 

Blattfaltung mit Verdickung der Nerven und starker Be- 
ll aar ung. — Dieses von Dr. Buchenau bei Bremen entdeckte und von 
Dr. F. Thomas (Nova Acta Leop.-Carol, Deutsch. Akad. d. Naturf., Bd. XXXVIII, 
1876, Nr. 2, p. 278—280) beschriebene und (ibidem Taf. XI, Fig. 27 und 28) 
abgebildete Phytoptocecidium wurde von Herrn Dr. R. v. Wettstein auch in 
der Umgebung Wiens, und zwar bei Dornbach Mitte Juni und im sogenannten 
Deutschen Walde bei Purkersdorf am l. Juli aufgefunden. Die niederöster- 
reichischen Exemplare dieser Milbengalle stimmen in allen Punkten mit der 
von Thomas gegebenen Beschreibung überein. Stets ist ein ganzer junger Trieb 
mit allen daran befindlichen Blättern deformirt, und von diesen sind entweder 
alle (5—9) in gleich hohem Grade missbildet, oder es sind die zwei bis drei unteren 
iilätter nur zum Theile von dieser Missbildung ergriffen, indem sie entweder 
nur an ihrer Basis oder nur in einer ihrer beiden Längshälften in der oben- 
beschri^^benen Weise deformirt sind. Die niissbildeten Blätter sind triibgraugrün 
oder bchwach dunkelpurpurroth. Die Achse dieser 'i'riobe participirt ebenfalls 
an der MlKsbildang, indem sie bedeutend verkUrzt, etwas verdickt und mit grauen 
Ilaaren dicht zottig bekleidet ist. Solche deformirte Triebe unterscheiden sich 
von den normalen in sehr auffälliger Weise. Interessant ist, dass die meisten 
der miHnbildeteii Triebe von zahlreichen Individuen eintjr Schildlausart {Lcpido- 
naphcH Up.; besetzt waren, während man an den normalen keines dieser Thiere 
bemerken konnte. 



Neue Beiträge zur Kenntniss der Phytoptocecidien. 



35 



Galium Mollugo Lin. 

Revolutive Blattrandrollung. — Die zuerst von F.Thoraas (Zeitschr. 
f. d. gas. Naturwiss., Bd. XXXIII, 1869, p. 344—345) erwähnte ziemlich seltene 
revolutive Blattrandrollung von Galium Mollugo L. wurde von mir auch bei 
Seebenstein in Niederösterreich aufgefunden. Nur eine kleine Anzahl von Pflanzen 
dieser Galium-Art, welche in einer Gruppe am Rande eines Waldes beisammen 
standen, war von der genannten Missbildung ergriffen. An den deformirten 
Blättern konnte ich Folgendes beobachten. Die revolutive RandroUung befällt 
selten den ganzen Rand eines Blattes, meist nur einen Theil desselben. Gewöhn- 
lich ist nur ein nahe der Basis gelegenes Stück des einen Seiten randes oder 
auch beider Seitenränder und nicht selten nahezu der ganze Rand einer Blatt- 
seite abwärts gerollt. Manchmal werden aber die Ränder beider Blattseiten in 
fast symmetrischer Weise so nach unten eingerollt, dass zwei nahezu gleichlange 
Rollen entstehen, welche weder bis zur Basis, noch bis zur Spitze des Blattes 
reichen. Wenn die Rollung den ganzen Blattrand ergreift, dann krümmt sich das 
Blatt etwas nach unten und ist dabei meist auch gedreht. Die deformirten Blätter 
sind in Bezug auf Farbe und Behaarung von den normalen nicht verschieden, 
jedoch ist die obere Fläche der eingerollten Theile der Lamina sehr runzelig. 
Ich habe an allen Exemplaren des Galium Mollugo L., welche ich an dem oben 
bezeichneten Fundorte sammelte, ausschliesslich die revolutive Blattrandrollung 
gefunden. Es ist dies eine weitere Bestätigung der bereits von F. Thomas 
(1. c, p. 345) mitgetheilten Wahrnehmung, „dass die rückwärts gerichtete Rollung 
der Galium-Blätter da, wo sie einmal beobachtet wurde, auch allein vorkam, 
und in keinem Falle beide Arten der Rollung an ein und derselben Pflanze uns 
begegneten". 

Pirus Malus Lin. 

Erineum pyrinum Pers. (= E. malinum DC). — Dieses Cecidium 
habe ich an mehreren niederen, strauchartigen wilden Apfelbäumchen in einer 
Ausdehnung und von einer Färbung gefunden, wie es mir früher noch nie vor- 
gekommen ist. Es bedeckte nicht nur die Unterseite der Blätter, sondern auch 
zum grossen Theile die Oberseite derselben, die Blattstiele und sogar auch die 
jungen Zweige auf ihrer ganzen Oberfläche und hatte dabei eine blassröthliche 
bis schön carminrothe Farbe. An allen Blättern, welche von dieser Haarfilzbildung 
ergriffen waren, konnte man das Erineum auf beiden Blattseiten bemerken, und 
es gab kein einziges Blatt, welches mit demselben nur auf einer Seite bedeckt 
gewesen wäre. An vielen Blättern überzog es die ganze untere Fläche oder 
doch den grössten Theil derselben und auf der oberen Blattfläche bildete es 
Rasen, welche den vierten bis halben Theil dieser Fläche einnahmen. Die carmin- 
rothe Färbung war vorwiegend an den auf der oberen Seite der Blätter befind- 
lichen JE^rmewm-Rasen zu bemerken, kam aber auch sehr häufig an dem die 
untere Blattfläche bedeckenden Haarfilze vor, welcher übrigens eine blassgelbliche 
Farbe hatte. In Folge der ungewöhnlich reichlichen Entwicklung dieses Erineum 

5* 



36 



Franz Low. 



waren an vielen der davon befallenen Blätter grössere oder kleinere Partien der 
Seitenränder nach unten umgebogen und sogar eingerollt und die Blätter selbst 
mannigfach verbogen. Eine Vergleichung dieses Erineum unter dem Mikro- 
skope mit Exemplaren von Erineum pyrinum Pers., welche auf Blättern culti- 
virter Apfelbäume in verschiedenen Gegenden gefunden wurden, zeigte, dass es 
morphologisch mit diesem letzteren völlig übereinstimmt. 

Ich habe dieses Phytoptocecidium am 21. Mai 1885 auf dem Föhrenberge 
bei Perchtoldsdorf in Niederösterreich gefunden. 

JPotentilla cinerea Chaix. 

Erineum auf den Blättern. — Das bereits von mehreren Potentilla- 
Arten bekannte, vorzugsweise auf den Blättern, zuweilen aber auch auf dem 
Stengel, den Blüthenstielen und selbst den Kelchen vorkommende Erineum 
wurde von Dr. G. Beck im Mai 1885 in der Umgebung von Sarajewo in Bos- 
nien auf den Blättern von Potentilla cinerea Chaix (= P. incana Mönch) ge- 
funden. Auf dieser Pflanze wurde es schon von Prof. C. Haussknecht bei 
Sulza in Thüringen angetroffen (cf. F. Thomas, Zeitschr. f. d. ges. Naturwiss., 
Bd. XLIX., 1877, p. 358). Bis jetzt ist dieses Erineum ausser auf Potentilla 
cinerea Chaix auch noch auf P. caiilescens L., P. opaca L., P. reptans L., 
P. salisburgensis Hänke und P. verna L. beobachtet worden. 

Salix fragilis Liu. 

Knospenwucherung mit Zweigsucht und Phyllomanie. — Diese 
unter den Namen Hexen- oder Donnerbesen oder Wirrzopf bekannte Deformation, 
welche von der genannten Salix-k.xi bisher noch nicht aus Oesterreich verzeichnet 
worden ist, wurde von Herrn H. Braun in der südöstlichen Umgebung Wiens 
gefunden. 

Ulmus eft'usa Willd. 

Cephaloneouartige Blattgallen. — In der Zeitschr. f. d. ges. Natur- 
wiss., Bd. LVni, 1885, p. 133, hat J. J. Kleff er cephaloneouartige, auf der 
Oberseite der Blätter von ülrnus campestrisL. vorkommende Gallen angeführt. 
Da ich diese Gallen stets nur auf den Blättern von U. eßusa Willd. gefunden hatte, 
80 zweifelte ich an der Richtigkeit der Mittheilnng K i ef f er 's und ersuchte ihn, die 
Ulmus-Art, auf welcher er die genannten Gallen beobachtet hatte, nochmals 
genau zu untersuchen. Herr Kleff er kam meinem Wunsche freundlichst ent- 
j^egen, fand, das« die fragliche Ulmun-Avt, so wie ich vermuthet hatte, nicht 
U. campentriH L., sondern U. effusa Willd. ist, und schickte mir zum Beweise 
für die liichtigkeit dieser Determinirung ein Zweiglein, an welchen sich neben 
den für U. e/jma WilhJ. charakteiistischen Früchten Blätter befinden, welche 
mit den in liedf^ Ktehenflen (iallen besetzt sind. Er thcilte mir auch mit, dass 
U. rffusu WilhJ. in Lothringen nicht einheimisch ist, Bonderu nur in Bitsch in 



Neue Beiträge zur Kenntniss der Phytoptocecidien. 



37 



einigen Gärten gepflanzt wurde, und dass er nur auf diesen zu Zäunen ver- 
wendeten Rüstern und sonst nirgends die cephaloneonartigen Blattgallen ge- 
funden hat, während die knötchenförmigen Gallen, welche auf den Blättern von 
ü. catnpestris L. vorkommen, in ganz Lothringen verbreitet sind. Es wäre auch 
dies eine Bestätigung meiner Behauptung, dass die cephaloneonartigen Blatt- 
gallen nur auf ü. effusa Willd. und nicht auch auf ü. campestris L. vorkommen. 
Ich zweifle nicht, dass auch die übrigen in der Literatur vorhandenen Angaben 
über das Vorkommen der cephaloneonartigen Gallen auf den Blättern von U. catn- 
pestris L. auf einer unrichtigen Determinirung der ülmus-Ait, auf welcher sie 
gefunden wurden, beruhen. 

Viburmim Lantana L. 

Cephaloneonartige Blattgallen. — Auf einem mit Hunderten dieser 
Gallen übersäeten Blatte von Viburnum Lantana L. beobachtete ich in der Mitte 
desselben eine 7 mm. hohe und 4 mm. im Durchmesser haltende kegelförmige 
Erhebung der Blattspreite, welcher an der Blattunterseite eine ebenso gestaltete 
Vertiefung entspricht. Sowohl die obere (äussere), als die untere (innere) Fläche 
dieses hohlen Kegels haben genau dieselbe Beschaffenheit, Farbe und Behaarung 
wie die entsprechende Fläche der übrigen Lamina. Dieser Kegel trägt auf seiner 
Spitze eine cephaloneonartige Galle, welche kleiner als die übrigen auf dem 
Blatte befindlichen, aber so wie diese von gelblichgrüner Farbe und dicht 
mit Haaren besetzt ist. Eine ebensolche Galle befindet sich auch auf der Seiten- 
fläche des erwähnten Hohlkegels. 

Ich fand diese Deformation in einem Walde bei Seebenstein in Nieder- 
österreich. 

Vitex Agnus Castus Lin. 

Blatt-, Blattstiel- und Zweiggallen. — Die von mir (Verhandl. d. 
k. k. zool.-botan. Gesellsch., Wien, Bd. XXXV, 1885, p. 455) beschriebenen Gallen 
von Vitex Agnus Castus L. kommen auch ziemlich zahlreich an den Blattstielen 
und an den Zweigen dieser Pflanze vor. Dr. Adolf Heider brachte beblätterte 
Zweige derselben aus Pamphylien in Kleinasien mit, die er daselbst im September 
1885 bei Gülik-Han gesammelt hatte, und an welchen nicht nur die Blätter, 
sondern auch die Blattstiele und Zweige mit den erwähnten Gallen besetzt sind. 
Die Blattstiel- und Zweiggallen sind ein wenig grösser und auch etwas dunkler 
als die an den Blättern sitzenden, haben aber dieselbe Gestalt, Textur, Consi- 
stenz und kurze, graufilzige Behaarung wie diese. Bei näherer Untersuchung 
sieht man, dass sie durch einen sehr schmalen Spalt in der Rinde der Blatt- 
stiele und Zweige aus dem unter dieser liegenden Gewebe herauswachsen, indem 
aus diesem Spalt eine Gewebsmasse herausdringt, die sich alsogleich nach allen 
:^eiten über die austossende Rinde legt und je nach ihrer Masse entweder nur 
-ine einzige Galle von l'S— 2 mm. Durchmesser bildet, oder eine knollige Masse 
von 3—5 mm. Länge formirt, welche aus zwei bis vier deutlich abgegrenzten 



38 Franz Low. Neue Beiträge zur Kenntniss der Phytoptocecidien. 

Gallen besteht. Diese Gallen sind daher nicht mit ihrer ganzen unteren, der 
Rinde aufliegenden Fläche mit dieser verwachsen, sondern hängen nur mittelst 
der schmalen, durch den erwähnten Längsspalt der Rinde heraustretenden Ge- 
websmasse mit dem Blattstiele oder Zweige zusammen. Sowohl an einigen Blatt- 
stiel-, als auch an einigen Zweiggallen kann man auf ihrem Gipfel eine sehr kleine, 
grübchenförmige Vertiefung bemerken, die sich in einen kurzen und sehr engen 
Canal fortsetzt, der in das Innere der Galle führt. 




Autor da" 



LiHi...r.3t. T. Th..BaTiOTvartli,Tri€n. 



ÜNIVERsÄonuiNOIS 



39 



lieber einige neue Aseomyeeten. 

Von 

Hugo Zukal. 

(Mit Tafel I.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 5. Jänner 1887.) 



Baculospora nov. gen. 

Ohne Stroma, mit sehr vergänglichem, spärlich entwickeltem Mycel. 
Perithecien halb eiogesenkt, häutig, durchscheinend gelb. 
Asci zugespitzt keulenförmig, mit sehr verdickter Wand und acht cyliu- 
drischen braunen Sporen. 

Baculospora pellucida n. sp. 
(Tafel I, Fig. 2 a—c.) 

Perithecien flaschenförmig, glatt, häutig, durchscheinend 'gelb, halb ein- 
gesenkt, circa 200 [j. lang und 85 [x breit. 

Schläuche zugespitzt keulenförmig, kurz gestielt, achtsporig, circa 112 u. 
lang und 18 u- breit (pars sporif.) mit einer etwa 4"8 p- dicken Schlauchwand. 

Sporen schief einreihig oder undeutlich zweireihig, gerade oder schwach 
gekrümmt, cylindrisch, mit abgerundeten Enden und einem braunen Episporium, 
circa 42 (jl lang und 8 [j- breit. 

Ich fand diesen Aseomyeeten im Sommer 1886 auf Pferdemist, der unter 
einer Glasglocke feucht gehalten worden war. 

Der beschriebene Pilz gehört nach der häutigen Beschaffenheit, gelben 
Farbe und dem ganzen Habitus seiner Perithecien ohne Zweifel zu den Hypo- 
creaceen. 

Es könnte aber die Frage aufgeworfen werden, ob die Aufstellung einer 
neuen Gattung gerechtfertigt sei, oder ob derselbe nicht besser bei der Gattung 
Melanospora hätte untergebracht werden sollen. 

Hierauf antworte ich Folgendes: Die Glieder der Gattung Melanospora 
sind durch ihr deutlich entwickeltes, bleibendes Mycel, durch ihre kugeligen 



40 



Hugo Zukal. 



Perithecien und durch ihre zarten, sehr bald zerfliessenden Schläuche so nahe 
mit einander verwandt, dass man diese Gattung als eine natürliche bezeichnen 
muss. Wollte man in diese Gattung eine Speeles hineinzwängen, welche nackte, 
flaschenförmige Perithecien mit äusserst verdickten Schläuchen und cylindrischen 
Sporen besitzt, so würde der natürliche Charakter der Gattung Melanospora 
total ver.wischt werden. 

Aus diesem Grunde halte ich die Aufstellung des Genus „Baculoffpora" 
für gerechtfertigt. 

Sporormia elegans n. sp. 
(Taf. I, Fig. 4 a—c.) 

Perithecien vereinzelt, kugelig oder kugelig eiförmig, halb eingesenkt, 
schwarz (nach der Sporenentleerung durchscheinend), kahl, 100 — 300 [x hoch, 
mit einer etwas lichter gefärbten, papillenförmigen Mündung. 

Schläuche in der Jugend birnförmig und ziemlich dickhäutig, später zart- 
häutig, sackförmig, häufig ungleichseitig, zuweilen fast kugelig, kurz gestielt, 
circa 32 i-i. lang und 23 p. breit (pars sporif.). 

Sporen zu acht, parallel, bündelartig neben einander liegend (ähnlich 
wie bei Sp. fimentaria de Not.), vierzellig, braun, gerade oder schwach ge- 
krümmt, mit Gallerthülle, circa 29 [j- lang und 6*5 [t- breit. Alle Glieder abge- 
rundet und beinahe gleich gross, d. h. etwa 8 [jl lang und 6'5 \i- breit. 

Auf eingedicktem Pferdemistdecoct, im Winter 1886. 

Diese äusserst zierliche Speeles wird durch die weit sackförmigen Schläuche 
und durch die in einem Bündel parallel neben einander liegenden Sporen charak- 
terisirt. Da sie gewöhnlich nur vereinzelt auftritt, so wurde sie bisher über- 
sehen oder mit der Sp. minima Auers w. verwechselt, von welch' letzterer sie 
übrigens leicht durch die Form der Schläuche und die Lage der Sporen unter- 
schieden werden kann. 

Gymnoascus reficulatus n. sp, 
(Taf. I, Fig. 5 a-d.) 

Ascushäufchen ziegelroth, kugelig, circa 500 [j- im Diam. Die Mycelhülle 
bildet ein lockeres, höchstens zweischichtiges Netz und Beutelchen mit grossen 
rhombischen Maschen. 

Die etwa .5 [j. dicken, aussen rauhen und an den Scheidewänden knotig 
iiufgetriebenen, röthlich gf^färbton Hyphen der Mycelhülle verlaufen im Allge- 
meinen tangential und senden nur sehr kurze, gerade Aesto in radialer Rich- 
tung ab, die aber niemals krallenartig oder bischofstabartig eingerollt sind. 

Asci kurz gestielt, beinahe kugelig, etwa V.\ \i- im Diam. 

Spor<.'ii zu einem Häufchen zusammengeballt, gelb, derbwandig, beinahe 
linHenförmig, circa O -l \t. im Diam. 

Kine zi<'gelrothe, 'J'oriila-ähnliche (Jonidienform an der Basis der Frucht- 
l»eut«d g<fhört walir«(;h<'inlich aln Conidienpilz hiohor. 

Auf fin<'iii f;uil"iid"n Kiilihiif-v Wien, April l.VHC 



Ueber einige neue Ascomyceten. 



41 



Die bescliri ebene Form steht gewissermassen in der Mitte zwischen dem 
G. uncinatus Eidam und dem G. ruber v. Tiegh., denn in Bezug auf die 
Schläuche und Sporen nähert er sich entschieden der zuletzt genannten Speeles, 
während er in Bezug auf das Mycelnetz (wenn man von den Hackenästchen 
absieht) dem G. uncinatus gleicht. 

Sordaria Wiesneri n. sp. 
(Taf. I, Fig. 6 a, &.) 

Perithecien gesellig, oberflächlich IV2 — 2 72 mm. hoch, undurchsichtig, 
kugelig eiförmig, von einem weissen Filz überzogen, der aus sehr zarten Hypheu 
besteht. Hals nackt, dick, gerade oder schwach gekrümmt. 

Asci cylindrisch, mittellang gestielt, mit abgestutztem, etwas verdicktem 
Scheitel, etwa 169 [j- lang (pars sporif.) und 17 [j. breit. 

Sporen zu acht, gewöhnlich gerade, einreihig, elliptisch oder fast kugelig, 
schwarzbraun, nach der Ejaculation mit einer äusserst schmalen, kaum sicht- 
baren Gallerthülle, circa 19 ^ lang und 16 [j. dick. 

Auf feucht gehaltenen Hanffasern. Sommer 1886. 

Die Veranlassung zur Cultur des beschriebenen Pilzes war folgende: In 
dem jüngst vergangenen Sommer beschäftigte sich Herr Prof. Wiesner in 
Wien mit Untersuchungen über das Material des Papyrus „Rainer". Da an den 
schadhaften Stellen des Papyrus oft deutliche Pilzspureu sichtbar waren, so 
legte er mir die Frage vor, ob man den Pilz nicht ermitteln könnte, welcher 
in dem alten Schriftdenkmale seine Spuren zurückgelassen und sich wahrschein- 
lich an der Zerstörung einzelner Theile desselben betheiligt habe. Ich bejahte 
wenigstens die Möglichkeit einer solchen Bestimmung und erbat mir nur behufs 
Feststellung der Speciesfrage einige Monate Zeit. Während der folgenden 
Wochen setzte ich Papierstreifen, Flachs, Hanf, rohe Leinwand etc. in die feuchte 
Kammer und erwartete das spontane Auftreten von Pilzformen. 

Meine Erwartung wurde auch nicht getäuscht, denn es traten auf den 
erwähnten Substraten nach und nach neun verschiedene Pilze auf, darunter 
sechs Ascomyceten. 

Die häufigste Form darunter, welche auf den genannten Materialien so 
recht heimisch zu sein schien, war die Sphaerella Cannabis Winter (Hedwigia, 
1872, p. 145). Dieselbe sass gewöhnlich einem derbwandigen, bräunlichen Mycel 
auf, welches eine grosse Aehnlichkeit zeigte mit dem auf Papyrus „Rainer". 

Ich gelangte deshalb zu dem Aualogieschluss, dass auch das 
derbwandige, langzellige Mycel auf den schadhaften Stellen des 
genannten Papyrus einer Sphaerella, und höchst wahrscheinlich 
ebenfalls der Sphaerella Cannahis Winter angehöre. 

Ausser der genannten Sphaerella entwickelte sich auf Hanffasern auch 
noch eine Sordaria. 

Die Sporen der letzteren wurden nach der bekannten Methode aufgefangen, 
auf fündundzwanzig Objectträger vertheilt und dann je mit einem Tröpfchen 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Abb. 6 



42 



Hugo Zukal. 



Hauffaserndecoct ernährt. Sie keimten Scämmtlich und die Objectträger-Culturen 
gelangen wider alles Erwarten so gut, dass die ganze Entwicklung des Pilzes 
ab ovo festgestellt werden konnte. 

Da ich aber über das Detail dieser Entwicklungsgeschichte an einem 
anderen Orte berichten werde, so sei hier nur bemerkt, dass ich über die Species- 
frage lange nicht ins Klare kommen konnte. 

Ich erbat mir deshalb in dieser Angelegenheit das Urtheil eines be- 
währten Fachmannes, nämlich das des Herrn Prof. v. Niessl in Brünn. 

Derselbe hatte die ausserordentliche Freundlichkeit die fragliche Sordaria 
einer genauen kritischen Untersuchung zu unterziehen, und gelangte schliesslich 
zu dem Schlüsse, dass der genannte Pilz als eine neue Art angesehen werden muss. 

In Bezug auf die Form der Schläuche und Sporen ähnelt diese Sordaria 
sehr der S. Fermenti Fuck. und auch wohl der 8. humana Fuck., in Bezug 
auf die filzige Bedeckung der Perithecien hingegen der Podospora lanuginosa Zopf. 

Da Wies n er den Anlass gegeben hat, dass die beschriebene Sordaria 
überhaupt beobachtet worden ist, so habe ich die neue Species an den Namen 
des rühmlichst bekannten Physiologen geknüpft. 

Pleospora Collematum u. sp. 
(Taf. I, Fig. 3 a—d.) 

Ohne Stroraa. Perithecien rothbraun, gesellig, flaschenförmig, lederartig 
häutig, eingesenkt, nur mit der glatten Mündung hervorragend, 150—250 [j- 
lang und 100 — 100 [j. breit. Mündung kahl, etwas genabelt. 

Asci breit keulenförmig, am Scheitel abgerundet, deutlich gestielt, etwa 
20 [j lang und 14 [j. breit. 

Sporen spindelförmig, röthlichbraun, mit drei bis fünf Querwänden und 
einer bis zwei Längswänden, circa 13 [j. lang und 4 [j. breit. 

Paraphysen einfach, fadenförmig. 

Pycniden etwa um ein Drittel kleiner und gewöhnlich etwas intensiver 
roth gefärbt als die Perithecien, mit winzigen (2 [j. langen), spindelförmigen 
StyloHporen, welche rankenförniig entleert werden. 

Auf Physma compactum und anderen Coliemen auf dem Kalenderberge 
bei Mödling (Heeg) und in Raabs a. d. Thaya in Nieder-Oesterreich (ipse). 

Der beschriebene Pilz verdient aus verschiedenen Gründen ein lebhaftes 
Interesse. 

Dieses wird vor Allem wachgerufen durch das oigenthümliclie biologische 
VerhältniHH, welches zwischen der Pleospora und der Flechte liorrscht. Unter- 
sucht man nämlich die von der Pleospora befallenen Stellen der Flechte genauer, 
HO bemerkt man nicht nur keine Spiir einer Bräunung oder Vorrottung des 
ThalluB oder sonst ein /eichen irgend einer Functionsstöning, sondern man 
Hiebt im Geg^-ntheii. dasH (1<t ThalluH um die Pleospora herum ringwall.u-tig 
angeachwolien int und die jMiindung des Pleospora- Vimi\\i'A'.\\\\n am (irunde 
eine» »eichten TrichterH li«'gt I)(ir No^^toc innerhalb der crwälinifMi ringwall- 



lieber einige neue Ascomyceten. 



43 



artigen ist häufig intensiver grün gefärbt als in den anderen Thallustheilen, 
das Mycel des typischen Flechtenpilzes jedoch normal entwickelt. 

Aus diesem Befunde folgt, dass die Pleospora zu der Flechte nicht in 
dem Verhältnisse steht wie der Parasit zum Wirth, sondern in dem Verhältnisse 
einer gegenseitigen Förderung. 

Es liegt hier eben ein Fall einer etwas complic irteren Sym- 
biose vor, wo zwei Pilze mit einer Alge (dem Nostoc) in Convivium 
leben und durch gegenseitige Anpassung für das menschliche Auge 
ein organisches Ganze bilden, welches vielleicht mit dem Namen 
„Doppelflechte" bezeichnet werden könnte. 

Der normale Flechtenpilz gibt der Collema die typische Form, durch das 
Hinzutreten der Pleospora wird dieselbe mit warzigen Protuberanzen bedeckt. 

Das Mycelium der Pleospora, das sich leicht durch seine gelbliche Fär- 
bung von dem des Flechtenpilzes unterscheiden lässt, dringt nicht sehr tief in 
das Innere des Flechtenthallus ein, sondern sitzt in Form von verzweigten 
Khizoiden an der Basis der Fruchtkörper und reicht etwa so tief hinab, als die 
Perithecien lang sind. 

Die beschriebene Pleospora erregt aber nicht nur der symbiotischen 
Verhältnisse wegen unser volles Interesse, sondern auch noch aus einem anderen 
Grunde. Dieser liegt in der Beziehung, welche zwischen den Pycniden und der 
Schlauchform herrscht. 

Die Pycniden unterscheiden sich äusserlich von der Schlauchform fast 
nur durch ihre bedeutend geringeren Dimensionen, denn in Bezug auf Farbe und 
Gestalt gleichen sie vollkommen den Perithecien der Pleospora. 

An ihrer Innenseite sind sie mit einer bis zum Hals reichenden Schicht 
dichtstehender Sterigmen ausgekleidet, welche succedan die spermatienartigen, 
winzigen Conidien^) abschnüren. 

In vielen Pycniden (nicht in allen) hört aber die Production der Micro- 
conidien bald auf, und es erscheint auf dem Grunde des Pycnidengehäuses eine 
Art von Woronin'scher Hyphe, aus welcher alsbald Schläuche zwischen den 
Sterigmen hervorgetrieben werden. Mit der Bildung der Asci verlieren die Ste- 
rigmen die Fähigkeit der Conidienbildung und verschleimen. 

Gleichzeitig wächst die äussereWand durch tangentiale u n d 
radiale Fächerung ihrer Zellen weiter, und auf diese Weise bildet 
sich die Pycnide allmälig zum Perithecium der Pleospora um. 

Dieser ganze Vorgang erinnert lebhaft an die Fruchtbildung der Physma- 
Arten, bei denen ja auch die Fruchtkörper durch eine Umbildung aus den Sper- 
mogonien hervorgehen. (Siehe Stahl's Beiträge zur Entwicklungsgeschichte 
der Flechten, Leipzig, 1877.) 



*) Ich sage „Conidien", weil ich einige gesehen habe, die kurze Keimschläuche ge- 
trieben hatten. 

6* 



44 



Hugo Zukal. 



Gymnodiscus nov. gen. 

Fruchtkörper wachsartig, fleischig, ohne Hülle. 

Das Hymenium bildet sich frei auf der Oberfläche einer kugelig scheiben- 
förmigen, pseudoparenchymatischen Zellmasse und erscheint in der Jugend 
vasenförmig concav, später schüsseiförmig, schwach convex. Die wenig zahl- 
reichen Paraphysen sind etwas länger als die Schläuche und in der Jugend 
oben hakenförmig nach einwärts gegen die Schläuche gekrümmt, zuweilen ver- 
zweigt und in eine Gallerte eingebettet. 

Die reifen Schläuche ragen etwas über die Oberfläche der Scheibe hinaus, 
sind vielsporig und werfen bei der Sporen ejaculation den obersten Theil des 
Schlauches kappenartig ab. 

Sporen hyalin, spindelförmig, ordnungslos den Schlauch erfüllend, in der 
Jugend von einer breiten Gallertschichte umgeben. Mistbewohner. 

Gymnodiscus neglectus u. sp. 
(Taf. I, Fig. 1 a—c.) 

Vereinzelt, schmutzigweiss. Scheibe höchstens 250 a im Durchmesser und 
beiläufig eben so hoch. 

Schläuche vielsporig, circa 86 [j- lang und 21 [j. breit, gerade oder schwach 
gekrümmt, nach dem Abwerfen des Scheitels sprachrohrförmig, sehr kurz gestielt. 

Sporen ordnungslos, etwa 10"5 [j. lang und 3 [j- breit, in der Jugend von 
einem Gallertsaume umgeben. 

Paraphysen fadenförmig, zuweilen oben ha,kenförmig gekrümmt. 

Dieser winzige Discomycet erschien auf Pferdemist in meinen Culturen. 
Winter 1885. 

Der beschriebene Pilz gehört ohne Zweifel zu jener Unterordnung der 
-4.sco^oZm.s- Reihe, welche Boudier Ascoholei spurii genannt hat. 

Dieselbe besteht aus den Gattungen Thccotheus, Bijparohiuff und Asco- 
pfianus. 

Da sich derselbe aber in keine der genannten Gattungen ohne grossen 
Zwang einfügen liess, so war ich genöthigt, die Ascoholei simrii um ein neues 
Genus zu vernif^liicii. 

Cladospo7nuni ahiefiuum, n, sp. 

(Taf. J, Fig. H a, h.) 

Von einf;ni derbwandigen, gegliederten, braun gefäri>t(*n, liorizontal auf 
dem' SubHtrate dahinkriechenden Myccl erheben sich die unvorzweigten, 6— 8 
dicken und 250 -.'{50 i). hohen, gleichfalls derbwandigen Conidienträger in senk- 
rechter Richtung. 

Die vier- hin fin»f/<'ilig<'ti. sehr flick wan dig'^n, braun gefärbten f'onidien 
nind « twa .''.^ h lang und an der dicksten Stelle etwa D (j- breit; sie besitzen eine 



Ueber einige neue Ascomyceten. 



45 



keulenförmige oder rübenförmige Form und sitzen mit ihrem dicken Ende dem 
Conidienträger auf. 

Da die Conidien an dem Träger in Schein quirlen entstehen und die un- 
tersten Quirle die ältesten sind, so bekommt das ganze, sehr zierliche Conidien- 
stämmchen eine gewisse Aehnlichkeit mit einem Tannen- oder Fichtenbäumchen, 
daher der obige Name. 

Auf feuchtliegenden Kartoifelschalen in Gesellschaft mit Chaetomium 
crispatum. Winter 1885. 

Chaetoconidium arachnoideum u. sp. 
(Taf. I, Fig. 7.) 

An den Endästen eines sehr lockeren, weissen, septirteu, reich verzweigten 
und dünnwandigen Mycels, das in spinnengewebartigen, gewöhnlich 1 cm, hohen 
und 5—6 cm. im Diam. messenden Watten wächst, entstehen intercalare Sporen, 
und zwar gewöhnlich an jedem Aste nur eine, selten zwei oder drei. 

Die kugeligen, farblosen, etwa 26— 30 u- im Diam. messenden Sporen 
sind von einem zarten, steifen Haar wie von einer Trichogyne gekrönt und mit 
einem sehr dicken, warzigen Exosporium versehen. 

Die zwei Nachbarz^llen der intercalaren Sporen (also die nächst obere 
und untere) zeichnen sich meist durch einen stark lichtbrechenden Zelliuhalt 
aus und weichen auch in ihrer Form von den anderen Zellen des Fadens ab, 
wodurch die Sporen eine gewisse Aehnlichkeit mit Zygosporen erhalten. 

Die durchschnittliche Breite der Mycelfäden beträgt 5 — 6 u-, während die 
Länge der Zellen zwischen 25 — 32 u. variirt. 

Die vegetativen Zellen des Mycels sind zur Zeit der Sporenbildung ent- 
weder leer oder mit einem schaumigen Protoplasma erfüllt. 

Auf einem mit verdünntem Liebig'schen Fleischextract getränkten Saug- 
deckel. Juni 1885. 



46 



Hugo Znkal. TJeber einige neue Ascomjceten. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel I. 

Fig. ]. Gymnodiscus neglectus ii. sp. 

a. Der ganze Fruchtkörper (Vergr. 300). 

b. Ein Ascus mit einer verzweigten Paraphjse (Vergr. 800). 

c. Junge Spore (Vergr. 1200). 
„ 2. Baculospora pellucida n. sp. 

a. Keifes Perithecium (Vergr. 300). 

b. Reifer Ascus (Vergr. 800). 

c. Vier ejaculirte Sporen (Vergr. 1200). 
„ 3. Pleospora Colle^natum n. sp. 

a. Schnitt durch den Thallus von Physma compactum (Verg. 300). 

b. Gewebestück aus dem bauchigen Grunde einer Pycnide mit den 

Microconidien abschnürenden Sterigmen und einem jungen Ascus 
(Vergr. 1200). 

c. Ein Schlauch der Pleof^pora sammt Paraphyse (Vergr. 800). 

d. Sporen in verschiedenen Entwicklungsstadien (Vergr. 1200). 
„ 4. Sporormia elegans n. sp. 

a. Reifes Perithecium (Vergr. 200). 

b. Asci in verschiedenen Eutwicklungszuständen (Vergr. 800). 

c. Sporen (Vergr. 800). 

„ 5. Gymnoascus reticidatus n. sp. 

a. Reifes Fruchtbeutelchen (Vergr. 800). 

b. Einige Fäden der MycelhüUe (Vergr. 1000). 

c. Ein reifer und ein unreifer Ascus (Vergr. 1000). 

d. Einzelne Sporen (Vergr. 1000). 
y, 0. Sordaria Wiesneri n. sp. 

a. Reifes Perithecium (Vergr. 150). 

b. Ascus mit acht ungleich reifen Sporen (Vorgr. 200). 
„ 7. Chuetoconidium arachnoideum n. sp. (Vergr. 800). 

„ 8. Cladosporiutn ahietinuin n. kj). 

a. Reifer Conidimiträger (Verg. 300). 

b. Keimende Conidie (Vergr. 500). 



47 



Nachträge zur C/mafeVMonographie. 

Von 

Dr. Otto Kuntze. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 5. Jänner 1887.) 



1. Clematis alpina. In diesen Verhandlungen, Bd. XXXVI, p. 215 
erörtert Herr Dr. Karl Richter die Frage: Was ist Atragene Wenderothii? und 
kommt auf Grund eines im k. k. naturhistorischen Hofmuseum in Wien befind- 
lichen Originalexemplars zu dem Schlüsse, dass ich diese Pflanze in meiner Mono- 
graphie irrig gedeutet und dass sie, als mit Ä. americana identisch, nicht euro- 
päischen Ursprunges sei. Ich konnte seinerzeit die CZemaits- Sammlung des 
k. k. Hofmuseums wegen dessen damaligen Umzuges nicht geliehen erhalten, 
so dass ich auch das erwähnte Originalexemplar von Ä. Wenderothii nicht recht- 
zeitig sah. Ich habe nun dasselbe durch die Güte des Herrn Dr. Günther Beck 
zur Ansicht erhalten und bin zu folgenden Resultaten gekommen. 

Auf dem Bogen neben der Pflanze befindet sich ein Zettel mit einer von 
Dieffenbach unterfertigten Notiz: „Diese Atragene lebte hier; ich konnte aber 
niemals einen Unterschied zwischen ihr und A. americana Sims. Bot. mag., t. 887 
finden! Nun sendet sie Herr Prof. Wenderoth wieder." Die im mittleren 
Satze geäusserte Ansicht hat nun Richter zu der seinigen gemacht; ich habe 
aber gewichtige Einwendungen gegen deren Richtigkeit zu erheben. Dieses 
Originalexemplar weicht sowohl von der Beschreibung der A. Wenderothii in 
der Linnaea, XI, p. 648, als von der A. americana laut t. 887 durch folgende 
wesentliche Eigenschaften ab: 

a) Die Blätter sind zum Theile gelappt; von den aufliegenden 
acht Blättchen tragen sieben gelappte oder zahnartige, spitze Einschnitte, und 
zwar deren zehn. Das Verhältniss der Lappenlänge: Entfernung vom Einschnitt 
bis zum Mittelnerv rechtwinkelig gemessen beträgt in Millimetern 15:5, 9:6, 
7:7, 6:6; ferner zweimal 2V2 : 5; 4 : 18, zweimal 3 : 19; 2:7. Also von den zehn 
Einschnitten sind vier als gelappt und sechs als vereinzelt grob gezähnt zu 
bezeichnen, ausserdem sind noch einige stumpfe, flache Kerben vorhanden. Da- 
gegen ist auf der citirten t. 887 von fünfzehn Blättchen kein einziges gelappt, 
nur zwei sind mit vereinzelten stumpfen Zähnen, also Kerben versehen; auch 
Wenderoth gibt nur an: undeutlich kerbige Blättchen oder mit einzelnen 



48 



Otto Kuntze. 



ziemlich grossen Zäliiien sägig gezähnt, beziehentlich in der Diagnose sogar nur 
t'oliolis obsolete dentatis. Also die Blättchen sind abweichend hiervon zum Theil 
gelappte, wie ich es auch nach den gesehenen cultivirten Exemplaren be- 
schrieben habe. 

b) Die Blüthe ist terminal — ob auf axillären Zweigen oder wurzel- 
ständigem Stengel, lässt sich an dem Originalexemplare nicht erkennen. Dagegen 
sind die Blüthen nach Wenderoth und bei A. americana, t. 887 axillär. 

cjDie äusseren Fetalen sind den Sepalen gleichlang, gleich- 
gefärbt und, abgesehen von geringerer Breite, völlig gleich, auch 
wie diese behaart. Die Blüthe des Originalexemplars ist zwar ziemlich von 
Insecten zerfressen und es fehlen ein Sepalum von den vier und mehrere der 
Fetalen etc., aber trotzdem lassen sich diese Verhältnisse noch gut erkennen. 
Dagegen hat keine einzige amerikanische Clematis solche Fetalen, wie sie denn 
auch auf t. 887 fehlen, und andererseits gibt Wende roth bestimmt an, dass 
die Fetalen nur halb so lang als die Sepalen seien. 

Die Fetalen sind zahlreicher, zum Theile lanzettlich, also 
laug zugespitzt; nur die innersten sind spatelig und kurzgespitzt. 
Weder A americana hat langzugespitzte zahlreiche Fetalen, noch gibtWender oth 
solche an; er erwähnt nur der spateligspitzen. Die langzugespitzten Fetalen 
sind vielmehr nur für Clematis alpina subsp. macropetala charakteristisch und 
als dazugehörig muss ich auch das vorliegende Exemplar von Ä. Wenderothii 
erklären; es ist die subbiternate Form davon. 

Es fragt sich nun, da das Originalexemplar so ausserordentlich von der 
Beschreibung abweicht, ob man das erstere oder die letztere als massgebend 
gelten lassen soll. Ich habe mich theils an die Beschreibung, theils an die in 
mehreren Gärten cultivirten Exemplare, von denen ich allerdings keine Blüthen 
gesehen, halten müssen, und da die Blattlappung an Culturexemplaren auffallend 
war und Wenderoth keine lanzettlichen Fetalen beschreibt, dafür entschieden, 
das, was Loddiges, Bot. cab., t. 250 damit übereinstimmend als Gl. austriaca 
abbildete, zumal es auch die von Wenderoth hervorgehobenen spateligspitzen 
Fetalen (von halber Länge der Sepalen) in der Abbildung zum Theile erkennen 
lässt, als Subsi)ecies Wenderothii (— austriaca Wenderoth olim) beizubclialten. 
Jetzt aber ist diese Wenderoth'sche Fflanze, deren Beschreibung und Original 
sich nicht decken, als Species ambigua delenda zu behandeln, das Original der Sub- 
8pf?cies macropetala zuzurechnen und meine ehemalige Subspecies Wenderothii 
künftig austriaca fSco}). em. Lodd.) zu nennen. 

Was nun die Ilfimat der Atrafjene Wenderothii gemäss dem Original- 
exemplar, also der Snb.s))ecie.s macropetala betrifft, so ist letztere aus Amerika 
überhaupt nicht, sondern nur aus Nordasien — Dahurien, Mongolei, Mandschurei, 
bezichungHweise Nord-China — und vereinzelt aus den Alpen Euro])aH bekannt. 
Im Grun'lft genommen ist die Subspecies macropetala nur eine Abnormität mit 
liiilbg<'fiillten Hliithcn, deren Stamina sich zum Tiieilo in Bliitlienhüllblätter 
vcrwandeitfui, iihnlicli wie di^-s hm (Uc.matis ßorida und Viticdla in (liirton 
küriHtlich liervorgebraclit worden ist; aber macropetala, die nur wild existirt. 



Nachträge zur C7emafw-Monographie. 



49 



ist in Asien eine constante, natürliche Rasse geworden und muss also als Varietät 
oder Subspecies behandelt werden. Da nun solche halbgefüllte Formen der 
CL alpina auch aus den Alpen bekannt sind, so habe ich keine Ursache, die 
Angabe Wenderoth's zu bezweifeln: „Nach der Versicherung meines Freundes, 
des Herrn Obermedicinal-Assessors Dr. Wild, in dessen Garten ich sie zuerst 
sah, ist sie in der Schweiz einheimisch." Am wenigsten aber würde mich der 
von Richter hervorgehobene Einwand der spitzen Fetalen zu einem Zweifel 
au dieser bestimmten Angabe veranlassen, denn Atragene americana, die übrigens 
nur ein Synonym von Cl. alpina subsp. occidentalis ist, hat oft auch stumpf liehe 
Fetalen, und die frühere Angabe über spitzliche Fetalen wird deshalb auch von 
neueren amerikanischen Floristen nicht wiederholt. Andererseits sind spitzliche 
Fetalen bei europäischer Cl. alpitm nicht allzuselten zu finden, auch schon ab- 
gebildet worden und zuweilen sogar sehr ausgeprägt spitz und grösser, so dass 
man solche Formen zur Subspecies macropetala rechnen darf. Ob nun Wende- 
rot h 's Pflanze etwa durch die langjährige Cultur erst diese halbgefüllten Blüthen 
erhalten hat, bleibt dahingestellt; es ist aber an sich nicht unwahrscheinlich, 
dass sich diese Eigenschaft in der Cultur vervollkommnet hat; auch würde sich 
dadurch die grosse Differenz zwischen der ursprünglichen Beschreibung und dem 
vorliegenden Originalexemplare am einfachsten erklären. 

In Anschluss hierzu gebe ich noch einige Nachträge zu meiner Monographie. 

2. Cl, Vitalba o.javana sah ich in den Schlagint weit 'sehen Sammlungen 

aus Kaschmir. 

3. Cl. dioica 6. normalis variat foliolis laiis (1:1 — IV2) et 

3. Lorentziana 0. Ktze. nov. var. foliolis angustis (1:3—4) membrana- 
ceis. Argentinia (! 600, Lorentz et Hieronymus). 
Die normale Cl. dioica war bisher nur mit rundlichen oder ovalspitzen 
Blättchen bekannt; nun fand ich unter den Inserenden des AI. Braun 'scheu 
Herbars im königl. botan. Museum zu Berlin als Cl. bonariensis Juss. eine 
Form mit normal dreizähligen Blättern und ganzrandigen, kahlen Blättchen, 
welche durch ihre auffallende Schmalheit abweichen; nur die ersten Blätter, 
welche aus der Wiuterknospe kommen, sind manchmal einfach. Lorentz und 
Hieronymus haben unter dem Namen Cl. bonariensis Juss. — übrigens auch 
eine Speeles ambigua delenda — noch andere Varietäten der formenreichen 
Cl. dioica in ihrer Exsiccaten-Flora von Argentinien etc. versandt. 

4. Cl, hexapetala, Adde: 

JJ' longifoliola 0. Ktze. nov. subsp. Folia ternata. Foliola e basi 
lata vel subhustata lanceolata (1:4 — 5) 4— 8 cm. longa, 1 — P/2 cm. lata, 
glaberrima coriacea. In horto bot. berolinensi culta. 

n. Subspecies foliis ternatis vel aphyllis, floribus . . . 

^ depauperata Hk. f. Folia ternata. Suffrutex . . . (sonst unverändert). 

b' aphylla 0. Ktze. (olim pro specie, 1. c. 147). Fetioli plurimi vel omnes 
aphylli cirrhosi. Ad stationes (p. 147) adde: Nelson (! Travers legitj. 

III. Subspecies foliis . . . (unverändert). 

Z. B. üö». ß. XXXTU. Abk. 7 



50 



Otto Kuntze. Nachträge zur C^ewiaiis-Monographie. 



0" Traversiana 0. Ktze. nov. subspec. Folia hiternata foUolis minimis 
± 2 nun. longis integerrimis ± lO'tis. Flores ut in 0. et 0'. Nova 

Zelandia. Nelson (! Travers legit). 

Die Subspecies longifoliola hat bisher noch nicht im Berliner botanischen 
Garten geblüht; sie schliesst sich der neuseeländischen Cl. hexapetala, deren 
auffallend dicklederige und grosse Blättchen sie besitzt, an und weicht von ihr 
durch constant sehr schmale Blättchen ab; andererseits bildet sie eine Zwischen- 
form zu y marata, welche halb so kleine Blätter besitzt, und zu 5 linearis, die 
lineare, also bedeutend schmälere Blättchen hat. 

Unter Ö' habe ich meine frühere Cl. aphylla eingezogen, weil ich eine 
neue Zwischenform: Traversiana und andererseits Uebergänge zur Subspecies 
depauperafa inzwischen kennen lernte. Das Berliner botan. Museum erhielt als 
Cl. parvifolia var. depauperata von W. P. L. Travers bei Nelson gesammelte 
Exemplare, die wenig oder nur zum Theile mit der Beschreibung der var. depau- 
perata Hk. f. übereinstimmen, trotzdem sie vom Entdecker an dem ursprüng- 
lichen Standorte gesammelt sind. Die eine Partie dieser Sendung hat nämlich 
biternate Blätter, während depauperata nur ternate hat; dabei sind die Blätt- 
chen winzig klein, ferner ganzrandig, so dass wir darin eine neue Varietät oder 
Subspecies vor uns haben, die ich zu Ehren des Sammlers benannte und welche 
von der australischen Subspecies microphylla nur durch bedeutend kleinere und 
relativ etwas breitere Blättchen abweicht. 

Eine andere Partie dieser angeblichen depauperata zeigt an etwa 70 
Internodien, von denen die meisten mit je zwei gegenständigen, einblüthigen, 
blattlosen Aestchen besetzt sind, überhaupt nur drei Blätter und diese sind ver- 
schwindend klein; sie ist also nahezu blattlos, so dass es nöthig war, nunmehr 
die sonst nicht verschiedene Cl. aphylla als besondere Art einzuziehen. 

Für Cl. hexapetala ist 1. c, p. 108 ein sinnstörender Druckfehler zu 
ändern und muss es lauten: der Name hexapetala ist von DC. in hexasepala 
umgeändert worden; ein Anderer würde vielleicht lieber hexatepala sagen etc. 
(also nicht petala). 

5. CL recta subsp. unioyensis 0. Ktze. Hierzu gehört der Beschreibung 
nach als Synonym Cl. ovatifolia Ito ex Maxim., Bull. ac. petr., 188G, p. 415. 

0. CL aristata <x gly cinoides Ferd. Müll, habe ich von der Insel Timor 
unter den von Dr. Naumann auf der Gazellenexpedition gesammelten Pflanzen 
gesehen; Herr Prof. A. Engler hat mir nach der Publication dieser Pflanzen 
in dfissen Botanischen Jahrbüchern 188(1, p. '144—480 noch ein solches Exemplar 
der 67. aristata von 'i'inior gezeigt und ist das also 1. c, ]). 455 zu ergänzen. 

In meiner Monograjihie, p. 15(1 ist bei Cl. aristata die Ivängo der Antlieren- 
anhäng«el in cm. angegeben; es ist das stets in rnm. (Millimeter) zu corrigiren. 

7. CL lnrafiHfolia o Lavallei. Beide Varietäten {lanceolata und 
Koumhotan) liabc ich nun atich aus China gesehen: J'ecking, durch Bret- 
Hchneider und v. Möllendorf geHammelt, im IJerl. ])otan. Museum. 

Im Index, p. 1!>5 m<;iner Monographie ist unter den (lencra ohsolela et 
Hynonymica zu leHen: ClematiiiH (anstatt Clematis). 



51 



Floristische Funde aus der Umgebung von Stockerau 
in Niederösterreich. 

Von 

Johann Haring. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 5. Jänner 1887.) 



Stockerau's Umgebung ist in botanischer Beziehung trotz seiner geringen 
Entfernung von Wien ein noch wenig bekanntes Gebiet. Mit Ausnahme einiger 
dürftiger Notizen in Neilreich's Flora von Wien, in dessen Flora von Nieder- 
österreich und in allen folgenden Nachträgen zu diesem Werke, wurde über die 
hiesige Flora nichts Nennenswerthes publicirt. 

Selbst noch Anfänger und mit der Flora des Tieflandes und der niedrigen 
Berge fast ganz unbekannt, begann Verfasser dieses, vor einigen Jahren in hie- 
siger Gegend zu botanisiren und staunte, nicht wenige Arten hier zahlreich 
und weit verbreitet zu finden, die in den mir zugänglichen Werken als „selten" 
oder gar j,sehr selten" bezeichnet waren. Hiedurch noch mehr angespornt, 
sammelte ich eifrig und glaube, mit Ausnahme kritischer Gattungen ange- 
höriger Arten nichts Bedeutendes übersehen zu haben. Die bemerkenswertheren 
Funde habe ich in der Oesterreichischen botanischen Zeitschrift, Jahrg. XXXV 
(1885), p. 369 und p. 388 — 392 veröffentlicht und bitte zu entschuldigen, wenn 
ich hier der Vollständigkeit halber daraus wiederhole. 

Das Florengebiet von Stockerau ist jenem des gleichnamigen Gerichts- 
bezirkes fast congruent und überschreitet die Grenzen des letzteren nur im 
Osten, wo der Dobler und sein Ausläufer, der Schlief berg, einbezogen wurden, 
und im Süden, wo der natürlichen Grenzen wegen die politische Grenze nicht 
berücksichtigt werden konnte. Dafür wurden bisher grössere Theile dieses 
Gebietes nur gestreift oder gar nicht besucht, und doch sammelte ich auf diesem 
also beschränkten Kaume über 800 wohlumgrenzte Arten, ein Beweis, dass die 
Gegend floristisch nicht so steril ist, als bisher angenommen wurde. 

Das ganze Gebiet lässt sich eintheilen in das eigentliche Stromgebiet 
der Donau, in die welligen Höhen des Wagram und in das niedrige Berglau d 
des Rohrwaldes und der Waldhöhen bei Ober- Kussbach. 

7* 



52 



Johann Haring. 



Die Auen, welche bei Stockerau eine grosse Fläche bedecken, werden von 
zahlreichen, nun abgebauten Arnien durchschnitten, die durch ihren gegen- 
wärtigen halbtrockenen Zustand für den Botaniker noch interessanter sind. Die 
Ufer derselben sind überaus reich mit verschiedenen Weiden bestanden, das 
meist stehende Wasser ist mit üppiger Wasserflora bedeckt, während die trockenen 
Sandflächen der breiten Bette nicht selten von herabgeschwemmten Bergpflanzen 
bewohnt sind. 

Die wichtigsten Arme sind: der Stockerauerarm, der „Krumpenarm" 
(fliessend), die „Kleine Sonnlacke" (prächtige Wasserflora), die „Grosse Sonn- 
lacke", das „Untere Warmbad" und das „Gangwasser" bei Zögersdorf (ebenfalls 
schöne Wasserflora). Noch sind aus diesem Gebiete zu erwähnen: der Grosse 
und der Kleine Sauhaufen unterhalb Spillern. 

Die nördlichen Anhöhen bei Stockerau sind als die Fortsetzung des 
Wagram zu betrachten. Es ist ein welliger Boden, der von mehreren Thälern 
verhältnissmässig tief eingeschnitten wird, anderseits unmerklich in das benach- 
barte Bergland übergeht. Diese Thäler sind durchflössen vom Stranzendorfer-, 
Göllers-, Fall- und Rohrbach. Alle diese Thäler haben eine sumpfige Sohle 
und beherbergen auf den Sumpfwiesen kleinerer Mulden (Teichwiese, Felber- 
wiese, Rusterwiese, Rohrbacherwiese, Kräuterhofwiese, Wiesen -Wilfersdorfer- 
wiese und jenen bei Zögersdorf, Zissersdorf und Goldgeben) eine fast reich zu 
nennende Sumpfflora. Die südliche Stufe des Wagram, die sogenannte Wein- 
leithen zwischen Zissersdorf, Goldgeben und Hausleithen, ist überaus reich an 
quelligen Stellen (massenhaft Carex Oederi Ehrh.), die wieder sumpfige Wiesen 
in der Ebene zur Folge haben, da sie sich nicht zu Bächen vereinigen. 

Nicht uninteressant ist es, dass die meisten Sumpfwiesen ihre (wenigstens 
für die örtliche Flora) eigenthümlichen Arten haben. So wächst nur auf der 
Felberwiese: Carex ampullacea Good., Scirpus Holoschoenus L , Iris sibirica L., 
Scorzonera parviflora Jacq. ; auf der Rusterwiese: Juncus oMusiflorus Ehrh. 
lind Trollius europaeus L.; auf der Kräuterhofwiese: Carex paniculata L.; auf 
der Rohrbacherwiese: Orchis palufitris Jacq.; auf der Zögersdorferwiese: Equi- 
setum palustre L. var. polystachium Vill. ; auf der Zissersdorferwiese: Gentiana 
Pneumonanthe L. u. 's. w. 

Selbst unbedeutende Erhebungen mit ein wenig Waldbestand weisen sofort 
eine Bergflora auf, wie z. B. der Schinderwald beim Grummethof (Echinops). 
Der Rohrwald endlich, dessen höchste Erhebungen der Michelsberg und Wasch- 
berg wind, an wplcl)e sich jenseits des Rohrbaches nocli der Dobler anschliesst, 
zeichnet nich durch eine reiche Bergflora aus. Besonders reich ist die Rosen- 
flora auf den genannten Bergen, vornehn)lich auf den beiden ersteren vertreten. 
Viele Hunderte der «chönsten Sträucher bedecken oft in ununterbrochenen dichten 
Hecken die kahl«n Abhänge, die zahlreichen Wege besäumend. 

Der Rohrwaldtoich bietet nichts IJenierkenswerthes. 

Vom Dobler /i<4it sich parallel mit dem Rohrbache diu kahler, allmälig 
verflachender Burgriicken gegen Süden, welcher mit dorn botariiKch interessanten, 
hObsch bewaldeten Schlief berge endigt. Nur auf diesem finden sich: Carex 



Floristische Funde aus der Umgebung von Stockerau in Niederösterreich. 



53 



nitida Host., Carex humilis Leys., Allium flavum L-, Linaria genistifolia Mill., 
Alyssum montanum L. und Colutea arborescens L. 

Die Waldhöhen zwischen Stranzendorf und Ober-Russbach sind der einzige 
Fundort von Pirola secunda L., Pirola minor L. und Gytisus austriacus L. 

Bevor ich zur Aufzählung einiger wichtigerer Funde übergehe, ist es mir 
eine angenehme Pflicht, dem Herrn Heinrich Braun in Wien, welcher die von 
mir gesammelten Rosen, trotz seiner Ueberhäufung mit Arbeiten, nicht nur 
freundlichst bestimmt, sondern auch kritisch bearbeitet hat, mir überhaupt ein 
stets bereiter und gütiger Berather ist, meinen herzlichsten Dank hier auszu- 
sprechen. 



Eqvisetum variegatum Schleich, var. virgatum Doli, einziger Standort: Schotter- 
grube in der Au in ziemlicher Menge. 

Equisetum ramosissimum Desf. auf Aeckern an der Pragerstrasse nicht selten. 

Eqtiisetum palustre var. polystachyum Vill. besonders schön und häufig auf 
der Zögersdorferwiese, 

Polypodium Robertianum Hoffm. bisher nur in einer Brunnenwölbung bei der 
Teufelsmühle. 

Aspidium spinulosum Schk. var. genuinum Röper auf dem Dobler sehr selten. 
Asplenium Trichomanes L. auf dem Waschberge sehr selten. 
Ophioglossum vulgatum L. gemein auf fast allen Wiesen der Au von Stockerau 
bis Spillern. 

Stipa pennata L. sehr häufig auf dem Schlief berge, seltener auf trockenen 
Grasplätzen in der Au; von dem Volke als „Frauenhaar" eifrig gesammelt. 

Stipa capillata L. häufig auf dem Schlief berge, geradezu gemein aber an son- 
nigen Abhängen zwischen der Hornerstrasse und Goldgeben. 

Poa dura Scop. kommt nur auf dem Grafendorfer Viehstande, dort allerdings 
massenhaft vor. Scheint dahin verschleppt worden zu sein, da ausserhalb 
dieses Standortes im ganzen Gebiete davon keine Spur ist. 

Lolium italicum A. Br., welches nach Höf er (Neilreich's Nachträge zur Flora 
von Niederösterreich, 1866, p. 8) in der Stockerauerau vorkommen soll, 
ist mir in den ganzen sechs Jahren dort nie zu Gesichte gekommen. 

Carex cyperoides L. im luundationsbette des Krumpen armes in einem einzigen 
dichten Rasen im Juli 1885 beobachtet. 

Carex disticha Huds. auf allen Sumpfwiesen gemein. 

Carex remota L. selten in ausgetrockneten Gräben in der Au; im Rohrwalde 

bisher nicht gefunden. 
Carex paradoxa W. gemein auf den meisten Sumpfwiesen. 
Carex paniculata L. auf der Sumpfwiese nächst dem Kräuterhofe mit voriger. 

Blüht um circa vierzehn Tage später als C. paradoxa W. 
Carex stricta Good. sehr häufig im Gangwasser bei Zögersdorf und an der 

Grossen Sonnlacke. 
Carex humilis Leys. häufig auf dem Schlief berge. 



54 



Johann Haring. 



Carex ornithopoda Willd. stellenweise sehr häufig in der Au; seltener auf den 
nahen Bergen. 

Carex digitata L. nur im Rohrwalde und auch da nicht häufig. 
Carex nitida Host, nur auf dem Schlief berge. 

Carex Oederi Ehrh. fehlt allen Sumpfwiesen der Umgebung mit Ausnahme jener 
bei Zissersdorf; dagegen überaus häufig bei Olberndorf und an allen quel- 
ligen Stellen der südlichen Abdachung des Wagram, besonders um Gold- 
geben und Zissersdorf. 

Carex flava L. nur in wenigen Exemplaren in einem Abzugsgraben der Leitzers- 
brunnerwiese. 

Carex Pseudo-Cyperus L. sehr häufig im Gangwasser bei Zögersdorf; bei 

höherem Wasserstande fast unzugänglich. 
Carex ampullacea Good. auf der Felberwiese, noch häufiger auf dem Sauhaufen 

gegenüber Höflein. 

Scirpus radicans Schk. sehr häufig auf dem grossen Sauhaufen, die grossen 
Büsche weithin den Boden bedeckend; minder häufig an der Grossen und 
Kleinen Sonnlacke. 

Scirpus Holoschoenus L. auf der Felberwiese in etwa zehn Gruppen; bisher 
aus hiesiger Gegend kein anderer Standort bekannt. Von Neilreich in 
seiner Flora von Niederösterreich von Stockerau angegeben; möglicher- 
weise derselbe Standort. 

Scirpus Tdbernaemontani Gmel. nicht gemein in Abzugsgräben der Sumpfwiese 
bei Wiesen gegen Wilfersdorf und auf jener beim Kräuterhofe. Sie findet 
sich hier nie in Gesellschaft der Scirpus lacustris L. 

Scirpus Pollichii Gr. Godr. sei hier nur seiner Wanderlust wegen erwähnt; 
länger als drei Jahre hält er bei uns wenigstens nicht auf demselben 
Standorte aus, und fast alle Jahre finde ich diese Pflanze an einem Orte, 
von dem ich gewiss bin, dass sie früher dort nicht war. 

Juncus obtusiflorus Ehrh. bedeckt auf der Kusterwiese grosse Strecken. 

Scilla hifolia L. in der Au selten, desto häufiger an vielen Stellen des Rohr- 
waldes. 

Allium flavum L. nur an der Südseite des Schliefberges. 

Alliu7H rotundum L. fand ich erst in diesem Sommer auf Aeckern zwischen 

Grafendorf und Wiesen, sowie auf dem Waschberge häufiger. 
Allium vineale L. sehr selten auf dem Waschberge. 

Majanthcmum hifoliam DC. in grosser Menge auf wenige Quadratmeter zu- 
saninjeng(!drängt in einem Boden der Au. Von seinein ehemaligen Stand- 
orte auf dem Wascliberge seit dem Ausschlagen eines kleineu Bestandes 
im Jahre 1881 verschwunden. Dagegen fand ich heuer einen neuen, 
ziemlich reichen Standort auf dem Michlsberge. 

StratiotcR (doiden L. im Gangwasser bis 1881 in ungeheurer Meng(!, dann durch 
die trockenen Sommer sehr stark reducirt, erst seit 188r) wi(!d(5r häufiger, 
sehr üppig blühend. Sonst nur sporadisch in stehenden Wässern in der Au. 



Floristische Fände aus der Umgebung von Stockerau in Niederöst^rreich. 



55 



Hydrocharis Morsus ranae L. gleich dem Yorigen, jedoch nur im Grangwasser 
und in einem Wassergraben am Kühhänfel unweit Zögersdorf. Am ersten 
Standorte grosse Strecken bedeckend. Theilte das gleiche Schicksal mit 
Stratiotes, erholt sich aber viel langsamer, sowie es auch seit 1881 nicht 
viele Blüthen zeigte. 

Elodea canadensis Rieh, et Michaux. Das Aufti-eten dieser Wasserpflanze in 
dieser Gegend habe ich im vorigen Jahre in einer Correspondenz der 
Oesterr. botan. Zeitschrift, 1885, p. 369 kurz mitgetheilt. Seither ist ihr 
Stand in der Kleinen Sonnlacke unverändert. Ich habe mehrere Hunderte 
von Blüthen in den verschiedensten Stadien untersucht und gefunden, 
dass wir es hier mit der weiblichen Pflanze zu thun haben. 

Gladiolus palustris Gaud., welche nach Neilreich (Flora von Niederosterreich) 
bei Stockerau vorkommen soll, habe ich nie gefunden, 

Iris variegata L. nicht selten auf dem Waschberge. 

Iris sibirica L. häufig auf der Leitzersbrunnerwiese, seltener auf der Rusterwiese. 
Leucojum aestivum L. nur an einer Stelle der Spillerer Au ; sehr reichblüthig, 

ein Schaft bis zu sieben Blüthen tragend. 
Orchis Morio L. hier sehr selten, nur in der Au hie und da ein vereinzeltes 

Exemplar. 

Orchis palustris Jacq. nur auf der Rohrbacherwiese, und auch da selten. 
Orchis latifolia L. auf mehreren Sumpfwiesen; ziemlich häufig auf jener zwischen 

Wiesen und Wilfersdorf, seltener bei Ober-Olberndorf. 
Piatanthera bifolia Rchb. in der Au stellenweise sogar häufig, desto seltener 

im Rohrwalde. 
Ophrys muscifera Huds. sehr selten im Rohrwalde. 
Cephalanthera pallens Rieh, und 

Cephalanthera rubra Rieh, nicht selten im Rohrwalde. 
Neottia Nidus avis Rieh, wie vorige. 

Listera ovata R. Brown stellenweise häutig im Rohrwalde, einzeln auch in der Au. 

Cypripedium Calceolus L. ziemlich selten auf dem Wascbberge; weit häufiger 
im Walde zwischen Stranzendorf und Ober-Russbach. 

Potamogeton lucens L. im Gangwasser, in der Kleinen Sonnlacke und im Rohr- 
waldteiche häufig. 

Potamogeton densus L. selten im eigentlichen Donaugebiete; sehr häufig da- 
gegen in den vielen kurzen, aber wasserreichen Bächlein, welche an der 
südlichen Stufe des Wagram entspringen. 

Potamogeton trichoides Cham, häufig in der Kleinen Sonnlacke an mehreren 
Stellen, mit P. pectinatus L. oft förmlich verwickelt. 

Lemna polyrrhiza L. bedeckt fast die ganze Oberfläche des Gangwassers; sonst 
kein Standort bekannt. 

Lemna gibba L. nur in einem fast stehenden Abflüsse einer Wiesenquelle; hier 

in grosser Menge. 
Acorus Calamiis L. im Gangwasser sehr häufig. 



56 



Johann Haring. 



Typha minima Hoppe von mir seit zwei Jahren am Ufer des Krumpenarmes, 
welches durch eine kleine, vorgelagerte Insel fast ganz trocken gelegt 
ist, in circa 100 Exemplaren beobachtet. Die Pflanze vermehrt sich, blieb 
aber bisher mit Ausnahme eines einzigen Exemplares steril. 

Sparganium simpIex Huds. nur in einem kleinen Wassergraben in der Au. 

Callitriche verna L. in der Kleinen Sonnlacke in ungeheurer Menge und in 
allen Formen. 

Parietaria erecta M. u. K., welche auf den Douauinseln nächst Wien in so 
grosser Menge vorkommt, sah ich in unserem Gebiete nicht in einem 
einzigen Exemplare. 

Salix fragilis L. sehr selten; mit Sicherheit nur in einem verkrüppelten Bäum- 
chen am Ufer des Stockerauerarmes nachgewiesen. 

Salix excelsior Host und S. palustris Host, beide sowohl im eigentlichen 
Donaugebiete, als auch an den Ufern aller hiesigen Bäche reichlich ver- 
treten. Erstere Art steht der S. fragilis L. oft so nahe, dass sie, be- 
sonders bei Beginn der Belaubung, kaum von derselben zu unterscheiden 
ist. In diesem Stadium sind die Blätter oft klebrig und färben beim 
Trocknen sich dunkel; ebenso schwer ist in dieser Zeit die Feststellung 
der Farbe der unteren Blattseite. 

Salix alba L. var. vitellina (Host) nicht selten im Gebiete. 

Salix amygdalina L. var. concolor und var. discolor häufig im Gebiete. 

Beim Sammeln dieser Art fiel mir auf, dass die jungen Blättcheu ebenso 
wie Kätzchenstiele und Kätzcheustielblättchen entgegen der Diagnose statt 
vollkommen kahl zu sein, mehr oder minder starke Behaarung aufwiesen. 
Hiedurch angeregt, begann ich, obwohl die Zeit schon fortgeschritten 
war, soweit als möglich alle Sträucher der vermeintlichen amygdalina 
zu untersuchen. Das Kesultat war, dass von allen durchgenommenen 
Exemplaren — und es waren ihrer sehr viele — kein einziges vollständig 
kahl war. Heuer setzte ich meine Beobachtungen fort und sandte eine 
Partie der betreffenden Art von drei Sträucheru au meinen ebenso tretf- 
lichen wie gütigen Führer Herrn Heinrich Braun in Wien. Herr Braun, 
welcher sich freundlichst der Mühe, diese Weide zu bestimmen, unterzog, 
und hierüber auch mit Herrn Hofrath v. Kern er couferirte, sprach die 
Weide als: 

Salijn lanceotata Sm. an und theilte mir zugleich mit, dass dieselbe für 
OeHterreicli- Ungarn überhaupt neu sei. 

S. lanceolaia Sm. ist in unserem Gebiete sehr reichlich vertreten, und 
zwar Howohl in männlichen wie weiblichen Exemplaren, mit einfarbigen 
wie zweifarbigen Blättern, wobei das Blattcolorit in Betreif der Sommer- 
blüthe keinen UnterHcliied macht. Die Büsche diesttr Weide gleiciien 
äUMHerlicli vollkoninjen den Sträucheru der eigentlichen amygdalina; sie 
bildet vielhtäininige dichte Sträucher bis zu hohon, aber dünustämmigeu 
Bäuucheu. 



Florißtische Funde aus der Umgebung von Stockerau in Niederösterreich. 



57 



Zur Zeit des Herausbrechens der Blüthen mit den Blättern, und noch 
mehr kurz vorher, zeigt diese Weide mit ihren dichthaarigen Knospen 
und Blättern auf den ersten Blick weit eher den Habitus einer alba als 
einer amygdalina und stimmt auch in der Blüthezeit mit S. alba ziemlich 
überein. Am 22. April 1886 fand ich am Göllersbache einen Strauch, 
der in seinen (männlichen) Blüthen eine mir ganz neue Eigenthümlich- 
keit aufwies: die Kätzchen zeigten auf den ersten Blick einmännige 
Blüthen. In meiner Unerfahrenheit dachte ich sofort an einen Bastard 
von amygdalina mit purpurea, doch das waren keine verwachsenen Staub- 
fäden, sondern ganz deutlich einfache mit nur einer Anthere. Die ein- 
gehendere Untersuchung ergab, dass eine grosse Anzahl der Blüthen 
thatsächlich ein männig war, während bei anderen nur das mittlere 
Staubgefäss in der Entwicklung fortgeschritten und schon abgewelkt war, 
als die beiden anderen zu verstäuben begannen. Noch möchte ich be- 
merken, dass die Drüsen in ihrer Zahl den vorhandenen Staubfäden genau 
entsprechen. Die Untersuchung einer grösseren Anzahl von ähnlichen 
Sträuchern, welche in ihren Blüthen mit dem ersten entweder ganz oder 
theilweise übereinstimmten, wobei bei den einen das einfache Staubgefäss, 
bei den anderen die Dreimännigkeit vorherrschte, belehrte mich, dass 
alle diese Exemplare zur S. lanceolata Sm. gehören, und die ausgebildeten 
Blätter bestätigten diese Annahme vollkommen. 

Die Sommerblüthen dieser Exemplare zeigten dieselbe Erscheinung wie 
die ersten Blüthen. Die S. lanceolata Sm. ist längs des Göllersbaches, 
des Fallbaches, wie auch an den Ufern des Stockerauerarmes stellenweise 
die häufigste Weide, auf alle Fälle aber häufiger als S. amygdalina. 

Salix rubra Huds. nicht selten, da die Stammeltern reichlich genug ver- 
treten sind. 

Salix elaeagnifolia Tausch, in prächtigen Exemplaren an der Kleinen Sonn- 
lacke; am Krumpenarme fand ich Anfangs April 1886 ebenfalls drei 
Sträucher, von welchen Herr Braun blühende Zweigexemplare mitnahm. 
Leider scheinen die Sträucher einzugehen. Auch diese Weide wurde von 
Herrn Braun gütigst bestimmt. 

Salix incana Schrank findet sich schon diesseits des Krumpenarmes nicht 
selten, viel häufiger noch jenseits desselben in hochstämmigen, förmlichen 
Baumexemplaren. 

Salix daphnoides Vill. ist im Gebiete gar nicht selten und wurden schon 
strauchartige Exemplare blühend gefunden. 

Salix Caprea L. häufig im Rohrwalde, desto seltener in der Au. 

Salix cinerea L. auf allen Sumpfwiesen des Gebietes reichlich vertreten. 

Salix rosmarinifolia L. nicht selten auf der Felberwiese und auf der Sumpf- 
wiese bei Zissersdorf; am häufigsten jedoch auf der Rusterwiese, wo sie 
grosse, dichte Gruppen bildet. 

Z. B. Gen. B. XXXYII. Abh. 8 



58 



Johann R a r i n g. 



Salix purpurea L. eine der gemeinsten Weiden, die hier nur ihrer häufigen 
Bastardirung wegen genannt sei. Die var. mirahilis Host sehr selten am 
Stockerauerarm. 

Populus monilifera Ait. in den Auen häufig gepflanzt. 

Populus canescens Sm. sehr häufig in der Au. 

Populus villosa Laug, seltener in unserer Au; etwas häufiger in der Zögers- 
dorfer Au, überall nur in jungen Exemplaren, an welchen ich bisher keine 
Blüthe finden konnte. 

Corispermum niticlum Kit. am grossen Damm der Donau am Lützelwördern 
in vier Exemplaren. 

Rumex Hydrolapatlium Huds. häufig und in ansehnlichen Exemplaren im Gang- 
wasser; neuestens auch in einem ausgetrockneten Graben in der Au in 
ziemlicher Anzahl gefunden. 

Rumex scutatus L. in zwei dichten Büschen auf dem Damme beim Lützel- 
wördern. 

Rumex Acetosella var. vulgaris Koch in einem versandeten Seitenarme des 

Krumpenarmes häufig. 
Passerina annua Wickstr., sehr die Standorte wechselnd. Während es auf einem 

Felde bei Wiesen im Jahre 1884 in geradezu unzähliger Menge wucherte, 

fand ich im vergangenen Sommer nur spärliche Exemplare in der Au. 
Ilippopjhae rhamnoides L. in grosser Menge in der Theresienau; in schönen 

Exemplaren von 5— 7 m. Höhe und bis zu 15 cm. Stammdurchmesser sind 

am Lützelwördern nicht selten. 
Asarum europaeum L. in den meisten Böden der Au von Zögersdorf bis Spillern 

häufig. 

Plantago maritima L. var. integrifolia Neilr. nur auf der Rohrbacherwiese auf 
sehr feuchtem Boden massenhaft. Oberhalb Schönborn, sclion ausser dem 
Gebiete, auf gleicher Unterlage. 

Valerianella rimosa Bast, in manchen Jahren auf den meisten Feldern häufig. 

Petasites ofßcinalis Mönch, selten in der Au, etwas häufiger auf einem nassen 
Felde nächst Kreuzensteiu. 

Aster salignus W. sehr häufig an den Ufern des Göllersbaches. 

Solidago gigantea Ait. in ungeheurer Menge zwischen dem Krumpenarme und 
der groHsen Donau; scheint neuestens aucli schon diesseits des ersteren 
nicht Helten aufzutreten, sowie sie sich überiiaupt jährlich weiter aus- 
breitet. 

/nula OculuH (J/iristi L. mir auf dem Graf<^Md()rf('r 'i'ujMuiuH in einigen zwanzig 
Exi'inphiren. 

Jlidens ccrnua IIu'Ih. var. radiata und nana Wirn. u. (ir. beide in oinor kleinen 
WicHfinlachf! b<'i Wiesen; crstere selir häufig in der Dorfhiclio in ()l)nr- 
OIb««rndorf 



Floristieche Fände aus der Umgebung von Stockerau iu Niederösterreich. 



59 



Galinsoga parviflora Cav. als Uukraut iu fast allen hiesigen Gärten, wie nicht 
minder anf den nahen Feldern verbreitet, ohne bleibenden Standort. 

Artemisia Absinthmm L. in grosser Menge in einem Schlage auf dem Wasch- 
berge (Grafenwald); selten an der Donau. 

Gfujphalium täiginosiim L. selten im feuchten Sande der Donau; in grosser 
Menge auf dem Waschberge. 

Gnaphalhim dioicum L. ist für unser Gebiet selten; vereinzelt an der West- 
seite des Waschberges und im Walde bei Stranzendorf. 

Senecio Doria L. in etwa 300 Exemplaren au den Ufern des Göllersbaches ober- 
halb der Postmühle beobachtet. 

Echinops sphaeroceplialm L. selten beim Grummethof. 

Scorzonera parviflora Jacq. nur im vergangenen Frühjahre auf der Felberwiese 
in geringer Anzahl gefunden. 

Crepis pdludosa Moench. sehr häufig auf der Rusterwiese und nicht selten auf 
der Wiese bei Leitzersbrunn. 

Campanula rapunciäoides L. Seit 1884 beobachte ich in der Au ein mehr- 
stämmiges Exemplar mit gefällten Blüthen, die trotz der doppelten 
Krone auch noch sämmtliche Staubgefässe trugen, nur in einzelnen 
Blüthen scheinen letztere fehlzuschlagen. 

Galium rotundifolium L. Ausser dem Standorte am Waschberge fand ich 1886 
auf dem Dobler einen viel reicheren mit kräftigeren Exemplaren. 

Galium tdighiosum L. auf der Rüster- und Leitzersbrunnerwiese nicht selten. 

Lonicera Caprifolium L. in der Au stellenweise auf allen Sträucheru wuchernd 
und ungemein reichlich blühend. 

Adoxa Moschatellina L. iu den Böden rechts von der Austrasse sehr häufig; 
auch in der grossen Remise beim Au- Gasthause nicht selten. 

Gentiana ciliata L. auf dem Waschberge nicht selten. 
Gentiatw. Cruciata L. auf Wegen und in Durchschlägen ebenda. 
Gentiana Pneumonantlie L. nur auf der Sumpfwiese bei Zissersdorf ; hier aber 
häufig und iu allen Formen. 

Menyanthes trifoliata L. sehr häufig in einem Wassergraben auf der Ruster- 
wiese (Grafendorfer Sumpfwiese), seltener auf der Felberwiese. 

Lamiuvi aJhum L., welches nach Neilreich (Flora von Wien, I, p. 337) bei 
Stockerau und Spillern, Ober- und Unter-Rohrbach so häufig sein soll, 
kommt nur iu Spilleru und da nicht häufig vor. Scheint der grösseren 
Reinhaltung der genannten Ortschaften zu weichen. 

Stachys germanica L. auf wüsten Plätzen in Zögersdorf nicht häufig, vereinzelt 
beim Grummethofe. In grosser Menge und in schönen, hohen Exem- 
plaren fand ich diese Pflanze in einem Schlage des Waschberges gegen 
Haselbach im heurigen Sommer (1886). 

8* 



60 



Johann Ha ring. 



Marruhium vulgare L. mehr minder häufig auf wüsten Plätzen der meisten 

Dörfer unserer Umgebung. 
Scutellaria hastifolia L. nur auf einem Donaudamme gegenüber Höf lein in circa 

20 Exemplaren. 

Teucrium Scordium L. gemein auf der Rusterwiese; seltener auf feuchten Gras- 
plätzen an der Leitzersdorferstrasse. 

Teucrium Botrys L. auf den meisten Aeckern am Südhange des Wasch- 
berges. 

Cynoglossum officinale L. nur hie und da an den Böschungen der Strassen 
und der Eisenbahn. 

Änchusa officinalis L. nicht gemein; selten in der Au und bei ünter- 
Rohrbach. 

Nonnea pulla DC, ich fand 1885 auf einem Acker nächst Stockerau ein Exem- 
plar mit grünlichweissen Blüthen. 
Linaria genistifolia Mill. nur auf dem Schliefberge. 

Äntirrhinum Orontium L. sehr unbeständig. Während im Jahre 1884 manche 
Aecker Hunderte von Exemplaren trugen, sah ich heuer auf grossen 
Strecken nicht ein Exemplar. 

Euphrasia lutea L. auf trockenen Grasplätzen am Thaleingange bei Ober-Rohr- 
bach, auf dem Dobler und Waschberge nicht selten. 

Pedicularis palusti'is L. nur auf der grossen Sumpfwiese zwischen Ober- und 

Unter-Rohrbach und auf jener beim Kräuterhofe; hier überall häufig. 
Utricularia vulgaris L. nicht selten im Gangwasser. 

Anagallis caerulea Schreb. in Stockerau's Umgebung fast nicht minder häufig 
als die rothblühende Art. 

Pirola minor L. und P. secunda nicht selten im Walde zwischen Stranzendorf 
und Ober-Russbach; scheint im Rohrwalde zu fehlen. 

Eryngium planum L. dürfte in Stockerau's Umgebung kaum vorkommen. 

Helosciadium repeufi Kocli auf nassen, quelligcn Stellen in der ganzen west- 
lichen Umgebung liäufig. 

Silaus pratensis Bess. nur auf der Rusterwiese, liier aber häufig. 

Peucedanum alsalicum L. ausser dem Rohrwaldo sogar ziemlich häufig in der 
Zögcrsdorferau, allordings auf trockenen Stellen. 

Loranthus europaeus Jacq. auf Eichen im Rohrwaldo gemein; seltener in 
der Au. 

Saxifraga tridaclylilcs \,. kommt hier nur in der Au vor; auf den Bergen 
Hcheint es zu fehlen. 

Rihes ruJ()rum L. offenbar verwildert in mehreren Exemplaren unter Gebüsch 
in der Au; faufl hIh aber nie blühend. 



Floribtische Funde aus der Umgebung von Stoekeiau in Niederösteneich. 



61 



Thalictrum coUinum Wallr. auf einer Wiese zwischen Spillern nnd Wiesen, bei 
Goldgeben und am Ufer des Göllersbaches ; überall spärlich. 

Anemone 'pratensis L. und A. PulsatiUa L. ausser Kohrwald und Schlief berg 
auch noch am Zeiselberg auf einem kleinen Rasenflecke in grosser 
Menge. 

Adonis vernalis L. hier nur an den Abhängen des Waschberges; für diese 
Gegend zuerst vom Herrn Lehrer Lickl coustatirt. 

Banunculus divaricatus Schrank in allen stehenden Wässern massenhaft; tritt 
sehr häufig als var. terrestris Neilr. auf. 

Ranunculus arvensis L. var. spinosus Neilr. Bemerkenswerth ist das massen- 
hafte Auftreten dieser Pflanze unter Getreide im Sommer 1886. 

Trollius europaeus L. in ziemlicher Menge auf der Rusterwiese; bisher sonst 
kein Standort bekannt. 

Isopyrum thalictroides L. in einem flachen Graben in der Au massenhaft, doch 
seit etwa drei Jahren stark zurückgegangen. Dieser Standort zuerst vom 
Herrn Lehrer Lewisch aufgefunden. Ich fand es nicht häufig auf dem 
Waschberge. 

Actaea spicata L. auf dem Waschberge selten. 

Hesperis tristis L. nur auf einem trockenen Hügel oberhalb des Kräuterhofes 
bei Spillern. 

Alyssum montanum L. nur auf dem Schliefberge selten. 

Conringia orientdlis Rchb. ist in unserer Gegend sehr selten; ich fand sie 
einmal auf einem Acker auf dem Michlsberge. 

Senebiera Coronopus Poir. sehr häufig sogar auf ganz trockenem Boden, ob- 
gleich dann schwächlich. 

Viola alba Besser nicht selten auf dem Waschberge und in der alten Au. 

Viola Austriaca A. Kerner, einzeln in der Au. 

Viola Vindobonensis (Austriaca X odorata) Wiesbaur in Oesterr. botan. Zeitschr., 
1880, p. 191, zwischen den Stamm eitern in der Au sehr selten. 

Viola permixta Jordan (hirta >< odorata) ungemein häufig und üppig zwischen 
den Stammeltern in der Au. 

Viola mirabilis L. fand ich auf dem Waschberge auch im zweiten Sta- 
dium mit ausgebildeten Blumenblättern. Kommt auch in der Zögers- 
dorferau vor. 

Viola silvatica Fr., fand ich in obiger Au, ein sehr reichstengeliges Exemplar, 
das, ähnlich der vorigen Art, zweite Blüthen trug, welche sehr klein und 
scheinbar ungespornt mit dem Krönchen kaum über den Kelch hervor- 
ragten. 

Portulaca oleracea L. hie und da als Gartenunkraut. 
Herniaria glabra L. selten auf Saudflächen am Krumpeuarme. 



62 



Johann Haring. 



Heiniaria hirsuta L. fand ich einmal 1881 auf einem hiesigen Acker in circa 
15-20 Exemplaren; seither nie wieder. 

Spergularia rubra Pers. selten auf Ufersand am Krumpenarme. 
Stellaria nemorum L. häufig in der Au von Zögersdorf bis Spillern. 
Diantims Armeria L. niclit selten auf dem Waschberge. 
Silene Otites Sm. fehlt in diesem Gebiete. 
Lavatera thuringiaca L. nicht selten im Rohrwalde. 

Euphorbia palustris L. sehr selten; bisher nur in einem Graben der Zögers- 
dorferau. 

Mercurialis perennis L. selten im Rohrwalde. 

Oxalis stricta L. an vielen Orten in der Au; aber nur in einem Durchschlage 
zwischen der Grossen Sonnlacke und dem unteren Warmbade in grösserer 
Menge. 

Oxalis corniculata L. häufig als Unkraut in Hof und Garten des Schönnauer'schen 
Hauses in Stockerau. 

Epilübium Dodonaei Vill. sehr häufig und in grossen Büschen auf dem Donau- 
damme gegenüber von Höflein. 

Circaea lutetiana L. sehr häufig in der Au; fehlt dagegen im Rohrwalde. 

Rosa Austriaca Crantz f. typica, Weg durch den Schlag von Wollmannsberg 
auf den Michlsberg. 

Rosa 'piminnellifolia L. gerader Weg von Wiesen auf den Waschberg, Ende 
August 1886. 

Rosa spinosissima L. Waschberg gegen Wilfersdorf. Eine der R. spinosissima 

f. megalacantha Borbäs sehr nahestehende Form. 
Rosa spinosissima L. var. macropetala Borbäs, gerader Weg von Wiesen auf 

den Waschberg. 

Rosa canina \j. subspocies nitens Desv. Strauch am Fallbache. Griff'cl schwach 
behaart, Blüthen sehr blassrosa, fast weisslich, von Rosa Lutetiana Leman 
durch kurz eiförmige Früchte, viel weniger behaarte Griffel und oberseits 
glänzende Blättchen verschieden. 

Rosa canina L. subsjjccies ramosisshna Rau, Enum. ros. Wirceburg., j). 74 
(IHKi) sub varietate ß. Rosac caninae. — Rau beschreibt seine Rosa 
ranwsiHsima a. a. 0. unter andern mit folgenden Worten: ,.R. canina 
["■>. raviosissima m. Ramuli jlorifcri confei'tissimi, hrevissivii, incr- 
mcH. Pctioli ad hasin puhc rarissima adspcrsi, eglandulosi plurimi 
inermes, pauci aculcafi. Folia ovalia Itasi ajticique acuta, simpli- 
citer nrgulc scrratis, serraiurac suhcuspidatoe, cartilaginco-mucronatae. 
rcdunr.uli ]>l/:ru)Nf/ue '{ umhdlal/i, rarius solUarii. Caetera ut in llosa 
canina vulgari.*' Ferner fügt er di(!Ken AuHfüliningen am Schliissd hinzu: 
Per Ivane varietatem Rosac aciphyllac, exccpto calycis luho 
ovi formt Hiviilimam, Hosa canina transirc vidctur R. aciphyllam/^ 



Floristische Funde aus der Umgebung von Stockerau in Niederösterreich. 



63 



Aus vorstehenden Ausführungen können nun verschiedene Schlüsse ge- 
zogen werden, und einer der nächstliegenden ist wohl der, dass die 
E. canina ß. ramosissima Rau im Habitus der Uosa acipliylla Eau sehr 
ähnlich sein müsse, JRosa aciphyUa Rau liegt in einem Origiualexem- 
plare, welches Heller bei Würzburg seinerzeit gesammelt hat, im Her- 
bare des k. k. naturhistorischen Hofcabinets. Rau erwähnt ausdrücklich 
am angeführten Orte, dass er sowohl seine Rosa acipliylla, als auch seine 
JB. canina ß. ramosissima vom damaligen Studiosus Heller erhalten, 
habe. Rosa acipliylla Rau besitzt nun eine Serratur, welche dieser Rose 
einen Platz unter den Rosen aus der Gruppe „Transitoriae" Crepin an- 
weist, der Rosa exilis Crepin zunächst; auch das Zweiglein der „Uosa 
canina vaJde ramosa" Heller oder Rosa canina ß. ramosissima Rau zeigt 
eine unregelmässige Serratur. Ein weiterer Unterschied der R. ramo- 
sissima (Rau) gegenüber der R. acipliylla Rau liegt in den schwach be- 
haarten, manchmal fast kahlen Griffeln ersterer und den wollig behaarten 
Griffeln letzterer, welche Differenz von Rau nicht beachtet wurde. Diese 
R. ramosissima besitzt natürlich auch kleine Blättcheu, ähnlich der 
R. aciphylla Rau, was die Aehnlichkeit beider Rosen, welche ja Rau 
a. a. 0. so deutlich hervorhebt, noch anschaulicher macht. Eine Rose, 
welche alle vorhin erwähnten Merkmale mit alleiniger Ausnahme der 
Vielblüthigkeit in trefflichster Weise vereint, kommt nun an der Ziegelei 
bei Ober-Rohrbach nächst Stockerau vor; an diesem Strauche finden 
sich übrigens nebst den Zweigen mit meist einzelnen auch solche mit 
gepaarten Pedunkeln, uud es ist diese Rose daher mit Fug und Recht 
als zu R. ramosissima (Rau) gehörig anzusprechen. Die nächstverwandte 
Rosa ololeia Ripart unterscheidet sich nicht wesentlich von dieser Form ; 
diese Rose besitzt völlig kahle Griffel, einen mehr kegelig vorgezogenen 
Discus, eiförmig-oblonge Scheinfrüchte, drüsig besäumte Ränder der Se- 
palen, wie die mir vorliegenden Originalien aufweisen und wurde bisher 
in Niederösterreich noch nicht aufgefunden, 

Rosa dumalis var. ruhelliflora (Ripart), Strauch hinter der Kapelle am Michls- 
berge mit besonders schönen sattrosafarbigen Blüthen. 

Rosa dumalis var. laxifolia Borbäs. Grosser Strauch, Serratur ziemlich tief, 
Blattstiele fast drüsenlos. Originalexemplare im Herbare H. Braun. Ziegelei 
bei Ober-Rohrbach nächst Stockerau. 

Rosa dumalis var. innocua (Ripart). Eine Form mit meist wehrlosen Blüthen- 
zweigen, dicht behaarten Griffeln, weissen Blüthen; durch das ziemlich 
gedrängte Wachsthum und etwas kürzere, derbere Zweige von der typischen 
Form abweichend. Blättchen rundlich, offenbar Uebergangsform zur Rosa 
dumalis var. recognita Rouy. Nordseite des Michlsberges. 

Rosa dumalis subspecies oblonga (Deseglise et Ripart); gracile Form mit stark 
kegelig vorgezogenem Discus und derber Bestachelung, den Originalien 
vollkommen entsprechend, Griffel kahl, Dobler, gegen die Strasse herab. 



64 



ohann Haring. 



Rosa hiserrata Mdrat. Serratur fast wie bei Mosa scahrata Crepin, Blüthen 
schön rosenfarben, Mittelrippe drüsig, Scheinfrüchte kugelig oder eikugelig. 
Griffel wollig. Am Mittelwege von Wiesen auf den Waschberg. 

Rosa hiserrata var. eriostyla (Ripart). Pedunkeln an vorliegenden Exemplaren 
manchmal schwach flaumhaarig. An der Thalöffnung bei Ober-Rohrbach. 

Rosa dumetorum Thuill. var. suhgalUcana J. B. Keller in Haläcsy et Br aun, 
Nachträge zur Flora von Niederösterreich, p. 274 (1882). Von der typischen, 
auf dem Kühlinge im Alaunthale nächst Krems wachsenden Form durch 
behaarte Blütheustiele, sehr dicht wirtelige Bestachelung etwas abweichend. 
Griffel ein dichtes Köpfchen bildend, wollig; Discus fast eben, roth, Kelch- 
zipfel auffallend verlängert und breit, roth überlaufen. Stacheln sehr 
zahlreich, blassgelb oder etwas röthlich, theils etwas gebogen, theils fast 
gerade. Blättchen mit theilweise gespaltener Serratur, breit 'eiförmig- 
elliptisch, in der Jugend weinroth überlaufen, gegen die Basis abgerundet, 
beiderseits behaart, in der Form den Blättchen von R. uncinella f. ciliata 
Borbäs nicht unähnlich. Dobler gegen die Strasse herab. 

Rosa urbica Leman subspecies trichoneura (Ripart). Originalexemplare im 
Herbare A. Kerner. Blättchen gegen die Basis abgerundet (nicht an 
beiden Enden spitz!), Petiolen grösstentheils bestachelt, Griffel wenig 
behaart, Serratur einfach; von R. urbica Leman sehr verschieden; Blüthen 
blassrosa. Am Bache. 

Rosa uncinella Besser subspecies juncta (Fuget) in sched. Da Rosa juncta 
Puget noch nirgends ausführlich beschrieben ist, diese Rose jedoch ebenso 
zierlich und schön ist, als sie einer weiten Verbreitung sich erfreut, so 
soll an dieser Stelle dieselbe etwas ausführlicher besprochen werden. 

Frutex elevatus ramis viridibus vel dilute brunneis valde acu- 
leatis. Äculei parvi, adunci vel falcati rarius subrecti, flavescentes 
vel pallide cinerei, saepe supra stipulas oppositi. Stipulae anguste 
lancrolatae, anriculis acuminatis subfiliformibus; in marginibus 
glandrdis rufcscentibus dense praeditae. Peiioli dense pubesccntes, 
hinc inde glandulis stipitatis praediti, aculcolis ßavescentibus armati 
vel inermes. Foliola quina vel septena mediocria vel parva, ellip- 
tica vel ellijjtico-ovata, breviter petiolulata, basin versus rotun- 
data rarius subatienuata, apicem versus acuta vel inßma rotundata; 
supra glabra, saturaie viridia, subtus in nervo primario dense 
pilosa, in ncrvis secundariis hinc inde pilis obtecta, demum 
nervo primario exccpta subglabra, in margine irrcgulariter glan- 
duloso-serrata. Serratura acuta. Bracteae dilalatae, saepe folia- 
ceae; pedunculi glabri et laeves 18 — 22mm. longi. Sepala post 
antliesin reßexa, 2 intrgra 3 pinnatißda, pinnulis glandulis prae- 
dilis; petnliH subacffjmntia. Recepiacula ovoidea vel ovoideo- 
ob longa, lacvia et. glabra. Discus planus. Styli leviter pilosi 
drmutn subg labri. I'etala amoene et saturate rosca, ut in 



Floriötisclie Funde aus der Umgebung von Stockerau in Niederösterieich. 



65 



Bosa ruhelUflora Bipart. Beceptacula fructifera breviter ovoidea 
vel subglobosa; sanguinea. 

Eine in Niederösterreich ungemein verbreitete Rose von auffälliger 
Tracht und durch die schön rosenroth gefärbten Fetalen lebhaft an Bosa 
rubelliflora Ripart erinnernd; zunächst mit Bosa hirtifolia H. Braun in 
Beiträge zur Kenntniss einiger Arten und Formen der Gattung Bosa in 
den Verband], d. k. k. zooL-botan. Gesellschaft, XXXV (1885), p. 109, extr. 
p. 51, B. Annoniana Puget et Bosa subgldbra (Borbäs) verwandt. Bosa 
hirtifolia H. Braun unterscheidet sich sofort durch die plattkugeligen, 
kürzer (5— 10 mm.) gestielten Scheinfrüchte, kurz eiförmige, fast kugelige 
Receptakel, weisswollige Griffel, blass rosenroth gefärbte Fetalen, wenig 
bestachelte Blüthenzweige. B. Annoniana Puget mscr. et in sched. unter- 
scheidet sich durch fast wehrlose Blüthenzweige, die roth überlaufenen 
Stipulen, breit eilanzettlich in die Blattstiele keilig verlaufende Blättchen; 
ferner sind bei B. Annoniana die Blättchen viel weniger drüsig doppelt 
gesägt; die Secundärnerven sind selbst im Alter dauernd dicht fläumlich 
behaart, und gehört diese Rose der Gruppe der Bosa pilosa Opiz an. 
B. subgldbra (Borbäs), und zwar die Form mit wenig behaarten Griffeln, 
unterscheidet sich leicht durch sehr wenig behaarte Petiolen, die drüsen- 
losen Fiedern der Sepalen, die schwach behaarte Mittelrippe der Blättchen, 
blassrothe Fetalen und kugelige Scheinfrüchte. Was endlich die von 
J. B. Keller neu creirte B. pilosa f. Wiedermanniana betrifft, welche nach 
Originalexemplaren aus der Gegend von Rappoltenkirchen in Nieder- 
österreich der B. uncinella f. ciliata Borbäs ausserordentlich nahesteht, 
so kann dieselbe, wie auch letztgenannte Rose, in keinen Vergleich mit 
B. uncinella subsp. juncta (Fuget) gezogen werden. Die Verbreitung der 
B. juncta Fuget ist, wie schon Eingangs erwähnt, eine sehr grosse. Von 
Savoyen (Thonon leg. Fuget!), Fringy etc. erstreckt sich die Zone der 
Verbreitung über Tirol (A. Kern er), Kärnten, Steiermark bis nach Nieder- 
österreich, wo dieselbe bisher bei Ferchtoldsdorf (Braun), am Kahlen- 
berge bei Wien (Braun), am Bisamberge (Braun) und zuletzt zwischen 
Wiesen am Wege von Wilfersdorf auf dem Waschberge nächst Stockerau 
aufgefunden wurde. 

Bosa alba L. Form mit geraden Stacheln, an den Blüthenzweigen Drüsen- 
borsten eingemengt. Dieselbe lebhaft an eine Rose aus der Gruppe der 
Bosa tomentosa L. erinnernde Form findet sich auch im Herbare des 
k. k. naturhistorischen Hofmuseums aus Russland. Blättchen gross bis 
sehr gross, weniger länger als breit, einfach gesägt, oberseits dunkelgrün, 
wenig behaart, unterseits dicht anliegend behaart. Blüthenstiele lang, 
drüsenborstig, sowie die eiförmigen Receptakel. Am Wege von Wollmanns- 
berg auf den Michlsberg, halb im Gebüsche versteckt, wahrscheinlich 
verwildert. 

Bosa Jundzilliana Besser var. reticiUata (A. Kern er). Eine schlanke Form 
mit ziemlich kleinen Blättchen, schon in die f. exacanthoclados Borbäs 

Z. B. Gee. B. XXXVII. Abh. 9 



66 



Johann Haring. 



hinüberziehend; am südwestlichen Abhänge des Michlsberges ; eine Form 
mit schwach beflaumten Blattstielen, und so in die E. Jundzilliana Besser 
f. typica übergehend bei Oberhauzenthal. 

Bosa sepium Thnill. subspecies arvatica (Puget) in Baker, Eeview of the 
British roses, p. 33 (1864), et in Engl, bot., II, p. 317 (1864), pro 
specie, Deseglise, Cat. rais., Nr. 309 (1876), forma typica! Exemplaria 
authentica in herbario A. Kerner. Unterscheidet sich von jB. sepium 
subsp. vinodora (A. Kerner) durch die mehr rundlichen, zum Blattstiele 
nicht keilig verlaufenden Ränder der Blättchen, geringe Behaarung der 
Petiolen und Mittelnerven der Blättchen; die Blüthenzweige sind bald 
bestachelt, bald wehrlos am nämlichen Individuum. Diese Rose wurde 
zuerst von Sabransky am Hundsheimerberge in Niederösterreich ent- 
deckt. Südabhang des Michlsberges bei Stockerau, 

Bosa sepium Thuill. subspecies mentita Deseglise, Descr. de qq. esp. nouvelles 
roses in Billotia, p. 43 (1864), extr. p. 11, pro specie. Exs. Deseglise, 
Herb, ros., Nr. 31! Neu für Niederösterreich. Unterscheidet sich von den 
authentischen Exemplaren durch dünne Behaarung der unteren Blatt- 
lamina, sehr schwache, kaum wahrnehmbare Befläumung der Griffel und 
sehr blassrosa, ins Weissliche ziehende Farbe der Fetalen. Die ziemlich 
grosse Form der Blättchen, die wehrlosen Blüthenzweige, die ziemlich 
tief in die Blattlamina eingeschnittene Serratur hat diese Form mit den 
authentischen Exemplaren gemeinsam. An den Originalexemplaren zeigen 
übrigens die Zweige Blättchen mit theils kahler, theils mehr weniger 
befläumter Unterseite. Deseglise 1. c. p. 43 schreibt seiner Bosa mentita, 
welche er zuerst durch Puget von Thonon (Haute- Savoie) erhielt, unter 
Anderem „pdtioles velus et munis de glandes fines stipitdes en dessus 
inermes ou tres-faiblement aiguillonnes en dessous", ferner „folioles assez 
grandes, ovales lanceol^es ou elliptiques, aigues aux deux extrdmitös, 
glabre dessus, glanduleuses en dessous ä glandes ouvertes et surchargäes 
des glandes en dessous", fernerhin: „tube du calice ellipsoide, glabre, 
disque presque plan, fruit petit ovoide" zu. Alles Merkmale, 
welche bei der niederösterreichischen Pflanze in vorzüglichster Weise 
angetroffen werden. Die Exemplare Ddseglise's, Pasel, Nr. 31 zeigen, 
wie schon vorhin erwähnt, wechselnde Behaarung der unteren Blatt- 
lamina. Es ist also dieser Ucbereinstininiung haibor geboten, die Bosa, 
mentita Dds^glise mit der niederöriterreichischeii Pflanz« zu identificiren, 
da die differirnndcn Merkmale letzterer gegenüber den Originalexem- 
plaren zu unbedeutende und verschwindende sind, als dass es sich der 
Mühe lohnen würde, eine eigene Form oder Varietät aufzustellen und 
80 den Kreis der Formen ins Unendliche und Unübersehbare zu er- 
weitern, WJ'ldier Vorgang von Gandoge r und seinen Jüngern in 
ebenHO unwiHHenschaftliclMM- als auch die Konntniss der Form ver- 
wirrender W<'is(! l)is zum UeberdrusHe betrieben wird. Grosser Straucli 
am ,MirhlHb<^rg«*. 



Floristische Funde aus der Umgebung von Stockeraa in NieJerösterreich. 



67 



Rosa micrantha var. pe7^7nixta (DesegL). Auf demselben Individuum zeigen 
einige Zweige heteracanthe, andere homoacanthe Bewehrung, wieder andere 
sind völlig wehrlos; es sind daher die Varietäten der Rosa mi- 
crantha Sm. sehr schwach umgrenzt und kaum aufrecht zu erhalten. 
Am Michlsberge. 

Rosa micrayitlm var. opei'ta (Fuget). Unterscheidet sich von der var. 2>er- 
mixta (Desegl.) durch weniger befläumte Blattstiele, wehrlose oder fast 
wehrlose Blüthenzweige und durch viel breitere^ rundlich eiförmige Blätt- 
chen. Michlsberg. 

Rosa micrantha Sm. var. Lemaiiii (Boreau). Scheinfrüchte länglich eiförmig, 
Blättchen elliptisch spitz, an der Unterseite nur am Primärnerv behaart, 
Petiolen schwach befläumt. durch diese Unterschiede sowohl von R. mi- 
crantha Sm. typica, als auch von der Varietät perviixta (Deseglise) ver- 
schieden. Receptakel meist glatt. Diese Exemplare stimmen vortrefflich 
mit den authentischen Exemplaren im Herbare A. Kerner überein. Auch 
hier zeigen einzelne Zweige heteracanthe Bewehrung ähnlich wie bei der 
-73.7. permixta (Döseglise). Am Michlsberge. 

Rosa rubiginosa L. var. leioclona H. Braun. Rami fJoriferi plurimi 
inermes, foliola utrinqiie pilosa, rotundata vel suborhicularia, 
parva, flavescenti- vel ohscure viridia eodem in ramo. Receptacula 
setis flav esc ent Ulis glanduliferis obtecta. Sepala post an- 
tJiesin cito decidua. Receptacula fructifera suhlaevia, parva, 
aurantiaco-ruhra. Styli subvillosi. Discus planus. Trunci ra- 
mique steriles, aculei flavescentibus falcatisque plus viinus artnati, 
hinc indeve sed rarius, aculeolis vel setis intermixtis. 

Eine Uebergangsform der Rosa rubiginosa L. typica zur R. umbeTlata 
Leers, var. echinocarpja Ripart. Von den Formen der Rosa rubiginosa L. 
durch die meist wehrlosen Blüthenzweige, die dicht mit gelben Stachel- 
borsten bedeckten Receptakel, die beiderseits anliegend behaarten Blätt- 
chen, derb sichelförmig gekrümmte Stacheln der sterilen Aeste und die 
fast weisswollig behaarten Griffel leicht zu unterscheiden. Von R. um- 
bellata Leers. var. echinocarpa (Ripart) leicht durch schmälere und 
weniger dichtwollige Griffelköpfchen und durch die später fast nackten 
Scheinfrüchte ebenfalls leicht zu unterscheiden. Als Uebergangsform inter- 
essant und der Erwähnung werth, da durch die schnell sich ausbildende 
Trennungsschichte die Sepalen bald sich vom Discus ablösen und man 
daher dieselben an der verfärbenden Scheinfrucht nicht mehr vorfindet. 
Dieses physiologische Verhalten spricht auch dafür, die Rose in die Gruppe 
der Rosa rubiginosa typica, zunächst der var. apricorum Ripart, einzu- 
reihen. Am Nordost- Abhänge des Michlsberges. 

Rosa umbellüta Leers var. echinocarpa Ripart. Form mit derber homoacanther 
Bewehrung, Receptakel und Scheinfrüchte dicht mit gelben Stachel- und 
Drüsenborsten besetzt. Griffel dicht weisswollig; Blättchen ziemlich klein. 

9* 



68 Johann Haring. Floristische Funde aus der Umgebung von Stockerau. 

Bei den drei Steinen, Hügel unter der Kapelle am Michlsberge ; ziemlich 
kleiner Strauch. 

Cytisus austriacus L. nur hei Stranzeudorf und im Walde zwischen Stranzen- 

dorf und Ober-Russhach ziemlich häufig. 
Trifolium ochroieucum Huds. bisher nur auf dem Dobler, selten. 
Colutea arborescens L. nur auf dem Schlief berge; dort häufig. Wahrscheinlich 

vor einigen Decennieu, als der vorher ganz kahle Berg bewaldet wurde, 

angepflanzt. 

Vicia pisiformis L. gar nicht selten im Rohrwalde. 



Verhaiiill. d. A A zool. hat 6'es. 
Bami JOOJir, /SST. 



üdcr die BczicJitmqtn 
der J^ebcnllälkr etc. 




tfBRARr 

or tfiE 

UNIVERSITy Of ILLINOIS 



69 



Ueber die Beziehungen der Nebenblätter zu ihrem 

Hauptblatte. 

Ein Beitrag zu Goebel's „CoiTelation des Wachstliums". 

Von 

Dr. M. Kronteld. 

(Mit Tafel II.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 5. Jänner lS87.) 



„Natura in nulla parte magis fuit 
polymorpha, quam in foliis . . 

Linne, PMlosophia bot. 277. 

A. Einleitung. 

Die erste Anlage des Laubblattes wird von einem zelligen, über die Ober- 
fläche des Stengels emporgewölbten Höcker gebildet (Eichler's Primordial- 
blatt). Durch fortschreitende Theilung in seinem meristematischen Gewebe 
wächst dieses Wärzchen, es streckt sich in die Länge und plattet sich zugleich 
ab. An dem flächenhaften, noch von einem geschlossenen Contour umgrenzten 
Organe tritt bald eine Scheidung in einen oberen und in einen unteren, dem 
Stengel unmittelbar aufsitzenden Theil ein; dieser wird Blattgrund, jener 
Oberblatt genannt. Erst nachträglich schaltet sich als drittes morphologisches 
Element bei den meisten Laubblättern der Blattstiel ein. 

Aus dem Oberblatte wird die Spreite, das ^Blatt" im landläufigen Sinne. 
Ueberaus gross ist die Manuigfaltigkeit seiner Formen, und sie alle zu beherrschen, 
zu überblicken, kann nur gelingen, wenn man sich mit den Typen des Nervennetzes 
vertraut macht. Ettinghausen 's und Pokorny's „Physiotypia plantarum 
Austriacarum" ist hiebei der beste Wegweiser. Nicht minder mannigfach ist 
die Randentwicklung des Laubblattes, wofern dieser nach Analogie von Küsten- 
entwicklung gebildete Terminus erlaubt ist. Von einfachen Zähnen oder Kerben 
angefangen bis zu selbstständigeu, an den Hauptnerven mit eigenen Secundär- 
stielen befestigten Blattlappen finden sich alle denkbaren üebergänge. 



70 



M. Kronfeld. 



Auch der Blattgrund vermag seitliche Auszweigungen hervorzubringen. 
Dieselben treten zumeist paarig und in Ansehung der Spreite, welcher sie 
entsprechen, symmetrisch auf. Man kennt sie seit lange als Afterblätter, oder 
wie man heutigen Tages lieber sagt: Nebenblätter (Stipulae). Diese Neben- 
blätter sind schmallineal bis pfriemlich (Sida Napaea), sehr häufig lanzettlich 
(Pirus Malus, Buhns friiticosus), wenn sie nicht grössere ovale Lappen dar- 
stellen (Pisum sativum), oder gar in Form und Grösse an die zugehörige Spreite, 
das Hauptblatt, wie wir es nennen wollen, heranreichen (Galiuin). Seltener 
finden sie sich zu Dornen ausgebildet (RobiniaJ. In der natürlichen Familie 
der Papilionaceen finden sich alle Stufen von blos fadenförmigen bis zu mäch- 
tigen, das Foliolum des zusammengesetzten Hauptblattes oft noch an Aus- 
dehnung übertreffenden Stipulen. Ja einzelne Gattungen, wie Lathyrus, weisen 
die verschiedensten Nebenblätter auf. Aehnlich verhalten sich die Rosifloren. 
Rubus Idaeus mit pfriemlichen Nebenblättern einerseits, der Weissdorn [Cra- 
taegus OxyacanthaJ mit grossen, halbkreisförmigen Nebenblättern andererseits 
können als Grenztypen angeführt werden. 

Der Zeitfolge nach sind die Nebenblätter älter als die Ausgliederungen 
des Hauptblattes. Es fällt ihnen nämlich die Aufgabe zu, das noch zusammen- 
gefaltete Hauptblatt, oft auch die respective Vegetationsspitze, im Jugendzustande 
einzuhüllen oder mindestens seitlich zu stützen. Selbst bei der Robinie, wo sie, 
wie erwähnt, Dornen darstellen, sind sie für die junge Vegetationsspitze seitliche 
Stützen. Bei Galium neigen sie mit den gleichausgebildeten Hauptblättern zu 
einer Art von Helm über dem Achsenscheitel zusammen. Den Schalen einer 
Muschel vergleichbar nehmen die mit den Rändern dicht zusammenschliessenden 
Stipulen von Pisum das Sprossende zwischen sich auf. Somit sind die Neben- 
blätter gewissermassen zeitweilige Knospendecken. Wie die Tegmente fallen sie 
bei unseren Eichen, Buchen und anderen Gewächsen ab, nachdem das Hauptblatt 
genügend entwickelt ist. Diese vergänglichen Nebenblätter sind früher mit 
einem eigenen Terminus als Ramenta angesprochen worden. Man hat mit Recht 
diesen Narneu aufgegeben, weil ein wesentlicher Unterschied zwischen bleibenden 
und vergänglichen Stipulen nicht bestellt und solche der letzteren Art unter 
Umständen persistiren können. So liegt im Herbarium der liiesigen Universitäts- 
•saniinlung ein Zweig von Fagus silvatica (leg. Dr. de Wettsteiu) auf, an 
dem jedes Hauptblatt mit rund umschnitteuen, dicklaubigen Nebenblättern ver- 
»ehen erscheint. 

Dass die Nebenblätter Auszweigungen des Blattgrundes und somit Dopen- 
'innten des Haupthhittes seien, ist erst durch die entvvicklungsgoschichtliche 
IJnterftUchuijg festgehtellt worden. Vorhin wurden sie, nanKsntlich dort, wo sie 
vom Steng«! direct zu entspringen scheinen, als selbständige Organe angesehen. 
Turpin') definirte: „Lch stipules caulinaires sont des feuilles distinctes, 
reduite« ä l'dtat rudimentaire." Doch sagte von den deutlicli dem Bhittstiele 
zugehörigen Nebenblättern sciion dieser Autor: „Les Ktij)uloH jxitiohures sont 



*) Kmiiii d'an« Iüouogru|*lijti <J(;h v/'K' tuiix, l'ariH M.1>.()C(J.XX, p. !M. 



Ueber die Beziehungen der Nebenblätter zu ihrem Hauptblatte. 



71 



une dependance de la feuille et peuvent etre considerees comme des 
pennules.*" 

Es lässt sich denken, dass die innige Beziehung von Hauptblatt und Stipel 
auch physiologisch zum Ausdrucke kommt. Nachdem sie ihre Kolle ausgespielt 
haben, stehen die Nebenblätter gegenüber dem ausgewachsenen Hauptblatte 
meist zurück, sie sind untergeordnete appendiculäre Gebilde. Wie nun, wenn 
die Spreite des Hauptblattes in frühem Zustande unterdrückt wird — sei es 
durch ein äusseres Trauma oder eine „innere" Ursache — vermag dann das 
Nebenblatt sich weiter zu entwickeln und, da der Saftstrom sich ihm ganz 
zuwendet, abnorme Grösse zu erlangen? 

Mit Rücksicht auf eine Beobachtung Moquin-Tandon's*) muss diese 
Frage von vorneherein bejaht werden. Bei Vicia Faha sah der genannte Forscher 
einmal auffallend vergrösserte, ovale Nebenblätter, die Spreiten der Hauptblätter 
waren dagegen völlig verkümmert. Nahe lag es, beide Erscheinungen — das 
monstrum per excessum und das monstrum per defectum — in causalen Zu- 
sammenhang zu bringen, und in diesem Sinne stellt Moquin-Tandon seinen 
Fall in das Capitel der„organis chen Ausgleichung'* (balancement organique). 
Hiemit war die von Geoffroy Saint-Hilaire auf Grund thierischer Miss- 
bildungen geschaffene Lehre in die Pflanzenteratologie hineingetragen. 

Analoges habe ich bei einer cultivirten Zwergsorte von Pirus Malus im 
letzten Sommer beobachtet. Das Hauptblatt dieser Sorte hatte durchschnittlich 
eine Oberfläche von 45 — 48 ncm., die entsprechenden Nebenblätter massen zu- 
sammen 20 — 28 Qmm., wobei für gewöhnlich das rechte gegenüber dem linken 
um einige Millimeter gefördert erschien. (Rechts und links gelten mit Bezug 
auf die Ablenkuugsstelle des Laubblattes von der tragenden Achse.) In mehreren 
Beispielen war die Spreite des Hauptblattes — wahrscheinlich durch Insecten 
— verstümmelt worden, die Nebenblätter waren dagegen deutlich vergrössert; 
bemerkenswerther Weise hatte aber immer nur jene (rechte) Stipel zugenommen, 
die schon am normalen Laubblatte etwas grösser erschien. Zwei der Fälle sind 
nachstehend herausgegriffen. Es betrug: 

das Rudiment des Hauptblattes das linke Nebenblatt das rechte Nebenblatt 

bei A 420 □ mm. 10 □ mm. 36 □ mm. 

^ B 38 □ mm. 12 □ mm. 38 □ mm. 

woraus sich also ergibt, dass bei Einschränkung des Hauptblattes die Neben- 
blätter von Pirus Malus eine beträchtliche Vergrösserung aufweisen können. 

Durch diese Erfahrung wurden mir GoebeL's mit Vicia Faha ange- 
stellten Versuche in Erinnerung gebracht.^) In der Ausbildung der seitlichen 
Sprossungen erkennt dieser um die Morphologie der Pflanzen hochverdiente 
Forscher, eine „Correlation des Wachsthuraes", die sich darin äussert, dass bei 



1) Pflanzenteratologie (Schauer), Beilin 1842, p. 141. 

*) Vergl. Beiträge zur Morphologie und Physiologie des Blattes. Botan. Zeitung 1880. 
Namentlich p. 809 ff., ferner p. 836-838. 



72 



M. Kronfeld. 



Unterdrückung eines Gliedes das von ihm abhängige stärker heranwächst. 
Beispielsweise wachsen seitliche Knospen stärker aus, wenn das Zweigende weg- 
geschnitten wurde. Wie Goebel's Experimente lehren, besteht auch zwischen 
den Theilen des Laubblattes, insbesondere zwischen Hauptblatt und Stipel, eine 
solche Correlation. Von Vicia Faha „wurden je zwei gleichschwere Samen in 
einem grossen Topf ausgesäet, von den Keimpflanzen der einen (mit A bezeich- 
neten) die Blätter gelassen, der zweiten (B) aber sofort bei ihrem Sichtbar- 
werden exstirpirt. Es wurde, da die Stipulen eines Blattes im Allgemeinen von 
gleicher Grösse sind, je eine Stipula gemessen, die Zahlen bedeuten □mm.: 









A 


B 


I. stipula: 


1. Blatt 


141 


239 




2. 




172 


561 




3. 




165 


920 


II. , 


1. 




92 


98 




2. 


n 


84 


242 




3. 




107 


351 


III. „ 


3. 


» 


86 


276 




4. 




63 


361. 



Ferner fand Goebel, dass die dem Exstirpationsversuche unterzogenen 
Individuen „eines kräftigen Wachsthuras nicht mehr fähig" waren. „Sie brachten 
es übrigens zum Blühen, blieben aber sonst schwächlich." Nach Abtragung der 
Spreiten von Phaseolus miiltiflorus konnte schliesslich keine erhebliche Ver- 
grösserung der Stipulen bemerkt werden, dafür aber zeigten „die Internodien 
ein auffallend gesteigertes Wachsthum". 

Die zufälligen Beobachtungen an Vicia Faha und Pirus Malus sind dem- 
zufolge durch das eigens augestellte Experiment, dem die erstere Pflanze unter- 
worfen wurde, bestätigt worden. Ks schien mir aber gerathen, das Verhalten 
noch anderer Speeles mit stipulirteii Laubblättern gegenüber dem Exstirpations- 
versuche zu untersuchen. Ueber meine Wahrnehmungen sollen die folgenden 
Zeilen berichten. 

Ich bemerke noch, dass eine vorläufige Mittheilung betreifend den vor- 
lifgfMideii Gegenstand, in der „Botanischen Zwitung" (18S(), Nr. 50) unter 
d<'iii Tit«']: ..UcbtT die Correlation d<'s Waclistliuins", })Hreits abgedruckt ist. 

B. Exstirpationsversucho. 

Die Versuclie wurden im Laiifo (\m letzten Sommers in Hacking bei 
Wien auHgefiÜirt, wo ich mciiHMi Laiidaiifenthalt genommen hatte. Von den 
mit einem * bezeichnetem Arten Htandeii mir in Gartoiitöjjfe verpflanzte Kxem- 
pUre zur Verfü^'ung. Der Herkunft des übrigen Material« wird besonderH gedaclit 
werden. 



Ueber die BeziehungeH der Nebenblätter zu ihrem Hauptblatte. 



73 



I. Salicaceae, 

Vers. 1. Salix purpurea. Es wurden noch krautige Zweige in der nahen 
Au abgeschnitten und in einen Behälter mit Wasser gesteckt. Dieser fand an 
einem schattigen Platze im Garten Aufstellung, worauf dann die Zweige in Kürze 
Wurzeln schlugen und munter fortwuchsen. — Die Stipulen von Salix purpurea 
sind dicklaubig, von halbherzförmigem ümriss. An fünf, näherungsweise gleichen, 
Zweigen wurde, dem Sprossende so nahe als möglich, je eine noch zusammen- 
gefaltete Spreite weggeschnitten. In keinem Falle ergab sich eine merkliche 
Vergrösserung der entsprechenden Nebenblätter. (Versuchsdauer vier Wochen.) 

II. TJrticaceae, 

Vers. 2. Urtica urens* Die Nebenblätter dieser Art sind lineal, mit 
stumpfem abgerundeten Ende, ihre Consistenz ist spreuig. Das Ende hat die 
Neigung, sich gegen die Unterseite einzukrümmen. An fünf Sprossen wurde je 
eine der jüngsten Spreiten exstirpirt, doch wurde nirgends eine Beeinflussung 
der Stipulen wahrgenommen. (Versuchsdauer wie bei 1.) 

III. Folygonaceae* 

Vers. 3. Polygonum Hydropiper* Die Gelenksscheiden (Ochreae) von 
Polygonum werden allgemein für eigenartig modificirte („tutenförmige" — 
Eichler) Nebenblätter augesehen. Eine Vergrösserung derselben nach Ent- 
fernung der noch in der Knospenlage befindlichen Spreiten konnte in fünf 
Versuchsfällen, zu denen kurze Seitenzweige dienten, nicht bemerkt werden. 
(Versuchsdauer wie bei 1.) 

IV. Malvaceae» 

Vers. 4. Sida Napaea.* (Spielart mit panachirten Blättern.) Die Neben- 
blätter dieser Zierpflanze sind an der Basis lineal und laufen in eine Spitze 
aus. An einem Stocke wurde in willkürlichen Abständen je eine noch zu- 
sammengefaltete Spreite abgetragen, doch konnte in keinem der fünf Fälle 
eine merkliche Vergrösserung der Stipulen verzeichnet werden. (Versuchsdauer 
vom Juli bis September.) 

V. Hosaceae, 

Vers. 5. Pirus Malus. Ich experimentirte mit der obenerwähnten, im 
Garten cultivirten Zwergsorte. Die Nebenblätter sind laubig, lanceolat geformt, 
mit einem deutlichen Hauptnerv versehen. Wie gleichfalls bemerkt wurde, sind 
die ausgebildeten Stipulen ungleich, indem das linke vom rechten an Grösse 
übertroffen wird. Fünf steif aufrechte, möglichst gleiche Langsprosse wurden 
markirt und an jedem möglichst nahe dem Ende eine noch zusammengefaltete 
Spreite abgetragen. Merkwürdig war, dass nur in einem Falle ein Nebenblatt, 
und zwar wieder das rechts vom Blattstiele eingefügte, sich erheblich — um 
circa 100 o/q — vergrössert zeigte. Hiebei Hessen sich nebst den Hauptnerven 

Z. B. GeB. B. XXXVII. Abb. 10 



74 



M. Kronfeld. 



mehrere Secundärnerven erkennen. Nach der an einleitender Stelle angeführten 
Beobachtung war ich zu der Annahme geneigt, dass gerade Pirus Malus auf die 
Exstirpatiou der Spreite prompt reagiren würde. Es soll dieses Moment übri- 
gens noch später Erörterung finden. (Versuchsdauer wie bei 1.) 

Vers, 6. Rosa Semper florens* Die ältere Morphologie sprach von an- 
gewachseneu Nebenblättern ( Stipulae adnatae) . Nach dem jetzigen Standpunkte 
verlaufen die Stipuleu in den durch nachträgliches Wachsthum scheidenförmig 
verbreiterten Blattgrund.') Eine Förderung dieser Stipulen nach Entfernung 
der jungen Spreite konnte in fünf Versuchsfällen nicht wahrgenommeu werden. 
Benützt wurden halbkrautige Seitenzweige. (Versuchsdauer wie bei 4.) 

Vers. 7. Buhus fruticosus. Viele unserer Brombeerarten entsenden im 
Sommer überhängende Langschosse, die an Hohlwegen, in Schluchten und ähn- 
lichen Localitäten in einem grossen Bogen dem Boden zustreben, an dem freien 
Ende zu Beginn des Herbstes Adventivwurzeln entwickeln und so Befestigung 
finden. Dass dieselbe auch bei den überhängenden Schösslingen durch nach- 
trägliche Verkürzung der Wurzeln vermittelt wird, wie dies Professor Wiesner 2) 
bei kriechenden Brombeersprossen festgestellt hat, ist im hohen Grade wahr- 
scheinlich. Fünf solcher bogenförmiger, noch frei herabhängender Zweige an 
einem nahen Bergbache markirte ich, nachdem je eine noch zusammengefaltete 
Spreite nahe dem Sprossende weggeschnitten war. Eine Vergrösserung der 
lanceolaten, laubigen Stipulen resultirte in keinem Versuchsfalle. (Versuchsdauer 
wie bei 4.) 

Vers. 8. Rubus Idaeus. An fünf aufrechten Laubsprossen eines im 
Garten gepflanzten Strauches wurde je eine der jungen, am Sprossende vorfind- 
lichen Spreiten entfernt. Die schmallinealen, in eine feine Spitze ausgehenden, 
gelblichgrünen Stipulen konnten dadurch in keiner Weise beeinflusst werden. 
(Versuchsdauer wie bei L) 

VL Leguminosae, 

Vers, 0. Pisum sativum. Schon die normale Pflanze hat mächtige, 
fast halbherzförniige Stipulen, Von der Erwägung ausgehend, dass nach Ent- 
fernung aller successiven Spreiten sich au Pflanzen mit unansehnlichen Sti- 
pulen Störungen im Wacbsthnm einstellen würden, habe ich womöglich immer 
von je Hiwm Sprosse nur je eine Spreite entfernt. Bei Pisum trug icb dagegen 
kein Bedenken von albin Anfange an, die aufeinanderfolgenden S])reiten abzu- 
tragen. In einem geräumigen KaHten Hess ich nine grössere Menge von l^jibsen 
aufkeimen. Zwanzig Exemplare wurden jeder S])reite so frühzeitig als möglicii 
beraubt. Mit einiger Vorsicht konnte das junge Hauptblatt zwischen den obersten 

V*,r((l. (Jopl.*il in Hrlionk'« ^faiwlbiidi" III, p. 2;t0. 
*; \U'hf>i (lau Krn«lriri(f<fn ilor WintorkriOKi»«n krincliniKlcr HroinltnornproHHO in <lon Hodon. 
Aa« <l«in I/XXXVII. It:irid^ dor Hit/.niiKMlior. d. kiitH. Akud. d. WlHHonNch., I. Aiitb., .lanrier-ilon,, 
Jfthrg. 18h:;. 



Ueber die Beziehungen der Nebenblätter zu ihrem Hauptblatte. 



75 



Stipulen hervorgeholt worden, in einem Stadium also, wo es äusserlich noch 



Andererseits wollte ich sehen, ob die Entfernung der Stipulen irgendwie 
'von Eiufluss sei, und schnitt die successiven Paare der Nebenblätter bei fünf 



Es restirte schliesslich eine Anzahl Vergleichspflanzen. 

Gruppe a. Die Stipulen vergrösserteu sich mit einzelnen Ausnahmen um 
durchschnittlich 50 — 100 %. Ein Anwachsen um das Mass der eigenen Grösse 
war aber schon selten und niemals habe ich bei Pisum so hohe Werthe erhalten 
können, wie Goebel sie bei Vicia Faha gefunden hat. In seinem extremen Falle 
(s. oben) war eine Stipel um 755 □Millimeter gegenüber derjenigen vergrössert, 
welche an der Vergleichspflanze in gleicher Höhe stand; dies macht mehr als 
500 Procente aus. Die im Wachsthum geförderten Stipulen ernährten sicht- 
lich zureichend die sich entwickelnden Pflanzen. Ich habe von denselben zwei 
wesentlich verschiedene Formen erhalten: a eine niedrige und ß eine hohe. 

Die Vertreter der a-Form überragten selten die Höhe eines Decimeters. 
Eines der grössten Individuen ist in Fig. 1 der beigegebenen Tafel abgebildet. 
Der Wuchs war im Ganzen aufrecht. Von Knoten zu Knoten zeigte sich aber 
eine zickzackformige Biegung des Stengels. Die Stipulenpaare kommen an den 
einspringenden Winkeln zu stehen. (Zwischen ihnen sieht man die Stümpfe der 
Blattstiele, s, s in der Fig.) Es wies somit dieser Stengel ganz ausgezeichnet 
unterbrochene Nutation (Wiesner^) auf. Die Internodien — bei den 
Vergleichspflanzeu durchschnittlich 5 cm. lang — betrugen bei dieser Form nur 
0'5 — r5cm., sie waren also erheblich gestaucht. Innerhalb der sechs Wochen 
betragenden Vegetationsdauer wurden 12 — 14 Stengelglieder entwickelt. Sodann 
kamen aus der Achsel der obersten Stipulen weissliche knospeuartige Organe 
hervor, die meist rasch vertrockneten und abfielen. Nur drei derselben konnte 
ich zu weiterer Untersuchung in Weingeist aufbewahren. Nachdem bei jedem 
eine Menge kleiner, weisslicher Blättchen mit den Nadeln entfernt war, kam 
mindestens eine winzige Pelorienblüthe zum Vorscheine. 

Es hatte dieselbe im Ganzen 2—3 mm. Länge und war von krug- oder 
urnenförmiger Gestalt. (Vergl. Fig. 3.) Die Papilionaceenblüthe ist bekanntlich 
nach der Formel: 



aufgebaut. Die Pelorie hatte aber ein einfaches, ringsum geschlossenes, corol- 
linisches Perianth, das nach oben in fünf gleiche, dreieckige Zipfe oder Lacinien 
ausgieng. Das Androeceum war durch neun völlig freie, sonst normale (dithe- 
cische, introrse) Staminen (Fig. 5) gebildet. Als Carpiden deute ich spindel- oder 
flaschenförmige, in Mehrzahl (2—4) vorgekommene Zellenkörper, die einerseits von 



nicht sichtbar war 



Gruppe a. 



Individuen ab 



Gruppe 5. 




») Das Beweguugsvermögen der Pflanzen, Wien 1881, p. 22. 



10* 



76 



M. Kroufeld. 



einem Gefassstrauge durchzogen waren (Fig. 6). Demgemäss wäre das Schema 
der PiSitwi-Pelorie : 

woraus ein beträchtlicher Unterschied gegenüber der Norm erhellt. 

Am auffälligsten bleibt die gamopetale Blüthenhülle. Als Detail sei hin- 
zugefügt, dass die freien Lacinien (Fig. 4 stellt eine derselben dar) nebst einem 
Hauptnerven, brochidodrome, d. i. in Bogenschlingen zusammenlaufende 
Secundärnerven aufwiesen. In annähernd gleicher Weise findet sich dieser 
Nervationstypus unter einheimischen Pflanzen bei Cynoißossum officinale wieder, 
wie die Einsicht in das oben citirte monumentale Werk von Pokorny und 
Ettingshausen (Uebersichtsband, Taf. XXIV, Fig. 8, 9) darthut. Dieselbe 
Nervatur ist mir bei tropischen Papilionaceen, wie Gastrolohium praemorsum, 
G. hilohum R. Brown (Neuholland), und vorzüglich Humboldtia laurifolia Vahl 
(Java) durch eine Abhandlung Ettingshausen's ^): „Ueber die Nervation der 
Blätter der Papilionaceen" (Tab. I, Fig. 7—11 und Tab. XXI, Fig. 5, 6) bekannt 
geworden. 

Dass die Staminen frei wurden, hat Göschke^) auch bei Pelorien von 
Bobinia Pseudacacia beobachtet; freilich war die Zehnzahl erhalten. Uebrigens 
kommen in den verwandten Sippen der Caesalpiniaceae und Mimosaceae freie, 
in der Zahl zwischen 3 und schwankende Staminen vor. Was schliesslich das 
Gynaeceum anlangt, gibt Eichler für die letztere Sippe au: „G 1, selten 
2—0" (Syllabus, ;3. Aufl., p. 45). 

Die vergrösserten Stipulen der a-Form waren zugleich derber als die der 
Vergleichspflanzeu und zeigten nur stellenweise seichte Randkerben. Der Stengel 
hatte keine Neigung zur Verzweigung. Es wuchs somit eine gedrungene Pflanze 
auf, deren vegetative Organe möglichst eingeschränkt waren und die es schliess- 
lich selbst zu Blüthen brachte. Und wenn auch dieselben zwergigu Pelorien 
waren, so bestimmt mich nichts, die erzielten Individuen „schwächlich" zu 
neuneu, wie nach Goebel die zugerichtete Vicia Faha sich erwies. 

Die [S-Form (Fig. 2 der beigegebeuen Tafel) erreichte eine Höhe von 
60—80 cm. Die Internodien, an Anzahl jenen der a-Form gleich, waren be- 
deutend verlängert. Selbst mit Rücksicht auf die normalen Vergleichspflanzen 
zeigten sie sich um I f) 2 cm. vergrössert. •') Die Stipulen waren weicii, zarter 
wie die der Strauchform und an ihnen war die gewöhnlich dem Ncbonhlatte 
zukommende Randontwicklung bemerkbar. Im Allgemeinen waren die der a-Form 
um höhere Werthc vergrössert, doch war auch bei der ß-Form eine merkhcho 
P'örderung zu verzeichnen. G«'gtMi das Ende der sechsten Woche erschieiHiu 
einzelne, durchaus typisch gebaute Blüthen, die in der Folge einzelne Hülsen 

') Hitziingnbor. <l. kain. Akii.l. .1. WihMenm;li., umtli.-niiliirwiHM. CI., XII. 15.1., IV. II. II, 
*) Vergl. MaMlürii (\)a.muwr), l'HanAontoratolonio, lioip/.i»? IWt, li.^.'i. 
V»tkI- 'Ii" aiiK«iflUirto Kr faliruiin (^oo^)ü^M mit J'lui.HcofiiK. 



Ueber die Bezieliuugen der Nebenblätter zu ihrem Hauptblatte. 



77 



mit Samen ausreiften. Da mit den Spreiten zugleich die Ranken entfernt waren, 
mussten zwar die schlanken Individuen durch Aufbinden vor dem Umfallen 
geschützt werden, den Eindruck der Schwächlichkeit machten jedoch selbst 
diese nicht. 

Gruppe &. Die Blüthen jener fünf Individuen, denen die Stipulen sämmt- 
lich abgenommen waren, gelangten rascher zur Entwicklung als die der nor- 
malen Vergleichspflanzen. Hier waren nach Ablauf der sechsten Woche erst 
kleine Knospen, dort schon offene Blumen wahrnehmbar. 

Die Nebenblätter von Pisum stellen förmliche Ausschnitte einer assimi- 
lirenden Spreite dar. Demzufolge können sie, nach Entfernung der Spreite, durch 
die ,,Correlation des Wachsthums" gefördert, die ganze sonst dem Laube zufallende 
Arbeit, dessen physiologische Rolle übernehmen. Aus der letztangeführten Be- 
obachtung — dem rascheren Blühen nach Entfernung der Stipulen — Hesse sich 
vielleicht entnehmen, dass zum Aufbaue derselben an der unversehrten Pflanze 
Stoffe Verwendung finden, die sonst dem sexuellen Sprosse zu Gute kommen. 
Auch nach dieser Richtung wäre also eine Correlation zu erkennen. 

Zwei frei vorkommende Lathyrus-Ai-ten : Lathyrus Äphaca und L. afßnis 
Gussone, geben ein lehrreiches Beispiel für das Auslangen von Papilionaceen mit 
blossen Stipulen. Bei beiden Speeles ist die Spreite auf eine dünne Ranke 
reducirt; die allein assimilirenden Nebenblätter sind dagegen mächtig entwickelt. 
Es ist nach den Exstirpationsversuchen zweifellos, dass die Vergrösserung der 
Zai/i^/rws- Stipulen als directe Folge der Spreitenverkümmerung anzusehen ist. 
Ob nun diese selbst auf einen äusseren Anstoss hin erfolgte (man könnte an 
eine Insecten-Invasion denken) und eine durch Erblichkeit fixirte Veränderung 
darstellt, oder ob eine jener vielberufenen inneren Ursachen für veranlassend 
zu halten ist — die Correlation von Hauptblatt und Stipel ist in diesem con- 
creten Falle wiederum unverkennbar. 

Vers. 10. Robinia Pseudacacia. Au fünf noch krautigen Sprossenden 
wurde je eine Spreite in ihrer zusammengefalteten Knospenlage entfernt. Nirgends 
zeigte sich das Wachsthum der dornartigen Stipulen beeinflusst. (Versuchsdauer 
wie bei 4.) 

Vers. 11. Trifolium filiforme* An den kleinen ovalen Nebenblättern 
dieser Art konnte nach Abtragung der zugehörigen, noch zusammengefalteten 
Spreiten keine Veränderung bemerkt werden. Benützt wurden in den fünf Ver- 
öuchsfällen kurze Seitenäste. (Versuchsdauer wie bei 1.) 

VII. Comimsitae» 

Vers. 12. Chrysanthemum indicum. Fünf aufrechte, noch vor der 
. Blüthe stehende Sprosse von im Garten cultivirten Individuen wurden nach 
Exstirpirung je einer Spreite nahe der Vegetationsspitze markirt. In keinem 
Falle ergab sich eine Förderung der laubigen, buchtig ausgeraudeten Stipulen. 
(Versucbs'laner wie bei 1.) 



78 



M. Kroufeld. 



Bei Berücksichtigung sämmtlicher Exstirpationsversuche ergibt sich die 
folgende Tabelle über die erfolgte, beziehungsweise ausgebliebene Vergrösserung 
der Nebenblätter nach Entfernung der zugehörigen Spreiten. 



Arten 


Die Förderung zeigte sicli 


in IrAinPin T^dIIa 


1111 Xjlll£iOlld;llt> 


UOl OillvU VClDUL/UCll 


Chrysanthemum indicum 


A 






Phaseolus multiflorus 








(Goebel) 


• 






Pirus Malus .... 




• 




Pisum sativum .... 






• 


Polyaonum Hydropiver . 








Robinia Pseudacacia 


• 






Rosa semperflorens . . 


• 






Rubus fruticosus . . . 


• 






— Idaeus .... 








Salix purpurea . . . 


• 






Sida Napaea .... 








Trifulium filiforme . . 








Urtica urens .... 








Vicia Faha (liocbel) 








In Summa bei 11 Probe- 


11 mal 


1 mal 


2 mal 



Somit haben nur solche Specius die Correlation des Wachsthums von 
Hauptblatt und Stipel offenbart, die am ausgebildeten Laubblatte mächtige 
Nebenblätter haben. Hingegen konnte bei Arten mit im Verhältniss zur Spreite 
unanselinliclitiii Stipulen jene Correlation nicht wahrgenommen werden. Allein 
die theoretische Erwägung spricht dafiir, das.s an jedem 1/aubblatte jene be- 
stimmte Beziehung zwischen Hauptblatt und Stipel vorhanden ist, und wenn 
dieselbe niclit durch jeden Exstirpationsversuch klargelegt wird, so muss dieser 
Um»tand in einer unzulänglichen Versuchsanstellung begründet sein. Vorzüglich 
erkenne ich den Mangel des pjxperimentes darin, dass dasselbe in einem relativ 
hpäten Entwicklungsstadium des ganzen Laubblattes, nämlich zu einer Zeit, wo 
der Blattstiel sdion intercalirt ist, eingeleitet wurde. Aber in dieser Ei>oche 
b«*ginneii die N»'benblätter moist schon stationär zu werden und jene Form 
einzugehen, welche sie an d<im fertigen Jjaubi>latLe aufweisen. Könnte es 
durch Verfeinerung der Methode gelingen, das Olwirblatt zu exstirpiren, bevor 
noch der Blatthtiel hichtbar wird und die seitlichen Sprossungen des Blatt- 
grundcH, die «päteren Nebenldätter, ilir fortHcIireiteiidos Wachstlium eingestellt 
haben, dann würde siclMirlidi an allen, oder doch den meisten l>aubblättern, 
die Keciprocitat von Hauptblatt und Stipel in Erscheinung treten, lliefür 



üeber die Beziehnngen der Nebenblätter zu ihrem Hanptblatte. 



79 



scheiaeu mir auch die Erfahrungeu mit Pirus Malus beweisend zu sein. 
Oefters begegnete ich Laubblättern, die einen grösseren oder kleineren Spreiten- 
defect und dementsprechend vergrösserte Stipulen aufzeigten. Im Exstirpations- 
versuche gelang es aber nur einmal, die Correlation zu erkennen. Offenbar war 
derselbe in einem zu späten Stadium der Entwicklung unternommen worden; 
denn die jüngsten Laubblätter, die ich bisher mit der Scheere fassen konnte, 
waren schon deutlich gestielt. 

In der augedeuteten Eichtung würden weitere Versuche aufzunehmen 
sein. Bei der grossen Anzahl von Gewächsen mit stipulirten Laubblättern wird 
es sich ferner empfehlen, noch andere Arten in Berücksichtigung zu ziehen. 
Endlich Hesse sich mancher der gelegentlich gewonnenen Gesichtspunkte weiter 
auswerthen. So wäre es von Interesse zu erfahren, ob man, wie die Beobachtung 
an Pisum anzunehmen gestattet, mit der Entfernung der Stipulen ein verläss- 
liches Mittel zur Erzeugung künstlicher Pelorien in Händen hat Peyritsch') 
ist es vor einigen Jahren gelungen, bei Galeobdölon luteum und Lamium inacu- 
latum durch Anwendung ungewohnter Insolation regelmässige Blüthen hervor- 
zurufen. Ist damit der Anfang zu einer Aetiologie der Pelorien geschehen, so 
wäre der Fall von Pisum ein fernerer Beitrag zu diesem Capitel. 



Untersuchungen über die Aetiologie polorischer Blüthenbildungen. Aus den Abhand- 
lungen der kais. Akademie d. Wissensch., 1877, Bd. XXXVIII. 



80 M. Kronfeld, üeber die Beziehungen der Nebenblätter zu ihrem Hauplblatte. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel II. 

Sämmtliche Figuren beziehen sich auf Pisum sativum mit exstirpirten 
Spreiten. Durchwegs wolle der Text verglichen werden. 

Fig. 1. Ein besonders grosses Individuum der a-Form. Natürliche Grösse, s, s 
die Stümpfe der Blattstiele. 

„ 2. Ein Individuum der ß-Form. Natürliche Grösse, s, s wie bei Fig. 1. 

„ 3. Eine zwergige Pelorien-Blüthe der a-Form in äusserer Ansicht. Vergr. 6:1. 

., 4. Eine der fünf Lacinien, in die das Perianth der Pelorie ausgeht. Dieselbe 
ist dreieckig und erscheint dicht mit Protoplasmakörnchen (ungefärbt 
gebliebenen Chlorophyllkörnern?) erfüllt. Ihre Nervation ist ausge- 
zeichnet brochidodrom. Der Rand zeigt sich von langen Haaren 
gewimpert. Vergr. G5:l. 

„ 5. Ein freies, sonst normal dithecisches und introrses Staubblatt aus der 
Pelorie. Die Anthere ist von Pollen prall ausgefüllt. Vergr. 05:1. 

y, G. Ein flaschenförmiger, einerseits von einem Gefässstrange durchzogener 
Zellenkörper aus der Pelorie. Derselbe ist als Carpid zu betracliten. 
Vergr. G5:l. 



81 



Liehenologische Ausflüge in Tirol. 

Von 

Dr. F. Arnold. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 5. Jänner 1887.) 



XXIII. Predazzo und Paneveggio. 

Im Fassa- und dem oberen Theile des Fleimser Thaies habe ich in den 
Jahren 1878 bis 1886 während der Monate Juli bis September zusammen 146 Tage 
zugebracht. In der Zeit vom 25. Juli bis 12. August 1884 betheiligte sich 
Prof. Lojka von Budapest an der gestellten Aufgabe, die Lichenen-Flora von 
Predazzo und Paneveggio thunlichst zu ermitteln, und seinem in den Gebirgen 
von Ungarn geübten Scharfblicke gelang die Auffindung wichtiger Beiträge zur 
Flora von Tirol. Insbesondere wurde von Lojka die östlich von Predazzo unter- 
halb Bellamonte befindliche Waldschlucht des Travignolothales eingehend be- 
sichtigt und bei allen Excursionen die Aufmerksamkeit auf das Vorkommen der 
vom unbewaffneten Auge nicht leicht zu erkennenden Thelocarpon-Arten ge- 
richtet. Die gelben Apothecien dieser kleinen, nichts weniger als häufigen 
Flechten wachsen bald einzeln und zerstreut, bald heerdenweise an feuchten 
Orten oder doch auf feuchter Unterlage. Steine längs der Böschungen der 
Waldwege, das Holz modernder Bäume an moosreicheu Stellen waldiger Ge- 
hänge, entrindete Nadelholz-, besonders Lärchenstämme, welche, längs der Alpeu- 
bäche festgerannt, öfters vom rasch fliessenden Wasser bespritzt werden, der 
mit Salix herbacea bewachsene Humusboden kleiner alpiner Thalmulden, in 
welchen der Schnee länger liegen bleibt, der die Feuchtigkeit bewahrende 
Thallus dickkrustiger Erdflechten auf alpinen Höhen, sowie das von Insecten 
und Schnecken angenagte alternde Laub von Peltigera sind in jener Landschaft 
die Wohnsitze von fünf der Gattung Angehörigen, unter welchen Th. im- 
pressellum noch am meisten verbreitet ist. 

In Folge des wiederholten Aufenthaltes in der genannten Gegend konnte 
im Laufe der Jahre eine Mehrzahl der dortigen Berge vom Thale bis zu den 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Abh. U 



82 



F. Arnold. 



obersten Höhen durchsucht werden und das obere Fleims ist jetzt lichenologisch 
verhältuissmässig besser bekannt als jede der übrigen von mir betrachteten 
Landschaften von Tirol. An der bisherigen Ausscheidung der Lichenen nach 
dem Substrate festzuhalten, empfiehlt sich insbesondere deshalb, weil andere 
Gruppirungeu, etwa nach den Höhenabstufungen, einen weit weniger deutlichen 
üeberblick ermöglichen. 

I. Syenit am Fusse der Margola: 1025 m. (Tirol, XX, p. 355, 357; XXI, 
p. 100). Die XX, p. 357 erwähnten Geröllhaufen sind dem Travignolo entlang 
mit Rhododendron, Salix, Fichten und Birkengebüsche, sowie anderem Strauch- 
werk (XX, p. 359) besiedelt; weiter aufwärts dehnt sich das Trümmergerölle 
bis in die Nähe der Felswände aus. Eine reichhaltige Lichenen-Flora ist hier 
auf kleinem Kaume vereinigt und ich habe wenige Flechtenstandorte in Tirol 
angetroffen, welche in gleichem Masse den oftmaligen Besuch rechtfertigten. 

1. Speeles saxicolae: 

1. Eamal. poUin.: Tirol, XX, p, 357. 

2. Stereoc. coralloides Fr. (1817), comp. Th. Fries, Ster., p. 38 obs. 1; 
ic. Fl. Dan. 151, unde depict. sit Happe 2 atque in titulo libri sup. sin.; E. Bot. 
282, Dietr. 269 sup., Schaer., En. 6, f. 5, Mass., mem. 82, 84, Nyl., syn. 7, 
f. 16, Hepp 114, Mudd 14, Roum., Cr. ill. 50, Linds., t. 17, f. 7-10. 

a) exs. Funck I, 20 (ad lapides), Funck II, 117 dext., sin. est St. tom., 
Floerke 78, Fries, suec. 118, Schaer. 261, Breutel 108, Reh. Sch. 142 dext., 
sin. est St. toment.; M. N. 73, Mass. 44, Hepp 114, Rabh. 137, 210, 939, 
Leight. 148, Anzi m. r. 28, Stenh. 82, Bad. Cr. 23, Schweiz. Cr. 552. Erb. 
er. it., I, 39, a, b; Trevis. 142, 143 p. p. (ad ru2Jes), Malbr. 213, Crombie 119, 
Zw. 910, 911 cum Biat. Stereoc. parasitica; Norrlin 85, Oliv. 313, Flagey 306, 
Roum. 23, 560 (non vidi: Ehr. 118 hic inde videtur, Desm. 46, Nyl., Auv. 9). 

b) var. pulvinatum Schaer., spie, 1833, p. 274, exs. Delise 17, Lc Jolis 29. 

c) conglomeratum Dul. in Duby, Bot. Call., 1830, p. 618, exs. Oliv. 314, 
Roum. 425. 

d) var. tenuissimum Oliv. exs. 315 (non ten. Del. in Nyl., syn., p. 212). 
An grösseren und kleineren Blöcken; Lojka sammelte hier die Flechte 

für Zw. 91(1, 911. Hieher gehört St. toment. Tirol, XX, i). 358. 

3. Ster. denudatum Fl. (1815): ic. Mich. 53, 5, Dill. 17, :53, Nyl., syn. 7, 
f. 29, Hepp 516, Lindsay, t. 17, f. 13, 1^. 

a) ex8. Fluerke 79, Funck (»62, Fries suec. :M6, M. N. 166, Hampe 3^1, 
Breutel ](»5, Hepp 516, Zw. 909, 909 bis, Leight. 387, Rabh. 135, Stenh. 83, 
Koura. 165, Oliv. 311, Arn. r,r,l et (193 (p. max. p.), (non vidi: Somft. 163, 
Flot. ]:>A-C\ Desm. 491). 

h) var. capitatum Flot., Flora, 1x36, Boibl., |). 51, siles., p. 29, Körb., 
syst, p. i:'; exs. Anzi 15 (videtur). 

c) «ubspec. St. Venuvianum Pers. (1HI0); ic. Mich.5;{, 6 (Bagl., Tose, 
p. 253). VfTH., Weit. 2, t. Mi, f. 5, T(Miiab., Sic, t. 3, f. H, Hopp 2, oxs. 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



83 



Mass. 10, Hepp 2, Rabh. 160, Erb. er. it., II, 20, Trevis. 145, Jatta 45 
(Roum. 164 minus quadrat.). 

Die normale Pflanze gesellig mit St. corall. an den Syenitblöcken. 

4. Pilophorus Cereolus Ach., prod., 1798, p. 89, Th. Fries, Sc, p. 55, 
Ploerke D. L., 1819, p. 14, Leight., Brit., p. 69, Forssell, Cephal., p. 76 
atque Flora, 1884, Nr. 1, ic. Ach. meth. 7, f. 2; (pl. americ. P. fibula Tuck., 
Th. Fries, Ster., t. 10, f. 5, Nyl., syn., t. 7, f. 6, diversa videtur); exs. Arn. 
823, 868, 1088, Zw. 817, 818, Un. itin. 1867 (Hellb.) 31, Lojka 177. 

Vorwiegend steril, seltener c. ap. an den Syenitblöcken und von hier in 
Arn. exs. 823, 868 ausgegeben: epitli. nigric. coerul., K — , ac. nitr. intense 
vidlac. purp., hym. incol., jodo caerul., hyp. fusc, spor. simpl., öblongae, 
014 — 15 mm. lg., O'OOö—ß mm. lat., spermog. apiee ramorum cylindrica, atra, 
spermat. curvula, subfalcata, O'OOo— 6 mm. lg., 0'0015mm. lat. 

5. Plat. pinastri (Scop.) selten und steril auf bemoosten Blöcken. — 
6. Plat. fahlun. L.: c. ap. — 7. I. perlata L.: steril; med. C~. — 8. I. tiliac. 
Hoff. f. scortea Ach., Flora, 1884, p. 159, Tirol, XXI, p. 100. — 9. I. saxat. L., 
Tirol, XX, p. 358; i. Aizoni Del.: c. ap. nicht häufig; subsp. I. panniformis 
Ach.: steril auf Blöcken unter einer alten Fichte. — 10. I. caperataL.: steril. 
— 11. I. conspersa Ehrh., Tirol, XX, p. 358. — 12. 1. stygia L.: c. ap. 

13. I. prolixa Ach., Tirol, XX, p. 358; subspec. J. pannam/brwiis Nyl. in 
Lamy, Cat., p. 35, Stizb., helv., p. 56, Arn., Flora, 1882, p. 406: a) sterile 
Exemplare sind von hier in Zw. 913, Arn. 1099 enthalten; b) Lojka fand die 
Flechte fructificirend : sporae ovales, 009 — 12 mm. lg., 0'005 mm. lat. 

14. J. sorediata (Ach.). — 15. 1. fuliginosa Fr.: med. C. purp., c. ap. 
beobachtet. 

16. Parmelia alhonigra Schi. (1806), Schaer., spie, p. 438, Arn., Flora, 
1884, p. 170: gut ausgebildet, doch sparsam an Syenitfelsen am Ufer des Tra- 
vignolo. Nyl. bezeichnete die Flechte als P. melops Duf., Flora, 1874, p. 16: 
thallus orhicularis, non sorediatus, med. K flavese., apoth. nigricant., nume- 
rosa, sporae 018— 20 mm. lg., 0'008—9mm. lat., spermat. recta, 003 mm. lg., 
001 mm. lat. 

17. Pannaria lanuginosa Ach.; Nyl., Flora, 1883, p. 107; Tirol, XXII, 
p. 77: steril. 

18. Physcia miniata Hoft., Arn., f. tegularis (Ehr. p. p.) Nyl., Flora, 1883, 
p. 106; 1886, p. 98: am Grunde eines grossen Syenitblockes und von hier in 
Arn. exs. 1035 enthalten: planta minus intense miniatocolorata, magis fla- 
vescens, sporae paullo minores quam apud typum. 

19. Physc. discernenda Nyl. in lit. 3 November 1885, Flora, 1886, p. 98: 
sparsam am Grunde eines Blockes: thallus tenuior, fere areolatogramdatus, 
margine (ut apud Ph. lobulatam Sraft. = marinam Wedd., Nyl., Flora, 1883, 
p. 105, Brenner, Hogland, p. 54) non distincte lobulatus, apoth. thallo obscu- 
riora saturate aurantiaca margine pallidiore,spor.O' 009— 10mm. lg.,0'004mm. lat. 

20. C. vitell. — 21. Placod. murale Sch. f. diffractum Ach. — 22. Haemat. 
ventosum L. — 23. Lecan. cenisia Ach., L. atrynea, Tirol, XXI, p. 126, ic. 

11* 



84 



F. Arnold. 



Dietr. 207: eine Form apotheciis inagis congestis, pallidioribus. — 24. L. atra H. 
~ 25. L. badia Pers. — 26. L. sordida Pers. — 27. L. suhradiosa Nyl., Flora, 
1872, p. 549: steril, gesellig mit Buell. saxat. an einem grossen Syenitblocke 
und von hier in Zw. 580 aufgenommen. 

28. L. crenulata Dcks. f. conferta Arn., Tirol, XIV, p. 484 cum VIII, 
p. 296, Arn., Wulfen, p. 173, Nr. 9 (non P. conferta Dub., bot. Gall., p. 654: 
„apoth. numerosiss., luteofusca") : am Grunde eines Felsblockes: pl. K — , — , 
thall. minute gramilat., ap. convexula, margine vix crenato, regulariter integro, 
albidopruinosa, minora quam apud typum, epith. fuscid., hym. jodo caerul., spor. 
oblong, vel elongatoobl., nec ovales, non raro cum 3—4 guttulis, 0012— 16 mm. lg., 
0-004 mm. lat. 

29. L. dispersa Fers.: zerstreut auf den Blöcken: thall. subnullus, apoth. 
discus fiiscus, margo integer, albescens. — 30. L. polytropa Ehr. cum var.: 
Tirol, XX, p. 358. — 31. L. complanata Kb. : Tirol, XX, p. 358. — 32. Aspic. 
cinerea L. — 33. Aspic. caesiocinerea Nyl.: pl. K—. — 34. Aspic. ceracea Arn. 
exs. 933: hie und da auf Blöcken in der Nähe der Gebüsche. — 35. Gijal. cupul.: 
selten; Tirol, XXI, p. 100. — 36. Urc. scruposa L. — 37. Pertus. lactea (W.). 

— 38. Pertus corallina (L).: c. ap. nicht selten und von hier in Arn. 204 b) 
niedergelegt. 

39. Pert. isidioides Schaer., Nat. Anz., 1821, p. 34 sub Spiloma, spie, 
p. 220, Arn., Tirol, XXII, p. 76: steril nicht selten und von hier in Arn. 889, 
Z w. 651 aufgenommen : pl. cum specimine Schaereri in Herb. Meyeri asservato 
omnino congruit, K — , C — , hyph. non amyl., ihallus plus minus late effusus, 
cinerasc, hic inde alhidocinerasc, verruculosus, papillae crassae, subdactyloi- 
deae, hic inde paullo ramosae, apice non raro spermogonia thallo obscurius 
colorato obteeta foventes, spermatia recta, levissime subfusiformia, 007 — 8 m.m. 
lg., 001— 15 mm. lat. 

40. Pert. pseudocorallina Sw. V. A. H., 1791, p. 129, P. Westr., Ach. 
(1794), ip. Westr., Faerglaf 4, Ach. A. H., t. 6, f. 1, prodr. 2, f. 2, E. Bot. 
2204; (Exsicc. Somft. 57, Fries suec. 367 non vidi), Tli. Fries, Sc, p, 320: 
pl. normalis in alpibus Tirol, nondum reperia. 

f. laevigata Ach., univ , p. 577, Schaer., spie, p. 214, Meyer, Nebenst., 
p. 167, 207, 339, ic. in titulo libri, Tli. Fries, Sc, p. 282; exs. Schaer. 501, 
571, Fries, suec. 122, M. N. 1066 (Dcsm. ^15, non vidi): steril au grösseren 
Blöcken und von hier in Arn. 888 auHgeg(-b(!n : ihallus efj'usus, sordide albesc. 
rel sordide lulf:olo(dhesc., vcrruculis minute daclyloideis, aj)ice fuscesc. plus minus 
adnpersus, K ruhesc, C — , hyph. non amyl. 

41. Jiiat. lucida Ach., Tirol, XX, p. 358, Arn. oxs. 1119: nicht häufig, 
doch reich fruclitend. — 42. Jiiat. subconcolor Ami: an einer etwas feuchteren, 
bemooHten Stolle auf grOsKoren Steinen und von hier in Zw. 588 niedergelegt. 

— 43. Jiiat. J\ochiana Hepp, 'J'irol, XXI, ]). 133: Helten. — 44. Jiiat. disjecta Nyl., 
Flora, 1881, p. 181, Hub J^ecid., cxh. Z w. 6(}8 A, Ji, Lojka, univ. H2: ziemlich selten. 

45. Lecid. ngl/ir.a >^inf\., suppl., p. 144. a) normalis: exs. Flot. 167 yl, 
Arn. 55 \ , Zw. !M N o r r Ii n 311. 



Lichenologiscbe Auf.flüge in Tirol. 



85 



b) t Brunneri Nyl. in Arn., Tirol, XVIIl, p. 286, XXI, p. 133: exs. Arn. 
713, 839, Zw. 920 (comp. f. expaUens Th. Fries, Sc, p. 535). 

c) f. Cromhiei Jon., Njl.. Flora. 1868, p. 345, Leight., Brit.. p. 278, ab bac f. 
h) Brunneri vix differt. 

ä) f. Brunneri Anzi exs. 150, dext., sin., comp. Leigbt., Brit., p. 278, 
Bagl. Änacrisi, p. 264: est pl. laetius colorata, hyp. incolor. 

e) magis differt X. aglaea: exs. Rabh. 366, Erb. er. it., I, 386; comp. Stizb., 
belv., p. 194, Arn., Tirol, XXII, p. 66 et L. subbullata Wmu., Adj., p. 81. 

fj Spec. affinis est L. aglaeiza Nyl., Flora, 1875, p. 301, Lamy, Cat., 

p. 113. 

g) Planta omnino diversa est L. Brunneri Scbaer., spie, p, 136, ad saxa 
micaceoargillosa in monte St. Gotthard, Enum., p. 124, quae sec. specimen 
Schaereri in Herb. v. Naegeli asservatum (thallus K rubesc, C — , hijph. aimj- 
loid., ep. obscure viride, hyp. fuscesc, spor. 012 — 15 mm. lg., 005 — 6 mm. lät., 
est L. lactea Fl., panth. Ach., Th. Fries, Sc, p. 491. 

Lecid. 'Vogesiaca Schaer. (1845), En., p. 115, Moug. in Herb. 1827, Nr. 131, 
sec. specimen orig. e Vogesis in Herb. v. Naegeli asservatum: thall. K rubesc, 
hypli. amyl.. ep. obsc. viride, hyp. fascesc, spor. oblong., 012 mm. Jg., 005 mm. 
lat., etiam est Lee. lactea Fl., pantherina (Ach.) Th. Fr. 

Obige Form b) Brunneri Nyl. kommt an den grösseren Blöcken vor und 
ist von hier in Zw. 920 enthalten: thallus verrucosogrnnulatus, albesc. (nec 
favesc.), hyp. sub lente fuscidulum, sub microscopio fere incolor ; caet. ut apud 
pl. normalem. 

46. Lee. tessellafa Fl.: hie und da an den Blöcken. — 47. Lee. pericar- 
poides Nyl., Flora, 1881, p. 539 cum 1875. p. 105 : pl. ochracea ferro tincta, est 
L. tess. f. ochracea, Tirol, XX, p. 358. — 48. Lee. lithophila Ach. — 49. L. tene- 
brosa Flot. : nicht häufig. 

50. Lee. athroocarpa Ach., prodr., p. 77; Th. Fries, Sc, p. 483: zerstreut 
auf den Blöcken : thalli areolae planae, angiüosae, cervinofuscesc, hyph. amyl., 
apoth. innata, plana, disco opaco quasi subpruinoso, ep. olivac, K—, ac. nitr. 
levissime colorat., hym. incoh, paraph. tenues, hyp. fuscid., non omnino incolor, 
spor. in eodem apothecio ovales. 015—16 mm. lg., 0'010—12 mm. lat. atque 
oblongae, OVIS— 22 mm. lg., 008— 10 mm. lat. 

Eine wiederholte Prüfung der in den Formenkreis der L. athr. gehörigen 
Lichenen (thall. C—, hyph. amyl., spor. plus minus amplaej ergab Folgendes: 

1. Habituell lassen sich zwei Gruppen unterscheiden: L. athrooc: apoth. 
subpruinosa, leviter concaviuscula : hieher Anzi 85, 533 {thallo obscuriore: 
f. nigrata A.), Flot. 139^. Arn. 1177; ferner L. badiopallens Nyl., Flora, 1878, 
p. 242, Lamy, Cat., p. 124; sowie die Tiroler Flechten L. opponenda Arn. et 
L. atrofuscescens Tirol, XXI, p. 134 (non Nyl, Flora, 1866, p. 371). b) L. poly- 
gonia Flot. exs. 139 J5, Arn. 557. comp. Nyl., Flora, 1881, p. 186: apoth. pure 
nigra. 

2. Nach der Grösse der Sporen sind dagegen zu trennen: a) sp. minores, 
011— 16 mm. lg., 0'007—9 mm. lat.: A. polygonia Flot. ; L. badiopallens 



86 



F. Arnold. 



L. Helsingforsiensis Nyl., Flora, 1881, p. 4; X. atroocarpoides Wain., Adj., p. 52. 
h) spor. maiores, 016— 23 mm. lg., 009—12: L. atrofuscescens Nyl., Flora, 
1866, p. 371; L. athroocarpa Ach., Nyl., Flora, 1881, p. 4 {L. atrofuscescens, 
Tirol, XXI, p. 134, XI, p. 487 cum L. athrooc. jungenda est). 

3. Meines Erachtens dürften L. hadiopallens, atrofuscesc, pölygonia und 
opponenda als Formen der L. athrooc. betrachtet werden; dagegen sind a) 
L. Heising f. Nyl., Flora, 1881, p. 4, 186; 1882, p. 457, exs. Norrlin 335, „apoth. 
non innata", paraph. et spermatia; und &JL.a^roocarj?o^c?esW. selbständige Arten. 

51. L. confluens Fr. — 52. L. speirea Ach. — 53. L. lactea FL, Tirol, 
XX, p. 358; var. sublactea Lamy, Cat., p. 120: a typo difj'ert apotheciis planis, 
plus minus distincte caesiopriiinosis : nicht selten auf den Blöcken nahe am 
Waldsaume und von hier in Arn, 893 aufgenommen. — 54. L. declinasc. ochro- 
meliza Nyl. atque 55. L. declinans Nyl., Tirol, XX, p. 358. 

56. L. grisella Fl. ; mit dieser Art verwandt (hyph. non amyl.) sind ins- 
besondere: a) L. badiopallescens Nyl., Flora, 1879, p. 220, Lamy, Cat., p. 124; 
b) L. inturgescens Nyl., Flora, 1881, p. 186, exs. Anzi 280; c) L. intricata 
Hepp 492; d) etiam Hepp exs. 722, Th. Fries, Sc, p. 484 memoretur. 

57. L. panaeola Ach., V. A. H., 1808, p. 267, Nyl., Sc, p. 223, Th. Fries, 
Sc, p. 502, Leight., Brit., p. 284, ic E. Bot., 1829, Forsseil, Cephalod., p. 65, 
t. 2, f. 27; Mass. ric 171; exs. Fries, suec 380^, B, Schaer. 469, Anzi 83, 
Leight. 384, Arn. 841 (non vidi Somft. 51, Fe Ilm. 182): auf Blöcken in etwas 
beschatteter Lage und von diesem Standorte in Arn. 841 veröffentlicht. Die 
Flechte i.st an den bräunlichen Cephalodien, welche äusserlich den Ceph. von 
Filoph. Cer. völlig gleichen, unschwer zu erkennen. 

58. L. ijlatycarpa Ach. — 59. L. flavocaerulescens H., Tirol, XXI, p. 100: 
von einem grösseren Blocke auch in Arn. exs. 809 ö ausgegeben. — 60. L. cru- 
stulata Ach. — Gl. L. latypea Acb., latypiza Nyl.: tUall. K flavesc, C—. — 
62. L. vorticosa Fl, Kb. 

63. L. tuhcrculata Sonift., suppl., p. 160, Tb. Fries, Sc, p. 562: an der 
ünterfläche einiger Blocke: von Lojka gesammelt und in A rn. exs. 1057 nieder- 
gelegt: t/ialliif< lepro.suH vel subrniUus, apoth. sat parva, nigricantia, convexa, 
disjiersa, cpilh. pallidum, hyp. lafuui, smaragdul., K — , ac. niir. roseoviolac, 
parajjh. conglut. apice non clavatae, spor. ienucs, 0'00G—8mm. lg., 0025—:hnm. 
tat.; die Flechte von Predazzo ist vielleicht nur eine im Dunkehi waciisende Form 
der Lee. sylvicola Fw. ; schwediache Exemplare der L. tuherc. habe ich noch 
nicht geHohen. 

i'A. Catillaria chloroscotina Nyl., Flora, 1S77, p. 5(;5; 1882, p. 457 sub 
Lecidea: Helten auf d^n Syenitblöcken: lola plania ohscura, (hall, ohscure 
Hordide [uhcuh, rimulosus, apoth. lecideina, marginata, cpilh. nigric. fuscum, 
clava paraphynium lerminalis fusca, ac. nilr. non colorata, hym. incol., jodo 
caerulenm, hyji. mpra glauc, ac nilr. roscoviol., infra ohscurius, paraph. laxac, 
npornc incol., I sept., ()0!f 10 nun. lg., OOO:} -4 mm. lal., H in ascis oblongis. 
Die Flechte wiird« von Nyl. in lit. '> November 1H85 bestimmt. 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



87 



65. Büimbia trisepta Naeg., Flora, 1884, p. 573 f. saxicola Kb., ternaria 
Nyl., hie und da auf den Blöcken. — 66. Scolic. unibrin. Ach., Tirol, XX, p. 359. 

— 67. Buellia saxatilis (Schaer.), steril. 

68. Buell. Mougeotii Hepp; Tirol, XXI, p. 140: nur in wenigen Exem- 
plaren angetroffen : thall. sordide albesc, rimulosus, K—, hyph. amyl., apoth. non 
raro agglomerata, ep. hyp. fusc, spor. fusc, 1 sept., 015— 17 mm. Jg., 0.007 mm. 
lat., 8 in asco. 

69. B. punctif. f. aequata Ach., Flora. 1884, p. 586, stigmatea Kb., Wain., 
Adj., p. 114: selten an der Unterfläche der Blöcke beobachtet: apoth. parva, 
plana, spor. fusc, 1 sept., 012 mm. lg., 005—6 mm. lat. — 70. Catoc. poly- 
carpus Hepp; L. atroalbicans Nyl., Flora, 1875, p. 368, Wainio, Adj., p. 1-30. 

— 71. Ehizoc. geogr. 

72. Ehiz. grande Fl., Flora, 1884, p. 592, Wainio, Adj., p. 136: nicht 
häufig, habituell an den convexen Thallusschollen, zwischen welchen die ver- 
einzelten Apothecien sitzen, zu erkennen: thall. C riibesc, hyph. non amyl.,epith. 
oliv, fusc, cum excipulo K hic inde leviter colorat., hyp. fusc, spor. fusc, 
3— 5 sept., locuZis paucioribus, 024— 30 mm. lg., 012 — 15 mm. lat., 8 in asco. 

73. Rhiz. coniopsoideum Hepp, Flora, 1884, p. 593, praeterea Lahm, 
Westf. p. 104, Arn. exs. 1123: zerstreut auf den Blöcken und von diesem Stand- 
orte in Arn. exs. 854 aufgenommen: thall. non raro fere orbicularis, Krubesc, 
hyph. non amyl., ep. olivac, K — , hyp. fusc, spor. incol., juniores 3 sept., demum 
5—7 Sept., murales, 0-030 mm. lg., 0'015 mm. lat. Hepp in Herb. v. Naegeli 
bemerkt: ^Lecid. coniopsoidea, Vogesen (Herb. Spenner): „nach den äusseren 
Merkmalen gehört diese Flechte zur L. sabulet. b. coniops Schaer., En., p. 137 ; 
den Sporen nach ist sie aber eine ganz andere Flechte, und beide wurden bisher 
als L. sab. con. beschrieben. Hieher gehört auch die von mir an Sandstein- 
felsen des Albis aufgefundene Flechte, die Schaer er als L. sabulet. forma 
bestimmte und welche einstweilen wegen deren abweichenden Sporen zu L. con- 
fervoides gelegt wurde.* Das von mir eingesehene Exemplar der Hepp 'sehen 
Flechte ist das normale Bhiz. rubesc Th. Fr., Lojka univ. 182. 

74 Rhiz. excentricum (Nyl.). — 75. Rhiz. concentricum (Dav.). — 76. Rhiz. 
ohscuratum (Ach.). 

77. Lecanactis Dilleniana (Ach.): Tirol, XXI, p. 143 (Spec. affines sunt 
a) L. momtrosa Bagl., Arn., Flora, 1871, p. 197; bj L. delimis Nyl., Flora, 
1873, p. 297, Zw., Heidelb., p. 60): ziemlich selten von Lojka beobachtet und 
später von mir in Lojka, Lieh. univ. 86 niedergelegt: thallus sordidus, leprosus, 
apoth. pruinosa, intus K — , ep. hyp. fusc. hym. incolor, jodo vinos., paraph. 
supra indistincte articul. et fuscesc, spor. 3 sept., 027—30 mm. lg., 0'004 — 5 mm. 
lat., 8 in ascis elongatis. 

78. Placographa tesserata DC, Fl. Fr. (1805), p. 313, Op. petraea Ach., 
syn., 1814, p. 72, NyL, prodr., p. 195, Flora, 1861, p. 372, Th. Fries, Arct., 
p. 239, Leight.. Brit., p. 393, ic. Cheval, Graph., p. 51, t. 11, f. 1, E. Bot., 
suppl. 2632, f. 2, Leight., Graph. 5, f. 1; exs. Leight. 396, Anzi 203, 
Th. Fries 46, Körb. 256, Kabh. 542, Arn. 856 a, b; (Speeles sat affinis est 



88 



F. Arnold. 



Fl nivalis Tb. Fries, Arct., p. 239, exs. Un. it., 1867 [Hellbom], Nr. 62): 
zerstreut auf den Blöcken und von hier in Arn. exs. 856a veröffentlicht: thall. 
areolatorimulosus , ulbesc, K rubesc, C — , hyph. non amyl., apoth. atra, 
JireUaeform., recta vel plus minus curvata, mimerosa, intus K — , ep. hyp. 
fusc, spor. simplices, olil., incol., 0'012 — 15 mm. lg., 006 mm. lat., 8 in asco. 
Thalli gonidia pallide viridula,saepeguttulam maiorem foventia,0 015 — 22 mm. lg., 
0012— 15 mm. lat. 

79. Opegr. Donata Kb.: der sterile Thallus an der Unterfläche der Blöcke, 

— 80. Op. gyrocarpa Flot., Tirol, XX, p. 359. 

81. Calicium subparoicum Njl., Herb. Mus. Fenn., p. 78, syn., p. 152 
(comp. C. paroicum Ach., exs. Arn. 206, 1086, Zw. 561, Lojka un. 152): auf dem 
sterilen rostrothen OÄrooZe/Jws-Thallus der Opegr. gyroc. an der Unterfläche der 
iSyenitblöcke und von hier in Arn. exs. 1132 ausgegeben: spor. elongatoohl., 
fuscid., 1 Sept., 008 - 9 mm. lg., 0' 003 mm. lat., 8 in asco uniseriatae. Die 
Flechte wurde von Nylander als C. suhpar. bestätigt. 

82. Calic. parietinum Ach., comp. Flora, 1885, p. 54: zerstreut auf dem 
CVirooZepws-Thallus der Opegr. gyroc. an der Unterfläche der Blöcke (von Lojka 
beobachtet und von diesem Standorte in Arn. exs. 1130 veröffentlicht: apoth. 
pure nigra, apice hic inde divisa cum 2 — 3 capitulis, spor. suhfusif., simplices, 
fuscae, 006— 9 mm. lg., 003 mm. lat. 

83. Cyplielium arenarium Hampe, Mass., misc, 1856, p. 20, C. citrinum 
Leight. (1857), Nyl., syn., p. 149, G. Pulver ar. Auw d. (1857), ic. Leight., Mag. 
Ann. 8, f. 9, Nyl., syn. 7, f. 1, Bagl, Anacr., t. 2, f. 29; exs. Leight. 269, Zw. 
286, 507, Rabh. 387, Arn. 205, 1061; Ccoryn. t fdiforme Schaer., En., 1850, 
]). 325 vix differt: a) bereits 1882 auf dem Thallus der Biat. lucida bemerkt; 
h) Lojka sammelte die Flechte hier für Arn. exs. 1061: spor. elongatae, pal- 
lide luteolae, simpl. vel 1 sept., 005— 7 mm. lg., 0025— 3 mm. lat. 

81. Cyphel. trichiale Ach., Flora, 1885, p. 56 (comp. Nyl., syn., p. 150: 
..bnmu saxicolum lectum"): selten an der ünterfläche der Blöcke (von Lojka 
bemerkt): thallus granulosoleprosus, sordide lutescenteviridulus, stipites fusco- 
nigresc, capitula (massa sporarum) fuscesc, sporae glohulares, lutesc vel fuscid., 
005 — mm. lat. 

85. Coniocybe furfuraccaL.: niclit häufig an der Unterfläche der Blöcke. 

— 86. Stiginatojnma clopimum y^hg., Flora, 1885, p. 66: auf Blöcken nahe am 
Ufer des Travigiiolo. 

H7. Lilhoicea calaleptoides Nyl., cornj). Flora, 1885, p. 70: von einem 
gröb.seren Syeiiitblocke am Ufer des Travignolo in Arn. exs. 11:53 aufgenommen. 
- 88. JAth. nigrcHCcns Ters.: nicht häufig: thall. areolatodi/fractus, fuscus, 
spor. oblong., 018—23 mm. lg., 0-009—10 mm. lat. — 89. Collema multijidum H.: 
c. ap. Helten auf Blöcken nicht weit vom Ufer des 1'ravignolo: sporae spcciei. 

!>0. Euojisis pulvinala Schaer. (1816) spie, p. 123, 193, Enum., p. 101, 
Nyl., Flora, 18H2, p. 455, Stizb., helv., p.2, Forssoll, Gloeolich., p. M, Th. Fries, 
i'iora, l>-6<;, p. '\:A, exH. Zw. 622, Arn. 1072 {K. hacmaleu Smft, 1826, exs. 
Ncrrliti l<il, h-c. Forsscll, p. 17 non differt): iiirlit liiuifi^; auf Blöcken an 



Lichenologische Ausflüge ia Tirol. 



89 



feuchteren Stellen, von hier in Zw. 622, Arn. 1072 ausgegeben: ejnth. luiesc, 
gelatinosum, 'parapli. laxae, apice non capitellatae, hym. jodo caerul., hyp. 
incöl., spor. oblong., 0'01o—17 mm . Jg., 0' 006 mm. Tat., 8 in asco. 

91. Porocyphus sanguineus Anzi: Tirol, XX, p. 359. — 92. Goniimema 
velutinum Ach., selten: c. ap. auf einzelnen Blöcken. 

93. Biatorina Stereocaulorum Th. Fr., Tirol. XXL p. 152: parasit. auf 
Stereoc. eorall. und von hier in Zw. 911 enthalten (leg. Lojka): ep. fuscesc, 
hym. jodo caeriil., hyp. incolor, sporoe saepe utroque apice paullulum acu- 
minatae, 1 sept. cum 2 guthdis, O'Olomm. lg., 0-004 mm. lat., 8 in asco. 

94. Äbroth. Parmeliarum Smft.: vereinzelt auf dem Thallus der I. prol, 
pannariif. von Lojka beobachtet: apoth. atra, epruinosa, ep. viridiolivac., 
obscurum, hyp. sordidelutesc, spor. fusc, 1 sept., 015— 16 mm. lg., 0'005mm. 
lat., 8 in asco. 

95. Dactylospora attendenda ^yh, Flora, 1866, p. 419, Arn., Flora, 1874, 
p. 108, exs. Arn. 868, hic inde 823, Zw. 818: parasit. auf Piloph. Cereol. und 
von diesem Standorte in Arn. 868, hic inde 823, enthalten: apoth. sat parva, 
atra, plana, intus K—, ' epj. hyp. fusc, ep. autem obscurius coloratum, hym. 
incolor, jodo caerul., spor. fusc, obtusae, 3 sept., hicinde cum 4 guttulis, ju- 
niores 1 sept., 0'012 — 15 mm. lg., 004 mm. lat., 8 in asco. 

96. Tichoth. gemmiferum T. : parasitisch auf dem Thallus der Lecid. 
panaeola hie und da: spor. fusc, 1 sept., utrocßie apice obtusae, 015mm. lg., 
006 mm. lat. — 97. T. pygm. f. grandiusculum Arn., Tirol, XXI, p. 153: 
parasit. auf dem Thallus von Phiz. obscurat.: apoth. duplo et triplo maiora 
quam apud typum. 

2. Spec. terrestr. et muscicolae: 

1. C. rangiferina. — 2. sylvatica L. — 3. amaurocraea. — 4. deformis. 

— 5. bellidiflora. — 6. coccifera. — 7. squamosa. — 8. macrophylla Sch. — 
9. gracilisL. — 10. fimbriata. — 11. pyxidataL. — 12. Imbr. pertusa Schk.: 
steril über Moosen auf einigen Blöcken am Waldsaume. — 13. Pelt. aphth. — 
14. venosa. — 15. canina. — 16. rufescens. — 17. polydactyla. — ■ 18. malacea. 

— 19. Solor. saccata. — 20. Pannaria pezizoides Web., brunnea Sw. - 21. 
Ochrol. tartarea L.: der dicke sterile Thallus über Moosen auf einzelnen Blöcken. 

— 22. Icmad. aerug. — 23. Biatora gramdosa Ehr. — 24. Lecid. assimilata 
Nyl., Arn., Tirol, XXI, p. 137: selten über veralteten Moosen auf Blöcken. — 
25. Bilimb. sphaeroides (Dicks.): Tirol, XXI, p. 138, und 26. Büimb. sabidetorum 
(Schreb.) hie und da, doch ziemlich selten über veralteten Moosen auf den Blöcken 
am Waldsaume. — 27. Normand. laetevireyis T. B.: steril über Moospolstern, be- 
sonders Dicranum, an der senkrechten Seite der Blöcke unter Rhododendron ; von 
diesem Standorte in A r n. exs. 860 veröffentlicht. — 28. Thelocarpon epibolum Nyl. : 
hie und da auf alterndem Peltig. canina Thallus an sonnigen, bemoosten Stellen. 

In Folge der Ueberschwemmung vom September 1882 wurde im Sommer 
1885 eine Schutzmauer längs des Travignolo errichtet, wozu die erforderlichen 
Blöcke vorwiegend aus dem soeben geschilderten Syenitgerölle entnommen 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Abb. 12 



90 



F. Arnold. 



wuifleu. Hieduvch ist der Untergang dieses licbenologisch so interessanten Stand- 
ortes in sichere Aussicht gestellt. 

IL Unmittelbar daneben in westlicher Richtung beginnt der mit einzelnen 
alten Tannen untermischte Fichtenwald, in dessen mässigem Schatten auf Syenit- 
steinen und Blöcken eine andere Lichenen- Gruppe gedeiht, welche hauptsächlich 
aus folgenden Arten zusammengesetzt ist: 

1. Cancl. vitell. — 2. Callop. vitelUnulum Nyl., Flora, 1863, p. 305, Arn,, 
Flora, 1884. p. 256; planta Tirol, XX, p. 356, Nr. 3, huc pertiuet. — 3. Äspic. 
sylvatica Zw., L. lusca Nyl. — 4. Lecid. speirea Ach. : pl. normdlis, von dieser 
Stelle in Arn. exs. 6777j niedergelegt: K—, hyph. amyl., apoth lilana, nuda, 
opaca. — 5. Lee. latypea Ach., Tb. Fries, latypiza Nyl.: auf Blöcken: forma, 
thallus sordidus, suhvirididus, rimulosus, Kflavesc, C—, apoth. speciei, liyp. Jutese. 

6. Lecid. enteroleuca (Ach.) Nyl. f. pungens (Körb., p. p.), Wainio, Adj., 
p. 90; (non L. pungens Körb., p. p., Nyl., Flora, 1881, p. 4, 188, Wainio, Adj., 
p. 98): auf grösseren Steinen: thallus parum evolutus, apoth. numerosa, epith. 
nigricans (nec ut apud fypum smaragd. caerul.J, ac. nitr. odscure roseoviol., 
hyp. subincolor, spor. ovales, 0'012~15 mm. lg., O'OO? — 8 mm. lat. 

7. Diplot. epipolium Ach. f. amMguum Ach., Flora, 1884, p. 590: nicht 
häufig in kleineren Exemplaren. — 8. Catoc polycarpus Hepp, L. atroalbicans 
Nyl. — 9. Uhizoc. distinctum Th. Fries (pl. vulgaris). 

10. Rhiz. lavatum Ach. in Herb., Fries, sched., p. 18 ad Fr. suec. exs. 
383, Nyl., Flora, 1873, p. 23, Th. Fries, Sc, p. 629, Wainio, Adj., p. 138: 
a) locis saepe inundatis crescens: exs. Fries, suec. 383, Schaer. 177 (mea 
coli.), Flot. 174B, Zw. 133; h) locis siccis: exs. Zw. 546, 547, 548, sec. Nyl. 
in Zw., Heidelb., p. 57, Arn. 1059: auf kleineren Blöcken unter Fichten nicht 
selten und von hier in Arn. 1059 aufgenommen: thallus sordide albesc, fere 
pallide cervinus, rimulosus, sublaevigatus, K—, C—, hyph. non amyl., apoth. 
adpressa, intus nec K nec ac. nitr. mutata, ep. sordide olivac, hyp. fusc, spor. 
incoh, 7 Sept., septis Herum divisis, 0'030—36 mm. lg.., 0'012—15mm. lat. Es 
mag dahingestellt bleiben, ob diese Flechte von Bh. obscurat. s])ecifisch ver- 
schieden ist; habituell weicht die Pflauzo von Predazzo durch geglättetes Aus- 
sehen und kleinere Apothecien von dem typischen lih. obsc. ab. 

11. Verruc. aethiobola Wbg., Flora, 1885, ji. 80: hie und da: thallus 
oliraceoviresc, tenuiter rimulosus, apoth. emerg., spor. oblong., 022— 25 mm 
lg., O'OOÜ—lOmm. lat. 

12. Sagedia chlorotica Ach., univ., p. 283. conip. Flora, 1885, j). 165: 
sparnam auf einzelnen Blöcken: tliallus sat ienuis, sordide fusüid., chrysogonidia 
fovcns, aj)oih. atra, perithec. dimidiat., K-—, pnraph. capillares, spor. 3 sept., 
0-018— 22 mm. lg., 003 mm. lat. 

13. Segestria leetissima Fr., V. lunbonata Wallr,, germ., p. 306 sec. spe- 
cim. Wallr. in Herb. Argitntorat.; ic. Schaer., En. 8, f. 1, Dietr. 2-11, Mass. ric. 
.W. Loight,., Ang. 2^, l 6, Mudd 120, He])p 69(;. 

exH. Scliaer. 2H5, FIr.t Ui)A,A I, Zw. T.\A, C, TM, Ife j)]) \\M\. 
C50, Leiglit, 32. A n / i in. r :;91. Arn. 1066 (non vidi L;i,rl)al. 'I!)). 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



91 



Nicht selten aa den Blöcken und von hier in Arn. 1066 ausgegeben: 
thallus fuscorufus, in herhario demum sordide viriduliis, chrysogonidiu fovens, 
&por. incol, fusiformes, 3 sept., 022 — 24— 27 mm. lg., 0'004 — 5 mm. lat., 8 in 
ascis cylindr., spermog. apotheciis concoloria, spermat. 002 mm. Jg., 0015 mm. 
lat. Ich hielt die Flechte von Predazzo anfänglich für neu [S. russea m. in sched.), 
allein die spätere wiederholte Untersuchung ergab, dass die Sporen nicht mehr- 
zellig sind; immerhin dürfte der Sache noch näher auf den Grund gesehen 
werden. 

L. thelostomtis E. Bot. 2153, sec. Leight., Brit., p. 452, atque P. um- 
bonata Ach., univ., p. 316, Berl. Mag., 1812, p. 14, t. 1, f. 12, sec. Nyl., prodr., 
p. 433, Speeles sunt omnino diversae; comp. Forssell, Gloeolich., p. 80. — 
14. Lethagr. rupestre L., flaccid. Ach.: nicht häufig. — 15. Ticlioth. gemmif. T.: 
auf dem Thallus von Bhizoc. lavat. 

ni. Syenit auf der Höhe der Margola oberhalb Predazzo bei 1500 m. 
Hier ragen aus dem begrasten, mit zerstreutem Buschwerk besetzten Boden Fels- 
blöcke hervor, welche die dem Standorte angemessene gewöhnliche Kieselflora 
besitzen; hervorzuheben sind: 1. Blast, lamprocheila (DC, Nyl.). — 2. Einöd, 
milvitm Whg., von hier in Arn. exs. 1160 aufgenommen: thallus intus K~; 
— 3. Lecan. cenisia Ach. — 4. Pertus. inquinata Ach. — 5. Lecid. tessellata Fl. 
Beachtenswerth ist eine durch Fichten theilweise beschattete Syenitwand, an 
welcher insbesondere folgende Lichenen von mir beobachtet wurden: 

1. Clad. argariciformis W., comp., Flora, 1884, p. 449: steril an einer 
Syenitwand und von hier in Rehm, Clad. 161 verölfentlicht (pl. non tute deter- 
minanda, forsan cum C. sqiiamosa H. junge ndaj. — 2. Farm, ohscura: lithotea 
Ach.: pl. fructifera. — 3. Fhyscia cirrhocliroa Ach., steril. — 4, Fannaria 
lepidota Smft., steril. 

5. Lecanora frustulosa Dicks. 3, p. 13, t. 8, f. 10, E. Bot. 2273, L. Lud- 
wigii Schrad. apud Ach. univ. p. 406, Nyl., Sc, p. 166, Th. Fries, Sc, p. 255^ 
exs. Leight. 293, Körb. 38, Arn. 927 (subspec jam habitu diversa sit planta, 
in Lojka 40, Kerner 346, Arn. 1162 edita): an einer etwas beschatteten Wand 
und von hier in Aru. 927 ausgegeben: thallus K flav., C — , hyph. non amyl., 
ep. fuscesc, spor. oblong., 010— 12 -14 mm. lg., O'OOomm. lat. 

6. Lecan. dispersa Pers. — 7. Aspic. calc. f. contorta H. — 8. Fertu- 
sariu lactea (W.). 

9. Catocarp. hadioater (Fl.): comp. Arn., Tirol, XVIH, p. 249, XXI, 
p. 141. Wainio, Adj., p. 127: ziemlich sparsam an der Felswand: thallus cinevasc, 
areolae crustam continuam, protothallo atro, K non mutato impositam for- 
mantes, K—, C—, hyph. non amyl., apoth. plana, areolis immixta, epith. ohscure 
fusc, K viol. purp., hyp. fusc, K — , spor. 1 sept., incol., mox olivac. fusc, 
036— 42 mm. lg., 015— 17 mm. lat. — 10. Bhiz. Montagnei Fw. (spor. sin- 
gulae). — 41. Bhiz. ohscurat. Ach. 

12. FhyUiscum endocarpoides Nyl, Class., 1855, p. 15, ic. Wahbg., Lapp., 
t. 29, f. 2 (Endoc. phyllisc), Nyl., syn., t. 3, f. 5, Schwend., Unt., 1868, t. 13, 

12* 



92 



F. Arnold. 



f. 6—9, Algent., t. 3, f. 12; exs. a) pl. winor: f. Demangeonii M. M. (1849): 
Moug. N. 1240, Roum. 181; h) f. compositum Nyl. in Norrlin exs. 104; 
c) pl. normalis: exs. Körb. 270, Erb. er. it.. I, 1245 (hic admixta est Lecid. 
Piluii Hepp, hyp. K sanguin.), Unio it. 1867, tiellb., Nr. 70, Kabh. 898, 
Arn. 1139; d) non vidi: Somft. 58, Flot. 141; comp. Forsseil, Gloeolich., 
p. 62: an der theilweise beschatteten Syenitwand und von hier in Arn. exs. 1139 
ausgegeben. 

13. Endococcus microsticticus Leight.. Brit., p. 493 sub Verr., Arn., Flora, 
1863, p. 326, 1874. p. 141, Zw., Heidelb., p. 80: parasit. auf den Thallusareolen 
der Äcarosp. fusc. hie und da: apoth. atra, punctiformia, spor. fuscae, utroqiie 
apice obtusae, 1 sept., O'OlSmm. lg., 0'005 -6 mm. lat., 8 in aseo. — 14. Tich. 
pygm. Kb.: auf dem Thallus von Catoc. badioater. 

IV. Syenit steht ferner an der Westseite des Mulatte längs der Thalsohle 
au. Ober der Strasse ist hier an einer beschatteten Stelle Bnhr. perlata L. 
f. ciliata DC, Nyl., Flora, 1878, p. 247, steril häufig (med. K flavesc): Exem- 
plare sind in Arn. exs. 1151 aufgenommen. 

Endlich möchte ich noch erwähnen, dass man auf allen Kalk- und Dolomit- 
bergen von Predazzo bis zum Cimon da und dort umherliegende Syenitsteine 
findet oder Klippen dieses Gesteins bemerkt. Die Lichenen- Flora einer solchen 
Syenitbank ist Tirol, XX, p. 375 angegeben und es dürfte dieses Beispiel genügen. 
Nicht selten ist Lecan. polylropa Ehr.; Phaeosp). rimosicola Lght. auf dem 
Thallus von Rhizoc excentric. traf ich in der obersten Thalmulde der Viesena 
auf dem Mouzonisyenit. 

V. Die Flora des an der Südseite des Mulatto hervortretenden Turmalin- 
granits und Uralitporpliyrs ist Tirol, XX, )). 352, XXI, p. 100 erwähnt. Hiezu 
kommi'n folgende Nachträge: 

1. Flacod. murale Schb. f. diffractum Ach.: auf T. und U. - 2. Blast, 
lamprocheila DC, Nyl.: auf ü. — 3. Atopie, morioides Blomb.: in kleinen Exem- 
plaren zwischen anderen Flechten. — i. Pertiis. inquinata Ach., univ., p. 353: 
auf U.: epilli. K vlolac, spor. 0'030 — 36 mm. lg., 016— mm. lat., uni- et 
hiseriatac in asco. — T). Lecid. intumcscens Fl.: a) parasit. auf Lecan. sordida 
an einigen 'i'.- Blöcken und von hier in A rn. exs. 9^12 veiöfl'untli cht: ep. oh.scure 
fuHc, nec K nec «c. nitr. mutatum, hy]). fusccsc, spor. elongiUoohl., 012 inm lg. 
O'OOi wvi. tat.; h) ebenso auf U. 

<;. Ulli::, viridialrum Fl., comp Tirol, XXI. j). H2. exs. Flot. 192 (Flora. 
1H2H, p. 6!»1). Zw. !.".(». Körb. 108, Leight. 93, Anzi in. r. 308. Lojka 91, 
Arn. 9-13: auf U.- Blöcknii und von hier in Arn. 913 (enthalten. 

7. JjiUioic. glaucina Ach., Tirol, XX, ]>. .'552: auf U. selten. —8. Micro- 
tftelid anlli/racina Anzi: von der Tirol, XXI, p. lOl « rwähntun 'J'.- Felswand in 
Arn. ex». 8^)5 anfg^nonimen. — 9. Celid. varians Dav. : parasiL auf Jjccan. 
nordida. 

M). Arlhoj). llc/if'nuni Arn. {. fii.HcaUie Arn., FNmjj, ]HH:k p 222: parasit. 
auf den TliaIlnHar''olr'i) »ier Aa/ro^}). fusc. auf Turrnalitigranit : nonnrdla apoth. 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



93 



punctif., emergentia in eaäem areola, hym. ahsqite paraph., spor. incol., 1 sept., 
non raro cum 1—3 guttuUs, 0'012—15 mm. lg., 0'004—5 mm. lat., 8 in ascis medio 
paullo inflatis. 

VI. Melaphyr. Eine Viertelstunde ausserhalb Predazzo zweigt von der in 
das Fassathal führenden Landstrasse in nördlicher Richtung dem Saccinabache 
entlang ein Saumweg ab, welcher, bevor er sich links aufwärts wendet, an 
Geröllraassen von Melaphyr vorüberführt (v. Richthofeu, p. 273). Diese Stelle 
liegt ungefähr 50— 60m. höher als Predazzo. Woodsia liyperhorea zvföjagi ^\c\i 
zwischen den Geröllsteinen heraus; da und dort steht ein einsamer Birken busch, 
streckenweise erscheinen genügsame Phanerogamen. Der untere Theil dieser 
Gerölle ist flechtenreicher als der höher am Abhänge befindliche. 

1. Bamal. pollin. f. humilis Ach., steril. — 2. I. saxat. — 3. 1. cape- 
rata L. — 4. 1. conspersa Ehr. — 5. I. fuliginosa Fr., Nyl, — 6. J. sorediata 
Ach. — 7. I. stygia L. — 8. Farm, caesia H. — 9. Gyroph. cylindr. — 
10. Cand. viteil. — 11. Callop. aurant. Lghtf. : forma: thallo parum evoluto, 
apotheciis minoribus. — 12. Blast, lamprocheila DC, Nyl.: spor. tenues, 
propter loculos approximatos fere 1 sept., 016 mm. lg., 004 mm. lat. — 

— 13. Placod. murale Schb. f. diffractum Ach. — 14. Äcarosp. fuscata Schd. 

— 15. JRinod. milvina Whg., Arn.. Tirol, XXI, p. 125. — 16. Lecan. atra H. — 
17. L. hadia Pers. — 18. L. sordida Pers. — 19. L. polytr. cum f. intricata 
Schd. — 20. L. complanata Kb., Arn., Tirol, XXI, p. 127; XXII, p. 81: nicht 
häufig : pl. minor, thall. cinerasc, apoth. parva, lecanorina, margine cinerasc, 
crenulato, ep. fuscesc, gonidia liyp. incolori suhjac, spor. oblong., 0'012 mm. lg., 
O'OOo mm. lat. — 21. -L. Bockii Rod., Nyl.; nomen „Mosigia gibbosa Ach." sit 
restituendum : ziemlich selten und steril, 

22. Aspic. cinerea L,: thall. Krubesc; et f. papülata Arn. exs. 1043: diese 
Form wächst gerne versteckt im Gerölle nahe am Boden; von diesem Standorte 
in Arn. 1043 ausgegeben: thallus sordide viridulus, papillatus, margine in- 
distincte lobatus, K dem,um rubesc, hyph. non amyl., apoth. sat rara, leviter 
urceolata, spor. ovales vel oblong., O'OlSmm. lg., 0'009 — 12 mm. lat. Die Flechte 
ist vielleicht identisch mit der mir unbekannten Äsp. mastrucata Wbg. und 
mit Arn. exs. 662, Tirol, XVIII, p. 257. — 23. Aspic. sylvatica Zw. — 24. Asp. 
caesiocinerea Nyl. 

25. Aspic. morioides Blomb. in Arn, exs. 904: nicht selten auf den 
Blöcken und von hier in Arn. exs. 1044 enthalten: tota planta nigricans, thallus 
minute areolatus, areolae aeneofuscae et obscuriores, hyph. non amyl., apoth. 
sat parva, atra, plana vel levissime concaviuscida, margine tenui, epith. obscure 
viride, hym. jodo caerul., hyp. incol., spor. ovales, 007 — 9 7iim. lg., 005 mm. 
lat., 8 in asco. 

26. Pertus. lactea (W.): steril. — 27. Pert. inquinata Ach.: selten. — 
28. Pert. pseudocor all. f. laevigata Ach., Isid. laev., thall. Krubesc. — 29. Biat. 
coarctata Sm., elacista Ach.: die normale Pflanze nicht häufig und nahe am 
Boden. — 30. Lecid. lithophila Ach. — 31. Lecid. tenebrosa Flot.: von einigen 
Blöcken dieses Gerölles in Arn. exs, 8426 ausgegeben. — 32. Lee. DicJcsonii 



94 



F. Arnold. 



Ach. : nicht häufig. — 33. Lee. conßuens Fr. - 34. L. speirea Ach. — 35. Lee. 
lactea FL, utqiie f. suhlactea Laniy: letztere sparsam. — 36. Lee. decUnans Nyl., 
lapicida Th. Fr., attiue f. ochromela Ach., Arn., Tirol, XXI, p. 135. — 37. L. 
(alboc. f.) flavocaerulescens Horn. — 38. L. iJlatyear'pa Ach. — 39. L. crustu- 
lata Ach.: nicht häufig. 

40. Leeid. badioatra (Hepp) ; Lecan. h. Hepp, „Maderauerthal, legi 1859" 
in lit. ad v. Kplhbr., Stizb., helv., p. 128, Asp. h. Kplh., Bay., 1861, p. 285, 
L. corrugaüda Arn., Tirol, XX, 1879, p. 357, XXI, p. 100, Nyl., Flora, 1880, 
p. 393; exs. Arn. 803a, b: auf Blöcken des Gerölles ober der Strasse und von 
hier in Arn. 8035 und Lojka univ. 169 verölfentliclit. 

Sporis paullo maioribus diversa, habitu autem simillima est L. cou- 
tracfa Th. Fr., Sc, 1871, p. 270 = L. umbriformis Nyl., Flora, 1877, p. 227, 
Lamy, Cat., p. 128, Zw., Heidelb., p. 56, L. corrug. Lahm., Westf., p. III, exs. 
Zw. 669, Arn. 1009. 

Die von Rehm in den Allgäuer Alpen gesammelte Flechte (v. Kplhbr., 
p. 285) gehört zu L. badioatra Hepp. Ich habe Originalexemplare beider Arten 
aus Schweden, Heidelberg, Westfalen, dem Allgäu und der Schweiz mit der 
Tiroler Pfianze verglichen. 

Speeles affinis, mihi incognita, videtur L. nmbonatida Nyl., Flora, 1872, 
p. 365; 1877, p. 227, Brenner, Hoglaud, p. 106. 

Beachtens Werth ist, dass der Parasit Phaeospora peregrina Flot. = ]in- 
doc. triphractus Nyl., Flora, 1872, p. 364 auf allen drei Arten vorkommt. 

41. L. grisella FL, Nyl.: pl. normalis. Hie und da kommt auf den Blöcken 
eine kleinere Form, habituell der Psora subfumosa Arn. ähnlich, vor: thalU 
areolae planae, pdllide cervinae, C. Icviter rubese., hyph. non amyl., ap. parva, 
atra, nuda, ep. obsciire viride, hyp. fuscese., spor. elongatoobl., 012— M mm. 
lg., 004 mm. lat., spermog. hie inde margine areolarum disposita, oblonga et 
parum immersa, atra, spermat. recfa, O'009—IO mm. lg., 001 mm. lat. 

42. L. intumescens Fl. : parasit. auf Lecan. sordida. — 43. L. vorticosa 
FL, Kb. : von einigen Blöcken nahe am Fahrwege in Arn. exs. 719c nieder- 
gelegt: thalluH miuute granulosus, nigricans, apoth. speciei, liym. pidchre sma- 
ragdulum. — A \. L. latypca Ach., latyjiiza Nyl. : thallus K flavesc, C—. — 
'15. Lee. Pz7a<i Hcpj): forma: ziemlich selten: thallus parum evolutus, leprosus, 
tenuis nigricans^ apoth. minor a quam apud typum, dispersa, convexula, ep. 
obscure viride K ~ , hyni. incol. jodo caeruL, hyp. ferc rubricosum, K sangui- 
neum, spur, elongatoobl., 0-012— J!> mm. lg., O'OOHmm. lat. — 16. Scoliciosp. 
utnbrinum Ach.: hio und da: e]>. glauc, spor. vermiformes, 022— 24mm. lg., 
0(J(j:} mm. lat. 

17. Jiuellia contermina Arn., Tirol, XXI, p. MI, NyL, Flora, 1882, p. ^157: 
nicht häufig: K—, hyph. amyl., ep. nigric. viride, K , ac. nitr. sordidc fusco- 
purp., hyp. leviler luscidulum, spor. ovales, fusc, I sept., O'OO!) — 10 mm. lg., 
0'(JO',mm. lat. — 4H. B. aelhulea Ach., Th. Fr. : nicht liiuifig: IhnU. K riibesc, 
hyph. iiwyloid. — ^\). Rhi;:. gcogr. - 50. llhiz. viridialrum FL: seiton. — 
M Uhi::. Moni. — 52. Collnna furviivi Ach.: steril. — 53. Lethagr. haureri 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



95 



Flot.: selten, spor. dactyloid. — 54. PorocypJms sanguineus Anzi: videtur: 
zerstreut auf den Blöcken, apoth. rara. — 55. Celidium 'yrtn'a»*s (Dav.): parasit. 
auf den Apothecien der Lecan. sorcl. — 56. Phaeospora peregrina (Flot.): auf 
dem Thallus der Lecan. Bochii. — 57. Tichoth. macrosponm Hepp: auf dem 
Thallus von Rhiz. geogr.: spor. nigric. fuscae, 1 septatae, 018 — 22 mm. lg., 
006— 7 mm. lat., 8 in asco. 

VII. Melaphyr auf der Höhe des Mulatte (2150 m.). Hier nahezu auf dem 
obersten Kamme des Berges befindet sich nach Norden gerichtet eine felsige 
Mulde, welche mit diesem schwarzen Gestein ausgefüllt ist (vgl. v. Eichthofen, 
p. 262). Am 24. Juli 1880 stieg ich vom Einschnitte bei der Viesena aus über 
die phanerogamenreichen Halden bis zu jener Mulde hinauf, welche dort oben 
fast die einzige Stelle ist, an welcher der Melaphyr offen zu Tage tritt. Die 
BeschalFenheit der Lichenen- Flora in dieser Mulde lässt sich aus nachstehenden 
zwei kleinen Verzeichnissen bemessen. 

Ä. Spec. saxicolae: 

1. Plat. fahlunense L. — 2. Gyroph. cylindr. — 3. Cand. vitell. — 
4. Lecan. polytr. E. cum f. intricata Schrd. — 5. Lecan. eenisia Ach. — 
6. Äspic. alpina Smft. — 7. Lecid. aglaea S. f. Brunneri Nyl., die nämliche 
Pflanze wie auf dem Syenit am Fusse der Margola; vom Melaphyr dieses Stand- 
ortes in Arn. exs. 839 enthalten. — 8. Lee. Pilati Hepp. — 9. Catoc. iiolycarp. 
Hepp, atroalbicans Nyl.: von hier in Arn. exs. 852 veröffentlicht. — 10. BJm. 
geogr. 

B. Spec. terrestr. et muscic: 

1. Clad. sylvat. L. — 2. C. def. goneclia Ach. — 3. C. coccifera L. : 
pl. steril, alp. — 4. C. macrophylla Schaer., steril. — 5. C. crispata Ach. — 
6. C. pyxid. pocillum Ach. — 7. Cetr. island. L. — 8. Plat. fahlun. L. — 
9. Pelt. aplith. — 10. Icmad. aerug. Sc. — 11. Biatora granulosa Ehrh. — 
12. Biat. uliginosa Schd. — 13. Lecid. assimilata Nyl., über veralteten Moosen. 
— 14. Lecid. negleeta Nyl., steril auf Erde. — 15. Normand. laetevir. T. — 
16. Microgl. sphinctrinoides Nyl. 

17. Pleospora — : sit n. sp., forma sporarum a PI. Peltigerae Fuckel, 
symb. rayc, p. 132, Saccardo, syll., II, p. 276 diversa: parasit. auf veralteter 
Peltid. aphth., selten: apoth. angioc, atra, supra thallum dispersa, emersa, 
spor. fusc, latefusiform., 5 sept., non raro cum pluribus guttulis, 0018— 
020 mm. lg., 0-006-8 mm. lat, 8 in asco. 

18. Pharcidia (Schaereri, Mass. f.) croceae Arn., Tirol, XXI, p. 153: eine 
hieher gehörige Form parasit. auf Norm, laetevir., selten: apoth. minutissima, 
atra, in singidis Norm, foliolis numerosa, angioc, hym. absque parapli., sporae 
incol., oblong., 1 sept., 0'009 mm. lg., O'OOS vim, lat., 8 in ascis 0'030 mm. lg., 
0-012 mm. lat., medio paullo inflatis. 

Beim Herabsteigen vom Mulatto kam ich an einer niedrigen, mit einem 
Wiizocarpon bewachsenen Felswand vorüber. Die spätere Untersuchung ergab, 
dass es Bh. obscuratum Ach. war; die gesammelten Exemplare sind in Arn. 



96 



F. Arnold. 



exs. 853 enthalten. Daneben wuchs Porocyphus sanguineus Anzi, Arn., Tirol, 
XXI, p. 151. 

Auf der Höhe links ober dem Satteljöchl bei 2200 m. stehen auf einer 
Bergkuppe gleichfalls Melaphyrmassen mit vorgelagertem Gerölle an; ich habe 
jedoch daselbst nur die gewöhnliche Alpenflora angetroffen. 

VIII. Noch ist der bereits Tirol, XXI, p. 101 erwähnte Augitophir her- 
vorzuheben, welcher am Ostabhange des Monte Castellazzo in Blöcken zum Vor- 
schein kommt. Massig ausgebildete kleine Augite ragen aus der mit Lichenen 
überzogenen Oberfläche hervor und sind selbst mit solchen bedeckt. Ich er- 
innere au die bei Gurgl vorkommenden Granaten (Tirol, XX, p. 390). Lecan. 
pohßrojpa Ehrh., von hier in Arn. exs. 537 niedergelegt, Äspic. cinereo- 
rufescens Ach., Lecid. confluens Fr., Lecid. plaUjcarpa Ach. (thallus) Rhizoc. 
geographic. wurden auf diesen schwarzen Augiteu bemerkt. 

IX. Während der Porphyr das Fleimser Thal herauf bis zum Rollepasse 
der rechten Seite des Thaies entlang jene waldbedeckten, oben jedoch in schroffe 
Felsmassive übergehenden Berge bildet, welche bis 2600 m. und nur in ein- 
zelnen Ausnahmen über 2700 m. aufragen, ist er auf der linken Seite des 
Thaies von Predazzo bis zum Castellazzo auf die zwischen diesem Berge und 
der Viesen a eingelagerte Bocchegruppe beschränkt, deren Gipfel die Höhe von 
2743 m. erreicht. Im Laufe der Zeit habe ich so manchen der dortigen Por- 
phyrberge bestiegen und hiebei beobachtet, dass ober den flechtenarmen, mit 
den Zierben abschliessenden Wäldern die eigentliche Region der Lichenen be- 
ginnt, indem die zahllosen, über breite Gehänge oft fast plattenartig gelagerten 
Felsen und Blöcke über und über so mit Flechton bedeckt sind, dass Laubmoose 
nahezu selten erscheinen. Sobald man an den Jochübergängen angekommen 
ist, tritt in wohlausgebildeten Exemplaren die Alpenflora auf, welclie in der 
Hauptsache sich auf jedem der dortigen Berge gleichmäsyig wiederholt. Jetzt, 
wo der Porphyr nicht mehr ein völlig unbekanntes Gebiet ist, versuche ich es, 
dessen Flora in zwei Gruppen zu theilen, wobei ich mich jedoch der Einsicht, 
dass eine scharfe Grenze nicht zu ziehen ist, keineswegs verschliesso. Zunächst 
beziehe ich mich auf die beiden Tirol, XX, p. 372; XXI, j). 101 enthaltenen 
Verzeichnisse der Pori)liyrflechten. Es unterliegt keiner Schwierigkeit, mit den- 
selben die hier folgenden Aufzählungen zu ergänzen. 

A. Flora von der Thalsohle (1020 m.) bis zum Aufhören des Waldes. — 
Im Dunkel des Waldes kommen hier, wie überall, nur sehr wenige Flechton 
vor. Allein am WahlHaume, an lichten Waldstellen und vorzüglich auHsorhalb 
des Wahles nehmen dieselben an Menge und Arteii/.ahl um so viel mehr zu, 
als sie nicht vom Waldesschatten beeinflusst sind. Auch die Cladonien meiden 
rftjff'lmässig den ununterbrochenen Schatten und drängen sich in einer Mfdirzahl 
von Arten gerne auf Waldblössen zusammen. 

1. Spec. Huxicohir. : 

1. Unnca harh. (loriila \,.\ Ideine sterih' Exrimjilare a) auf Blöcken unter 
Ficbtr-n am WaldHaum" Ikm l'aneveggio, h) an d'-ri Kinfassungssteinen der Land- 



Licheuologische Ausflüge in Tirol. 



97 



Strasse daselbst. — 2. Bamdl. polliti. VV.: steril an sonnigen Porphyrwänden 
in der Travignoloschlucbt. — 3. Stereoc. coralJoides Fr: auf Blöcken im Gerölle 
ober dem Traviguolo eine Strecke unterhalb Paneveggio. — 4. Pilophorus 
CereoJiis Ach. : steril an waldigen Stellen auf Blöcken und Felsen an mehreren 
Orten zwischen Predazzo und dem Rollepasse beobachtet — 5. 1. saxat. L. 

6. I. encaiista (Sm. 1791), L. muUipunctus Ehr., 1793; ic. Sm., Tr. L. 1, 
t. 24, f. 6. Hoff., PI. L. 32, 2; E. Bot. 2049, Westr. 19, Dietr. 262, Mass. 
mem. 51, Hepp 52. 

a) exs.Ehrh.305, Funck374, Schaer. 368, Fries, suec. 338, Ludw. 170, 
M. N. 353, Hampe 2, Zw. 183, Hepp 52, Körb. 62, Rabh. 315, Stenh. 67, 
Anzi m. r. 106, Erb. er. it., I, 119, Schweiz. Cr. 470 a, h, Roum. 40, Lojka, 
univ. 68, (non vidi Flot. 105^, B, Desm. 1593, 1943). 

h) f. iextilis Ach., ic. Bischoff 2878, exs. Norrlin 203. 

Mit schmalen Thalluslappen und grossen Apothecien auf einem Porphjr- 
blocke am Abhänge unterhalb der Alpe vor dem Rollepasse und von hier in 
Lojka, univ. 63 ausgegeben. 

7. Anaptychia ciliaris L. : steril sparsam an einer sonnigen Felswand in 
der Travignoloschlucht. — 8. Parin, pidverul. f. farrea F. [fornicata Wallr.): 
gemeinschaftlich mit der vorigen Art, steril: thalli lobi margine integri vel sore- 
diosi in eodem exemplo. 

9. Pannaria triptophylliza Nyl., Flora, 1879, p. 201, Lamy, Cat., p. 54. 
Arn., Tirol, XXI, p. 102, Nr. 9, sub PL adglut.: von der hier erwähnten Por- 
phyrwand in Zw. exs. 647 niedergelegt. 

10. Pannaria microphylla Sw. : an Felsen und Blöcken in den Wäldern. 
— 11. Xanth. parietina Ij.'. häufig an den behauenen Porphyrsteinen längs der 
Strasse bei Predazzo. — 12. Phy&cia elegans Lk. : gesellig mit der vorigen. — 
13. Physc. murorum Hoff., Flora, 1884, p. 247: auf Porphyrblöcken am Fuss- 
wege von Predazzo zur Margola: spor. 015 mm. lg., 006 mm. lat. — 14. Ph, 
cirrhochroa Ach.: steril an Porphyrwänden: a) an der Strasse zwischen Pane- 
veggio und Bellamonte. hj in der Travignoloschlucht. — 15. Blast, fcrruginea 
H. : nicht häufig auf Blöcken an der Südseite des Col Briccon. — 16. Blast. 
lamprocJieila DC, Nyl.: an Porphyrblöcken unweit der Strasse vor dem Rolle- 
passe und besonders an giösseren Steinen auf der mit zahlreichem Senecio cor- 
datus bewachsenen Wiese ober der Strasse: von hier in Arn. exs. 1106 aufge- 
nommen. 

17. Binod. sophodes Ach., pZ. saxic. alpina, comp. Nyl., Nov. Caled., 
p. 44, a) stratus corticalis K— : exs. Anzi 45, Erb. er. it., I, 676. — h) stratus 
cortic. K violaceopurp.: exs. Arn. 830 (forsan species propria) : auf Blöcken am 
Südabhange des Col Briccon und von hier in Arn. exs. 830 ausgegeben: haec 
Planta h) cum Bin. milvina Wbg. vix jungenda sit. 

18. Lecan. cenisia Ach., ic. Dietr. 207: am Waldsaurae gegen Rolle. — 
19. L. suhradiosa Nyl., Flora, 1872, p. 549; 1873, p. 69; 1881, p. 530, Zw., 
Heidelb., p. 32: a) steril an einer Porphyrwaiid in der Travignoloschlucht und 
von hier in Arn. exs. 1109 ontlialten: thalhts alhesc, rimidos., margine plus 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Abh. 13 



98 



F. Arnold. 



minus distincte lobatus, K ßavesc, C. ochrac; h) pl. variat thallo sordide ruhe- 
scente: am gleichen Standorte. 

20. L. polytropa Ehrh.: die Formen illusoria und intricata gesellig auf 
einigen Blöcken am Waldsaume zwischen Paneveggio und Vineghie: von hier 
in Arn. exs. 928 enthalten. Comp. Norrlin, Fenn. exs. 293. 

21. L. BoeJcii Rod.; uomen Mosigia gibbosa Ach., univ., p. 317, Berl. Mag., 
1812, p. 12, t. 1, f. 8, restituendum sit; Körb., syst., p. 377: a) an einer Por- 
phyrwand seitwärts vom Waldsteige zwischen Paneveggio und Giuribell, von dieser 
Stelle in Arn. exs. 932 aufgenommen; bj an Felsen zwischen der Wasserklause 
und Vineghie : thallus cervinofuscesc, K—, C. leviter rubesc, hyph. non amyl., 
apoth. atra, margine thallode crasso, ep. hyp. fusc, hym. jodo caerul., spor. 
oblong., 0018— 33 mm. lg., 0W9—10mm. lat. 

22. Ochrolechia tartarea L. : die typische Pflanze, wie sie reichfrüchtig 
in den Vogesen vorkommt (M. N. 69), habe ich in Tirol noch nicht gesehen; ein 
in den Formenkreis dieser Art zu ziehender Thallus kommt gemeinschaftlich mit 
der vorigen Art vor. 

23. Äspic. intermutans Nyl., Flora, 1872, p. 354, 429, Lamy, Caut., p. 57, 
exs. Nyl., Pyren. 11, 12, Lojka 168 (spermat. recta, 0'008—9 mm. lg.); huc 
pertinet Ä. reticulata Rehm in Arn., Tirol, IV, 1869, p. 610 sec. Nyl. in lit. 
1. Apr. 1886 atque in Flora, 1886, p. 466: eine in den Bereich dieser Art zu 
ziehende Form: thall. K ruber,c., spor. 027 — 30mm. lg., 015mm. lat., fand 
ich an einer Porphyrplatte unter Pinus Cembra auf der Höhe westlich vom Col 
Briccon. 

24. Asp. caesiocinerea Nyl., Flora, 1872, p. 364, Hue Addenda, p. 107, 
Norrlin, Fenn. exs. 242a, b fapud 242b sporae 0-021 mm. lg., 0-012— 15 mm. 
lat., spermatia recta, 008 mm. lg., 0001 mm. lat.); Arn., Tirol, XXII, p. 67, 
comp. Arn. exs. 934: auf Porphyrblöcken am Waldsaume bei der Alpe vor dem 
Rollepasse und von hier in Arn. exs. 1169 ausgegeben; thallm cinerasc, mar- 
gine atrozonatus, K—, apotheciorum margo thallo concolor, epith. olivac, sporae 
ovales, 021 mm. lg., 010— 12 mw. lat., spermatia recta, 0-010—12 mm. lg., 
0001 mm. lat. 

25. Asp. laevata Ach., V. A. H., 1809, p. 165, Nyl., Flora, 1872, p. :'>61 ; 
1881, p. 18.'5, Wainio, Adj., p. 168, Th. Fries, Sc, p. 276; var. albicans Arn. 
8X8. 1167: a) an Blöcken und grösseren Steinen längs des Baches unterhalb der 
Alpe vor dem KollepasKe und von hier in Arn. exs. 1167 veröflentliclit: thallus 
pinguis, e/fnsus, albicans, K—, apoth. atra, opaca, margine thallode albido, ep. 
oliv., sporae ovales, 021— 23 mm,, lg., 015— 17 mm. lat., spermatia curvata, 
(r018—23mm. lg., 0-001 mm. lat.; b) ebenso im Bacbe gegen Val Maor. 

yiv/A nmjihibola Ach., Norrlin, Fenn. exs. 21)» (spec. dext.: sporae 
0-030 mm. Ig., 0-017 mm. lat., spermatia curvata, 015— IG mm. lg., O'OOlmm. 
Int.) hubitu simillima est. 

26. Aspic. sylvatira 'Avj., L. lusca Nyl.: Flora, 1881, p. ^107: an einigen 
Por]ihyrblöcken am Wablwfgd vor dor Al))fl Val Maor; von hier in Arn. exs. 
H'.i't vpröfr<'ntli'',lit. - 21. Asji. ctracm hvw : auf einigen Blöcken an» Waldbachn 



Lichenologische Aueflüge in Tirol. 



99 



zwischen Paueveggio und Giuribell: von diesem Standorte in Arn. exs. 933 
niedergelegt, — 28. Vre. scruposa L.: hie und da. — 29. Pertus. corallinaL.: 
auf Blöcken im GeröUe unterhalb Paneveggio. — 30. Pert. isidioides Schaer., 
Arn.: steril an Porphyrwänden am Waldsaume zwischen Paneveggio und Vineghie. 
31. Pertusaria inquinata Ach. : an einem Porphyrblocke anf der Höhe der Mar- 
gola ober Predazzo : von Lojka gesammelt und in Arn. exs. 1046 ausgegeben: 
thallus K—, C—, hyph. non amyl., ep. Kviolac, spor. 030 mm. lg., 015 — 
17 mm. lat., 8 in asco, 1 — 2 seriatae. 

32. Sphyrid. byssoides L. f. rupestre Pers. : auf Blöcken längs der Wald- 
wege. — 33. Biatora rup. Siehenhaariana Körb., syst., p. 204, Arn., Tirol, XXI, 
p. 131 : auf einigen Blöcken längs des Waldsaumes ober dem Travignolo bei der 
Wasserklause und von dort in Arn. exs. 1047 veröffentlicht: apoth. ohscuriora, 
quam apud typum et aliter eolorata, fuscese. fulva, hyp. Jutesc. K — . 

34. Biat. suhconcolor Anzi: a) am Grunde einiger Porphyrblöcke am 
Waldsaume gegen Vineghie und von hier in Arn. 938 ausgegeben; bj Lojka 
fand die Flechte etliche Blöcke überziehend an der Waldstrasse im Travignolo- 
thale unterhalb Paneveggio: sie ist von hier in Arn. 938 Zw. 588 bis aufge- 
nommen. 

35. Biat. Brujeriana Schaer. exs. 539, En., p. 77, Nyl., En., p. 122, Leight., 
Brit, p. 285, Stizb., helv., p. 148, Th. Fries., Sc, p. 449; ic. Dietr., t. 224, 
med.; exs. Hepp 615 c. ic, Leight. 390, Lojka 187, Arn. 1049: an Porphyr- 
blöcken längs des Waldbaches gegen den Rollepass, von Lojka aufgefunden und 
von hier für Arn. 1049 gesammelt: thaJl. plus minus effusus, pallide flavido- 
cinerase. vel obscurior, verrucosus, Verrucae hic inde efflorescentes, K—, C—, 
apoth. pezizoidea, nigric, maiora, margine crasso, non raro crenulato, ep. hyp. 
sordide fuscidul., K—, hym. jodo fulvesc, sporae ovoideae, uno apice non raro 
leviter acuminat., 015 mm. lg., 0' 007 mm. lat., 8 in ascis elongatoobl., saepe 
fere uniseriatae. 

36. Biat. Tm-ellii Anzi, manip., p. 151, exs. 569, Nyl., Flora, 1881, p. 455: 
steril auf einem Blocke an dem Waldfusswege unterhalb Paneveggio in der 
Richtung gegen Col Briccon: thallus sordide pallide lutescens, granulatus, gra- 
nulis maioribus sordide fuscididis intei'mixtis. 

37. Biat. disjecta 'Nyl, Flora, 1881, p. 184, Lecan. — Arn., Tirol, XXI, 
p. 102, Nr. 17: auf Blöcken an waldigen Stellen der Berge um Paneveggio: 
a) am Fusswege gegen Giuribell und von dort in Zw. exs. 668 J., B enthalten; 
bJ am Waldsaume zwischen Paneveggio und der Alpe Vineghie: von diesem 
Standorte in Lojka univ. 82 aufgenommen. 

38. Lecid. aglaea Smft.: an Blöcken im Gerolle ober dem Travignolo 
eine Strecke unterhalb Paneveggio. — 39. Lecid. tessellata Fl.: die typische 
Pflanze auf Felsen am Travignolo unterhalb Paneveggio, am Abhänge vor dem 
Eollepasse. 

40. Lecidea gregalis Arn. exs. 1176: an kleineren Blöcken auf der mit 
Senecio cordatus bewachsenen Wiesfläche ober der Alpe vor dem Rollepasse und 
von hier in A rn. 1176 veröffentlicht: thallus albescens, tenuiter rimulosus, K—, 

13* 



100 



F. Arnold. 



C—, liypliae amyloid., apoth. atra, gregatim crescenUa, leviter convexa, minora, 
epith. fusco-olivaceonigricans, ac. nitr. cölorat., liym. incol., jodo caerul., hyp. 
fuscesc, sporae tenues, simplic, O'009—ll mm. lg., 003 mm. lat. Es bleibt 
dahin gestellt, ob hier eine neue Avt vorliegt; allein die Pflanze weicht zur 
Genüge von den mir bekannten Formen von Lee. lapicida, pölycarpa Autt. ab. 

41. Lecid. panaeola Ach.: steril auf einem Porphyrblocke im Gerolle ober 
dem Travignolo eine Strecke unterhalb Paneveggio. 

42. Lecid. grisella Fl. f. suhcontigua Fr. (videtur), comp. Arn., Flora, 
1884, p. 555: an Blöcken und grösseren Steinen am Abhänge unterhalb der Alpe 
vor dem Eollepasse und von hier in Arn. exs. 1175 aufgenommen: thallus sor- 
dide albesc, subamylac, areolatorimidosus, K—, C rubesc, hyph. non amy- 
loid., apoth. minora, atra, hie inde vix pruinosa, epith. obseure sordide viride, 
hyp. fuse., sporae oblong., simplices, 0'010—12 mm. lg.., 004—5 mm. lat., 
8 in asco. 

43. Lecid. platycarpa Ach. f. trullisata Arn.: an Porphyrfelsen bei der 
Wasserklause und von hier in Arn. exs. 558 C veröffentlicht, — 44. Lecid. meio- 
spora Nyl.: a) auf Porphyrblöcken im Walde gegenüber Paneveggio in der 
Richtung nach Col Briccon und von hier in Arn. exs. 1181 aufgenommen: thallus 
rimidosHS, effusus, albeseens, fere laevigatus, K—, C—, hyph. non amyloid.., 
apoth. atra, ep. sordide fuse., ac. nitr. — , hyp. fuse., spar, oblong., 015— 
17 mm. lg., 006— 7 mm. lat. 

45. Lecid. distr ata kru. (1883), Flora, 1885, p. 239: an einer Porphyr- 
wand an einer bewaldeten Stelle am alten Saumwege gegen Giuribell und von 
hier in Arn. 941a ausgegeben; b) an der senkrechten Seite eines Porphyrblockes 
im Walde ober den Sägmühlen bei Paneveggio und von hier in Arn. exs. 941 
aufgenommen: thallus gramdosus albeseens, C- , K ßavesc, hyph. non amyloid., 
apolh. gregaria atra, ep. ob^cure viride, K — , ac. nitr. colorat., hym. incolor, 
jodo caerul., deindc vinosum, paraph. laxae, hyp. lutco fuscesc, sporae oblong., 
incol., 015mw. lg., 006 mm. lat., S in asco. Die Flechte gehört in den 
Formenkreis der 7>ec. latypca Ach., von welcher sie sich durch den klein- 
körnigen Thallus unterscheidet. 

46. JjCC. enteroleuca Ach., Nyl., f. pungens Körb. j). p., Wainio, Adj., 
p. 90: auf Blöcken am Waldsaume unterhalb der Alpe vor dem Rollepassc: 
thallus Hordide albesc, rimulosus, apoth. numerosa. cxc et epith. nigric, ac 
nitr. ohscure roseoviol, hyp. incol., sporae 012—14 mm. lg., 0'005—6 mm. lat. 

47. Lee. syhicola Fiot. (1829): Nyl., Flora, 1879, p. 361; 1881, p. 188, 
L Intens Tayl. (1836); Wainio, Adj.. p. 104; pxh. Flot. 17, Körb. 75, Zw. 535, 
596. 597, 780, 919, Arn. 40!»«, 6 (non vidi 1. arb al, 84) ; Norrlin 145 est 
L. conferenda var. paraphana Nyl., Flora. 1868, p. 477; 1882, ]). 4.57; 188:5, 
p. 108: Jj. sylr. kommt in (\cu Waldungen von Predazzo und Paneveggio mehr- 
farli, doch nirgfndK liäufii; v(»r und geht am Col Briccon bis in die Region der 
Zierbi-n. Di^ in Zw. 919 ausgegf'ben«ui Exemplare wurden von Lojka in der 
Nähe d«R WjildbHcheH zwischen Paneveg^'io und Kollo (Tirol, XXI, p. 104) 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



101 



gesammelt. Die Sporen bemerkte ich in einem und dem nämlichen Apothecium 
007— 12— 14 mm. lg., 0-003—4 mm. lat. 

48. Biatorina lenticularis Ach., Flora, 1884, p. 567: forma: an Porphyr- 
blöckeu unweit des Waldbaches zwischen Paneveggio und Rolle, von Lojka 
beobachtet und für Zw. exs. 918 gesammelt: thallus sat tenuis, apoth. dispersa, 
fusconigric, plana, parva, clava paraphysium fusca, paraph. laxae, hym. jodo 
caerul., hyp. incol., sporae 1 sept., 010— 12 mm. lg., O'OOSmm. lat., 8 in ascis 
apice truncatis. 

49. Catill. chalyleia Borr., Arn., Tirol, XXI, p. 138, Flora, 1884, p. 569: 
an einer Porphyrwand am Wege in der Travignoloschlucht bei Predazzo: tJiall. 
tenuis, nigric, apoth. parva, plana, ep. fusconigric, clava distincta, hym. in- 
color, paraph. laxae, hyp. supra viridiglauc, cum excipulo obscuro ac. nitr. 
colorat., spor. elong. oU., 1 sept., saepe cum 4 guttulis, 012 mm. lg., O'OOS mm. 
lat., spermat. öblonga, 0-002 mm. lg., 0015 mm. lat. 

50. Bilimb. trisepta f. saxicola Körb. par. 171, Flora, 1884, p. 573: 
a) auf Blöcken am Waldwege vor der Alpe Val Maor; b) auf einem grossen 
Porphyrblocke im Walde des Travignolothales unterhalb Bellamonte von Lojka 
gesammelt und in Arn. exs. 1051 niedergelegt: apoth. atroviridia, biatorina, ep. 
viride, ac. nitr. color., hym. hyp. incolor., spor. 3 sept., O'OlSmm. lg., 0W4mm. lat. 

51. Bilimb. coprodes Körb. par. 166, Flora, 1884, p. 575: an Steinen längs 
des Waldbaches auf der Höhe der Margola südlich von Predazzo: thallm sor- 
didus, minute granuldsus, apoth. nigric, biatorina, intus K — , ep. glauc, ac 
nitr. colorat., paraph. conglut., apice non capitcllatae, hym. jodo caerul., mox 
vinos., hyp. rufesc, spor. 3 sept., 012 mm. lg., 0'003 — 4 mm. lat. 

52. Scolic umbrinum Ach.: an einigen Blöcken an der Südseite des Col 
Briccon und von hier in Arn. exs. 869 ausgegeben: ep. glauc, hyp. incolor. 

53. Buellia enteroleucoides Nyl., Flora, 1869, p. 298; 1877, p. 232 sub 
Lecid., Lamy, Cat., p. 137: auf einem Porphyrblocke am Waldsaiime unterhalb 
der Alpe vor dem Eollepasse: von Nyl. in lit. 30 Nov. 1885 bestimmt: thallus 
partim evolutus, areolatogranulatus, sordide albesc, K — , C — , hyph. amyloid., 
apoth. atra, convexula, ep. sordide fusc, K—, hym. jodo caerul.., hyp. pallidum, 
spor. fusc, 1 sept., obtusae, 015 — 16 mm. lg., 0' 006 mm. lat. 

54. Catocarpus applanatus ¥r., Th. Fries, Sc, p, 618, Arn., Tirol, XXI, 
p. 142. Lee colludens Nyl., Cat. Hochstetteri Kh., comp. Wainio, Adj., p. 131: 
auf einem Porphyrblocke im Gerölle ober dem Travignolo eine Strecke unter- 
halb Paneveggio: thallus fuscidulocinerasc, K — , C — , hyph. non amyl., apoth. 
intus K — , ep. nigric, clava paraph. suprema sat obscura, spor. incol., demum 
fuscesc, 1 sept., 024— 27 mm. lg., 0'012—15 mm. lat. 

55. Catoc atroalbus WiiU., Arn., Wulfen, p. 149, comp. Wainio, Adj., 
p. 127 sequ., Arn., Tirol, XXI, p. 141, Stizb., helv., p. 200, an der senkrechten 
Seite grösserer Felsen in dem mit Lärchen und Zierben besetzten Gehänge 
gegen Bocche: forma: thalli glebae fuscesc, non cinerasc, plus minus dispersae, 
protothallo atro impositae, hyph. non amyl., ap. marginata inter glebulas dispo- 



102 



F. Arnold. 



Sita, ep. ohscure fusc, K viol. purp.., hym. incol., liyp. fusc, spor, incol., virides, 
fuscae, 1 sept., 030— 34 mm, lg., 0015— 17 mm. lat. 

56. Bhizoc. ohscuratum Ach,, ic. Mass., ric, f. 207, exs. (Schaer. 180 
hie inde sec. Mass., ric, p. 103), Plot. 174.4, 182, Hepp 756, Körb. 50, Anzi 
m. r. 307, 309, Arn. 815 a, b, 853 {pl. minus evoluta, Eh. lavatum, prope Heidel- 
berg coUecta edita est in Zw. 546 4, B, 547, 548): die alpine Pflanze, kräftig 
ausgebildet, sammelte ich an einer Porphyrwand oberhalb San Pellegrin, sie ist 
von hier in Arn. exs. 815 & ausgegeben. 

57. Placographa tesserataBC: auf Blöcken im Porphyrgerölle ober dem 
Travignolo eine Strecke unterhalb Paneveggio und von hier in Arn. exs. 8566 
niedergelegt. — 58. Coniocybe fiirfuracea L. : an der Unterfläche eines grossen 
Porphyrblockes an der Waldstrasse im Travignolothale unterhalb Bellamonte: 
von Lojka für Arn. exs. 1063 gesammelt. — 59. Coniocybe gracilenta Ach.: 
an der nämlichen Stelle von Lojka gesammelt und in Arn. exs. 1062 aus- 
gegeben. 

60. Endocarpon deciinens Mass., ric, p. 184; Flora, 1885, p. 62: an der 
grossen, etwas feuchten Porphyrwand an der Strasse zwischen Paneveggio und 
Bellamonte, von derselben in Arn. exs. 1064 aufgenommen: spor. obl., 015— 
17 mm. lg., 006— 7 mm, lat. — 61. Litlioic. glaucina Ach.: gesellig mit Bhiz. 
MoiUugnei und der vorigen Art; auch au Felswänden in der Travignoloschlucht. 

62. Lith. cataleptoidcs prodr., p. 142, Arn., Flora, 1885, p. 70: auf 
Blöcken am Travignoloufer bei der Wasserklause: thall. ' fuscesc, rimosoarcol., 
aputh. ex areolis prominula, perith. infra pallid., spor. oblong., O'OS^—M— 
10 mm. lg., 012— 15 mm. lat. — 63. Lithoic. nigrescens Pers.: an einer Por- 
l>l»yrwand in der Travignoloschlucht unterhalb Bellamonte: pl. minus evoluta, 
spor. obl, 022 mm. lg., 008 mm. lat. — 64. Verruc. dolosa Hepp, Arn., Flora, 
1885, p. 144: auf einem Porphyrsteine im Walde bei Paneveggio (legit. Lojka). 

65. Folybl. pallescens Anzi, symb., p. 243, Arn., Tirol, XXI, p. 148, 
Stizb., helv., p. 246; exs. Hepp 445&, Anzi 243^, Arn. 566, 1068, Zw. 925: 
auf einigen Porphyrblöcken am Waldsaume längs des Travignolo bei der Wasser- 
klause und von hier in Arn. 1068, Zw. 925 veröftoiitlicht: pl. saxa obduccns, 
f/udl. areolatorimulosus, sordide cinerasc. vel cervinocinerasc., apotli. ex areolis 
cmcrgentia, maiora, perith. extcrius crassum dimidiat., inierius tenue integr., 
hym. absf/ue gonid., spor. juniores simjjlices, mox 3—7 septat., imhjbl., incol. 
rcl aetatc lutcscentes, 033— 30 mm. lg., 015— 18 mm. lat., 8 in asco. 

66. Segcslria lectissima Fr.: gesellig mit Bhizoc. obscurat. an der Por- 
jihyrwand im Pcdlegririothale bei 1950 Meter. 

67. Vorina ausiriaca Körb., par. 350, Arn., Flora, 1882, j). Ii.'», 1885, 
p. W*: auf feuchten Blöcken ober dem Waldbaciie zwischen Paneveggio und 
l'tolle von Lojka beobachtet: planla paliide incana, perith. infra pallidum, 
.f,fjr, 7~f) Hcpt., 030—3Üvim. lg., 0005 mm. lat., 8 in ascis cylindr. — 68. 
Sagedia chlorolica Ach.: zcrtsireut auf Blöcken im Walde zwisclicn Panevcfggio 
und ( "ol Briccoii: Ihallas NubnuUus, pcrilh. dimidiat., K—, spor. tenucs, 3 scpl., 
(r023-'2(i mm. Ig., OOO:', in in . lat. 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



103 



69. Thelocar'pon vicinelhim Nyl., Flora, 1885, p. 298: sparsam auf feuchten 
Porpbyrsteinen an einer Waldstrasse bei Paneveggio von Lojka beobachtet. 

70. Polychidium muscicola Sw.. N. Act. Ups. 4, p. 248, Körb., par. 428, 
ic. Dicks. 2, t. 6, f. 9, Ach., Holm, 1875, t. 1, f. 3, Schrad., Journ., 1799. t. 2, 
f. 8, E. Bot. 2264, Sturm, D. Fl. IL 8, Dietr. 99, 229, Schaer., En. 10, f. 1, 
Mass., mem. 107, Nyl., syn. 4, f. 11—15, Schwend., Alpentypen, I, f. 1 — 3; 
exs. Funck 160 (Flora, 1828, p. 630), Schaer. 403, M. N. 949, Fries, suec. 
297, 306, Ech. Sch. 145, Zw. 176, Leight. 395, Anzi 12, Malbr. 304, Roum. 
281, (non vidi Ludw. 178, Flot. 160 B, Fellm. 11): an einer Porphyrwand 
in der Travignoloschlucht unterhalb Bellamonte in wenigen Exemplaren von 
Lojka beobachtet: sporae oblong ofusi f., 1 sept., 0'022mm. lg., O'OOomm. lat., 
8 in asco. 

71. Phylliscum endocarpoides Nyl.: an einer Porphyrwand in der Zierben- 
region in der Richtung gegen den Bocchesee gesellig mit Catoc atroalbus. 

72. Gonionema velutinum Ach., syn., p. 329, Nyl., syn., p. 88, exs., a) 
pl. sterilis: Floerke 119, Reh. Sch. 69, Anzi 496, Norrlin 51&, Zw. 907; 
b) pl. fructif.: Arn. 571, Norrlin 51a, Lojka univ. 51 ; c) non vidi: Somft. 71, 
Flot. 161: an senkrechten Porphyrwänden am Wege in der Travignoloschlucht 
von Lojka aufgefunden und ausgegeben: a) pl. sterilis in Zw. exs. 907; b) pl. 
fructifera in Lojka, Lieh., univ. 51: apoth. atra, concaviuseida, ep. fuscesc, 
hym. hyp. incol., jodo caerul, spor. oblongae simplices, 012 mm. lg., 005 mm. 
lat., 8 in asco. 

73. Lecidea supersparsa Nyl., Flora, 1865, p. 7 : parasitisch auf dem Thallus 
der Lecanora polytropa auf Blöcken am Abhänge vor dem Rollepasse: apoth. 
atra, opaca, habitu fere biatorino, epith. latum, laete smaragd., hym. jodo 
caerul., paraph. conglut., sporae oblong., saepe utroqiie apice paidlo acutae, 
010 — 12 mm. lg., 0'004 — 5 mm. lat., 8 in asco. 

74. Celidium varians Dav.; Flora, 1885, p. 221: auf veralteten Apothecieu 
der Lecan. sordida und dieselben ganz bedeckend auf einem grossen Porphyr- 
blocke am Waldsaume unterhalb der Alpe vor dem Rollepasse : von dieser Stelle 
in Arn. exs. 1140 aufgenommen: sporae incol., 3 sept., lateribus levissime con- 
strictae, 0-015— 16 mm. lg., 0-006 mm. lat. 

75. Tichoth. microcarpon Arn., Flora, 1877, p. 301, Tirol, XXI, p. 153, 
Wainio, Adj., p. 200: parasit. auf der Apothecienscheibe der Blast, lartiproch. 
und in einzelnen Exemplaren von Arn. exs. 1106 mitausgegeben. 

76. Leptosph. Stereocauloriim Arn.: parasit. auf dem Thallus von Stereoc. 
coralloid. im Porphyrgerölle eine Strecke unterhalb Paneveggio: apoth. verru- 
carioidea, punctif., perithec. sub microscopio obscure viride, paraph. parum 
distinctae, I—, spor. incolores, 3 rarius 5 sept., cum 4—6 guttidis, O'OIS — 
24 mm. lg., 004 mm. lat., 8 in ascis cylindr. 

2. Speeles muscicolae supra saxa porphyrica: 

1. Älect. bicolor Ehrh.: bei Paneveggio steril über Moosen auf Blöcken 
im Gerolle ober dem Travignolo. — 2. Ttamal. thrausta Ach. : steril über Moosen 
an einer Porphyrwand ober dem Bache vor der Alpe Val Maor. — 3. C. pyxid. 



104 



F. Arnold. 



Simplex Ach., hie und da c. ap. (staphylea): üher Moosen auf Porphyrblöcken, 

— 4. I. perlata L.: steril an bemoosten Felsen am Waldwege gegen Val Maor. 

— 5. J. saxaf. L.: pl. platylöba, lobis convexis, ^lus minus patentihus: steril 
in grossen Exemplaren über Moosen an Porphyrfelsen im Walde gegen Col Briccon 
und von hier in Lojka, univ. 9 niedergelegt. — 6. 1. physod. vittata Ach.: 
steril über Moosen auf Blöcken im Gerolle ober dem Travignolo. 

7. Stictina fuliginosa Dicks. (1785), ic. Dill. 26, f. 100 J., E. Bot. 1103, 
Delise, St. 6, f. 20, Dietr. 204, Hepp 371. 

a) exs. Schaer. 386, M. N. 542, Welw. 3, Delise 7, Le Jolis 51, Hepp 
371, Eabh. 70, 956, Nyl., Par. 30, Anzi m. r. 97, Erb. er. it., I, 929, Bad. 
Cr. 317, Crombie 133, Malbr. 313, Barth 20, Roum. 246, Oliv. 324, Flagey 
155, 156, Kerner 1541. 

h) pl. fnictifera: exs. Zw. 224, Leight. 142 (comp. Nyl., syn., p. 347), 
Arn. 1100. 

c) non vidi: Ludw. IShB, Flot. 8^B, Desm. 635, 1235, Larbal. 61. 

cl) St. sylvatica (L.) Huds. (1762) vix specifice differt; ic. Mich. 43 sup. 
(sec. Ach., Schaer.), Dill. 27, 101, Jacq., Coli. IV., t. 12, f. 2 (Arn., Wulfen, 
p. 163), Hoff., PI. L. 4, 2, E. Bot. 2298, Delise, St. 7, 27, Sturm, D. Fl., II, 
1, Dietr, 24, 256, Bischoff 2920, Schwend., Unt., 1862, t. 9, f. 2. 

exs. Schaer. 258, Funck 442, M. N. 155, Pries, suec. 79, Hepp 868, 
Delise 8, Le Jolis 52, Nyl., Par. III, Anzi m. r. 96, Rabh. 910, 955, Stenh. 
8. Schweiz. Cr. 836, Malbr. 116, Crombie 134. Roum. 131, Flagey 13, (non 
vidi: Ludw. 185^ Flot. 83^ Desm. 638, 1238, Nyl., Auv. 25). 

St. fulig. fand ich steril auf bemoosten Blöcken an der Strasse zwischen 
Paneveggio und Bcllamoute. — 8. Veit, mälacea Ach.: gesellig mit der vo- 
rigen Art. 

9. Tann, caeruleohadia Schi. (1806), conoplea Pers. (1810); Schaer., 
spie, p. 462; ic. Hoff., En. 10, 4 (videtur), Dietr. 291 sup., Mass., ric. 219, 
Hepp 607, Schwend., Unt., 1862, t. 11, f. 9; exs. (Bhrh. 285 forsan in non- 
null. coli.), Schi. II, 71 (Arn., Flora, 1881, p. 172), Schaer. 369, Fries, suec. 
75. M. N. 347, Delise, fasc. 2, Le Jolis 74, Hepp 607, Zw. 253, Rabh. 478, 
061, Anzi m. r. 151, Bad. Cr. 35, Malbr. 231, Crombie 54, (non vidi: Desm. 
249): steril gesellig mit den beiden vorigen, besonders an der senkrechten Seite 
einer Porphyrwand. 

10. Pann. lepidiota Somft., Lapp., or., p. 174, Nyl., Sc, p. 290, syn. 2, 
p. .33; ic. Dill., t. 82, f. 2, Bagl,, Anacr., t. 1, f. 5; exs. Anzi 87, Lojka 22, 
(non vifli: Somft. 135, Fell mann 95): u) steril über Moosen auf grösseren 
Blöcken in dcu Waldungen; h) c. ap. selten am Waldwegt; zur WasHorklause. 

11. Ochrol. (jeminipara Th. FricH, L. hprothdia Nyl.: steril über Moosen 
auf Blöcken im Fj-lHcngerölle eine Strecke unterhalb Paneveggio. — 12, Vertus. 
oculnta DickH., Tli. FrieH, Sc, p. .307, exs. addo Arn. 591 b, Un. it., 1867 (Hell- 
born). Nr. 22. Rabli. 776: Hteril gfsollig mit der vorigen Art: ihallus albesc, 
pnpillac donfptt. et dndylinae, apice Ifprosae et hie inde ohseuriores, cellulis 
K riohmceniihuR — 13. JUnlora sanffuineoalra W., Flora, IH84, p. 551: iibor 



Lichenologischo Ausflüge in Tirol. 



105 



Moosen auf Blöcken im Walde ober Paneveggio. — 14. Lecid. assimilata Nyl.: 
über Moosen auf einem Blocke am Wege unweit der Wasserklause. — 15. BueJlia 
insignis Näg. f. muscorum Hepp. Arn., Tirol, XXI, p. 140, Stizb., helv., p. 205: 
über Moosen auf Porphyr am Abhänge unter der Alpe vor dem Rollepasse: 
tliall. K—, ep. hyp. fiiscesc, spor. fusc, 1 sept., 0'022—24mm. Jg., 010 mm. 
laU — 16. Microglaena muscicoJa Ach., comp. Flora, 1885, p. 155 : über Moosen, 
besonders Leptohym. filiforme und Pseudolesk. atrovirens, auf Blöcken in der 
Waldregion um Paneveggio, von hier in Arn. exs. 1069 ausgegeben. 

3. Speeles terrestres et museicolae: 

1. Clad. rangiferina L.: a) eine habituell etwas abweichende Form: 
ramulis fere verticillatis, hrevihus, patentihus, auf Erde vom oberen Rande eines 
bemoosten Porphyrfelsens herabhängend an einer lichten Waldstelle zwischen 
Paneveggio und Giuribell: von hier in Rehm, Clad. 242 ausgegeben; h) pl. 
fructif. im Porphyrgerölle ober dem Travignolo eine Strecke unterhalb Pane- 
veggio, von hier in Rehm, Clad. 280 enthalten; c) f. maior Fl., Comm., p. 163, 
exs. Coem. 146, Rabh., Clad., t. 36, Nr. 9, steril in dem nämlichen Gerolle in 
robusten Exemplaren. 

2. C. sylvaticaL.: a) die normale Pflanze häufig; b) subsp. alpestrisL., 
comp. Wainio, Cladina, 1886, p. 31; ic. Dill., t. 16, f. 29 E, F, Svensk Bot. 47 h, 
Dietr. 124 c. 

a) exs. Schaer. 79, Fries, suec. 240, M. N. 1063, Delise 22, Reh. Sch. 
140, Hepp 819, Körb. 272, Anzi, Clad. 25 D, Stenh. 209, Rabh. 272, Clad., 
t. 39, Nr. 11—14, suppl. Nr. 14, ün. it. 1864, Nr. 117, Erb. er. it., I, 940 bis, 
Rehm 50, 92, 283, 284, Roum. 18, Norrlin 447 a (pl. fructif.), b, 448, 449 
(uon spumosu Fl.). 

b) pl. maior robusta: Rehm, Clad. 286; pJ. robusta, laxior, stipitibus 
incrassatis: Rehm, Clad. 285. 

c) f. inturgescens Arn. exs. 1020a, b, Tirol, XXII, p. 79. 
dj non vidi: Larbal. 85, Fellm. 39. 

e) aliis formis C. syJvaticae adscribenda sunt Exsicc. : Floerke 157, 
Funck 219 (Fl. Comm., p. 163), Coem. 155. 

Die b) erwähnte robuste Form im Porphyrgerölle ober dem Travignolo 
und von hier in Rehm, Clad. 285, 286 veröffentlicht. 

3. C. uncialis L. f. obtusata Schaer. : steril zwischen Giuribell und Rolle. 

4. C. amaurocraea Fl. (1810) : ic. D i e t r. 110 inf., Hepp 297, 801 ; exs. Funck 
520, Fries, suec. 347, Schaer. 70, 272, 273, Hepp 297 {verrucosa H.), 801, 
802, Rabh. 265, Clad., XV, 1, 2, Stenh. 201, Anzi, Clad. 11 A-D, Erb. er. it., 
I, 193, II, 318, Rehm, Clad. 95-98, 245—248, Roum. 598, Norrlin 82, 83 
(constipata), 84 (fruticulescens), 450 {tenuis Norrl.), Arn. 704 (non vidi: 
Somft. 161, Flot. 41, Desm. 489, Mudd, Clad. 64 destrieta N., Fellmann 
41, 42: destrieta Nyl.). 

a) eine an f. constipata Norrl. erinnernde Form, einen dichten Rasen 
bildend, podetia tenuiora, stricta, apice cuspidata, unter Pinns Cembra am 

Z. B. ües. B. XXWIl. Abb. 14 



106 



F. Arn;old. 



oberen Rande einer Porphyrwand oberhalb des Alpenbaches gegen die Bocche- 
alpe: von hier in Reh m, Clad. 248 enthalten; h) in schwellenden Rasen, podetia 
apice saepe irregulär iter scypliosa, im Porphyrgerölle ober dem Travignolo : von 
hier in Rehm, Clad. 245, 246 (pl. fructif.) aufgenommen. 

5. G. hellidiflora Ach., ic. Dill., t. 15, f. UF, t. 15 J. [B. vestita Ach., 
Leight., comp. Nyl. in Linn. Soc. Journ., Bd. 17, p. 559), E. Bot. 1894, Ach. 
N. A. 1801, t. 4, f. 1, Schaer., En. 7, 1, Dietr. 279, 280, Lindsay, 1. 18, f. 18, 19. 

a) exs. Schaer. 39—42, Fries suec. 281, Fl. D. L. 114, Breutel 103, 
Mass. 173, Th. Fries 12, Stenh. 196, Rabh. 310, Clad., IX, 1, 2 sup. (comp. 
Nyl., bot. Ztg. 1861, p. 352), Anzi, Clad. 16 Ä, B, Schweiz. Cr. 454, üu. it. 1867, 
Nr. 35, Croall, PI. of Braemar 601, Arn. 1023, Kern er 1144, Norrlin 446 
dext., Rehm, Clad. 288. 

h) non vidi: Somft. 157, Flot. 44 ^ B, 45 A—F. 

c) f. gracilenta Ach., exs. Arn. 703, 1023 dext. sup., Norrlin 446 sin., 
(Fe lim. 46 non vidi). 

d) t epiphylla Anzi, Clad. 16 C. 

e) a C. hellidifl. separanda sunt: a) ic. Vaill., t. 21, f. 10, Dietr, 280 
p. p., b) exs. Hepp 785, Rabh., Clad., IX, Nr. 2, inf., 3, Leight. 56, Mudd 23. 

Diese Art kommt in den höher gelegenen Waldtheilen gegen Col Briccon 
stellenweise nicht selten vor und ist von hier in Arn. exs. 1023 ausgegeben: sup. 
dext. ad f. gracil. vergens. 

6. C. deformis L. f. crenulata et gonecha. — 7. C. hacillaris Ach., K—; 
keineswegs häufig. — 8. C. macil. Ehrh.: K flav., hie und da. — 9. C. cocci- 
fera L., pl. fruct.; die sterile Alpenpflanze über Humus auf je einem bemoosten 
Porphyrblocke im Walde gegen Col Briccon und von hier in Rehm, Clad. 249 
d»'xt., sin. aufgenommen. 

10. C. carneopallida Fl. (1810), carneola Fr. (1824): Flora, 1885, p. 229; 
Laurer in Sturm, D. F., II, 24, p. 34: „Floerke beschrieb diese Säulchen- 
flechte zuerst in Web. und Mohr 's Beiträgen": auf Erde und Holzmoder: a) 
zwischen Giuribell und Rolle, h) eine Strecke unterhalb Panevoggio, leg. Lojka: 
von diesen Standorten in Arn. exs, 1073 ausgegeben. 

11. C. cenotea Ach.: zwischen Giuribell und Rolle. — 12, C. furcata H. 
f. squamulom Sch.: a) die gewöhnliche sterile Waldform; h) robuste, theilweise 
reich fruchtende Exemplare auf Porphyrboden unter Fichten ober dem Travignolo- 
ufer um Waldwege uiiterlialb Paiicveggio, von hier in Rehm., Clad. 251, 252 
ausgegeben. 

13. 6*. crinpata Ach.: auf Waldbodon uuterlialb Panovoggio gegen Col 
Briccon: Rehm, Clad. 21)5; hier auch auf einem Porphyrblocke ein verworrener, 
aus C'. crispaia, furo., grac, squamosa zusammengesetzter Rasen (Rehm, 
Clad. 204). 

f. divulm Dd.; comp. Arn., 'J'irol, XXII, p. .SO: auf V^'ahJljoden /wischen 
Paneve^'gio und Rolle, sowie ge^r,;ii (jiurib''ll, von hie,r in Rellin, (jlad. 254, 255 
enthalten ; zu f. divulsa werden auch die beiden in Rehm 224, 296 auKgcgebenen 
Flechten gehören, von welchen Nr. 224 auf Erde eines mit Moosen und anderen 



Lichenologische Ausflügß in Tirol. 



107 



Cladonicu bewachsenen Porphyrblockes und Nr. 296 auf Porphyrboden im Walde 
gegenüber Paneveggio je einen zusammenhängenden Rasen bildeten. 

14. C. gracilis L., f. chordalis; häufig ist f. macroceras Fl.; diese findet 
sich squarais adspersis (Fl. Comm., p. 38,. Dietr., t. 226 sup. sin.), sit f. laontera 
Del. in herb., auf Erde und Holzmoder an einer Waldstelle zwischen Giuribell 
und Rolle: von hier in Rehm, Clad. 261 niedergelegt. 

15. C. cornuta L., Flora, 1884, p. 91 : steril auf felsigem Boden im Por- 
phyrgerölle ober dem Travignolo eine Strecke unterhalb Paneveggio und von 
hier in Arn. exs. 1092 6 aufgenommen (C. gracilis forma morhosa?). 

16. C. degenerans Fl.: aj auf Waldboden zwischen Giuribell und Rolle; 
bj aplotea Ach., pl. minor, compacta, magis foliosa, fere anomaea Ach., auf 
Erde längs des oberen Randes einer Porphyrwand am Waldsaume vor dem Rolle- 
passe, von hier in Rehm, Clad. 264 veröfi'entlicht ; c) aplotea: pl. maior, pallida, 
eine blasse Waldform gegenüber Paneveggio: Rehm, Clad. 303, und hier einen 
grossen Rasen auf einem Porphyrblocke bildend (Arn. 1148); dj an dieser Wald- 
stelle variirt die Pflanze scyphis margine plus minus laceratis (Rehm, CJad. 804). 

17. C. ßmbriata L. : a) tubaef. transiens in f. proliferam: auf Erde an 
der Strassenböschung zwischen Bellamonte und Paneveggio (Rehm, Clad. 187); 
b) tubaef. transiens in radiatam et proliferam: auf Erde eines Porphyrblockes 
unterhalb Paneveggio (Rehm, Clad. 188); c) daselbst f. ßbula cum prolifera 
auf Erde eines anderen Porphyrblockes (Rehm, Clad. 172); dJ f. prolifera TloS., 
plus minus distincte evoluta: auf Humusboden eines grossen Porphyrblockes an 
einer lichten Waldstelle am Fusswege gegen Giuribell (Rehm, Clad. 269); e) auf 
Erde eines verlassenen Kohlenmeilers im Walde unterhalb Paneveggio gegen Col 
Briccon wurden bemerkt: f. tubaef. stipitibus elongatis, minus evolutis, trans- 
iens in f. cornutam Ach. et obtusam Schaer.: von hier in Rehm, Clad. 806 
aufgenommen; sowie f. prolifera, pl. macra, cum C. decortic. mixta, von hier 
in Rehm. 307 enthalten. 

18. C. cinerascens Arn., Flora, 1884, p. 150; 1885, p. 231; (pl. a C. fim- 
briata L. vix specifice diversa, sed. colore sordido, obscuriore recedens; f. gra- 
cilior subcornuta Flora, 1885, p, 231 cum C glauca Fl. jungenda sit): steril 
auf grasigem Boden einer Waldblösse am Wege zur Wasserklause: color plus 
minus sordide cinerasc, nec albidus, podetia in eodem caespite sat varia, cor- 
nuta, apice obtusa, divisa et subramosa. 

19. C. acuminata Ach., syn., p. 254, Nyl., Flora, 1875, p. 447, exs. 
Norrlin 57: c. ap. auf begrastem Boden einer Waldblösse oberhalb Paneveggio 
in der Richtung gegen Giuribrutt und von hier in Arn. exs. 1025 aufgenommen: 
thall. Kflavesc, podetia interrupte minute granulosa, hic inde foliolis adspersa, 
sporae 010— 12 mm. lg., 003 mm. lat. 

f. foliata Arn. (1883): auf Waldboden seitwärts vom Wege zur Wasser- 
klause bei Paneveggio und von hier in Arn. exs. 1026, Rehm, Clad. 275 nieder- 
gelegt: K—, sterilis, podetia supra sensim acuminata, minute leprosogranu- 
losa, squamulis crenatoincisis maioribus munita. Ein Status protothallinus 
kommt unter Fichten am Waldwege ober dem Travignolo eine Strecke unterhalb 

14* 



108 



F. Arnold. 



Paneveggio vor und ist von hier in Arn. exs. 1094 d ausgegeben. Die von diesem 
Standorte in Arn. 1094a, h, c, Rehm, Clad. 276 enthaltenen Exemplare um- 
fassen nach Wainio in lit. zwei Arten: aj C. acum. f. foliata Arn., h) G. pi- 
tyrea Fl.: an Ort und Stelle sind beide unterein andergemisclit. Arn. 1094&, 
pl. fructif.., föliolis inter apothecia mixtis, hat in der That mit einzelnen Exem- 
plaren von Flörke, Clad. exs. 52, D. L. 193 B, einige Aehnlichkeit, ist jedoch 
robuster und grösser. 

20. C. decorticata Fl., Flora, 1884, p. 150, exs. adde Rehm, Clad. 272, 273, 
274, Arn. 1150: steril auf Porphyrboden am Wald säume gegen Col Briccon und 
von hier in Rehm, Clad. 273, 274 aufgenommen: podetia recta, apice regulariter 
obtusa, foliolis plus minus patentibus, K—. Die Exemplare stimmen mit den- 
jenigen aus dem Frankenjura (Rehm 272, comp, paeterea Arn. 979, 1150, Rehm 
194) zur Genüge überein. 

21. C. pyxidata L. (simplex et staphylea). — 22. C. chlorophaea FL: 
aJ zerstreut auf Erde der Waldblössen, h) auf Erde zwischen Polytrichum und 
anderen Cladonien auf einer grasigen Waldblösse gegen Bocche ober Paneveggio 
(Rehm, Clad. 164); c) gegen den Rollepass (Rehm, Clad. 271). 

23. Cetr. ist nicht selten c. ap. — 24. Feit, venosa, 25. aphth., 26. ca- 
nina, 27. ruf esc, 28. lioriz., 29. polydact. — 30. Pannaria pezizoides Wb. hie 
und da. — 31. Baeomyces roseusV.: die normale Pflanze. — 32. Sphyrid. bys- 
soides. — 33. Icmad. aerug. Sc. 

34. Lecanora castanea}ie^\); Tirol, XXI, p. 127: über veralteten Moosen 
an einer felsigen Stelle am Waldwege unterhalb Paneveggio von Lojka beob- 
achtet: thallus minute granulosus, sordidus, apoth. rufofuscesc, ep. fuscid., hym. 
jodo caerut, deinde vinosum, spor. obl. vel elongatoobl., simpUc. et 1 sept, 0'021— 
23— 27 mm. lg., 0- 006 mm. lat. 

35. Biat. granulosa Ehrh. atque var. e schar d. — 36. B. uUginosa Schd. 
— 37. Lecid. crassipes Th. Fries: über feuchten, veralteten Moosen und Sphag- 
numpolstern im PorphyrgeröUe ober dem Traviguolo, eine Strecke unterhalb 
Paneveggio, von hier in Arn. exs. 1121 ausgegeben. 

38. Biatorina sphaeroides Mass., ric, p. 135, Arn., Flora, 1884, p. 564, 
B. pilularis Kb : über veralteten Moosen auf Erde einer Waldblösse am Tra- 
vigriolo unterhalb Paneveggio von Lojka angetroffen: apoth. helvola, intus in- 
col, hym. jodo caerut., mox vinos., paraph. conglut., spor. subfusif. obl, sim- 
jiHc. vel 1 Sept., 015— 17 mm. lg., 004—5 mm. lat., 8 in asco. — 39. Bil. 
ohscurala Sonift., Flora, 1881, p. 570: parasit. auf PcUig. rufesc. an einer Wald- 
blÖHse ober Paneveggio: apothec. parva, sordide fusca, hyp. incol., spor. 3 sept., 
021 mm. lg., (K)5mm. lat. — M). Bil. trisepta 'iiäg.: über veralteten Moosen 
im PorphyrgeröUe unterhalb Paneveggio. — -11. Bil. lignaria Ach., Flora, 1884, 
p. 572. B. milliaria Fr., 'J'irol, XXI, p. 139: über veralteter Peltig. canina auf 
einem beiriooKten Poi phyrfelhen im Walde bei Paneveggio von Lojka beob- 
achtet: t/iall. dispersogranulosus, apoth. nigric, rp. viride, hyp. incolor, spor. 
3—7 sept., 024— 30 mw lg , 005 min. lat. — A2. Bacidia hcrbarum Hopp: 



Lichenologisclie Ausflüge in Tirol. 



109 



parasit. auf Peltig. rufesc. auf Erde einer Waldblösse ober Paneveggio: hyp. 
lutesc, spor. 045 mm. lg., 0'002 mm. lat. 

4:3. Biatorella hemisphaerica kmi, Cat., p. 78, Arn., Flora, 1875, p. 344, 
1884, p. 584: selten auf Erde an einer mit Cladonien bewachsenen Stelle am 
Travignolo unterhalb Paneveggio von Lojka bemerkt: apoth. convexa, sordide 
rufa, ep. lutesc, latum, paraph. discret., hym. hyp. incol., jodo caerul., sporae 
simplic. cum 2—3 guttuUs, elongatooU., 0'009 mm. lg., 0'003 mm. lat., numerosae 
in asco. 

44. Verruc. acrotella Ach. f. terrestris Arn., Flora, 1885, p. 144: auf 
steinigem Boden zwischen Paneveggio und Rolle, von Lojka beobachtet und 
in Zw. exs. 924 ausgegeben: spor. speciei, O'OlSmm. lg., 0'006—7 mm. lat., 
8 in asco. 

45. Nesolechia punctum Mass., sched., p. 96, exs. Mass. 153, Arn. 252, 
Rehm, Clad. 249 dext.: auf Thallusschuppen der Clad. coccifera auf Humuserde 
eines Porphyrblockes im Walde zwischen Paneveggio und Rolle: von hier in 
Rehm 249 dext. aufgenommen: epith. sordide olivaceoviride, hyp. pallid., pa- 
raph. conglut., spor. simplic, tenues, 0'006—7 mm. lg., 0'002 mm. lat., 8 in ascis 
apice subtruncatis. 

46. Theloearpon impressellum Nyl.: Lojka beobachtete das Pflänzchen 
auf Erde an einem feuchten Waldwege bei Paneveggio. 

B. Porphyrflechten ober der Waldregion bis zu den Berggipfeln. 

Eine scharfe Grenze zwischen der Flora der Wald- und Alpenregion lässt 
sich schon deshalb nicht ziehen, weil durch die allmälige, auf Jahrhunderte zu 
vertheilende Entwaldung der geschlossene Waldgürtel wie überall in den Alpen, 
so auch im Fleimser Thale mehr oder weniger tief herabgedrückt worden ist. 
So wurde um das Jahr 1830 das Gehänge rechts vom Col Briccon bis auf wenige 
Zierben, von welchen ungefähr sechs Baumleichen übriggeblieben sind, abgeholzt 
und hiedurch eine Porphyrwüste geschaffen, welche an Dürre und Kahlheit von 
der Felseneinöde ober Giuribrutt kaum übertrofFen wird. Auf dem von der 
Wald- und Moosdecke entblössten Porphyr bildete sich hierauf eine Lichenen- 
vegetation, welche bis jetzt, nach mehr als fünfzig Jahren, nur mit den in jenen 
Gegenden häufigsten Arten das Gestein theilweise zu überziehen vermochte. Erst 
längs der obersten Höhen, wo nach der Beschaffenheit der Felsen überhaupt kein 
Wald stehen konnte, erscheint die durch solche Wechselfälle nicht beeinflusste 
ursprüngliche Alpenflora. Der Porphyr, welcher im oberen Fleimsthale gerne 
breite, nicht steil ansteigende Gehänge bildet, stürzt an der entgegengesetzten 
Seite häufig in lang gedehnten Felswänden senkrecht ab. Geht man nun auf 
den Berggipfeln und obersten Kämmen bis an diese Wände vor, denen Eri- 
thrichium nanum selten mangelt, so bemerkt man theils und vorwiegend 
schwarze Flechten (C. tristis, I. lanata, Gyroph. microph.), theils die blass 
gefärbten Placodia: concolor und orbiculare, welch letztere von mir weiter 
abwärts nicht angetrofi'en wurden. Im Uebrigen kann auf das nachstehende 
Verzeichniss in Verbindung mit den beiden früheren hingewiesen werden. Neben- 
bei: wer von der Alpe Val Maor zum Jochübergange gegen Caoria hinaufgeht, 



110 



F. Arnold. 



möge es nicht unterlassen, kurz vor dena Joche den Abhang links hin anzusteigen, 
um die dortigen schroff aufsteigenden Porphyrzacken zu betrachten. Die beste 
Eundsicht aber bietet der Bocchegipfel (2743 m.) nördlich ober Paneveggio. 

1. Speeles saxicölae: 

1. Comic, tristis Web., spie, p. 209 cum introd. post praeloqu. (non 
Linn.); ic. Dill. 17, 37; Web. 5, Jacq., Mise. 2, t. 9, fig. 6, Coli. 2. t. 13, f. 5; 
3, t. 12, f. 3; Hoff., PL L. 34, 1, E. Bot. 720, Ach., uuiv. 14, 2; Dietr. 11 sup., 
255, Mass., mem. 66, Hepp 846, S ch wend., Unt., 1860, t.3, f. 30—33; t.4, f. 1—7, 
[praeterea Schaer., spie, p.258, Th. Fries, Sc, p. 28); exs. Schrad. 142, Ehrh. 10, 
Funck 602, Schaer. 256, Fries, suec. 329, M. N. 646, Hampe 52, Hepp 846, 
Anzi m. r. 57, Eabh. 319, Stenh. 181, Erb. er. it., I, 366, Barth 3, Kerner 
1142, Boum. 46, (non vidi Welw. 112, Desm. 898, Nyl., Auv. 30); c. ap. bis 
zum Bocchegipfel, doch nirgends in Menge. 

2. I. lanata L.: ic. Dill. 13, 9 atque (sec. Nyl), 17, 32; Schrad., spie. 
1, 6, Jacq., Mise. 2, t. 9, 7; t. 10, 5; Coli. 2, t. 13, f. 6(?), E. Bot. 846 (comp. 
Leight., Brit., p. 81), Meyer, Nebenst., t. 1, Dietr. 255, Hepp 588, Roum., 
Cr. ill. 86 [praeterea Th. Pries, Sc, p. 126). 

exs. Ehrh. 70, Schrad. 127, Lud w. 196, Schaer. 257, Funck 48L Pries 
suec 307, M. N. 357, Hepp 588, Stenh. 71 inf., Anzi 53, Rabh. 688, Erb. 
cr.it., I, 1221, Schweiz. Cr. 741, ün. it., 1867, Nr. 10, (non vidi Flot. 112, 
Desm. 900, Fellm. 82); f. suhciliata Nyl., Flora, 1868, p. 346, a qua l parme- 
lioides Crombie J. B, 1872, p. 233, exs. Crombie 20 vix diversa sit. Die nor- 
male Pflanze geht bis zum Bocchegipfel. 

Subspec. rninuscula Nyl.: ic. E. Bot. 2318 sup. dext. (sec. Leight.) ; exs. 
Arn. 744 (Fellm. 83 non vidi): steril am Bocchegipfel. 

3. Farm, caesia H. : an Felsen ober Giuiibrutt. — 4. Gyroph. {spodochr. 
Ehrh. f.) depressa Ach., Arn., Tirol, XVIII, p. 264, Th. Fries, Sc, p. 152, Erb. 
er. it., II, 269: an Felsen ober Giuribrutt: spor. 0'022 mm. lg., 010— 12 mm. 
lat. — 5. Gyr. vellea L. f. ru2)ta Schaer., En., p. 24, Arn., Tirol, XVIII, p. 265: 
steril an Felswänden ober Giuribrutt. — 6. Gyr. cyl. tornata Ach.: auch am 
Bocchegijjfel. — 7. Gyr. microphylla Laur., Arn., Tirol, XVIII, p. 285: a) an 
FelKen ober Giuribrutt und auf den obersten Höhen wostlich vom Col Briccon, 
h) auf einer FelKplatto nicht weit vom Bocchegipfel; Lojka nahm hier die 
Flechte für Arn. exH. 706 /> mit; c) auf dem Abhänge ober dem linken Bocchcsee 
8ind grössere Porphyrblöcke mit dieser Flechte in Exemj)laren, welche den Um- 
fang eine» Quadratmeters erreichen, tiberzogen. Die Pflanze ist von hier in 
Arn. exM. 706c aufgenommen. 

8. Physc. clcfjam f. Irnuin Whg.: an Felsen obor Giuribrutt. — 9. IHacod. 
murale Schb. f. diffructum Ach.: an Felsnn der Aljxi Giurihrutt. 

10. /V. chrysoleucum Htti.a) ic Tr. i-inn., 17!)1, t.'l, f. 2, Hoff., PI. L. 32, L 
Dietr. 59, 211, Schaer., En. 3, f. 4, Hepp 176, Koum., Cr. ill. HH; Lindsay, 
Weht. Green]., t. 49, f. H-16: exK. Schleich., III, 72, Schaer. 345, FriHS, 
suec. 322 Reh. Sch. 36, ll'-pi» 176 An/A m. r. 157 a, 158 {complicata Ach ), 



Lichenologisclie Ausflüge in Tirol. 



III 



Stenh. 45, Rabh. 175, 503, Erb. er. it., I, 731, Schweiz. Cr. 357, Kerner 345, 
Lojka, univ. 72. 

h) f. opaca Ach., univ. 411; ic. Hepp 177; exs. Schaer. 346, Hepp 177, 
Anzi in. r. 157Ö (discus lividopruinosus). 

c) Subspec. melanoiMhalma Ram.; exs. Anzi 390 (apoth. discus pure 
niger). Die typische Pflanze sowohl als f. opaca Ach. an Felsen ober Giuribrutt. 

11. Placod. concolor Ram., Mem. S. L. 4, p. 436, Körb., syst., p. 118, 
Schaer., En., p. 65, Stizb., helv., p. 89, exs. Anzi 39, Rabh. 327, 964, Erb. 
er. it., I, 371, Zw. 916: a) an Porphyrwäuden längs der obersten Hohen west- 
lich vom Col Brieeon; &j am Bocchegipfel von Lojka gesammelt und in Zw. 916 
niedergelegt: sporae oblong., 010 — 12 mm. lg., 0'005 mm. lat. 

12. Placod. orUculare (Schaer., En., p. 81) Arn., Flora, 1884, p. 334, 
PI. angustum Arn., Tirol, XXI, p. 123: an Porphyrwänden der obersten Berg- 
höhen; häufig an der Nordseite des Gehänges ober dem linken Bocchesee und 
von hier in Arn. exs. 1156 ausgegeben. 

13. Lecan. atriseda Fr., sched., p. 6, Th. Fries, Sc, p. 267, Nyl., Sc., 
p. 170; exs. (Flot. 322 non vidi) Körb. 5, Arn. 926: an Blöcken der Jochhöhe 
zwischen Val Maor und Caoria: pZ. obscura, minor; thall. brunneus, apoth. nu- 
merosa, parva, castaneofusconigric, epith. fuscesc, gonidia hypothecio subjac, 
spor. oblong., 0'010—12 mm. lg., 0'005 mm. lat. 

14. Lecan. cenisia Ach. = atrynea Tirol, XXI, p. 102; a) nicht selten 
au den Felsen der Porphyrkette von Predazzo bis Rolle; b) von den Blöcken 
am oberen Cavallazzosee in Arn. 831 und Zw. 674 niedergelegt. — 15. Lecan. 
polytropa Ehrh. : f. alpigena und die grossfrüchtige ecrustacea Sch. sind be- 
sonders häufig. Die alpine Form der intricata Schrad. {minime leptacina Somft., 
comp. Wainio, Notulae, 1886, p. 23) fand ich auf einigen Blöcken an der Ostseite 
unterhalb des Cavallazzogipfels, sie ist von hier in Arn. exs. 929 enthalten: 
apoth. viridinigric, spor. oblong., 010 -12 mm. lg., 0'005mm. lat., spermat. 
arcuata, 023—24 mm. lg., O'OOl mm. lat. 

16. Sarcog. simplex Dav. : an Blöcken ober dem Cavallazzosee. 

17. Aspic. adunans Nyl., Flora, 1874, p. 309; 1880, p. 393, Hue Addeuda, 
p. 106, exs. Norrlin, Fenn. 247 {apoth. margo ater, sporae obl, O'OlSmm. lg., 
0-006— 7 mm. lat.); f. glacialis Arn., Tirol, XIII, 1874, p. 235; XXI, p. 128, 
Z. cinerea f. alpina Flot. (non Somft.), siles., p. 53, Körb., syst., p. 164, exs. 
Flot. 283, Rabh. 921, Arn. 622a, b, Lojka 45, Zw. 938: ober der Waldregiou 
von den Bergen von Predazzo bis Boeche und Rolle. Exemplare, welche 
V. Flotow in den Jahren 1824 und 1851 sammelte: Flot. exs. 283 (spermat. 
recta, 006—7 mm. lg., 001 mm. lat.) sind im Herb. v. Zw. mit der ganz rich- 
tigen Bemerkung Flot. enthalten: „alle Z. ein. alp. wird im Herb, nach wenigen 
Jahren gelbkrustig". 

18. Asp. cinerea L., forma quaedam alpina: auf Blöcken am Joch über- 
gange von Val Maor nach Caoria: thallus cinerasc, areolatorimulosus, K rubesc, 
apoth. margo thallo concolor, sporae oblongae vel ovales, 024—26 mm. lg., 
015—16 mm. lat., spermog. atra, punctif., spermatia recta, 0'014—15 mm. lg., 



112 



F. Arnold. 



001 mm. lat.; die Flechte nähert sich in der Grösse der Sporen der Asp. inter- 
mutans Nyl., besitzt jedoch längere Spermatien. 

19. Äsp. caesiocinerea Nyl.: pl. alpina thallo obscuriore: im Porphyr- 
gebiete bis zum Bocchegipfel verbreitet; au den grossen Blöcken der obersten 
Höhen westlich von Col Briccon in 40—50 cm. breiten Exemplaren, von hier in 
Zw. exs. 834, Arn. 1113 aufgenommen: thallus effusus, piagas saxorum ohdu- 
cens, rimulosoareolaU, sordide cinerasc, K—, hyph. non amyl,, apoth. urceo- 
lata, margine thallo concol., ep. sordide oliv., liym. jodo eaerul., spor. ovales, 
0-024— 27 mm. lg., 0-012— 15 mm. lat., spermog. atra, punctif., sperm. recta, 
015 mm. lg., O'OOl mm. lat. 

20. Aspic. cinereorufescens Ach.: an Felsen ober dem Cavallazzosee: 
forma apotheciis pallidioribus, testaceorufis. — 21, Aspic. alpina Somft.: häufig 
bis zum Bocchegipfel. — 22. Jonasp. chry sophana Körh.: an Felsplatten längs 
der von den kleinen Alpenseen abfliessenden Bäche. — 23. Pertus. isidioides 
Schaer., Arn.: steril an den Felsen ober dem Cavallazzosee. — 24. Ps. con- 
glomerata Ach.; Tirol, XXI, p. 131, exs. adde Zw. 942: an Felsen auf der Höhe 
des Joches zwischen Val Maor und Caoria: med. Kflavesc. — 25. Psora aenea 
Duf., ic. Sturm, D. Fl., II, 28, t. 29, Dietr. 141, 214: zerstreut, nirgends 
häufig: doch bis zum Bocchegipfel: spermatia longissima, arcuata, 0-036— 42mm. 
lg., 001 mm. lat. 

2G. Psora atröbrunnea Ram.: 

a) squamae planiores: exs. Anzi 84^. 

h) squamae convexae, saepe conglomeratae: exs. Anzi 84E, Erb., er. it., 
1, 1081, Rabh. 439. 

c) /. aeneola Arn., Tirol, X, p. 9G, XXI, p. 131: 

Nicht liäufig an Blöcken ober der Waldregion: auf den Höhen westlich 
vom Col Briccon. 

Ps. subfumosa Arn., sit forma Ps. atrobrunneae, a qua squamis planis, 
ambitu thalli saepe discretis differt; protothallus ater K—: auf Blöcken am 
Jochübergange von Val Maor gegen Caoria und von hier in Zw. exs. G02 ver- 
öffentliclit. 

Lee. fuscoatrata Nyl., Flora, 1875, p. 301, Arn., Tirol, XXI, p. 131, 
Wainio, Adj., p. 51 huc pertinet; hyph. parum sed distincie amyl., squamae 
margine pallidae, planta cum P. subfumosa Arn. jungenda est. 

27. Lcc. inßrmata Arn. (1880): a) an Porphyrblöcken des kahlen Abhanges 
ober Giuribrutt und von hier in Arn. exs. 8^14 ausgegeben; b) ebenso auf der 
Jochhöhe zwiHch<Mi Val Maor und Caoria: von hier in Arn. 840 enthalten; c) ober- 
halb dieses Standortes am Fiihkc der Porpliyrzacken und von hier in Arn. exs. 
845 aufgenommen: planta forsan est Ps. atrobrunneae forma contracta: thalli 
areolae saepe discretae, leviter cervinae vel pallidiores vel sordide cervinae, 
minus evolutae, hyph. parum amyl, apoth. ab Ulis Ps. atrobr. vix diversa, 
intus K—, ep. obscurc viridc, ac. nitr. colorat., hym. incol., hyp. fusc., spor. 
ovales vel obl, 0'0(J8—10 7um. lg., 004— 5 mm. lat.; d) die Flechte geht bis auf 
den Bocchegipfel. 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



113 



28. Lee. armcniaca DC, Fl. Fr., 2, p. 266, Flot., Flora, 1828, p. 698, 
ic. Sturm, D. Fl, IL 24. t. 1, Dietr. 142; Nyl., Flora, 1881, p. 540, Stizb., 
helv., p. 194: die typische Pflanze auf Blöcken des breiten Abhanges ober Giuri- 
brutt, von hier in Arn. exs. 838 veröffentlicht. 

f. hitescens Anzi, Gat., p. 66 [aglaeotera Nyl., Flora, 1881, p. 540, Arn. 
exs. 469 rt, h, parum differt): auf Blöcken an der Xordseite ober dem Jochüber- 
gange zwischen Val Maor und Caoria; von der typischen Flechte durch den 
blassgelben (nicht strohgelben) mehligen Thallus verschieden. 

29. Lee. marginata Schaer. exs. 189: specimen meae collectionis parum 
differt, Tirol, XXI, p. 103, Arn. exs. 798: die Flechte kommt bis zum Bocche- 
gipfel vor: spermog. atra, punctif., suh microseopio atroviridia, spermat. cur- 
vata, 0-021—23 mm. Jg., 001 mm. tat. 

30. Lee. aglaea Somft. : auf Blöcken an der Westseite des Cavallazzo; auf 
der Jochhöhe zwischen Yal Maor und Caoria. 

31. Lee. lactieolor Arn., Tirol, XXI, p. 134: selten auf Blöcken an der 
Westseite des Cavallazzo: tJiaU. crassus, rimulosus, firtmis, aJhidus, K flavesc, 
C — , liyph. non amyJ., apoth. atra, non raro leviter pruinata, convexa, hic inde 
fere hotri/osa, ep. laete glauc, ac. nifr. colorat., hym. hyp. incol., jodo caeruh, 
sporae ovales, 009 mm. lg., 0'004—45 )n7n. lat., 8 in aseo. 

32. Lecid. disfans Kplh., Flora, 1855, p. 71, Arn., Tirol. XXL p. 134: 
an einer Porphyrwand eine Strecke unterhalb dem linken Bocchesee und von 
hier inLojka, univ. 2-39 enthalten: proiothaUus ater, sub microseopio ohsciire 
glaue., K—, ac, nitr. colorat., thalU areolae paUide flavesc, K—, hyph. non 
amyloid., exe. ep. obscure glauc., ac. nitr. colorat., hyp. incol.., spor. oblong., 
012mm. lg., 0004 mm. lat. 

33. Lee. plana Lahm f. perfecta Arn., Tirol, XXI, p. 134. Xyl., Flora, 
1881, p. 539: an Blöcken am Jochübergange zwischen Yal Maor und Caoria. 

34. Lee. obseiirissima Xyl.: a) von der Tirol, XXL p. 104, Nr. 43 er- 
wähnten Porphyrwand ober dem Cavallazzosee in Arn. exs. 843 niedergelegt; 
bj auf den Höhen westlich ober Col Briccon. — 35. Lee. tenebrosa Flot.: auf 
Blöcken gegen die Porphyrzacken ober dem Jochübergange zwischen Yal Maor 
und Caoria: von hier in Arn. exs. 842 ausgegeben. — 36. Lee. DicJ:sonii Ach.: 
bis zum Bocchegipfel. — 37. Lecid. athroocarpa Äch.: auf Blöcken beim Joch- 
übergange von Yal Maor gegen Caoria und von hier in Arn. exs. 1177 aus- 
gegeben. 

38. Lee. leueitica Flot. exs. 149.4, B (hyph. amyl.), Xyl., Flora, 1885, 
p. 44, Arn., Tirol, XXL p. 134; Schaer., spie, p. 144, 198, En., p. 118: auf 
vorstehenden Felsen am Bocchegipfel (von Xyl. in lit. 3. Nov. 1885 bestätigt): 
thallus albidus, rimulosus, K — , C — , hyph. amyl., apoth. atra, 7wn raro aggre- 
gata, ep. obscure viride, ac. nitr. colorat., hym. incol., hyp. fusc, spor. oblong., 

010— 12mm. lg., 004 mm. lat. spermog. atra, spermat. recta, 010 — 12mm. lg., 

0001 mm. lat. 

39. Lee. lactea Fl. f. sicblactea Lamy, exs. Kerner 1550: diese Form, 
apoth. planis, caesiopruinosis, hie und da: ober Giuribrutt, am Cavallazzo. 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Abb. 15 



114 



F. Arnold. 



40. Lee. declinascens Nyl., Aru., Tirol, XXI, p. 135, Waiüio, Adj., p. 55, 
Stizb., lielv., p. 189: am Jochübergauge zwischen Val Maor und Caoria; auch 
am Bocchegipfel: hyp. pallidum. 

f. subterluescens Nyl. : ebenso, doch wie die normale Pflanze (thdllo albe- 
scente) nirgends häufig: thallus ocliraceoferrug., liyp. pallidum. 

41. Lee. Pilati Hepp: von den Blöcken eines Porphyrgerölles an der West- 
seite des Cavallazzo in Arn. exs. 805 & ausgegeben. 

42. Lee. leiicothallina Arn., Nyl., Flora, 1879, p. 224 (comp. Anzi exs. 
555): aj verbreitet ober der Waldregion vom Jochübergauge gegen Caoria bis 
zum Bocchegipfel; hj an Blöcken der kahlen, von Paneveggio aus noch sicht- 
baren Höhe westlich vom Col Briccon und von dieser Stelle in Arn. exs. 700 c 
niedergelegt. — 43. Lee. platyearpa Ach.: bis zum Bocchegipfel; an Felsplatten 
längs der Alpenbäche, besonders als f. flavicunda Ach. 

44. Lee. vorticosa (Flot.) Körb.: f. depauperata ¥\oi. exs. 167 JS (a typo 
thdllo sordide albeseente diff'ertj: nicht häufig am Bocchegipfel: thallus sordide 
albescens, tenuiter rimulosus, apotheeia speciei. 

45. Lee. sarcogynoidcs Körb., syst., p. 252, Nyl., Flora, 1865, p. 148, 
1866, p. 418, Stizb., helv., p. 192: ziemlich selten auf Blöcken ober dem Caval- 
lazzo see: thallus parum evolutus, albesc., rimulosus, apoth. gregaria, miiiora, 
ep. fusconigric. K—, hym. rubricosuvi, K vinosum, hyp. sordide faseididiim, 
spor. obl., 0'012—14 mm. lg., 0V04—5 mm. lat. 

46. Lee. interealanda Arn. exs. 849, Lee., Tirol, XXI, p. 105, Nr. 51, 
p. 137 ad Nr. 467: aJ an Blöcken ober dem Cavallazzosee und von hier in 
Arn. 849 veröffentlicht; bj auf den obersten Höhen westlich vom Col Briccon 
nicht selten; e) am Bocchegipfel. 

47. Lee. ineongrua Nyl., Arn., Tirol, XXI, p. 137, Th. Fries, Sc, p. 551, 
Wainio, Adj., p. 91; auf Blöcken am Jochübergauge zwischen Val Maor und 
Caoria: thallus albesc, K flavesc., hyph. 7wn amyl., ep. obseurc viride, ac. nltr. 
colorat., hyp. incolor, spor. ovales, 010— Ii mm. lg., 005 mm. lat., spermog. 
atra, punctif., spcrmatia curvata, 023 mm. lg., O'OOJ mm. lat.; b) s])arsani ober 
dem Cavallazzosee. 

48. Lee. entcroleuca Ach., Nyl., f. pungens Körb. p. j)., Wainio, Adj., 
p. 98: au Blöcken ober Giuribrutt: Lhallus subnullus, ap. minora, epith. fuligin., 
fere fusconigric., non glauc, hyp. incol., spor. ovales, O'OJß mm. lg., 007 mm. lat. 
— Lcc. lutypea Ach,, Nyl., latypiza Nyl.: nicht selten am Bocchesee ober 
Paneveggio: lliall. K flavesc, C-. — 50. Sporast. testudinea kc\\. Sp. 
citierea Scliacr.: beide bis zum Bocchogiijfel. — 52. Jiuellia aethalca Ach., 
Th. Fries, Sc, p. 601, Arn., 'J'irol, XXI, p. MO: auf Blöcken am Jochübergauge 
zwischen Val Maor und Caoria: lhallus K rubesc, C—, hyph. amyl., ep. obscure 
fusc, hyp. fascesc, spor. 015 - 17 mm. lg., O'OOH-Vmm. lat. 

53. B. (verruc. Borr, f.) jugorum Aru., 'J'irol, XXI, ]). I II: auf Blöcken 
Äm Jüchübcrijan^^e ge^en Caoria: th<dlm C oc/traccorabcsc 



Licbenologische Ausflüge in Tirol. 



115 



54. B. contermina Arn., Nyl., Flora, 1882, p. 457: nicht häufig an Blöcken 
ober Giuribrutt: liyph. amyl., ep. fnligin., hyp. luteoh, spor. ovales, fusc, 1 sept., 
009—11 mm. lg., Q-OOo mm. Tat. 

55. Catocai'pus atratus Sm., E. Bot. 2335, Mudd, man., p. 214, Leight., 
Brit., p. 321, Arn., Tirol, XXL p. 141, Stizb., lielv., Nr. 972: an Blöcken am 
Jochübergange von Val Maor nach Caoria: pl. nigricans, stratus corticalis 
ohscure sordide viride, fere parenchymat., K — , hyphae parum sed distincfe 
amyloid., epith. ohscure viride, K—, ac. nitr. fuscopurp., hyp. sordide fusc, 
spor. ovales, 1 sept., nigric, ohtusae, 0'012 — 15 mm. lg., 6 mm. lat., 8 in asco. 

56. Rhiz. intersitum Arn., Tirol, XX, p. 374: ober der Waldregion mehr- 
fach beobachtet, doch nirgends häufig. 

57. Endocarp. decipiens Mass.: auf feuchten Felsen am Abhänge ober 
dem Bocchesee. — 58. Stigmat. clopimum Whg.: auf Blöcken am Ufer des 
Bocchesees und von hier in Arn. exs. 948 enthalten; am Abhänge der Südseite 
des Col Briccon. 

59. Lecid. vitellinaria Nyl.: auf dem Thallus von Cand. vitell. längs der 
oberen Höhen westlich vom Col Briccon : apoth. atra, nitida, ep. latum, glauc, 
hyp. pallidum, spor. ovales vel ellipsoid., 0'007 — 8 mm. lg., O'OOö mm. lat., 
8 in asco. 

60. Tichoth. gemmif. T. : auf dem Thallus der Aspic. caesiocin. längs der 
Hohen westlich vom Col Briccon. 

61. Tich. pygm. Kh.: a) auf der Apothecienscheibe der Aspic. einereo- 
rufesc. ober dem Cavallazzosee; h) auf dem Thallus von Placod. concolor (comp. 
Nyl., prodr., p. 317); c) ?i.u.i Placod. orhicidare (Schner.) am Nordabhange ober 
ilf^m linken Bocchesee und von hier in Arn. exs. 1156 ö niedergelegt. 

62. Endococcus atryneae Arn., Flora. 1882, p. 410 c. ic: von der hier 
erwähnten Stelle an Blöcken bei dem Cavallazzosee in Zw. exs. 674 ausgegeben. 

63- Polycocc. Sporastatiae Anzi: parasit. auf Spor. testud. auf den Höhen 
westlich von Col Briccon; am Bocchegipfel. 

64. Cercidosp. epipolytropa Mudd, Arn. exs. 1074 &: parasit. auf dem 
compacten Thallus von Placod. chrysoleuc. an Blöcken ober Giuribrutt: perithec. 
sub microscopio ohscure viride, ac. nitr. colora,t., paraph. capill., spor. incol., 
fusiformes, Isept., hic inde cum nonmülis guttulis,0 022 — 24mm.lg., 0'005 — 6mm. 
lat., 8 in ascis cylindr. 

2. Spec. muscic. et terrestres: 

Diese Gruppe ist auf den verhältnissmässig trockenen und steinigen 
alpinen Porphyrhöheu auffallend gering entwickelt. Die hier erwähnten Arten sind 
hauptsächlich an den Gebär gen der Bocchegruppe (ober Giuribrutt, ober den 
beiden Boccheseen bis zum Gipfel) und zwischen Rolle und dem Cavallazzo, somit 
in einer Höhe von 2030 — 2743 m. beobachtet worden. 

1. Alect. ochroleuca Ehrh., steril. — 2. AI. nigricans Ach., steril an der 
Nordseite ober dem linken Bocchesee. — 3. Äl. chalyheif., steril nicht häufig 
mit der vorigen. — 4. Cetr. isl. crispa Ach., steril. — 5. Clad. rangif. — 

15* 



116 



F. Arnold. 



6. C sylvat. — 7. C. uncialis L. f. ohtusata Sch. — 8. C. coceifera L., pl. ster. 
alp. — 9. C fureata f. subulata L. : pl. tenuior, ster. : am nördlichen Gehänge 
ober dem linkeii Bocchesee. — 10. C. gracil. macroc. Fl. — 11. C. ecmocyna 
Ach., Nyl., zwischen Blöcken am Ufer des oberen Cavallazzosees. — 12. C. degen. 
Fl. f. phyllopliora Ehrh. und 13. C cervicornis Ach., pl. alp., sowie 14. C. squa- 
mosa H.: diese drei gesellig mit Nr. 11 ober dem Seeufer am Cavallazzo. — 
15. Thamn. vermic. am Gehänge ober dem linken Bocchesee. — 16. Plat. cuc, 
17. nivale: beide bis zum Bocchegipfel. — 18. Peltig. rufesc. f. incusa Wallr., 
Flot., Flora, 1884, p. 235, steril am nördlichen Gehänge ober dem linken 
Bocchesee. — 19. Pelt. aphthosa L. — 20. Solor. crocea. — 21. Imbr. saxat. 
f. sulcata Tayl. : pl. platyloha sterilis, margine et superficie thalli sorediis erum- 
pentibus leprosa: auf felsigem Boden am nördlichen Gehänge ober dem linken 
Bocchesee. — 22. 1. physodes L. und 23. J. conspersa Ehrh.: beide steril ge- 
sellig mit Nr. 21. — 24. Pannaria peziz. Web., brunnea Sw. — 25. Baeom. 
roseiis f. coccodes Fr., comp. Flora, 1884, p. 424, steril auf steinigem Boden 
zwischen EoUe und dem Cavallazzo. 

26. Toninia caulescens Anzi, Tirol, XXI, p. 131: a) auf felsigem Boden 
ober Giuribrutt; b) auf Erde an Felsen ober dem Bocchesee: ep. obscure viride, 
hyp. incol., sporae 5—1 sept., fusif., 0-027 — 30 mm. lg., 004 mm. lat. — 
27. Ton. syncomista FL: ober dem linken Bocchesee. — 28. Psora demissa 
Rust., airorufa Dcks.: ober Giuribrutt und am Bocchegipfel. 

29. Catolechia pulchella Schd., Tirol, XXII, p. 66, adde ic. Bischoff 2858: 
auf Erde an einer Felswand ober Giuribrutt. — 30. Lecid. neglecta Nyl.: auf 
steinigem Boden ober Giuribrutt. — 31. Lecid. limosa Ach., Th. Pries, Sc, 
p. 538, Nyl., Sc, p. 221: auf steinigem Boden, nicht häufig. — 32. Placidium 
daedaleum Kplh. f. terrestre Arn.: auf steinigem Boden ober Giuribrutt, am 
Bocchegipfel. — 33. Dacampia HooJceri Borr.: auf Humusboden zerstreut an 
felsigen Stellen bis zum Bocchegipfel. — 34. Pharcid. Schaereri M. : ober dem 
linken Boccliesee auf Peltig. rufesc. 

Daran reihen sich noch etliche Species pure muscic vel graminicolae: 
1. CUdlop. pyrac. microc- A. — 2. C. cerin. stillicid. et ßavum A.r ober 
(lein linken Bocchesee. — 3. Pinod. mniaraea Ach.: ober Giuribrutt. — A. Einöd, 
(irchaca Ach. f. minula Anzi exs. 460: auf 7''e.S'^?*ca- Resten am Nordabliange 
•»her dem linken Bocchesee: thallus subnuUus e granulis dispersis compositus, 
iipüth. viinora, Ulis R. pyrinae similia, disco nigric, margine sordide albesc. vel 
incuno, inlegro, spor. non raro cum 2 guliulis maioribus, suborbicul., virides, 
fuscae, 024 -27 mm. lg., O OOfJ—JOmm. lat., 8 in asco. — 5. Jiiaiora atrofusca 
Flot.: ober Giuribrutt und dem Boccliesee: granula cacrulesc. in hymr/nio adsunt. 
- 6. Jjccid. neglccla Nyl.: Hter. auf C/nm/ma- Polstern ober Giuribrutt. — 

7. Buellia punclif. Ilofl". f. muscicola Hepp; Flora, 1884, ]>. 586: über abgedorrten 
GraKresteii am nördlichen Gehänge ober dem linken Bocchesee. 

X. Ueber die WaHKerflcchten des Porphyr ist wenig zu berichton. Iniinerhiri 
kann dan Tirol. XXI, |» 106 erw;ilinte kleine VerzeiclinisK (hircli <li(; folgenden 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



117 



Nummern bereichert werden. Der Rand der verschiedenen von mir besuchten 
Porphyrseeen erschien mir lichenologisch ohne Bedeutung. 

I. Parm. obscura Ehrh. f. lithotea Ach. (non sciastra Ach. sec. descr.): 
ic. ap. auf Steinen und Blöcken im Bache bei der Alpe Val Maor und von hier 
in Arn. exs. 826 aufgenommen; ebenso im Bache ober der Alpe zwischen Ziano 
und Caoria. — 2. Aspic. laevata Ach. f. albicans Arn. exs. 1167: auf grösseren 
Steinen im Bache unterhalb der Alpe vor Eolle. — 3. Bacidia inundata Fr.: 
comp. Flora, 1884. p. 579: nicht häufig auf grösseren Steinen in den Alpen- 
bächen: thall. temiis, rimulosiis, sordidus, apoth. obscure fusca, fere nigric, 
parva, intus pallida, ep. subincolor, spor. 0-030 — 33 mm. lg., 0-0025 mm. lat. — 
4. Lecid. platycarpa Ach. — 5. Catoc. riviilaris Flot., Arn.. Tirol, XXI, p. 142: 
am Bande der Alpenbäche. — 6. Rhiz. öbscuratum Ach. 

7. Verruc. latebrosa Kb.. F. Änziana Gar., Arn., Tirol, XXI, p. 146: a) 
auf Steinen im Bache bei der Alpe Val Maor; b) auf Blöcken im Waldbache 
ober der Margola in der Richtung gegen den Forelleusee: von dieser Stelle in 
Arn. exs. 949 niedergelegt: sjwr. obl, 0'022—2i—27 mm. hj., 0-010—12 mm. lat., 
8 in asco. 

8. Verr. aethioboJa Whg., pl. alpina: Flora, 1885, p. 80: auf grösseren 
Steinen im Bache ober der Alpe am Saumwege von Ziano nach Caoria: von 
diesem Standorte in Arn. exs. 686 niedergelegt. 

9. Verr. pachy derma Arn. (1872), F. pissina Nyl., Flora, 1881, p. 452, 
est sola mutatio nominis: gesellig mit der vorigen Art. 

10. Tlielid. Diaboli Kb. i. aeneovinosum Anzi. Stein, Siles., p. 319: auf 
Steinen und Blöcken im Waldbache ober der Margola in der Richtung gegen 
den Forellensee; von hier in Arn. exs. 952 ausgegeben: apoth. e crusta rimu- 
Josa fere semigJobosoemersa, perith. exterius dimidiat., interius teniie, integrum, 
spor. elongatoobh, 1 sept.., 0-039— 45 mm. lg., 0'012 — 15— 18 mm. lat., 8 in asco. 

II. Spliaerompliale clopimoides Anzi exs. 234 Arn. exs. 723 (Nyl., 
Flora, 1881, p. 457), Rabh. exs. 894: nicht selten in den höher gelegenen Alpen- 
bächen: auf Steinen ober der Alpe, zwischen Ziano und Caoria: von hier in 
Arn. exs. 723 & veröffentlicht. 

XI. Durch das Saccinathal bei Predazzo gelangt man auf das Satteljöchl 
(2137 m.) und von dort in das Eggenthal. Auf der kuppenförmigen Anhöhe 
links ober dem Satteljöchl ragen gegen Nordwesten bei 2200 m. aus dem be- 
grasten Abhänge niedrige Felsen einer grünlichgrauen Augitporphyrbreccie 
hervor, auf welcher Lecidea exornans Arn. häufig ist: ich habe diese Flechte 
von diesem Standorte in Arn. exs. 1178 aufgenommen. Nicht weit davon, und 
zwar am östlichen Gehänge, ist der Boden mit zahlreichen platten Steinen der 
genannten Breccie bedeckt, auf welchen die einander täuschend ähnlichen 
Flechten Behmia, Sieg. Weisii und Bhizoc. excentric ziemlich häufig vor- 
kommen. Ausserdem sind zu nennen: 1. Parm. caesia H. — 2. Ca7id. vit. — 
3. Callop. aurant. — 4. Callop. exsecutum Nyl., Arn., Tirol, XXII, p. 82, Zw. 
exs. 576: ziemlich selten: hyp. fuscidulum. — 5. Placod. dispersoarcolat. Sch. 
— 6. Placod. mur. diffractum Ach. — 7. Äcarosp. glwucocarpa. — 8. Lecan. 



118 



F. Arnold. 



suüf. campestris Scli. — 9. Lecan. dispersa Pers. — 10. Aspic. pohjchr. Candida 
Aiizi. — 11. Asp. einer cor ufescens Ach. — 12. Asp. flavida Hepp. — 13. Biat. 
fuscoruhens Nyl. — 14. Lecid. tessell. caesia Anzi. — 15. Lee. eonfluens Fr. 
— 16. Ij. rhaetiea H. — 17. L. petrosa Arn. — 18. L. platyearpa Ach. — 
19. L. enteroleuca Ach., Nyl. — 20. Rhiz. geogr. — 21. Rhiz. ohseurat. - 
22. Hiudocarpon deeipiens Mass. — 23. Lithoie. tristis Kpl. — 24. Polyhl. 
liyperhorea Th. Fr. f. abstrah. Arn. — 25. Tieh. pygm. auf Nr. 14 und 18. 

XII. In erheblichem Gegensatze zu der Nr. I — X geschilderten Flora von 
Flechten auf kieselhaltigem Gesteine steht die Vegetation der Seisser- und Cam- 
piler Schichten, wozu, wie ich erfuhr, in neuerer Zeit der Name Beilerophon- 
schichten gekommen ist. Bei Predazzo führt der bald ansteigende Saumweg 
um die Westseite der Margola auf die Höhe und theilt sich oben in Waldwege 
gegen Val Maor und andere Alpen. Ober diesem Saumwege, noch an der West- 
seite der Margola, kommen mergelige Kalkschichten zum Vorschein, welche 
niedrige Bänke, grössere Steine bilden und zwischen Corylus, Juniperus, Ligu- 
slrum und anderen Stauden sichtbar werden. Der zur Ziegenweide benützte 
Abhang kann als Gemeindeödung bezeichnet werden. Man gelangt von hier 
an einem Predazzitsteinbruche analog demjenigen von Cauzacoli vorbei in Bälde 
zwischen heranwachsenden Fichten zum Syenitstandorte Nr. III (siehe oben). 
Auf diesen Campiler oder Seisser Schichten (v. Richthofen, p. 260) gedeiht 
nun eine zwar dürftige, aber doch ausgeprägte Kalkflora. 

I. Parm. caesia H. — 2. Placynthium nigrum Ach. — 3. Plaeod. suh- 
circinnatum Nyl., Flora, 1873, p. 18: K—: pl. vix speeies propria. — 1. Callop. 
flavovireseens W. — 5. Gyalolechia laetea Mass., Arn., Flora, 1884, p. 257, 
Arn. exs. 1158a; hie und da: sjwr. loeulis sat approximatis vel 1 septatae, 
medio non raro leviier constrictae, 016— 18 mm. lg., 0'007 mm. lat. 

G. Pyrenod. fulvci Anzi, symb., p. 7, Flora, 1884, p. 309: auf Steinen; 
von diesem Standorte in Arn. exs. 992 aufgenommen: thallus tenuis, sordide 
alhese., saepe orincularis, apoth. minora, atrofusca, convexa, ep. fiiscesc, K 
violaC; parnph. artieidat., spor. 1 sept. et polaridyhl., 012— 11 mm. lg., 
O fX)5—C mm. lat. — 7. Sarcug. pruinosa ^^m.: thallus maeula indieatus, apotli. 
leviier pruinosa. — 8. Leean. dispersa P. f. eoniolropa Fr. — 9. Aspie. culc. 
{concrefa et contorta). — 10. Biat. rupestr. rufese. H. 

II. Lecid. enicrol. Ach. i. pungens Körb. par. 161 )). p., Wainio, Adj., 
]). 9(1 (non Nyl, Flora, 1881, ]). 4, Wainio, p. 98): sjjar.sani: ihall. sordide 
ochraceus, teuuissime rimidosus, apoth. aira, ep. atrofusc, non glanc., Klemicr 
colorat., hyji. incolor, paraph. laxiusc, spor. speciei, spermog. aira, pun,ciif-, 
Hpermul. arcuaia, 0ir>—lHm.vi. lg., O'OOI mm. lat. 

12. Sligmuiomma subaihallinum Arn. in lit. ad Zw. 16. Juni 188^1: an 
f'inigen kleinpren Blöcken: thallus tenuis, riviulosus, sordide fuseid-, 8ae)>e 
f.nhnuUus, apoth. atra, em,ersa, convexa, perilh. dimidiai., gonidia hymen. viri- 
duUi, HuhglolmloHa, O fXJfi-G min. lat., spor. hinae, fuscae, muralidivisae, oblu.sar, 
00:{r,—:j7 mm. lg., 0-0IH-2:i mm. lat. Habitufdl glciclit dio Klodite der Verrnc. 
rupeslris 8chra<l. muralis Ach.; von hier in Zw. 90)5 rnl,li;i,Ilfni. 



UcheuLilogisi he Auisllüge iu Tirol. 



119 



13. Litlwicea glaucina Ach.: forma, sparsam: apoth. 1—3 ex areolis thalU 
• öminentiü, spor. ohlongae, 0-009— 12 mm. Jg., 005 mm. lat. — 14. Lithoic. 
nigrescens Pers.: spor. 021 mm. Jg., 0' 009 nun. lat. — 15. Lithoic. fusca Vers., 
Nyl., comp. Flora, 1885, p. 72: ziemlich selten: tJiallus sordide fuseid., granu- 
losus, nec ut apud Lith. nigr. areolatorimulosus. 

16. Verruc. rupestris Schrad., muralis Ach., Flora, 1885, p. 76 (sec descr. 
affines sint: a) V. trabalis Nyl., Flora, 1875, p. 14; l) V. Hegetschioeileri Kb., 
Nyl., Flora, 1881, p. 189, Stizb., helv., p. 241; c) V. subcincta Nyl, Flora, 
1881, p. 536): die gewöhnliche Form auf Steinen. 

17. Verr. acrotella Ach., Flora, 1885, p. 144, 241: hie und da: tlidllus 
subnuUus, apotli. gregaria, parva, emersa, perith. dimidiat., spor. 0'023 mm. lg., 
0'009mm. lat, 

18. Ämphoridium rupestre M&ss., ric, p. 172, fig. 344, mem., p. 146; exs. 
Anzi 365 (huc pertineat V. Schraderi f. foveolata Flot. exs, 46, sed specimen a 
me Visum est nimis mancum et vetustum; Speeles affinis sit V. siibmuralis Nyl., 
Flora, 1875, p. 14): nicht häufig: thallus albescens, leviter decussatus, apoth. 
thallo ivwiersa, apice rotundata, nec ut apud V. calcisedam deplanata et fissa, 
perith. integr., spor. oblong., 0'018~-23 mm. lg., O'009—ll mm. lat., 8 in asco. 
— 19. Collema furviim Ach., steril. — 20. Tichoth. microcarpon Arn., Tirol, 
XIV, p. 477; XXI, p. 153, apud Arn. exs. 1106 hic inde adest: auf der Apo- 
thecienscbeibe von Callop. flavoviresc. hie und da: apoth. minima, in eodem 
disco 3—6, sporae fuscid., 005—6 mm. lg., 0'0025 mm. lat., numerosae in asco. 

XIII. Längs der Waldwege und Stellen, wo Strassenmaterial weggeräumt 
wurde, bemerkt man bei Paneveggio in der Eichtuug gegen Giuribell und Eülle 
nicht selten feuchte Porphyr- und Sandsteine. Letztere gehören den Campiler 
und Seisser Schichten an. Auf ihnen fand Lojka das neue Thelocarpon coJlap- 
sulum Nyl., Flora, 1885, p. 44. Das Pfläuzchen ist von hier in Arn. exs. 1081 
enthalten. 

Oestlich ober dem ßollepasse (1956 m.), früher Costonzella genannt, steigt 
fc-in mit Wiesen bedecktes, stellenweise mit Bruchstücken der Seisser und Cam- 
piler Schichten übersätes Gehänge empor, welches am Fusse des Cimon della 
Pala endigt. — A. Sobald die ober der Strasse anstehenden Felswände seitlich 
umgangen sind, gelangt man auf Wiesen und hier an kleine Erhöhungen des 
Bodens, alten Maulwurfshügeln vergleichbar. Diese sind mit Polytrichum be- 
stockt, an welches sich eine Florida lichenum anreiht, deren Bestandtheile ich 
hier nenne: 

1. CJad. sylvatica L. — 2. C. coccifera L., pl. steril, alp. — 3. C. fur- 
cata H. f. rigidula Arn. in Eehm, Clad. 223: von hier in Rehm 223 enthalten: 
podetia sterilia supra fusca regidariter simplicia, rigida. — 4. C. grac. ma- 
croceras Fl. in vereinzelten missbildeten Exemplaren. — 5. Secoliga carneo- 
nivea Anzi: über PoZ^^nc/m ?;i-Polstern und von hier in Zw. exs. 845 ausge- 
geben. — 6. Baeom roseiis Pers. 

B. Allmälig nähert man sich der mit den Bruchstücken von sehr ver- 
schiedener Grösse besäten Höhe, welche, gegen Süden kurz abgeschnitten, hier 



120 



F. Arnold. 



felsige Steilwände bildet. Schichten des Gesteins ziehen sich bankartig gegen 
diese Abstürze hin und in einer kleinen, sturmgeschützten Felsmulde ganz oben, 
wo die Steilwand abfällt, ragen braune, nach Aussen abgerundete Brocken wie 
eiugebackene Mühlsteine aus den Wänden hervor. Ein röthlicher, mit Glimmer- 
spuren durchsetzter, feiner Sandstein und mergelige Kalke, beide zur Platten- 
bildung geneigt, gestatten einer verhältnissmässig ■ reichen Lichenenflora alle 
Voraussetzungen zur Entwicklung. Ich habe an diesem Gehänge, welches von 
Paneveggio aus in anderthalb bis zwei Stunden zu erreichen ist, eine Mehrzahl 
von Tagen zugebracht, kann aber nicht behaupten, dass der dem Castellazzo 
an Höhe nahezu gleichkommende Standort lichenologisch bereits erschöpft ist. 

1. Speeles saxicolae: 

I. Farm, caesia H. atque subsp. caesitia Nyl. — 2. Ph. elegans Lk. — 
3. Fh. miniata H., Arn.: an Felsbänken in der Mulde am südlichen Absturz: 
thallus lohulatus, spor. 0'012—15 mm. lg., 005 mm. lat., nonnihü femdores 
guam apud Ph. muronim H. — 4. Ph. cirrhochroa Ach.: steril an Wänden in 
der felsigen Mulde. — 5. Cand. vit. — 6. Callop. aurantiac. L.: Formen mit 
mehr oder weniger entwickeltem Thallus zerstreut auf dem Gesteine. — 7. Gyalol. 
lactea Mass., Arn., Flora, 1884, p. 257: nicht häufig: thallus granulat., parum 
evoluf. vel suhnuUus, apoth. gregaria, minora, spor. speciei loculis approxi- 
matis, 0016— 22mm. lg., 0' 000 mm. lat. — 8. Gyalol. aurella H., Arn., Flora, 
1884, p. 258: die gewöhnliche Pflanze. 

9. Blast, percrocata Arn. (1882), Flora, 1884, p. 309: auf kleineren und 
grösseren Steinen nicht selten und von hier in Arn. exs. 924, Zw. 829 ausge- 
geben : ihall. cinerasc, ritnulosus, ambitii non efjiguratus, K—, apoth. croceo- 
rubra, gregaria, K-{-, gonidia hymenio suhjac, spor. polaridyhl, obtusae, 
015— 18 mm. lg., 009— 11mm. lat., 8 in asco. — 10. Pyrenod. variabilis 
Pers.: hie und da längs der Felsbänke. 

II. Placod. dispersoareolatum Schaer., spie, p. 418, Körb., syst., p. 117, 
Stizb., helv., p. 87, ic. Dietr. 289, Mass. ric. 37, exs. Schaer. 333, Anzi 38, 
Arn. 988: nicht selten auf den Steinplatten und von hier in Arn. exs, 988 
niedergelegt: thalli arcolae protothallo atro impositae, pallide viriduloochro- 
leucae, apoth. testaceolutesc, ep. lutesc , fere gramdat., spor. obl, 015 mm. lg., 
0()05mm. lat. 

12. Acarosp. fuscata Schrd.: forma: gesellig mit anderen Flechten: pl. 
obscura, arcolae ohsc7ire fnacae, ep. fusc, hym.jodo cacridcsc, spor. 005—6 mm. lg., 
0-002 mm. lat. — i:'>. Sarcog. simplex Dav. : zerstreut auf Steinen: thall. srdi- 
nulluit, apoth. difformia, cp. fusc, paraph. robust., hyp. incol, spor. obl, 
0-004 mm. lg , 0002 mm. lat., asci polyspori. — 11 Lcca^i. alra II.: nicht häufig. 
— 15. L. badia P. atque hic inde f. cinerascens Nyl., Sc, j). 170: Ihall. palli- 
dior, pallide rAnerasc, spor. speciei fnsiformicUipsoid. — 10. L. sordidn P. : 
pl. alpitm disco caesio. — 17. L. dispersa P., /'/• »ulg. diso, luiesc, margine 
inteyro albesc., aff/ue f. conioiropa Fr. (disco fitsconigric, margine integro, 
Caeruleitc. albidoj. — 18. />. polylropa Khrli.: {'<>niiii: pl. pallide slrauiinca, 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



121 



thall. orhicularis , granulat., ep. lutesc. , spor. ovales, 010 — 12 mm. lg., 
0-006— 7 mm. lat. 

19. Einöd. castanomeJa Nyl. in lit, 30 Nov. 1885 sub Lecan., Flora, 1886, 
p. 99: sparsam an einer senkrechten Felswand des südlichen Absturzes: thallus 
tartareus, obscure fusc, determinato-areolatodiffr actus, hyph. non amyl., apoth. 
atra, thalli glebuUs insidentia, ep. fusc, K—, spor. fusc, 1 sept., non raro 
cum 2 gutt'ulis suborbicularibus, O'OIS — 23 mm. lg., 010—11 mm. lat., S in asco. 

20. Bin. calearea Hepp, Flora, 1884, p. 319, Tirol, XXII, p. 69: hie und 
da in kleinen Exemplaren auf den Steinen. 

21. Äspic calc. (concreta atque contorta). Spermatia Imjus speciei, expl. 
grat. exs. Körb. 308, Malbr. 379, sunt recta, 0' 007 mm. lg., O'OOlmm. lat. vel 
paidlo longiora. 

22. Äspic. caecula Ach. syu. 164, Th. Fries, Sc, p. 275, Stizb., helv., 
p. 126; exs. Hepp 389, 624 (sperm. recta, 0^012 vim. lg., 001 mm. lat.); Anzi 
323, 324, Zw. 60 (sperm. recta, 0-008- 9 mm. lg., O'OOlmm. lat.), Flagey 262: 
ziemlich selten auf Steinen und auf deren Unterfläche übergehend längs der 
oberen Felsklippen: thall. areolatorimulosus , sordide albesc, apoth. albido- 
prtmiosa, ep. sordide viridulmn, spor. amplae, 0'030—32 mm,, lg., 024— 27 mm. 
lat., spermat. recta, 0'009 — 11 mm. lg., O'OOl mm. lat. 

23. Äspic. polychroma Anzi, Cat., p. 59, exs. Anzi 277 (sporae O'Olo — 
18 mm. lg., 0'008mm. lat., sperm. subrecta, 0-021— 22 mm. lg., 0-001 mm. lat.). 
Subsp. Ä. Candida Anzi, Cat., p. 59, Nyl., Flora, 1881, p. 183 („spermatiis cum 
L. laevata connivens"); exs. Anzi 325, m. r. 208: eine Form dieser Candida 
ist häufig an den Felsbänken und Platten und von hier in Arn. exs. 999 aus- 
gegeben: Candida, apoth. non raro p)ruinosa vel subcaesiopruinosa, spor. 
0'021 — 24mm. lg., 0012 — 15mm. lat., spermog. occulta, spermat. leviter cur- 
vata, 0-021-22 mm. lg., 0-001 mm. lat. 

24. Äspic sanguinea Kplh., Arn., Tirol, XXI, p. 128: ziemlich selten auf 
Steinen zwischen anderen Flechten. — 25. Äspic. flavida Hepp: hie und da auf 
Steinen: minus evoluta, habitu sordido, thallus cinerasc, apoth. nigric, con- 
caviuscula, ep. laete glauc, ac. nitr. roseoviol., hyp. incol., spor. ovales, 
0'018mm. lg., 0-009 mm. lat. — 26. Äspic ceracea Arn.: selten, doch auch hier 
wie an so vielen anderen Standorten gesellig mit Lecid. crustulata. — 27. Gyal. 
cupularis E.: sparsam an der Unterfläche des Gesteins. — 28. Biat. rup. irru- 
bata Ach.: nicht selten auf grösseren Steinen. 

29. Lecid. elata Schaer., spie, p. 137, Tirol, XXI, p. 133, ic. Dietr. 219: 
nicht selten längs der oberen Felsbänke und auf den an den Felswänden hinaus- 
ragenden Platten, von diesem Staudorte in Arn. exs. 1004, Kern er 1548 ausge- 
geben : spermat arcuata, 018 mm. lg., 001 mm. lat. Planta variat apotheciis 
duplo minoribus, thallo maculas vel pulvinulos parvos forviante: Th. Fries, 
Sc, p. 536, ziemlich selten an den Wänden des südlichen Absturzes. 

30. Lecid. tessellata Fl.: subsp. caesia Anzi, Cat., p. 80, exs. Anzi 114, 
Arn. 1005. Non differt L. injmicta Nyl., Flora, 1881, p. 4, Lamy, Caut., p. 81 
sec. specimen a cel. Lamy acceptum: auf grösseren Steinen an einem Abhänge 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Ath. 16 



122 



F. Arnold. 



gegen den Cimon und von hier in Arn. 1005 veröffentlicht: thall. rimosoareo- 
latiis^ alhesc, K — , C — hyph. aniyl., apoth. atra, nuda, plana, mutua pressione 
anguJosa, intus K — , exc. et ep. obscure viride, ac. nitr. colorat., liym. hyp. 
incöl., jodo caerul., spor. oblong., 0-012 mm. lg., 0-005 mm. lat., spermog. atra 
pmictif., spermat. recia, O'OlO — 12mm. lg., 001mm,. lat. Die Flechte Arn. 
1005 wurde von Nyl. in lit. als seine L. injuncta erklärt. 

31. Lee. litJiophüa Ach.: auf Steinen: forma apotheciis dense congestis, 
glomendos formantibus ; hyph. non amyl., ep. fusc, hyp. incol., spor. speciei. 

32. Lee. speirea Ach.: zerstreut auf Steinen. 

f.trullisata Kplh., Flora, 1853, p. 442, Nyl., Flora, 1875, p. 104, Arn., 
Tirol, X, p. 98: längs der oberen Felsbänke und von hier in Arn. 1053 ver- 
öffentlicht: thallus crassits, amylaceus, tenuiter rim.ulosus, K — , C — , hyph. 
amyl.., apoth. thdllum superantia, maiora, convexa, caesiopruinosa, margine 
crasso integro, intus K—, ep. sordide viride, hyp. fuscesc, spor. ovoideae, 
0-012— 15— 17 mm. lg., 0-006— 7 mm. lat, 

Subspec. L. alpina Hepp in lit., Arn., Flora, 1870, p. 227, exs. Arn. 410. 
Lee. speirodes Nyl., Flora, 1885, p. 44 forsan est eadem planta, Arn. exs. 410 
olim a Nyl. in lit. appellata fuit Lee. speirodes: an Steinen auf einer wenig 
begrasten Fläche in der Nähe der Felsenmulde und von hier in Arn. 1007 auf- 
genommen: thallus subcandidus, amylac, rimosoareolatus, K—, C — , hyph. 
amyl., apoth. minora, plana, mutua pressione angulosa, epruinosa, intus K — , ep. 
sordide viride, ac. nitr. xmrum colorata, hyp. fuscesc., spor. oblong., 0'015 mm. lg., 
0-005— 6 mm. lat. 

33. iec. decorosa Arn. (1883): a) auf Steinen eines kahlen Abhanges 
gegen den Cimon und von hier in Arn. exs. 1006 niedergelegt: thallus e ff usus, 
lacteus vel caendese. albidus, tartareiis, tenuiter rimosus, K — , C—, hyph. 
amyl., apoth. aterrima, singula vel plura aggregata, convexa, intus K — , ep. 
atroviride, ac. nitr. colorat., hym. sub lente smaragdulum, sub microscopio fere 
incolor, jodo caerul., hyp. fusc., sporae ovales, 0'007 — 10 mm. lg., 0'005 mm. lat., 
8 in asco, spermog. atra. punetif, spermat. recta, 000 — 11 mm. lg., O'OOl mm. 
lat.; h) die Flechte ist auf grösseren plattenartigen Steinen an den oberen 
Theilen des Abhanges verbreitet und von hier aucli in Zw. exs. 1)21 enthalten. 
Differt a) a Lee. speirea colore hymenii et sporis minoribus, b) ab affinibus, 
hyp. plus minus fusco gaudentibus: 1. Xec. subumhonata Nyl., 2. L. homotropa 
Nyl., Flora, 1872, p. 358, Lamy, Caut., p. 77, 3. L. microspora Nyl, Coli Gall., 
p. 15, prodr., p. 371, Flora, 1872, p. 358, Arn., Tirol, XXf, )). 135 — hyphis 
amyloidcis. 

'M. L. venustula Arn. (1882): a) auf einigen grösseren Steinen bei einer 
FelHgruppe link« gegen den Castellazzo und von hier in Arn. exs. 040 ausgH- 
geben : thall. crassus, ritnosoareolalus, albesc, JC -, C—, hyph. purum amyloid., 
apoth. atra, nuda, marginata, intus K—, ep. atroviride, ac. nitr. colorat., hym. 
incol, jodo caerul., hyj). lu/.eofusc, spor. oblong., 0'01()—J2 mm. lg., 0'005 mm. 
lat., H in n.Hco; b) zerstreut auf gröHsereJi Steinen des Gehänges. 



Lichenologisclie Ausflüge in Tirol. 



123 



35. Lee. äeclinans Nyl., Flora, 1878, p. 243, Stizb., lielv., p. 189, Wainio, 
Adj., p. 55: hie und da auf den Steinen: thallus alhesc, K—, hyph. amyl., ep. 
obscure viride, liyp. fiiscesc, spor. ohl., 012— 15 mm. lg., O'OOo — 6 mm. lat. 

36. Lee. lactea Fl.: selten: thallus K rubesc, hyph. amyloid. 

37. Lee. turgida Ach., univ., p. 273, t. 4, f. 1, Stenhammara t. 
Plot., sec. Körb., syst. p. 221, Mass. ric. f. 145, Roum. f. 136; exs. Schaar. 527, 
Anzi 161, Arn. 112a, &, Zw. 922: häufig längs der oberen Felsbänke und von 
hier in Arn. 112h, Zw. 922, Kern er 1549 'Ausgesehen: spermog. Ulis Lecideae 
confluentis Fr., a Th. Fries, Sc. p. 4S5 hene deseriptis similia, spermat. recta, 
0-015 mm. lg., O'OOl mm. lat. 

38. Lee. subumhonata Nyl., Flora, 1872, p. 358, Stizb., helv., p. 185, 
Laniy, Caut., p. 77 (f. emersa Müll., Flora, 1870, p. 260: thallo magis disereto, 
insular irupto): ziemlich selten an vorstehenden Klippen ain südlichen Abstürze: 
thallus albus, amylac., tenuiter rimnlosus, K — , C — , hyph. non amyl., apoth. 
numerosa, aterrima, margine integro flexuoso, centro non raro umbonata, ep. 
atroviride, subnigrie., K—, ac. nitr. fuscopurpurasc, hym. incol. jodo saturate 
eaerul., hyp. fuseesc., non pallidum, spor. ovoid., 0'012—14mm. lg., Q-OOS—G mm. 
lat., 8 in asco. A L. umbonata H. simillima hypotheeio obscuriore differt. 

39. Lee. exornans Arn.. Tirol, XXI, p. 135: gesellig mit der vorigen, 
auch auf der Kammhöhe auf umherliegenden Steinen: a L. umbonata Hepp 
257 simillima differt hyphis amyloideis. 

40. Lee. rhaetica Hepp: die normale Pflanze nicht häufig auf umher- 
liegenden kleineren und grösseren Steinen: thall. crassits, riimdos., albese., K—, 
C — , hyph. non amyl., ep. atrocaerul., ac. nitr. colorat., hym. ineol., hyp. fusc., 
spor. ovales, 018— 22 mm. lg., 010— 12 mm. lat., 8 in asco. 

41. Lee. petrosa Arn.: forma: auf umherliegenden Steinen: thallus vix 
visibilis, apoth. plana, aterrima, nitida, marginata, intus K—, ep. latum, 
obscure sordide eaerul., ac. nitr. violac, hym. ineol., hyp. caerideofusc, spor. 
ovales, 0020— 23 mm. lg., 0'012 — 15 mm. lat.: die in Arn. exs. 1179 enthaltenen 
Exemplare stammen von einem Gehänge an der Ostseite des Berges. 

42. Lee. platycarpa Ach.: die normale Pflanze, thallo sordide albese. vel 
partim evoluto, apotheeiis amplis, zerstreut auf Steinen. 

i. trullisata Arn., Tirol, XXI, p. 136: a) auf grösseren Steinplatten an 
der Felsgruppe links gegen den Castellazzo und von hier in Arn. exs. 558 
enthalten: thallus crassus, continuus, albese., hyph. non amyl., apoth. speciei 
magna; b) am ganzen Gehäuge zerstreut auf grösseren Steinen. 

43. Lee. crustulata Ach. atque subspec. L. meiospora Nyl.: beide nicht 
besonders häufig an Steinen. Exemplare der L. meiosp., welche einige grössere 
Steine an einem begrasten Abhänge überzogen, habe ich in Arn. exs. 1182 
niedergelegt. 

44. Lee. fumosa Hoff., Flora, 1884, p. 554, Stizb., helv., p. 196, Wainio, 
Adj., p. 77: ziemlich selten auf Steinen: thallus cervinus, areolatus, areolae 
planae, K—, C rubesc., hyph. non amyl, apoth. atra, nuda, inter areolas 

16* 



124 



F. Arnold. 



disposita, ep. ohscure viride, ac. nitr. colorat., liym. sub lente glaacesc, sub 
microscopio incolor,hyp. fuscesc, spor. oblong., 010—12mm.lg., 0'004—5 mm. lat. 

45. Lee. grisella Fl, Nyl., Lapp. Or. p. 160: forma: hie und da auf 
Steinen : thallus tenuis, cinerasc, areolae planae, C leviter vel vix rubesc, hyph. 
non amyl., ep. hyp. sordide oUvaceofusc, spor. ovales, 012 mm. lg., O'OOö mm. lat. 

46. Lee. latypea Ach., Nyl.; L. latypiza Nyl., Stizb., helv., p. 178: die 
typische Pflanze : thall. K fluvesc-, C — , hyph. non amyl. 

47. Lee. protrusa Schaer., En., p. 115, Stizb., helv., p. 177, ic. Mass. 
ric. 150, exs. Schaer. 578: selten an einer Felswand am südlichen Absturz der 
Mulde: thall. lutesc. albidus, rimidosus, subfarinaeeus , K leviter flavesc, 
C. ochraeeiis, hyph. non amyl., apoth. nigra, convexa, ep. sordide viride, hym. 
incolor, jodo eaerul., hyp. pallidum, spor. oblong., non raro cum 1 — 2 guttulis, 
012— 14 mm. lg., 006— 8 mm. lat., 8 in asco. 

48. Lee. enteroleuca Ach., Nyl.: auf umherliegenden Steinen. 

49. Lee. diasemoides 'Nyh, Flora, 1874, p. 11, Wainio, p. 91: auf Steinen 
an den oberen Theilen des Bergabhanges: thallus albese., amylac., rimidosus, 
K flavesc., C — , hyph. non amyl., apoth. ab Ulis L. enter oleucae nullo modo 
diversa, ep. glauc, hyp. incol., spermog. atra, punetif., spermat. arcuata, 
014— 15 mm. lg., 001 mm. lat. Die Tiroler Pflanze wurde von Nyl. bestimmt 
und ist von diesem Standorte in Arn. exs. 1183 veröff'entlicht. 

50. Scoliciosp. umbrinum Ach.: hie und da, forma thallo crassiore, 
nigricante. 

51. Encephalographa cerebrina Kam. in DC. Fr., p. 312, ic. E. Bot. 2632, 
f. 1, Cheval., Graph., p. 57, t. 12, f. 4, Arn., Tirol, XXI, p. 141: selten: thall. 
albese, K—, C — , hyjjh. non amyl., apoth. speciei. 

52. Eehmiu caeruleoalba Kplh., Tirol, XXI, p. 141: gesellig mit den ihr 
habituell alinliclien Flechten und von hier in Arn. exs. 406 6 enthalten. 

53. Diplotomma epipolium Ach.: ziemlicli selten: hyph. non am,yl. 

54. Siegertia Weisii Schaer., En., }). 121, Mass., sclied., p. 32: niclit 
selten und von diesem Standorte in Arn. exs. 215 cZ ausgegeben, 

55. lihizoc. geographic. L. : selten. 

56. Jlhizoc. sul)})OHiumum Nyl., Arn., Tirol, XXI, p. H2, Wainio, Adj., 
p. 137. Ml, Bagl, Anacrisi, p. 279, t. 3, f. 43, exs. Arn. 766: hie und da auf 
Steinen: thallus sordide albese, tenuis, rimidosus, K- , C—, hyph. non amyl., 
apoth. minora, plana, intus K—, ep. sordide viride, hym. jodo caerid., hyp. 
fusc, Hpor. incol. demum fuscesccntes, 3 sept., lateribus Icvissime constrictac, 
022- 23 mm. lg., 0-007— H mm. lat., 8 in asco. 

57. llhiz. obscuratum Acli.: auf umherliegenden Steinen : Uiallus sordide 
riucrascf-ns vel obscnrior, (•}>. olivac, K—, hy}). fusc, s})or. incol., murales, 
ff O.'fOmm. lg., 015 mm. lat. 

58. Hhiz. excenlricum Nyl.: a) auf grÖHsercn Steinen gesellig mit habi- 
tuell ähnlichen Arten und von diesem Standorte iji A r?i. exs. 68-1 niedergelegt: 
h) Kx' mplare von ein«'m Bh>cke b»4inf|»!n »ich in Lojka, Lieh. univ. 8.">: thallus 
gubcuiididu/i, hyph. non amyl., ojfolh. saepc conccntrica, plana, margine crasso 



LichenologiBclie Ausflüge in Tirol. 



125 



albicante, ep. sordiäe viride, hyp. fuscesc, spor. incol., 7—9 sept., septis divisis, 
quare murales, 045 — 48 mm. Ig., O-Olo—lSmm. lat., Semper maiores quam 
apud Sieg. Weisii. 

59. Lithoic. tristis Kplh.: nicht selten und von hier in Arn. 3646, Zw. 
926 ausgegeben: thall. fuscus et fusconigric, areolatorimulosus. Variat thallo 
plus minus manco. 

60. Ampliorid. Hoclistetteri Fr.: eine Form, selten an der Unterfläche 
des Gesteins: apoth. emersa et thalli verrucis circumclusa, spor. speciei, 030 
—33 mm . lg., 015— 18 mm. lat. 

61. Amphorid. LeightoniiMass., sched., p. 30, Arn., Flora, 1885, p, 145: 
ziemlich selten: thall. areolatorimulosus, tenuis, sordide albesc, apoth. maiora, 
valde emersa, perith. integr., spor. amplae, simpl., 0'030 — 34mm. lg., 018— 21mm. 
lat., 8 in asco. 

62. Thelid. pi/renophorum Ach., Nyl., Th. Borreri Hepp; Tirol, XXII, 
p. 68: nicht selten längs der oberen Felsbänke: sporae speciei 1 septatae. 

63. Thelid. papilläre Fr. L. E., p. 434, Nyl., Flora, 1883, p. 193, Th. 
pyrenoph. Körb., Tirol, XXI, p. 148: nicht häufig: tlmllus sordide albesc, tenuis, 
apoth. emersa, maiora, perith. dimid., spor. 3 sept., incol., 039 mm. lg., 
015 mm. lat. 

64. Thelid. quinqueseptatum Hepp: hie und da: apoth. parva, immersa, 
apice visibili, spor. 3 sept., septis hic inde semel divisis, 042— 45 mm. lg., 
0'015mm. lat. 

65. Thelid. decipiens H. [scrobic. G.). 

66. Polyblastia hyperborea Th. Fries f. abstrahenda Arn., Tirol, XXI, 
p. 148: nicht selten auf cfiössereu platten Steinen längs der Gehänge; von der 
Felsgruppe links gegen den Casteliazzo in Arn. exs. 955 aufgenommen: tota 
planta obscura, perith. dimid., spor. ificol., obtusae, polyblastae, 0'025 mm. lg., 
015 mm. lat. 

67. Polybl. cupularis (M.) Arn, : ziemlich selten : thallus subnulhis, apoth. 
emersa, pjerith. crassum, dimidiat., hym. absque gonidiis, spor. latae, obtusae, 
incol., polybl., sporoblastiis maioribus, 0'042 — 45 mm. lg., 0'018 — 21 mm. lat. 

68. Sporodictyon thcleodes Somft., suppl., p. 140, Schaer., En., p. 73, 
215, Nyl., prodr., p. 192, Th. Fries, Arct., p. 264, Pol. Scand., p. 10, Nyl., 
Sc, p. 270, 292, Leight. Brit., p. 489, Körb. par. 333, Stizb., helv., p. 244; 
ic. Mass., Flora, 1852, Nr. 21c. tab., Mudd, mau., f. 119. Garov., tent. 4, p. 173, 
t. 10, f. 4; exs. Schaer. 538, Körb. 321, Schweiz. Cr. 476, Flagey 346, (species 
affmis est Sp. turicense Wint. in Arn. exs. 698, Stizb., helv., p. 246): auf dünn 
geschichtetem Gesteine längs der obersten Pelsrifle: pl. cum descript. l. c. omnino 
convenit, apoth. sat magna thalli verrucis innata et protuberantia, perith. in- 
tegr., hym. absque gonidiis, spor. amplae, pachydermae, juniores incol., demum 
fusc. et 7iigricantes, 070— 87 mm. lg., 042 — 54 mm. lat., juniores 8 in asco. 

69. Sagedia byssopMla Körb,, par., p. 355, Arn., Flora, 1885, p. 164, 
Stizb., helv., p. 250: selten an der Unterfläche des Gesteins längs der obersten 
Felsbänke: pl. nigricans, crusta effusa, rimulosa, chrysogonidia concatenata, 



126 



F. Arnold. 



apoth. emersa, paraph. capillares, sporae fusifonnes, 3 sept., 0'024-~S7 mm. lg., 
004 mm. lat., S in ascis cylindr. 

70. Lecidea supersparsa Nyl., Flora, 1865, p. 7; 1874, p. 98: selten, 
parasitisch auf dem körnigen Thallus der Lecan. polytropa an umherliegenden 
Steinen: aimtli. parva, lecideina, supra thallum dispersa, ep. laete glauc, K—, 
ac. nitr. roseovioL, hym.jodo caerul., hyp. incolor, spor. simplices, ellipsoideae, 
utroque apice non raro leviter acutae, 009— 12 mm. lg., 005 mm. lat., 8 in 
asco (obige Bestimmung wurde von Nyl. in lit. 3 November 1885 anerkannt). 

71. Bactylosporu maculans Arn. (n. sp.) : parasitisch auf dem Thallus 
der Lecan. sordida P. hie und da: apothecia atra supra thallum Lecanorae, 
cujus areolae proximae hic sordide coloratae, maculas magnitudine lentis for- 
viant; epith. sordide obsciire fuscum, liym. jodo caerul., hyp. fusc, sporae 
incol., demum fuscidtdae, aetate fuscae, hic inde nonnihil soleaeformes, 
1—3 sept., 021— 24-27 mm. lg., 0-005 — 7 mm. lat, 8 in asco. Habituell kann 
dieses parasitische Pflänzchen mit BU. episema Nyl., prodr., p. 125, Arn. exs. 
1194 verglichen werden, unterscheidet sich jedoch davon durch weit grössere, 
im Alter braune Sporen. 

72. Celidium varians Dav. : parasit. auf den Apothecien A^v Lecan. sordida. 

73. Tichothec. pygm. Kb.: ])arasit. auf dem Tliallus mehrerer Krusten- 
flechten, insbesondere: Placod. dispersoar., I^ecid. tessellata, turgida, enterol., 
lihizoc. ohscurat. 

f. grandiusculum Arn.: auf den Apothecien von Placod. dispersoar., auf 
dem Tliallus von Jjecid. decorosa: apoth. fere triplo maiora quam apud typum. 

71. Phaeusp. rimosicola Lght.: parasit. auf dem Thallus von Rchtnia, 
Tthizoc. exccntric. 

75. Cercidosp. cpipolylropa Mudd, Arn., Tirol, XXI, p. 154: ])arasit. auf 
dem Tliallus und den Apoth. der Lecan. polytr. hie und da: perith. suh mi- 
croscopio ohscure viride, paraph. capillares, sporae sid)fusif., incol, 1 sept., 
OOlHmm. lg., 005 min. lat., 8 in ascis cylindr. 

2. Spec. terreslr. et muscic: 

Den obersten Biinken und Hilfen entlang ist diese Gruppe schon des 
trockenen Standortes halber nur dürftig vortreten und bietet zwar einige (Um- 
alpinen Lage entsprechende, jedoch keine auffallenden Kr.scliciiiungen. 

1. (Uad. pyxid. — 2. Thamn. vermic. L. — 3. Celr. isl. — 4. Comic., 
ficul. — 5. Plat. niv., 0. cucullal., l.junip. — 8. Parin, pul», muscigcna Ach. 

0. Pcltig. rufesc. N. — 10. Solor. hispora'^yl. — 11. Gyalolechia Schistidii 
Anzi: sparHam über Orimmia apoc. an einer Felswand. — 12. Jünod. mniaraca 
Ach. — 13. Lecan. Hubf. hypnorum W. — 11. Äspic. verrucosa Ach. — \->. 
HccoUga foveolaris Ach., Tirol, XXI, \). 129. — 10. Psora decipiens Ehrh. 
17. Toninia syncomista Fl. — 18. Placid. cariilagin. Nyl. (dacdal. icrreslrc). 
— r.». Thclücarpon ijupresscllian Nyl.: Lojka bemerkte Apothecien auf dem 
TlialluK der vorigen Art (comp. Tirol, Xf, j). 521). 

C, ZwiHchen dem (lastdlaz/o un<i dem soeben gt^schildfiten (JHliiliigo hebt 
Bich ein holier, grasiger Hügel, vom y\bliaiige ober lifdie aus betrachlot, dach- 



Licbenologisclie Ausflüge in Tirol. 



127 



förmig hervor, dessen oberster Theil mit grauen und gelblichen Kalksteinen, 
die über dem kahlen Boden liegen, bedeckt ist. Dicke, mergelige Kalkplatten, 
von den Sandsteinen leicht zu unterscheiden, sind auch an den Abhängen bis 
gegen den Cimon zerstreut. Die Flechtenvegetation dieser Gesteine trägt die 
Eigenschaften einer ausgeprägten Kalkflora au sich, wie das folgende Verzeichniss 
ersehen lässt. 

1. Callop. aurantiac. L, : forma thallo determinato crasso, spor. speciei. 

— 2. Gyalolecliia aurella H., Arn. exs. 298, 490: pl. vulgaris. — 3. Acarosp. 
glaucoc. W. f. conspersa Fr. — 4. Lecan. dispersa P. : die gewöhnliche Form : 
disc. lutesc, margo albesc, leviter cremdatus vel integer. — 5. Aspic. flavida 
Hepp: specimina minora, minus evoluta. — 6. Sagiolechia protid)erans Ach. 
f. mamillata Hepp exs. 282. — 7. Biat. riip. f. irruhata Ach. atque 8. B. in- 
crustans DC. — 9. Biat. fuscorid)ens N. f. rufofasca Arn. : spermatia recta, 
004— 5 mm. Jg., O'OOl mm. lat. — 10. Lee. enterol. Ach., Nyl, gonioph. Kb. 

— 11. Lee. petrosa Arn.: forma apotlieciis minorihiis, gregariis, planis; ep. 
sordide caeridesc, liyp. sordide caeruleofusc, spor. speciei, 0'023~25mm. hic 
inde 27 mm. Jg., O'OIO — 12 mm. Jat. 

12. Lee. subJutescens NjL, Flora, 1875, p. 300: tJiaJJ. sordide Jufesc., 
areolatus, apotJi. nuda, ep. sordide caeridesc., Jiyp. oJjscurum, sordide oJivaceo- 
caeruJesc, spor. oU., 0-015 — 16 mm. Jg., 0'007—8 mm. Jat., spermog. atra, 
spermat. recta, 005 mm. Jg., 001 mm. Jat. — 13. Lee. caeruJea Kplh.: pJ. fere 
athdlJina, tJialJi vestigia aJbesc, apotJi. atra, epruinosa. PJanfa variat apo- 
tlieciis dupJo minorihus, pruinosis. — 14. Lee. Jithgrga Fr., forma: ej)- gJauc. 
K—, liyp. rul>ricos., K sanguin., spor. minus ohtusae quam apud affines, uno 
apice non raro acuminat., 0'012 — 14 mm. Jg., 0'005—6 mm. Jat. — 15. Siegertia 
Weisii Sch. — 16. Sarcog. pusiJJa Anzi, Arn., Tirol, XXI, p. 140: tJialJus 
macuJa indicatus, apotli. parva, sidjimmersa, ep. fusc, parapli. rohustae, liyp. 
incoJor, spor. obJ., O'OOS — 6 mm. Jg., 002 min. Jat., numerosae in asco. 

17. Litlioic. iristis Kplh. atque f. depauperata. — 18. Verruc. rupestr. 
Schrd., muraJis Ach.: peritli. dimid., sporae 0'018 — 22mm. Jg., 0'012mm. Jat., 
8 in asco. Diese Art kommt auch auf den grösseren Blöcken unmittelbar neben 
der folgenden vor. 

19. Ampliorid. incertuJum Arn. in Zw. exs. 856 (comp. V. divergens 
Nyl., Flora, 1872, p. 362): zerstreut auf platten Blöcken des Abhanges und von 
einem solchen Blocke in Zw. exs. 856 ausgegeben: thaJJus macuJa indicatus, 
hic inde Jeviter decussatus, apotli. parum apice prominentia, peritli. integr., 
spor. obJ., non raro eJongatoobJ., simpJices, 0'030—33 mm. Jg., 012 — 15 mm. Jat. 

— 20. TlieJid. pyrenoxjliorum dorren Hepp : ziemlich häufig: thaJJus 
crassus, albesc, spor. 1 sept. 

21. TheJid. papuJare Fr. f. Jeoninum Anzi exs. 242: selten auf Steinen: 
tliaJlus effusus, tenuis,subJeprosus, sordide cervimdus, apotli. maiora, emersa,peri- 
tliec. crassum dimidiat., sporae incoJ., 3 sept., 0'036—42mm. Jg., 0'015—18mm. Jat. 



128 



F. Arnold. 



22. Thclid. decip. scrohic. Garov. — 23. Thelid. ahsconditum Kplh., Flora, 
1885, p. 149: auf BlöcLen des Abhanges und von eiiioni solclieu Blocke in Arn. 
exs. 156 aufgenommen: thall. irregidaritcr decussatus, apotJi. immersa, peritli. 
intcgr., spor. 1 sept., O'OM—30 mm. Jg., O'Olömm. Tat. — 24. Thelid. quinqueseptat, 
Hepp: nicht häufig: apoth. immersa, spor. 3 sept., septis Jiic inde semel divisis. 
— 25. Polybl. cupularis (Mass.), Arn., Tirol, XXI, p. 148: species apotlieciis 
maiorihus, emersis, facile cognoscenda , spor. late ovales, utroque apice sat 
obtusae. 

26. Polybl. deplanata Arn. (1882): auf kleineren Steinen der Gipfelhöhe 
und von hier in Arn. exs. 954 ausgegeben: planta hdbitu Verruc. rupestri 
Schd. simillima, thall. temcis, albesc, apoth. emersa, perith. exterius dimidiat., 
interius tenue integrum, hym. ahsque gonidiis, spor. incolores, 7 septat. et 
polyhlastae, 0'036—42 — 45 mm. lg., O'Olö—lS mm. lat.: a priore P. cup., fere 
nimis afßni, habitu et sporis magis elongatis dift'ert. — 21. Polybl. hyperborea 
Th. Fries f. abstrahenda Arn, — 28. Sporodictyon clandestinum Arn. — 
29. Tichoth. pygm. Kb.: auf dem Thallus der Lecid. enterol. 

Psorothichia — : an den senkrechten Kalkwänden ober Rolle in der 
Riclitung gegen den Cimon fand Lojka eine von dieser Stelle in Zw, exs. 908 
aufgenommene, zur Zeit niclit näher zu bestimmende Psoroth. Diese und die 
verwandten Gattungen können, wie aus Forssell, Gloeolich., 1885 ersichtlich 
ist, erst dann S3'stematisch bewältigt werden, wenn von erprobten Kennern der 
Algen die zum Aufbau der Flechten erforderlichen Gonidieu als Algen be- 
stimmt und davon die nur gesellig mit den Flechten vorkommenden Algen 
abgesondert sein werden. Die Lösung dieser Aufgabe wird voraussichtlich in 
diesem Jahrhundert nicht jnehr erfolgen. 

JJ. Die Campiler und Seisser Schichten sind bei Paneveggio auch am 
Custom, nämlich auf dem Bergrücken vertreten, welcher von dem nordöstlich 
vum Castellazzo ober dem Travignolo aufragenden Berghorn gegen die Al])e 
Vineghie und die Vezzanaberge sich hinzieht. Längs der obersten Schneide 
liegen die nämlichen röthliclien Sandsteine und mergeligen Kalke wie zwischen 
Kolle und am Cimon auf kahlem Boden umher. Da jedoch deren Flechtenflora 
nicht qualitativ, sondern nur quantitativ von der bisher erörterten Vegetation 
der bezeichneten Schichten abweicht und den Keichthum derselben lange nicht 
erreicht, so wird diese Bemerkung ohne weitere Namenangabo genügen. 

XIV. Was nunmehr die Flora der K;ilk- und Dolomitberge bctrilVt, so 
nehme ich zuniichst auf v. Ftichtliofen, (Jeogii. Beschr. von Bredazzo und Um- 
gegend, 1800, Bezug. Die muthmussliche Kntstehungsgeschichte der Landschaft 
kann p, 280 ff, nachgelesen werden. Hier dagegen, wo ausschliesslich liclieno- 
lügiHchc IntfreHK^-n in Betradit kommen, möge ein Gang von der Tiialsohl«; 
bei l'redazzo biH zujn GletHclier des Cimon vorläufig einen nothdUrftigen Ueber- 
blick der KaikHora gowälir<!n. 

A. Im Saccinathale (vgl. oImmi Nr. VJ) st.dien längs der Melaj^iyrgerölie 
iipboii <l"m VV»'go Kalkblöckü und bei der spiiteren Biegung des Weges Felsen 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



129 



hervor, welche den südlichen Ausläufern des Latemargebirges entstammen ; ich 
beobachtete hier: 

1. Parm. caesia H. — 2. Placynth, subradiatum Nyl., Wihnsia radiosa 
Anzi, Kb., Flora, 1884, p. 240: steril. — 3. Callop. flavovirescens Wulf. — 
4. Ccdlop. aiirant. Lghtf., thallus parim evolutus. — 5. Pyrenod. variabilis 
Pers. — 6. Pyrenod. Agardhiana Mass., Flora, 1884, p. 310: an einigen Kalk- 
blöcken am Fahrwege und von hier in Z w. exs. 830 ausgegeben. — 7. Äspic. 
calcarea (f. concreta atque contorta). — 8. Biat. rupestris f. rufescens H. — 
9. Lecid. enteroleuca Ach., Nyl.; gonioph. Kb. — 10. Placidium rufescens Ach., 
Flora, 1885, p. 68: an einem Felsen am Wege. — 11. Stigmat. clopimum Whg. 
f. protuberans Sch. — 12. Lithoic. nigrescens Pers. — 13. Ven^uc. Dufourei 
DC. — 14. Collema mtdtifidum Scop. — 15. Lethagr. multipartitum Sm.: spor. 
leviter curvat., 3 sept., 0'036 mm. Jg., 005 mm. Tat. — 16. Lethagr. Laureri 
Flot.: sporae speciei, dactyloid. — 17. Lethagr. polyearpon Schaer. — 18. Ptery- 
gium centrifugum Nyl., Tirol, XXI, p. 151, steril an einem Kalkfelsen. — 
19. Synalissa ramulosa H. (1795), L. symphoreus Ach. (1798), Forsseil, 
Gloeolich., p. 55; steril mit den vorigen Arten. 

B. Um zu den die südlichen Ausläufer des Latemarstockes bildenden 
Bergspitzen zu kommen, welche von Predazzo aus in nördlicher Richtung sicht- 
bar sind, geht man von dem aus dem Saccinathale über das Satteljöchl führenden 
Saurawege nach Ueberschreituug der Waldregion rechts ab und gelangt über 
Alpenwiesen an den Fuss jener Bergspitzen. Ein am Abhänge sich hinziehendes 
Kalksteingerölle, mehrere der zahlreichen Kalkfelsen, woran Androsace helvetica 
nicht selten wächst, die beiden schon von Predazzo aus erkenntlichen Einschnitte 
zwischen den Spitzen bildeten bei zweimaligem Besuche den Gegenstand licheno- 
logischer Durchsuchung. Hier das kleine Verzeichniss der beobachteten Flechten : 

1. Parm. caesia H. — 2. Physc. eleg. — 3. Callop. aurant. f. nubigenum 
Arn.: an verwitterten Kalkfelsen und von hier in Arn. exs. 990 niedergelegt. 

— 4. Callop. nubigenum Kplh., Arn. exs. 584a, b: an Kalkfelsen oben auf der 
Schneide. — 5. Gyalol. aurella H., pl. alp., Flora, 1884, p. 258. — 6. Pyrenod. 
chalybaea Fr. — 7. Placod. murale Schrb. f. versicolor Pers. [accedens ad albo- 
pulverulentum Schaer., spie, p. 418, Flora, 1884, p. 312): thall. pallidiis, leviter 
pruinosus, apoth. laete fusca, epruinosa, spermatia arcuata, 0'022 — 25 mm. lg., 
0001 mm. lat. — 8. Acarosp. glaucocarpa W. f. percaenoides Nyl., Armor., 
p. 399, Flora, 1884, p. 314: an grösseren Kalkblöcken und von hier in Zw. exs. 
835 niedergelegt. — 9. Binod. Bischofßi Hepp: auf kleinen Steinen eines Ge- 
rölles unterhalb der Felswände: pl. parum evoluta, apoth. parva, sporae speciei. 

— 10. Lecan. Agardh.: Flora, 1884, p. 329. — 11. Manzonia Cantiana Garov.: 
an Felsen oben auf der Schneide. — 12. Biatora incrustans DC. — 13. Lecid. 
enteroleuca Ach. f. atrosanguinea Hepp. — 14. Lee. immersa Web., Tirol, XXI, 
p. 136. — 15. L. transit. f. subcaerulescens Arn., Tirol, XXI, p. 136 : diese am 
blassblauen Thallus und den kleinen Apoth ecien habituell gut zu erkennende 
Flechte ist, wie eine wiederholte Vergleichung mit der Stammform (Tirol, VI, 

Z. B. Gee. B. XXXVII. Abh. 17 



130 



F. Aruold. 



p. 1130) ergab, eben doch nur eine Varietät derselben. — 16. Lee. petrosa Arn. — 
17. Lee. jurana Scbaer. — 18. Diplot. epipolium Acb.: hyph. non amyl., apoth., 
epruinosa. — 19. Lithographa cyclocarpa Anzi: nicht häufig: ep. fusc, hym.jodo 
caerul., hyp. fusc, spor. 004—5 mm. lg., 0'002mm. lat., numerosae in ascis 
oblongis. — 20. Stigmat. clopimum Wbg. catalept. Ach. — 21. Verruc. calciseda 
DC, Flora, 1872, p. 147 : pl. vulgaris. 

22. Amylioriä. Hochstetteri Fr. : pl. alpina. 

f. obtectum Arn., Tirol, XXI, p. 147, Nr. 702: an einer Kalkwand und von 
hier in Arn. exs. 1011 ausgegeben: planta omnino abseondita et saxo immersa, 
apoth. sepulta, extus maciila parva obscuriore indicata, perith. integrum, spor. 
amplae, simiüices, 027 — 30 mm. lg., 015 — IS mm. lat., 8 in asco. 

23. Amphorid. crypticum Arn. exs. 1012, Tirol, XXII, p. 71: auf kleineren 
Steinen eines den Felswänden vorgelagerten Gerölles und von hier in Arn. exs. 
1012 aufgenommen: thallus vix macula indicatus, apoth. minora, immersa, 
apice prominentia, perith. integr., sporae amplae, obl., simplic, 027— 32mm. lg., 
016— 18 mm. lat. 

24. Thelid. decip. f. incanum Arn., Flora, 1885, p. 149: an den Felsen: 
thallus cinerascens, apoth. et sporae speciei. — 25. Thelid. quinqueseptat. Hepp. 

— 26. Polybl. discrepans Lahm: auf dem Thallus der Biat. incrustans. — 
27. Polybl. deminuta Arn.: auf Kalksteinen der GeröUe: sporae fuscae sp)eciei. 

— 28. Polybl. cupul. f. microcarpa Arn., Tirol, XXI, p. 148; XXII, p. 83. — 
29. Polybl. albida Arn.: pl. alp.: auf Kalksteinen der Gerolle. — 30. Collema 
multifidiim Sc: keineswegs häufig. — 31. Lethagr. muUipartitum Sm.: spcci- 
mina minus evoluta, nicht häufig. — 32. Tichoth. pygm. Kb.: auf dem Tballus 
von Callop. nubig., Lecid. jurana. 

C. Viesena: v. Richthofen, p. 265. Der zwischen dem Mulatto und 
dem Porphyr von Bocche befindliche, gegen die Alpe Bellamonte (1350 m.) steil 
abfallende Wiesenberg (Viesena: 2489 m.) wurde von Lojka und mir am 
11. August 1884 bestiegen. Dem Alppnbache entlang, der an der Westseite des 
Wiesf^nberges beim Mulatto heraustritt, zieht sich der Weg bis zu der mit 
I/yjmum commutalum reichlich bewachsenen Quelle des Baches hinauf, sodann 
gfdangt man in eine von felsigen Hölion umsclilossene Thalinuldo und ober 
derselben auf den Kamm des Gebirges, welcher einen tadoHosen Ueborblick der 
Landschaft, insbesondere in der Richtung gegen den Cimon gewährt. Auf 
nassf-ni Holze der längs des Baclies festgerannten Lärclienstämme fand Lojka 
Thf'loc. imjjresHcllum. Die weitere Ausbeute jenes Tages stammt aus der Tlial- 
iiiuldo (bei 2400 m.) und zerfällt in di« beidim naturgfMnässen Abtheilungen der 
• las (ßfHU'Ui und dfin l>(»(leti find. l'lhuizcnrcHt«*) Ixjwohndiuion Art(ui. 

1 . iSj)ec. saxic. : 

1. J'arm. cacsia H. — 2. J'. obsciira K. lilhotca Ach, — 3. J'hyscia 
rlrrjam Lk.: pl. calcurea alpina, Schaer. exH. 545; comp. TiiT)l, IV, j). 63.9. — 
1. Cnllnj,. nuhignium K|»lhl)., Flora, 1875, p. 339, Arn. hxh. 58L — 5. (Hya.lol. 
iiurrHii HoflT., Arn., pl. al|». Arn. oxh. 881. 6. Pyrcnod. Agardhiana Mass. — 
7 AfUtrDHji. ghuiror. pcrcacnoidcH Nyl. — 8. Hinod. liiNchoffli f. im- 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



131 



mersa Kb. — 9. Lecan. Ägardhiana Ach., Agardhianoides Mass.: i^^- i'uJg., 
apoth. parva, caesiopruinosa. — 10. Mansonia Cantiana Garov. — 11. Biatora 
incricstans DC, Flora, 1884, p. 429. — 12. Lecid. enterölema Ach., Nyl., f. atro- 
sanguinea Hepp exs. 252. 

13. Lecid. transitoria Arn. f. subcaeridescens Arn. exs. 630,. 631, Tirol, 
XXI, p. 136: nicht häufig: thallus caendeus, sat tenuis, apoth. minora, plana, 
marginata, nitida, atra, ep. hyp. ohscure sordide caerulesc, K — , ac. nitr. 
colorat., hym. sub Tente fere smaragdidum, suh microscopio incölor,jodo caerid.y 
spor. ovales, non rare cum 2 guttidis, 010 — 12 mm. lg., O'OOo mm. lat. 

14. Lecid. petrosa Arn.: p)^- normalis, apoth. maiora, epruinosa, epith. 
sordide fuseid.- caerulesc, ac. nitr. parum coloratum, spor. 024 mm. lg., 
010 — 12 mm. lat. — 15. Sarcogyne pusilla Anzi, Tirol, XXL p. 140. — 
16. Buellia Duhyana B.Qi^Tß, Flora, 1884, p. 588: nicht häufig: apoth. lecideina, 
ep. fusc, hyp. pallidum. — 17. Stigmat. clopimum Whg. f. protidterans Schaer. 
— 18. Verruc. caerulea Kam., pliimhea Ach. — 19. Amphorid. Hochstett. Fr. : 
pl. alpina, cavernulae apotheciis elapsis ortae numerosae. — 20. Thelid. guinque- 
septatum Hepp. — 21. Tichoth. pygmaeum Kb. : nicht selten auf dem dünnen 
Thallus verschiedener Krustenflechten an Kalkblöcken. 

2. Spec. terrestr. et muscic: 

1. Alect. ochroleuca (Ehrh. 1788): ic. Hoff., PI. L., t. 26, t. 68, E. Bot. 
2374, Sturm, D. Fl , II, 7, Dietr. 202, Hepp 832, Nyl., syn. 8, f. 21, Lindsay, 
t. 4, f. 3, 4, Schwend., Unt., 1860, t. 3 (f. tenuior Gr., E. Bot. 2040 fig. latior: 
comp. Leight. p. 79). 

a) exs. Funck 420, &chaer. 395, Fries, suec. 330, M. N. 853, Kch. Sch. 67, 
Hepp 832, Zw. 384, Arn. 135, Eabh. 131, 539, Stenh. 92, Mass. 48, Anzi 
m. r. 23, Erb. er. it., I, 1219, Schweiz. Cr. 651, Un. it., 1867, Hellbom, Nr. 1, 
Crombie 126, Eoum. 144, 315, Barth 2, Norrlin 252a, b, Kerner 1145, 
(uon vidi: Ludw. 184, Fellm. 52). 

hj f. cincinnata Fr., ic. E. Bot. 2040 fig. tenuior, Dietr. 202; exs. Crom- 
bie 18, Croall, PI. of Braemar 398 (non vidi Fellm. 53). 

Die normale Pflanze steril in schwellenden Rasen. 

2. Thamn. vermicidaris L.: ic. Dicks. 6, f. 10, Hoff., PI. L., t. 29, t. 34, 
Jacq., Coli. 2, t. 12, E. Bot. 2029, Sturm, D. Fl., II, 7, Dietr. 120, Schaer., 
En., t. 9, f. 7, Nyl., syn., t. 8, f. 6, Minks, Flora, 1874, t. 5, Schwend., Unt., 
1860, t. 6, f. 21, 22, Roum., Cr. ill., f. 54 (Lindsay, West. Greeul., t. 48, f. 15). 

a) exs. Ehrh. 30, Schrad. 128, Schaer. 86, Hepp 298, Rabh. 253, 
Stenh. 189, Anzi, Clad. 28, Erb. er. it., I, 1165, Schweiz. Cr. 833, Crombie 
13, Arn. 1028, Roum. 138, Kerner 1143, (non vidi: Ludw. 199, 200, Desm. 
493, Fellm. 48). 

bj f. taurica (W.) Autt: ic. Sturm, D. Fl., II, 7; exs. Funck, I, 72; 
n, 119, Reh. Seh. 136. 

c) f. minor Lamy, Cat., p. 23: exs. Arn. 875. 

dj f. glebosa Schaer., En., p. 244, NyL, Sc , p. 68, Stizb., helv., p. 42. 
Steril auf steinigem Boden. 

17* 



132 



F. Arnold. 



3. Clad. sylvatica L. — 4. C. gracilis f. macroceras Fl. — 5. C. pyxid. L. 

— 6. Cetr. island. L. : sowohl die typische Pflanze als f. crispa Ach. — 7. Plat. 
niv. und 8. PI. cuc: beide steril. — 9. Peltig. rufescens^., Arn. exs. 620c, d: 
pL edle, alpina, thallo eompacto, margine magis undulato. — 10. Solor. sace. L. 

— 11. Sol. Z>«spom Nyl. — 12, Parm. pulv. muscigena Ach.: steril. — 13. Pan- 
naria peziz. Web., brunnea Sw. : auf Humusboden. — 14. Ämphiloina hypnorum 
Hoff., Tirol, XXI, p. 120: über Pflanzeuresten auf steinigem Boden. — 15. Callop. 
cerin. stillieid. H. 

16. Dimelaena nimhosa Fr. (1831), Tirol, XXI, p. 124: ic. Hepp 82; apo- 
thecia nuda: Leeid. phaeocarpa Fl. in Herb. sec. Hepp, qui specimen Floerkei 
vidit (comp. Somft., suppl, 1826, p. 159), Horn, sagedioides Nyl., bot. Not., 1854, 
p. 87, Flora, 1869, p. 413, Th. Fries, Sc, p. 193; Nyl. in Stizb., helv., p. 104; 
exs. Anzi 108, Flagey 314, 370, Lojka univ. 228. 

Planta apotheeiis pruinosis fnon raro ap. nudis, praecipue parte in- 
feriore admixtis) vix est propria forma: exs. Hepp 82, Anzi 109, Erb. er. it., 
II, 115 (non vidi: Flot. 238). 

Praeterea: a) f. sphaerocarpa Th. Fries, Sc, p. 193; h) i. cacuminum 
Mass., symm., p. 52, Stizb., helv., p. 104; exs. Venet. 48 (Müller in Flora, 
1874, p. 331); Venet. 48 meae coli, est Leeideae neglectae Nyl. thallus sterilis. 

Die Flechte mit vorwiegend bereiften Apothecien ziemlich selten auf stei- 
nigem Boden. 

18. Jiinod. mniaraea Ach.; exs. Hepp 83 c. ic, Rabh. 380, 382, Anzi 
m. r. 219, 220, Arn. 433, Erb. er. it., I, 188«, Norrlin 273«, h, (non vidi 
Fellm. 113). 

f. cinnamomea Th. Fries, Arct., 1860, p. 128; exs. Un. it., 1867, Hellb., 

Nr. 26. 

f. hiutorina Anzi, exs. 513 (a typo thallo subnullo, apotheeiis magis con- 
vexis, fere immarginatis i^cLt'wn differt). 
f. hiutorina Nyl., Sc, p. 151. 

f. amniocola Ach., syn., p. 156, Nyl., Sc, p. 151 sec. Stizb., holv. 108. 

Die normale Pflanze über veralteten Pflanzenresten auf steinigem Boden. 

18. Rinod. mniaraeiza Nyl., Flora, 1870, p. 33, Th. Fries, Sc, ]). 195; 
Hxs. Norrlin 158, Zw. 911: über Pflanzenresten auf Erde einiger Kalkblöcke 
und von dieser Stelle in Zw. \)\\ niedergelegt (leg. Lojka): Ihalhis pallidior 
quam upud Ii. mniaracam, K flavcsc. 

Hier einige Bemerkungen zu den übrigen Jiinod. muscic. et terrcsir.: 
comp. Flora, 1872, p. 'M atque 1881, p. 195. 

1. Ii. pachnea Ach., univ., j). 396 \>. p. (.specimen Schkicheri), Tirol, XXI, 
p. 121; Ji. turf. IcucomelaH'Vh. Fries, Sc, p. 1J)6 (vidctiir) ; exs. Arn. 152 (sper- 
mutia recfa, OOO:}— 4 mm. lg , O OOJmm. lat.J. 

2. Ii. turfacea Whg.; ic li<-|.|) 81, Nyl., ScJtnd., f. 5; exs. II<ij»p Sl, 
Krb.rr.it., I, 1H!>, fnon vidi K.'llrii. 112). 

f. itrbnla kc\\„ univ., p. (iTx, Tli. I<'rie,s, Sr;., j). ÜHJ; cxk. Anzi 15!>, V.vh. 
er. it.. II, 269. 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



133 



3. B. roseida Somft., suppl, p. 97: a B. turf. sporis paullo gracilio- 
ribus differt; exs. Hepp 85 c. ic, Anzi 106. 

4. B. chionea Th. Fries, Sc, p. 206. 

5. B. archaea Ach., pl. muscic. vel graminicola : f. minuta Anzi exs. 460 
{apoth. parva, epruinosa, spor. 034—30 mm. lg., 010 — 12 mm. lat.J. 

6. B. intermedia Bagl., Ligur., 1857, p. 33, Comm. it., I, p. 313; exs. 
Erb. er. it., I, 188 &; II, 514, Rabh. 381. 

7. B. Conradi Körb., Flora, 1884, p. 320 (huc pertinet L. pyreniospora 
Nyl., Öfvers., 1860, p. 297 cum f. paupercula Nyl, Sc, 1861, p. 152; ic Nyl., 
Scand., f. 6); exs. Fries suec 100 sec. Tb. Fries, Sc, p. 197 hic inde adest; 
Larbal. 78 sec Leight., Brit., 1879, p. 222. 

8. B. lusitanica Am., Flora, 1868, p. 244. 

19. Äspic. verrucosa Ach. — 20. Biatora Berengeriana Mass., selten. — 
21. Dacampia HooTceri Borr. — 22. Placidium cartilagineum Nyl. (daedal. 
terrestre): auf Humusboden. — 23. Catopyrenium cinereum Vers. — 24. Thelo- 
carpon impressellum Nyl., Flora, 1867, p. 179; 1885, p. 45: auf Humusboden 
neben Salix herhacea: von hier in Zw. exs. 931 ausgegeben. 

25. Biatorina Heerii Hepp; Tirol, XXI, p. 152, Flora, 1870, p. 236: para- 
sitisch auf Solor. saccata (von Lojka bemerkt): apoth. parva, gregaria, con- 
vexa, plus minus ohscure fusca, ep. sordide olivac, liym. jodo caerul., mox 
vinosum, hyp. incol., spor. simplices vel 1 septat., 009— 13 mm. lg., 004 mm. 
lat., 8 in ascis elongatis. 

26. XenospJiaeria Engeliana (Saut.), Tirol, XXI, p. 153: parasitisch auf 
Solor. saccata (von Lojka beobachtet): spor, fusc, 3 sept., septis divisis, 
018— 23 mm. lg., 009— 12 mm. lat., 8 in asco. 

27. Pharcidia Schaereri (Mass.) parasitisch auf der Dacampia. 

D. Am Ufer des Travignolo unterhalb Paneveggio stehen Dolomitfelsen 
an, welche eine noch nicht näher erforschte, keinenfalls bedeutende Lichenen- 
flora besitzen. Urceolaria albissima Ach., Gyalecta cupularis Ehrh., Goniang. 
Körberi Lahm, Tirol, XXI, p. 143, Arn. exs. 1184 a,b, einige Angiocarpen mit 
verwaschenem Habitus, darunter Thelid. dominans Arn., können zur Erläuteruug 
dienen. An einem Waldwege bei Paneveggio wurde Thelid. acrotellum Arn., 
Flora, 1885, p. 150 auf kleinen Kalksteinen von Lojka beobachtet, habituell 
der Verr. papillosa (Fl.) Körb., Arn., Flora, 1885, p. 143 sehr ähnlich, jedoch 
durch die häufig zweizeiligen Sporen verschieden. Thelid. Auruntii Mass. 
f. detriium Arn., Tirol, XXII, p 69 : auf einem Kalkblocke im Walde gegenüber 
Paneveggio und von dort in Lojka, Lieh. univ. 246 aufgenommen. Ausserdem 
sind noch folgende Kalkflechten aus der näheren Umgebung von Paneveggio 
in der Richtung gegen den Castellazzo und Vineghie (1600—1800 m.) zu nennen: 

1. Solor. saccata 1j.: zerstreut auf steinigem, bemoostem Boden, auf Erde 
der Kalkfelsen am Waldsaume. — 2. Farm. pulv. muscigena Ach.: steril auf 
Erde eines grösseren Kalkblockes am Waldsaume gegen Vineghie und von hier 
in Zw. exs, 828 enthalten. Die Flechte siedelt dort auf benachbarte dünne 
Fichtenzweige über. — 3. Blastenia leucoraea Ach.: über Pflanzenresten auf 



134 



F. Arnold. 



einem Kalkhügel am Travignolo gegen Vineghie, — 4. Rinocl. mniaraea Ach. : 
gesellig mit der vorigen Art. — 5. Biat. sanguineoatra (W.): gemeinschaftlich 
mit den beiden vorigen. — 6. Lethagrium Laureri Flot.: diese und die drei 
folgenden Arten auf bemoosten Kalkblöcken am alten Saumwege von Paneveggio 
nach Giuribell. — 7. Leptogium sinuatum Hds. — 8. Leptog. atrocaeriileum 
Hall. c. ap. — 9. Physma polyanthes Bhd. 

K Monte Castellazzo (2274m.): Tirol, XX, p. 374; XXI, p. III. Die an 
der Nordseite des Berges unter den Felswänden hingelagerten groben Gerolle 
ober dem Waldsaume wurden im Sommer 1885 besonders deshalb näher unter- 
sucht, weil in solchen Gerollen die dem Boden zugewendete, grössere Feuchtig- 
keit bietende Seite der Steine (vgl. Tirol, XI, p. 491) der Standort für ver- 
schiedene, die Oberfläche der Blöcke meidende Formen ist. So manche angiocarpe 
Flechte, deren Unterscheidungsmerkmale sich noch nicht erkennen lassen, ist 
in solchen Geröllhalden anzutreffen. Weit trockener und weniger mit Flechten 
bewachsen sind die Felsengerölle an der Südseite des Castellazzo, wo erst an 
den tiefer gelegenen, bereits mit zerstreuten Phanerogamenstreifen versehenen 
Stellen die Zahl der Lichenen wieder zunimmt. Ich beschränke mich hier auf 
die Anführung der wichtigeren Arten. 

1. Parm. caesia H., subspec. caesitia Nyl., Tirol, XXI, p. 118: von zwei 
Kalkblöcken auf der Wiese am Aufstiege von Giuribell zum Castellazzo in Arn. 
exs. 787 b ausgegeben: ined. K—. — 2. P. obscura f. iithotea Ach.: forma thallo 
mugis compacto, rosulato, an einem Kalkfelsen auf der Höhe des Berges. — 
3. Psoroma Lamarckii DC: exs. adde Lojka uiiiv. 226: steril an der senk- 
rechten Seite eines grossen Kalkfelsens auf der Wiese zwischen Giuribell und 
dem Castellazzo. — 4. Aapic. (ßavida H. f.) caerulans Arn.: die Flechte wächst 
gesellig mit verschiedenen Microlicheuen an den zahlreich umherliegenden 
Steinen oben längs der Westseite des Berges und ist mit solchen Kleinflechten 
in Arn. exs. 935 veröffentlicht. — 5. Pinacisca similis M'dss.: an Steinen meist 
nahe an der feuchten üntorfläche im Felsengerölle an der Nordseite. — ü. Sarco- 
gync jm.silla Anzi: auf Felsen an der Südseite des Berges. - -- 7. Jonmpis cpu- 
lolica Ach. f. patcUula Arn. exs. (')2i: selten an Kalkfelsen. — 8. Jon. mclano- 
carpu Kplh.: die normale Pflanze hie und da; f. minutclla Arn. exs. 1115: an 
St<.'inen und Blöcken im Felsengerölle an der Nordseite und von hier in Arn. exs. 
1115 aufgenommen : a typo diffcrt apotheciiH minunbu.s, magia applanatis; thulkis 
pullidc roseolus chrysogonidia fovct, cpilh. lade glanc, ac. nÜr. colorat., sporae 
Hjieciei. — U. (Jyal.cupularis Klirh.: selten an der Unterliiichn (i(!r Steine. — 10. Biat. 
incrustans 1)(J. (non Ach., comp. Nyl., Flora, 1«8^, p.39l).— I i. Biat. rup. ^Sieben 
liaarianu Körb.: auf Steinen im G«rölle an der Nctrdseite. -- 12. Jjccid. cxornans 
Arn., Tirol, XXI, p. 135: von (»inigen Kalkfelsen auf der Höiio an dor Wesl- 
neite dcH BergeM ober Giuribell in Arn. ex«. H-IO ausgegeben. — i:». Lee enlero- 
leuca Ach., Nyl. f. uggrcgtiht Arn., Tirol, IV, ]>. ()'15: selten an Felsen: apot/t. 
dvtpcrsay gUnmrtUa, (jUo.Ht e plaribuH minoribuH a/iiiposila et botryosa. 

14. JtUimbui subliadiona Arn., Tirol, -XXI, p l."»9: zieinlicli selten an der 
Uiiterflttche der Steine im Geröllo an der Nordseite: thaU. .subnuUuH vcl gra- 



Lichenologiscbe Ausflüge in Tirol. 



135 



7iulis virichiUs mdicafiis, apoth. nigric, convexu^a, ep. viride, hf/m. iucoJ., jodo 
caerul. deinde vinosum, hyp. sordide fiiscesc, sj^ioj'. 3 sept., 0'027 — 30 mm. lg., 
0-003 mm. lat., 8 in asco. — 15. Opegr. saxicoJa Ach.. Tirol. XXI, p. 143: auf 
Steinen im Gerolle an der Nordseite. — 16. Placidium compactum Mass.: ge- 
sellig mit Stigjnat. dop. auf Blöcken ober Giuribell (comp. Tirol, XV, p. 367; 
XXII, p. 70). — 17. Amphorid. Höchst, p. alp. an Kalksteinen oben auf der West- 
seite; f. ohtectum Arn.: hie und da au den Felswänden. — 18. Verruc. Dufourei 
Ach.: gesellig mit Pohjhl. cupul. im Felsengerölle au der Südseite des Berges: 
thall. crassiusc. — 19. Thelid. dominans Arn. f. geographicum, Tirol, XXI, 
p. 148: auf Kalkblöcken an der Xordseite, thallus lineis atris decussatus. 

20. Thelid. Auruntii Mass. f. defritum Arn., Tirol, XXII, p. 69: auf Kalk- 
blöcken der Wiese ober Giuribell: thalhts effusus, tenuis, fusciduloincanus, 
apoth. emerg., perith. integr., spor. 1 sept., 030 mm. lg., 015 mm. lat. 

21. Tlielid. exile Arn.. Flora, 1882, p. 410 c. ic. : ziemlich selten an den 
umherliegenden Steinen oben auf der Westseite. — 22. PoJyhl. discrepans 
Lahm: parasit. auf dem Thallus der Vernic. Dufourei an der Südseite des 
Castellazzo. 

23. Pohjhlastia cupularis (Mass.) Arn.. Tirol, XXI, p. 148, Arn. exs, 425: 
an niedrigen Kalkblöcken am Fusse eines an der Südseite des Castellazzo be- 
findlichen Felsengerölles, von hier in Arn. exs. 1188 enthalten. 

24. Polyhl. dermatodes Mass. f.exesa Arn., Tirol, XXII, p. 83: auf der 
Oberfläche eines platten Kalkfelsens auf der Höhe des Berges nicht weit vom 
östlichen Abhänge und von hier in Arn. exs. 1014 veröflFentlicht : thall. effusus, 
tenuis, paTlide cinerasc, cavermilae apothecHs elapsis ortae numerosae, spor. 
incoh, 5 sept., septis partim divisis, 033— 36— 42 mm. lg., 015— 18 mm. lat. 
— 2-5. Pol. alhida Arn., pl. alp. : mit den folgenden beiden Arten an Steinen 
oben auf der Westseite. — 26. Stauroth, rupifraga Mass. — 27. Microth. 
marmorata (Schi.) Hepp. 

28. Arthopyrenia saxicola Mass. f. suhnigricans Arn., Flora, 1885, p. 159: 
an einer Kalkwand an der Nordseite des Berges und von hier in Arn. exs. 17c 
ausgegeben: thall. temiissimus, subnigric, chrysogonidia fovem, apoth. parva, 
prominentia, spor. 1 sept. cum 2—4 guttulis, 0-024 mm. lg., 0'004—6 mm. lat. 

29. Sagedia subarticulata Arn.. Flora. 1872, p. 149, Tirol. XXI, p. 150: 
an Steinen oben auf der Westseite: tliall. suhnullus, apoth. atra, fere difformia, 
hym. jodo caerul. deinde vinos., paraph. parum distinctae, spor. fuscae, dacty- 
loideae, 3 sept., 030 mm. lg., 0' 007 mm. lat., 8 in ascis elongatis. 

30. Leptogium Schraderi (Bhd.): steril in kleinen Exemplaren auf der 
dem Boden zugewendeten Seite einzelner Steine an der Südseite des Berges. 

31. Phaeospora rimosicola Leight. (var.) : selten auf Kalksteinen oben auf 
der Westseite : pl., ut videtur, non parasitica, apoth. atra, pnnctiforvna, gre- 
garia, supra lapidem dispersa, hym.. absque paraph., jodo vinos., spor. incol., 
demum fuscae, 3 sept., non raro cum 4 guttulis, 0'021 — 23 mm. lg., 0'006—7 mm. 
lat.. 8 in ascis oblong. 



136 



F. Arnold. 



32. Cei-cidospora trigemmis Stizb., Arn., Tirol, XXI, p. 154, comp. Almqu. 
Arthon., p. CO: parasitisch im Hymenium der Lecid. enterol. atros. Hepp hie 
und da auf Felsen und Steinen: asci hymenio Lecideae insident, spor. 1—3 sept., 
incol, 024 mm. lg., 005 mm. lat., 8 in asco. 

F. Während längs des obersten Kammes des östlich vom Castellazzo ge- 
legeneu Bergrückens vom Custom bis zum Mulaz die Campiler und Seisser 
Schichten zu Tage treten, sind die ober dem Travignolo gegen die Alpe 
Vineghie gerichteten, theilweise noch bewaldeten Gehänge aus Kalk und Dolomit 
gebildet. Gelbe, innen röthliche Kalkblöcke liegen am Abhänge zerstreut umher, 
eine Dolomitmasse, bis zu welcher einstmals der Lärchen- und Fichtenwald 
hinanreichte, befindet sich ober Vineghie; an diesen Stellen wurden die nach- 
stehenden Vertreter der dortigen Kalkflora beobachtet: 

1. Spec. saxic: 

I. Lecan. Ägardhiana Ach., syn., p. 152; Flora, 1884, p. 329; L. Agardhia- 
noides Mass.: nicht selten an grösseren Blöcken der DolomitgeröUe am Ab- 
bange. — 2. Lecan. dispersa Pers. et f. coniotropa Fr. — 3. Asjnc. {ßavida 
Hepp) f. caerulans Arn., Tirol, XXI, p. 128: an Dolomitfelsen am Gehänge ober 
Vineghie und von hier in Arn. exs. 755 & aufgenommen. — 4. Jonaspis Pre- 
vostii Fr. — 5. Jon. heteromorpha Kplh.: Arn., Tirol, XXI, p. 129; XXU, p. 83: 
gegen die Unterfläche und längs der Spalten der Kalkblöcke. — G. Urceol. 
aWi.^sima Acli., meth., p. 147, Arn., Flora, 1884, p. 417, Tirol, XXI, p. 130 
(crdacca): sparsam in den Ritzen eines Kalkfelsens am Waldsaume gegen 
Vineghie. — 7. Vernic. interlatens Arn., Tirol, XX, p. 3G4, Flora, 1885, p. 145: 
nicht häufig auf den Dolomitblöcken ober Vineghie: apoth. sat parva, apice e 
mxo promincntia, sporue juniores incol., demum fiiscescentes et obscure fuscae, 
(r017—l!) min. hj., 000— 12 mm. lat., H in asco. 

8. Tlielid. decip. H., scrohiculare Garov.: tent., p. 07, comp. Arn. exs. 424. 
eil: auf einigen an der Oberfläche gelblichen Kalkblöcken am Gehänge gegen 
Vineghie uad von hier in Arn. exs. 1013 enthalten: ihdllus saepe circularis, 
macula ohncuriorc lutcsc. fuscidula indicatus, apoth. immcrsa, apice promi- 
ncntia, pcrit/i. intcgr., spor. 1 sept., 0-027— 'lO mm. lg., 012— 15 mm,. lat. — 
f. Thiid. (piinqwHeptaliim Hoi)p: auf Blöcken der Gcrölle ober Vineghie. — 
10. Thlid dominum Arn.: am nämlichen Standorte: macula thalli effusa 
apoth. promincntia, apice non raro deplanata, perith. integrum, spor. :i sept. 
KpltH hic indc divinin, om.l- 45 mm. lg., 015 -IS mm. lat. 

II. J'üh/htastia singularis Kplh. — 12. l'olyld. {amoiac Arn. affmis): 
auf Wn-.ki'U ^m Ahliaiige ohf<r Vincgliic: apoth parva, immcrsa, apice promin., 
perith. tutrgr , nulla gnnid. hnn., spor. incolor., 7—'J scpl., septis .7 divisis, 
0.34 :iG .{ff mm. lg., 0-Ols 21 mm. lat., H in asco. - - 13. Polyhl cuprdaris 
(Mmn.) Arn. vnr microcarpa Arn.. 'J'irol, XXII, p. k:{, Lojka nniv. exs. 100: 
nicht hnnfljf. - H. Collcma mullifidum »Scop. r. ap. auf Kalkblöckon gegen 
di*- VDZxaria: ßporar npccici. -- ir, Tich. pygm. Kh., Arn. exw. 'Ml a\ parasit. 
auf (Udlop. auranliac. nn einem KalkOdscn ober dem Walde von Vin((gliio: von 
\%\tr in Arn.»!«, lior» aufgenommen. 



Lichenologische Aagflöge in Tirol. 



137 



2. Speeles muscic. et terrestres: 

Am Grunde einer jungen Zierbe, welche eine Strecke ober den letzten 
Lärchen und Zierben gegen den Kamm des Bergrückens steht, befand sich ein 
Rasen von CJad. gracüis f. macroceras FL, welcher von hier in Rehm, Clad. 
299 vertheilt wurde. Längs der Bergschneide, von welcher aus man auf schroffe 
Abstürze und in das tief unten liegende Thal von Falcade hinabblickt, kommen 
die gewöhnlichen alpinen Erdflechten, allerdings in weit geringerer Artenzahl 
als auf dem Blaser in Nordtirol, vor. Es lassen sich unterscheiden: 

a) Speeles pure terrestres: 

\. Alect. ochrol. — 2. Clad. pyxid. pocillum, steril. — 3. Clad. grac. 
macroc. — 4. Thamndlia. — 5. Farm. pulv. muscig. — 6. Peltig. ruf esc. — 
7. Pannaria pezizoides Web. — 8. Psoroma gypsacenm Sm. — 9. Dimelaena 
nimhosa Fr. f. phaeocarpa Fl.: von diesem Standorte in Lojka, Lieh. univ. 228 
ausgegeben. — 10. Ü7'c. scrup. f. argilJosa Ach., pl. terrestr., Flora, 1884, p. 416. 

— 11. Secoliga foveoJaris Ach. — 12. Psora decip. — 13. Thalh caerul. nigr., 
pl. vulg. — 14. Thalloid. rostdatum Anzi: hijp. incolor, spor. 1 sept., O'OSd mm. lg., 
003 mm. lat. — 15. Toninia syncomista Fl. — 16. Dac. Hook. — 17. Placid. 
hepatic. — 18. Placid. cartilag. Nyl. f. daedal. Kplh. ; comp. Flora, 1885, p. 63. 

— 19. Catopyr. einer. — 20. Thelopsis melatlielia Nyl. 

21. Pharcidia SeJiaereri (forsan spec. propr.): auf dem Thallus der Peltig. 
rufese. nicht häufig: apotJi. punctif., atra, emerg., supra thallum dispersa, 
perithec. fusc, hym. jodo fulvesc., paraph. indistinetae, sporae ineoL, elongato- 
ohh, reetae, 4 guttulas foventes vel plus minus distincte 3 septatae, 010 — 12 mm. 
lg., 0025 — 3 mm. lat., 8 in aseis apice leviter attenuatis et medio paidlo in- 
flatis vel pure ohlongis. 

bj Species supra phanerog., praeeipxie gramina exare facta vel siipra 
museos. 

1. Physc. elegans Lk.: singidilohi. — 2. Callop. cerin. stillie. et f. flavum 
Anzi. — 3. C. pyrac 7nicrocarp. Anzi. — 4. Blast. Jungermanniae (Vahl): raro. 

— 5. Bl. ferrug. muscicola (Sch.). — 6. B. leucoraea Ach. — 7. Ochrol. upsal. 

— 8. Binod. mniaraea Ach. — 9. B. roscida (Somft.). 

10. Binod. archaea Ach., meth., p. 156, Nyl., Sc, p. 159, Th. Fries, Sc, 
p. 197, Arn., Flora, 1881, p. 195; f. minuta Anzi, exs. 460: über veralteten 
Grasresten : thallus minute granidosus, parum evolutus, apoth. fusconigric. vel 
nigricantia, margine integro, sordide cinerascente, triplo minora quam apoth. 
B. mniaraeae, spor. fuse., hic inde cum 2 guttidis fere orhieularibus, 021 — 
27 mm. lg., O'OlO — 12 mm. lat. — 11. Aspic. verrucosa Ach. — 12. Pertus. glo- 
merata Schi. — 13. Toninia syncomista (Fl.). — 14. Biatora vernalis (L.). — 
15. Bilimbia obscurata Somft. — 10. Lecid. Wulfeni Hepp. — 17. Thelopsis 
melath. Nyl. 

G. Der Monte Mulaz ist jener schon bei Cavalese sichtbare Berg, welcher 
unweit Vineghie an die im rechten Winkel abstehende, bis zum Cimon reichende 
Vezzanagruppe anstösst. Ueber ein steiles Schneefeld steigt man von Absatz 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Abb. 18 



138 



F. Arnold. 



ZU Absatz zur Dolomitwüste hinauf, bis endlich der gelbe Alpenmohn und Eri- 
thrichium nanuni, Potentilla nitida, Sesleria disticha, Cherleria und andere 
Pflanzen erscheinen, welche da und dort noch die nöthige Erde finden; eine 
zusammenhängende Grasnarbe gibt es nicht. Einige des Thallus fast ganz ent- 
behrende Lecideae bilden den Hauptbestandtheil der auf den zahllosen Dolomit- 
steinen vorhandenen artenarmen Lichenenflora. 

1. Farm, caesia H. subspec. caesitia Nyl. : med. K—. — 2. Physcia 
elegans Lk. f. tenuis Wbg. — 3. Gyalolechia aurella H. pl. alp. — 4. CaUop. 
aurant. f. nubigenum Arn. exs. 990: diese vier Arten oben auf der Schneide bei 
der Einseukung. — 5. Acarosp. glaucoc f. conspersa Fr., Flora, 1884, p. 314. 

— 6. Biatora fuscorubens Nyl. f. rufofusca Arn. — 7. Lecid. transit. f. sub- 
caerulescens Arn., Tirol, XXI, p. 136: nicht häufig; thall. pallide caerulesc, ep. 
obscure sordide glauc, hym. incol., jodo caerul., hyp. epithecio concolor, spor. 
eUipsoid., 007— 8 mm. lg., 005 mm. lat. 

8. Lecid. lithyrga Fr., var., Tirol, XXI. p. 136 memorata: auf Steinen: 
differt a typo thallo subnidlo, macula albida indicato, apotheciis duplo mino- 
ribus, disco subplano, margine distincto. Epith. glauc, K—, exc. et hyp. rubri- 
cosofusc, K viol. purp., sporae speciei, obl., hic inde uno vel utroque apice 
leviter acuminat., 012 — 14 mm. lg., 0'006 mm. lat. — 9. Lecid. caerulea Kplh. 

— 10. Lecid. petrosa Arn. — 11. Lithographa cyclocarpa Anzi, Cat., p. 97; 
Tirol, XXII, p. 72, exs. Anzi 363, Arn. 857; comp. Nyl., Flora. 1872, p. 554, 
Stizb., helv., p. 135 {Lithogr.: vide Nyl., prodr., p. 147, Th. Fries, Arct., 
p. 239): auf umherliegenden Steinen und von hier in Arn. exs. 857 aufgenommen. 

12. Ämphorid. Hochstetteri Fr.: pl. alpina. — 13. Ämph. {dolomit. Mass. f.) 
obtectum Arn., Tirol, XX, p. 147: forma: apoth. sepulta, extus macula parva 
cinerascente indicata, macula centro quasi puncto nigro pertusa, perith. integr., 
spor. simplices, obl., 025 mm. lg., 012 mm. lat. — 14. Lithoic. tristis Kplh. 
(pl. norm, et f. depauperata Mass.). — 15. Thelid. decip. H. f. scrobiculare 
Garov. — 16. Thelid. quinqueseptatum Hepp: apoth. parva, immersa, apice 
pro7ninula, perith. integr., spor. 3 sept., 0'030—45 mm. lg., 0'012—16 mm. lat. 

— 17, Thelid. dominans Arn.: spor. 3—4 sept., septis hic inde semel divisis, 
0'048—fiOmm. lg., O'OlSmm. lat. — 18. Microthdia marmorata (Sclil.) Ilepp. 

— Microth. cartilaginosa Arn. — 20. Melanoiheca glomcrosula Arn., Flora, 
1881, p. 311 c. ic: ziemlich selten auf Steinen. 

//. Der Gletscher am Fusse des Cimon ist nunmehr der vierte Kalk- 
gletgcher in Tirol (vgl. XVI, p. 397; XXII, p. 64, 70), in dessen Nähe ich nach 
Lich»»nen suchte. Wie am Griesthalgletsclier, ho ruht auch hier ein Theil des 
KiHe« auf einf^r Kftnkrenhten Doloinitwand auf, üb(ir vvf^lclie, die Z(!it des Frostes 
abjferechnet, das WaKKcr IwrabHickfrt. An dieser Wand bemerkte ich nicht diu 
Keringste 8j>ur von Vegetation. Nicht minder sind die lockeren Geröllo von 
DolomitHteinen, welche sich weit und breit bis zur nahen Thalsohle hinab- 
ziehen und worauf in angemessener Entfernung vereinzelte Phanerogamen wie 
ThloHpi rotundifol tum sich einzunisten vermögen, mitLichenen nicht bewachsen. 
Erat eine geraume Strecke von <ieii in P\>lge gelegentliehen Wasserab/lusses sich 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



139 



immer wieder verschiebenden Gerollen entfernt kommen allmälig Flechten zum 
Vorschein, deren Namen ich hier anführe: 

1. Biat. fuscorubens N. f. rufofusca Arn. — 2. Lecid. caerulea Kplh. : 
thallo paru7n caerulesc, saepius sordide albescente. — 3. Lee. petrosa Arn. — 
4. Lithoic. tristis K. cum f. depauperata Mass. — 5. Amphorid. crypticum Arn., 
Tirol, XXII, p. 71, Nr. 8: auf Dolomitsteinen: yl. athallina, apoth. sat parva, 
dispersa, spor. ovales, simplic., 0'021 — 24 mm. lg., 0'012 — Ii mm. lat. — 6. Am- 
phorid. {dolomit. f.) ohtectum Arn. — 7. TJielid. decipiens Hepp, forma: auf 
Steinen : thallus non visibilis, ap. parva, spor. 1 sept., paullo graciliores quam 
apud typum, 0'021 — 23 mm . lg., 0'008—9 m.m. lat. — 8. Polybl. albida Arn., 
pl. alp., Tirol, XXII, p. 71 : thall. suhnullus, apoth. parva., emersa, perith. integr., 
nidla gonid. hym., spor. incol., oblong., 5 sept. et polyblastae, 0'024 — 30 mm. lg., 
010— 15 mm. lat. — 9. Sporodict. clandestinum Am., Tirol, XXI, p. 149: auf 
Dolomitsteinen und von diesem Standorte in Arn. exs. 864 ausgegeben. — 
10. Microthelia marmorata (Schi.) Hepp. 

I. Der Eundgang um den Castellazzo längs des Travignolo und von hier 
auf die Höhen (J). — H.) ist nunmehr am Cimongletscher beim Ursprung des 
Flusses beendigt. Es bleibt noch übrig, einen Blick auf die breite, mehr und 
mehr sich verschmälernde Steilwand des Cimon zu werfen, deren Höhe von San 
Martino bis zum Gipfel (3220 m.) auf 1755 m. und von Eolle bis zum Gipfel 
auf 1264 m. zu veranschlagen ist. An dieser Wand bemerkt man keinerlei 
Pflanzenwuchs'und ich halte die Ansicht, dass das blasse, gelblichgraue Gestein 
zum grössteu Theile auch der Lichenen entbehrt, richtiger als eine entgegen- 
gesetzte Meinung. Dagegen werden an der gegen Osten und Norden gerich- 
teten Kückseite, welche die stets gefährliche Besteigung gestattet, bis zur Gipfel- 
höhe die Lichenen nicht gänzlich fehlen. 

XV. Rinden- und Holzflechten. 

A. Die Fichte (Tirol, XX, p. 368; XXI, p. 109). 

1. Spec. corticolae atque supra lignum ramulorum crescentes. Obgleich 
die Fichtenwälder des oberen Fleims, an deren Verminderung emsig gearbeitet 
wird, mehrfach durchstreift wurden, gelang es doch nicht, die bisherigen Er- 
gebnisse erheblich zu erweitern. 

1. üsnea barb. f. plicata Schrad. (non Fr.), Flora, 1884, p. 67: a) von 
Fichtenzweigen herabhängend im Walde zwischen der Margola und dem Forellen- 
see südlich von Predazzo (Arn. 908c); bj von dürren Aesten herabhängend im 
Hochwalde ober den Sägmühlen bei Paneveggio (Arn. 908 ö); cj kleinere Exem- 
plare an den Rindeuschuppen alter Fichten in diesem Walde (Arn. 90Sd). 

2. üs. microcarpa Arn.: a) steril an den oberen Zweigen einer Fichte 
am Waldsaume vor dem Rollepasse (Arn. 822 &); b) kleinere und schmächtigere 
Exemplare an dünnen Fichtenzweigen im Walde an der Nordseite des Castel- 
lazzo (Arn. 822c); c) hier einmal c. ap. beobachtet: apoth. ramulis ciliata. 

3. Alect. sarmentosa Ach., ic. Mich. 39, 2 == Dill. 11, 2 = Dietr. 5; 
Hoff., PI. L. 72, Ach., V. A. H., 1795, t. 8, f. 2, Schrad. J. 1799, t. 3, f. 3, 
Bischoff 2840, Schwend., ünt., 1860, t. 3, f. 26— 28. 

18* 



140 



F. Arnold. 



a) eis. Fries suec. 269, M. N. 464, Hampe 41, Körb. 61, Zw. 447, 912, 
Rabh. 540, Arn. 781a— c, 1144, Th. Fries 27, Stenh. 93&, ün. it. 1867, Hellb. 2, 
Norrlin, Fenn. 14 (non Schaer. 551 = Us. microc. Arn.). 

h) pl. pallidior, exs. Fries suec. 268, M. N. 464 adest, Stenh. 93a. 

An alten Fichten im Walde gegen Rolle c. ap. (Arn. 781c, Zw. 912). 

4. Alect. jubata L. : Lojka fand ein fructificirendes Exemplar an den 
Rindenschuppen einer alten Fichte im Walde gegen Rolle. 

5. Bamal. thrausta Ach., Arn., Flora, 1884, p. 74: huc quoque pertinent 
Exsicc. Funck 480, Reh. Sch. 143, Stenh. 93c, (vix diversa sint Desm. 1600, 
1950, Fellra. 51 : a me non visa). Zu f. sorediella Nyl. wird die Flechte Arn. 
exs. 737a, b, Tirol, XX, p. 370 gehören. Comp. Wainio, Adj., p. 204. 

6. £Jv. furfurac: c. ap. selten an abgedorrten Zweigen. 

7. Glad. pyxid. subspec. cerina Nagel in Rabh. exs. 303, Rabh., Cl. XIII, 
1, Nyl., bot. Ztg., 1861, p. 352, Körb., par., p. 11, Th. Fries, Sc, p. 74: hieher 
gehört allem Vermuthen nach die Tirol, XXI, p. 109, Nr. 5 erwähnte Pflanze, 
welche ich von diesem Standorte in Zw. exs. 630 ausgab; sie stimmt nicht nur mit 
den von Nagel gesammelten Exemplaren, sondern auch mit der in Rabh. exs. 303 
gegebenen Beschreibung überein: „die ausgewachsenen Exemplare sind fast ohne 
Ausnahrae bis au die Köpfe beblättert". Solche Formen (thallo squamulis folia- 
ceis obtecto, apotheciis in tubercida plura, saepe foliolis interrupta conglome- 
ratis, Körb., syst., p. 22, 29; exs. Zw. 884; C. pyx. f. morifera Del., C. Mon- 
tagnei Del. in herb.) kommen nicht nur bei C. pyxid., sondern auch bei anderen 
Arten vor. 

Verschieden von C. cerina Nag. ist C. pyxid. L. apotheciis carneopallidis, 
exs. Coem. 80, Nyl, Par. 20: f. carneopallida Del., Bot. Gall., p. 630; Arn. 1095. 

8. Plat. glaucum L. : vereinzelt c. ap. an dürren Aesteu im Walde gegen 
Rolle von Lojka beobachtet. 

9. Parm. tribacia Ach., univ., ]). 415, Nyl., Flora, 1874, p. 307; 1876, 
p. 572; 1881, p. 537: thalli laciniae apice diyitatocrenatae. Arn., Flora, 188-^, 
p. 170, adde Arn. exs. 1152: steril in guten Exemplaren an der Rinde einer 
alten Fichte im Walde ober der Alpe Viueghie: med. K—. 

Hl. Parm. pulv. muscigena Ach.: steril, vom bemoosten Boden auf die 
Rinde junger Fichtenstämmchen übersiedelnd auf einem Kalkfelsen im Walde 
ober Vineghie. — 11. Xanthoria candelaria L., Arn., Flora, 1884, p. 244: c. ap. 
an der riHsigen Kinde am Grunde einer alten Fichte unweit der Ali)e vor dem 
RollepaHHe. — 12. (!and. vit. xanthostigina Per».: an ganz dünnen Zweig(!n 
jungf.-r Fichten am Waldsaume vor Vin(!gliie: K — , spar. 00 10— 12 mm. hj., 
()<X)4 mm. lat., 76' in asco. Plast, fcrrug. pl. corlic: an dickoron Ficliton- 

zweigen am WaldHanme vor dem Rollei)aHsn. 

H. Agyrium rufum PerH. : selten auf (l(!m Holze abgedorrter Ficliten- 
zweigc bei Paneveggio. 15. ('i/phcl. disseminatum Fr., Flora, IHM5, p. 57, 
f. atomar. Fr.: Heiton auf dt-ni Holze dürrer Ficlitonzweigo bei l'anoveggio. 



Lichenologische Ausflöge in Tirol. 



141 



2. Spec. lignieolae (Tirol, XXI, p. 110). 

I. C. rangiferina L. : auf morschen Strünken. — 2. C. hellidifiora Ach.: 
reril und c. ap. auf faulem Holze alter Baumstümpfe im Walde gegen Col 

Briccon. — 3. C. cocciferaL., pl. spermogonif.. ess. Anzi 14 B: auf Hölzmoder 
eines alten Fichtenstammes zwischen der Col Bricconalpe und den Seeen, von 
hier in Arn. exs. 1091 niedergelegt. — 4. C. macilenta Ehrh., K flav., podetia 
gracüiora: auf Fichtenstrünken nicht häufig. — 5. C. carneopaUida FL: auf 
einem morschen Strünke im Walde gegen Giuribell. — 6. C. hotrytes H. : auf 
dem Hirnschnitte alter Strünke im Walde gegen Rolle und im Travignolothale. 
— 7. C. cenotea Ach.: c. ap. auf morschen Strünken zwischen Giuribell und 
Rolle. — 8. C. squatnosa K. aj cymosa Sch., pl. sylvat. alp. auf einem faulen 
Strünke im Walde bei Paneveggio, von hier in Rehm, Clad. 217 enthalten; 
1)) f. simpliciusctila Schaer., Arn. eis. 973, Flora, 1884, p. 84: selten auf dem 
Holze alter Strünke zwischen Giuribell und Rolle. — 9. C. macrophyUa Sch.: 
auf dem morschen Holze eines umgestürzten Fichteustrunkes im PorphyrgerrjUe 
unterhalb Paneveggio, steril. — 10. C. furcata H. f. squamidosa Sch.: über 
Baumstrünken; f. racemosa Hoff.: ebenso; eine kleinere Form der racem., habi- 
tuell der C. crispata Ach. sich annähernd, fand ich auf einem morschen Stamme 
im Walde gegen Rolle; die Exemplare sind in Rehm, Clad. 250 ausgegeben: 
pl. humilis, 3—4 cm. alt., nuda ahsque sqiiamuUs infermixtis. 

II. C. crispata Ach.: auf Holzmoderresten eines Strunkes im Walde unter- 
halb Paneveggio und von hier in Arn. 695 aufgenommen. 

12. C. gracilis L. : die Formen chordalü und macroceras, bald mit, bald 
ohne Thallusschuppen, auf Holzmoder. — 13. C. degenerans FL: ap>lotea und 
anomaea Ach. hie und da wie die vorige. — 14. C. pyxid.: simpUx und sta- 
phyJea: ebenso. 

15. C. fimbriata L.: tuhaef. übergehend in f. proliferavi. — 16. ochro- 
chlora Fl.: f. ceratodes und truncata: ziemlich sparsam auf Holzmoder zwischen 
Giuribell und Rolle; f. ceratodes FL auf dem morschen Holze eines Fichten- 
strunkes am Waldsaume hinter den Sägmühlen bei Paneveggio; von hier in 
Rehm, Clad. 308 enthalten; pl. fructifera (ßbula, Flora, 18^ p. 150) auf dem 
Hirnschnitte der morschen Strünke hie und da. 

17. Cetr. isJ.: c. ap. auch über modernden Strünken. — 18. Plaf. pinastri 
Sc: steril — 19. Farm, ambigua W. und 20. P. hyperopta Ach., Kb., Th. Fr.: 
beide c. ap. auf Fichtenstrünken. 

21. Biatora meiocarpa NyL, 1863, Flora. 1876, p. 577, L. minuta Schaer., 
comp. Arn.. Flora, 1884, p. 430: auf dem Hirnschnitte eines alten Fichtenstammes 
an einer lichten Waldstelle gegenüber Paneveggio (von Xyl. in lit. 3 Nov. 1885 
bestimmt): thallus macuJa paUida indicatus, apoth. parva, gregaria, concexiiJa, 
juniora helvola, deinde ohscure rufofusca, epith. fuscesc, hym. jodo caerul., 
hyp. incolor, paraph. conglut., spar, elongatoool., simpU 010— 12 nun. lg., 
O'OOS mm. lat., S in ascis oblongis. 

22. Biat. exsequens NyL. Flora, 1881, p. 179, Arn., Flora, 1884, p. 431. 
eis. Zw. 760, Lojka 55: auf dem Hirnschnitte alter Fichtenstrünke, a) unter- 



142 



F. Arnold. 



halb Paneveggio, b) am Fusse der Margola bei Predazzo (teste Nyl. in lit. 15 
Dec. 1884): pl. Biat. vej'nali minori sat similis, apoth. saturate roseohelvola, 
margine yallidiora, convexula, conferta, ep. lutesc, fere granulat., hym. jodo 
caerul., hyp. incöl., spor. simpUc, oht, vel ellipsoideoobl., non raro cum 1 — 3 
guttulis, O'008—ll mm. lg., 0'004 mm. lat., 8 in asco. 

23. B. symmictella Nyl., Flora, 1868, p. 163, Th. Fries, Sc, p. 433, Arn., 
Flora, 1884, p. 430 : auf dem Hirnschnitte alter Fichtenstrünke im Walde unter- 
halb Paneveggio und von hier in Arn. exs. 1001 verölfentlicht: thallus subnullus, 
apoth. tempore pluviali pdllide caeriileseetitia, sicca pallida, ceraceoflavida vel 
albesc, ep. luteol., hym. jodo caerul., hyp. incol., spor. obl. vel elongatoobl., 
non raro cum 2—3 guttulis, 0'006—9 mm. lg., 0025— 3 mm. lat. 

24. Biat. granulosa Ehrh. cum f. escharoid. E.: auf Holzmoder beob- 
achtet. — 25. Lecid. parasema Ach. : auf dem Holze alter Strünke. — 26. Lee. 
crassipes Th. Fries, Arct., p. 178, Sc, p. 520, exs. Norrlin 194a, h, Arn. 1121: 
a) auf dem Holze einiger morschen umgestürzten Fichten au einem feuchten, 
bemoosten Gehänge zwischen der Wasserklause und der Alpe Vineghie: thallus 
minute granulatus, granulis pallide viridulis, apoth. atra, leviter stipitata, 
maiora cum minoribus mixta, ep. sordide viride, hyp. obscurius colorat., spor. 
elongatoobl, 0'015—18mm. lg., 0003mm. lat.; b) am Holze abgedorrter, be- 
mooster Aeste an einer feuchten Waldstelle ober dem Travignolo zwischen Pane- 
veggio und Bellamonte. 

27. Biatorina erysiboides Nyl., Not. S., 1859, p. 232, Th. Fries, Sc, 
p. 572, Arn., Flora, 1884, p. 565: auf dem Hirnschnitte der alten Strünke an 
einer lichten Waldstelle unterhalb Paneveggio und von dort in Arn. 1002 auf- 
genommen: thallus parum evolutus, apoth. parva, rufescentia vel fere testacea, 
ep. luteol., hym. jodo caerul., deinde vinos., hyp. incol, spor. ovoideae, obtusae, 
altero loculo saepe angustiores, 1 sept., 0'009 — 12 mm. lg., O'OOö mm. lat., 
8 in asco. 

28. Biatorina adpressa Hepp, comp. Flora, 1884, p. 566: a) auf dem Hirn- 
schnitte der alten Fichtenstämme unterhalb Paneveggio und von da in Arn. 
1003 niedergelegt: thall. vix visibilis, apoth. obscure rufofusca, plana, gregaria 
et conferta, ep. fusc, nec K nec ac nitr. colorat., hym. jodo caerul., hyp. 
incol, spor. 1 sept., latiores, medio leviter constrictae, non raro cum 2 gut- 
tulis maioribus, altero loculo saepc minore, 010—12—15 mm. lg., 005— (i mm. 
lat., 8 in asco; h) chi-nno ain Fusse der Margola bei Predazzo. 

29. B. synothca Adi., Jj. denigrala Fr., comp. Flora, 1884, p. 5(;(;: auf 
dem Holze und d(Mii Hirnscliriittn alter Iiaumstümi)fn niclit Helten: ep. K violasc 

:{0, Bilimbia trisepta Naeg., Flora. 1881, p. 572: auf llolzmodor im Por- 
phyrgeröllc ober den» Travignolo zwiBchen Paneveggio und Hollainonte: ep. sor- 
dide viride, K—, spor. H scpl., 020 mm. lg., O'OOi m,m. lat. 

:51. Bil NitHchIccana Lahm: HparHani am Holz« der Strünke unterhalb 
Paneveggio: apolh. nigric , convr,:r,ula, rp. sordide viride, K violasc, hyp. incol, 
spor. 3 sept., 022—24 mm. Ig., 003 mm. lat. 



Lichenologiscliö Ausflüge in Tirol. 



143 



32. Bil. melaena Nyl. : auf dem Hirnschnitte eines faulen Stammes im 
Walde ober Paneveggio. 

33. Bacidia alhescens Hepp, comp. Flora, 1884, p. 580: auf Holzmoder 
im Innern eines alten Fichtenstrunkes im Walde gegen Rolle, von Lojka beob- 
achtet: apoth. dispersa, sat parva, pallide helvola, intus incol., Tiym. jodo 
caerul., deinde vinos., paraph. conglut., spor. acicul., 0'030 — 33 mm. lg., 
003 mm. lat., 8 in ascis elongatis. — 34. Buellia paras. saprophila Ach-, auf 
dem Holze der umherliegenden Baumstümpfe. — 35. B. punctiformis Hoff., pl. 
lignic: Flora, 1884, p. 586: auf morschen Fichtenstangen einer Wegeinfassung 
zwischen Predazzo und Ziano: thallus sordide alhidocinerasc, subareolatus, 
apoth. plana, paullo maiora quam apud typum, sporae speciei, 012— 15 mm. lg., 
O'OOG mm. lat. — 36. Xylogr. parallela Fr. : häufig. — 37. X. flexella Ach. : auf 
morschem Holze der Strünke unterhalb Paneveggio. — 38. Calic. trabinellum 
Schi.: auch am Holze morscher Strünke am Fusse der Margola. — 39. Calic. 
pusillum Fl.: a) auf vermoderten Strünken im Walde unterhalb Paneveggio: 
spor. 1 Sept., fuscid., 009 mm. lg., 0-003 mm. lat.; h) von denselben auf Thallus- 
lappen der Clad. digitata übersiedelnd. 

40. Normand. laetevir. T. B.: über Moosen auf Holzmoder zwischen 
Giuribell und Rolle. — 41. Microglaena sphinctrinoidella Nyl., Arn., Tirol, XXI, 
p. 149, exs. Rabh. 852: über Moosen auf einem alten Fichtenstrunke sehr sparsam 
von Lojka angetroffen. — 42. Theloc. epibolum Nyl.: auf feuchtem Holze mor- 
scher Fichtenstrünke unweit der Wasserklause. — 43. Theloearpon impressellum 
Nyl.: auf dem Holze alter Baumstrünke längs des Travignolo von Lojka beob- 
achtet. — 44. Nesolediia punctum Mass.: auf Thalluslappen der Clad. digit. 
unterhalb Paneveggio. 

B. Tanne (Tirol, XXI, p. 107). Die alten Tannenwälder im Cadinathale, 
vier Stunden von Cavalese entfernt, sind mir bis jetzt unbekannt geblieben, 
verdienen jedoch gewiss eine genaue lichenologische Untersuchung. An den bisher 
besuchten Standorten wurden weiter beobachtet: 

1. Ochrolechia tart. androgyna Hoff., Arn., Flora, 1882, p. 133; 1885, 
p. 236, steril: C. purpurasc. — 2. Pertus. multipuncta T., Nyl., Sc, p. 179, 
Arn., Flora, 1884, p. 421, exs. adde Arn. 1118: steril; von Nyl. in lit. 13 Dec. 
1880 bestimmt. 

3. Biatora propinquata Nyl., Flora, 1881, p. 179, B. mendax (non Anzi 
sec. Nyl.) Arn., Tirol, XXI, p. 132: von der Tirol, XXI, p. 108 bezeichneten 
Stelle in besseren Exemplaren in Arn. exs. 821 h ausgegeben. — 4. Arthonia 
astr. f. tynnocarpa Ach. : an der glatten Rinde. 

In dem am Fusse der Margola noch vorhandenen Waldreste stehen einige 
alte Tannen. In deren Nähe vermodert langsam ein und der andere Strunk 
eines gefällten Baumes und auf dem Hirnschnitte der Strünke haben sich ein- 
gefunden: Clad. Botrytes, Biatora exsequens Nyl., Biatorina adpressa Hepp; 
an noch vorhandenen Rindenschuppen: Buellia punctiformis Hoff.; an der 
Längsseite eines anderen Strunkes: Calicium trabinellum und curtum. 



144 



F. Arnold. 



C. Larix. Die Lärche ist in grösseren und kleineren Beständen, welche 
stellenweise sehr stattliche Bäume enthalten, von der Thalsohle bis zur Zierben- 
region in den Fichtenforsten eingestreut. Eine für diese Baumart charak- 
teristische Lichenenflora konnte ich bisher nicht ermitteln. 

1. Us. barb. dasopoga Ach.: a) grosse, theils sterile, theils fruchtende 
Exemplare hängen von den Aesten der Lärchen in den wenigen noch unversehrt 
gelassenen Hochwaldbeständen ober Paneveggio herab; h) an dünnen Zweigen 
einiger jüngeren Lärchen im Walde zwischen Paneveggio und dem Wege gegen 
Giuribell: von hier in Arn. exs. 909a ausgegeben. 

f. sorediifera Arn. : an Zweigen am oberen Waldsaume gegen Bocche. 
f. hirta L.: an der rissigen Rinde älterer Bäume im Thale zwischen Pre- 
dazzo und Ziano: von hier in Arn. exs. 967 & niedergelegt. 

2. Älect. jubata L.: steril; von der rissigen Rinde einer alten Lärche am 
oberen Waldsaume gegen Bocche und von hier in Arn. exs. 912 aufgenommen. 

— -3. Ev. vulp. — 4. Ev. furfurac. L. — 5. Plat. pin. — 6. 1. vitt. obftcurata 
Ach. — 7. L exasperatula Nyl. : an dünnen Zweigen junger Bäumchen am Fusse 
der Margola bei Predazzo. 

8. Farm, stellaris L., Nyl., Flora, 1874, p. 306, Arn., Flora, 1884, p. 168: 
an den Zweigen einer jungen Lärche am Traviguoloufer im SyenitgeröUe am 
Fusse der Margola; von hier in Arn. exs. 788 c enthalten: med. K—. — 9. Cand. 
Vit. xanthostiyma Pers. : gesellig mit der vorigen Art. — 10. Lecan. subintri- 
cata Nyl., Flora, 1868, p. 478, Arn., Tirol, XXI, p. 127: an der Rinde einiger 
Lärchen im Thale zwischen Predazzo und Ziano: von hier in Arn. exs. 1112 ver- 
öffentlicht: fipermat. recta, 0-004 mm. lg., 001mm. lat. — 11. Biat. turgidula 
Fr.: an den liindenschuppen junger Lärchen am Fusse der Margola. — 12. Buellia 
punctiformifi Holl".: an der Rinde älterer Stämme im lichten Walde gegen Ziano. 

— 13. Thelücarpon impressellu7n 'Nyl.: auf dem Holze einzelner Lärchenstrünke 
längs des von der Vieseua herabfiiessenden Baches, von Lojka beobachtet und 
von diesem »Standorte in Zw. exs. 923 niedergelegt. 

1). Cembra. Die Zierbe, mit welclier der Alpenwald nacli oben abschliesst, 
ist auch noch im Tliale bei Paneveggio in einzelnen jüngeren Exemplaren ver- 
treten. Eine sorgfältige Untersucliung der Bestände längs der Bocchegrup])« 
und d<Mi gegenüberliegenden J'orphyrbergen war bisher nicht möglich. 

I. fJs. barb. dasopoga Ach.: an den dünnen Zweigen einer jungen Zierbe 
am ohcrcn Waldsaume gfgen Bocche (Arn. imb). - 2. Alect. bicolor Ehrh.: 
Hparsam an dünnen, abgedorrten Zweig<'n im Porphyrgcrölle ober dem Travignolo. 

— 3. Alcct. jub. L.: steril von Zw('ig<'n litirabhäiigend. 4. AI. cana Ach.: 
steril; f. fuHcidula Arn.: steril; von den Zwei^^en ein(!r Zierbe am oberen Wald- 
gauine gegen den Bocchesee in Arn. \)\\a niedergelegt: Ihall. fuscidulm, K 
flavesc. — r>. Er. vulpina L., ei«. adde Lojka univ. 21:'.: steril. - 6. Ev. für f. 

— 7. Vlat. pinanlri Sc. — H. Plat. naep. chloroj/h. Hb.: Hteril an dünnen 
Zweigen im Porpliyrg<TÖll<' fiiw. halbe Stundfi iinttM-liall) Paneveggio. - 9. Imbr. 
exuHpcratida Nyl.: Kt<iril liäulig an den jüngston Zw^-igcn der Zierbon. — !<>. 
Lecan. mwjhirola Nyl.: auf flcin llolzti d(M- Aesle einer abgcdonh n jungen Zierbe 



Lichenologischo Aueflüge in Tirol. 



145 



ober dem Walde von Vineghie auf Kalkboden; von hier in Arn. exs. 1163a 
niedergelegt. — 11. Lecan. varia Ehrh. : gesellig mit der vorigen (Arn. 1163&); 
beide Arten kommen mit Ev. furf. auch am Col Briccon am Holze der Aeste 
der Baumleichen vor, deren Stamm- und Wurzelholz der Lichenen gänzlich ent- 
behrt. — 12. Lecan. metaholoides Nyl., Flora, 1872, p. 250; 1875, p. 360, Arn., 
Flora, 1884, p. 337 : gemeinschaftlich mit den beiden vorigen ober Vineghie nahe 
am Boden. — 13. Biat. turgidula Fr.: ober Col Briccon. — 14. Äcolium in- 
quinans Sm.: am Holze eines faulen Strunkes am Waldsaume gegen Vineghie. 

— 15. Calic. curtmn T. B.: gesellig mit der vorigen Art. 

E. Krummholz [Pinus pumilio et affines) ist hauptsächlich am West- 
abhange des Castellazzo, sowie an feuchten, grasigen Stellen ober Rolle gegen 
den Cavallazzo vertreten; ich habe jedoch daran keine nennenswerthe Flechte 
gesehen. 

F. Juniperus communis. Am Gehänge auf der Südseite der Margola 
bei Predazzo kommen ältere Wachholderstauden vor, auf deren sich ablösenden 
dünnen Rinde einige wenige Flechten bemerkt wurden: 1. Callop. cerinum Ehrh. 

— 2. Callop. pyrac. Ach. {luteoalb. Mass.). — 3. Ochroh upsaliensis L., Arn., 
Tirol, XXII, p. 84: tota pl. C. — 4. Biatorina nigroclavata Arn., Nyl., Arn., 
Flora, 1884, p. 568: epith. fusconigric, granulat., K—, hym. incol, paraph. 
laxae, hyp. fuscid., spor. 1 sept., incol., 009 mm. lg., 0-0025 mm. lat, 8 in 
ascis apice truncatis. 

G. Sorhus aucuparia ist in einzelnen Exemplaren au Waldblössen im 
ganzen Gebiete zu finden. In der nächsten Umgebung von Paneveggio und 
unweit des alten Saumweges oben gegen Giuribell beobachtete ich: 

1. 1. saxat.: steril. — 2. Blast, ferrug.: thall. minute granulosus, apoth. 
dispersa, sporae speciei. — 3. Binod. corticola Arn.: margo alhidus, K flavesc, 
spor. oliv., 0-022—24: mm. lg., 009—11 mm. lat. 

4. Binod. exigua Ach. f. laevigata Ach., Nyl., Flora, 1878, p. 248, 345, 
Wainio, Adj., p. 151, Arn., Flora, 1884, p. 321: an glatter Rinde: thallus 
parum evolutus, minute granulatus vel subnullus, apoth. dispersa, convexula, 
ohscure castaneofusca , margine integro pallido , spor. 018—22 mm. lg., 
008— 9 mm. lat., 8 in asco. Die Exemplare stimmen mit der in Pinnland ge- 
sammelten, von Nylander und Wainio erhaltenen L. laevig., sowie mit Fun ck 
exs. 657 überein. 

5. L. subf. chlarona Ach. — 6. L. angulosa Schb.: disc. C citrin. — 
7. L. pumilionis Rehm^ — 8. Pertus. amara Ach., steril. — 9. Bacid. atro- 
sanguinea Schaer., Th. Fries, Sc, p 354, comp. Flora, 1884, p. 582: sparsam: 
thall. minute granulosus, apoth. nigric, ep. glauc, acido nitr. roseoviol, hyp. 
luteolum, spor. substrictae, 7 septat., O'OSO mm. lg., O'OOS mm. lat. — 10. Lecid. 
parasema Ach. — 11. Arth, astroidea Ach. : pl. vulg. — 12. Ärthopyr. puncti- 
formis Pers. — 13. Ärthopyr. rhyponta Ach., Flora, 1885, p. 162: sparsam an 
Sorbus neben den Gebäuden von Paneveggio. 

H. Alnus incana ist längs des Travignolo bei Paneveggio und an feuchten 
Stellen im Walde gleich oberhalb Paneveggio nicht selten. Das kleine, Tirol, 

Z. B. Ge« B. XXXVII Abb. 1^ 



146 



F. Arnold. 



XXI, p. 106 angeführte Verzeichniss kann durch folgenden Nachtrag vermehrt 
werden : 

1. I. saxat. L. : steril. — 2. 1. fuUginosa Fr., Nyl. und f. subaurifera 
Nyl. — 3. Pann. triptophylla Ach,: c. ap. 

4. Binod. corticola Arn., Tirol, XXI, p. 125, Flora, 1881, p. 195: differt 
a R. metaboUca Ach. sporis maioribus 0'018—22—24mm. lg., 009— 10 mm. 
lat.; margo apoth. integer, alhidus, K flavesc. — 5. L. subf. chlarona Ach. — 
6. L. palUda Schreb.: pl. C. — 7. L. Hageni Ach. f. umhrina Ehrh.: disc. 
fuscesc, epruinosus. — 8. Lecania cyrtella Ach. — 9. Pertus. lejoplaca Ach.: 
spor. 4 in asco. — 10. BuelUa paras. f. microcarpa Kb. — 11. Stenocyhe 
hyssacea Fr. : spor. subincol. vel pallide incanae, oblongofusif., 3 sept., O'OIS — 
22 mm, lg., 0'004—5mm lat. 

J. Älnus viridis (Tirol, XXI, p. 107). Der dichte Laubwuchs dieses 
Strauches, dessen Stämmchen die Neigung haben, niedergedrückt zu wachsen, 
ist der Entwicklung von Lichenen nicht günstig. Wie an anderen Orten in 
Tirol, so fand ich auch um Paneveggio auf der Grünerle nur wenige Arten. 

1. Callop. cerinum Ehrh. — 1. Lecan. subf. chlarona Ach. — 3. Pertus. 
protuberans Somft., suppl., 1826, p. 85, Th. Fries, Sc, p. 305 (Nyl., Flora, 1861 
p. 371), Mass., mem., f. 156; exs. Fries suec 342, Anzi 225, Erb. er. it., I, 937; 
n, 502, Arn. 887a, b, Norrlin 201a, b, Lojka univ. 231, (non vidi Somft. 148, 
Fei Im. 171): an den dickeren Zweigen eines Gebüsches am Bache zwischen 
Paneveggio und der Alpe Vineghie, von hier in Arn. 887 ^> enthalten. 

4. Biatora meiocarpa Nyl., Flora, 1876, p. 577, Stizb., helv., p. 271, 
Arn., Flora, 1884. p. 430, Arn. exs. 1172: gesellig mit der vorigen Art und 
von dieser Stelle in Zw. exs. 721 ausgegeben: thallus minute granulatus, albesc, 
ap. parva, pallida, helvola, intus incol., ep. vix luteolum, hym. jodo caerul., 
paraph. conglut., sporne oblong., 012—15 mm. lg., 0'005 mm. lat., 8 in asco. 
— 5. Calic. praecedens 'i^yl., exs. adde Arn. 1131, Tirol, XXI, p. 107: verbreitet 
in der Landschaft von Paneveggio an Erlenästen und von Lojka in Kerner 
ex8. 1554 niedergelegt. 

K. Auf Berberis bemerkte Lojka das normale Callop. pyrac. Ach., 
luteoalb. Mass.. Korb., welches die Zweige einer 7^er6.-Staude an» kalilon Ab- 
hänge ÖHtlicli ober dem KoUopasse reichlich bedeckte. 

L. lihodod. fcrrugineum. 1. An dem Tirol, XX, p. 359 erwähnten Stand- 
orte, nämlich im SyenitgeröUe am Fusse der Margola, wurden auf den Zweigen 
der AlpenroHcn noch mehrere, zum Theile allerdings njir in einzelnen Exem- 
plaren vorkommende Flechten angeti-oHen. Das frühere Verzeichniss kann mit 
folgenden Nummern ergänzt werden: 

1. (Jh. barh. flurida L. : klein und steril. - 2. Itam. poUinaria h. f. hu- 
milin Ach.: von hier in Z w. 827 aufgenommen. — '.*>. Imbr. perlusa Schk.: von 
liier in Zw. 252 bi« ausgegeben, steril. — 4. /. conspersa Ehrh.: selten. — 
5. /. rxaitperatula Nyl.: vereinzelt. — 0. Blast, fcrrug. Hds.: .npor. speciei 
(tblongae. ~ 7. Ochrol. purallela L. var. tumidula Pwh., Arn., Flora, I8H2, 
p. 135: c. ap. Hpar»am. — 8. Itinod. pyrina Ach.; Arn., Flora, 18.S4, p. 106: 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



147 



apoth. margo fuscid., K—, spor. 0-015 mm. lg., 0-006—7 mm. lat. — 9. L. suh- 
fusca L. f. coilocarpa Ach.: apoth. margo integer, discus fusconigric. — 10. 
Pertus. amara Ach.: steril. — 11. Pert. pseudocorallina Sw.. Westr., Ach. 
uuiv. t. 11, f. 9, Chev., Par. t. 13, f. 7; f. laevigata Ach.: steril in vereinzelten 
Exemplaren. — 12. Pert. corallina L.: steril und selten. — 13. Biatora turgi- 
duJa Fr.: sparsana: apoth. convexula, caesiopruinosa. — 14. Biatorina nigro- 
clavata Nyl, comp. Flora, 1884, p. 568: selten an dünnen Zweigen: epith. fusco- 
nigric, capiteUat., paraph. lax., hyp. luteofmcid., spor. incol., Isept., 009mm. lg., 
003 mm. lat., 8 in ascis apice truncatis. — 15. Lecid. parasema Ach. : spor. 
speciei, simplices. — 16. Opegr. Sonata Kh., Arn., Tirol, XXI, p. 143, pl. corti- 
cola, exs. Zw. 441JB; der sterile Thallus gesellig mit Op. gyrocarpa Fw. 

17. Biplot. hetulinum Hepp: selten, doch gut ausgebildet: thallus in 
soredia efflorescens, K flavesc, ep. obscure olivac, hyp. fusc, spor. juniores 
incol., simpliciter 1 — 3 sept., demum fusc, obscure fuscae, 3 — 4 sept., septis 
divisis vel guttulis maioribus iinpletis, obtusae, 0'022—28 mm. lg., 0-012 — 15 mm. 
lat. — 18. Graphis scripta L. f. montana Schi., Flora, 1884, p. 653: selten: 
thallus tenuis, apoth. emersa, dispersa, plus minus obtusa, discus latus, pruinosus- 
— 19. Äbrothallus Parm. f. Peyritschii Stein, Arn., Tirol, XXI, p. 152: selten 
auf den Thalluslappen von Plat.- pinastri; pl. cum typo Abr. P. jungenda sit. 

2. Im üebrigeu hat es^ soweit es sich um die Lichenenflora der Alpen- 
rosen um Paneveggio handelt, noch immer bei der Tirol, XX, p. 369 angeführten 
Bemerkung sein Bewenden. Nur in dem Porphyrgebiete zwischen Eolle und 
dem Cavallazzo fand ich an älteren Stämmchen zwei der Erwähnung würdige 
Arten: 1. Blastenia caesiorufa Ach., Nyl., Flora, 1880, p. 388: forma quaedam 
(comp. Stizb., helv., p. 95): thallus effusus, leviter rimulosus et mimite granu- 
losus, pallide aitrantiac, K rubesc, apoth. dispersa, aurantiaca, spor. ovales, 
polar idyblast., 015 mm. lg., OVOß — 7 mm. lat. — 2. Varicell. rhodocarpa Kb. 

3. In der kleinen felsigen Mulde auf der obersten Höhe des Mulatto 
wachsen noch einige Bhodod. /errw^.-Stauden. An den Zweigen derselben be- 
merkte ich: 1. Parm. hyperopta Ach., Flora, 1884, p. 157: steril. — 2. Parm. 
ambigua Wulf., steril. — 3. L. subfusca cMarona Ach. — 4. L. ptimilionis 
Rehm. — 5. Varic rhodocarpa Kb. ~ 6. Lecidea parase^na Ach. 

M. Längs des obersten Waldsaumes und auf alpinen Höhen ober dem 
Walde sind verschiedene Phanerogamen anzutreffen, auf deren dünnen Stämm- 
chen oder abgedorrten Blatttheilen Licheneu fortzukommen vermögen. Sechö 
solche Phanerogamen sind hier in Betracht zu ziehen. Zunächst Bhodod. hir- 
S2itum an einem Abhänge auf dem Castellazzo mit vier Arten: a) Callop. cerinum 
Ehrh., b) L. subf. chlarona Ach., c) Lecid. parasema Ach., d) Arthopyr. 
punctiformis Pers. Kurz vor der Thalmulde auf dem Wiesenberge (Viesena), 
s. oben Nr. XIII C, ist Arthopyr. punctif Pers. f. rhododendri Arn. exs. 478, 
Flora, 1885, p. 161, auf Bhodod. ferrug. nicht selten: von hier in Arn. exs. 
478 c aufgenommen. 

N. Auf Vaccinium uliginosum (Tirol, XX, p. 392) : an steinigen Stellen 
ober Giuribrutt bemerkte ich Lecan. pumilionis Rehm. 

19* 



148 



F. Arnold. 



0. Auch an den dem Boden anliegenden Stämmchen von Salix retusa 
wurden einige Species gesehen: a) Lecan. pumüionis Eehm am Porphyrabhange 
ober Giuribrutt, h) Biatora vernalis L,: oben auf der Vieseua; c) Lecid. para- 
sema Ach.: ober Giuribrutt, auf Kalkboden in der obersten Thalmulde der 
Viesena, d) Cercidospora (sit. n. sp.): parasitisch im Hymenium der Lecid. 
paras. auf der Viesena: asci oUongi, intra paraphyses Lecid. apotheciorum 
dispositi, sporae incol., 3 septat., 012 — 15 7nm. lg., 003 mm. lat., 8 in asco. 

P. Von grösserer Bedeutung ist Rhodiola rosea. Diese bis auf die 
Gipfelhöhen der Porphyrberge verbreitete Pflanze besitzt fingerdicke oberirdische 
berindete Rhizome. An dem gegen Norden gerichteten felsigen Abhänge ober 
dem kleinen Cavallazzosee sind Aconitum Napellus und besonders Bhodiola 
häufig und hier, wo der Schnee lange, in einzelnen Jahrgängen bis zum Sep- 
tember liegen bleibt, traf ich auf Bhodiola -Uhizomen folgende Flechten bei 
2500m. an: 

1. Clad. coccifera L. : thall. sterilis. — 2. C. pyxid. simplex H. — 3. Plat. 
pinastri Scop. : vestigia tlialli. — 4. Blast, leucoraea Ach.: singula apothecia. 

— 5. Rinod. mniaraea Ach.: selten: apotli. obscure rufofiisca, subnigric., conve- 
xida, spor. speciei, 030 mm. lg., 0-015 mm. lat. 

G. Rinod. archaea Ach., comp. Arn., Flora, 1881, p. 195 f. minuta Anzi: 
vereinzelte Apothecien: apoth. Ulis R. pyrinae sat similia, sporae autem 
maiores, 024— 27 mm. lg., 010— 12 mm. lat. 

7. Secoliga carneonivea Anzi. — 8. Secoliga diluta Pers., B. pineti Schd. : 
selten: apoth. speciei, paraph. capill., spor. 1 sept. cum 2 guttulis, subfusif., 
012 mm. lg., 003—4 mm. lat., 8 in ascis cyl. — 9. Pertus. Sommerfeltii Fl. 

— 10. Pertus. oculata (Dcks): steril. — 11. Biatora vernalis L., Th. Fries, 
Sc, p. 427: ziemlich häufig und von hier in A rn. exs. 835 enthalten: thallus 
albesc, granulat., apoth. helvola et obscuriora, rufa, ep. pallidum, hym. jodo 
caerul., deinde vin., paraph. conglut., hyp. sub lente luteolum, sub microsc. fere 
incolor, spor. elongatoobl., simpl., 0014 — 15 mm. lg., 0' 004- 5 mm. lat.; pl. 
variat apoth. minorilms, obscurioribus, hyp. fuscidulo. 

12. Lecid. parasema Ach.: nicht selten und von hier in Arn. exs. 848 
niedergelegt. — 13. Büimbialiguaria kd\., B. milliaria Vx., comp. Flora, 1884, 
p. 572: sj)arsain: thall. subnuUus, apoth. minora, convexa, nigricantia, ep. latuvi, 
glauc, ac. nilr. roseoviol., K — , hym. jodo caerul., hyp. 2)allidum, spor. latiores, 
7 Hejd., 030—30 mm. Ig., 005—6 mm. tat., 8 in asco. 14. Bacidia Bcck- 
hausii Kb. f. sfenoxjiora Hcpp: selten: thall. subnullus, apoth. caesiopruinosa, 
ep. K riolac , hym. jodo caerul., hyp. incol., s])or. subrectae, 3 — 5 scpt., 
027 mm. lg , (X)25 mm. lat. - 15. I)(tctylospora urceolala Th. Fr., Tirol, XXI, 
p. 152: « inzi'ltie Affotlwcion : c]). liyp. fusc, hym,. jodo caerul., spor. fusc., 
7 sept., 024—27 mm. lg., omi mm., lat. 

Q. Auf den Honni^en Kalkfelsen an dur SiidHeite <leH fiatemarstockcs 
(k, oben Nr. XIII. B), an den G<'h}i,ngen, welche auf der gcogiKtsÜHchon Karte 
von Tirol al« M. Cavi^non eingetragen Ktehen, sind Saxifraga Aizoon und 
nquarroHa nicht Helten. Auf <hn\ abgedorrten Blattrosetten Hied<dn «ich allmälig 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



149 



Flechten an, deren Zahl schon nach der Beschaffenheit des Standortes nur eine 
geringe sein kann; ich bemerkte: 1. Callop. pyrac. microcarpon Anzi. — 
2. Gyalol. aurella H. pl. alp., Arn, exs. 451. — 3. Rinod. roscida Somft., 
Hepp 85. — 4. Aspic. verrucosa Ach.; Saxifr. Äizoon beherbergt auf ihren 
abgedorrten Eosetten auch längs der obersten Porphyrschneide links oberhalb 
Bocche einige Lichenen: 1. Callop. pyrac. microcarpon Anzi. — 2. C. cerinum 
f. flavum Anzi. — 3. Binod. roscida Somft. — 4. Lecid. Wulfeni H. 

Aus Schärer, spie, p. 152 fDr^/as^ ist ersichtlich, dass seiner Aufmerk- 
samkeit solche auf alpinen Phanerogamen sich einstellende Flechten keineswegs 
entgangen sind. 

XVI. Einige abnorme Substrate verdienen gleichfalls der Erwähnung. Der- 
artige kleine Feststellungen können als Beiträge zur Aufklärung über die Le- 
bensweise der Flechten betrachtet werden. 

1. Auf bemoostem Waldboden unterhalb Paneveggio an einer steinigen 
Stelle fanden Lojka und ich einzelne alte Fichtenzapfen, auf deren Schuppen 
sich drei Flechten angesiedelt hatten: a) Clad. fimbr. tuhaeformis Hoff.; h) 
Lecid. crustulata Ach.: thallus dlhidus, ep. olivac, K—, hyp. fusc, parte 
superiore olivaceofusc, spor. 015 mm. lg., 005 mm. lat.; c) Leptogium sub- 
tile Schrad., Flora, 1885, p. 213: thallus microphyllinolaciniatus, spor. latefusi- 
formes, 5—7 septat., septis divisis, 0-024— 36 min. lg., 0'012—16mm. lat. 

2. Ueber Sphagnum acutifolium im feuchten Porphyrgerölle ober dem 
Travignolo eine Strecke unterhalb Paneveggio gedeihen: aj Icmadoph. aeru- 
ginosa Scop. und b) Bilimbia trisepta Naeg. 

3. Auf den Thallusblättchen der Clad. digitata (morscher Fichtenstrunk 
unterhalb Paneveggio) bemerkte ich Calicium pusillum Fl.: comp. C. pus. 
f. parasitaster Bagl. Car., Anacrisi, p. 246, t. 2, f. 28. 

4. An dem nämlichen Standorte haften au den morschen Fichtenstrünken 
alte verhärtete Pilze, auf welchen ich a) Thallusschuppen der Clad. fimbriata L., 
b ) Biatorina erysiboides Nyl. antraf. Auf einen verhärteten Boletus im Walde 
zwischen Predazzo und Ziano waren Clad. sylv., deformis, botrytes, fimbr. 
tubaef. vom Holze des Strunkes herübergesiedelt. 

5. Lojka zog neben einem bemoosten Blocke im Syenitgerölle am Fusse 
der Margola einen alten Knochen hervor, auf welchem sich Bacidia albescens 
Hepp, exs. Zw. 941 eingestellt hatte: thallus subnullus, apoth. sat parva, pallide 
luteocarnea, intus incol, hym. jodo caerid., paraph. conglut., sporae acicidares, 
subrectae, 0-030 mm,, lg., 002 mm. lat. Am Porphyrgehänge ober der Alpe 
Cassoni in der Kichtung gegen Zingari hinauf sah ich einen alten Knochen liegen, 
woran Lecid. enteroleuca Ach., Nyl., f. pimgens Körb. p. p., Wainio, Adj., p. 90, 
wuchs: thall. sordide albesc, rimulosus, epith. fuscoyiigric, K—, hyp. incol., 
sporae speciei, spermog. atra punctif., spermat. arcuata, O'OIS mm. lg., 0-001 mm. lat. 

XVIL Schliesslich noch ein kurzer, an das Tirol, XX, p. 378 enthaltene 
Verzeichniss sich anschliessender üeberblick über die beobachteten Parasiten: 
A. 1. Lecid. intumescens Fl. : XXIII (Nr. V, VI). 
2. Bilimbia obscurata Somft.: XXIII (Nr. IX^). 



F. Arnold. Lichenologiscbe Ausflüge in Tirol. 



3. Bacidia herbarum H.; XXIII (Nr. IX 

4. Calic. subparoicmn Nyl. : XXIII (Nr. I). 

5. Calic. parietinum Ach.: XXIII (Nr. I). 

6. Calic. pusillum FL: XXIII (Nr. XV..1). 

7. Cyphel. arenarium H. : XXIII (Nr. I). 

B. 1. Lecidea vitellinaria NyL: XXIII (Nr. IXB). 

2. Lecid. supersparsa NyL: XXIII (Nr. IX Ä, XUIÄ). 

3. Lecidea —: XXI, p. 105. 

4. Nesolechia punctum Mass. : XXIII (Nr. IX A, XVI). 

5. Biatorina Heerii H.: XXIII (Nr. XIV C). 

6. Conida subvarians NyL : XXI, p. 106. 

7. Celidium varians Dav.: XXIII (Nr. V, VI, IX ^ XIII ^). 

8. Abroth. Parmel. Somft. : XXIII (Nr. I). 
f. Peyritschii St.: XXIII (Nr. XY L). 

9. JDactylospora attendenda NyL : XXIII (Nr. I). 

10. Dactylosp. maculans Arn.: XXIII (Nr. XIII 4). 

11. Thelocarpon impressellum NyL: XXIII (Nr. XIII ^4). 

12. Theloc. epibolum NyL: XXIII (Nr. I). 

13. Arthopyrenia lichenum Arn. f. fuscatae Am. : XXIII (Nr. V). 

14. Endococcus microsticticus Lglit. : XXIII (Nr. III). 

15. Endoc. atryneae Aru. : XXIII (Nr. IX B). 

16. Endoc. —: XXI, p. 106. 

17. Ticlioth. macrosp. H.: XXI, p. 106, XXIII (Nr. VI). 

18. Tich. gemmif. T.: XXIII (Nr. I, II, IXB). 

U). Tich. pygm. Kb.: XXI, p. 106, XXIII (Nr. III, IXB, XI, XIII ^, C, 

XIV B, F). 
f. grandiusc. Arn.: XXIII (Nr. I, XIII B). 

20. Tich. microcarpon Arn.: XXI, p. 106, XXIII (Nr. \X A, XII). 

21. Polycoccum Sporastatiae Anzi: XXIII (Nr. IX Z^). 

22. Xenosph. Engcliana Saut.: XXIII (Nr. XIV C). 

23. Phueospora rimosicola L<?lit. : XXIII (Nr. XIII /l, XIV i'^). 
21. Phacosp. percgrina Flot.: XXL p. HH, XXIII (Nr. VI). 

25. Phnrcidia Schacrcri Mass.: XXI, j). 112. XXIII (Nr. IX 7^, XIV C, F). 
f.croccae Arn.: XXIII (Nr. VII). 

26. Leplosphaeria Stereocauloram Arn.: XXIII (Nr. I, IX A). 

27. CercidoHj). epipolylropa Mndd: XXIII (Nr. IX 11, XIII A). 

28. Cercid. trigcmmis Stzb.: XXIII (Nr. XIV 7';). 
2'X Cercid. XXIII (Nr. XV ()). 

:;<». VIr.ospora : XXIII (Nr. VII). 



VerlianiU. d kh zool. bot. (res. 

Bami xxxvn im. 



Taf. III. 



F Jfasilinski. 
Enngr nriif u. ivni. hck Difvoni. 




4 



151 



Einige neue oder wenig bekannte Diseomyeeten. 

Von 

F. A. Haszlinski. 

(Mit Tafel ni.) 

(Vorgele^ in äer Versammlung am 5. Jänner 1887.) 



Obgleich ich als Professor der Physik und Mathematik meine botanischen 
Studien nur zu meiner eigenen Befriedigung fortsetze, finde ich mich doch durch 
selbe veranlasst, dann und wann einige meiner Erfahrungen nicht nur zur näheren 
Kenntniss des Vaterlandes, sondern auch im Interesse der Wissenschaft mitzu- 
theilen. Meine letzten Arbeiten beziehen sich auf die ungarischen Diseomyeeten, 
die ich in zwei Abhandlungen publicirte, von denen die eine die anomalen, die 
zweite die normalen Formen behandelte. Der Inhalt der ersten Abtheilung ist 
aus einer Relation in der Oesterreichischen botanischen Zeitschrift bekannt, welche 
die Aufmerksamkeit der Fachgenossen vorzugsweise auf die Peltidien und die 
neue Gattung Ceplialocoryyia lenkte, durch welche die Gattungen Geoglossum 
und Morchella in nähere Verwandtschaft treten, aus den letzteren will ich 
gegenwärtig nicht nur das vielleicht Interessanteste publiciren, sondern auch 
die ganze Arbeit durch neue Erfahrungen ergänzen. 

Weil ich auch diese Zusammenstellung nur als Vorarbeit zur ungarischen 
Pilzflora betrachtete, wandte ich keine besondere Aufmerksamkeit einer genaueren 
Begrenzung der Gattungen zu, von denen man mehrere in der angeuommeneu 
Ausdehnung nicht belassen kann, was ich in der Flora gewiss durchführen werde. 

1. Hdbrostictis quercicola. Die Früchte durchbrechen die Oberhaut und 
erheben sich über dieselbe, sind gelb und nur halb so gross wie bei H. Lecanora. 
Die Schläuche sind keulenförmig, theils vier-, theils achtsporig. Die Sporen 
sind oval, selten eiförmig, 20 — 26 u.. lang, 8 — 12 [j.. dick, ursprünglich ein- 
fächerig, doch kommen auch zwei- und vierfächerige vor. Die Paraphysen sind 
im Endtheile gelb und wenig verdickt, selten büschelig ästig. Neben den Sporen- 
schläuchen finden sich in derselben Schlauchschichte bauchige grössere Schläuche, 
gefüllt mit farblosen, beweglichen Spermatien. 



152 



F. A. HaszliDBki. 



Wächst an Eicbenästeii bei Eperies. (Vergl. M. Akad. Math, äs Term. Tud. 
Közlem., XXI.) 

2. Stictis conicola wächst auf Kieferzapfen bei Iglö. Von S. Carestiae 
D. Not., welche an Zweigen der Rothtanue beim Bade Lucski im Liptauer Co- 
mitate nicht selten ist, trenne ich diese Form auf Grund folgender Merkmale: 
S. Carestiae ist ein vollkommener Parasit, er entwickelt sich ganz auf der 
lebenden Pflanze und tödtet die Aeste, während S. conicola als Saprophyt er- 
scheint. Die Schläuche sind bei S. Carestiae cyliudrisch, bei dieser lanzettlich 
an beiden Enden zugespitzt. Auch fand ich die Sporen bei letzterer unbeweg- 
lich, während selbe bei S. Carestiae angefeuchtet in lebhafte Bewegung geratheii, 
den Schlauch sprengen und, dadurch in Freiheit gesetzt, sich lebhaft krümmen 
und springen, bis sie zusammengerollt, in kreisförmiger oder halbkreisförmiger 
Gestalt zur Ruhe kommen. 

3. S. aurantiaca. Die Früchte entwickeln sich unter der Oberhaut, spalten 
selbe zuletzt am Mittelpunkte radienförmigund werden durch den Kranz der zurück- 
gekrümmten Epidermiszähne eingefasst. Die Fruchtscheibe ist ungefähr 2 mm. 
breit, rund, flach, orangenfarbig und schwarz gerandet. Die untere Seite der 
Frucht ist schwarz. Die Schlauchschicht besteht aus fadenförmigen, sehr bieg- 
samen Paraphysen und gestielten, lanzettlichen Schläuchen. Der Stiel ist unge- 
fähr so lang als der sporentragende Theil. Die Sporen sind nadeiförmig, viel- 
fächerig. (Taf. III, Fig. 2a Sporenschläuche mit Paraphysen, h zwei Sporen.) 

Sie wächst an Rothbuchenästen bei Eperies und kann mit Habrostictis 
aurantiaca Rehni. 2GG nicht verwechselt werden, denn letztere hat lineal-läug- 
liche, 20—25 [x. lange und 5 mm. dicke Sporen mit 1—3 Sporoblasten. 

4. S. stellataVflle. Den Unterschied zwischen a. immer sa und ß«/m^a finde 
ich bei Vergleich vieler Exemi)lare nicht hinlänglich begründet und streiche 
denselben. 

5. Propolis Mezerei. Die Früchte entwickeln sich unter der Oberhaut, 
welche zuletzt reisst und schwindet, ohne dass sich die Früchte über die Ober- 
fläche des Astes erheben. Die Fruchtsclioibe ist gclbroth, rund oder lineal- 
länglich, welch letztere in verschiiidcner l^.ichtung stehen. Die Schlauclischicht 
besteht aus zusammenliuftenden Parajdiysen, verschieden gostaltoten Schläuchen 
und conidientragenden Basiden. Die Conidien sind cylindriscli, mit abgerundeten 
Enden, einfächerig, farblos, 40-50 [x. lang, auf ungefähr ebenso langen Ba- 
siden. Die Schläuche sind entweder länglich oder länglich-cylindrisch und ge- 
stielt oder stiellos keiihMifönnig. In dnn gestielten Schläuchen fand ich entweder 
I^rotoplasiiia oder kleine farblose, zwei fächerige, stäbchenförmige, freie /cllcMi. 
Entwickelte braune Sporen fand ich nur in den Ktiellosen Schläuchen. Die Sjtoren 
sind liueal-eiförinig, zweifächerig, bei der Scheidewand eingeschnürt, das grössere 
Fach <), das kleinere A mm. dick. 'J'af. Hl, Fig. (>aj eine Partie der Schlaucli- 
schicht mit Schläuchen und Coniflien, h) ein Conidium, cj ein fruchtbarer Sporen- 
Hchlauch, dj eine Spore. 

Den Pilz sammelte Lojka in Marmaros heim Bade Kobola j)olana auf 
Aesten von Daphjic Mczereum. 



Einige neue oder wenig bekannte Discomyceten. 



153 



6. Loplwdermium petiolicolum Fuck. Ich fand keinen wesentlichen Unter- 
schied zwischen dieser Form und dem L. punctiforme Fr. Es ist zwar bedeutend 
grösser, 2 — 4 p. lang, wächst nicht nur an den Blattstielen, sondern auch 
auf der Blattfläche und entwickelt auch farblose, stäbchenförmige, 6 |x lange 
Spermatien. 

7. Loplwdermium Luzulae trennte ich auf Grund der Schlauch- und 
>porenform von L. cuJmigenum (Fr.). Der Pilz wächst an den Blättern der 
Luzula maxima in der Tatra. Die Früchte sind länglich oder oval, stumpf- 
oder spitzendig, schwarz, mit gelbbrauner Schlauchschicht. Die Schläuche sind 
länglich- cylindrisch oder lanzettförmig. Die Sporen sind nadeiförmig, vielfächerig, 
kürzer als das Schlauchlumeu. (Vergl. M. Akad. Math, es Term. Tud. Közlem., XXI, 
Taf. m. Fig. 6.) 

8. L. Spiraeae hat dunkelbraune, ovale oder längliche Lyrellen mit sehr 
schmaler Oeffnung. Die Schlauchschicht ist weich und besteht fast nur aus 
Schläuchen. Diese sind keulenförmig, in einen dünnen Stiel verschmälert und 
sehr biegsam. Die Sporen sind fadenförmig, an beiden Enden zugespitzt, ohne 
Scheidewände. 

Wächst an den Stengeln der Spiraea Äruncus in dem Kahlbacher Thale 
der Tatra. 

9. L. Lauri (Fr.). Die Lyrellen erheben sich heerdenweise aus den blass- 
gelben Flecken der Laurus-Blätter bei Fiume und Abbazia. Die Früchte sind 
länglich-lineal, mit schmaler Oeffnung. Die Schläuche sind keulenförmig, lang- 
gestielt und ungefähr 70 [x lang. Parapbysen sah ich nicht. Die Sporen sind 
nadeiförmig, einfächerig, 25—30 [x lang. (Vergl. M. Akad. Math, es Term. Tud. 
Közlem., XXI, Taf. IV, Fig. 4.) 

In Gesellschaft dieses schönen Scheibenpilzes wächst das 1. c, Taf. IV, 
Fig. 5 abgebildete Exosporium, welches seinem in der Zeichnung dargestellten 
Baue nach als eine neue Form betrachtet werden kann. 

10. Eypoderma macrosporum Hartig. Die Lyrelleu dieser Speeles sind 
jval oder auch lineal, doch kurz, so dass auf einem Blatte auch 4—5 in einer 
Eeihe Platz haben. Sie sind dunkelbraun und haben eine schmale, lineale Oeff- 
nung. Die Schläuche sind keulenförmig, stiellos, an der Spitze mit einer warzen- 
förmigen Erhöhung. Die Paraphysen sind fadenförmig. Die Sporen sind schmal- 
lanzettlich und haben einen so langen, fadenförmigen Schweif, dass sie mit 
demselben fast die Länge des Schlauches erreichen. Die Länge der Schläuche 
beträgt 130 tx. 

Den Pilz sammelte ich an den Blättern der Rothtanne bei Iglö in der Zips. 

11. H. nervisequium DC. Die Lyrellen sind lineal und meist so lang 
als der Blattnerv, an dessen Kücken sie sich entwickeln. Die Organisation dieses 
Pilzes weicht stark ab von dem Baue der Discomyceten und schliesst sich an 
Dothidea oder im Kleinen an die Tuberaceen und Sclerotien an. Ich untersuchte 
sowohl ungarische, als auch deutsche Exemplare und fand beide überein- 
stimmend. 

Z. B. Ges. B. iXXVlI. Abb. 20 



154 



F. A. Haszliuski. 



Der Kern des Pilzes ist in labyrinthartig verbundene Höhlungen getheilt, 
deren Scheidewände aus losem Zellgewebe bestehen. Die Oberfläche dieser Höh- 
lungen ist rings herum mit dichtgestellteu, keulenförmigen Schläuchen und sehr 
langen Paraphysen bekleidet, welche, mit ihren freien Enden ineinander grei- 
fend, die Höhlung über der Schlauchschicht ausfüllen. 

Die Sporen sind stäbchenförmig, farblos und einfächerig. Ebenso sind 
auch die spermatientragenden Lyrellen gebaut. Dieser abweichenden Organisation 
nach würde ich diesen Pilz entweder zu Dothidea stellen, oder als Repräsen- 
tanten einer neuen Gattung betrachten und zur Bezeichnung den Namen Dae- 
dala nervicola vorschlagen. Die Fu ekel 'sehe Sphaeria Pini fand ich an 
den untersuchten Blättern nicht, 

Ich sammelte den Pilz an den Blättern der Rothtanne am Branyeszko. 
Die Linhart 'sehen und Holuby'schen Trentschiner Exemplare habe ich nicht 
geprüft und von den K aichbrenn er 'sehen auf den Blättern der Weisstanne 
besitze ich kein Exemplar. 

12. Pleiostictis propoloides Rehm. Die Charakteristik dieser neuen Gattung 
gab Rehm in seiner Arbeit über die von Lojka gesammelten Ascomyceten, 
p. 24. Nachdem zum Gattuugscharakter „margine tenui sublacerato" gehört, 
ist es klar, dass dieser Pilz nicht nur mit Lopadium, sondern auch mit Trihlidium 
und Fhacidiopsis nahe verwandt ist. Für Lopadium fehlt ihr der Thallus, für Fha- 
cidiopsis die weiche, gefärbte Scheibe, doch zu Trihlidium könnte sie ganz gut 
gestellt werden, nachdem sie meiner Erfahrung nach ein deutliches Epiphragma 
hat, welches den Mittelpunkt strahlenförmig spaltet und nicht nur einsporige 
Schläuclie führt, sondern auch solche mit zwei bis vier Sporen, daher sollte man 
zur oben citirten Gattungsdiagnose wenigstens noch zufügen: „disco primitus epi- 
phragmatetecto, quo denique rupto, discus margine tenui lacerato cinctus elucescit". 

Ich prüfte sowohl meine in Säros und in der Zips gesammelten, wie auch 
die von Lojka aus Siebenbürgen mitgetheilten Exemplare und fand in allen 
längliche braune Sporen mit zwölf bis sechzehn Querwänden und ein bis zwei 
Längswänden. Die Länge der Sporen betrug 24 — -SO [x, die Dicke 5—9 

V.\. Jjophium cicatricum. Abgesehen von der Sporonform älmelt dieser 
Pilz dem L. fjonmigenum Fuck. Die Früchte sind sehr kloin und glatt, docli 
die Schläuche verliältnissmäHsig sehr lang (120— 140 (x), schmal cylindriscli und 
wie die Sporen braun. Die fadenförmigen Sporen liegen im Schlauche als 
Hpiralig gedrehtes Bündel, wodurch sich diese Si)ecie8 von allen Verwandten liin- 
läriglich unterscheidet. 

DieseH Lophium wächst auf den Blattnarben der Rothtanne bei Iglö und 
VVallendorf. 

M. Apftria caricina. Die Lyrellen brechen durch die Oberhaut liervor 
und hind oval. Die keulenförmigen, stiellosen, 'iO — 70 (i. langen Schläuche 
«ind nur halb ko lang alH die fadenförmigen Paraphyseii und aclitsjjorig. Die 
Spf»rfri nind oval, (> ~H \i lang unrl 4 — (! |j. dick. Durch dieso SporrMiforni 
unterKcheidet nich diene Art von den lihrigen Aporien. 

ich fand «elhe auf darex-liViittarn bei SchmÖgen in dor Zips. 



Einige neue oder wenig bekannte Discomyceten. 



155 



15. Aporia hysteroides. Die LyrelleD sind blassbraun, oval oder eiförmig, 
die Sporen 10 — 16 [x lang und 5—7 u dick und die Schläuche fast ebenso 
lang wie die Paraphysen. (Vergl. M. Akad. Math, es Term. Tud. Közlem., XXI, 
Taf. m, Fig. 7.) 

Den Pilz fand ich an Carex-BVäiteTB. am Ufer der Kulpa bei Karlstadt in 
Croatien. 

16. Hysterium corticola Fr. Die Lyrelleu sind lineal mit abgerundeten 
Enden, glatt, mit sehr schmaler Oeffnung und sitzen auf der Kinde meist quer 
mit der Länge des Astes. Die Schlauchschicht besteht aus Schläuchen und sehr 
wenigen fadenförmigen Paraphysen. Die Schläuche sind verkehrt-lanzettförmig 
mit abgerundeten Enden und achtsporig. Das vorzüglichste Merkmal bilden 
die Sporen. Diese sind farblos, eiförmig, oval oder länglich, zuerst mit einer, 
bald mit drei, endlich mit sieben Querwänden und in einzelnen Fächern mit 
ein bis zwei Längswänden. Ihre Länge beträgt 20—24 u.. 

Sie wächst an der Oberfläche berindeter PacZw.s-Aeste bei Eperies und 
kann nach den angegebenen Merkmalen weder mit H. Prosfii, noch mit H. li- 
neare Fr. vermengt werden. (Taf. III. Fig. 7 a, ein Schlauch mit Paraphysen, b, 
c, d, e, f Sporen in ihren verschiedeneu Entwicklungsstadien.) 

17. Phacidium dentatum Schmidt. Die mit diesem Pilze befallenen Eichen- 
blätter erscheinen wegen der unregelmässigen, dicht gestellten Flecken wie mar- 
morirt. Die Lyrellen erscheinen in der Form eines Quadrates, seltener in der 
eines Pentagons, am seltensten als Dreieck, aber in aUen drei Formen mit ein- 
wärts gebogenen Seiten und abgerundeten Ecken, und sind im geschlossenen 
Zustande bei trockenem Wetter ganz schwarz. Die Schlauchschicht besteht aus 
schmalen, 80 langen und 8 u. dicken Schläuchen und nur ebenso langen 
fadenförmigen Paraphysen. Die Schläuche sind achtsporig, die Sporen farblos, 
lineal- lanzettlich, 12 — 14 ;jl lang. 

Ich sammelte diese Species bis jetzt nur in den Fiumaner Felsengärten. 
Phacidium coronatum wächst hier auch an Pijrus torminalis. 

18. P. Pini Tul. ist die grösste Art unter unseren Phacidien und allge- 
mein verbreitet, doch muss man an vielen Orten zu verschiedener Zeit durch 
mehrere Jahre sammeln, bis man einige zur mikroskopischen Prüfung geeignete 
Exemplare erlangt. Die Lyrellen brechen durch die Oberhaut hervor und erheben 
sich über dieselbe in der Form eines sehr flachen Kegelstutzes mit zuletzt ein- 
gefallenem Scheitel und erhabenem, polygonischen Rande. Die Schläuche sind 
keulenförmig und enthalten fadenförmige. vieLfächerige, parallel gestellte, farb- 
lose Sporen in den oberen zwei Dritttheilen. 

Nach Fries sollte dieser Pilz sporidia uniserialia haben, nach Bonorden 
sind die Sporen oval'', was mir unbegreiflich ist, nachdem dieser Pilz, nach 
meiner Erfahrung, weder im Wege des Tausches, noch auf dem des Handels 
mit irgend einer anderen Species verwechselt wurde. 

19. Triblidium cahjciforme Reb. Fuckel zählte in einer Querreihe der 
Sporen nur vier Sporoblasten, ich stets mehr. Deswegen füge ich hier meine 
publicirte Diagnose bei. Das Gewebe der ganzen Frucht ist weiss, die Oberfläche 

20* 



156 



F. A. Haszlinski. 



schwarz, die Schlauchschicht braun. Die Schläuche sind länglich-cylindrisch und 
enthalten zwei bis vier im durchscheinenden Lichte bräunliche Sporen. Die 
Sporen haben vier bis sieben Querwände und in jedem Fache fünf bis acht ein- 
reihig gestellte Sporoblasten. 

Sie wächst auf Eichenästen bei Eperies. 

20. Phacidiopsis alpina. Der Charakter der neuen Gattung lautet: Peri- 
theeium sessile placentiforme a centro in lacinias vel dentes demum reflexos 
dehiscens discum planum möllern revelans. Ascis octosporis et paraphysibus 
simplicibus. Sporae muriforme polyhlastae achlorae vel fuscae, Jahrb. d. zool. 
Ver., 1872. p. 368. Die Species selbst nannte ich P. alpina, weil ich selbe von 
Blictridium Carestiae De Not. generisch und specifisch abweichend fand. Den 
Unterschied zeigen die Sporen, deren Abbildung ich in M. Akad. Math. 6s Term. 
Tud. Közlem., XXI mittheile, und zwar die von P. alpina auf Taf. IV, Fig. 8 
und die von B. Carestiae auf Taf. VIII, Fig. 9. 

Uebrigens klammere ich mich nicht an meine Benennung, denn ich bin 
kein Freund der Speciesmacherei wie mein College Schulz er, der, um sich 
eine etwaige Priorität zu sichern, zur Bestimmung seiner Baläzsvagaschen Agari- 
cinen nur den Schematismus der Pester Gelehrten benöthigte. Ich schlage nur 
in dem Falle neue Namen vor, in welchen das Diagnosiron d,^r Formen ohne 
Aenderung unmöglich erscheint. Uebrigens findet man in der Grevillea eine grosse 
Sammlung von BactridiumSporeu, unter welchen man auch Formen findet, welche 
mit den von mir beobachteten übereinstimmen. 

21. Bhytisma saliciniim l^xxX. Die Brüder Tulasne gaben zwar eine Ab- 
bildung dieser Species, III., Taf. XV, Fig. 9—12, welche mir jedoch mangelhaft 
erscheint und nicht auf alle hieher gezogenen Formen passt, von denen mehrere 
nie Schläuche entwickeln. Die auf den Blättern von Salix purpurea häufig er- 
scheinende Form ist bei feuchtem Wetter gallertartig, runzelig, polsterförmig, 
mit einer warzpnförmigen Erhöhung, welche sich endlich öffnet und die Scheibe 
blosslegt. Din Schläuche sind länglich-keulenförmig, ungesticlt, achtsporig. Die 
Sporen sind fadenfömig. farblos, nur wenig länger als die Hälfte des Schlauches 
und bewegen sich in Freiheit gesetzt fast so lebhaft wie die der Stictis Care- 
stiae. Sehr auffallend ist, dass diese Lebenskraft an den trockenen Pilzen 
während mehrerer Juhre nicht erlisclit. 

22. Jfeferospkaeria Patella (Tode). Zu diesor auf Daucus und anderen 
UmbfllatMn warhH»'ndpn, bisher vt^rschieden aufgefasst(»n Species stellte ich sowohl 
meine J'eziza funcoatra, als auch dio hojkae h'.'iiin, und zwar aus folgenden 
Grlinden : 

1. Die Hporcntragende Foriri aller drei Art«Mi besitzt im jungen Zustande 
ein Kpiphragma. w«'lch<'H in dor PJrlitung der Hadicri rcissl, und (Ion woisslichen 
Rand der Fruchtöffiiung bildut. 

2. Die zuTMt \m P. fuHcoulra Ix-schrlohencn hiuzciilV.rmigen l'arajdiyson 
fand ich auch an Kx -rnplaren and-rwr Standorte, selbst aurh auf dem Daums- 
Pilz an Exemplaren von IJngvar und (iroHSwardein, doch in geringerer Anzahl. 



Einige neue oder wenig bekannte Discomyeeten. 



157 



3. An allen gut entwickelten Exemplaren sind die Sporen zuletzt zwei- 
fächerig, wie ich es zuerst an P. fuscoatra beobachtete. 

Schliesslich will ich erwähnen, dass die Grösse des Pilzes bedeutend 
wechselt, naeist nach der Stärke des Stengels, und dass die Conidienform {He- 
terosphaeria Tatella Bon.) sich meist nur an sehr dünnen Stengeln (vielleicht 
aus Noth) entwickelt. 

23. H. pinicdla (Rebent). Zu Heterosphaeria zog ich auch P. pinicola 
Rehm, weil selbe ebenfalls ein Epipragma hat, welches durch radiale Spaltung, 
den haarig-gefranzten Fruchtrand bildet. Die Frucht ist anfangs umgekehrt 
eiförmig, mit kaum bemerkbarem Stiele, braun, aussen haarig-kleiig, zuletzt kahl 
und glatt, mit blassbrauner Fruchtscheibe. Die Schläuche sind cylindrisch, mit 
kurzem, fadenförmigen Stiel und acht Sporen. Die Sporen sind spindelförmig, 
mit abgerundeten Enden, zuerst einfächerig, bald dreifächerig, wie selbe in der 
Grevillea 32, Taf. 67, Fig. 8 abgebildet siad, doch kommen auch zweifächerige, 
an der Scheidewand eingeschnürte Sporen vor, wie die des TriblicUum insculp- 
tiim Cooke, ja sogar auch mauerförmig-polyblastische. 

Mein Exemplar sammelte ich an Kieferästen bei Iglö und am Retyarat. 

24. Lecanidium atrum Rbh. Bei dieser Speeles ist nicht nur der eigen- 
thümliche Bau der Sporen auffallend, sondern auch das Vorkommen derselben 
auf Kräuterstengeln. Diese letztere Erscheinung veranlasste m^'ch, meine Exem- 
plare, welche ich bei Iglo auf Stengeln der Libanotis montana sammelte, einer 
genauen Prüfung zu unterwerfen. Der Pilz ist braun, mit unbestäubter, convexer, 
schwarzer Scheibe. Die Sporen sind keulenförmig, mit abgerundeten Enden, haben 
acht bis neun Fächer, sind 25—30 ^ laug, liegen zweireihig in den 80 bis 
100 |J. langen Schläuchen, doch sind sie farblos. Die Farblosigkeit der Sporen, 
die braune Farbe und das Vorkommen auf Stengeln ist vielleicht ungenügend 
zur specifischen Trennung. 

25. Lecanidium violaceum. Bei der ersten Prüfung dieses Pilzes meinte 
ich eine Gihhera vor mir zu haben, schon wegen der violetten Farbe des Ge- 
webes und der meist rasenförmigen Association seiner Früchte. Nachdem ich 
aber an den einzeln stehenden Früchten eine deutliche Schüsselform und eine 
Schlauchschichte beobachtete und Sporen wie die des Lecanidiums, stellte ich 
selbe hieher. Die Frucht ist schüsseiförmig; schwarz, mit grauer, staubiger Scheibe. 
Die Schlauchschicht besteht nur aus farblosen, lanzettlichen oder spindelförmigen 
Schläuchen. Die acht Sporen liegen schief einreihig, sind keulenförmig, mit 
abgerundeten Enden, farblos, sechs- bis siebenfächerig. Sie wächst an Aesten 
des Lycium bei Eperies. (Vergl. M. Akad. Math, es Term. Tud. Közlem., XXI, 
Taf. V, Fig. 28.) 

26. Cenangium quercinum. Die sporadisch erscheinenden Früchte sind 
unter der Oberhaut geschlossen und öffaen sich, nachdem sie selbe durchbrochen 
haben, zur schtisselförmigen Form, welche nur halb so gross ist wie bei Cenan- 
gium Cerasi. Die Schlauchschicbt besteht aus Paraphysen und lineaManzett- 
lichen Schläuchen. Die Sporen siad spindelförmig, gelbbraun, zweifächerig, an 
der Scheidewand ein wenig eingeschnürt. Verglichen habe ich diese Speeles mit 



158 



F. A. Haszlinski. 



Fezicula quercina Puck., von der sie sich durch die angegebenen Merkmale 
unterscheidet. Sie wächst an Eichenästen bei Eperies. (Vergl. M. Akad. Math, 
es Term. Tud. Közlem., XXI, Taf. VI, Fig. 10.) 

27. C. PotentiUae. Die Apothecien brechen aus der oberen Rindenschichte 
hervor, sind schwarz, matt, mit staubiger, convexer Scheibe und erhabenem 
Eande. Das Gewebe ist graugelb. Die Schlauchschichte ist braunschwarz und be- 
steht aus fadenförmigen Paraphysen und cylindrisch-spindelförmigen Schläuchen. 
Die Sporen sind länglich, spindelförmig, zweifächerig und selbst im durch- 
gehenden Lichte dunkelbraun. Auffallend sind einige in der Schlauchschichte 
zerstreut stehende, dicke, vielfächerige Paraphysen. Ich sammelte selbe an Aesten 
der Potentilla fruticosa im Szirmay 'sehen Garten zu Eperies. (Vergl. M. Akad. 
Math, es Term. Tud. Közlem., XXI, Taf. V, Fig. 11.) 

28. C. salignum Fuck. Diese Species gehört bis jetzt nur unter der Be- 
dingung zur ungarischen Flora, wenn Ceratostoma Spinella Klch. wirklich als 
Entwicklungsstadium dieser Species betrachtet werden könnte. Diese Spinella 
ist bei uns keine seltene Erscheinung. Sie bildet sich wie die Tropfsteine, wenn 
die einfächerige Cytispora der Weiden bei trockener Luft den Spermatienschleim 
langsam herausdrängt. Vom ersten Tropfen erstarrt die obere Schichte des- 
selben, der sich nachdrängende Schleim durchbricht die Spitze und setzt den 
Bau fort. Der letzte Tropfen erstarrt an der Spitze der Röhre zu einem Kügel- 
chen. Diese Bildung erscheint gewöhnlich nur auf der einen Seite des Asten, 
während sich an anderen Stellen des Asten der Spermatienschleim rings um die 
Oeflfnung ergiesst. 

29. C. Pinastri ist hier in den Tannenwäldern bis zur Krummholzregion, 
z. B. beim Csorbaersee, allgemein verbreitet, gehört aber dennoch zu den nicht 
genau bekannten Arten, was aus der Schilderung derselben von verschiedenen 
Autoren einleuchtet. 

An gut entwickelten Exemplaren sind die Früchte scheibenförmig, sehr 
kurz gestielt und stehen auf der Oberfläche der Rinde. Sie sind glänzend- 
schwarz, mit erhabenem Rande. Die Scheibe ist entweder graubraun bestäubt 
(C pinastri Fuck.), oder rein schwarz {C. laricinum Fuck.). In feuchtem Zu- 
standf! erreicht der Pilz gallertartige Consistenz. Er entwickelt gesondert sjjer- 
matien- und sporentragende Früchte. 

Bei der spermatientragenden Form sind die Schläuche cylindrisch, 10 [j. 
dick, Htehen entweder auf kugeliger, oder auf kurzcylinilrischer Basis und sind 
diclit gefiillt mit länglichen Sperniatien, welche, in Freiheit gesetzt, sich lebhaft 
forlMchreitf^nd bewegen. 

Bei den «porentragenden Früchten »ind die Schläuche entweder keulen- 
förmig, an welchen die Sporwn zweireihig stehen, oder Hchmal-cylindrisch, mit 
einreihig geHtellten Sporen. Die Sporen wind stets oval-spindelförmig, erst ein- 
fächerig und klfin, im vollkommen reifen Zustande bei Weitem grösser, zwei- 
fächerig und braun. (Vergl. M. Akad. Math. (Jh 'J'erm. Tud. Közlem., XXI, Taf. XI, 
Fig. VI.) 



Einige neue oder wenig bekannte Discomyceten. 



159 



30. C. pithyum Fr. Aus einem kleinen, halbkugeligen Stroma entwickeln 
sich rasenartig entweder spermatientragende oder nur ascospore Früchte. 

Die ersteren sind kugelförmig und offnen sich mit einer runden Mündung, 
durch welche sie rankenförmig die in Schleim gehüllten Spermatien ausstossen. 
Die Spermatien sind schmal-spindelförmig, mondförmig gekrümmt und enthalten 
oft einige Sporoblasten oder vielleicht nur Vacuolen. 

Die sporentragende Form ist täuschend der Tympanis Ribes ähnlich. Aus 
dem polsterförmigen Stroma entwickeln sich rasenförmig-keulenförmige Früchte 
mit endlich krugförmiger Gestalt. Die Schläuche sind keulenförmig, achtsporig, 
gestielt. Die Sporen sind schmal-spindelförmig gekrümmt, farblos und im reifen 
Zustande immer einreihig vielfächerig. 

Die geprüften Exemplare fand ich auf den Gebirgen Cserho und Branyiszko, 
ferner bei Eperies und Iglö. Zur Kenntnis dieser zwei Cenangien muss man 
mehrere Jahre zu verschiedenen Zeiten Material sammeln und mikroskopisch 
prüfen, bis man zur Erkenntniss der Structur geeignete Exemplare erlangt. 

31. C. ferrugmosum Fr. Auch bei dieser Speeles fand ich, doch selten, 
mit Spermatien gefüllte Schläuche. 

32. C. Syringae Rehm. Ich sammelte diese Species bei Eperies, Lojka 
im Banate. Die Diagnose gab Rehm in Ascomyc. Lojkanea, p. 20. 

33. C. Äceris. Diese Art erscheint heerdenweise an Aesten des Acer 
tataricum in der Form kleiner Tellerchen, welche die Oberhaut durchbrochen 
haben. Die Schlauchschicht ist dick und blassbraun, mit schwarzbrauner Ober- 
fläche. Die Schläuche sind keulenförmig, kurz gestielt, achtsporig, die Para- 
physen fadenförmig, die Sporen länglich oder eilänglich, blassbraun, zweifächerig, 
14—20 [i. lang und 4 mm. dick. Die Länge der Schläuche beträgt 90—98 [x. 

Ich fand den Pilz bei Ermihälyfalva, Schulz er in Slavonien und nannte 
ihn C Aceris. Ob er nicht identisch mit C. acerinum Fr. sei, lässt sich ohne 
das Fries 'sehe Exemplar nicht entscheiden. (Vergl. M. Akad. Math, es Term. 
Tud. Közlem., XXI, Taf. XII, Fig. 13.) 

34. C. aggregatum (Lasch). Die Früchte sind zuerst kugelförmig, öJfifnen 
sich mit einem Loch oder Spalt und erreichen zuletzt Tellerform. Die Para- 
physen sind am Ende keulenförmig verdickt und gefärbt. Die Schläuche sind 
achtsporig, kurz gestielt, keulenförmig. Die Sporen sind länglich oder oval, 
bräunlich, zweifächerig. Fuckel fand nur Stylosporen. 

Ich fand den Pilz an Odontites-Stengeln bei Bartfeld. 

35. C. alnicolum. Diese Species entwickelt Spermatien, Stylosporen und 
Ascosporen in Perithecien und Apothecien. 

Die Pycniden sind kugelförmig, schwarzbraun, entwickeln sich aus einem 
polsterförmigen Stroma rasenartig und öffnen sich mit einer Spalte. Die Stylo- 
sporen entwickeln sich massenhaft auf kurzen Sterigmen. Sie sind spindel- 
förmig, bogig gekrümmt nnd farblos. In seltenen Fällen sah ich auch nadei- 
förmige, ja auch gefächerte Stylosporen. Diese Pycnidenform fand ich auf Alnus 
incana bei Hrabko, Iglö und Wallendorf. 



160 



F. A. Haäzlinski. 



Die ascospore Form erscheint in der Gestalt kleiner schwarzbrauner Teller- 
chen einzeln oder rasenförmig. Die Scheibe ist anfangs grau bestäubt und flach, 
später couvex, kahl und schwarz, ohne erhabenen Rand. Die Schlauchschicht 
besteht aus wenig fadenförmigen Paraphysen und zweierlei Schläuchen, von denen 
die einen mit splitterförmigen, gekrümmten Spermatien, die anderen mit läng- 
lich-spindelförmigen, stumpfendigenden, braunen, 14 — 16 [x langen Sporen gefüllt 
sind. Diese Exemplare auf Alnus bei Hrabko und Eperies. Auf ersterem Stand- 
orte sammelte ich auch Tympanis ahiea P., welche fadenförmige Sporen hat, 
von der Länge des Schlauches. Den Charakter des C. alnicolum zeigt die Ab- 
bildung in M. Akad. Math, es Term. Tud. Közlem., XXI, Taf. VI, Fig. 14. 

36. C. Carpini. Die Früchte brechen in der Form umgekehrter Kegel 
rasenförmig durch die Oberhaut und öffnen sich tellerförmig. Sie sind schwarz- 
braun und kahl. Die Schlauchschicht besteht aus fadenförmigen, am Ende braunen 
Paraphysen und schmalen, lauzettlichen, achtsporigen Schläuchen. Die Sporen 
sind schmal-spindelförmig, farblos, zweifächerig, 6—8 mal so lang als dick. Au 
Hainbuchen bei Eperies. (Vergl. M. Akad. Math, es Term. Tud. Közlem., Taf. VI, 
Fig. 15.) 

37. Cenangiella alniclla Rehm. Die Früchte erscheinen meist einzeln, 
selten rasenförmig, zuerst in birnförmiger Gestalt, mit eingedrücktem Scheitel, 
später schüsseiförmig, von ^'2"! cm. Breite. Das innere Zellgewebe ist schnee- 
weiss, die Aussenseite ist schmutziggelb und stark kleiig, die Scheibe schwarz- 
braun. Die Schläuche sind schwach keulenförmig und verschmälern sich wie 
bei den grossen Pezizen gegen die sporeuleere Basis, welche ebenso oder dop- 
pelt so lang ist als der mit Sporen gefüllte Theil. Die Sporen sind farblos, 
einfächerig, meist cylindrisch, mit abgerundeten Enden, selten thräuenförmig 
oder von diesen ähnlicher Form, 15— 18 [j- lang und 3 [x dick. Auf J./nz*s in- 
cana bei Iglö. Taf. III, Fig. 4a und bj eine alte und eine junge Frucht, c) ein 
Schlauch, d) vier Sporen. 

38. Encoelia aterrinia. Die Schüsselchen sind ungefähr 1 cm. breit, 
stiellos, mattschwarz, mit glänzendem Rande. Die Schläuche sind keulenförmig 
und gestielt, in der oberen Hälfte achtsporig. Die Sporen liegen in zwei Reihen, 
hie sind t>pind<dförniig, farblos und vierfächorig. Au einem morschen Fichton- 
wurzelbtock im WaMe heim Bade Czemdto, (Vergl. M. Akad. Math, ös Term. Tud. 
Közlem., XXI, Taf. VIII, Kig. 17.) 

K ncbuloHa Jloluhyana untcrscliüidet sich von der typischen Form 
Microgr. Fig. 2H\ nur durch die längeren Sporen und durch die grössere Zahl 
der Spnrenfädifr (meist acht). Die Stammform fand ich au einem morschen 
Kichni«t(»cke bei Kpcrien, die var. [i I/olnhyana fand lloluhy an einem Tannen- 
htumpf bf'i N*Mncs-Podhragy. 

iU. 'J'rocliild puni(/o.ca Itriim. Li 11 hart Hammeitc Helhn auf niätt(M-n 
der Luzula spadicen. und verthciltf; H(dhe unter Nr. 176. Ich unterwarf mein 
Kxemplar einer mikroHkopisflien Prüfung, fand aber weder Schläuche noch Sporen, 
nur Hphäroidische Oruj.pcn, gebildet, aus schwarzen, bogig zusammengeneigten, 



Einige neue oder wenig bekannte Discomyceten. 



161 



fächerlosen Haaren. Jedenfalls eine interessante Species, wenn selbe in meinem 
Exemplare in ihrem ersten Entwicklungsstadium repräsentirt ist. 

41. Pezicula populnea. Die sporentragenden Organe dieser Art ent- 
wickeln sich wie die Nectrien am Eande des tuberculariaartigen, conidien- 
tragenden, polsterförmigen Stromas. Steht daher sehr nahe der P. carpinea Tul.. 
unterscheidet sich jedoch durch die Structur der Schlauchschicht. Diese besteht 
aus cylindrisch- keulenförmigen Schläuchen, ebenso langen Basidien, welche läng- 
lich- cylindrische Stylosporen tragen, und längeren, fadenförmigen Paraphysen. 
Die Länge der Stylosporen beträgt kaum mehr als die Länge der ovalen, farb- 
losen, einfächerigen Ascosporen, was die Zeichnung in M. Akad. Math, es Terra. 
Tud. Közlem., XXI, Taf. 1, Fig. 18 genauer darstellt. An freien Wurzeln der 
Schwarzpappel bei Eperies. 

42. P. pulveracea hat umgekehrt kegelförmige, schwarze, im Innern weiss- 
liche, kleine Früchte, welche rasenförmig auf schwarzen Stromas sitzen. Die 
Schlauchschicht ist rund, wenig convex und besteht aus Schläuchen und Para- 
physen. Diese sind fadenförmig und farblos, jene keulenförmig und bald vier-, 
bald achtsporig. Die Sporen sind länglich - cylindrisch, 14 ;jl lang und 2V2 V- 
dick, vierfächerig, mit dicken, braunen Querwänden. Sie wächst auf Birkenrinde 
in Gesellschaft mehrerer Sphärien, doch sehr selten. (Vergl. M. Akad. Math, es 
Term. Tud. Közlem., XXI, Taf. H. Fig. 19.) 

Ob diese Species mit P. jmh-eracea Alb. et Schw. identisch sei, konnte 
ich nicht entscheiden, obwohl Alb. et Schw. in Conspectus fungorum, p. 342 
mehrere Charaktere erwähnt, welche ich an meinem Exemplar nicht fand. 

43. P. ruhina Karst. Die Früchte sind anfangs kugelförmig und schwarz, 
nach der Oeflfnung schüsseiförmig mit grauer oder blassbrauner Scheibe und 
weisslichem Eande. Die Schlauchschicht besteht aus länglich-cylindrischen, 30 
bis 40 mm. langen Schläuchen ohne charakteristische Paraphysen. Die Sporen 
sind lineal- cylindrisch, nähern sich jedoch manchmal der ovalen oder eiförmigen 
Form. Ihre Länge (7 übertrifft 3—6 mal ihre Dicke. Ich meinte, dass diese 
Species vielleicht identisch sei mit Trochila Rubi De Not. und Pyrenopeziza 
Buhi Fuck., doch fand ich sie nicht genau mit diesen übereinstimmend. 

Sie wächst heerdenweise auf Euhus Idaeus bei Eperies und Iglö. Ist mit 
Original-Exemplaren zu vergleichen. 

44. P. rhabarharina TuL Weil meine Beobachtungen auch hier von den 
Fuckel'schen abweichen, darum theile ich selbe mit. 

Die Früchte dieser Species sind wie die der P, Crataegi kuchenförmig, 
von rothgelber Farbe, mit ebener Scheibe und schwachem bestäubten Eande. 
Die Schläuche sind länglich-cylindrisch mit abgesetztem Stiele, der bald halb, 
bald eben so lang ist als der Schlauch. Die Sporen sind länglich oder länglich- 
cylindrisch, farblos, endlich vier- oder fünffächerig. Der Pilz wächst häufig auf 
Rubus fruticosus, seltener auf R. caesius und Rosa canina. (Vergl. M. Akad. 
Math, es Term. Tud. Közlem., XXI, Taf. XII, Fig. 20.) 

45. Agyrium herbarum Fr. Auf grossen, weissen, scharf begränzten 
Flecken erheben sich die länglichen convexen, vor der Entwicklung der Schlauch- 

Z. B. Ges. B. XXXYII. Abb. 21 



162 



F. A. Haszliuski. 



Schicht schwarzen Früchte. Nach Entwicklung derselben bleibt von der schwar- 
zen Decke nur ein schmaler Rand, welcher die rothbraune Scheibe umgibt. Die 
Schläuche enthalten bräunliche, ovale, einfächerige Sporen. Wächst auf dicken 
Che?iopodiu7n-Stenge\n bei Eperies, doch selten. Stimmt nicht genau mit Fr. 
s. m., p. 233. 

46. A. rufum (Fr.) fand Rehm unter den von Lojka am Betyczat gesam- 
melten Pilzen, Ascom. Lojk., p. 24, wo der Autor auch das Resultat seiner 
mikroskopischen Prüfung mittheilt. Ich fand an meinem Lojka 'sehen Exem- 
plare keine Sporen. Was ich als Ä. rufum Fr. von Lokve aus Croatien in meine 
Publication aufnahm, ist eine andere Pflanze und muss ungeachtet der genauen 
mikroskopischen Prüfung noch einer vergleichenden Prüfung unterworfen werden. 

47. Niptera melaleuca Fr. Den Unterschied zwischen dieser Art und 
N. malaxantha fand ich blos in der Form und in der Farbe der Früchte, 
denn der Bau der Schlauchschicht ist in beiden Formen übereinstimmend, 
namentlich kurzgestielte, cylindrische achtsporige Schläuche mit einreihig ge- 
stellten cylindrischen, oft gekrümmten Sporen, deren Länge 5 — 8mal grösser ist 
als die Dicke. Auffallend ist bei beiden der unregelmässig gekerbte oft gelappte 
Fruchtrand und das oft vorkommende Zusammenstossen der Früchte zu einer 
Kruste. Diesen eigenthümlichen Fruchtrand beobachtete schon Fries an P. mela- 
xantha, ich häufiger an melaleuca, weswegen ich geneigt bin, beide Formen zu 
vereinigen. Cooke's Handbook gibt auch p. 206 keinen genügenden Anhaltspunkt. 

48. N. sensitiva. Die Früchte dieser Species sind scheibenförmig und 
schmiegen sich im feuchten Zustande eng an die Unterlage an, sobald aber 
die Feuchtigkeit verdunstet, ziehen sie sich kugelförmig zusammen, doch ein 
Anhauchen war hinlänglich, um sie wieder auszubreiten. Sie hat eine gelbliche 
Scheibe mit schwarzem Rande, länglich-cylindrische stiellose, 38—60 lauge 
Schläuche und cylindrische, 10 [x lange und 2— 3 (jl dicke Sporen. Ich fand 
selbe an faulenden Himbeerstengeln bei Eperies. 

49. Tnjchopeziza syringea Wlla. ist eine von P. nivea Huds. wenig ab- 
weichende Form, mit welcher sowohl Dasyscj/pha lanata Rehm, als auch P. af- 
/i.ra Schulzer vereint werden könnte. Von Letzterer gibt Taf. II, Fig. 21, in 
M. Akad. Term. 6» Math. Tud. Közlem., XXI die Schulzer'sche Abbildung, 
und zwar a) die ganze Frucht, b) Schläuche und Paraphysen, c) Sporen, <l) ein 
Haar, e) eine Spore. 

50. Pczizdla dilutella (Fr.) ist einer der ältesten Pilze, den ich unter diesem 
Namen dem TauHchverkelire übergab. Die Früchte sind sehr weich, sclieiben- 
fori/iig und Hclimiegen sich enge an die Unterlage an, nur der weissliche, zu- 
weilen schwach gewimperte Rand erhebt sich bei trockenem Wetter. Die Scheibe 
ist meist dunkel bläulichgrau, selten gelbgrün oder weisslich. Die Schläuche 
hind Hchnial lanzettlich oder cylindrisch, achtsporig, die Sporen cylindrisch, larb- 
loH, gerade od<'r gekrümmt, 10 [j. lang und 2 a dick. Die J'araphyKcn ersclieinon 
aln Hchmal'* ufifruchtbar«i »Srliläuche. 

Sjh entwickelt Hieb nur in Hehr feuchter Lage an Stauden- und Kräuter- 
•Utdgeln im Sommer. Sie gehört wie noch viele JV/izen zu den fraglichen und 



Einige nene oder wenig bekannte Discomyceten, 



163 



steht in naher Verwandtschaft zu P. tyrolensis Rehm und mehreren anderen 
Pezizen. 

51. Tapezia retincola Rbh. Diese von Kalchbrenner bei Wallendorf 
gesammelte Speeles hat ursprünglich oflfene, zuletzt convexe Früchte mit gelb- 
brauner Scheibe und schwarzfilzigem Rande. Die Schläuche sind schmallanzett- 
lich, die Sporen gekrümmt, cylindrisch einfächerig, ungefähr 10 mal länger als 
dick. Sie entwickelt sich auf schwarzem, filzartigen Mycel, doch kommen auch 
einzelne Früchte vor ohne bemerkbares Mycel. 

Durch die sehr langen Sporen und die ursprünglich offenen, oft unregel- 
mässig geformten Früchte unterscheidet sich diese Art von allen Tapezien. 

52. T. fulgens unterscheidet sich von Arachnopeziza aurelia Fuck. p. 303 
durch das goldgelbe Mycel, die in der oberen Hälfte glänzendbraunen Haare 
und durch die schmal spindelförmigen, farblosen, vierfächerigen Sporne. Die 
Scheidewände entstehen auch bei dieser Speeles durch das Zusammenstossen 
der ausgedehnten Sporoblasten. Sie kann als auffallende Varietät der P. au- 
relia betrachtet werden. Ich sammelte selbe an Eichenspänen bei Karlstadt in 
Croatien. 

53. Peziza clavipes. Frucht keulenförmig, mit verdickter abgerundeter 
Basis, frei aufsitzend, gelb, mit gelblichbraunem Stiel, welcher ungefähr drei- 
mal so lang ist als der Durchmesser der halbkugeligen Cupula. Die Scheibe 
ist stark concav, die Schläuche schmal keulenförmig, in einen langen Stiel ver- 
schmälert, achtsporig. Die Sporen liegen in der oberen Hälfte, später im oberen 
Drittel, sind cylindrisch oder keulenförmig. 16— 20 mm. lang, an beiden Enden 
abgerundet mit 4. selten mit 3 Sporoblasten. An Stengeln der Antemisia vul- 
garis bei Eperies Taf. III, Fig. 8. a) der Pilz vergrössert, l) und c) Schläuche, 
d) und e) Sporen. 

54. Cihoria firma (P). Die Frucht ist trichterförmig, braun, V2~l coa. 
breit und verschmälert sich in einen ebenso langen dunkelbraunen Stiel. Die 
Schläuche sind stiellos, cylindrisch, achtsporig. Die Sporen stehen einreihig, 
sind oval oder länglich-cylindrisch, mit 2 Sporoblasten. Die Paraphysen sind 
fadenförmig, nur wenig länger als die Schläuche. Meine Exemplare stimmen 
vollkommen mit den Rehm 'sehen, Nr. 477, doch nicht ganz mit der Fuck ei- 
schen Diagnose, nach welcher die Sporen zweireihig stehen und mehr als zwei 
Sporoblasten haben. Sie wächst an abgefallenen Roth- und Weissbuchenästen 
bei Eperies. 

55. Eoesleria hypogaea Thüm. und Pass. Diese Speeles unterscheidet 
sich von allen Discomyceten durch ihre Sporenschläuche, welche sich nicht ab- 
gesetzt mit dünner Basis aus dem Keimboden erheben, sondern nur als sporen- 
tragender Endtheil ebenso dicker aus dem Keimboden sich erhebender cylin- 
drischer Zellen erscheinen, wesswegen dieser Pilz unter den Discomyceten auf 
tiefster Stufe steht. Den Pilz fand mein Sohn Hugo als Phylloxera-Commissär 
in der Szabolcser Gespannschaft an Vitis-W iirzelu. 

56. Helotium alniellum Hyl. ist nach meinen Exemplaren ein sehr hin- 
fälliger zarter Pilz, mit 1mm. breiter Scheibe und warzenförmigem Stiele. Ist 

21* 



164 



F. A. Haszlinski. 



schmutzigweiss, hat stiellose cylindrische Schläuche und länglich- lineale farblose, 
einfächerige Sporen. Er wächst auf den Kätzchen von Älnus bei Iglö. Rehm 
publicirt von demselben Standort, nämlich von Alnus-Kätzchen zwei neue unga- 
rische Discomyceten, nämlich Mollisia umhonata und Omhrophila Bäumleri, die 
ich mikroskopisch prüfte, ohne jedoch Einsicht in ihre Structur erlangt zu haben. 

57. H. filicicolum hat gestielte gelbe Früchte mit flacher, endlich con- 
vexer Scheibe und abwärts gekrümmtem dicken Rande. Der Stiel verdickt sich 
abwärts und ist 1 — 2 mal so lang als der Durchmesser der Scheibe. Die Schlauch- 
schicht enthält fast nur schmal keulenförmige, gestielte, achtsporige Schläuche. 
Die Sporen sind keulenförmig mit einem zugespitzten Ende und 8 Sporoblasten, 
durch deren Ausdehnung die Sporen zuletzt achtfächerig erscheinen. Wächst 
an Farrenstengeln bei Eperies, doch selten. (Vergl. M. Akad. Math, es Term. 
Tud. Közlem., XXI, Taf. X, Fig. 22.) 

58. H. virgultorum Fr. Hieher zog ich als typische Form von den gelben 
gestielten, schmalsporigen Pezizen diejenigen, bei welchen sich der Stiel nach 
abwärts auffallend verdünnt und dort schlangenförmig krümmt. Nachdem ich 
aber von diesem Pilze Hunderte von Exemplaren jährlich beobachten kann — 
ich lege nämlich die verschiedenen Gartenabfälle gesondert an versteckte, schat- 
tige Orte — habe ich die üeberzeugung gewonnen, dass dieser Pilz die Form 
wechselt und hieher nicht nur die P. salicina P. (an einem Weideuzweige, der 
von ungefähr unter die Himbeerranken kam), bei welcher die Stiele kürzer sind, 
und P. rubicola Fr., welche meist in ganz weisser Farbe erscheint, sondern auf 
Grund einer mikroskopischen Prüfung meiner Rehm 'sehen Exemplare auch 
H. scutula, Nr. 808, und //. solitarium, Nr. 352, welche ich hier beliebig aus- 
wählen kann, gezogen werden können. Neben der Farbe wechselt der Stiel, 
welcher oft gleich dick und straff' erscheint und die Schlauchform. Die Schläuche 
bei rubicolum verengen sich meist in einen fadenförmigen Stiel und tragen die 
Sporen in der oberen Schlauchhälfte und in der Sporenform bei ß salicina Fr., 
bei welclier das eine Ende der Sporen sehr häufig scharf gespitzt erscheint. 

Meine P. scutula unterscheidet sich von den oben erwähnten Rehm 'scheu 
Exemplaren. Ihr cylindrischer Stiel ist nur halb so lang als der Durchmesser 
der linsenförmigen Cupula und ihre längliciischmalen Sporen sind nur i mal so 
lang als dick. Auf Jlelianthus annuus bei Eperies und Budapest. 

Ich schlage daher vor, zu der oben charakterisirten typischen Form als 
Varietäten nach den oben gegebenen speciellen Merkmalen \. rubicolum, 2. sali- 
cinum, o. scutula und 1. HolUarium zu stelleji. 

W.). IL jdali/pUH. Ein gelbbraunes oder zimmtfarbiges Jlelotium, bei 
welchem sich der Stiel an der BasiB in eine radial gerunzelte Sclieibe ausdehnt, 
die «ich der Unterlage eng anschmiegt und so breit ist als die Cupula. Die 
Scheibe iHt eben oder wenig concav. Die Länge des Stieles wechselt nach dem 
Standorte wie bei vielen Pi;zizen, denn auch iWmo Pflanzen streben nach liicht. 
Die Sporen sind länglich-Hpindelförmig, '.>—4m'd[ so lang als dick. (Vergl. M. 
Ak»d. Math, da Term. Tud. Közlem., XXI, TJ. XI, Fig. 2:{.) 



Einige nene oder wenig bekannte Discomyceten. 



165 



Ich sammelte den Pilz an Erlenzweigen im Sumpfe Blata bei dem 
Ränker Bade. 

60. H. Tuba Bolt. ist eine ebenso gut charakterisirte Speeles wie die 
vorhergehende. Sie sitzt ganz frei auf der Oberfläche der Aeste, in welche er 
nur, wie P. clavipes, mit einigen Würzelchen vordringt. Der Stiel ist an der 
Basis fast kugelartig verdickt, dann cylindrisch und erweitert sich in der Cupula, 
welche ursprünglich convex ist, endlich aber doch in der Mitte eingedrückt er- 
scheint, mit nach unten gekrümmtem, abgerundeten Rande. Charakteristisch 
finde ich auch die radialen Falten an der Aussenseite des Bechers. Die Schlauch- 
schicht besteht nur aus cylindrischen, stiellosen, achtspornigen Schläuchen. Die 
Sporen sind länglich oder oval, 2 — 2V2Üial so lang als dick. Die ersten Exem- 
plare fand ich au untergetauchten Aesten im Gebirgsbache Sebes oberhalb Salgo 
im Saroscher Comitate. Die Exemplare waren ganz weiss mit gegen die Basis 
bräunlichem Stiele von ungefähr 10 mm. Höhe und nannte ich den Pilz H. hypo- 
crita. Später fand ich auch gelbe Exemplare ausserhalb des Wassers, und er- 
kannte bei wiederholter miki'oskopischer Prüfung die Bolton'sche Speeles. 
Taf. III, Fig. 3 a drei Pilze in natürlicher Grösse, b zwei Exemplare vergrössert, 
c ein Schlauch, d zwei Sporen. 

61. JS. epipJiyllum P., H. immutdbüe Fuck., Rehm Nr. 478, stimmt 
zwar mit P. epipliylla Fr. s. m. p. 137, doch abgesehen von der mikroskopi- 
schen Prüfung, deren Mangel viele Fries 'sehe Speeles zweifelhaft macht. Die 
Früchte haben zwar einen über die Scheibenfläche erhabenen Rand, der aber 
verschwindet, sobald sich die Scheibe wölbt. Die Schlauchschichte hat keine 
echten Paraphysen, und weil die farblosen einfächerigen Sporen verschiedene 
Formen haben — ich fand spindelförmige und lanzettliche mit abgerundeten 
Enden und eiförmige — deswegen würde ich diese Art bei H. epiphyllum 
belassen. 

62. H. chrysostigma Fr. s. m. p. 128 sammelte ich an Filix-Ld,VLb im 
Walde Sosninki bei Eperies im December. 

63. Leucoloma humosum ß. bicoctisporum. In Bezug auf L. humosum 
schloss ich mich der Auffassung Cooke's an, Microgr. Fig. 25, gegen die Auf- 
fassung FuckeTs, welche für diese Speeles kugelförmige Sporen verlangt. Die 
Varietät bicoctispjorum hat ovale, 20 |j. lange und 15 ;j dicke Sporen mit zwei 
Sporoblasten, welche zuletzt zusammenfliessen und vereint eine semmelförmige 
Gestalt erlangen. (Vergl. M. Akad. Math, es Term. Tud. Közlem., XXI, Taf. VIII, 
Fig. 24.) Sie wächst auf kahlem Waldboden bei Eperies. 

64. Cruania trachyspora B. Br. stimmt mit Fig. 129 der Micrographia, 
doch ragen nach meiner Beobachtung die Paraphysen um V 2 Sporendurch- 
messer über die Schläuche. Das geprüfte Exemplar sammelte Di et z am rothen 
Berge bei Szerednye auf kahlem Waldboden. 

65. C. nigrella P. Meine Exemplare von mehreren Standorten stimmen 
in Form, Farbe, Grösse und Structur mit Fig. 120 der Micrographia, doch fand 
ich nur an der Basis den schwarzen Wurzelschopf und an den Seiten der äusseren 
Oberfläche nicht Haare, sondern nur Warzen. Die Scheibe ist glänzendschwarz. 



166 



F. A. Haszlinski. 



66. C. livida Rehm. ist von mittlerer Grösse, braungelber Farbe, stiellos, 
mit schmutzigweissem Wurzelschopf. Die Cupula breitet sich zuletzt horizontal 
aus. Sie hat sehr lange, nach unten gleichförmig verschmälerte Schläuche, 
deren acht Sporen im oberen Dritttheile einreihig Platz haben. Die Sporen 
sind glatt, 14—15 [j. lang. Die Paraphysen sind fadenförmig, am oberen Ende 
schwach verdeckt. (Vergl. M. Akad. Math, es Term. Tud. Közlem., XXI, Taf. VII, 
Fig. 26.) Lojka sammelte selbe im Hunyader, Ditz im Unger Comitate. 

67. Leucoloma suhumbrinum Boud., Microgr. Fig. 385. Die Cupula hat 
einen Durchmesser zwischen 1 und 2 cm., ist braungrau, unten bräunlichgelb, 
zuerst concav, zuletzt convex, mit abwärts gebogenem, der Erde sich anschmie- 
gendem Rande. Die Schläuche sind cylindrisch, nach unten verschmälert, in 
den oberen zwei Dritttheilen sporentragend. Die Sporen sind oval, stark warzig, 
ohne Sporoblast, 20 [j- lang und 10 — 12 [j- dick. Auf kahlem Waldboden bei 
Eperies. Taf. III, Fig. 5 a und b zwei Durchschnitte, etwas verkleinert, c ein 
Schlauch, d ein Sporn. 

68. Cruania lancifera. Ein Scheibenpilz von mittlerer Grösse und braun- 
gelber Farbe, mit gelbweisser Scheibe. Die untere Seite des scharfen Randes 
ist mit schwarzen Borsten besetzt, so dass die Scheibe, von oben betrachtet, 
wimperig erscheint. Die Schläuche sind in der oberen Hälfte sporentragend, 
die Sporen sind stark warzig und 14 — 15 [>■ lang. Das auffallendste Merkmal 
bieten die lanzenförmigen Paraphysen. Die Haare sind pfriemförmig an der Basis 
gefächert. (Vergl. M. Akad. Math, ^s Term. Tud. Közlem., XXI, Taf. II, Fig. 27.) 

69. Pyronema phaeosporum. Eine stark concave, fleischige, weissgelbe 
Pezize von mittlerer Grösse auf weissem Mycel. Die Fruchtscheibe ist körnig- 
kleiig braungelb, die Schläuche sind cylindrisch, plötzlich in einen schmalen 
Stiel verengt, von 80 [x Länge, endlich schmal keulenförmig, nachdem sich die 
sechs Sporen in den oberen Theil zusammengedrängt haben. Das auffallendste 
Merkmal liegt neben der Schlauchforra in den braunen Sporen. Die Sporen 
sind oval, 12-16 |j. lang, 6—7 |x dick. Im Budapester botanischen Garten fand 
diese Speeles der Assistent Dr. Dietz. 

70. P. omphalodes (Bull.). Exemplare, welche sich nicht auf Brandstellen, 
sondern auf kahlem Waldboden ohne oberflächliches Mycel entwickeln, sind 
kräftiger als die gesellschaftliche Form und entwickeln einen starken Wurzel- 
schopf. Auf Grund dieser Abweichungen trennte ich selbe vom P. omphalodes 
unter (hm Namen P. rhizopogon. (Vergl. M. Akad. Math, ds Term. Tud. 
Közlem., XXI, Taf. VII, Fig. 25.) Auf kahlem Waldboden bei Ki)eries. 

71. Ifumaria arenom Fuck. Stimmt mit Micogr., Fig. 117. Diese 
Speele» sammelte Dietz auf Sandboden bei Budapest. Sie wächst so dicht 
nebeneinander, dass die einzelnen Früchte gezwungenerweise in den verschie- 
densten Form»*n erscheinen, selbst als echte Otideen, welch' letztere Erscheinung 
bei gedrängte r AHSociation auch an an<lereri grossen rczi/en beobachtet werden 
kann. Die Sporen sind oval, farblos, ungefähr I I [>■ lang und nehmen nur das 
Oberst*} Drittel der Schläuche ein. 



Einige neue oder wenig bekannte Discomyceten. 



167 



72. Plectania suhfloccosa ist eine auffallende langgestielte, weissgraue 
Pezize mit rother Scheibe. Der Stiel ist ungefähr 2 cm. lang und mit dicken, 
weissen, durchscheinenden Borsten bedeckt. Die Cupula ist umgekehrt kegel- 
förmig und an der unteren Hälfte ebenfalls stark borstig. Die Schläuche sind 
keulenförmig, acbtsporig. Die Sporen sind oval. (Vergl. M. Akad. es Term. 
Tud. Közlem., XXI, Taf. V, Fig. 29. 

Dem Habitus nach ist sie ähnlich der P. floccosa, Micrograph., Fig. 97, 
doch ist die obere Hälfte der Cupula kahl und die Borsten haben nur an der 
Basis 1 — 2 Scheidewände. Bei Sommerein fand selbe auf einem trockenen Aste 
der Ortspfarrer Herr ßezsely. 

73. Plectania infundibulum. Eine grosse, kurz trichterförmige, schmutzig- 
weisse, aussen kleiigstaubige Pezize mit ungefähr 3 cm, breiter Scheibe und kurzem 
cylindrischen Stiele. Die Schläuche sind cylindrisch, bis zur Basis gleichförmig 
schwach verengt, an der oberen Hälfte einreihig, achtspornig. Sporen oval, 20 
lang, 10 [JL dick, mit einem grossen kugelförmigen Sporoblasten, der mit einer 
körnigen, gelblichen Masse gefüllt ist — das auffallendste Unterscheidungs- 
merkmal. Sie wächst rasenförmig unter Haselgebüsch bei Eperies. Taf. III, 
Fig. 1 a der Pilz, etwas verkleinert, b ein Schlauch, c zwei Sporen. 

74. P. pseudoaurantia. Diese Art gleicht in Form und Grösse der P. suh- 
floccosa, doch ist sie kahl und hat eine rothgelbe Scheibe und einen blassgelben 
bestäubten Stiel, der ungefähr doppelt so lang ist als die Breite der umgekehrt 
kegelförmigen 'Cupula. Die Schläuche sind cylindrisch und verengen sich in 
einen halb so langen Stiel. Die Sporen sind länglich oder länglich-cylindrisch, 
glatt und bis 30 [j- lang. Paraphysen sind sparsam entwickelt. (Vergl. M. Akad. 
Math, es Term. Tud. Közlem., XXI, Taf. VII, Fig. 20.) 

75. Craterium microcrater Nees., Syst. d. Pilze, Taf. XX, Fig. 1, 2, 3, 4. 
Dieser Pilz ist gewiss die auffallendste Pezize auf ungarischem Gebiete und fiel 
mir schon auf im Kesmarker grossen Walde in den Sechs- und Siebenunddreis- 
sigerjahren als Gymnasiasten. Später sammelte ich selbe im Walde bei Eperies, 
im Szinyeer und im Seberer Thale. Aus dem Unger Comitate sandte sie Laudon, 
aus Slavonien Schulz er. Auch von Kalchbrenner erhielt ich junge, noch 
unfruchtbare Exemplare. Sie wächst meist auf ganz morschen, der Erde ein- 
gesenkten Aesten, welche sie mit ihrem schwarzbraunen Mycel durchdringt und 
überzieht. Doch kommt sie auch auf noch hartem Holze in kleineren Exem- 
plaren vor, in welchem Falle sie ein oberflächliches, polsterförmiges Mycel bildet. 
Sie ist schwarzbraun mit kleiiger Oberfläche und schwarzer, tief concaver Scheibe. 
Sie erreicht eine Höhe von 10 — 12 cm; und eine 5—6 cm. breite Oeffnung. Die 
Structur der Schlauchschicht zeigt die Abbildung in M. Akad. Math, es Term. 
Tud. Közlem., XXI, Taf. IX, Fig. 31.) 

76. C. disciferum. Eine ganz weisse, bestäubte, mit endlich ganz flacher, 
blass fleischrother Scheibe auf plötzlich abgesetztem, cylindrischen, gleich dicken 
Stiele. Das auffallendste Merkmal ist der häutige, faserig zerschlitzte, zuletzt 
bräunlich gefärbte Rand, offenbar der ßest eines Epiphragmas, welches ich 
unter den grossen Pezizen nur an der vorliegenden Species beobachtete. Neben 



168 F. A. Haszlinski. Einige neue oder wenig bekannte Discomyceten. 



diesem Charakter muss ich noch den einsamen, grossen, gelblichen Sporoblast 
der Sporen als Merkmal hervorheben. Die Structur der Schlauchschichte zeigt 
die Abbildung Taf. III, Fig. 2 a der Pilz etwas verkleinert, schief von unten 
betrachtet, h senkrechter Durchschnitt, c Schlauch mit Paraphyse, d zwei 
Sporen. Eperies beim Bade Czemete auf Waldboden. 

77. Pliearia riparia ist eine der auffallenden Formen der hiesigen 
Pezizen wegen der bräunlichvioletten Scheibe. Ich hielt sie früher für P. vio- 
lacea P., nachdem ich aber selbe mit der Zeichnung in der Microgr., Fig. 278, 
verglich, musste ich sie als neue Speeles betrachten. Die Frucht ist radförmig. 
kahl, aussen' weisslich oder grünlich grau. Die Schläuche sind cylindrisch nach 
unten verschmälert, in der oberen Hälfte achtsporig und endlich an der unteren 
Hälfte zerknittert spiralig gedreht. Die Sporen sind oval, 14 — 16 [x lang, 
10 — 12 |JL dick. Die Paraphysen sind fadenförmig. Kalch brenn er fand selbe 
auf Waldabfällen in einem Gebirgsbache bei Wallendorf. 

78. P. cerea (Sow.) fand ich auch bei Gänöcz auf Grasboden im 
Korponai'schen Garten. 

79. Äcetabulum vulgare Fuck. Meine hieher gezogene Pezize stimmt 
vollkommen mit der Abbildung (P. helvelloides) Krombh., Taf. LXI, Fig. 21, 23. 
Dieselbe Zeichnung gab Kalchbrenner zu seiner P. costata in Szepesi gombäk 
jegyzäke, Taf. IV, Fig. 3. Hingegen nähert sich die Form Microgr., Fig. 183, 
mehr zu A. ancile Rehm. Auch diese Art breitet sich oft flach aus, wird faltig 
und nähert sich der P. reticulata Grev. * 

80. P. vesiculosa Bull, ist hier die verbreitetste unter den grossen Pezizen 
und steigt bis zur Krummholzregion (beim Csorbaer See). Sie ist nicht wähle- 
risch im Standorte und erscheint daher in mannigfaltiger Form und Farbe, 
weswegen schon Fries die hieher gehörigen Formen in vier Gruppen zusammen- 
stellte. Hieher ziehe ich auch die Schulz er 'sehe Species P. reticulata, die 
mit der Cooke'schen gleichen Namens, Microgr., Fig. 227, nicht vereint werden 
kann. Taf. X, Fig. 23 in M. Akad Math, ds Term. Tud. Közlem., XXI, stellt 
die Schulzer 'sehe Species vor. 

81. Macropodia macropm (?.). VAno von Elvella hispida Schaeff., Icon., 
Tab. lO^J, und von Microgr., Fig. 180, stark abweiclionde lichtgraue, ganz kahle, 
fast knorpelartige Form fand ich bei Gradistye in Siebenbürgen, die ich als 
M. gracilis im Herbar aufbewahre und coi)irt in M. Akad. Math. 6h Term. Tud. 
Ko7]' iri X\I Miif Tr.f [I, Fig. 34 mitthcile. 



169 



lieber zwei wenig bekannte Ascomyeeten. 

Von 

Dr. R. y. Wettstein. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 9. Febrnar 1887.) 



I. Peziza aquatica, 
Lam. et D. Cand., Flor, fran?., ed. III. 2. Bd., p. 76 (1815). 

Thalamia solitaria, medio partis inferioris insidentia, initio globosa, 
mox haemisphaerico-convexa vel fere plana, circuitu orbicularia, 2—3 mm. 
diametro, colore carnoso, margine angustissimo sterili pallidiore vel saepe 
emarginata. Mycelium (pseudoparenchymatosumj suhhymeniale fere pellucens, 
non densum. Äsci longe-cylindracei, hasin versus attenuati, ohtusi, dimidio 
superiore sporigeri, octospori, 15—17 [j. lati, 340—350 [j- longi. Paraphyses 
paucae, solitariae, tenues, Uberae, apice clavatim-incrassatae, glabrae vel apice 
tenuissime verruculosae, hymenio concolores, nunquam ramosae. Sporae rede 
monostichae, ellipsoideae, rotundatae, 18—20 [j. longae, 10—12 p. latae, eguttu- 
latae, hyalinae, episporio glabro. 

Submersa in aquaeducto qiwdam Gdlliae (D. Cand. l. c. sine indica- 
tione loci); ad pannum putrescentem in aquaeducto ad Trins in valle Gschnitz 
(Vni, 1885, A. Kern er); in Helvetia? (Hall er). 



Der Fruchtkörper der geschilderten Peziza zeigt einen ganz merkwür- 
digen Bau. Aus einer dünnen Schichte dichten Pseudoparenchyms, das dem 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Abh. 22 



170 



R. V. Wettstein. 



Substrate eng anliegt und mittelst weniger Rhizoiden mit demselben verbunden 
ist, erhebt sich das mcäcbtig entwickelte subhymeniale Gewebe, das aus überaus 
zarten Hyphen mit weiten Intercellularräumen besteht. Das Hymenium, auf- 
fallend durch die geringe Anzahl der Paraphysen, bedeckt den ganzen oberen 
Theil des Fruchtkörpers, der in Folge dessen ganz ungerandet ist oder nur 
eine schmale sterile Randzone, bestehend aus weissen, blasig erweiterten Hyphen- 
enden, aufweist. 

De Candolle beschreibt in seiner Flora fraugaise, ed. III. t. II, p. 7G 
die Peziza aquatica ohne genaue Fundortsangabe, hebt jedoch das ganz auf- 
fallende Vorkommen derselben hervor, indem sie vollständig untergetaucht 
auf im Wasser befindlichen organischen Substraten lebt. Fries, der die Pflanze 
nicht sah, hielt sie in Folge dessen auch gar nicht für einen Pilz, sondern sagt 
darüber im System, myc. II, p. 137: „P. aquatica DC. ex habitu huc (ad Mölli- 
fiiam) pertineret, vero ad Älgas citanda." 

Im Sommer des Jahres 1885 fand nun Herr Professor Dr. A. R. v. Kern er 
bei Trins in Tirol im Innern einer Wasserleitungsröhre auf verfaulenden Stoff- 
resten eine Peziza, die, soweit es sich mit Zugrundelegung der Diagnose 
De Candolle 's bestimmen lässt, mit P. aquatica übereinstimmt. Ich nehme 
daher keinen Anstand, sie als solche zu bezeichnen, und gebe im Voraustehen- 
den eine Beschreibung dieses merkwürdigen Pilzes, da die von De Candolle 
entworfene in vielen Punkten unvollständig ist. 

De Candolle citirt auch a. a. 0. Haller, Hist. stirp. indig. Helv. II, 
no. 2245, p. 133 (1768), der aber (1. c.) blos sagt: „Peziza humida exilis, laete 
ruhicunda. In alveo fontis"' und sich damit auf Basler Merkw. III, p. 384 stützt. 
Diese dürftige Angabe könnte sich aber auch auf eine ganz andere Peziza, z. B. 
P. ficutellata L. bezielien, die sich gleiclifalls an feuchten Stellen, im Innern von 
Brunnentrögen u. dgl., jedoch niemals untergetaucht findet. Das Vorkommen 
der P. aquatica in der Scliweiz muss dalier immerliin noch als zweifelhaft an- 
gesehen werden. 

^. Ilypomycrs Tricliodermn. 

Ii ' M III I.. \ egota)). in Herryniao HubterraneiH collect, j). !», tab. VI, flg. 2 (181 1). 

J'rriflieciu sparna suhiculo lale cxl enno, c hyphift Holilariis compofiito, /ihrato, 
yriftro- lulexrrtiti, nioUi, r.a '! 4 vini crasso, rarius mrmbranaceo, insidentia, 



lieber zwei wenig bekannte Ascomyceten. 



171 



Uhera vel ad medium immersa, globosa vel ovoidea, aurantiaco-sanguinea, ver- 
tice conice-attenuato, breviter prominente, perforato, hasin versus nonnumquam 
suhpubescentia, vertice Semper nudo. Pars eminens perithecii in speciminibus 
vetustioribus saepe fuscescens vel nigricans. Perithecia ca. 0-25mm. diametro. 
Asci anguste cylindracei, basin versus angustati, Uyalinae, ca. 146—162 \}. 
longi, 7 [j. crassi. Sporae octo, monostichae, ascos fere totos complentes, elon- 
gato-fusiformes, utrinque attenuatae et mucrone brevi obsitae, e cellulis duabus 
septo tenuissimo seiunctis compositae, medio constrictae, Uyalinae, tenuiter ver- 
ruciäosae, 26 — 30 p. longae, 6—7 [j. crassae. 

Ad ligna vetusta putrescentia in fodinis; adhuc solum in fodinis Hercy- 
niae (Hoffmann l. c) et prope Mautern Styriae superioris (A. Heid er VIII, 
1886) inventus. 

Hoff mann beschreibt die makroskopisch wahrnehmbaren Eigenschaften 
des vorliegenden Pilzes und bildet ein jüngeres Entwicklungsstadium desselben 
a. a. 0. ziemlich gut ab. Irrthümlich sind die Angaben über den Inhalt der 
Perithecien. 

Seit Hoff mann scheint der Pilz von Niemandem beobachtet worden 
zu sein, wenigstens fehlt bis heute eine eingehende Beschreibung desselben, und 
Winter (Pilze II, p. 136, 1886) war genöthigt, ihn als „unvollständig bekannte 
Art" aufzuführen. 

Im vergangenen Jahre erhielt ich von meinem Freunde Herrn Dr. Adolf 
Hei der aus einem Bergwerke bei Mautern in Obersteiermark einen Pilz in 
reichen, schönen Exemplaren, der zweifellos mit Hypomyces Trichoderma Hoff m. 
übereinstimmt. Auf Grund dieser Exemplare gebe ich nun die vorstehende 
Beschreibung. 

Das hyphöse Stroma, dem die Perithecien aufsitzen, besitzt eine sehr 
wechselnde Dicke, ist bald häutig und dann sitzen ihm die Perithecien fast 
ganz frei auf, bald ist es von beträchtlicher Dicke und hebt sich dann auch 
häufig wulstförmig vom Substrate ab. Die Perithecien stehen in grosser Zahl, 
aber zerstreut auf dem Stroma und bestehen aus einem Pseudoparenchym mit 
grossen, durchscheinenden Zellen. 

Das Stroma ist aus reichverzweigten, kurz und Weitzelligen Hyphen zu- 
sammengesetzt. 

Die Sporen sind, so lange sie in den Schläuchen sich befinden, streng 
spindelförmig und schmal; sobald sie frei werden, verdicken sie sich beträchtlich 

22* 



172 



R. V. Wettstein. lieber zwei wenig bekannte Ascomyceten. 



und zugleich tritt eine Einschnürung in der Mitte der zweizeiligen Spore deut- 
lich hervor. 

Die Conidienträger dieses Pilzes sind mir unbekannt; an dem erhaltenen 
Materiale fanden sich keine, auch war es mir nicht möglich, dieselben in Cul- 
turen zu erziehen, da mir nur in Weingeist aufbewahrte Exemplare zur Ver- 
fügung standen. 



Of rii£ 
^'^y OF ILLINOIS 



173 



üeber Dipteren. 

Vou 

Prof. Josef Mik in Wien. 
(Mit Tafel IV.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 5. Jänner 1887.) 

I. Drei neue österreichische Dipteren. 

1, Rhipidia punctiplena n. sp. (Fig. 1—7). 

Capite murino, articulis antennarum obsciiris, in utroque sexu pallide 
pedicellatis ; thorace ferrugineo, polline albido-cinerascenti ohtecto, dorso fusco- 
trivittato, vittis lateralibus atro-maculatis ; pleuris vittis longitudinalibus binis, 
atris conspicuis; abdomine lurido, parum nitente, lateribus ipsis nigro-vittatis. 
Pedibus pallide ferrugineis, femoribus ante apicem nigro-annulatis, tibiis apicem 
versus tarsisque fuscis excepta metatarsorum basi. Alis lutescenti-cinerascentibus, 
crebre einer eo-punctulatis, praeterea 7-maculatis, maculis fuscis, parvis, rotun- 
datis, quatuor in vena longitudinali prima, ceteris ad venarum secundae et tertiae 
radices et ad venam analem ante alae marginem posteriorem sitis. Genitalibus 
ferrugineis. Long, corp.7'5 — 8mm., long. alar. 7'5 — 8mm. Patria: Salisburgia. 

Kopf mattschwarz, dicht mäusegrau bestäubt; weniger dicht ist diese 
Bestäubung am Stirnhöcker und am Gesichte, so dass diese Theile fast schwarz 
erscheinen. Die längeren abstehenden Haare am Hinterkopfe schwarz; Augen 
im Leben dunkelgrün; Taster und Rüssel schwarz mit schwarzer Behaarung, 
die Saugflächen des letzteren wässerigbraun. Fühler von der Länge des Thorax, 
vierzehngliederig; das erste und zweite Glied schwarz, die übrigen dunkel grau- 
braun, drittes bis zwölftes Glied gestielt, die Stiele wässerig, weisslich. Erstes 
Glied walzig, oberseits der ganzen Länge nach schwarz beborstet; zweites Glied 
fast kugelig, mit einem Kranze schwarzer Wirtelborsten; drittes Glied becher- 
förmig, nach unten, wie das zwölfte, gegen die Spitze zu unsymmetrisch aus- 
gezogen, an der Basis zu einem kurzen Stielchen verschmälert, die übrigen 
Glieder kugelig, langgestielt, nach unten jederseits in einen langen Lappen aus- 



174 



Josef Mit. 



gezogen ; die Lappen sind mit weissen kurzen Flaumhärchen bedeckt und tragen 
an der Spitze je zwei schwarze Borsten, auf dem Rücken der Glieder steht ein 
Halbkranz solcher Wirtelborsten ; das vorletzte Glied ist fast kugelig, das letzte 
verlängert, flaschenförmig (Fig. 1). 

Thorax rostbräunlich, welche Farbe durch die grauliche Bestäubung 
verändert wird und bald mehr oder weniger röthlichgrau erscheint. Vor dem 
Schildchen, am Schildcheu selbst, am Hinterrücken und an den Thoraxseiten 
zeigt die Bestäubung, in gewisser Richtung besehen, einen fast reinweissen 
Seidenschimmer. Prothorax am Rücken mit einer schmalen schwarzbraunen 
Längsstrieme, Mesothorax daselbst mit drei solchen bald helleren, bald dunk- 
lereu Striemen, deren mittlere am breitesten ist, bis zur Quernaht reicht und 
gewöhnlich von einer sammtschwarzen Mittellinie ihrer ganzen Länge nach 
durchzogen ist. Seitenstriemen etwas schmäler, vorne verkürzt und daselbst von 
einem sammtschwarzen runden Fleckchen begrenzt, vor welchem das gewöhn- 
liche eingestochene, hier schwärzliche Pünktchen liegt; über der Quernaht er- 
weitern sich die Seitenstriemen bis zur Flügelbasis und sind daselbst dunkler, 
fast sammtschwarz ; hinter der Quernaht sind sie schmal unterbrochen und 
setzen sich als je ein keilförmiges, mit der Spitze nach rückwärts gekehrtes, 
mehr oder weniger sammtschwarzes Fleckchen bis zum Schildchen fort, lieber 
dieses ziehen zwei schwarzbräunliche, nur in gewisser Richtung sichtbare Längs- 
strichelchen, welche sich nach hinten verschmälern. Hinterrücken der ganzen 
Länge nach mit einer dreieckigen, nach hinten stark verschmälerten, schwarz- 
braunen bis schwarzen, sammtartig schimmernden Strieme. Brustseiten durch 
eine auffallende, vom Beginne des Prothorax bis zur Schwingerbasis reichende, 
samintscliwarze, sicli scharf abhebende, ziemlich breite Längsstrieme geziert; 
darunter eine schmälere, über das Collare, über die Hüften und über die Meso- 
pleuren ziehende schwarze Binde, welche sich am deutlichsten auf den Meso- 
pleuren zeigt. Daselbst befindet sich noch zwischen den beiden genannten 
Binden ein schmales schwärzliches Längsstrichelchen. Behaarung am Pro- und 
Mesothoraxrücken schwarz, selir schütter und kurz. 

Hinterleib schmutzig gelblichbraun, etwas glänzend, Bauch etwas 
heller, die Seiten selbst mit schwärzlicher, schmaler, wenig deutlicher Strieme. 
Die weichen Haare des Hinterleibes sind kurz und bleicli. Aeussere Genitalien 
rostgelb; das fleischige Terminalglied der Zangenarme auf der Oberseite mit 
einer rinnigen Vertiefung, in welche sich die bewegliclie Klaue einlegt und 
thcilweiKO von einem fast lappig vorsjiringenden Wulste des Torniinalgliedcs 
bedeckt wird (Fig. ^). Di" hewcgliche Khtue selbst ist gerade;, erst vor dem 
Knde hakig abgebogen und an der Spitze brandig. D(m- hakenartige Fortsatz 
an der InnenMeite deH Terininalgliedes ist an der Spitze heliroHtbräunlich, an 
der VonlerNeite trägt «;r riinige abstellende Börstchen, an der Hinterseite vor 
der Spitze eine dirk<i, dunk<;lroHtbraune Horste, welclie an ihrer Spitze zerfasert 
iht und Mich aln eine auH mehreren feineren Borsten zusammengeHetzte zu erkennen 
gibt (Fig. D- Basalglied d«r Zangenurtne besitzt an «Inr IJnterKeite innen 

eiueii kiiospenförmigeu Aunwuchs (Fig. U), aucli Hiebt man daselbst das lanzett- 



Ueber Dipteren. 



175 



liehe Admiuiculum und die beiden ihm zur Seite stehenden retractilen, häuti- 
gen, in eine längere chitinöse Spitze ausgezogeneu Anhängsel. Im Profile (Fig. 6) 
erscheint das fleischige Terminalglied der Zangenarme, wo die Klaue endet, 
ziemlich tief eingebuchtet. 

Beine rostgelb, die Schenkel vor der Spitze mit einem schwarzbraunen, 
ziemlich deutlichen Eiuge, welcher an den Vorderschenkeln fast bis zu deren 
Spitze reicht; die Schienen gegen die Spitze zu verdunkelt, die Tarsen mit 
Ausnahme des Metatarsus schwarzbraun. 

Schwinger bleich, wässerig, der Knopf an der Basis im frischen Zu- 
stande mit einem dunkelbraunen Einge, getrocknet blassbräunlich. 

Flügel gelblichgrau, mit gelblichen Adern und nicht stark vorspringenden 
Flügellappen. Die Fläche mit mehr oder weniger zahlreichen grauen Pünktchen 
besäet, welche meist isolirt sind, sich hie und da zu Längsreihen, seltener zu 
Bingen gruppiren, sonst aber unregelmässig vertheilt und nur selten zusammen- 
geflossen sind. Ausser diesen punktförmigen Fleckchen fallen sieben rundliche, 
schwarzbraune kleine Makeln auf (Fig. 7), davon befinden sich drei zwischen 
der Mediastinalader und der ersten Längsader, und zwar der erste nahe der 
Wurzelquerader, der zweite auf der Mitte zwischen dem ersten Flecke und zwi- 
schen der Wurzel der zweiten Längsader, der dritte liegt an der Mündung der 
Mediastiualader und breitet sich über die Querader aus, welche die Mediastinal- 
und die erste Längsader verbindet; ein vierter Fleck liegt an der Mündung 
der ersten Längsader und geht über die Querader, welche zur zweiten Längsader 
führt; ein fünfter Fleck, der kreisrund ist, befindet sich an der Wurzel der zwei- 
ten, ein sechster an der Wurzel der dritten Längsader; endlich liegt ein siebenter 
Fleck an der siebenten Längsader, doch vor ihrer Mündung. Alle diese sieben 
Makeln fallen mehr durch ihre intensive Färbung als durch ihre Grösse auf; nur 
die siebente ist manchmal verblasst oder nur durch eine dunkelbraune Färbung 
der Ader an dieser Stelle selbst angedeutet. Grössere Makeln begleiten noch 
die übrigen Queradern, doch haben sie keine dunklere Färbung als die zahlreichen 
Punktfleckchen, üeberall, wo die Punktfleckchen über die Adern sich verbreiten, 
sind sie dunkler gefärbt als auf der übrigen Flügelfläche, so namentlich an der 
vierten und fünften Längsader und an den Mündungen aller Längsadern. Die 
zweite bis vierte Längsader ist am Spitzentheile des Flügels bedörnelt. Die 
Wurzel der zweiten Längsader liegt weit wurzelwärts von der Querader, welche 
die Mediastinal- und die erste Längsader verbindet. 

Das 9 gleicht in Allem dem Männchen, nur sind die Fühler etwas 
kürzer, so lang als Meso- und Metathorax zusammengenommen, und anders 
gebaut (Fig. 2) : das dritte bis zwölfte Glied ist unsymmetrisch herzförmig, in- 
dem jedes nach unten stärker vorgezogen erscheint; dieser vorgezogene Theil ist 
mit weisslichem Flaume bedeckt und an seinem Ende schwarzbraun gefärbt, 
während der übrige Theil des Gliedes in Folge der Bestäubung eine grauliche 
Farbe zeigt. Die wässerigen Stiele sind von der Länge der Glieder selbst. Der 
Hinterleib zeigt an den Seiten je zwei deutliche schwarzbraune Längsstriemen, 
gleichsam als Fortsetzung der Striemen an den Thoraxseiten; die obere dieser 



176 



Josef Mik. 



Striemen ist deutlicher und reicht ununterbrochen bis zur Legeröhre, an der 
Basis und gegen das Ende sich verschmälernd; die untere ist etwas heller, mehr 
auf die Bauchseite gerückt und an den Ringeinschnitten schmal unterbrochen. 
Legescheide: an der Basis weich, braungelb, die Klappen selbst chitinös, 
dunkelrostbraun, schnabelartig; die oberen dünn, sanft aufwärts gebogen, die 
unteren gerade, stärker und etwas länger. Die weiche Basis (d. i. der achte 
Hinterleibsring) am Rücken mit einem Kranze langer, heller Wimperborsten, 
welche fast die Spitze der Legeklappen erreichen. 

Ich entdeckte diese äusserst zierliche Art in einer Au an der Salzach 
nächst Aigen bei Salzburg Anfangs Juli 1885, wo sie in ziemlicher Zahl über 
^tos-Stöcken ihren Luftreigen hielt. Im nächsten Jahre, in welchem die be- 
sagte Au in Folge der Salzachregulirung verschwunden war, traf ich die Mücke 
noch im August an schattigen Stellen längs der Salzach; am 26. August fing 
ich zwei Weibchen in dem Hausflure meiner Wohnung in Aigen, wohin sie sich 
vor dem Regen geflüchtet hatten. 

Anmerkung. Bhipidia punctiplena m. wird nicht leicht mit einer der 
bekannten europäischen Rhipidia-Ai'ten zu verwechseln sein. Bh. uniseriata 
Schin. und ctenojihora Lw. entbehren der zahlreichen punktförmigen Makeln 
auf der Flügelfläche. Von Rh. maculata Meig. unterscheidet sich unsere Art 
durch den zarteren Bau, durch die Flügelzeichnung, namentlich sofort aber durch 
die auffallende sammtschwarze Längsstreifung der Thoraxseiten, wenn auch 
Spuren dieser Streif ung bei Rh. maculata sich einer genaueren Beobachtung zu 
erkennen geben. Die Flügelzeichnung unserer Art ist von jener der Rh. macu- 
lata recht auffällig verschieden. Ein Blick auf die Fig. 8 wird die nöthige Auf- 
klärung geben; bei letzterer Art sind nur vier auffallendere Flecken vorhanden; 
sie sind aber weit grösser, als es bei Rh. punctiplena der Fall ist, auch sind 
sie nicht so dunkel gefärbt wie bei unserer Art und stechen daher von der 
übrigen Flügelzeichnung nicht so sehr ab. Diese vier Flecke liegen am Vorder- 
rande des Flügels. Die kleineren Fleckchen, welche bei Rh. punctiplena punkt- 
förmig sind, l)aben bei Rh. maculata mehr den Charakter von Makeln, welche 
häufig zu grösseren Flecken, namentlich um die Queradern und am Ende der 
fünften bis siebenten Längsader zusammen Hiessen. Ein wichtiges, unterschei- 
dende» Merkmal liegt auch in der Situation der Wurzel der zweiten Längsader: 
bei Rh. maculata BntHj)ringt diese Läugsader wohl auch wurzelwärts der die 
bffiden Aest« der ersten Längsader verbindenden (^uerador, jedoch in einer 
Entfernung von ihr, welche nicht länger als die (^iierader selbst ist, während 
diese Entfernung bei Rh. punctiplena mindestens dreimal länger ist als die 
genannte Querador. Da bei letzterer Art der Flligellappen nicht so stark vor- 
springt wie bei Rh. maculata, so erscheinen bei ihr die Flügel im Umrisse 
etwas schmäler als bei dieser. 

'4. Parhyfurina eaUlopHis ii. Mp. 

('lypeo faciali luherculo inaffno, violaceo, nitido; orhilifi frontalihuH 
HUfrra antennfin ulrinquc ni acuta nüjra, holosericea; genis siramineis, nitidis; 



Ueber Dipteren. 



177 



antennis ferrugineis, articulo tertio infiiscato, lineari, angusto, elongato, seta 
parum incrassata, albida. Thorace einer eo-polUno so, dorso hrunneo-bivittato ; 
scutello piano opaco; abdomine nigro-aeneo, nitido. Pedihus cum coxis ferru- 
gineis, tibiis tarsisque miticis infuscatis. Alis cinerascentibus , ferrugineo- 
tinctis, venis ferrugineis, venis transversis non adumbratis. Long. corp. et 
alar. 4 mm. Patria : Carinthia. 

Hinterkopf glänzend schwarzbrann, die Frontalorbiten auf ihrer oberen 
Hälfte von derselben Farbe, auf der unteren etwas erhoben und daselbst sammt- 
artig, schwarz mit braunrothem Schimmer; Scheiteldreieck schwarz, wenig glän- 
zend; Stirnstrieme mattschwarz, gegen die Fühler zu röthlichbraun werdend. 
Zwischen den Augen und der Fühlerbasis ein dreiseitiges, weiss schimmerndes 
Fleckchen, Facialorbiten schmal, oben schwarzbraun, unten gelb, glänzend und 
in gewisser Richtung weissen Schimmer zeigend. Gesichtsbildung wie bei Pacliij- 
cerina seticornis Fall., nur ist der Quereindruck zwischen den Wangen und 
Backen ein noch tieferer und daher der Muudrand stärker vorstehend als bei 
der genannten Art. Fühler vorgestreckt, rostbraun; das dritte Glied etwas 
schwarzbräunlich, an der äussersten Spitze mit weissem Schimmer; es ist sehr 
lang und sehr schmal, linienförmig, gegen die Basis zu nur wenig breiter; die 
Borste nahe der Basis des dritten Fühlergliedes eingelenkt, mässig dick, gegen 
die Spitze zu allmälig dünner werdend, an ihrem Grunde rostgelblich, weiterhin 
weisslich; sie überragt etwas das 3. Fühlerglied und hat, wie überhaupt die ganze 
Fühlerbildung, grosse Aehnlichkeit mit jener von Lauxania cijlindricoryiis F. 
Das Gesicht unter den Fühlern und auf dem grossen Höcker stahlblau, ins 
Purpurrothe ziehend, wie polirt, sonst wie die Backen strohgelb, glänzend ; der 
Höcker beginnt alsbald unter den Fühlern, nimmt beinahe den ganzen Clypeus 
ein, ist hochgewölbt, rundlich und verschmälert sich nach unten, wo er fast bis 
an den Mundrand reicht. Das ein wenig vorschauende Prälabrum ist schwarz- 
braun. Rüssel gelb, Taster schwarzbraun, an der Wurzel gelb. Die Beborstuug 
des Kopfes ist schwarz. 

Thorax im Grunde schwarzbraun, glänzend, von bläulichgrauer Be- 
stäubung ziemlich dicht bedeckt und daher matt erscheinend. Am Rücken 
zeigen sich zwei schmale kaffeebraune Längsstriemen und am Seitenrande von 
der Schulterbeule bis zur Flügelwurzel je eine undeutliche, schwarzbraune, etwas 
glänzende Strieme, welche durch die daselbst mehr schüttere Bestäubung hervor- 
gerufen wird. Die Brustseiten sind weniger bestäubt, daher mehr glänzend; 
um die Flügelbasis herum geht das Schwarzbraune mehr ins Rothbraune. Be- 
borstung des Thorax schwarz; die grösseren Dorsocentralborsten gehen nach 
vorne nicht über die Quernaht hinaus, so dass der Thoraxrücken von der Quer- 
naht auf der Mitte nur kurze Börstchen trägt. Schildchen flach, von Farbe 
des Thorax, matt; am Rande schmal rostbräunlich und mit vier schwarzen 
Macrochaeten besetzt. 

Hinterleib schwarzbraun, fast schwarz, mit erzfarbigem Schimmer und 
starkem Glänze; namentlich erscheint der fünfte Ring, mit Ausnahme eines 
kleinen Querfleckehens auf seiner Mitte, und der Körper des Hjpopygs, d. i. 

Z. B. Ge». B. XXXYIl. Abh. 23 



178 



Josef Mik. 



der sechste Ring, wie polirt. Letzterer ist hinten stumpf kegelförmig, beugt 
sich dann ein wenig auf die Bauchseite und hat daselbst nahe seinem Hinter- 
rande jederseits eine kleine höckerartige Anschwellung. Die Haltzange selbst 
ist am Bauche angedrückt, die Lamellen derselben sind rostbraun. 

Beine: Vorderhüften bleich rostgelb, Hinterhüften wie die übrigen Theile 
der Beine rostbräunlich; an den Vorderbeinen sind die Schenkel gegen die Spitze 
zu, die Schienen und Tarsen aber durchaus schwarzbräunlich. Die Schenkel dieser 
Beine haben unterseits fünf längere schwarze Borsten; die Präcipicalborste findet 
sich an allen Schienen, an jenen der Hinterbeine ist sie am schwächsten. 

Schwinger rostbräunlich, die Keule an ihrem Scheitel etwas verdunkelt, 
Flügel schwach graulich, mit rostfarbigem Tone, namentlich längs des Vorder- 
randes und an der äussersten Wurzel; Adern rostbraun, die hintere Querader 
etwas geschwungen, ihre Abstände von der kleinen Querader und von dem 
Flügelhinterrande fast gleichgross, letzterer nur wenig merklich grösser. Die 
Queradern zeigen keine Spur von einer dunklen Säumung. 

Ich erhielt diese ausgezeichnete Art von Herrn Professor Tief, welcher 
sie in der Nähe von Villach in Kärnten gefangen hat. Sie wird wohl dieselbe 
Art sein, welche Professor Nowicki in seinen „Beiträgen zur Kenntnis der 
Dipterenfauna Galiziens* (Krakau 1873) auf p. 32 unter dem Namen Pachyce- 
nina pulchra Lw. aufführt. Mir ist nicht bekannt, dass Loew je irgendwo 
diese Art beschrieben hätte und sie ist also wohl nur als ein Name in litt, zu 
betrachten. Wohl findet sich eine Art unter diesem Namen auch in der Lo ew- 
schen Sammlung, welche das k. Museum in Berlin acquirirt hat, und zwar in 
zwei Exemplaren, deren eines keine Fundortsangabe aufweist, das andere aber 
mit „Botan. Garten in Breslau" bezettelt ist. Diese Mittheilung verdanke ich 
der Freundliclikeit des Herrn Dr. F. Karsch am Museum zu Berlin. 

Bezüglich der Gründe, welche mich bei Einreihung unserer Art in die 
Gattung Pachycerina leiteten, werde ich an anderem Orte zu sprechen dem- 
nächst in die Lage kommen; nur so viel sei hier gesagt, dass die Art in der 
Gesiclitsbilduijg mit P. seticornis Fall, fast vollständig übereinstimmt, in der 
Fühlerbildung aber die grösste Aehnliclikeit mit Lauxania cylindricornis F. 
aufweist. ]>'ah Colorit, namentlich aber jenes des Gesichtes, die vollkommen 
ungesäumte, kleine und liintere Querader und wohl auch der etwas weitere Ab- 
Htaud dieser beiden Queradern von einander untor.scheiden ]\ calliopsis m. von 
I'. Meticornix Fall. 

.V. LohiopUra Tieiii ii. np. 

r/ (Uijiile, Ihorace, scutello, pedihus halleribusque nigris; Ihoracc nüido 
HcutcUo ojiaco, (ihdominiH dorso arfßcrUeo-micante , venire fmcesccnte; fronte 
Hat lata, antice purum amjuHlata. Alis albcHccnliUuH vcnis ex luleo dilute suh- 
fuHCi». Fade nüjro-cüiata, ocuUh nudin. Long. corp. .'{mm, long. alar. 3 5 mm. 
Palria: CJarinthin. 

Kopf Hrliwarz nnd Hcliwar/, InOiarrt; Siirn ziemlich breit, oben beinahe 
den dritt^fii 'l lw-il <I<t Ko|»lhr<'itM iiinnoluriend, gegen fli<' Fnlih;r zu voiKchmälert, 



Ueber Dipteren. 



179 



im Profile über die Fühlerbasis nicht vorstehend; das längliche, bis auf ein 
Drittel der Stirn herabreichende Scheiteldreieck und die Scheitelplatten glänzend 
schwarz, der übrige Theil der Stirn mattschwarz. Borsten des Scheitels und 
der Frontalorbiten lang und stark, längs der Stirnmitte schwächere Börstchen. 
Augen gross, kahl (selbst unter dem Mikroskope nimmt man nur hie und da 
ein kurzes schwarzes Härchen wahr), am Hinterrande auf der Höhe der Fühler- 
einlenkung mit einer tiefen Einbuchtung (bei Lobioptera speciosa M. fehlt die- 
selbe). Fühler kurz, schwarz, drittes Glied fast scheibenrund, mikroskopisch 
behaart; die Borste dreigliederig, das erste Glied sehr kurz, kaum wahrnehm- 
bar, zweites Glied deutlich und verdickt, drittes lang, allmälig dünner werdend. 
Gesicht nach unten erweitert, mattschwarz, die sehr schmalen Facialorbiten an 
ihrem Eande mit schwarzen Wimperborsten, welche beinahe bis zur Fühler- 
wurzel hinaufsteigen; die obersten dieser Gesichtswimpern sind die längsten. 
Backen äusserst schmal, mit schwarzen Wimperu besetzt. Rüssel und Taster 
schwarz gefärbt und sehr kurz. 

Thorax tief schwarz, etwas ins Bläuliche neigend, stark glänzend. Be- 
borstung desselben schwarz, ziemlich dicht und lang, insbesonders hinter den 
Schulterbeulen, wo eine Querreihe von längeren Borsten auffällt; die mittleren 
zwei Präscutellarborsten sind am längsten. Schildchen gewölbt, mattschwarz, 
mit vier Macrochäten am Rande besetzt. 

Hinterleib am ersten Ringe mattschwarz, die übrigen Ringe oberseits 
mit lebhaftem Silberschimmer, welcher schwärzlichgraue Reflexe zeigt, Über- 
gossen. Ziemlich nahe dem Hinterrande steht auf dem zweiten bis vierten 
Ringe eine Querreihe kleiner, schwarzer Börstchen auf kleinen Warzenpünktchen; 
an den Seiten des zweiten Ringes bilden ähnliche Börstchen noch mehrere kurze 
Reihen; am fünften Ringe sind vor dem Hinterrande solche Börstchen mehr 
ungeordnet, und am Hiuterraude dieses Ringes, welcher daselbst jederseits etwas 
höckerartig vorspringt, sind längere Borsten vorhanden, wie auch au dem Seiten- 
rande des zweiten Ringes. Das kleine Hypopygium ist knospenförmig, schwarz- 
braun und mit einigen längeren, geraden Borsten besetzt. Der Bauch ist schwarz- 
braun. Der Hinterleib ist so dünn, dass er von der Bauchseite her im durchfal- 
lenden Lichte betrachtet — wenigstens an den getrockneten Exemplaren — auf 
der Mitte gelblichbraun durchscheint. 

Schwinger schwarz, ebenso die kleinen Schüppchen; letztere mit äusserst 
kurzen und zarten weisslichen Wimperchen dicht besetzt. 

Flügel leicht gelblichgrau tingirt, gegen einen dunklen Hintergrund be- 
sehen wie von einem bräunlichweissen Tone getrübt erscheinend. Die Adern aus 
dem Gelblichen ins Schwarzbräunliche gehend; die Costa, welche bis zur Mündung 
der vierten Längsader reicht, auf ihrer Vorderkante in Folge der kurzen, dicht 
anliegenden Bewimperung schwarz erscheinend (wie es bei den Sapromyza-Arten. 
der Fall ist). Knapp hinter dem seichten Einschnitte, an welchem sich kein 
Costaldörnchen bemerkbar macht, ist die Costa verdickt und wird weiterhin all- 
mälig schwächer. Die zweite und dritte Längsader divergiren gegen die Mündung 
zu, während die dritte und vierte Längsader daselbst deutlich convergiren. Die 

23* 



180 



Josef Mik. 



fünfte Längsader erreicht selbst nicht den Flügelhinterrand, doch ist der feh- 
lende Theil durch eine Falte angedeutet. 

Ich erhielt drei Exemplare dieser schönen Art von meinem verehrten 
Collegen Professor Tief in Villach. Ich benenne sie dem Entdecker zu Ehren, 
welcher mir über deren Vorkommen Folgendes schreibt: „Ich traf die Fliege 
am 13. Juni unmittelbar vor Oberfederaun, 1 '/j Stunden von Villach entfernt, 
auf einem Holzstosse, der aus ziemlich alten Buchenästen bestand. Sie trieb 
sich in Gesellschaft in der Luft spielend herum und Hess sich dann wieder auf 
dem Holze nieder. Nur während des Spielens in der Luft konnte ich dieselbe 
mit dem Netze erhaschen; nach jedem Schlage mit dem Netze waren die Thier- 
chen verschwunden, kehrten jedoch, wenn ich mich ruhig verhielt, nach einigen 
Minuten wieder zurück, um ihr Spiel vom Neuen zu beginnen." Leider scheint 
Professor Tief bei dieser Gelegenheit nur Männchen gefangen zu haben. Es 
ist möglich, dass die Weibchen den Männchen gleichen, wahrscheinlich aber 
wird sich der Silberschimmer am Hinterleibe nur auf Flecke an den Seiten der 
ersten Ringe beschränken. 

Anmerkung 1. Loew beschreibt in der Wiener Entomolog. Monatschr. 
1863, Bd. VII, p. 10, sub Nr. 44 einen Argyrites meldleucus aus dem südlichen 
Afrika, und zwar aus dem Oraugestaat. Die kurze Beschreibung passt beinahe 
ganz genau auf Lohioptera Tiefii. Allein diese Beschreibung repräsentirt nur 
eine kurze Diagnose ; bei dem Umstände, dass es mehrere ausländische so kleine 
Lohioptera- Arten gibt, welche der Art aus Kärnten sehr ähnlich sind, kann 
ich mich nicht entschliessen, die beiden genannten Arten von so verschiedener 
Provenienz für identisch zu halten. So lange nicht ein Vergleich der Loew 'sehen 
Typen ermöglicht wird — leider finden sie sich, wie mir Herr Dr. F. Karsch 
freundlichst mittheilte, nicht in der Loew'schen Sammlung zu Berlin — so 
lange wird man die österreichische Art wohl als eigene Species fortführen müssen. 

Anmerkung 2. Ich kann meine Ansicht, welche ich über zwei von 
Wiedemanu in den „Aussereurop. zwoiflügl. Insecten", 1830, Bd. II, als Chlo- 
ropH bescliriebene Art«n hege, hier nicht unterdrücken. Es sind dies: Chlorops 
argenteus Wied., 1. c. p. 59(J, 5 {Tephritis argentea Fabr.) aus Amboina und 
ChloropH (limidiatus Wied., 1. c. p. 507, 10 aus Surinam. Beide Arten scheinen 
mir in die Gattung Lohioptera zu geljören und mit Lohioptera Tiefii m. nahe 
verwandt zu Hoiii. 

II. Bemerkungen zu einigen schon bekannten Dipterenarten. 

7. iJainpHocera umticratn Heeg. (Fig. 0, 10). 

Ich verdank') di«* K«MuitiiiHK dicHor iiitereHsaiiü ii Art wmxww beiden Freun- 
den Prof. Ti»'f in Villaoh und Kowarz in Fran/,<MiHhad. lOrHtontr fing ein r/" 
am IH. Mai auf (ieMträuch neben einMin Fehlwoge gegen Judendorf (hei Villach), 
wo »ich die Fliege äuiiH»;rHt behende auf den I'lättern im SonncnHcheine herum- 



Ueber Dipteren 



181 



trieb; Kowarz besitzt ein 9» welches er im Jahre 1866 bei Losoncz in Ungarn 
gesammelt hat. 

Das Thierchen wurde bekanntlich von Heeger entdeckt und gezogen 
(vergl. Sitzungsber. d. kais. Akad. d. Wissensch., Wien, 1858, XXXI. Bd., p. 302, 
Taf. IV). Aus den mir bekannt gewordenen oben erwähnten zwei Exemplaren 
geht hervor, dass Heeger 1. c. nur das Weibchen beschrieben und abgebildet 
hat. Das Männchen hat er, obgleich er die Art in copula gefangen zu haben 
angibt, nicht beachtet; es unterscheidet sich in manchen Stücken, namentlich 
in der Flügelzeichnung von dem Weibchen recht auffällig. 

Auch Schiner hat uns in seiner Fauna (t. II., p. 233) über das Geschlecht 
der hier beschriebenen Gampsocera keine Aufklärung gegeben. 

Sowohl die Beschreibungen, welche Heeger und Schiner von der in 
Rede stehenden Fliege veröffentlichten, sowie auch die Abbildung der Imago 
in den Sitzungsber. d. Akad. d. Wissensch. (1. c.) sind theils mangelhaft, theils 
unrichtig, wozu ich Ergänzungen und Berichtigungen im Folgenden nachzutragen 
in der Lage bin. 

Obgleich die Flügelzeichnung der mir zur Untersuchung zu Gebote ge- 
standenen zwei Exemplare auf den ersten Blick sehr verschieden zu sein schien, 
so zeigte eine genauere Prüfung doch eine bestimmte Analogie in der Anlage 
dieser Zeichnung, und ich bin nicht im Geringsten im Zweifel, dass man es hier 
mit den beiden Geschlechtern derselben Art zu thun hat. 

Der Kopfbau ist in beiden Geschlechtern derselbe: die Stirn ragt im 
Profile ziemlich stark kegelförmig vor und bedeckt die zwei sehr kurzen Basal- 
glieder der Fühler vollständig; sie ist mit schütteren kurzen Härchen bedeckt, 
nur nahe dem Vorderrande sind dieselben etwas länger ; auf den Froutalorbiten 
steht je eine Reihe schwarzer Börstchen. Das dritte Fühlerglied erscheint quer, 
indem es nach aufwärts kegelförmig ausgezogen ist; die Fühlerborste ist also 
strenge genommen nicht apical, wie sie Schiner in seiner Fauna nennt, son- 
dern ähnlich gestellt wie bei Elachiptera; immerhin kann man sie aber ohne 
Rücksicht auf diesen Vergleich als (scheinbar) apical bezeichnen. Die Färbung 
des dritten Fühlergliedes ist gelb, an der Spitze intensiv gebräunt. 

Die Backen sind ziemlich schmal, bleich strohgelb, die Mundöffnung ist 
sehr gross und steigt weit hinauf, was bei der sonst ähnlich organisirten 
Elachiptera nicht der Fall ist; den Mundrand begleitet auf den Backen je eine 
Reihe bleicher Härchen, welche im Profile bis über den unteren Augenrand 
hinaufsteigen; das oberste desselben ist das längste, kann aber wegen seiner 
Zartheit nicht recht als sogenannte Knebelborste aufgefasst werden (Fig. 9). 

Der Clypeus ist kurz, stark eingedrückt und nur zwischen den Fühlern 
mit ganz kurzem, höckerartigem Kiele; er ist matt, Chromgelb gefärbt, am 
Mundrande wie die Backen scharf gerandet. Bei Elachiptera geht der Clypeus 
weiter herab, ist wohl auch etwas eingedrückt, doch zieht sich der Längskiel, 
der zwischen den Fühlern beginnt, fast bis zum Mundrande herab. 

Der Rüssel ist gelb und hat schmale, zurückgeschlagene, mit abstehenden 
dunklen Härchen besetzte Saugflächen ; die Taster sind kurz, von gewöhnlicher 



182 



Josef Mi k. 



Bildung, vorne etwas verdickt und von gleicher Farbe und Behaarung wie der 
Rüssel. 

Die Augen sind, wenn auch schütter und kurz, so doch deutlich behaart, 
die Härchen besitzen eine weisse Farbe. 

Das ist insbesondere durch die Bildung des Hinterleibes und durch 
die Flügelfleckung von dem 9 leicht zu unterscheiden. 

Der zweite und dritte Hinterleibsring ist beim oberseits am Hinter- 
rande sehr schmal blassgelb gesäumt, am vierten Ringe ist dieser Saum ein 
wenig breiter. Der fünfte Ring ist bleichgelb, schmal, kaum ein Drittel so lang 
als der vorhergehende und bildet gleichsam eine Manchette, aus welcher das 
schwarzbraune, sehr kleine Hypopygium ein wenig heraussieht. Bemerkenswerth 
ist, dass der vierte Ring an seiner Basis nur wenig schmäler als der Hinterrand 
des dritten Ringes ist, und dass er sich nach rückwärts allmälig verschmälert; 
seine Länge ist gut um ein Viertel grösser als die des vorhergehenden Ringes. 

Beim 9 1 das mir vorlag — es war trächtig — , ist der zweite und dritte 
Ring des Hinterleibes etwas breiter als beim ihre Färbung aber dieselbe. 
Der vierte Ring ist an seinem Hinterraude breiter bleichgelb gesäumt und schon 
an der Basis ist er nur halb so breit als der vorhergehende; nach hinten zu 
verschmälert er sich nur sehr wenig; seine Länge ist kaum verschieden von 
jener des dritten Ringes. Der fünfte Ring ist ähnlich wie beim gebildet 
und ebenso gefärbt. Er bildet den zweiten Theil der Legeröhre, indem man 
mit Recht den vierten Ring schon als ersten Theil derselben ansehen kann. 
Die Lamellen (der dritte Theil) der Legeröhre waren an dem vorliegenden Exem- 
plare in den vorhergehenden eingezogen; doch sah man deutlicli, dass er auch 
bleich gelb gefärbt ist. 

Bei beiden Gesclilechtern besteht also der Hintorleib nur aus fünf Ringen, 
wozu dann noch das versteckte Hypopygium beim cT <^ie Lamellen der 
Legeröhre beim 9 kommen. 

Die Flügelzeiclmung des ^ (Fig. 10) ist eine vom Q verschiedene; immer- 
hin aber sehen die Flüijol auch hier wie beim 9 wie mit schwarzer Tusche 
beklekst aus. Während beim 9 nach der H eeger 'schon Darstellung auf jedem 
Flügel nur drei Flecke vorkommen, besitzt das vorliegende deren drei Paare, 
alHO Hech« Flecken, und zwar je drei Flecken übereinander, von welchen die 
beiden in der «THten Ilinttirrandszelle am grössten sind und durch einen scii malen 
St^-g kiiajii» hinter (unter) der dritten Längsader miteinander zusammenhängen. 
S^hr kh'in ist flas rund'; Spitzenfieckcheu in d<;r zwtutf^ii IliiiterraiidHzello. 

IW'im 9 f'dilt (u;u;h II(!eger) der FN'ck zwisclien der zweiten und dritten 
Länghjwhfr nahe der FIügelHpitze und das voriirwiihntc kleine Fleckchen in der 
zw<'it*Mi ffint'TraridHzclh;. Die beiden zuHammeuliängeuden Flecke in der ersten 
Hint<TrandHZ<'ll«! l)ild»iii «ine (»-förmige Zeichnung (am rechten, eine d-förmige 
am linken Flügel). Ich hiuhm «erwähnen, das« der Flügel in der von H eeger 
gAf(cbenen Figur etwan verzeichnet int, namentlich orHchcint der »)- förmige Fleck 
ZU W'-it von der kleinen Qin-rader entfernt. 



Ueber Dipteren. 



183 



An dem Flügel des 9 (collectio Kowarz) findet sich auch das kleine 
Fleckchen in der Spitze der zweiten Hinterrandszelle genau an derselben Stelle 
wie beim cT, die Nulle des 6-förmigen Fleckes ist ganz von der schwarzen 
Färbung ausgefüllt, und der in der Heeger'schen Zeichnung deutliche schmale 
Längswisch an der zweiten Längsader ist nur durch eine verdickte Stelle der- 
selben etwas angedeutet. 

Eine ganz eigenthümliche Structur besitzt die Flügelmembran in beiden 
Geschlechtern; sie verleiht ihr schon unter einer raässig vergrössernden Lupe 
ein chagrainirtes Ansehen. Dasselbe rührt nicht von der allerdings stärkeren 
mikroskopischen Behaarung her, sondern ist eine Folge kleiner, regelmässig ge- 
ordneter runder Grübchen und ebensolcher Erhabenheiten, sowie der grösseren 
Wärzchen, auf welchen die einzelnen Haare aufsitzen. Unter dem Mikroskope 
opalisiren die Flügel in Folge dieser Structur sehr schön. 

Erwähnt sei noch etwas über die Farbe der Beine. Sc hin er nennt die 
Beine in seiner Fauna „schmutziggelb, stellenweise verdunkelt". Ich sah diese 
Verdunkelung beim nur an der Basalhälfte der Hinterschienen, beim 9 
zeigte sich an den Mittel- und Hinterbeinen die Spitzenhälfte der Schenkel und 
die Basalhälfte der Schienen schwarzbräunlich, an den Vorderschenkeln ober- 
seits aber ein ebenso gefärbter Längswisch. Es ist möglich, dass diese Zeich- 
nungen veränderlich sind. 

2. Sapromysa difformis Lw. (Fig. 11). 

Loew beschreibt das 9 dieser sonderbaren Art in der Wiener Entomolog. 
Monatschrft. 1858, Bd. II, p. 11, Nr. 6 aus Schlesien. Ich habe vier Weibchen 
und ein Männchen derselben Art im vorigen Jahre am 4. September auf den 
Blättern von Gesträuchen im Aignerparke bei Salzburg gefangen und kann daher 
über die sonderbare Bildung des weiblichen Hinterleibes und über das nähere 
Auskunft geben. 

Die von Loew entworfene Beschreibung ist zutreffend. Der Hinterleib 
meiner weiblichen Exemplare hatte die Fleckung, welche nach Loew 
manchmal vorkommen soll: am dritten Hinterleibsringe (Loew nennt ihn den 
zweiten) sind zwei schwarzbraune, heller umwölkte Makeln vorhanden; am 
vierten Ringe zeigen sich zwei mehr längliche Flecke, welche sehr bleichbraun 
und verwaschen sind (vgl. Fig. 11). Die merkwürdigen Fleischzapfen finden 
sich am vierten Ringe, und zwar zwei Paare, die kleineren warzenförmigen 
Zapfen stehen am Rücken des genannten Ringes, die längeren kegelförmigen an 
der Seite. Beide sind im Leben von fleischiger Consistenz und können aus- 
und eingezogen werden wie die Fühler einer Schnecke. Im letzteren Falle zeigt 
sich der Hinterleib wie bei den anderen Sapromyza-Arten, nur nimmt man bei 
genauerer Beobachtung concentrische Runzeln wahr, welche die eingezogenen 
Zapfen andeuten. 

Abweichend von den anderen Arten ist aber die Form der chitinösen 
Rückenschienen des dritten und vierten Hinterleibsringes; diese Schienen sind 



184 



JoBef Mik. 



näoilich au den Seiten abgerundet und am Hinterrande schmäler als am Vorder- 
rande, so dass das fleischige Connexivum sich an diesen Ringen bis auf den 
Rücken des Hinterleibes ausbreitet. Auf den chitinösen Schienen steht dann 
auch knapp vor ihrem Hinterrande die Reihe der schwarzen Borsten. 

In der Loew 'sehen Beschreibung wird das Colorit ähnlich jenem von 
Sapromyza decipiens Lw. angegeben. Dies bezieht sich nur auf den gelben 
Farbenton des Körpers. Die Taster sind bei S. decipiens an der Spitze schwarz, 
bei S. difformis aber sind sie ganz gelb. 

Das Männchen unterscheidet sich nur sehr wenig von jenem von 
S. rorida Fall. Schon Loew erwähnt in der Beschreibung des Q, das allein 
er kannte, „dass die Härchen, welche auf der Oberseite des Thorax zwischen 
den längeren Borstenhaaren stehen, kürzer als bei S. rorida seien". Diese 
Härchen sind unsere Acrostichalbörstchen. Sie stehen in zwei schütteren Längs- 
reihen zwischen den äusseren Reihen der Dorsocentralborsten. Bei dem von 
S. rorida finde ich alle Acrostichalbörstchen fast gleich lang und stark, nur 
das letzte vor dem Schildchen stehende Paar ist grösser und etwas stärker. 
Beim von S. difformis aber sind die zwei letzten Paare vor dem Schildchen 
deutlich grösser und stärker als die vorhergehenden. Ich bemerke noch, dass 
der Hinterleib meines Männchens nur einige ganz unregelmässige, zufällige, 
verdunkelte Stellen an seiner Oberseite aufweist, wie es in Folge des Eintrock- 
neus auch einzelne Exemplare von S. rorida zu zeigen pflegen. 

Anmerkung. Es gibt noch eine Art, bei welcher die Bildung des weib- 
lichen Hinterleibes ähnlich wie bei S. difformis ist. Es ist dies Sapromyza 
tuhifer Meig., welche sich unter Anderem durch eine gefiederte Fülilerborste 
untersclieidet. Auf sie hat Lioy die Gattung Stylocoma errichtet. Mir 
Kchf^int, dass Lioy die Art nicht gekannt und die Charakteristik nur aus der 
Beschreibung, welche Meigen von der Art gegeben, entworfen hat; die eigen- 
tbümliche Bildung des Hinterleibes kommt nur dem 9 zu, die übrige Organi- 
sation unterscheidet die Arten nicht von jenen der Gattung SapromyrM, wes- 
halb ancli Lioy's (iattung kein Anrecht besitzt. 

Tf'phrlHs If'ontodontia Dog. (Fig. 12—15). 

Dif'He Art habe ich in grosser Zahl aus Oporinia autimmalis Jj. gezogen. 
Alle VViHHen, alle begrasten Wegränder sind in der Umgebung von Froistadt 
(in OberÖHterreicli) mit unzäliligen Exem])laren der genannton Pflanze besetzt, 
und kaum eine» davon ist frei von den Larvcni und Puj)pen d(ir Tcphrilis Icon- 
todonlis. Ich «ammelte die Pflanze am 10. August und nach sieben Tagen er- 
Hchi<'n*'n im Zwing<'r bcreitK die erntm Jniagines der iJolirflioge. Die Larve 
lebt gfHellig in den Körbchen, vorzehrt die Biüthen und den Discus, um sich 
endlich in dem Körbchen HclbHt zu verpuppen; die Tönnchen füllen dann den 
ganzen auMgonagten Itaum aus und einzelne fallen auch in die Höhlung des 
BlfithfnMtif'lcH (Fig. 1:5). Der anfnu-rkHanie Beobachter erkennt schon von aussen 
da» von d'-r Fliogo in ilir^ri ernten Ständen bewohnte Körbchen, ohwolil die 



Heber Dipteren. 



185 



Deformation nicht sehr auffällig ist. Die Anthodien erscheinen etwas dicker 
und sind sehr oft kreiseiförmig niedergedrückt. Immer sind die Deckblätter an 
der Spitze mehr oder weniger schraubenförmig zusammengedreht und nie steht 
wie bei den gesunden abgeblühten Körbchen der Pappus an der Spitze derselben 
hervor: es sind nämlich die Blüthen ja ausgefressen worden. (Fig. 12 zeigt 
zwei besetzte und ein normales, bereits abgeblühtes Körbchen.) 

Herr von Frauenfeld erhielt T. leontodontis aus derselben Futter- 
pflanze (cf. Verh. d. zool.-bot. Gesellsch. Wien, 1863, p. 219), und zwar aus der 
Umgebung von Salzburg, erwähnt aber, dass sich die Exemplare von jenen, 
welche er früher aus einer anderen Nährpflanze gezogen, unterscheiden, indem 
die Weibchen aus Oporinia eine etwas längere Legeröhre haben. Noch 
einmal macht derselbe Autor aufmerksam (cf. Verh. d. Zool.-bot. Gesellsch. 
Wien, 1865, p. 262), dass man es hier vielleicht mit einer anderen Art zu 
thun habe. 

Doch aber glaube ich, lassen sich keine stichhältigen Unterschiede heraus- 
finden, welche die hier in Rede stehende Bohrfliege zu einer eigenen Art er- 
heben könnten. 

Meine aus Oporinia gezogenen zahlreichen weiblichen Exemplare stimmen 
im Baue der Legeröhre genau mit den Angaben, welche Loew hierüber in 
seiner grossen Trypeten-Monographie (1862) gemacht hat. Hier finden wir auch 
(p. 106) die Variabilität bezüglich der Länge der weiblichen Legeröhre erwähnt, 
eine Beobachtung, welche auch Frauenfeld, wie wir oben gesehen, gemacht 
hat. Erwähnenswerth sind aber folgende zwei Thatsachen: erstens zeigen alle 
meine reinen Exemplare am Thoraxrücken eine durch die Bestäubung hervor- 
gerufene Zeichnung, von welcher keiner der Autoren spricht. Ueberall liest 
man, dass die Thoraxoberseite von T. leontodontis keine Zeichnung habe. An 
meinen Exemplaren ist der Thoraxrücken hellbräunlichgrau, hinten dunkler 
graubraun; nach vorne gehen von dem Dunklen drei Spitzen aus, welche bei 
seitlich einfallendem Lichte als zugespitzte Längsstriemen erscheinen; überdies 
findet sich jederseits gegen den Seitenrand des Thoraxrückens je eine dunklere 
Längsstrieme. 

Eine weitere Eigenthümlichkeit der in Rede stehenden Art ist, dass nicht 
selten Exemplare vorkommen, welche keinen Tropfenfleck in dem schwarzen 
Stigma der Flügel besitzen. Von 120 aus Oporinia gezogenen Stücken hatten 
23 ein ungeflecktes Stigma. Schiner erwähnt von dieser Veränderlichkeit in 
der Flügelzeichnung nichts, und man wird nach dessen Tabelle (Fauna H, 
p. 161), wenn man Exemplare der T. leontodontis mit ungeflecktem Stigma 
vor sich hat, auf T. nigricauda geführt. Auch Loew sagt von dem Stigma 
der T. leontodontis sowohl in der Diagnose als in der Beschreibung (1. c. p. 106) 
nur, dass es einen hellen Tropfen einschliesse. Erst p. 113 erfährt man (in der 
Anmerkung 1) bei T. nigricauda, dass dem Randmale von T. leontodontis auch 
der glashelle Tropfen fehlen könne. Hier findet man auch die Unterschiede 
zwischen beiden sehr ähnlichen Arten angegeben. 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Abh. 24 



186 



Josef Mik. 



Doch sind diese Angaben noch nach der Natur zu vergleichen. Loew 
erwähnt, dass bei dem 9 die Untersuchung der Legeröhre zur sicheren Unter- 
scheidung beider Arten hinreicht: bei T. leontodontis habe sie stets ein rothes 
Querbändcheu, während sie bei T. nigricauda ganz schwarz sei. Ich besitze 
nun unter den aus Oporinia gezogenen Exemplaren Stücke, welche eine ganz 
schwarze Legeröhre und ein ungeflecktes Randmal aufweisen, und doch gehören 
sie derselben Art mit geflecktem Stigma, also der T. leontodontis an. Das be- 
weisen auch Uebergangsstücke, welche in der Spitze des schwarzen Randmales 
ein kaum wahrnehmbares helleres Fleckchen zeigen. Alle aber haben dieselbe 
Flügelzeichnung, soweit sie sich nämlich auf den grossen, vor der Flügelspitze 
liegenden schwarzen Fleck bezieht. 

Als Unterschied der beider Arten führt Loew ein für T. leontodontis 
an der Mündung der sechsten Längsader liegendes schwärzliches Fleckchen (nach 
der Zeichnung Taf. XXII, Fig. 1, liegt es vor der Mündung dieser Ader) als 
charakteristisch an, welches bei T. nigricauda nie vorhanden sein soll. Ich 
besitze nun sowohl als 9 derselben obenerwähnten Zucht, sowohl mit 
getropftem als mit ungetropftem Randmale und durch Uebergänge in dieser 
Zeichnung sich als derselben Art augehörig ergebende Exemplare von T. leon- 
todontis, welchen das erwähnte Fleckchen auf der sechsten Längsader bald 
fehlt, bald aber auch zukömmt. Es verbliebe nur ein einziger stichhältiger 
Unterschied für alle Varietäten beider Arten, und zwar der, dass bei T. leon- 
todontis in dem gi'ossen schwarzen Flecke vor der Flügelspitze an der Costa 
zwei glashelle Tropfen liegen, während er bei T. nigricauda nur einen solchen 
Tropfenfleck einschliesst. Dieser Unterschied ergibt sich auch sehr deutlich 
aus den Flügelabbildungen, welche sich in Loew's Trypeten -Monographie 
Taf. XXII, Fig. 1, und Taf. XXIII, Fig. 1 vorfinden. 

Nachdem meines Wissens die Kopfbilduug einer frisch ausgekrochenen 
Trypetine noch nirgends abgebildet worden ist, habe ich dieselbe durch zwei 
Figuren, entnommen von T. leontodontis, zu erläutern gesucht und füge Fol- 
gende» hinzu. Der Kopf zerfällt an einer frisch ausgeschlüpften Imago in einen 
chitinÖBen Basaitlieil, welcher die Mundöft'nung, die Augen, den Hinterkopf, den 
Sclieitel und die Stirn mit der betrelfenden Beborstung umfasst, und in einen 
weichen oberen Theil, welcher aus der Stirnblase besteht (Fig. 15). Die Blase 
ist glockenförmig und viel höher als der chitinöse ßasalthoil des Kopfes; sie 
ift von letzterem Hcharf abgegrenzt. Auf der Unterseite (Fig. 11) umfasst sie 
die Füiiler, über welchen sich ein gebogenes Chitinleistchcn als Grenze der 
Lunula bf'findet. Darunter z<!igt sich der Kiel und die Leisten des Gesichts- 
cljpeoH. 

4. iMdoyuHtra (ClHf/UHfra) brfviseta Zett. (Fig. 10). 

Ich erhielt ein 9 dieser Art von Professor Tief zur Ansicht; er fing 
dMielbe bei Villach in Kärnten. Mir iHt nicht bekannt, dass die Art früher 
im ftsterreichiHchen Faunengebiete beobachtet worden wäre. 



Ueber Dipteren. 



187 



Das mir vorliegende Exemplar stimmt genau mit der Beschreibung, welche 
Zetter stedt in Dipt. Scand. VIII, p. 3336, Nr. 23 gegeben hat, während die 
Beschreibung im V. Bande desselben Werkes, p. 2022, Nr. 23 insoferne nicht 
zutrifft, als darin die Fühlerborste „schwarz" genannt wird, während sie in der 
That weisslich ist. 

Schiner nimmt in seiner Fauna (t. II, p. 12) an, dass Cl breviseta Zett. 
wahrscheinlich mit Cordylura macrocera Meig. zusammenfalle. — Allein man 
könnte dies nach der Färbung der Taster eher von Cord, latii^dlpis Meig. 
(Beschreib. Europ. Dipt. V, p. 241, Nr. 26) behaupten. Cord, macrocera M. soll 
die Taster an der Spitze schwarz gefärbt haben, während Cl. breviseta Zett. (9) 
durchaus gelbe Taster besitzt. Uebrigens sagt M eigen von beiden genannten 
Arten „tJiorace einer eo, ohscure hilineato'\ was auf Cl. breviseta durchaus nicht 
passt: diese besitzt sowohl nach der Diagnose in Z etter stedt's Diptera Scan- 
dinaviae, als nach dem mir vorliegenden Exemplare einen glänzend schwarzen 
Thoraxrücken ohne Spur jeder Bestäubung oder Zeichnung, weshalb ich auch 
an die Identität dieser Art mit einer der Me igen 'sehen nicht glauben möchte. 

Die Beborstung des Kopfes ist aus der Fig. 16 zu entnehmen; die Knebel- 
borsten sind wenig auffallend. Die Stirn ist dachartig über die Fühlerbasis 
vorspringend, so dass man vom zweiten Fühlergliede nur das Ende hervorragen 
sieht. Die Fühlerborste ist verdickt und sehr kurz behaart. 

Man kann diese Art ohne Zwang in die von Rondani in den Atti della 
Soc. Ital. di Scienze Naturali 1867, X, p. 93 charakterisirte Gattung (aufgestellt 
von demselben Autor im Prodromus Dipterologiae Italicae 1856, I, p. 99) ein- 
reihen; nur ist das dritte Fühlerglied durch seine Kürze und durch seine Breite 
gegenüber der von Rondani für sein Genus als Type aufgestellten Scatomyza 
planiceps Fall. [Cord. Friesii Zett., Cl. Friesii Schiu.) ausgezeichnet. 

In die Gattung Gonatherus Rond. wären dann auch zu stellen: Cord, 
latipalpis Meig. und Cord, macrocera Meig. 

Für letztere Art ist von Lioy (1864) die Gattung Pachystyla errichtet 
worden. Ueber den Werth der Gattungen, welche dieser Autor aufgestellt, habe 
ich mich in den „Entomolog. Nachrichten", Jahrg. 1886, p. 321 geäussert. Pachy- 
yla hat aber auch schon wegen des älteren Pachystyhcm Mcq. keinen Halt. 



24^ 



188 



Josef Mik. Ueber Dipteren. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel IV. 

Fig. 1. Fühler des cf von Bhipidia punctiplena n. sp.; vergr. 
» 2. „ ^ Q „ „ „ „ „ 

„ 3. Hinterleibsende des derselben von oben; vergr. 
„ 4. Ein Zangeuarm von oben; stärker vergr. 
„ 5. Hinterleibsende des derselben von unten; vergr. 
» 6. „ „ „ „ „ der Seite; vergr. 

„ 7. Flügel dieser Art; vergr. 
„ 8. Flügel von Bhipidia maculata M. ; vergr. 

„ 9. Kopf von Gampsocera numerata Heeg, im Profile; stärker vergr. 
„ 10. Flügel des dieser Art; vergr. 

„ 11. Hinterleib des Q von Sapromyza diff'ormis Lw. von oben; vergr. 

„ 12. Zweig von Oporina autumnalis L. (zwei Köpfchen von Tephritis leon- 
todontis Deg. besetzt); nat. Gr. 

„ 13. Ein Köpfeben dieser Pflanze, durchschnitten, mit Tönnchen der ge- 
nannten Bohrfliege; nat. Gr. 

„ 11. Kopf samnit Stirnblase von Tephritis leontodontis Deg. von unten; vergr. 

„ \'). Derselbe im Profile. 

„ l»i. Kopf von CHdogaslra hreviseta Zett. Q im Profile; stärker vergr. 



189 



Notizen zur Flora Niederösterreiehs. 

Vou 

Dr. Carl Richter. 

(Mit 3 Holzschnitten.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 2. März 1887.) 



Während der letzten Jahre hatte ich bei meinen botanischen Excursionen 
wiederholt Gelegenheit, neue Fundorte zum Theile ziemlich seltener Pflanzen 
zu constatiren, sowie auch manche Beobachtung über den specifischen Werth 
einzelner Merkmale zu machen. Meine besondere Aufmerksamkeit wandte ich den 
kritischen Gattungen Bosa, Eubus und Viola zu, aus welchen ich eine stattliche 
Anzahl von Arten sammelte und einige ganz interessante Funde aufweisen kann. 
Auch aus einigen anderen Gruppen ist es mir, wie ich glaube, gelungen, einiges 
Neue aufzufinden, und so übergebe ich die wichtigsten dieser Entdeckungen der 
Oeffentlichkeit, von der Ueberzeugung durchdrungen, dass auch der geringste 
Beitrag an empirischem Material der Wissenschaft zum Nutzen gereichen könne. 
Die in den auf die Flora Niederösterreichs bezüglichen Schriften der Zool.- 
botan. Gesellschaft, beziehungsweise Neilreich 's „Flora" nicht enthaltenen 
Arten sind durch fetteu Druck hervorgehoben. 

Opliioglossum vulgatum L. Auf dem Gipfel des Hofwaldes bei Gloggnitz in 

einer Seehöhe von ca. 1000 m. 
Botnjchium Lunaria Sw. Am selben Standorte. 

Glyceria plicata Fr. vertritt in der Gegend von Gloggnitz ausschliesslich Gl. 
fluitans R. Br. 

Fcstuca ovina L. var. a. vulgaris Koch. In Wäldern zwischen Mauerbach und 
Steinbach. 

Festuca varia Haenke, und zwar die f. ß. pallidula der var. hrachystachys der 
Subspecies euvaria Hackeis, häufig an den Abhängen des Saurüssels 
gegen Reichenau. — Wäre zur genauen Bezeichnung solcher Pflanzen 
nicht doch ein strenges Festhalten an der Linne'schen binären Nomen- 
clatur wünschenswerth ? 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Abb. 25 



190 



Carl Richter. 



Vulpia Myurus Gm. findet sich allenthalben auf den Holzschlägen in der Grau- 
wackenzone der Umgebung von Glogguitz und wurde daselbst nun schon seit 
15 Jahren in stets gleichem geradezu massenhaftem Auftreten beobachtet. 

Gareoc rupestris All. Auf den Abfällen der Raxalpe gegen die Prein auf der 
sogenannten Haubenleiten. 

Carex mucronata All. Beim Lassingfalle. 

Gymnadenia odoratissima Rieh. In Wäldern oberhalb des Thalhofes bei Reichenau 
und in der Grünau bei Mariazell. 

Gymnadenia intermedia Peterm. In der Grünau bei Mariazell und beim Baum- 
gartnerhause am Schneeberge, an beiden Orten in Gesellschaft von 
G. conopea R. Br. und G. odoratissima Rieh. 

Epipactis ovhicularis n. sp. 

Wurzelstock walzlich, knotig, kurz. Stengel unten kahl, oben flaumig. 
Blätter fast kreisrund, ungefähr so breit als lang und etwa so laug als 
das Steugelglied, nur am Rande flaumig, kurz bespitzt, dem Stengel an- 
liegend, das oberste meist verlängert, spitz. Traube gedrungen. Die unter- 
sten Deckblätter sehr gross, fast zweimal so lang als die Blüthe, nach 
oben an Grösse allmälig abnehmend. Blüthen nickend, meist grünlich 
gefärbt. Fruchtknoten flaumig, Honiglippe ungefähr so laug als die 
Perigouzipfel, Lippenplatte zugespitzt. 

Eine durch die oigenthümliche Form der Blätter und die hiedurch 
bedingte Tracht sehr ausgezeichnete Pflanze. 

Zerstreut und meist einzeln am nördlichen Abhänge des Senmieiing 
bis in die Atlitzgräben. Juli bis August. % 

Epipactis microph'/lla Sw. findet sich ab und zu in den Folircnwäldern der 
Abliänge des Galins gegen Reichenau und Payerbach, jedoch immer nur 
finzeln und sehr zerstreut. 

Covfjlu» glandiilosa Shuttlew. 

Unterscheidet sich von C. Avcllana L. durch den dichten, rostfarbigen, 
«tark drüsigen Ueberzug (h\v Fruclitliülle, während bei letzterer nur ein- 
zelne, leicht abfallende Driisenhaare vorhanden sind, audi ist die Frucht 
von <J. (jhindulom Shutilew. mehr kugelig, l<a\ini zuHaniniengedrückt und 
fast ganz in der Fruchthülh; versteckt. 

Ich fand diese Form, zuerst durch meinen Freund L. Gangibauer 
darauf aufmerkHam gemacht, bei Fitten. 

riantaijo mariliina L. Am Wege von Eichberg nach Klanjm an der Nordseite 
dcM GebirgHZUge.K an einer einzigen Stelle schon soit Jahren beobachtet, 
nch«'int hich jedoch nicht sonderlich zu vermehren. 

ficuljium HuaveolcnH Dnf. An Honnigen Abhängen bei Pitton. 

Scticcio viMciduluH Scheele (/V. WicHhaurii Hai. et Hr., /V. inlcrmedius Wies]».) 
- - ,S'. HÜvaticuH X viHCOHUH. Unter den Staninioltern bei Klamm und im 
Klafterwald«) zwiHchcn Klamm und Kiih. 

darlirui nihfariH lt. ini keine.HwegH, wie gewöhnlich angenoifinien wird, <lie ein- 
zig« Vertreterin der hocliHtengeligon Carlincn in Nioderösterreich. Es ist 



Notizen zur Flora Niederösterreichs. 



191 



sogar bei der äusserst mangelhaften Diagnose Linne's, welcher seiner 
C. vulgaris sogar einen radius albus zuspricht, und bei dem äusserst 
spärlichen Materiale an Carlinen, das man* in Herbarien meist vorfindet, 
sehr schwer zu bestimmen, welche Pflanze unter obigem Namen zu ver- 
stehen ist. Da jedoch die weisse Farbe der strahlenden Hüllschuppen im 
Gegensatze zu der allerdings fast dottergelben der C. corymhosa ange- 
führt ist und die Möglichkeit, dass unsere gewöhnliche Carlina in der 
That zu C. vulgaris L, gehöre, nicht ganz ausgeschlossen ist, so schliesse 
ich mich dem allgemeinen Gebrauche an und betrachte als C. vulgaris L. 
die verbreitetste Form aus der betreffenden Gruppe. Dieselbe ist ihren 
Verwandten gegenüber durch einen derben kräftigen Wuchs, breite, buchtig 
gezähnte, stark dornige Blätter, welche flach ausgebreitet und glänzend 
sind und wenigstens im Alter keinen spinnwebigen Ueberzug haben, 
charakterisirt. Diese Pflanze ist auf sonnigen Wiesen, Holzschlägen, 
grasigen Rainen u. s. w. sehr verbreitet und kommt in allen Grössen, 
von einköpfigen, ein Decimeter hohen, bis zu meterhohen reichköpfigen 
Exemplaren vor. 

var. ß. planifolia Schur, unterscheidet sich von obiger Pflanze nur 
durch etwas weniger dornige, unterseits spinnwebige Blätter. Ich fand 
diese Form im Föhrenwalde am Wege von der Station St. Egyden nach 
Schwarzau am Steinfelde und bei Bitten. 

Carlina intermedia Schur, unterscheidet sich von C. vulgaris L. vor Allem 
durch einen schlankeren Wuchs und nur oberwärts ästigen Stengel mit 
kurzen, meist einköpfigen Aesten. Die Pflanze ist gewöhnlich nur ein- 
bis dreiköpfig, seltener ebensträussig, und ihre Blätter sind schwach 
dornig gewimpert, kaum gebuchtet, zusammengefaltet und stark spinn- 
webig. Länge und Breite derselben stehen ungefähr im Verhältniss von 
2 : 1, höchstens 3 — 1. 

Diese Art wächst häufig an buschigen Stellen der Kalkberge bei MÖd- 
ling, Gumpoldskirchen, Baden und Vöslau, auch fand ich sie am Schaf- 
berge bei Dornbach. 

Carlina longifoUa Rb. = C. nebrodensis Koch non Guss. endlich ist eine 
Pflanze von hohem schlanken Wüchse; der Stengel hat eine Höhe von 
1—10 dem. Neben einköpfigen Exemplaren finden sich solche mit zwei 
bis vier Köpfen, aber auch ebensträussig-vielköpfige. Die Blätter sind 
laug und schmal, dornig gewimpert, stark spinnwebig-wollig, drei- bis 
vielmal länger als breit, die Köpfchen sind meist von Deckblättern um- 
geben, die den Strahl des Köpfchens überragen, was der ganzen Pflanze 
eine eigenthümliche Tracht verleiht. Ueberhaupt ist es geradezu unbe- 
greiflich, dass diese auffallende Pflanze von den österreichischen Bota- 
nikern so lange unbeachtet blieb. Ein wichtiger Factor dürfte bei diesem 
Umstände wohl die Verwechslung der fraglichen Pflanze mit C. nebro- 
densis Guss. durch Koch gewesen sein. 

25* 



192 



Carl Richter. 



Ich fand C. longifolia Rb. zum ersten Male im Jahre 1873 am Gö- 
sing bei Stixen stein. Seither beobachtete ich dieselbe allenthalben auf 
subalpinen Schutthalden an den Abfällen der Vorberge des Schneeberges 
gegen das Schwarzathal, am häufigsten im Höllenthale zwischen dem 
Kaiserbrunn und der Singerin. Auch fand ich ein Exemplar am Raach- 
berge bei Gloggnitz. Wahrscheinlich ist dieselbe allenthalben in der Vor- 
alpenregion der Kalkalpen verbreitet. 

Centaurea vochmensis Beruh, steht an einem grasigen Abhänge zwischen Glogg- 
nitz und Enzenreuth und bleibt dort schon seit etwa 15 Jahren constant. 
Sie blüht erst, wenn bereits alle anderen Arten dieser Gattung in Frucht 
stehen: Ende August bis September. 

Carduus Brunneri Doli, {nutanti X defioratus). In der subalpinen Region des 
Schneeberges unter den Stammeltern hie und da. 

Cirsium canum M. a. B. gehört in der Umgebung von Gloggnitz zu deu selte- 
nen Pflanzen und findet sich nur auf den Wiesen in unmittelbarer Nälie 
der Reichsstrasse. 

Cirsium Killiasi Brügg. {Erisithali X rivulare). Häufig unter den Stammeltern 
am Seramering und bei Gutenstein. 

Leontodon hyoseroides Welw., von L. hastilis L. durch fast kämniig fieder- 
spaltige Blätter verschieden. Sehr schön und häufig beim Lassingfalle. 

Hieraeiiini Dollineri Sz. bip. In der Gegend von Gloggnitz sehr häufig, so 
am Gloggnitzer Schlossberge, am Silbersberge und auf der Theresienhöhe, 
auch auf den Abfällen des Saurüssels gegen den Thalhof in Reichenau. 

Jfieracium Jlelenium (Dichtl et Wiesb.). An der Strasse von Kirchberg am 
Wechsel nach Ottertlial. 

Uicracium horealc Fr. [i. chlorocephalum Uechtr. Häufig in Wäldern um Gloggnit/. 

llierncinm iridentaium Fr. An der Strasse oberhalb Kranichborg. 

Jlicracium ienuifolium Host. Im Kuhhaltvvalde bei Gloggnitz. 

Campanula hononiensis L. Massenhaft im Pittenthaie zwisch(Mi IMtteii und 
Seebon stein. 

Cainpnnuln ('crvicaria L. An der Strasse zwisclion Mitterbacli und Mariazoll. 

Aspcrnia Ncilrrichii Dock. Im Ootscliorbaoligrabeii. Die Pflanze ist dadurch 
auffallend, da«» m\ in dieser Region viel höher wird und dadurch ein 
ganz andoroH Anssehon gewinnt, trotzdem bewahrt sie den iH)lsterf<Miiii- 
gen WndiB und ihre charakteriKtiHchon Merkmale. 

(lentiava ansfriaca A. et .J. Kernor steigt bis auf die liöclist(Mi ICuppoii der 
nioderrmtornMohiHolM'ii AIjxmi. Ilöclisi auffaMcndor Woisn blüht (liosoll»o in 
liöheren ICi-gioncii frlilier als im Tlialn; so fand ich sie aul' d(M- Ho(i(Mi- 
wip«« am (ialins boroitH Mitte Juli in Bli'ithe, während sie bei (ih»ggnil'/ 
gowöhnlicli vrnt im Sj'ptcmbor zur IJIiitl«« gelangt. 

llijnnopun officinulin \,. An der Scliwechat bei Baden. 

Jlrunrlla hirolor Bock und Jir rnrialnliH Bock, «lio l>oidon r'onnon dos Bastards 
7.wi*<cbori lir. f/raiuJifoIia .far<j. und Jir. nlho l'.ill. fand ich in (ioKoll- 
Rchaft ihrer .Stammt lf<Tn bei ritlcn in nnznhligcr Mrng«'. AHordings 



Notizen zur Flora Niederösterreiclis. 



193 



dürfte sich nacli meinen Beobachtungen die Unterscheidung dieser beiden 
„Species" kaum aufrecht erhalten lassen, da dieselben zwar in ihren 
typischen Formen sehr wohl zu trennen sind, diese aber nicht nur unter- 
einander durch alle denkbaren Uebergangsformen verbunden sind, sondern 
sogar in ein und demselben Blütheustande solcher intermediärer Formen 
Kelche von Br. hicolor und Br. variahilis zu finden sind. Welcher der 
beiden Namen der Pflanze zu verbleiben hat, ist schwer zu entscheiden, 
da dieselben gleichzeitig publicirt wurden, falls man nicht in dem Um- 
stände, dass Br. hicolor die Nummer drei, Br. variahilis aber Nummer 
vier trägt, einen Prioritätsauspruch des ersteren Namens erblickt. 

Ich kann diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne neuer- 
dings darauf hinzuweisen, wie unwissenschaftlich die gesonderte Be- 
schreibung von verschiedenen Formen eines Bastardes ist. Man wird bei 
der Unterscheidung aller Sub- und Superformen immer schliesslich zur 
Individuenbeschreibung gelangen, wie dies ja bei den Weiden heute schon 
thatsächlich der Fall ist. 
Verhascum Hausmanni Gel. {Lychnitis X austriacum). Bei Fitten unter den 
Stammeltern. 

Veronica urticaefolia Jacq. Häufig in der Umgebung von Mariazell. 

Euphrasia L. Aus dieser vielgestaltigen Gattung fand ich heuer beim Carl 
Ludwig-Haus auf der Raxalpe vier Arten, welche sich bei der Unter- 
suchung als falgenden Species angehörend erwiesen: 

Euphrasia versicolor Hai. et Br. (Nachtr. zur Flora Niederösterr., p. 113). Diese 
Pflanze ist nach Beck 2) nicht mit der Kern er 'sehen Pflanze dieses 
Namens identisch, und ich habe dieselbe der Beck 'sehen Ansicht ent- 
sprechend als E. picta Wimm, bezeichnet und verschickt. Ich wage es 
auf Grund meiner Untersuchungen nicht, eine eigene Meinung über diese 
Pflanze auszusprechen, keinesfalls aber ist sie mit der von Freyn in 
Schlesien gesammelten und von Kerner in der Flora austro-hungarica 
exciccata Nr. 917 ausgegebenen E. picta Wimm, identisch. Wodurch sich 
die vorliegende Pflanze von der Kern er 'sehen gleichen Namens unter- 
scheidet (diese findet sich in dem genannten Exsiccatenwerk unter Nr, 151), 
gibt Beck weder am angeführten Orte, noch in der „Flora von Hernstein'", 
wo er sie unter dem Namen E. montana Jord. anführt, an. Uebrigens 
wurde dieselbe von Haläcsy und Braun auf Grund einer Kern er 'sehen 
Bestimmung aufgenommen. 

Euphrasia minima Jacq. in Schi. sec. Kerner in Schedis ad Floram austro- 
bungaricam exsicc, Nr. 153, Die vorliegende Pflanze stimmt vollständig 
mit den von Kerner in Tirol gesammelten Exemplaren des genannten 
Exsiccatenwerkes überein; ob sie mit der von mir in der Schweiz und bei 
Chamounix gesammelten Euphrasia dieses Namens, welche dort meistens 



1) Vergl. C. Richter, Die botanische Systematik, Wien 1885, pag. 147 xi. 158. 

^) ,Neue Pflanzen Oesterreichs" (Fortsetzung), s. diese Verhandlungen, 1883, p. 227. 



194 



Carl Richter. 



rein schwefelgelbe Blüthen besitzt, identisch ist, scheint mir nicht voll- 
kommen sicher. 

JSuphrasia nivalis Beck, 

Euphrasia ciiprea Jord. 

Primula fallax C. Richter [pannonica X elatior). In Folge des durch Ker- 
ner in den Schedis ad Floram austro-hungaricam exsicc. Nr. 1371 er- 
brachten Nachweises, dass die auf Kalk bei uns vorkommende Frimula 
ofßcindlis der Autoren von der echten Pflanze dieses Namens verschieden 
sei, ergibt sich die Nothwendigkeit, auch ihren Bastard von Pr. media 
Peterm. zu trennen und mit einem eigenen Namen zu benennen. Ich 
habe die fragliche Pflanze an mehrere meiner Bekannten unter dem Namen 
Pr. Kerneri verschickt, erfuhr aber später, dass dieser Name bereits für 
einen zwar künstlich erzeugten, aber auch in der Natur möglichen Primel- 
bastard vergeben sei, ich musste denselben somit in den obigen umändern. 

Primula fallax C. R. unterscheidet sich von Pr. pannonica A. Kernor 
durch grössere halbausgebreitete lichtgelbe Corolle, halbaufrechte Blüthen 
und das Blatt der Pr. elatior Jacq.; von dieser unterscheidet sie sich 
durch erweiterte Kelche und den erweiterten Schlund der Blumenkrone, 
gleichwohl ist sie in ihren Rückschlägen zu den Stammeltern von 
diesen oft scliwer zu unterscheiden. Von Pr. media Peterm. unterscheidet 
sie sich sofort durch eine viel zartere Tracht, wie sich überhaupt die 
Bastarde der Pr. pannonica A. Kerner von denen der Pr. offieinalis Scop. 
mit derselben Speeles oft leichter unterscheiden lassen als die genannten 
Arten selbst. 

Ich fand Pr. fallax unter den Stammeltern aufwiesen bei Gloggnitz, 
Hofrath v. Korner fand sie nach Mittlieilung Dr. v. Wottstein's bei 
Gutonstcin. Sie blüht etwas später als Pr. elatior Jacq., welche meist 
schon stark verblüht ist, wenn Pr. pannonica zu blühen beginnt. 

Clemalift Vitalba L. wird von 0. Kuntze in seiner Monographie der Gattung 
(Ucmalis als Subspocies von Cl. taurica Bess. getrennt, und zwar auf 
Grund der Gestalt der Blätter, welche bei Cl. viialha ganzrandig, bei Cl. 
taurica hingegen gezähnt sein ro11(mi. Icli beobachtete im Laufe dieses 
SomraerH Hj)eciell auH diesem Grunde die genannten Arten genauer und 
fanfl, dass die jungen sterilen Triebe der Cl. VitaTba regelmässig gezälinte 
Blätter hewitzon, während die Blüthenzweigc ganzrandigo Blättchon füliren. 
Bei dem Umstand»', als Linnd Rel])Ht seintM- Clcmatis Vilalba ungleiche, 
theilH gpzähnte, theils ganzrandigo Blätter zuspricht, kritisirt sich obige 
Unt^THchfidung Kuntze's wohl von selbst. 

JUinunculuH aconitifoliuH L. untorscheidet sich nacli liinnd's eigener Angabe 
von Ii. plntfinifolius L. dadurch, daRS die Blätter bis auf den (irund, 
nämlich biH an di« InHertion des BlattHtieles getheilt sind, während bei 
Ictztorrm dif Kinscliiiiifn nur otwa drei Vicrttliollf dor Ulattsubstaiiz 



•) M»nt,. I . p, 7» Mant . II,, p. 107. 



Notizen zur Flora Niederösterreichs. 



195 



erreichen. Nach diesem Merkmale ist aller B. aeonitifoUus Neilr. et Ant., 
welcher iu Niederösterreich an buschigen Stellen, Holzschlägen und der- 
gleichen Orten in der Voralpeuregion häufig wächst, B. platanifoliiis L. ; 
ich fand denselben auch auf der Bürgeralpe bei Aflenz in Nordsteiermark 
unter vollständig gleichen Verhältnissen vor. Dagegen fand ich den echten 
B. aeonitifoUus L. häufig auf Wiesen und an Hecken beim Wiener Brückel 
an der Lilienfeld-Mariazeller Poststrasse, sowie am Wege von dort zum 
Lassingfall, ausserdem in sehr schönen und üppigen Exemplaren an der 
Strasse von Mariazell nach Kapfenberg unterhalb Gollrad. Alle diese 
Exemplare zeichneten sich neben dem oben angeführten Merkmale durch 
einen ausgesperrten Wuchs und doppelt kleinere Blüthen aus, auch ist 
der Griffel bei B. aeonitifoUus L. kurzhakig und abgesetzt, hei B. plata^ii- 
foUus L. hingegen fast halb so lang als die Frucht und nur an der Spitze 
hakig gekrümmt, gewöhnlich die Verlängerung des Rückens der Frucht 
darstellend, doch finden sich an ein und demselben Stocke auch Früchte 
mit abgesetztem, allerdings weit längerem Griffel, als ihn B. aeoniti- 
foUus L. besitzt. 

Wiewohl nun allerdings nicht ausgeschlossen ist, dass die beiden 
Arten nur Standortsformen ein und derselben Pflanze darstellen, so dürfte 
es doch nicht ungerechtfertigt erscheinen, der Unterscheidung derselben 
etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken, als dies namentlich bei den 
österreichischen Botanikern bisher der Fall war. Jedenfalls aber dürfte 
es sich empfehlen, hierbei immer auf die ursprüngliche Linne'sche Dia- 
gnose zurückzugreifen, bevor man, wie es öfter geschieht, Merkmale heran- 
zieht, von denen der Autor der Speeles kein Wort erwähnt. 

Caltha laeta Schott, Nym. et Ky. findet sich häufig auf feuchten Wiesen und 
in Wassergräben bei Gloggnitz. Die von Dr. G. Beck^) als Varietäten 
zu dieser Art gezogenen Speeles derselben Autoren, C. truncata und C. 
alpestris, haben wohl keinesfalls Berechtigung als Speeles angesprochen 
zu werden, da ich an mehreren Exemplaren von C. laeta neben normal 
ausgebildeten Früchten mit aufrechtem Schnabel auch solche mit hori- 
zontal abstehendem oder selbst etwas abwärts gekrümmtem Schnabel vor- 
fand, ein Umstand, welcher nach Beck's mündlicher Mittheilung auch 
von ihm häufig beobachtet wurde. 

Aeonitum ist eine Gattung, welche, trotzdem die bekannten Schriften Reichen- 
bach 's darüber existiren, von allen Seiten als ein Genus mit nur wenigen 
Arten aufgefasst wird. Ich habe derselben im verflossenen Jahre etwas 
mehr Aufmerksamkeit geschenkt und habe gefunden, dass in unserer 
Gegend eine ganz stattliche Anzahl wohl unterscheidbarer Formen vor- 
kommt. Ich begnüge mich hier, jene Arten aufzuzählen, welche ich gefunden 
zu haben glaube und welche ich mit möglichster Sorgfalt nach Reichen- 
bach 's Illustrationes specierum generis Aconiti bestimmt hab^. Es muss 



') S. diese Verhandluugen, 188(3, p. .347. 



19(3 



Carl Kichter. 



hier noch speciell darauf aufmerksam gemacht werden, dass die früheren 
Werke des genannten Forschers über dieses Genus, namentlich seine 
„Uebersicht", von ihm selbst als provisorisch bezeichnet und in der oben 
genannten Schrift vielfach corrigirt werden; es ist also gewiss nicht ge- 
rechtfertigt, Reichenbach 's Anschauungen mit Rücksicht auf die „Ueber- 
sicht" kurzweg zu verwerfen, ohne auf die in den Illustrationes vorge- 
nommenen Correcturen weitere Rücksicht zu nehmen, wie dies von den 
meisten Floristen und selbst in Nyman's Conspectus geschieht. 
Die von mir gesammelten Formen sind: 

Aconitum Vulparia Rb. (= Ä. Lyeoctonum Jacq. non L.) var. a. PhtJiora R. 

Aconitum neuhergense Rb. Häufig in der Voralpenregion des Schneeberges und 
der Raxalpe. 

Aconitum Cammarum Jacq. var. judenhergense Rb. Am Preiner Gschaid und 

auf der Siebenbrunneuwiese der Raxalpe. 
Aconititm variegatum Rb. (non L. ?). Im HöUenthale bei Reichenau und in den 

Auen der Schwarza bei Schmidsdorf oberhalb Gloggnitz. 
Aconitum rostratum Rb. und 

Aconitum cernuum Wulf. Im HöUenthale bei Reichenau. 

Pnpaver Argemone L. wird in der Umgebung von Gloggnitz von Jahr zu Jahr häufi- 
ger, ich fand es heuer massenhaft auf Feldern bei Eichberg und Rettenbach. 

Fumaria rosteUata Knaf. In Masse an Rainen und auf Feldern in Eichberg bei 
Gloggnitz. 

Arabis sagitttUa DG. ist nach des Autors eigenem Citat in Fl. franc, V., p. 592 
zwar mit Ar. hirsuta Scop., nicht aber mit Tiirritis liirsata L. identisch. 
Auch liogt im Herbare des k. k. naturhistorischen Hofniuseums ein Ori- 
giiialexemi)lar von Ar. sagittata DG, das unserer gewöhnliclien Ar. hir- 
suta vollständig gleicht. Nachdem nun alle neueren Floristen Ar. hirsuta 
Scop. mit Turritis hirsuta L. identificiren, hingegen unter Ar. sagittata 
DG. nach Reichenbach 's Vorgang jene Pflanze verstehen, welche dieser 
unter d(!ni Namen Ar. (Turritis) sagittata (Bert.) in den Icon., IL, 
Taf. XLII, Fig. VM'A b. abbildet, so dürfte es kaum einem Zweifel unter- 
liegen. <lass liier eine Namensverwirrung platzgcgriflon liat, welche noch 
ilirer Ricl»tigstcllung harrt. Letztere ist jedoch ausserordentlich schwer, 
da alles Materials, selbst die überaus reichhaltige Sammlung des k. k. 
natuiliihtori.sclion Museums, fast nur aus Bliitliencxem])laren besteht, die 
JJ^haurnng aber und die Gestaltung der lilattbasis derart variiren, dass 
hieb k».'ine Hiclieren Anhaltspiinkte für die Arteniinterscheidung daraus 
entnehmen lasHcn. Ob nun die von Rciclienbach abgebildeten ünter- 
hrhifdt; im Samen constant sind, lässt sich bei dem grossen Mangel an 
halbwr^'H pntwickelten Früchten nicht entscheiden; die an den betrelTon- 
d<'ri Abbildungen hervorgehobenen Unterscliiedi) der Griffel sind bestimmt 
nicht, ina/Kgr-bcnd. Unter allHii Unihtiiiden aber ist Ar. sagittata DG. ein 
hödiMt zweiftdhaftcr Name, dfusen heute iiblicli Deutung iiacli Do (Jan- 
dolle'M ei(?enen (Jitaten unmöglich richtig sein Icuin. 



Notizen zur Flora NieierÖsterreichs. 



197 



Viola S2>ectabilis C. Richter in Oesterr. botau. Zeitschr., 1885 ibt, wie schon 
früher vun mir vermuthet wurde, ziemlich weit verbreitet; ich fand die- 
selbe im letzten Frühliuge in den Donauauen bei Stockeraii und Laug- 
euzersdorf, dann in Wäldern in der Brühl bei Mödliug und in den Schwarza- 
Auen bei Gloggnitz. 

Tiohi Gloggnitzensis {hirta X f^i^ecfahüis) C. Richter. Dieser muthmassliche 
Bastard der genannten Arten unterscheidet sich von V. spectabilis durch 
blassviolette Blüthen und stark behaarte Blätter, welche in der Gestalt 
jenen der V. hirta gleichen. Von dieser ist er durch einen lockerästigeu 
Wurzelstock, die langen, schon zur Blüthezeit die Blüthenstiele über- 
ragenden Blattstiele und die grossen Blüthen verschieden. Die Pflanze 
findet sich am oberen Rande des Kälberhaltwaldes bei Gloggnitz unter 
den Stammeltern, auch fand ich sie in Blättern am Rande der Wiesen 
hinter der Meierei in der Vorderbrühl bei Mödling. Sie ist gar nicht 
oder nur sehr schlecht fruchtbar. 

Viola mirabilis L. fand ich in der Stuppacher Au bei Gloggnitz mit vollständig 
ausgebildeten samenreichen Kapseln an den grundständigen Blüthenstielen. 
Auffallend ist, dass diese Exemplare gar keine oder nur verkümmerte 
Stengel trieben, an welchen die cleistogamen Blüthen sehr spärlich auf- 
treten, während in unmittelbarer Nähe ganz normal geformte Exemplare 
mit wohl entwickeltem Stengel und reichlich daran auftretenden Kapseln 
standen; diesen Exemplaren fehlten jedoch die Kapseln an den grund- 
ständigen Blüthenstielen. 

Viola Wettsteinii n. sp. 

Wurzelstock ästig, Aeste verlängert, kriechend. Stengel aufrecht oder 
aufsteigend kahl. Blätter weich, herz-eiförmig, die unteren kurz-, die 
blüthenständigeu lang zugespitzt. Nebenblätter lineal-lanzettlich, fransig 
gewimpert, die mittleren stengelständigen kürzer als der halbe Blattstiel. 
Blüthenstiele nur stengelständig, aufrecht. Kelchzipfel zugespitzt, An- 
hängsel wenig verlängert, stumpf ausgerandet. Blüthen ansehnlich, roth- 
violett, mit violettem Sporn. Blumenblätter nicht verbreitert, das sporu- 
tragende nicht ausgerandet. Kapseln spitz, 2 — 272^^1 so lang als die 
Kelchzipfel. Fruchtstiele kaum länger als das sie stützende Blatt, nickend. 

F. Wettsteinii hält so ziemlich die Mitte zwischen F. silvatica Fr. 
und F. Hiviniana Rb. Von der Tracht der ersteren unterscheidet sie sich 
sofort durch grössere Blüthen und kürzere Blüthenstiele, vor Allem aber 
durch die zugespitzten Blätter und die verlängerten Kelchanhängsel. Von 
letzterer weicht sie in der Form der Blätter, der Gestalt und Farbe der 
Blüthen, sowie durch den Mangel des buschigen Wuchses noch weit mehr 
ab. Man wäre versucht dieselbe für einen Bastard zu halten, doch ist sie 
vollständig fruchtbar und tritt häufig an Orten auf, wo F. silvatica Fr. 
vollkommen fehlt. 

Ich nenne die Pflanze nach meinem Freunde Dr. v. Wettsteiu, welcher 
dieselbe zuerst am Semmeriug auffand, ich selbst fand sie in grosser 

Z. B. Ges. B. XXXVH. Abh. 26 



198 



Carl Richter. 



Menge im Kälberbaltwalde bei Gloggnifcz. Blüthezeit ist Ende April und 
Anfang Mai. 

Silene nf moralis W. K. fand icb im Jabre 1880 auf Wiesenrainen bei Warten- 
stein ; ob sie sieb daselbst erbalten hat, weiss ich nicht, da in den letzten 
Jahren die Raine bei meinen Besuchen der Stelle stets schon gemäht 
waren. 

Epilohmm xmlustre L. findet sich in den subalpinen Sumpfwiesen des Semme- 
ring mit nur oberwärts rund herum flaumigem Stengel, während der 
untere Theil desselben zweireihig behaart ist, gleichsam einen Uebergang 
zu E. alpinum L. bildend. 

Ixosa L. Bei dieser Gattung beschränke ich mich auf die Aufzählung der noch 
nicht bekannten Fundorte mit Ausschluss der ganz häufigen Arten. Die 
Bestimmung sämmtlicher hier genannten Arten rührt von Herrn H. Braun 
in Wien her. Jene Arten, welche in Haläcsy und Braun 's Nachträgen 
nicht enthalten sind, sind durch fetten Druck hervorgehoben. 

Rosa jyeiululina L. Allenthalben an den Abhängen des Semmering gegen 
die Atlitzgräbeu. 

Rom glauca Vill. Bei Wartenstein. 

Rosa pcnnina De la Soie. In der Umgebung von Gloggnitz häufig, weit häufiger 
als R. glauca Vill. Mit dieser kommt sie an Hecken bei Wartenstein 
vor und ist von derselben jederzeit leicht zu unterscheiden, indem sie 
viel grösseres, schlalferes und glänzendes Laub, grössere, dunkler gefärbte 
Blüthen und ein ganz anderes Wachsthum besitzt. R. pennina bildet 
nämlich einen viel grösseren, zum Ueberhängen geneigten Strauch, wäh- 
rend R. glauca immer einen viel magerern, mehr zerflatternden Eindruck 
macht. Am auffallendsten ist allerdings der Unterschied dann, wenn die 
Sträuche in Frucht stehen, zu welcher Zeit die grossen flaschenförmigen 
Früchte der R. pennina mit ihren vorgestreckten Kelchzipfeln den 
Sträuchen ein ganz prächtiges Aussehen verleihen, während R. glauca 
sich durch ihre viel kleineren, kugeligen Früchte wenig vor anderen 
Rosensträuchen auszeichnet. 

liosa (flahrata Vest. Am Sandbühel bei Mariazell. 

liosa Ilalücsyi H. Braun. An Hecken bei Enzenreuth, am Haderkogel bei 

Kranichbf*rg und am Raachberge bei Gloggnitz. 
Rom scuhrata Crep. f. ovifera Borbäs. An Hecken bei Kirchberg am Wechsel. 
Rosa scpium Thuill. f. robusta Christ. Am Eichberge bei Gloggnitz. 
7i'o.s-a Gisellae Borbäs. In der Gegend von Gloggnitz gemein. 
Hosa Kluchii Bess. Um Gloggnitz ziemlich häufig, in der Form fragrans 
H. Braun an sonnigen und steinigen Plätzen am Eichberg bei Gloggnitz. 
Rosa jjerviixtu Ddsegl. In der (iegend von Gloggnitz liäufig, so bei Warten- 
btein, am Hadcrkogel bei Kranichberg und am Wege von Klamm nach Küb. 
Rosa apricorum Bei Gloggnitz und Eichberg häufig; auch fand ich sie am 



Rona comosa Rip. Jn der Gegend von Gloggnitz die häufigste Rubiginose. 
Rom tomcnlosa Sni. Am lladcrkogel bei Kranichberg. 

RoHu Huhglobosa Sni. In der Gegend von Gloggnitz ab und zu in vereinzelten 
StrüueluMi, HO bei Wartenstoin, am StMiiHKuing, bt^i Kranichberg. 

UoHü ilimorjihd D(*s(^gl. — 7»!. tomenlosa Sm. [i. notka Kelh'r wurde von mir 
nicht bfi Buchbrn-g, wio es in Haläcsy und Braun, Nachträge, p. 25(1 
heihht, Hondorn am Maria)iilf<irberge b(!i (iutenstein gefunden. 01»i;n'r In- 
thum ging audi in Beck, Flora von Hernstein, p. über 

lOmi micuHH DeHdgl. Am Eichbfng b( i Gloggnitz. 

Jlona ciwroHCcnH Diiirt. f. suha(lcnoj)hglla Borbä«. Bei St. Sebastian an der 

KtraMHn von Mitt'Thach nacli Mariazoll. 
RoKd flumctffrum Thuill. Ein Straurli im Schlagl hv.'i WartoiiKtciin. 




Notizen zur Flora Niederösterreichs 



199 



Bosa Lembachensis Keller pro var. B. dumetorum Thuill. Häufig bei Kirch- 

berg am Wechsel, auch am Eichberge bei Gloggnitz. 
Bosa trichoneuro Kip. Am Saudriegel bei Gloggnitz uud bei Kirchberg am 

Wechsel. 

Bosa uncinella Bess. Bei Kirchberg am Wechsel. 
Rosa suhmitis Gren, Am Purgstall bei Krauichberg. 

Bosa subatrichostylis Bort. Bei Eichberg und oberhalb Kranichberg bei 
Gloggnitz. 

Rosa pilosa Opiz. Bei Wartenstein und Kranichberg, an ersterem Orte häufig. 
Rosa juncta Pug. Bei Kirchberg am Wechsel. 
Rosa Forsteri Sm. Ebenda ziemlich verbreitet. 

Bosa cladoleia Rip. Am Wolfnerkogel bei Kirchberg am Wechsel und am Glogg- 
nitzer Schlossberge. 

Bosa ohlonga Desegl. et Rip. In der Umgebung von Gloggnitz nicht selten, so 
bei Enzenreuth und von hier über Wartenstein und die Schanz bis Schott- 
wien, am Eichberge und im Saubachgraben bei Pottschach; ausserdem 
zwischen Parndorf und Neusiedl am See. 

Bosa Carioti Chab. Am Eichberge bei Gloggnitz. 

Bosa levistyla Rip. Im Rehgraben und am Raachberge bei Gloggnitz. 

Bosa stipularis Mer. An Hecken bei Kirchberg am Wechsel. 

Bosa laxifolia Borb. (subsp. B. dumalis Bechst.). Am Gloggnitzer Schlossberge, 
am Eichberge bei Gloggnitz und bei Wartenstein. 

Bosa hrachypoda Dösegl. et Rip. Bei Wartenstein. 

Bosa spliaeroidea Rip. Um Gloggnitz häufig. 

Bosa fissidens Borb., die f. coriascens Boullu beim Wartensteiner Schlosse. 

Bosa Lutetiana Lern. Am Wege von Kirchberg am Wechsel auf den Wolfner- 
kogel und bei Schottwien gegen den Göstritzgraben zu. 

Rosa fallens Desegl. Am Wolfnerkogel bei Kirchberg am Wechsel. 

Bubus L. In Bezug auf diese Gattung muss ich bemerken, dass Dr. v. Haläcsy 
in seinen Beiträgen zur Brombeerflora Niederösterreichs bereits mein 
Material bis zum Herbste 1885 benützte; die folgenden Funde stammen 
aus dem Jahre 1886, umfassen jedoch auch nur einen Theil des gesam- 
melten Materiales, da es mir nicht möglich war, eine Anzahl Formen, 
insbesondere aus der Gruppe der Glandulosen, genau zu bestimmen. Die 
Bestimmungen der hier genannten Arten wurde durch Dr. v. Haläcsy 
vorgenommen. 

Bubus sulcatus Vest. Im Rehgraben bei Gloggnitz. 

Bubus candicans W. N. In der Gegend von Gloggnitz nicht selten. 

Bubus bifrons Vest. Um Gloggnitz der gemeinste Bubus. 

Bubus megathamnos Kerner {bifrons X tomentosus). Im Rehgraben bei Gloggnitz. 

Bubus Gremlii Focke. Um Gloggnitz allenthalben gemein. 

Bubus Haläcsyi Borb. (= B. decorus Hai. non P. J. Müll.) ist viel weiter ver- 
breitet, als Haläcsy annahm, sein Verbreituugsbezirk erstreckt sich von 
Klamm bis gegen Gloggnitz einerseits und gegen Payerbach andererseits. 

Bubus Koehleri W. N. Am Eichberge bei Gloggnitz. 

Riibus calyciilatus Kaltenb. In der Prein bei Reichenau. 

Rubus brachyandrus Gremli. Im Hartholze bei Gloggnitz. 

Potentüla-) opaca L. non Aut. Häufig in der Gegend von Gloggnitz. 

l*otentUla Vhidoboneusis Zimm. Ini Prater und in Eichberg bei Gloggnitz. 

RotentiUa glaiidulij'era Kras. Auf Felsen am Gloggnitzer Schlossberg. 

Potentilla albescens Opiz. Im Gloggnitzer Schlossgarten. 



') Ö. diese Verhandlungeu, ],S85, p. «.ö7. 

Die Arten der Gattung Potentilln wurden von Prof, Alb. Zimmeter in Innsbruck 

bestimmt. 

26* 



200 



Carl Richter. Notizen zur Flora Niederösterreichs. 



Ononis Columnae All. An der Eisenbahn bei Neunkirchen in grosser Menge. 
Trigonella monspeliaca L. Auf einer Haide des Föhrenwaldes bei Neunkirchen 
hcäufig. 

Trifolmm gracüe Th. findet sich häufig an dem von mir in Halä.csy und 
Braun, Nachträge zur Flora Niederösterreichs, p. 342 angegebenen Fund- 
orte, und zwar in Gesellschaft von Tr. ruhellum Jord. und Tr. arvense L. 
Diese drei Arten sind jederzeit nach der Behaarung der Kelchzähne sofort 
zu erkennen (siehe die beistehende Abbildung); nämlich: 




Fig. 1. Fig. 2. Fig. 3. 

Trifolium gracile Th. mit ganz kahlem Kelchzipfel (Fig. 1); 

Trifoliani rubellmn Jord. hat die Kelchzähne an der Basis laug gewimpert, 
dit^ Wimpern aber werden gegen die Spitze zu kürzer und der Kelchzahn 
endigt in eine kahle Granne (Fig. 2); 

Trifolium arvense L. endlich hat bis zur Spitze gleichmässig dicht gewimperte 
Kelchzähne (Fig. 3). 

Bei dem Umstände, dass Tr. ruhellum Jord. fast immer nur in Gesell- 
schaft der beiden anderen genannten Arten gefunden wird und in Rück- 
sicht auf die Zahl der Exemplare weit hinter diesen zurücksteht, ist die 
Möglichkeit wohl nicht ganz ausgeschlossen, dass wir in der betreffenden 
Pflanze eine hybride Bildung vor uns haben, deren Stammeltern in den 
beiden anderen Arten zu suchen wären, 

Lotus villosuH Th. findet sich am Bisamberge bei Wien in Gesellschaft von 
L. coDiiculatns L.. ohne dass man irgend welche Uebergänge zwischen 
beiden findet. Die beiden Arten unterscheiden sich schon von Ferne durch 
ein ganz verscliiedenes Aussehen. 

Coronillu coronata L. Im Oetsclierbachgraben in a\isgesj)rochon subalpiner Um- 
gebung. Ein auCfallender Standort, da die Pflanze gewöhnlich nur in der 
Bergregion wächst. 



201 



Ueber Polia senex Geyer. 

Von 

Alois Bogenhofer. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 9. Februar 1887.) 



C. Geyer bildet in der Fortsetzung zu Hüb n er 's Sammlung europ. 
Schmetterlinge, Tab. 160, Fig. 749 und 750 Polia senex ab, die „nach einem 
Gemälde, dessen Original sich im k. k. Naturaliencabinete in Wien befindet", ^) 
copirt wurde. Das Exemplar ist noch wohlerhalten in der kaiserlichen Samm- 
lung, stimmt aber nicht ganz gut mit Gey er 's Figur; wenn es auch im frischen 
Zustande lebhafter gefärbt war, so sind doch die Hinterflügel entschieden zu 
dunkel gelbgrau und zu breit gerathen. 

Seit jener Zeit (1827) wurde das Thier nicht wieder beobachtet oder viel- 
leicht verkannt, daher auch meist fraglich oder gar nicht erwähnt. 

Der Erste, Avelcher Gey er 's Figur erwähnt, ist Boisduval, der im 
Europ. Lepidopt. Index methodicus, 1829 in den Errata und Addenda, p, 4 
(also vor dem Erscheinen des Textes von Geyer 1834) eine kurze Diagnose, 
selbstverständlich nur nach dem Bilde, gibt, die so lautet: Statura flavicinctae, 
alin anticis einer eo-stibcaesiis, lineolis nigris undatis; loco maculae reniformis, 
hoc signo S nigro, punctis 4—5 nigris sujoerjecto, ipsis infra hoc signo > 
nigro, lunulis nigris ad radicem ßmbriae. Galt wer. — Er stellt die Art 
zwischen nigrocincta und platinea. An dieselbe Stelle setzt Boisduval später 
in seinen Genera et Index methodicus, 1840, p. 127, Nr. 1018 P. vetula, ohne 
senex weiter mehr zu erwähnen. 



Wie Geyer im Texte, der fast unbeachtet und uncitirt bleibt, 1. Heft, p. 16, 1834 sagt. 



202 



Alois Kogenbofer. 



Die Flugzeit, welche Boisduval, nach ihm Duponchel uud Herrich- 
Schäffer irrig im August angebeu, ist, wie Rössler mittheilt, Ende iSeptem- 
ber und Anfang October, um welche Zeit Herr Alois Palisa das Thier auch 
in der Nähe von Triest Abends am Köder fing. 

Herrich-Schäffer setzt im VI. Bande, p. 53 zu senex irrig Hb. Fig. 449 
bis 450, statt 749, ebenso im Texte, II. Bd., p. 259, wo er die Art zu rufocincta 
ziflit und die Hinterflügel in der Abbildung mit Recht für zu gross erklärt. 

Gueuee sagt in den Noctuelites, VI, p. 41 in einer Note zu rufocincta, 
duss Hühner 's Figur zu plump ausgefallen. 

Leder er führt in seinen Noctuinen Europas, p. 99 senex als eigene Art, 
aber ihm in natura unbekannt, auf. 

In 0. Staudinger's Katalog, 1871 wird die Figur fraglich bei P. dubia 
1353 citirt. 

Man ersieht daraus, dass an der Nichterkennung des jedenfalls eigeu- 
thümlichen Thieres nur die mangelhafte Figur Gey er 's die Schuld trägt, und 
wäre das Original im kaiserlichen Museum nicht mehr vorhanden, würde die 
Art wohl kaum je aufgeklärt worden sein. Doch muss ich zur Ehrenrettung 
unseres hochverdienten Meisters C. Geyer, dessen Leistungen noch immer un- 
erreicht dastehen, ausdrücklich hervorheben, dass unbedingt die von niclit selir 
geübter Hand gefertigte Abbildung, welche von Wien aus an Geyer gosandfc 
wurde, Manches zu wünschen übrig gelassen und die Figur 749 nach der Natur 
gewiss besser geratheu wäre; es ist ja auch die auf derselben Tafel IGO befind- 
liche Figur 717 rufocincta (ebenfalls nach einer Malerei des im Wiener Museum 
Mocli befindlichen Originals verfertigt) nicht gelungen, namentlich die Unter- 
Beite 71'S so dunkel gt-lbbraun mit scliwärzliciien Fhicken liinter der Mitte dar- 
gCHtellt, wie icli nie rufocincta sali. 

Hei der Figur von senex ist schon der Umriss ganz verfelilt und sind 
nanuMitlich «iie Hiiiterflügel zu gross, daher das Tliier ein ganz ungewöhnliches 
AuH»elnMi erhält; «-h kann daher auch die nicht nach der Natur angefertigte Be- 
MchreibuNg j». l»i kaum massgebend sein, indem dieselbe mit der Figur nicht 
ciiiinal iibereiiistiinint, da di« Unterseite rötlilichgrau genannt wird, was eher 
h"i Fig. 718 dar Fall wäre. l)i<i Unterseite stiininf. ganz gut mit («iinMii iuimihm- 
wciblirhcii iSli'ickM. 

Die j{<fiiaUM Ufit»T«ueliiing nrgab die UnlxTeinstiinniuiig mit, d(>n (latiuiigs- 
charakt«reu von Ammoconia f/ed., sowie auch, abgesehon von d(!r lichteren 
Färbung, mit den Artrechti-n von Vatula. Die Fülih-r, lliiit< i inil. und Aflcr- 



Ueber Polia senex Geyer. 



203 



klappe sind wie bei Ä. caecimacula, nur das schneidige Schöpfchen hinter 
dem Halskragen ist schwächer entwickelt. Es ist daher senex in die Gattung 
Amnioconia zu verweisen, und Geyer's Name (1827) hat vor VetuJa (1842) 
die Berechtigung, wenn man auch diesen letzteren allenfalls für die weisse west- 
liche (französische) Form, die namentlich beim 9 mehr gelblich angeflogen ist, 
beibehalten will. Die Stücke aus Istrien haben einen schwachen Stich ins 
Bläuliche, jene aus dem Rheingau sind am dunkelsten grau. 



Die Synonymie stellt sich folgendermassen : 
Polia senex Geyer, Forts, zu Hübner's Samml. europ. Schmetterl., Taf. 160, 

Fig. 749, 750, 1827. 
Text, 1. Heft, p. 16, 1834:. 

Polia senex Boisduval, Europ. Lepidopt. Index methodicus, Errata p. 4, 1829. 

Polia (var.) vetula Duponchel, Hist. natur. d. Lepidopt., Supplement t. IV, 
p. 93, Taf. 58, Fig. 4. April 1842. 

Orthosia vetula Herr.-Schäflf., II, p. 200, Taf. 22, Fig. 108. cT, 1845. 

Polia vetula Guenee, Spec general. des Lepid., VI (Noct. II), p. 43. cf , 9' 1852. 

Ammoconia vetula Lederer, Die Noctuinen Europas, p. 97, 1857. 

Ämmoeonia vetula B., Heinemann, Schmetterl. Deutschi., I, p. -359, 1859. 

Polia vetula Dp., Milliere. Iconogr. et Descript. d. chenilles, III, 34; Livr., 
p. 366, pl. 146, fig. 7—9, 9 und Raupe, 1874. 

Aminoconia vetula D., Rössler, Die Schuppenflügler des Regierungsbezirkes Wies- 
baden (in Jahrb. d. nassauischen Vereins, p. 33 u. 34), 1880, p. 95. Raupen- 
beschreibung. 

Ammoconia vetula D., Pagenstecher, Entomologische Nachrichten von Katter, 
VII, 1881, p. 170—172, Raupe. 

Guenöe beschreibt noch eine var. A., die fast rein weiss ohne Zeichnung 
ist, schneeweissen Thorax und unten keine Mittelpunkte hat, aus Boisduval's 
Sammlung ohne Fundortsangabe. 

Senex wurde bisher in Südfrankreich, Südtirol, im Rheingau, in Istrien 
und bei Fiume gefunden. 

Herrich-Schäffer's Fig. 108 stimmt ganz gut mit meinen Triestiner 
Stücken; was er im Texte sagt, dass die Art „gewöhnlich nicht so schön blau- 
grau ist und einen rostgelben Wisch an der Stelle der Zapfenmakel hat", be- 
zieht sich auf die französischen Stücke. 



204 



Alois Rogenhofe r. lieber Polia sejiex Geyer. 



Herr Alois Palisa, Adjunct an der Triester Sternwarte, dem ich einige 
ganz frische Stücke der Polia senex verdanke, durch welche ich ehen auf diese 
Art mehr aufmerksam gemacht wurde, hat auch im vergangenen Jahre bei Triest 
einige interessante Speeles gefunden, wovon ich hervorheben will: 

Agrotis castanea E. var. neglecta Hb., Agrotis Cos Hb., var. in einer 
eigenthümlichen blass röthlichgelben Färbung der Vorderflügel, die sehr nahe 
jener von A. cycladum Stdg. kommt, und die Zusammengehörigkeit dieser Art 
mit Cos vermitteln dürfte, Hadena Sdlieri B., Dryohota rohoris B. var. cerris, 
Luperina rubella Dup., Lcucania putrescens Hb., Acosmetia caliginosa Hb. 
(auch bei Görz), Exophüa rectangularis Geyer und Calamochrous acntel- 
las Ev. im August bei Monfalcone, 9 » letzterer seit 1884 aus Kärnten bekannt. 



205 



Aulaoj hijpochoericUs n. sp. 

Voa 

J. J. Kieffer in Bitsch. 
(Mit 2 Holzschnitten.) 



(Vorgelegt in der VersammlnTig am 2. März 1887.) 



Beschreibung der Wespe. Q Körper schwarz. Fühler fadenförmig, 
mit 14 deutlich abgesetzten Gliedern, mattschwarz, anliegend grau behaart; 
drittes Glied etwas länger als das vierte, beide länger als die folgenden, welche 
walzenförmig und ungefähr zweimal so lang als breit sind; Endglied zugespitzt. 
Gesicht gestreift. Stirn und Scheitel chagrinirt. Thorax massig glänzend. Meso- 
notum fast kahl und nur mit wenigen kurzen grauen Haaren besetzt, fein, aber 
deutlich gerunzelt, diese Kunzein sehr regelmässig, viereckige Zellen bildend. 
Scutellum ohne Mittellängsfurche, am Grunde mit zwei grossen Grübchen, in 
seiner vorderen Hälfte von derselben Sculptur wie das Mesonotum. Flügel wasser- 
hell, gewimpert, mit einem am Aussenrande offenen Radialfelde und mit einer 
deutlichen Areola. Beine rothgelb; Tarsenendglied, sowie Hüftenbasis schwarz. 
Abdomen stark glänzend, ganz schwarz. 

Körperlänge des Q 21 — 2'2mm. cf unbekannt. 

Das Einreihen dieser Wespe in die von Dr. G. Mayr gegebene Bestim- 
mungstabelle: Die europäischen Arten der gallenbewohnenden Cynipiden, Wien, 
1883, würde also in letzterer folgende Veränderungen verursachen: 
p. 6: 1. Die Fühler bestehen beim Q aus 14, beim aus 15 freien Gliedern etc. 2 
Die Fühler bestehen beim 9 aus 12 — 13, beim aus 14 freien Gliedern 6 

2. Das Mesonotum kahl oder sehr spärlich behaart ... ... 3 

Das Mesonotum reichlich und gleichmässig behaart 5 

3. Scutellum mit tiefer Mittellängsfurche etc. . Ä. Lichtensteini Mayr. 
Scutellum ohne Mittellängsfurche 4 

4. Scutellum mit viel gröberer Sculptur als das Mesonotum; Flügel ohne 

Areola ; Fühler braunroth etc A. glechomae Hart. 

Scutellum mit einer Sculptur, welche nicht oder kaum gröber ist als 
die des Mesonotum; Flügel mit Areola; Fühler schwarz 

Ä. hypochoeridis u. sp. 

Z. B. Ges. Ii. XXXVII. Abh. 27 



206 



J. J. Kieffer. Aulax hypochoeridis n. sp. 



Besch reibuni^ der Galle. Vorliegende Wespe erzeugt längliche oder 
spindelförmige, seiteuer rundliche, meist mehr oder weniger gekrümmte Stengel- 
anschwollungen an Hypochoeris radicata L. Die grösseren unter 
diesen Anschwellungen sind 4 cm. lang und 07 cm. dick; ihre 
Aussenseite ist unbehaart und von derselben Farbe und Be- 
schaffenheit wie der Stengel; inwendig sind sie markig, weiss, 
mit 10—12 runden oder ovalen, ziemlich regelmässig gereihten 
Larvenhöhlen, welche etwa um 2 mm. von ein- 
ander entfernt sind. Sie haben also mit den an 
Hieracium- Arten so häufig vorkommenden Gallen 
von Aulax hieracii Bouch. grosse Achnlichkeit, 
doch sind letztere stets dicker, ihre Zellen grösser, 
dicht aneinander liegend und mehrere Reihen bil- 
dend. Meist kommen diese Anschwellungen unter- 
seits, seltener auch oberseits der gabeligen Ver- 
zweigung des Stengels vor; über ihnen ist der Trieb 
bald normal entwickelt, bald auch verkümmert. 
Man findet sie schon Anfangs Juni, doch werden 
sie erst im Herbste reif. Die Wespen im folgenden 
Frühjahre (wahrscheinlich im Mai) ausschlüpfend; 
im geheizten Zimmer schon im Februar. 

Vorkommen. Diese Galle habe ich an Hohl- 
wegen und Waldrändern um Bitsch gesammelt; sie ist daselbst 
ziemlich selten. Sie wurde zuerst von Prof. Licopoli bei Nea])el 
gefunden und von ihm in seiner Abhandlung: Le gallo della flora 
di alcuno province Napolitane, Napoli, 1877 beschrieben und abge- 
bildet. Dr. Vice fand sie in England, im nördlichen Thoilo von Wales, nacli 
Angabe von J. W. H. Trail (Scottish Naturalist, IV. Band, 1877—1878, p. 1()). 
B«.'spr«ichcn wurde sie dann noch von Dr. Fr. Löw in „Boniorkungcn über Cyni- 
piden" (Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesollsch. in Wien, 1881, p. o2(5), wolclior 
»olcliü Stengclanschwcllungon von Prof. Licopoli erhalten und aus ihn(ui zwei 
Q von Karytoma cipiipseu Bob. gezogen hatte (siehe Dr. Gust. Muyr, Arton 
der Clialcidier- Gattung EnrijLümu, 1878, ])ag. 313). Dankend will ich zulutzt 
uocli dtT Untor.stützinig gcdonkon, wolclie II<M*r Dr. G. Mayr b^i dnr l>(sl,ini- 
inuiig diehor WeHpo wx'w t^'iitigst zu Tin'il worden lioss. 




Galle im Läugs- 
ecbuittü. C/i Gr.) 



üalle von Aulax 

hypochoeridis 
Kieff. auf Uypo- 
i-hoeris radicata 
L. Or.) 



VerhunJl (f kk lool hot. Ges. 

Saud xxxvii. un. 



Taf. \: 



Ti: Voss. 
MatFilzkundc Krams. V. 




207 



Materialien zur Pilzkunde Krains. V. 

Von 

Wilhelm Voss, 

k. k. Professor in Laibach. 

(Mit Tafel V.) 



(Vorgelegt in der Versammlung am 2. März 1887.) 



Mehr als drei Jahre sind vergangen, als ich die IV. Folge meiner „Mate- 
rialien zur Pilzkunde Krains" beendigt und unserer löblichen Gesellschaft zur 
Drucklegung übergeben habe.^) 

Zu dem Bewusstsein, dass meine mykologischen Studien in Krain eine 
Reihe von früher aus diesem Gebiete nicht bekannten Arten und Formen, ja 
selbst überhaupt Neues ergeben hatten, drängte sich doch anderseits die Ueber- 
zeugung, dass dadurch ein gerundeter Abschluss noch nicht erzielt worden ist. 
Daher ging ich sofort wieder ans Werk, um nach dieser Richtung weiter zu 
beobachten. 

Ein in das Unterland — namentlich in das Gottscheerländchen — ge- 
planter neuerlicher Ausflug musste aus mehrfachen Gründen verschoben werden. 
Das auf diesen Excursionen mit Sicherheit zu erwartende Materiale wurde theil- 
weise durch die Ergebnisse eines viermonatlichen Aufenthaltes im oberen Save- 
thale ersetzt. Die verschiedenen Querthäler der Wurzner Save, die tief in die 
Karawankenkette einerseits und in den Gebirgsstock der julischen Alpen ander- 
seits einschneiden, wurden durch oft wiederholte Begehungen in mykologischer 
Hinsicht geprüft. Wenn auch die krainischen Dolomite ihrer Schroffheit und 
geringen Durchfeuchtung wegen nicht die reiche Ausbeute der in den centralen 
Alpen liegenden Gegenden erwarten Hessen, so waren diese Begehungen doch in 
mancher Beziehung von grossem Interesse. Eine Reihe von Arten und Formen, 
besonders aber eine ansehnliche Zahl neuer Nährpflanzen parasitischer Pilze 



') Siehe diese Verhandlungen, Jahrg. 1S84, p. 1—34 und Taf. I. 



27* 



208 



Wilhelm Voss. 



konnten sicliergestellt werden. In Berücksiclitigung des Umstandes, dass die 
südöstlichen Alpen gerade nach dieser Seite hin nur mangelhaft bekannt geworden 
sind, erweitern die nachgewiesenen Funde nicht ganz unbedeutend unsere Kennt- 
nisse über die mykologischen Verhältnisse des Alpenlandes. 

Besonderes Augenmerk richtete ich diesmal auf Ascomyceten, und es 
gelang auch die Auffindung einiger neuer, wenig bekannter oder seltener Arten, 
die aus dem Gebiete von Koch 's Flora früher nicht bekannt waren. Allerdings 
wäre dieses kaum möglich gewesen, wenn ich mich nicht der Mitwirkung eines 
der berühmtesten Kenner der Ascomyceten zu erfreuen gehabt hätte; dieser ist 
mein hochgeschätzter Correspondent Dr. H. Rehm in Regensburg. Bei Durch- 
sicht der betreffenden Gruppen wird dessen Antheilnahme deutlich hervortreten. 
Wenn dadurch meine Thätigkeit auch in den Hintergrund gedrängt wird, so 
entschädigt mich dafür reichlich der Gedanke, dass die ausgewiesenen, mit- 
unter recht schwierig zu bestimmenden Arten den erhöhten Werth voller Sicher- 
heit erhalten. Für mich ist es die angenehmste Pflicht, Herrn Dr. Rehm für seine 
Mühewaltung meinen verbindlichsten Dank hier öffentlich ausdrücken zu können. 

In den vorliegenden Zeilen wurden 246 Pilzarten in Betracht gezogen, 
theils für die Landesflora neu (165), theils ihrer Standorte wegen beachtens- 
werth. Diese Arten verthcilen sich auf 116 Gattungen, und letztere vermehren 
die nun für Krain nachgewiesenen um oG. Von den für die Landesflora neuen 
Speeles^) sind jedoch neun überhaupt neu. Fünf davon hat Dr. Rehm 
(Ästerina Hellehori, Äscophanus subgranuliformis, Ciboria carnioUca, Massa- 
rina gigantospora, Mollisia crythrostigma) aufgestellt, die übrigen vier (Phyllo- 
sticta atrozonata, Puccinia earniolica, Äecidium Cytisi, Diplodina Eurhodo- 
dendri) habe ich unterschieden und von den meisten Analysen auf der bei- 
gegebenen Tafel gezeichnet. Auch die Zahl neuer Nährpflanzen parasitischer Pilze 
hat eine Vermehrung erfahren; folgende scheinen mir besonders nennenswerth : 

Actaea Spicata L. mit Erysiylie Martii. 

Avena argentea Willd. „ LeptospUaeria crast02)hila und L. 

culmifraya. 

Bellidiastrum Michelii Css. „ Fleospora chrysospora. 
JHscutella laevigata L. „ Peronospora parasitica und Cystojous 

Candidus. 

dalamagrostis Hallcriana DC. „ Epiclilor typhina. 
CeruHtium aljnnum L, „ Mollisia cryt/irosiigma. 

Cyiisus hirsutuH Ji. „ Äecidium Cytisi. 

Cyiisns jmrjmrcus Scop. „ Erysiphc Martii. 

O'enistu sagiltulis L. „ Massarina gigantosj)ora. 

(ienlinna Awardla L. „ PeronoHjiora (y/dorac. 

I hllrlxnii nliifdtiiiK IfiiytK^"''). „ Ästcrina J/elleltori, J'/wina eß'usa 

lind Phyllosiicta atrozonata. 

*) Im '\'f%i>' «liirrh rin Ht'Tnrlu-ri (•) li(>%<<ir.linot. 

*) All«'« in .MatiTiiilinn 7,Hr I'il7.kiin<l<i Kriiiiic, I.- IV." iiIh llrllihorun vif/er L, I!ezficlm«ti) 
füh/trl ilif«i«!r Art nu. 



Materialien znr Pilztuade Krains. 



209 



Ileradeum austriaciim L. 
Lunaria rediviva L. 
Feucedamim Oreoselinum Miicli. 

Peucedanum Schottii Bss. 
PrenantJiefi piirpurea L. 
Prunus Padus L. 

Rhododendron intermedium Tausch. 

Salix glabra Scop. 

Satureja montana L. 
Saxifraga caesia L. 
Theshim montanum Ehrh. 

Toßeldia calyculata Wahl. 
Tunica Saxifraga Scop. 

Mit den schon früher aufgezählten P 
aus Kraiu bekannten Gattungen auf 316, 



mit Protomyces macrosporus. 
„ Ilelotium tyrolense. 
„ Laestadia nehulosa var. und 

Pleospora vulgaris. 
„ Puceinia carniolica. 
„ Leptosphaeria planiuscula. 
„ Septoria Pruni-Mahaleb. 
„ Chrysomyxa Rhododendri und 

Torula Rh. 
„ Melampsora Salicis Capreae 

und Rhytisma salicina. 
„ Puceinia Menthae, II., III. 
„ Phoma Saxifragarum. 
„ Erysiphe communis, Pleospora 

vulgaris und Leptosphaeria 

Niessieana. 
„ Pleospora vulgaris. 
„ TJstilago violacea. 

'ilzen stellt sich nun die Zahl der 
jene der Arten auf 1430. 



I. Hypodermii De Bary. 

A. üstilagineae Tul. 

1. TJstilago Link. 

1. TJ. violacea (Pers. in Tentam. disp. meth., p. 57 als üredo). 
Syn. ü. antherarum Fr. In den Staubbeuteln von: 

Silene inflata L. Auf Wiesen bei Lees in Oberkrain im August. 

Tunica Saxifraga Scop. An felsigen Gehängen in Veldes, Anfangs 
September. — Diese Brandform ist aus zweifachen Gründen beach- 
tenswerth; das eine Mal, weil die Nährpflanze (Tunica) neu ist, das 
andere Mal, da die Brandsporen noch eingeschlossen in den Antheren 
zur Keimung gelangten. Prof. Dr. Julius Kühn hatte die Güte, mir 
darüber folgende Mittheilung zukommen zu lassen: „Die ungefärbten 
conidienartigen Körperchen, welche neben den Sporen der U. violacea 
vorkommen, sind Sporenschläuche und Sporidien des Brandpilzes. Es 
muss wohl etwas feuchte Witterung geherrscht haben, die zur Keimung 
eines Theiles der Sporen vor dem Verstäuben führte. Zum Theile 
befinden sich die Schläuche oder Promycelien noch an den Sporen; 
mitunter ist der Keimschlauch dicht an der Spore hyalin und vom 



210 



Wilhelm Voss. 



Protoplasma leer geworden, so dass der Zusammenhang mit der Spore 
nur bei sehr scharfer Einstellung erkennbar ist. Häufig haben sich 
die Schläuche abgelöst, wohl auch Sporidien gebildet." 

2. Schroeteria Wint. 

*2. Seh. Delastrina (Tul. in Annal. sc. nat., III. Ser., t. 7, p. 108 als Thecaphora) 
Winter, Die Pilze etc., I. Bd., p. 117. 
Syn. GemineUa Delastrina Schrot., Brand- u. Rostpilze Schlesiens, p. 5 des 
Sep.-Abdr. aus Abh. d. Schles. Ges., naturw. Abth., 1869. In den Placenteu, 
Fnniculis und Samenknospen von: 

Veronica hederifolia L. Unter der Saat bei Stosce nächst Laibach im 
Juni. — Wird in A. Kerner's Flora exs. Austro-Hungarica zur Aus- 
gabe gelangen. 

3. Tuber culina Sacc. 

*3. T. persicina (Ditm. in Sturm, Flora, III, 2, p. 99 als Tubereularia) Sacc, 

Fung. ital., Taf. 9G4. 
Syn. T. vinosa Sacc, Michelia, I, p. 262. — Cordalia iiersieina Gobi, Ueber 

den Tubereularia persieina Ditm. genannten Pilz, Petersburg, 1885. 
Parasitisch in Aecidium Tussilaginis Gm., doch auch sonst im Gewebe der 

Blätter von: 

Tussilago Farfara L. Bei der Teufelsbrücke im Kathavinatljale unweit 
Neumarktl. Ende August häufig. 



B. Protomycetes Do Eary. 



1. Protoniyces Ung. 

4 P. macrosporus Ung., Exantheme, p. ;>i.'5, Taf. VI, Fig. M. Verursacht pustei- 
förmige Krliabenheiton an der Blattfläche von: 

lleracleiim austriacum L. Auf der Al])e Golica (1650 M.) ober Assling 
in Oberkrain im Juli. 

2. Kntylonia Do Bary. 

/<;. Ilottoniae Kostr. in Thuemen's Mycotheca univ., 2222. Stellenweise 
und nicht häufig an den Blättern von: 

llidtimia pahmlris L. An Sümjjfcn bei KaltfMihrunn nächst Iiail>ach 
im Juni. 

«i. K serntinum Scliröt. in (!(»)in's Meit.r. z. I^iologii; d. Pflanzen, II. IM., j>. ^1:57. 
Auf der Uiibtrscite lebeniler Blätter von: 

Si/nijihj/luin officinnle L. Aufwiesen bei I;ail)acli im Herbste. 
7 /v /iiHcum Schrot., Ibid., p. Auf den Blättern von: 

PiijHivrr Kovinifrruvi \, Im A ngiist >!chr häufig im Jan'Hliiirgcr Scliloss- 
garti-n in < »hcrKr.iin l>i.. Unlfr.Mcit.n (\<\r lÜiitffir i: I, Ixulockt mit 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



211 



zahlreichen kreideweissen staubigen Flecken (ähnlich jenen von Itamu- 
laria, Fusidium etc.), welche von den Conidien gebildet werden. Die 
Entylomasporen werden in der Blattsiibstanz gebildet; sie sind rund- 
lich oder oval, mit einer Gallerthülle umgeben und braun gefärbt. 

3. Melanotaeumm De Bary. 

*8. M. endogeniim De Bary. Au den Stengeln und Blättern von: 

Gallium mollugo L. Im Laibacher Stadtwalde im August; selten. 



4. Physoderma Wallr. 

"^9. P. Menijantliis De Bary. Im Herbste an den Blättern von: 

Menyanthes trifoliata L. Im Weiher bei Kroiseuegg und au Sumpf- 
stellen längs des „ewigen Weges" bei Laibach. 



5. Schinzia Näg. 

*10. Sch. Leguminosarum Frank, Krankheiten d. Pflanzen, 1880, p. 652. Be- 
wirkt kleine kugelförmige Anschwellungen an den Wurzelfasern von : 
Lotus corniculatus L., besonders an der haarigen Spielart dieser Legu-- 
miuose. Auf Wiesen bei Lees in Oberkraiu im August. Leg. Prof. 
F. Krasan. 

II. Phycomycetes De Bary. 



1. Peronospora Corda. 

11. P. nivea (Uug.). An der Unterseite der Blätter von: 

Fastinaca sativa L. An wiesigen Stellen bei Podnart in Oberkrain. 
Fimpinella Saxifraga L. Bei ßadmannsdorf in Oberkrain. 

12. P. pygmea üug. An der Unterseite der Blätter von: 

Anemone hepatica L. Ende Mai im Föhrenwäldchen bei Josefsthal. 

13. P. parasitica (Pers.). An den Blättern von: 

Biscutella laevigata L. Auf Wiesen bei Lees im August mit Cystopus 

Candidus (Pers.). — Die Nährpflanze dürfte neu sein. 
Nasturtium officinale R. Bv. An Sümpfen bei Kaltenbrunn. 

14. P. Myosotidis De Bary. Forma: Litlwspermi. An den Blättern und Sten- 

geln von: 

LitJiospermum arvense L. Auf Feldern zwischen Stephansdorf und 
Kaltenbrunn. 

'15. P. Euviicis Corda. An der Unterseite der Blätter von: 

Rumex acetosa Koch. xAuf Feldern bei Stosce nächst Laibach im Mai. 
— Die bleichgrün gefärbten Blätter rollen sich nach abwärts und 
sind unterseits reichlich mit den grauen Eäscheu des Pilzes bedeckt, 
der übrigens nicht häufig ist. 



212 



Wilhehu Vo8s. 



'U). P. Schachtii Fuck., Symb., p. 71. An den Blättern von: 

Beta vulgaris L. Im August auf dem Laibacher Felde, wo die Runkel- 
rübe im Grossen gebaut wird. 

17. P. violacea (Berk.). Auf den Blüthcnköpfen von: 

Knautia arvensis Coult. An Feldrändern bei Lees im August. 

18. P. Chlorae De Bary. Au der Unterseite der Blätter von: 

Gentiana Amarella L. Auf Schutthalden im hinteren Loiblthale, Ende 
August. — Es ist mir nichts bekannt, dass auf einer Art der Gattung 
Gentiana eine Peronospora schon beobachtet wurde. In Ermange- 
lung der Oosporen bringe ich sie vorläufig zu dieser Art. 

19. P. viticola De Bary. In Oesterreich zuerst bei Laibach, sodann in den 

Weingärten bei Rudolfswerth (Unterkrain) aufgefunden, ist nun auch in 
Oberkrain erschienen. Ich fand sie reichlich im Schlossgarten des Gutes 
Podweiu bei Radmannsdorf. Während man in Unterkrain diese Reben- 
krankheit mit dem Namen „palez" bezeichnet, ist in anderen Gegenden 
des Landes die Bezeichnung „Strupena rosa", d. i. giftiger Thau, in Ge- 
brauch gekommen. 

2. Cystopus Ldv. 

2U. C. Candidus (Pers.). Reichlich an den grundständigen Blättern von: 

Biscutella laevigata L. Auf Wiesen bei Lees im August. — Diese Nähr- 
])flanze scheint mir neu zu sein. Neben den Cystojms-li-Aumi findet 
sich auch öfter die Peronospora parasitica vor. 



III. Ascomycetes De Bary. 

A. Ferisporiaceae Fr. 

1. Erpsijihe (Hedw.) Löv. 

21. K Martii Ldv. An den Früchten und Fruchtstielen von: 

Actuca spicaia L. Im Gebüsche zwischen Lees und Radrnanusdorf im 
August. — Die befallenen Beeren sind mit «'iiiem dichten weissfui 
Filze überzogen, ziemlich saftlos und kleiner als die gesunden. Die 
Peritliecien -Anhängsel sehr lang, einfach, hyalin und sehr zahlrcicli. 
Da die Näln'pllaiize in Saccardo's Sylloge J<'ungorum ft^lilt, so ist 
hie wolil neu. 

('t/tisuH purpurauH Scop. Blätter und Hülsen bewohnend; auf dem 
Hügid Stra?,a bei Veldes in Oberlirain im Herbste. — Wenn auch 
die P^ritliocien noch nicht vollhtändige Keife erlangt haben, so bringe 
ich doch dicHo Form hieher, de« spiuiiwohenartigdii Mycfds unr] dtir 
iVritlM-cion -AnhängKol wcgon, welche einfach und hyalin sind. Wohl 
auch eine neue Nährpliunze ! 



]\raterialien zur Pilzkunde Krains. 



213 



22. E. communis (Wallr.). An den Blättern und Stengeln von: 

Paeonia officinalis L. Massenhaft im Schlossgarten von Jauerburg. 

Ranunculus acris L. Bei Lees und Veldes. — Die Conidien auf der 
oberen Blattfläche, die Perithecien auf der Unterseite der Blätter 
und am Stengel der Wirthspflanze. 

Tliesium montanum Ehrh. Im Gebüsche am Ufer des Veldeser See bei 
Seebach und in Bergwäldern bei Vigaun im September. Auch diese 
Nährpflanze kommt bei Saccardo nicht vor. 
*23. E. ümbelUferariwi Do Bary. An den Blättern von: 

Chaerophyllum hirsutum L. In der Schlucht „Pokluka" hinter Göriach 
im Juli. — Von Interesse ist, dass in mehreren unreifen Perithecien 
die Pycnidien des Cicinnölmlus Cesatii zur Entwicklung gekommen 
sind und bei Druck die zahlreichen Spermatien in rankenförmigen 
Massen entleerten. 

Pimpinella Saxifraga L., besonders die Stengel und Doldenstiele be- 
deckend. In Bergwäldern bei Vigaun im September. 

2. Microsphaera Lev. 

*24. M. Lonicerae (DC. in Flore fran?., VI, p. 107 als Erysiplie). 
Syn. M. Dubyii Lev. An der Oberseite lebender Blätter von: 

Lonicera alpigena L. Im Koroscagraben des Loiblthales, Mitte August. 

3. SphaerotJieca Le'v. 

25. S. Castagnei Lev. Auf den Blättern und Laubzapfen von: 

Humidus Lupulus L. An der Strasse von Radmannsdorf nach Lan- 
zovo im September. — Die Zapfen verkümmern in ganz ähnlicher 
Weise wie jene der cultivirten Pflanze, worüber ich vor längerer Zeit 
(s. diese Verhandl., Bd. 25, p. 613) Mittheilung machte. 

4. Podosphaera Lev. 

26. P. tridactiila (Wallr. in Fl. crypt., II. Bd., p. 753 als Erysibe). 
Syn. P. Kanzei L^v. An den lebenden Blättern von: 

Prunus domestica L. In Obstgärten zu Lees, Ende August. 

5. Asterina Lev. 

*'27. A. Hellehori Rehm nov. spec. in litt., ddo. 8. Sept. 1884. — Tab. nostr., 
Fig. 3, a — c. — Perithecia minutissima, punctiformia, gregaria, in ma- 
culis cinereis, rotundatis, 1 — 4mm.. diam. superioris foliorum aridorum, 
paginae sessilia, globosa, aterrima, parenchymatice fusce contexta, ad 
hasim liypjiis septatis, recfangidariter ramosis, fuscis, c. 6 \i. er. prae- 
dita. — Asci clavati, 8-spori, 36—40 : 6. — Sporidia clavata, 2-cellu- 
laria, cellida utraque 2-nucleaia, superiore latiore, recta, hyalina, 
disticha, 9:3. — Parnpliyses desunt. Jod — . 

Z. B. Ges. B. XXXVIT. Abb. 28 



W i 1 Ii e 1 in Voss. 



Ad foliis aridis Hellehori altifolii liayne in monte St. Petrum 
(841 VI.) suimi Vigaun; Podnart et Jauerhurg in Carniolia siipei'ior. 
Angusto M. 

Die sehr kleineu punktförmigen, gehäuften, sitzenden Fruchtgehäuse 
stehen gruppenweise auf einem 1 — 4 mm. im Durchmesser messenden 
grauen Flecke der vollständig abgewelkten (vielleiclit schon zweimal 
überwinterten) oberen Blattfläche (Fig. 3, a). Diese Fruchtgehäuse sind 
schwarz, sitzend und kugelförmig; sie bestehen aus braunem Parenchym- 
gewebe und werden an ihrer Basis von ebenso gefärbten gegliederten 
und rechtwinklig-ästigen Hyphen (Stützfäden) gestützt; deren Breite 
beträgt 6 [j-. — Die keulenförmigen Schläuche sind achtsporig, 36—40 ^ 
lang und G [j- breit (Fig. 3, b). — Die gleichfalls keulenförmigen, in zwei 
Eeihen geordneten Sporen sind hyalin und haben eine Scheidewand. Die 
dadurch gebildete obere Zelle ist breiter als die unten; ; in jeder Zelle 
finden sich zwei Nuclei. Die Sporen sind ferner gerade und haben bei 
9 [x Länge 3 |x Breite (Fig. 3, c). — Paraphysen sind nicht vorhanden. 

Von den zahlreichen Arten der Gattung Asterina, die besonders in den 
subtropischen und tropischen Ländern häufig anzutrelfen sind, ist nur 
eine Art (folgt man in der Umgrenzung der Gattung dem Vorgange 
Dr. Winter's bei der Neubearbeitung der Pilze von Rabenhorst's 
Kryptogamen-Flora) sicher für Deutschland nachgewiesen. Die Auffindung 
einer zweiten Art, welche in Dr. Relim's Ascomyceten-Sammlung zur 
Ausgabe kommen wird, ist daher von Interesse. 



J'. fuhmin !)('., Flore fran^., VI, p. 104. Auf den Blättern von: 

J^runus ]\idus L. In Gebüschen zwischen Lees und Radmannsdorf 
sehr reichlich im August. 

2. Dothidca Tul. 

J). iSdtnlmci (i'frs. in Synoj». fung., 11 als S}ihacria) Fries, Syst. myco!., 
II, p. r»r>(). Auf faulenden berindeton Aesten vt)n : 

tSanihucus nigra L. An Heciien bei Ijocs; auch auf (l<;ni Sclilo.ssbergc 
in Vh1(|(!k und liier mit Tuherctdaria, vnJga^is T(»do. Jtcife Pcri- 
tlM-rjcn im I'^iiilijalirc. 

riiylfarJiora Nko. 
J'li. Cintijxinuhir Kuck. Siclid Ix«! der Gattung J\i/renopesim. 
J'/i. l'nfnlii Fiu-k., Syrnh. iriyc, )». 21!-!. Au «Imii lUäit'Tn von: 

'Jriftdium innirmif uvi \,. Auf WIckcu Itci l><)( s im .liili, und zwar in 
iWr Sp»Tm(.g(»iiitMi-I''<»rm. 




1. Polystigma Tul. 



Materialien zur Pilziuude Kraluf^. 



215 



4. Cordyceps Fr. 

*31. C. capitata (Holmk. in Otia, 1. p. 38 als Sphaeria) Link. Handb., p. 347. 
Lebt als Parasit auf den Frnchtkörpern von: 

Elaphomyces variegatus Vitt. In einem Walde an der Strasse von 
Radinannsdorf nach Steinbüchel im August beobachtet; ist selten. 

5. Epicldoe Tul. 

32. E. typhina (Pers.) Tul. Auf den meistens sterilen Halmen von; 

Calaviagrustis! Halleriana DC. Auf dem Hügel Straza bei Veldes im 
August. 

•i. Nectria Fr. 
N. resina Fr. Siehe bei der Gattung Tromera. 

33. N. sangicinea Fr. Ich fand die Fruchtkörper dieser Art au den Rändern 

der Krebswunden des Apfelbaumes {Pyrus Malus L.) in Obstgärten zu 
Lees im August. Es ist vorläufig, so viel mir bekannt, noch nicht er- 
mittelt, ob der Pilz theilweise der Veranlasser dieser Wunden, oder nur 
ein zufälliger Begleiter derselben in einzelnen Fällen sei. 

7. NecMella Nke. 

*34. N. Rousseliana Sacc, Michelia, I, p. 51 et 277. 

Syn. Sphaeria R. Montg. — Äscospora R. Fuck. An welkem Laube von: 
Buxus sempervirens L. Im Schlossgarten zu Podwein bei Radniauns- 
dorf. Beigemengt war in einzelnen Fällen FenicilUnm roseum Link. 

8. JPoronia Link. 

*35. P. punctata (L. in Spec. plant., II, Xr. 1650 als Feziza) Link, Handbuch, 
III, p. 348. 

Gesellige Fruchtkörper auf trockenem Pferdemist auf der Hutweide 
zwischen Lees und Veldes im August. Die Perithecieu hatten zahl- 
reiche elliptische schwarze Sporen entleert, wodurch die weisse Scheibe 
deutlich schwarz getüpfelt erschien. 

9. Eutypa Tul. 

*36. E. Acharii {Fr. in Syst. myc, II, p. 478 als Sphaeria) Tul , Carp., II, 
p. 58, Taf. 7, Fig. 8 — 20. An der Oberfläche dürrer Aeste von: 
Fagus sylvatica L. Auf dem Golovcberge bei Laibach im November. 
'37. E. lata (Pers. in Syn. fung., p. 29 als Sphaeria) Tul., 1. c, p. 50. 

Auf berindeten oder entrindeten Aesten der Laubhölzer (Castanea?) 
im Herbste bei Laibach. 
'38 E. spinosa (Pers.. Syn. fung., p. 34 als Sphaeria) Tul.. 1. c, p. 59. 

Auf alten Strünken der Rothbuche [Fagus sylvatica L.) im hinteren 
Uratathale bei Mojstana im Juni. 

28* 



216 



Wilhelm Vosa. 



10. Gihhera Fr. 

*39. G. Vaccinii (Sow. iu Fung., Taf. 373, Fig. 1 als SpJtaeria) Fr., Syst. orb. 
veget,, 110. Au abgestorbeuoii oder noch lebenden Stengeln von: 

Vaccinium Vitis Idaea L. Im Uratathale und im Maitulikgraben vor 
Kronau im September. 

11. Gibberella Sacc. 

*40. G. pulicaris (Fr. in Syst. myc, II, p. 417 als Sphaeria) Saccardo, Mi- 
chelia, I, p. 43. 
Syn. Botryosyhaeria p. Ces. et Not. An den Zweigen von : 
Samhucus nigra L. Ende Juli bei Lees in Oberkraiu. 

12. Falsa Fr. 

*41. V. Friesii (Duby in Bot. gall, II, p. 690 als Sphaeria). 

Fung. ancophorus. An dürren, abgestorbenen Zweigen von: 

Aüies pectinata DC Am RosenbacLerberge bei Laibach im März. 

13. Massat'ia De Not. 

*42. M. macrospora (Desm.) Sacc, Michelia, I, p. '247. 

Fang, conidiopliorus {Coryneum macrosporum Berk.) et Fung. ascopJiorus. 
An den abgestorbenen Zweigen von: 

Fagus sylvatica L. Bei Radmannsdorf im Juli. — Die anfänglich 
hyalinen Ascosporen finde ich in den reifen Terithecien „dilute fuli- 
gineis". Beide Fruchtformen stimmen gut mit einem in meiner 
Sammlung befindlichen Reh m 'sehen Exsiccate überoin. 

14. ßlassariua Sacc. 

*'{'.>. M. gigantoHpora Rchm nov. spec. — Tab. nost., Fig. 5. 

Apolhccia sparsa, in maculis deulbatis immcra^ sphaeroidca, atra, 
haud ifapillulatu, uüiolo vix visibile plitusa, sicca apice collabentia, 
:1 vim. diam. — Anci ovales, crassi, 120 : 75. — Spuridia oblonga vcl 
suhfusi/'onniu, ubtusa, recla, hyalina, ^-ceUularia, siipcriure parle, 24 \). 
long, et 2-celhtlare, cellula secunda plerumqm sublaiiore; ]>arle inferiore 
■'{■cellularc ; omnilms nucleolulis; gelaiina c.-) [>■ crass. obvoluia, (10 — (iO: IS; 
s Hp. irregulariler posila. J'urujihyscs ramosae, intricatae, c. 2 [>■ er. 
Apotlieeia parcnchymaiica e cellulis magnis fuscis comjiosita. Jod -. 
(In litt, ad me, ddo. 21. Jan. J8H7.) 

Die kiignligJMi, aus grossen braunen l'arencbynr/elhüi gebildeten Frucht- 
körper hind hcliwar/, und stehen /erstreut und cingcHenkt auf ein(un weiss- 
b»'ht!iubt«'n Kh'ck«'. Kine l'apilh) int niclit vorlian(i(ui und die Mündung 
kaum «irhtbar; bf-i trockenen Tcrithecien int der Scheitel eingesenkt. 
Ihr Durchm»«MH«;r betrügt O l'i mm. Die darin befindlichen dicken ovalen 
Sclilauchc »ind 120 (j lang, 7^) [/ breit und entlialLeii acht unregoinjäHsig 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



217 



geordnete Sporen, welche von einer etwa 9 [j- "breiten Gallerthülle um- 
geben sind. Die eigentliche Spore ist länglich oder fast spindelig, ab- 
gestumpft, gerade, hyalin und fünfzellig. Ihr oberer, zweizßlliger Theil 
ist 21 [J- lang und die zweite Zelle gewöhnlich breiter als die übrigen; 
die untere Partie der Spore ist dreizellig. Alle Zellen besitzen Nuclei. 
Die Sporen messen 60—06 [j- in der Länge und 18 [j- in der Breite. — 
Neben den Schläuchen finden sich ästige verworrene Paraphysen, deren 
Breite circa 2 [j- beträgt. 
Auf den abgewelkten Stengeln von: 

Genista sagittalis L. Auf grasigen Hügeln bei Adelsberg (ca. 6 — 700 M.). 
— Ich fand diese ausgezeichnete Art auf den in meinem Exemplare 
der Kerner 'sehen Flora exs. Austro-Hungarica unter 1235, III aus- 
gegebenen Pflanzen, welche von Stapf eingesammelt wurden. Nach 
Dr. Rehm's gütiger Mittheilnug unterscheidet sie sich von allen 
beschriebenen Arten der Gattung Blassarina durch Sitz, Form und 
Grösse der Sporen, sowie durch die Grösse der Schläuche. Von der 
verwandten M. pennicillata auf Cytisus nigricans besonders durch 
die Sporen, welche bei dieser nur dreimal septirt sind und blos 
20 : 8 [J- messen. 

15. Pleospora Tul. 

44. P. chrysüspora Niessl, Hedwigia, 1880, p. 173. An dürren Stengeln von: 

Bellidiastrum Michelii Gass. An Felsen bei der sogenannten Teufels- 
brücke im Katharinathale unweit Neumarktl im August. — Teste 
Dr. Rehm. 

45. P. F'uckeliana Niessl, Notizen, p. 34, Taf. IV, Fig. 16. 

Syn. P. Ändrosaces Fuck. Auf dürren, vorjährigen Blättern von: 

Silene acaulis L. Im oberen Bärenthaie (Medvedi dol), ca. 1300 M., 
bei Jauerburg. Beigemengt ist nicht selten Leptospliaeria Silenes- 
acauUs. 

46. P. vulgaris Niessl, Notizen über Pyrenomyceten im XIV. Bande der Ver- 

handl. d. naturf. Vereines in Brünn, p. 27. An abgestorbeneu, vorjährigen 
Stengeln von: 

Papaver aurantiacum Loisl. (P. alpinum L., ß. flaviflorum), und zwar 
h) disticha. Auf den Steinriesen des Berges Beguiisica im hinteren 
Loiblthale, etwa V2 Stunde von St. Anna; zur Blüthezeit des Alpeu- 
mohns im August. Auf den abgewelkten Blättern hingegen vegetirt 
Sphaerella artliopyrenioides Awd. 

Peucedanuni Oreoselinum Mönch. Mit Laestadia ncbulosa Sacc. var. 
und Leptosphacria Nitschkei Rehm. 

Thesium montanum. Ehrh. Mit Laptosphaeria Niessieana Rabh. 

Tofteldia calyculata Wahl. Die drei letztgeoannten Formen im August 
auf dem Hügel Straza bei Veldes. — Sämmtliche hier angeführten 
Nährpflanzen sind neu. 



218 



Wilhelm Voss. 



16. Leptosphaei'ia Not. 

*47. L. Caricis Schrot., Saccardo, Sylloge, II, p. 74. An dürren Blättern von: 
Carex digitata L. Auf felsigen Conglomerat-(Nagelfluc-)Gehängen bei 
PodDart (ca. 400 M.) in Oberkrain im Juli. — Auch Dr. Rehra ist 
der Ansicht, dass unser Pilz dieser Art beizuzählen ist; Schröter's 
Exemplare hingegen stammen aus Lappland. 
*48. L. cuhnifraga (Fr. in Syst. myc, II, p. 510 als Sphaeria) Ces. et Not., 
Schema Sfer., p. 61. An abgestorbenen vorjährigen Halmen von: 
Ävena argentea Willd. Auf Steinriesen bei St. Anna im hinteren Loibl- 
thale; im August, zur Bliithezeit dieses Grases. 
""49. L. crastophila Sacc, Fnng. ital. del. 509. An dürren Blättern von: 

Avena argentea Willd. Im Flussgerölle bei Kronau in Oberkrain im 
August. (Herbarium Plemelianum.) — Diese Art, deren Bestimmung 
ich Dr. Rehm verdanke, war früher aus dem Gebiete von Koch 's 
Flora nicht bekannt, fehlt daher in der zweiten Auflage von Ra- 
benhorst's Kryptogamenflora. Zu bemerken wäre auch, dass die 
Nährpflanze neu ist. 
*50, L. Niessieana Rabenh., Fungi europ. 1252; Niessl, Beiträge z. Kenntn. d. 
Pilze in Verhandl. d. naturf. Vereines in Brünn, X. Bd., p. 179, Taf. III, 
Fig. 22. Auf dürren Stengeln von : 

Thesium viontanum Ehrh. Auf dem Hügel Straza bei Veldes, wie 
oben bemerkt mit Vleospora vulgaris im Juli bis August. — Auch 
in diesem Falle ist die Nährpflanze neu. Teste Dr. Rehm. 
*51. L. Fiedleri Niessl in Rabenh., Fungi europ. 1719; Sacc, Michelia, I, 
p. .'39. An abgestorbenen Zweigen von: 

Cornus mas L. In Gärten zu Lees; Ende Juli, während der Strauch 
in Frucht stand. — In Begleitung dieser Leptosphaeria fand sicli 
auch Hendersonia Fiedleri, die der Conidienpilz davon sein soll. 
Die Schläuche unserer Exemplare sind nicht so sehr keulenförmig, 
sondern mehr cylindrisch, oben abgerundet und von zahlreichen 
fadenförmigen i'arapliyseii umgeben. Die Sporen in denselben sind 
einreihig angeordnet, oblong, meist gerade, doch auch hin und wieder 
gekrüttimt, bf^iderseits abgerundet, an den drei Scheidewänden — 
mitunter nur an der mittleren — etwas eingeschnürt und hyalin. 
*52. L. SilencH-acaulis Not., Coinment. d. soc. critt. Ital., vol. II, fasc. Ilf, 
j). An den dürnMi, vorjährigen Blättern der NährpHanzc, öfter mit 
PleoHjmra Fuckdiana Niessl, im olxiren Bärenthaie (Medvedi d(d) bei 
Jancrbiirg im Ildrhat«', und, wie «s nclieint, nicht selten. 
L jiInniiiHcnla (Mushh in Jlcdwigia, I, Taf. IV, Fig. 7 als Sphaeria,) ('<^s. 

et Not., .Sch«ma Sfer,, p. (II. 
var. nov. Prenantliis I'u'lim in liM,. An vorj;i,hrig(Mi Stengeln von: 
J'rrnnnf/ieM jnirjmrra L. Ini .Inli in d^n VVahlnngfWi der Kosenhacdier 
UergH bei Laibach nicht selten. - Ist niclit hlus durch das Substrat, 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



219 



sondern auch durch viersporige Schläuche verschieden von der Norm- 
forin auf Solidago Virgaureu L. 

*54. Zf. helvetica Sacc. et Speg., Fungi itah del. 324; Saccardo, Michelia, I, 
p. 399. Auf der Oberseite welker Blätter von: 

Selaginella helvetica Sprg. An Steiublöcken auf der Hutweide zwischen 
Lees und der Veldeser Brücke; au Mauern in Auritz und Veldes im 
August. — Nach Dr. Rehm stimmt die Beschreibuog in „Sylloge 
fungorum" bezüglich der Sporen nicht vollständig. Saccardo be- 
schreibt sie: „ovato-ohlongis, 10 — 13:35 — 4'5, dilute olivaceo-fuligi- 
neis'^. Die kraiuischen Exemplare jedoch haben die Sporen länglich, 
stumpf, vierzellig, mit körnigem gelben Inhalt, aber ungefärbtes 
Episporium, 18—21 : (3—7. Aber in Saccardo 's Fungi ital. del. 324 
stimmt die Sporenform genau zu den Exemplaren aus Krain, ebenso 
das häutige graubräuuHche Perithecium, die verkehrt-birnförmigen 
sitzenden Schläuche und die in Schleimmassen eingebetteten un- 
deutlichen Saftfäden, welche durch Jod weinroth gefärbt werden. 

Sie könnten daher zu Leptosphaeria helvetica als Forma: major 
gebracht werden. — Auch diese Art war vorher im Koch 'sehen 
Floreugebiete unbekannt, und Dr. "Winter hat sie in die 2. Auflage 
der Rabenhorst'schen Kryptogamenflora in der Anholfung mit 
aufgenommen, dass sie bei genauerer Durchsicht wohl aufzufinden 
sein wird. Dieses ist somit geschehen. 

*55. L. Nitschkei Rehm, Ascomyceten Nr. 15 — . An welken Stengeln von: 

Campanula caespitosa Scop. Auf Felsen an der Nordwestseite des 

Grosskahlenberges bei Laibach, Anfangs November. 
JPeucedanum Oreoselinum Mönch. Auf dem Hügel Straza bei Veldes 
im Juli und in Gesellschaft mit Laestadia nehulosa Sacc. var., sowie 
Pleospora vulgaris Niessl. — Sollte der Pilz auf Peucedanum wirk- 
lich mit vorstehendem Namen zu bezeichnen sein, so wären beide 
Nährpflanzen neu. 

17. Cerios^jora Niessl. 

' ÖC). C. xantha Sacc, Fungi ital. del. 188. An dürren Rauken von: 

Clematis Vitalba L. Auf dem Veldeser Schlossberge im Juli. — Die 
Gattung unterscheidet sich von der vorangehenden hauptsächlich 
durch die Sporen, welche an beiden Enden ein hornförmiges, hya- 
lines, ungegliedertes Anhängsel tragen. Diese Art war bis nun nur 
aus Italien bekannt und fehlt daher in der 2. Auflage der Raben- 
horst'schen Kryptogamenflora. 

18. Laestadia Awd. 
*57. L. nehulosa (Not.) Sacc, Sylloge, I, p. 428. Var. — Tab. nost., Fig. 8, a, b. 

Differt sporis ovoideo-elongatis (illic fusoideis) majoribus. Rehm, in 
litt, ad me. An den abgestorbenen vorjährigen Stengeln von: 



220 



Wilhelm Voss. 



Peucedanum Oreof^elinum Mönch. Im Juli auf dem Hügel Straza bei 
Veldes. 

19. Sphaerulina Sacc. 

*58. S. eallista Rebm, Beitr. Ascom. Hedwigia, 1882, p. 122. Auf den dürren 
Blättern der vorjährigen grundständigen Blattrosette von: 

CampanuJa ScJieuchzeri Vill. An Felsen bei der Teufelsbrücke im 
Kathariuathale unweit Neumarktl im August. 
S. callifita Rehm, 1. c. 
nov. var. Vossii Rehm in litt, ad me, ddo. 21. Jan. 1887. 

Apothccia sparsa in foliis dealbatiR immersa, 'papillula conoidea öb- 
tum 2')rotuherantia, sphaeroidea, atra, glohosa, 0'3 mm. diavi. Afici ovales, 
150 : 00 tj . — Sporidia oblong a, obtusa, recta, parte dimidia superiore 2-, 
inferiore 3-cellidaria, cellula secunda superiore latissima omnium, h'i/a- 
lina granulis replecta, episporio crasso, 66:21; 8 sp. irregulariter 
posita. — Farapliyses desunt. — Apothecia parenchymatica, fusca. 
Jod — . An dürren Blättern von: 

Cam.panula caespitosa Scop. Auf Felsen an der Nord Westseite des 
Grosskahlenberges (auf dem Wege nach Zwischenwässern) bei Lai- 
bach, Anfangs November. 

20. Sphaerella Fr. 

*59. Sph. allicina (Fr. in Syst. rayc, II, p. 487 als Sphaeria) Awd. in Ra- 
be nh. et Gonnersm., Myc Europ., V, p. 19, Taf. 5, Fig. G9. — Conf. 
Thuemen, Mycotheca univ. 194G. An faulenden Blättern von: 
Allium Porrum, L. In Gemüsegärten zu Lees im Juli. 
*«iO. Sjih. arthopyrenioidcs Awd., Myc. Europ., p. 15, Fig. 55. — Saccardo, 
Sylloge, I, p. 520. An abgestorbenen Blättern und Stengeln von: 
Papaver aurantiacum Loisl. (P. alpinum L., ß. ßavißorum). Diese 
in den steiermärkischen Al})en auf Papaver Burseri Crantz, zuerst 
beobachtete Sphaerella fand ich auf sogenannten Steinriesen, die 
von dem Berge Begunsica niedergehen, im hinteren Loiblthale, etwa 
V2 Stunde von St. Anna. — Der Kernpilz bewohnt hier die vor- 
jäiirigen, abgewelkton grundständigen Blätter, seltener die Stengel 
des gollibliilienden Al))enin()bns und lindet sich im reifen Zustande 
zur Blütlic/cii (Anfang August) (h^r Nälir|)flanze. Die kleinen, schwar- 
zen kugeligen l'eritliecion finden sich zerstreut auf der oberen Blatt- 
liäche, cingenenkt in dessen Epidermis und besitzen ein Scheitellocli. 
Unt<^r dem Mikroskope entleeren sie auf Druck verkehrt-eiförmige, 
ziemlich di(;kwandige, iingestielte Scliläuche, worin niclit ganz deut- 
lich drf-irf'ihig H Sporen liegen. Dicso sind verkelirt-ciförmig bis 
(»bh»ng. bfMdfTHoitH abgerundet, zwoizollig, an der Scliei<lewan(l nicht 
<>d(;r nur uiibr'rliMitcnd r ingeHchniiit; das TMasnia ist nicht vollkom- 
tiicii hynliii. !>!<• oltcir- SiKovii/clh' fiiido \c]\ ciw.v.: ]<]c\u<\r als dio 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



221 



untere; die Länge der ganzen Spore überwiegt deren Breite meist 
um das Dreifache. 

*G1. Spli. depazeaeformis (Awd. in Rabenh.- Klotzcb, Herb. myc. 1641 als 
Sphaeria) Ges. et Not., Schema Sfer., p. 64. 
Syn. Sph. Karlii Fuck., Symb., p. 103. An den Blättern von: 

Oxalis Äcetosella L. Im August beim Steinbruche Podwein nächst 
Radmannsdorf; am Rosenbacherberge bei Laibach, jedoch hier selten, 
obwohl die Nährpflanze häufig vorkommt. — Eine durch die braune, 
depazeenartige Fleckung der grünen OicaZis- Blätter leicht kennt- 
liche Art. 

62. Sph. intermixta Niessl. An den abgewelkten vorjährigen Blättern von: 

Campanula Zoisii Wulf. Im Loiblthale an Felsen des rechten Bach- 
ufers zwischen dem Quecksilbergewerke und der Ortschaft St. Anna 
im August. Auf den Blättern waren noch viele Perithecien von 
Kernpilzen, leider nicht reif. 

21. Didymella Sacc. 

*63. D. Dryadis Speg. in Sacc, Sylloge, I, p. 551. Auf alten Blättern von: 

Dryas octopetala L. An den felsigen Gehängen, worüber der Pericnik- 
Fall stürzt, Ende Juli. — Dürfte jedenfalls auch in anderen ober- 
krainischen Thälern, wo die Wirthspflanze sehr häufig ist, nicht 
fehlen. 

22. Sphaeria Hall. 

*64. S. limhata Ettingh., Die fossile Flora von Sagor in Krain. Denkschr. der 
mathem.-naturw. Classe der kais. Akad. d. Wissensch, in Wien, 32. Bd. 
(1872), p. 160, Taf. I, Fig. 11, 12, a, b. An den Blättern von: 
Laurus stenophylla. Bei Savine nächst Sagor. 

Peritheciis sparsis, minutis, subangulatis, irregulariter orhiculatis 
vel ellipMcis, limbo pällido cinctis, ostiolo rotundatis, pertusis. 
*65. S. Eucalypti Ettingh., 1. c, p. 161, Taf. I, Fig. 8. Auf einem Eucalyptus- 
Blatte bei Savine nächst Sagor. 

Peritheciis partim sparsis, partim aggregatis, subglobosis, magnis, 
apice ostiolo latiusculo pertusis. 
*66. S. Suessii Ettingh., 1. c, p. 161, Taf. I, Fig. 5, 6. Ebenfalls bei Savine. 

Peritheciis orhiculatis vel ellipticis, suhplanis, nigris, distinctis vel 
saepe confluentibus, in circulam diam. 15—2 mm. dispositis et macu- 
lam pallidam circumdantibus. 

Der Wohnort des Pilzes scheint eine Rhamnus -Avt gewesen zu sein. 
Ein durch die in Kreisform gestellten Perithecien sehr ausgezeichneter 
Pilz, welcher nur mit der bei Atanekerdluk in Grönland aufgefundenen 
Sphaeria annulifera Heer verglichen werden kann, sich aber gut davon 
unterscheidet. 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Abb. 29 



222 



Wilhelm Voss. 



28. Leptospora Rabenh. 

*C7. L. ftpermoides (Höflfin. in Veget. crypt., II, p. 12, Taf. 3, Fig. 3 als SpJiae- 
ria) Flick., Symb. myc, p. 143. An faulenden Strünken von: 

Tilia platyphyllos Scop. In Gesellschaft mit verschiedenen anderen 
Pilzen, wie Coryne pur pur ea Fuck., G. sarcoides (Jacq.) var. viri- 
desccns Rehm und Polyporus varius Fr. bei Lees in Oberkrain Ende 
Juli nicht selten anzutreffen. 

24. Rosellinia Not. 

*68. jR. pulveracea (Ehrh. in Pers., Synop., p. 83 als Sphaeria) Fuck., Symb. 
myc, p. 149. Findet sich auf faulendem, doch noch hartem Holze bei 
Laibach das ganze Jahr hindurch. 
*69. R. thelena Rabenh., Fungi europ. 757 c. ic 

Auf dem Holze und an der Rinde der Fichte [Ahies exceUa DC.) im 
Walde nächst Tivoli bei Laibach im November. — Die kahnförmigen 
Sporen haben in der Jugend 2 oder 4 Nucleis, sind durchscheinend 
und besitzen an beiden Enden ein hyalines Anhängsel. Dasselbe 
findet sich auch noch an den reifen, undurchsichtig gewordenen 
Sporen vor. Unser Pilz entspricht genau jener Probe, die in Thue- 
men's Mycotheca universalis unter 1949 als var. pinea Sacc. 
ausgegeben worden ist. 

25. Sporormia Not. 

*70. Sp. intermedia Awd. in Hedwigia, 1868, p. (17, Taf. I, Fig. IV. Auf ver- 
rottetem Kuhkoth auf Hutweiden bei Lees zu Ende Juli (Dr. Rehm 
df^terni.). 

Anmerkung. Isaria Jlypoxyli Kalclib., Szeb. Gomb. Nr. 71(» (Mato- 
rialion zur Pilzkunde Krains, III, 182), welche auf Holz und häufig auf 
dem jungen Stroma von Jlypoxylon fuficum Fr. und II. coccinenm 
Fr. auftritt, ist schon von Persoon als If^aria umbrina beschnel)en 
worihni. Fries bezeichnete den gleichen Pilz als yln/Z/in« ?im^rma. 
Xacli Fuckel wärt» er ein Conidienstadium von //. coccineum. 



(J. hiscoinijccJas Fr. 

I. Sticf/ia J'ers. 

•71. St. (irundinarca ]'('\'n., Myc. europ., I, ]>. 'VMl 

Forma: ScHlrriar.. An al>gf«Htorbfimii vorjälirigfin l'.liif.tcirii von : 

Henlnia rjurulra Ard. Auf dori Nagoinucfr-lsen im Savetliah; bni 
ZwiHrh<'iiw;iKKfrn (cfinf. liabnnli., Fnngi fiirop. |:{|7). Il(iig(wnengt 
iKt, gfwölifilirli Vurrinia. tSr.fderinc l'.«Mc,li;uflf, ö^lcr auch (»mmumia 
Irr Kit Nif I. 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



223 



2. Phacidium Fr. 

'72. Ph. Picea Fuck., Syrab. myc, 2. Nachtrag, p. 51, Tab. I, Fig. 16, a, b. 
Findet sich im Frühjahre auf den abgefallenen Nadeln von: 

Ähies 2)ectinata DC. Am Rosenbacherberge bei Laibach. — Dieses 
Phacidium ist wohl weit seltener als die folgende Art, doch leicht 
kenntlich. 

3. Lophodermium Chev. 

73. L. Pinastri Chev. Auf den feucht liegenden Nadeln von: 

Ahies pcctinata DC. Im März in den Waldungen der Rosenbacher- 
berge. — Teste Dr. Rehm. 

4. Rhytisma Fr. 

74. Rh. salicinum Fr. Wurde noch beobachtet an den Blättern von: 

Salix gJahra Scop. Im Martulikgraben bei Kronau ; im Koroscagraben 

bei St. Anna im Loiblthale im August. 
Salix nigricans Sm. Am Bachufer bei Vigaun im Herbste. 
Salix purpurea L. Im Loiblthale unweit Neumarktl. 

5. Dermatea Fr. 

'75. jD. fascicularis (Alb. et Schw. in Consp. Nr. 942 als Peziza c. ic.) Fr. 
Forma: Carpini Rehm. Auf abgestorbenen Zweigen und Aesteu auf 
dem Ulrichsberge bei Zirklach im Frühjahre. Leg. S. Robic. Diese 
Form unterscheidet sich von der typischen D. fascicularis durch viel 
gehäuftere, rosettenförmig gruppirte Fruchtbecher, weniger bestäubte 
Aussen Seite derselben und dunklere Scheibe, sowie entsprechend bräun- 
liche Paraphysenköpfe. Dieselbe reiht sich an Forma: JJlmi Tul. 

6. Tromera Mass. 

'76. T. Resinae Körb., Parerg. Liehen. 453. — Pezicula R. Fuck. — Retino- 
cyclus flavus Fuck., Symb. myc, 1. Nachtrag, p, 332. 
Fungus pycnidium, Nectria Resinae Fr. und 

Fungus ascophorus. Auf ausgeflossenem Harze der Fichten {Äbies excelsa 
DC). Auf dem Ulrichsberge bei Zirklach (S. Robic); bei Alt-Stein 
(Herb. Glowacki). 

7. Heterosphaeria Grev. 

77. H. patella Fr. An den abgestorbenen dürren Stengeln von: 

Laserpitium Siler. Auf dem Hügel Straza bei Veldes im August sehr 
reichlich aiizutreflen. 

8. Coryne Tul. 

'78. C. purpurea Fuck., Symb. niyc, p. 284. 

^ju.Ombrophilasarcoides^'AV.urnalis Karst. An abgestorbenen Strünken von: 
Tilia platyphyllos Sco}». mit 

29* 



224 



Wilhelm Voss. 



*79. C. sarcoiäes (Jacq. in Mise, II, p. 378, Taf. 21 als Liehen) Tul. 
var. uov. vir idescens Rehm, Beide im September bei Lees. 

9. Ascoholtis Pers. 

*80. A. carneus Pers., Syn. fung. 676. — Ascophanus carneus Boud. 

Auf feucht liegenden Gewebelappen heerdenweise; Ende Juli bei Rad- 
mannsdorf. 

10. Ascophanus Boud. 

*81. A. jnlosus (Fr. in Syst. myc, II, p. 164 als Ascoholus) Boud., Mem. sur 
1. Ascobolees, p. 61. 
Auf Ziegeukoth bei Vigaun und in der Schlucht „Pokluka" bei Göriach 
nächst Veldes im August. — Wird in A. Kern er 's Flora exsiccata 
Austro-Hungaria des neuen Substrates wegen zur Ausgabe kommen. 

*82. A. subgraniilifonnis Rehm nov. spec. ad inter. Tab. nost., Fig. 7, a, b. 

Heerdenweise und häufig auf vertrocknetem Kuhmist im Buchenwalde 
des Kocnasattels (ca. 1500 M.) ober Assling im September. — Unter- 
scheidet sich von A. granuliformis Boud. durch cylindrische Asci 
und nicht gebogene, aber keulige Paraphysen. Doch steht diese 
Art auch dem A. nitidus Speg. in Michelia, I, p. 235 nahe, ist jedoch 
weniger mitFuckeTs gleichnamigem Pilze (Symb. myc, p. 288) zu 
vergleichen, wo oben gekrümmte und gefärbte Paraphysen und ei- 
förmige Sporen, dann perithecia miniata beschrieben werden (Rehm). 

Es scheinen daher die von Puckel und Spegazzini unter gleichen 
Namen beschriebenen Pilze artlich von einander verschieden zu sein, 
so dass der Name Spegazzini's geändert werden müsste. Wenn 
auch unser Pilz mit dem von Spegazzini beschriebenen zusammen- 
fallen sollte, so habe ich doch aus dem angeführten Grunde Relim's 
vorläufig gewählten Namen beibehalten. 

11. llelotium Fr. 

*h:{. 11. tyroh'nsc Piehni, Ascomycoten Nr. 116. An abgestorbenen Stengeln von: 
Liinaria rediviva L. In der Bekel- (sprich „Beku"') Sclilucht bei Franz- 
dorf, Anfangs Juni, 

'•-1 //. coroHuhun (Bull, in Chanip. 251, Taf. 116, Fig. 1 als Veziza). An ab- 
gcHtorbenen Kräutcrstengeln, und zwar: 

aicmafis rccta L. Im SHjitemhor bei Radmannsdorf. 
Jiudhrc/cia laciniata L. In den Schluchten der Rosenba<;herbcrg() bei 
Laibach und gleiclizeitig mit Jf. scutida (Pers.). 
' y/ idiginoHum Fr. (Jonf. Karsten, Mycol. Fonn., 1, p. 121. 

HUmjiligoii Stelb'ii in den Waldungen ddr Rosenbachcrbf^ge auf im 
WaMK<T li»'g<>nden Zw»Mgen, Fruchtzapfen (Alnns), Fruchibechttni 
(f^urrcuH) u. dg!., Kndo Mai — Diesor ««'Itdn« B»^clier))ilz hat ver- 
»cliij-dfii lange Stiele; ich find Hie bi» 15 ('m. Er ist ineint^a Wissens 



»■, 



Materialien zur Pilzkunde Kiaiut. 



225 



im Koch'schen Floreügebiete erst kürzlich durch Dr. G. Beck 
(s. diese Verhandl., oO. Bd., 1886, p. 474) aufgefunden worden, und 
zwar in der Umgebung Wiens. 

12. Pseudohelotium Fuck. 
P. hyalinum (Pers. in Syn., p. 655 als Peziza) Fuck., Symb. myc, p. 298. 
An entrindeten feuchten Stämmen von: 

Castanea vesca Gärtn. Im Herbste in der Tivoliwaldung bei Laibach. 
— Wohl eine der kleinsten Pezizeen. 

13. Pyrenopeziza Fuck. 
P. Campanulae Fuck.. Symb. myc, 2. Nachtrag, p. 59. 
Myceliumpilz: FlvjUacliora C. Fuck. — Dothidea C. DC. Auf der Unter- 
seite der Blätter und au den Stengeln von: 

Campanula glomerata L. Bei Laibach und auf dem Hügel Straza bei 

Veldes im Sommer. 
Campanula Traclielium L. In den Waldungen des Friedrichsteius bei 
Gottschee im Juli. 

14. Jlollisia Fuck. 

M. enjthrostigma Eehm nov. spec. in litt, ad me. ddo. 21. Jan. 1887. Tab. 
nost. Fig. 6, a und b. 

Perifhecia sparsa veJ gregaria in pagina superiore folionim deal- 
hatorum, parenchymatice hijaline vel ruhidule contexta, primitus 
glohosa, clausa, dein patellaria, tenerrime marginata, glahra, humide 
liyalino-flavidula vel ruhidula, sicca demum cinnalarino-ruhra, 015— 
35 mm. diam. — Äsci clavati, 90:10—12 's. Sporidia elliptica vel szib- 
fusoidea, primitus 1-cellularia, nucleolis 2 instructa, dein 2-cellularia, 
recta hyalina, 12 — 17:6; S sp., disticha. — Paraphyses filiformis, 
15—2 u er., superne dichofomae et sultcurvaiae, hyalinae. Jod — . Auf 
den welken, vorjährigen Blättern von: 

Cerastium alpinum L. Ende Juli im oberen Bärenthaie (Medvedi dolj 
bei Jauerburg in etwa 1300 M. Höhe. — Steht der Calloria Pri- 
mulae ßehm sehr nahe. 

Ein kleiner, niedlicher Becherpilz, welcher die vollständig abge- 
welkten Blätter des Alpenhornkrautes bewohnt und sich dem freien 
Auge in der Form sehr kleiner röthlicher Pünktchen zu erkennen 
gibt. Die Becher stehen zerstreut oder heerdenweise auf der oberen 
Blattfläche und werden von einem hyalinen oder röthlichen Paren- 
chymgewebe gebildet; sie sind anfänglich geschlossen und daher 
kugelförmig, später jedoch scheibenförmig, mit sehr zartem Ptaude 
versehen und vollkommen glatt. Ihre Farbe ist im trockenen Zu- 
stande zinnoberroth. angefeuchtet jedoch gelblich oder dunkelroth. 
Die Grösse schwankt zwischen 0'15 und O oo mm. Die keulenförmigen. 



Wilhelm Voss. 



90 [X laugen und 10 — 12 [j. breiten Schläuche enthalten acht in zwei 
Reihen geordnete Sporen. Dieselben sind gerade, hyalin, elliptisch 
oder fast spindelig, in unreifem Zustande einzellig mit 2 Nuclei; 
reif jedoch zweizeilig und messen 12 — 17 : 6. Die fadeu förmigen, 
hyalinen, Vb—2 [x breiten Paraphysen sind im oberen Thcile dicho- 
tom und gebogen. 

15. JDusyscypha Fuck. 

89. D. culycina (Schum.) Fuck. An der Rinde von: 

Pinns sylvestris L. Auf dem Ulrichsberge bei Zirklach im Herbste 
(S. Robic). 

16. Ciboria Fuck. 

*90. C. carniolica Rehm nov. spec Tab. nost. Fig. 1, a— d. 

PeritJiecia turbinata, stipitafa, firma, solitaria vel 2—3 gregaria. Disco 
suhplano, fuscescente, 'pruinoso, margine tenui dilutiore cincto, orhi- 
culari, intcrdum irregulariter eroso, 1 — 1'5 mm. diam. Stipite flavescente, 
sicco rugoso, c. 3 mm. alt, 0'25 — 5 diam. — Asci suhcylindracei, 8-spori, 
50 : 5 [J: — Sporidia 2-sticlia, ohlonga, ohtusa, recta, hyalina, 1-cellu- 
laria, 5 — 7:2. — Paraphyses ascos supera^ites, filiformes, apice sensim 
— 3 [X er., hyalinae. Poms Jod vix. (In litt, ad me, ddo. 7. Nov. 1884.) 
Heerdenweise auf von der Erde entblössten Wurzeln ( Quercus?) im 
Walde bei Tivoli nächst Laibach, Ende Juni 1884. 

Dieser zierliche Becherpilz sitzt einzeln oder zu 2—3 gehäuft auf 
(Icn Wurzeln; die Fruclitbecher sind kreiseiförmig, gestielt und hart. 
Die Scheibe nahezu eben, braun werdend und bereift, tellerförmig; 
der zarte, zuweilen unregelmässig ausgebuchtete Rand licht. Ilir 
Durchmesser beträgt 1— 1*5 mm. Die Stiele der Fruchtbecher sind 
gelblicli, trocken runzelich, etwa 3 mm. hoch mit 0"25— 0*5 mm. im 
Durchmesser. — Die fast cylindrischen Schläuche sind achtsporig, 
'-)0 : T) Die Sporen zweireihig augeordnet, länglich, stumpf, hyalin 
und einz(!llig, 7 u. lang und 2 [j. breit. Die fadenförmigen, gegcui 
oben allinälig bis 3 p. dicken Paraphysen sind hyalin und über- 
ragen die Schläuche. Der Scheitelporus wird durch Jod kaum gebläut. 

17. Laacoloina Fuck. 

'1 /. ruläans (Fr. Syi>t.. II, p. dS) non Kuclc, hihI (Juokn et Karst. JC/ii- 
sjHnium snhitsjmndum. Auf fcu(;litui- Waldcide im 'rivoliwalilc im Juni. 
T*'hU: Dr. Kehm. 

*'•' // Ditii'ludodcs (liull in <!|i;unp. 2<»1, ah. Pcziza). — J'yroncina omjiha- 
lodcH Fuck. An iJi iindidolkn bei V<;1(Icb im Juli, - Stimmt rücksiclitlich 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



227 



der Sporenform und Gestalt der Schläuche gut überein mit der Abbil- 
dung PI. 17, Fig. 65 in Cooke's Mycographia, I; bezüglich der Sporen 
weniger mit Fuckel's Beschreibung in Symb., p. 320. Die Exemplare 
gehören zur Varietät aurantio-luteum Fr. 
*93. H. umhrorum (Fr. in Syst., II, p. 85 als Peziza) Fuck., Symb. myc, p. 323. 
Auf feuchter Erde beim Martulik-Fall nächst Kronau im August. Teste 
Dr. Rehm. — Hat viel Aehnlichkeit mit H. scutellata, doch hyaline 
Sporen mit warzigem Epispor und fadenförmige Paraphysen. 



19. Calloria Fr. 

*94. C. luteo-ruhella (Nyl., Obs., p. 55 als Peziza) Karst., Mycol. fenn., p. 101. 
Im Doblicagraben zwischen Ulrichsberg und Sidroz in Oberkrain auf 
Fichtenharz, Ende Mai. Leg. S. Robic. 



20. Peziza L. 

95. P. vesiculosa Bull., Champ. 270, Taf. 457, Fig. 1. 

Heerdenweise auf Düngerhaufen bei Laibach im Juni. 

96. P. atrata (Pers.) Karst. Auf abgestorbenen, feucht liegenden Stengeln von: 

Gentiana asclepiadea L. Am Rosenbacherberge bei Laibach im Juni. 
PrenantJies purpurea L. Ebenda. 
*97. P. livido-fusca Fr., Syst. myc, II, 147. — Rehm, Ascomycetes 153 sub 
Tapesia fusca. Ende Mai auf feucht liegenden Strünken im Tivoliwalde. 



21. Morchella Dill. 

*98. M. elata Fr., Syst. myc, II, 8. 

Im Frühjahre 1884 wurde sie auf den Laibacher Markt gebracht. 

Anmerkung. Im August 1885 erhielt ich aus der Gegend bei Würzen 
in Oberkrain Heidelbeeren mit weissen Früchten [Vaccinüün Myr- 
tillus L., ß. leucocarpon DöU, Flora von Baden). Dr. Schröter 
hat vor längerer Zeit den Nachweis geführt, dass eine Sclerotium- 
bildung in der Beere die Ursache der Weissfrüchtigkeit sei. Aus 
diesen Sclerotien erwuchs in der Cultur eine Pezizee : „RufMroemia 
(Sclerotinia) haccarum Schrot." (siehe: „Weisse Heidelbeeren, eine 
Pilzkrankheit von Vaccinium Myrtillus L." in „Hedwigia", 1879, 
p. 177-184). 

Die mir seinerzeit vorgelegenen Beeren zeigten wohl nur das erste 
Stadium der beginnenden Sclerotium-Entwicklung; ihre Consistenz 
war wenig verschieden von jener normaler Früchte. Es sei jedoch 
auf das Vorkommen weissfrüchtiger Heidelbeeren in Krain hinge- 
wiesen, da dieses meines Wissens früher nicht bekannt gewesen, in 
geographischer Beziehung jedoch von Interesse ist. 



228 



Wilhelm Voss. 



D. Gymnoasci Bref. 

1. Exoascus Fuck. 

*99. E. fliivns Sadeb. in Rabenh., Krjptogamenflora, IL Aufl., IL Bd., p. 8. An 
der Unterseite lebender Blätter von: 
Älnus glutinosa Grtn. Bei Laibach im August. 



Anhang, 



Protosporen friiclite der AscoinyceterL? 
(Fungi imperfecti.) 

a) Dichacnacei Fr. 

1. Labrella Fr. 

*100. L. pomi Mntg., Ann. sc. nat., 1834, I, p. 347. An abgefallenen Aepfeln 
{Pyrus Malus L.) nicht selten. 

2. Eoßcipula Fr. 

MOl. E. fu.Hspora B. et Br., Ann. N. H. Nr. 814, t. IX, fig. 1, prox. Heerden- 
weise und reichlich an den Stengeln von: 

Clematit recta L. Im September bei Radmannsdorf zumeist in Ge- 
sellschaft mit Ilelotium coronatum. 

b) Oytisporei Fr. 

3. Cyfispora Ehrenb. 

•102. C. Corni Westd., Bull. Acad. r. de Belg., II, Ser., IL Bd., Nr. 7G. An 
Zweigen von: 

Corniis sanguinea L. Im Frühjahre in den Anlagen bei Laibach. 
*10:'. (!. (lecortica7is Sacc, Sylloge, III, p. 2()(). An trockenen Aesten von: 

Carpinus Betulus L. Auf dem Ulrichsberge bei Zirklach. Leg. S. Ro- 
bi6 im März. — Valsac decorticantis st. sperm. Nitschke, Pyr. 
Germ., p. lOL 

'l'il. (!. Hir/ja (Iloiriri. in Veg. crypt., I, j). 2H7 als Sphaeria) Sacc, Sylloge, 
III, p. 2<i(). Auf berindeten, jedoch schon a)>gestorbciieii Aosten von: 
J'opulnH nigra L. In Auen bei Stepliansdorf unweit Laibach. St. 
Hpenn. Val.sae niveae. 

<■) S]ilincropsidei Ldv. 

1. Iletul^ rson ia Berk. 
•|'ir.. //. Firt/hri W< hL Syii. If. ('orni Fuck., Kt.iini. Fiiiig. Nasov. Nr. 'I K». 

An trork<'iioM Zweigen von dorwis man L. ]h'.\ Loes urui (Jornus 
H(ivffnitir(t in Aril;i"cii bei L;iih;ich. Sj)on^n gcsliclt, mit drei 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



229 



Scheidewänden, die oberen drei Fächer gelblichbraun, das unterste 

jedoch hyalin. Wird gewöhnlich als Conidienpilz der Leptosphaeria 

Fiedleri angesehen. 
*106. H. foliorum Fuck., Symb. myc, p. 392. An welken Blättern von: 

Quercus pedunculata Ehrh. Im October bei Laibach. — Ich finde die 

meisten Sporen vierfächerig, doch auch drei-, selbst zweifächerige. 

Im Uebrigen stimmt ihre Beschaffenheit gut mit den von Fuckel 

angegebenen Merkmalen überein, so dass der Pilz wohl mit dem 

rechten Namen bezeichnet sein dürfte. 
*107. H. Phragmitis Desm., 22. Not., p. 12. An den welken Blattscheideu des 
Schilfrohres an den Ufern des Veldeser Sees; häufig ini Juli. 

5. Diplodia Fr. 

*108. D. mamülana Fr., Syst. veg. Scand., p. 417. An den Zweigen von: 
Cornus sanguinea L. In Anlagen bei Laibach. 

6. Diplodina Sacc. 
*109. D. Eurhododendri Voss, nov. spec. Tab. nost., Fig. 9. 

Peritheciis gregariis, erumpentibus, nigris, globosis, minutis (circa 
0'20—0'25 mm. Diam.) moUis. — Sports oblongo-fusoideis, utrinque 
acutatis, rectis, uniseptatis, hydlinis, valde numerosis, 9 — 13 [j. long., 
2 — 3 crass. 

In capsuUs emortuis Rhododendri (EurJiododendri) hirsuti L. — 
Carniolia superior: Bärenthal (Medvedi dol) supra Jauerburg (circa 
1200 M.) Äugusto mens. 

Diese Art unterscheidet sich von der verwandten Diplodia Rhodo- 
dendri Beil., welche auf Blättern von R. arboreum Smith und Zweigen 
von R. ponticum L. auftritt, durch die Sporen, denn diese sind bei 
D. Rhododendri: ovoideis v. ovato-oblongis, constricto-l-septatis, atro- 
fuligineis. Diplodina Eurhododendri findet sich auf den trockenen, 
leeren Fruchtkapseln und nicht selten mit Velutaria Rhododendri 
Rehm. Es ist nicht unmöglich, dass sie mit dieser in genetischem Zu- 
sammenhange stehe, etwa deren Pycnidienpilz sei, demnach sich ähn- 
lich verhält wie Sphaeronema polymorphum Awd. zu Cenangium verni- 
cosum Fuck. oder Nectria Resinae Fr. zu Tromera Resinae Körb. 

7. Darluca Gast. 
110. D. Eilum Gast. Auf den Uredoräschen der Puccinia Menthae an: 

Satureja montana L. An Felsen zwischen Neuming und Vitnach in 
der Wochein, wo diese Karstpflanze sehr reichlich zu finden ist, 
im September. — Durch die Vegetation dieses Pilzes ist die Ent- 
wicklung des Rostpilzes bedeutend verhindert worden, so dass, trotz 
zahlreicher Uredosporen, doch nur wenige Teleutosporen gebildet 
wurden. Ein wahrer Parasit eines Parasiten! 

Z. B. Ges. B. XXXVII. AlU. 30 



230 



Wilhelm Voss. 



8. Leptostroma Fr. 

III. L. vulgare Fr. An den abgestorbenen Stengeln von: 

Lunaria rediviva L. In der Schlucht Bekel (spr. Beku) bei Franz- 
dorf mit Helotium tyrolense Rebm. 
*112. L. liysterioides Fr., Syst. myc, II, p. 599. An dürren Stengeln von: 
Laserpitium Siler L, Auf dem Hügel Straza bei Veldes im Juli. 

9. Phoma Desm. 
*113. P. complanatum Desm. in Ann. sc. nat., 1851, p. 299. 

Syn. Spliaeria complanata Tode, Fungi Mecklenb., II, p. 21. An dürren 
Stengeln von: 

Heradeum Sphondylium L. Bei Lees im Juli. 
*114. P. efjusa Rob., Dec. 22. Not., p. 8. Conf. Saccardo, Sylloge. Auf der 
Oberseite abgewelkter vorjähriger Blätter von: 

Helleboriis altifoUus Hayne. Zwischen Podnart und Birkendorf, im 
Koroscagraben des Loiblthales und beiVigaun; öher mit Ästerina 
Hellebori Rehm. 

*115. P. Saxifragarum West., Not., VI, p. 23. An dürren Blättern von: 

Saxifraga caesia L. Auf Felsen an der Veldeser Strasse hinter Lees 
im August. — Die Spermatien sind, gut stimmend mit Saccardo 's 
Beschreibung in Michelia, II, p. G17, oblong, beiderseits abgerundet, 
in der Mitte etwas eingeschnürt, hyalin, dreimal länger als breit 
und haben zwei Nuclei. 

10. Melasrnia Lcv. 

II'». .V. Alnca Lev. Auf der Oberseite lebender Blätter von: 

Alnus incana DC. Ziemlich verbreitet im Jauerburger Gereuth im 
Sf])tember. 

d) ]'/iyllostictci Fr. 

11. Phyllosficta Pers. 

*1I7. 7Vt. pojiulina Sacc, Michelia, I, p. 155. An den Blättern von: 
J'ojmlus nigra L. Im August bei Lees in Oberkniin. 
y//. iilrozonala Voss, n(»v. spec. Tab. nost. Fig. A. 

Macuii.H cinercis in mcdio parle nigris, atro-3- vcl 4-simatis, orbi- 
culatis aut cUijilicis, viagnia, 1 Cm. l)iam. vcl 2—2'C> long., i r> lat., 
rpiphyUiH. — Pcriihcciifi gregariis, concentricc dispositifi, minutis, 
j/unclifornitN, glohosis, nigris, nunicrosis. — Hpcrmaliis valde nunic- 
ronis, cgntluhitis vcl I — 'l-iinvlcalis, glohosis aut cllijdicis aut ovoidcis, 
utrintjun rolundatiH, palli de viridis (inaiura) ]idlucidis, ö'^f [i. long., 
!I .1 lal. I/ah. in f'oUis ruiorluis IlcJlchori viridis L. et II. alii- 
ftdii llai/ne {II. niger L. v;ir. aUifolius \Wu'.\\('\\\).) a /'odnarl in (^ar 
nioliu HUjicrvtr, Augunlo y.S.SO". 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



231 



Diese auffällige Phyllosticta lebt auf den ganz welken, wohl zweimal 
überwintei-teu Blättern und ruft grosse rundliche oder elliptische Blatt- 
flecken in den oben angegebenen Dimensionen hervor. Ihre Farbe ist 
dunkelgrau, das Centrum schwarz. Um dieses ziehen mehrere (meist 
3—4) schwarze Bänder oder Zonen. Auf diesen Flecken stehen zerstreut 
die Perithecien, wenige und meist leere in der Mitte, die meisten hin- 
gegen längs der Peripherie der Zonenstreifen geordnet. Die Flecken 
scheinen sich daher nach und nach von der Mitte aus vergrössert und 
das Mycel in verschiedenen Zeitintervallen neue Perithecien gebildet zu 
haben. Nur mittelst Lupe sind die pusteiförmigen schwarzen Frucht- 
gehäuse zu erkennen, welche auf Druck eine grosse Menge Spermatien 
entleeren. Diese sind kugelförmig, oval (eiförmig) oder elliptisch, ver- 
schieden gross (siehe oben), einzellig, lichtgrün, durchscheinend und 
ohne oder mit 1 — 2 deutlichen Tröpfchen versehen. 

Auf Helleborus viridis L. wurde schon früher eine Phyllosticta -Art 
gefunden und von Saccardo in Fungi Venet., ser. V, p. 301 als Ph. 
Helleborella beschrieben. Sie unterscheidet sich von Ph. atrozonata 
durch glänzend weisse Blattflecken und durch oblong- eiförmige, beider- 
seits zugespitzte, hyaline Sporen, die doppelt so lang als breit sind 
( Spp-matiis ohlongo-ovoideis, utrinque acutiusculis, 7 : 3, 2-guttulatis, 
hyalinis). — Äscochyta Hellebori Sacc. auf der gleichen Nährpflanze 
kommt ihrer spindelförmigen (8 : IV4 — 2), einmal septirten Sporen und 
gleichfalls weissen Blattflecken wegen nicht in Betracht. — Septoria 
Hellebori Thüm. (Oesterr. botan. Zeitschrift, 1876, p. 23) ist der noch 
unbekannten Spermatien wegen ein zweifelhaftes Gebilde auf Helleborus 
niger L. Die Blattflecken werden kastanienbraun (spadiceus) genannt. 

*119. Ph. Ligustri Sacc, Michelia, I, p. 134. An welkenden Blättern von: 
Ligustrum vulgare L. Im October bei Laibach. 

*120. Ph. Nerii Westd. in Kickx, Fl. Fland., I, p. 418. An den Blättern von: 
Nerium Oleander L. — Erzeugt weisse, später graulichweisse, braun 
umrandete Blattflecken. Die Spermatien sind eiförmig-länglich, 
ungetheilt, hyalin, mit einem oder auch ohne Tröpfchen. 

12. Septoria Fr. 

*121. S. Brachypodii Pass., Atti d. Soc. crittog. ital., Vol. II, p. 45. An welken 
Blättern von: 

Brachypodium sylvaticum P. B. In den Waldungen der Rosenbacher- 
berge bei Laibach im Spätherbste. — Durch die blassgelben, un- 
deutlich gefächerten, mit zahlreichen Nuclei versehenen Sporen 
von S. sylvatica Pass., welche die gleiche Nährpflanze bewohnt und 
zur selben Zeit reift, verschieden. 
*122. S. Bromi Sacc, Michelia, I, p. 194. Auf überwinterten Blättern von : 
Bromis mollis L. Bei Laibach nicht selten. 

30* 



232 



Wilhelm Voss. 



*123. S. Phragmitis Sacc, Michelia, I, p. 195. An den Blättern des Schilfrohres 
im Herbste an den Ufern des Veldeser Sees und auf sumpfigen Stellen 
zwischen Lees und Vigaun. — Die Blattflecken sind meist oval, braun 
umrandet, die Perithecien punktförmig und schwarz, die darin vorfind- 
lichen Spermatien hyalin, cylindrisch, zugespitzt, verschieden gebogen 
und wenig guttulirt. 
*124. S. Ornithogali Pass. in Thuemen's Mycoth. univ. 496. An: 

Ornithogalum umbellatum L. Auf Wiesen bei Laibach im April. — 
Die befallenen Blätter sind sehr leicht an ihren abgewelkten Spitzen 
zu erkennen, welche durch die zahlreichen Perithecien schwarz 
punktirt erscheinen. Die Spermatien sind hyalin, gerade oder bogig, 
an beiden Enden etwas zugespitzt, fadenförmig und haben mehrere 
Scheidewände. Ein leicht kenntlicher, nicht selten zu beobachten- 
der Pilz. 

*125. S. hrunneola Niessl, Mähr. Kryptog., p. 35. 

Syn. Ascospora hrunneola Fuck. An den sehr welken Blättern von: 
Convallaria majalis L. Unter Gebüsch auf dem Hügel Straza bei 
Veldes im August. 

*12(j. S. nigerrima Fuck., Symb. myc, p. 104. An lebenden Blättern von: 

Pyrus communis L. Ende Juli in Obstgärten zu Lee^. — Scheint 
von S. x^yricola Desm. nur wenig verschieden zu sein. Bei dieser 
sind die Blattflecken hellgrau, während sie bei S. nigerrima braun 
sind. Bezüglich der Spermatien herrscht bei beiden grosse Ueber- 
einstimmung. 

*127. *S'. Pruni-Mahaleb Therry in Roumg., Rev. myc, V, p. 178. Auf der 
Unterseite lebender Blätter von: 

Prunus Padus L. Auf der Wiese hinter dem Gasthofe Triglav in 
Lees, Ende Juli häufig. — Von den zahlreichen Septorien, die auf 
Prunus-Arten vorkommen und in Saccardo's Sylloge, III, p. 488 
bis 489 enthalten sind, passt nur die von Therry bei Lyon auf- 
gefundene Art auf den uns vorliegenden Pilz. Es ist die eigen- 
thümliclie Fleckung der Blätter, die schon von Weitem einen Para- 
siten vermuthen lassen. An ihrer Oberseite finden sich zahlreiche 
kleine, rothbraun gefärbte Flecken, die später zu grösseren zu- 
sammenfliessen. Eine ganz ähnliche Verfärbung ruft auch Melam- 
psora areolata (Otth) auf der gleichen Nährpflanze hervor. Die 
Fruchtgehäuse sind zahlreich an der Unterseite der Blätter zu 
finden; sie sind braun (Therry nennt sie „bi'uneo-nigris"), 
öiYiKtn kIcIi mit einem Sclieit(!lloclie und entleeren die zahlreichen 
Spermatien in Form weisser Ranken, ähnlich wie jene der Seploria 
lllnii, HO duHH gröHserc Theilo der Blattllächo weiss bereift er- 
Hcheineii. Die hyalinen Spermatien Hind lincal, beiderseits zugespitzt. 
vorMchiedonartig gebogen, mit Nuolei versehen und meist 25 — ."»Omal 
länger alM breit, wa« mit dem Masse 'i'liorry's CM): I) gut stimmt. 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



233 



Obwohl ich den Strauch zur Blüthezeit nicht sah, so geben ihn die 
Blattstieldrüsen als Prunus Padiis zu erkennen, auf welchem Laub- 
holze vorher eine Septoria nicht bekannt gewesen ist. 

* 128. S. Clematidis-rectae Sacc, Fungi Veneti, V, p. 205. 

Auf den Blättern der Nährpüanze im Herbste; auf dem Hügel Straza 
bei Veldes. — Sie unterscheidet sich von S. Clematidis Eob. durch 
die wurmförmigen, dreimal septirten Sporen, während diese bei der 
letzteren stabförmig sind und sechs Septa besitzen. In Bezug auf 
Blattfleckung finde ich keine besonderen Unterschiede. 

*129. S. Glohulariae Sacc, Mycotheca venet. 1020. Auf den Blättern von: 

Globularia vulgaris L. In den Seitenthälern des oberen Savegebietes 
im Herbste stellenweise. — Die Blattflecken sind graulichweiss 
und dunkel umrandet; die Spermatiun fadenförmig, hyalin, gerade 
oder verschieden gebogen. 

*130. >S'. Lactucae Pass. in Thuemen, Mycotheca 1295 (1879). An abwelkenden 
Blättern des Gartensalates: 
Lactuca sativa L. Im August in Küchengärten zu Lees und meist 
mit Peronospora gangliformis. — Die befallenen Blattflächen sind 
oft auf weite Strecken bräunlichgrau verfärbt, und diese Stellen 
tragen zahlreiche Perithecien von schwarzer Farbe. Die hyalinen 
Spermatien sind fadenförmig, meistens gekrümmt und noch unge- 
theilt. — Wie aus Saccardo's Sylloge, III, p. 551 und 552 zu 
ersehen ist, wurde der gleiche Pilz im gleichen Jahre (1879) und 
unter demselben Namen auch von Peck in Botan. Gaz., p. 170, 
Jun., beschrieben- 

*131. S. Sdlviae Pass. Conf. Saccardo, Sylloge, III, p. 540. Auf der Ober- 
seite der lebenden, grundständigen Blätter von: 

Sälvia pratensis L. Am Eande der Felder zwischen Lees und Ead- 
mannsdorf im August; hin und wieder mit Pamularia ovata Fuck. 

— Auf braunrothen, später ausgebleichten und dann weisslich- 
grauen, dunkel umrandeten Flecken stehen die wenigen Perithecien, 
die zahlreiche fadenförmige Spermatien mit granulös-hyalinem 
Plasma entleeren. Septirung derselben war noch nicht erkennbar, 
doch bemerkte diese auch Passerini nicht. 

Saccardo hat viele früher als Septoria bezeichnete Pilze, eben 
wegen Mangels der Septirung ihrer Spermatien, zu dem neuen 
Genus Bhabdospora zusammengefasst. Vorläufig lässt es sich aber 
noch nicht entscheiden, ob diese Formen nicht blos jüngere Ent- 
wicklungsstadien sind, denn die Scheidewände treten bei den echten 
Septorien nur in vollkommen reifen Spermatien auf. 
*132. S. Heradei Desm., Crypt. exs. Nr. 534. Auf den Blättern von: 

Ileracleum Sphondylium L. Im Sommer und Herbste bei Laibach. 

— Die reifen Fruchtgehäuse entleeren ihren Inhalt in Form eines 
weissen Schleimes, ähnlich wie S. ülmi, der auf der Blattfläche 



234 



Willieliü Voss. 



eintrocknet und diese weiss fleckt. Die in dieser Schleimmasse 
eingebettiten Speriuatien sind fadenförmig, gebogen, beiderseits 
abgerundet, hyalin, mit Nuclei versehen und erhalten später (nach 
Saccardo) vier Scheidewände. Syn. ist Ascochyta lieradei Lib. 

*lo3. S. Dianthi Desm., Ann. sc. nat., 1848, X, G, Nr. 27. 

An dem Innenkelche der Gartennelke {Diimthus Caryophyllus L.) in 
Gärten Laibachs im Juli. 

*134. S. Vincetoxici (Schuh, in Fic. Dresd., II, p. 352 als Depazea) Auerswald 
in Rabenh., Fungi europ. Auf den Blättern von: 

Cynanclmm Vincetoxicum L. Anfangs Juli im Kankerthale, leg. 
S. Robic. — Einer der schönsten Blattfleckpilze, durch kreide- 
weisse Färbung und braune Umrandung ausgezeichnet. Zahlreiche 
derartige Flecken vertheilen sich unregelmässig über die obere 
Blattfläche und heben sich, da diese in unserem Falle noch grün, 
sehr scharf ab. Sie sind durch die zahlreichen Perithecien fein 
schwarz punktirt. In denselben fand ich zahlreiche, noch uuseptirte, 
fadenförmige und hyaline Spermatien, deren Länge wohl 40- bis 
50mal die Breite überwiegt. 

13. Depazea Fr. 
*135. D. stemmatea Fr., Syst. myc, II, p. 528. An den Blättern von: 

Vdccinium Vitifi Idaea L. In den oberkrainischen Alpenthälern im 
Septeuiber ziemlich verbreitet. Ich fand sie an den Weissenfelser 
Seen bei Ratschach, im Martulikgraben unweit Kronau und im 
Loiblthale. — Die Sporen dieses Pilzes sind bis jetzt noch nicht 
bekannt; auch ich konnte nur unreife Perithecien untersuchen. 

e) Gymnoinycctefi Fr. 

1^. Gleosporium Desm. et Montg. 
|;;ti (I. J'/if;coj)lendia Frank. An der Unterseite grünender Wedel von: 

J'oh/jKHlium. Phcco])leris L. Im Katharinatliale bei Nenmarktl und 
im Ilovcawald bei Radmannsdorf im August. — Auch dieser l*ilz 
Hcheint in Oberkrain weit verbreitet zu sein. 

15. AerJdiolani Ung. 

es bis luMitr- noch immer nicht entschieden ist, ob die sogenanntftn 
Sp<Tmog(nii(;n, wclclie viele Uredineon begleiten oder ilinen vorangehen, 
wirklieb in den Formcnkn'is der V(M-sclii(idenen Rosl,|>ilzo gcb(>ren oder 
:i1h Helbsthtiinrlige l'ilze befrachtet werden müssen, so lialx* icli k((inen 
All t.iiid "«iioinmeii, ■ ie hier unterzubringen.') 



') .i'.i ih .i> rii iiciii) |<Mi Wcil.c A. IJary'H: „Vor^jlniclKwido JV1oritli<)l<»;{m iiml |{i<»li>).;iM 

worden. 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



235 



"^137. A. ConvolvuU Sacc, Michelia, I, p. 12. Auf der Oberseite der Blätter von: 
Convolvulus Sepium L. An Hecken bei Laibach im Juli. 

*138. A, Cirsium (Lascli als Sphaeronema) Sacc, 1. c, p. 12. An den Blättern von: 
Cirsii arvense Scop. Auf wüsten Plätzen um Laibach im Mai 
gemein. 

^139. A. colliculosum (Berk, als MyxospoHum) Sacc. 

a) Forma Aroniae. Auf dem Krimmberge und in der Ischkascblucht, 

auf dem Grosskahlenberge ; an Aronia rotundifolia Pers. 

b) „ Ariae. Auf den Kalkbergen bei Billichgratz, z. B. um St. Jacob 

ober Zwischeuwässerii. 

c) „ Aucupariae. Auf den Rosenbacherbergen bei Laibacli, bei 

Lees und Veldes in Oberkrain im Mai reichlich. 
dj „ Mali. An denselben Orten, und zwar am cultivirten und 
wilden Baume. 

e) „ Pyri. In Gärten bei Laibach und Veldes im Juni. 

f) „ Cydoniae. In Veldes auf Cydonia vulgaris Pers. selten. 
*140. A. exantliematicum Ung., Exanth., Taf. 3, Fig. 17 — 19. An: 

Euphorbia Cyparissias L. In der Umgebung Laibachs und auch in 

Oberkrain sehr verbreitet. 
Euphorbia verrucosa Lam. Besonders im Stadtwalde zu Laibach. 
*141. A. Tragopogonis Sacc, Michelia, I, p. 11. An den Blättern von: 

Tragopogon pratensis L. In den Umgebungen Laibachs alljährlich 

im April. 

^142. A. Tussilaginis Sacc, 1. c, I, p. 242. An den Blättern von: 

Tussilago farfara L. An sonnigen Stellen des ganzen Saveufers. 
Ausser diesen Pflanzen wurde noch eine Reihe von Gewächsen mit 
Aecidiolum beobachtet, und zwar: 

Erythronium dens canis L., Galanthus nivalis L., Lilium carnioli- 
cuni Bruh., Allium ursinum L., Abies excelsa DC, Cirsium palustre 
Scop., Lapsana foetida Lss., Symphytum tuberosum L., Vinca minor 
L., Thesium intermedium Schrad., Thesium montanum Ehrh., Berberis 
vulgaris L., Evonymus europaeus L., Peucedamim Schottii Bess., 
Spiraea ülmaria L. und Cytisus hirsutus L. 

16. Melanconium Link. 
*143. M. ramulorum Corda, Icon., I, p. 2, Taf. 2, Fig. 34. An dürren, abge- 
storbenen Zweigen der Hainbuche [Carpinus Betulus L.) in den Wäl- 
dern bei Laibach. 

17. Coryneiim Nees ab Es. 

'144. C. macrosporum Berk, in Sm., Flor, brit., V, p. 355. 

Ist nach Saccardo's Sjlloge Couidieiipilz zu Massaria macrospora 
(Desm ) Sacc, mit welcher er auf abgestorbenen Zweigen der Roth- 
buche {Fagus sylvatica L.) bei Radmannsdorf gefunden wurde. 



236 



Wilhelm Voss. 



f) Hypliomycctes Fr. 

18. Ramularia Ung. 

*145. jR. Taraxaci Karst., Hedwigia, 1884, p. 7. An lebenden Blättern von: 

Taraxacum officinale Wigg. Im Juli auf Wiesen zwischen Zwischen- 
wässern und Görtschach in Oberkrain. 

146. B. Coleosporii Sacc. Auf den Uredoräschen des Cöleosporium an: 

Petasites niveus Baumg. Am Saveufer zwischen Wocheiner -Vellach 
und Neuming im September. 

147. It Geranii Fuck. An der Unterseite lebender Blätter von: 

Geranium Phaeum L. Im Juli bei Neumarktl in Oberkrain. 
*148. R. Phyteumatis Sacc. et Wint., Michelia, II, p. 548. An den Blättern von: 
Phyteuma Michelii Brt. In den Waldungen der Rosenbacherberge 
bei Laibach im Juni. Oft mit der Uredoform von Cöleosporium 
Campanulacearum Fr. 
140. U. Parietariae Pass. An den Blättern von: 

Parietaria ofßcinalis L. Nicht selten auf Schuttplätzen bei Lees. 
150. P. puHÜla Ung. An der Blattunterseite von: 

Alchcmüla vulgaris L. Im Kocnasattel ober Assling. 
*151. Ii. Succisae Sacc, Fungi ital. 1016. An den Blättern von: 

Knautia arvensis Coult. An Wegrändern zwischen Leos und Kad- 
mannsdorf im September. 

19. Cercospora Fres. 

*152. C. Campi- Silii Speg. in Saccardo's Michelia, II, p. 171. An: 

Impatiens nolitangere L. Mitte August im Katharinatliale bei Neu- 
marktl. — Dieser Pilz verursacht zahlreiche Blattflecken an den 
welkenden Blättern; sie sind obcrseits ausgebleicht und röthlich- 
braun umrandet, unterseits braun gefärbt. Auf der Unterseite 
brechen die Fruclithyplien hervor und gliedern Sporen ab, wodurch 
diese Stellen weisslicligrau bereift ersclieincn. Die einfachen, durch 
die Sjtorenansätze höckerigen, gebüsclielten Frnchthy|)]ien sind liclit 
ülivengrün. Die cylindrisclien, nacli oben schweifförniig verjüngten 
Sporen sind blassgrau (subhyalin) und haben 2— M Scheidewände. 

20. €erco»poreUa Sacc. 

•15;;. C Trihoutiana Sacc. et Letendro, Mise. Myc. F. gall. Nr, 2178. 

Auf den I{l!Ltt<M-n von (knlaurea .lacra L. ruft dieser / /yjihomycct 
jiiiHg» bl<'i(;htr', nicht scharf umraruidie Fhicken liervor, (hmni Unter- 
Hüit« nach d«'r Spor««nbihlung weiss bereift ist. Die Conidien wind 
liyalin, mit »h'utlicliein, sciiweifartignn Anhängsel vcrHolien, anfangs 
nriK^'thiMlt. endlich mit 2 — ö gut wahrnelnnbaren Scheidewänden 
TerHehen. Ihre Form könnte stabförmig genannt werden. Sie sind 



Müterialieii zur Pilzkunde Kraius. 



237 



ferner meist gerade, doch findet maa auch bogig gekrümmte vor; 
ihre Länge ist sehr verschieden, nach Saccardo 40—60 [j-. 

Letendre fand den Pilz wohl auf Centaurea nigrescens, doch 
ich könnte unsere Form nicht hesser als hier unterbringen, wenig- 
stens schliesst sie sich obiger Art innig an. 

Im Herbste am Rande der Feldwege zwischen Lees und Rad- 
mannsdorf, 

21. 3Iastigosporitim Riess. 

*154. 31. album Riess in Fresen., Beiträge zur Mycologie, p. 56. 

Auf lebenden Grasblättern, z. B. jenen von Aira caespitosa L. und 
Alopecurus pratensis L. Auf Wiesen bei Laibach im August. Nach 
Fuckel der Conidienpilz von Dilophospora graminis Desm. 



22. Stachyohotrys Corda. 

n55. St. atra Corda, Icon., I, p. 21, Taf. 6, Fig. 278. 

Auf feuchten Herbarpapieren schwarze rundliche und zusammen - 
fliessende Flecke bildend. Nach Saccardo ist St. lobulata Berk, 
nicht davon verschieden. 



23. Sporodesmiuni Link. 

*156. Sp. Amygdalearum Pass. in Thuemen, Mycotheca univ. 474. Auf der 
Oberseite lebender Blätter von: 

Prunus Avium L. Im Herbste bei Laibach. — In Saccardo 's 
Michelia, II, p. 557 heisst dieser Pilz Closterosporium A. Er ist 
leicht kenntlich durch die auffallende Fleckung der davon befalle- 
nen Blätter. Die hervorgerufenen Blattflecken sind rund, bräunlich- 
gelb, purpurn umrandet; diese Partien der Blattfläche fallen später 
aus und dieselbe erscheint dann durchlöchert. An der Unterseite 
der Blattflecken (manche davon bleiben steril) finden sich die kleinen 
schwarzen Sporenhäufchen mit spindelförmigen oder keuligen, mehr- 
fach septirten, bräunlichen oder russfarbigen Conidien. 
'157. Sp. vagum Nees ab Es., Nova Acta n. c, IX, p. 240. 

Bildet an Zäunen, Pfählen u. dgl. aus Nadelholz schwarze, sammt- 
artige Ueberzüge. Bei Laibach stellenweise. 



24. SporotHchium Link. 

*158. S. aureum Fr., Systema myc, III, p. 418. 

An faulenden Kräuterstengeln, z. B. Cirsium sp. und Heracleum 
Sphondylium L., polsterförmige Rasen bildend. Im Laibacher Stadt- 
walde im Herbste. 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Abh. 31 



238 



Willlelm Voss. 



*159, S. calcigenum Link, Obs., II, p. 35. — Syn. S. parietinum Link. 

Auf mit Kalk getünchten Wänden zarte schwarze Flecken verur- 
sachend. 

*160. S. roseum Link, Ibid., p. 36. 

Entwickelt sich im Winter an der Aussenseite feuchter Blumentöpfe 
und bildet weisse, später blassrosa gefärbte wollige und ausge- 
breitete Easeu. 

25. Oidium Link. 

161. 0. erysiphoidcs Fr. Wurde noch an folgenden Pflanzen beobachtet: 
Clinopodiuvi vulgare L. Im Katharinathale bei Neumarktl. 
Knautia arvensis Coult. Auf Brachen bei Lees. 
Spiraea ulmaria L. Am Bachufer in Hlebitsch bei Lees. 
Symphytum tuberosum L. Im Lusnicathale bei Zeyer. 
*162. 0. farinosum Cooke, Fungi britann. exs, 345. — Thuemen, Mycotheca 
univ. 1772. Auf den jüngeren Blättern und Blattstielen von: 

Pyrus Malus L. sehr zarte Ueberzüge bildend. Ende Juli in Obst- 
gärten von Lees. 

*163. 0. laxum Ehrh., Syl. v. berolin., I, p. 19. — Syn. 0. fructigenum Aut. 
pr. p. Auf der Schale reifer oder doch fast reifer, noch hängender 
Pflaumen {Prunus domestica L.). Nicht selten in Obstgärten von Lees. 



26. Macrosporium Fr. 

*164. M. Convallariae Fr., Syst. myc, III, p. 373. An welken Blättern von: 

Convallaria Polygonatum L. Auf dem Hügel Straza bei Veldes Ende 
Juli. — Die schwarzen Rasen stehen zu ausgebreiteten Flecken 
gruppirt und heben sich scharf von der weiss gewordenen Blatt- 
fläche ab. 

27. Torula Pers. 

16.'). T. Jihododendri Corda. An ül)erwinterten Blättern von: 

JUiudüdcndrun intcnnedium Tausch. Anfangs .luli an den Abliängen 
der Me.sakla bei Mojstraua. Mit Uredo Jxhododendri. 
•1<'»6. 7'. sjKjngicola Dufour. Conf. Just, Botan. Jahresb., 1882, p. 206. 

Auf Badt'Mcliwüininen, die längere Zeit im Gebrauche standen. 



28. i!jjUndronporium, (jirev. 

167. C. concrntricum Grrv. An don niättoni von: 

Lacluca muralis i)ori. \W\ Podwein unweit Kadniannsdorf. 
16H (\ J'udi Karht., Synib. ad Flur, iriyc. fenn., XV, }>. \U\K An der Rückseite 

der Hliitt»'r der 'l'raubenkirHche {Prunus Padus L.) weiflHo zarte Räs- 

<li« ii biI<l«Mid. iJci Li'CK im Au'Mist 8«'lten. 



Materialien zur Pilztande Krains. 



239 



IV. Basidiomycetes De Bary. 

A. üredineae Tul. 

1. TTromyces Lev. 

169. TJ. Trifolii (Alb. et Schw.). An der Unterseite lebender Blätter von: 

Lotus cornicidatus L. II. und III.^) Auf Wiesen bei Lees im Herbste, 
Trifolium repens L. I. und II. Auf den grasigen Abhängen des Vel- 
deser Schlossberges. 

170. U. Humicis (Schum.). An den Blättern von: 

Bumex Eydrolapathum Huds. II. und HI. An Sumpfstellen bei 
Kaltenbrunn nächst Laibach im Mai. 
*171. ü. Cytisi (DC. in Flor, frang., VI, p. 63 als Uredo). Schröter, Hedwigia, 
1878, p. 62, 

I, Aecidium Cytisi Voss, Oesterr, botan. Zeitschr,, 1885, p, 422. 
A. pseudoperidiis gregariis, hypophyUis, plerumque in circulo 
dispositis, in macida lutea aut fusca (in pag. sup. inacula hrun- 
nea, purpureo marginata) ; raro etiam in petiolis et pagina supe- 
riore; ore albo dilacerato. Sporis glohosis, gJoboso-ovoideis vel 
polygonis, episporio levi, crasso, hyalino, nucleo luteo, 22—24 u. 
diam., vel 31 long. 
n. und ni. An den lebenden Blättern von: 

Cytisus hirsutus L. Auf dem Veldeser Schlossberge. In der zweiten 
Hälfte des Juli erscheinen an den Blättern und Blattstielen der 
Nährpflanze die Aecidien, denen Spermogonien vorangehen, kurze 
Zeit darauf die Uredosporen und Ende September oder im October 
die Wintersporen. — In Gesellschaft dieses Kostpilzes tritt auch, 
doch nur selten, üromyces pallidus auf. 
172. ü. Ldburni (DC.) HL Eeichlich an der Unterseite der Blätter von: 

Cytisus alpiyius Hill. Auf der Ruine Wallenburg bei Radmannsdorf 
im September, — Auf der Oberseite der befallenen Blätter findet 
sich reichlich Septoria Cytisi Desm, vor, 
*173. U. pallidus Niessl, Beiträge zur Kenntniss der Pilze in Verhandl. d. naturf. 
Vereines in Brünn, X. Bd., p. 164, Taf. III, Fig. 12. An den Blättern von: 
Cytisus hirsutus L. Ende Juli an der Seeseite des Veldeser Schloss- 
berges, nicht häufig. Hin und wieder in Gesellschaft mit Septoria 
Cytisi Desm. 

2. Puccinia Pers. 

174. P. Menthae Pers. H, und HI. An den Blättern von: 

Satureja montana L. Auf Felsen zwischen Neuming und Vitnach in 
der Wochein, Anfangs September (siehe auch „Materialien zur Pilz- 



) T. = Fungii-s hymeniiferm ; II. = Fungus stylosporiferus ; III. = Fungtis teltutosporiferiis. 

31* 



240 



Wilhelm Voss. 



kuude Krains, II, p. 85). Reiclilich mit Darluca Filum Gast., wo- 
durch die Bildung der Teleutosporen zum grössteii Theile unter- 
drückt wurde. 
175. P. Centaureae DC. III. An den Blättern von: 

Centaurea axillaris Willd. Ende Juli an Wiesenrändern bei Lees. 

Centaurea coriacea W. et K. Ebenda zur selben Zeit. 
*176. P. carniolica Voss, Oesterr. botau. Zeitscbr., 1885, p. 420. 

I. Aecidium Peucedani Voss, 1. c. — Äe. pseudoperidiis plerumque 
hypophyllis, sparsis, minutis, ore albo lacerato, disco luteo. — 
Sporis plus minusve globosis, ellipsoideis vel polygonis, episporio 
levi, intus luteis; 20 [j- diam., vel. 24 — 26 long., 15 lat. 

III. P. acervulis pulvinatus, hypophyllis, etiam in petiolo longi- 
tudinaliter dispositis, epidermide tectis, nigris. — Sporis irregu- 
laribus, aut cuneatis, aut clavatis, aut oblongis, aut polyedris, 
vertice trmicatis, rotundatis vel apiculatis, incrassatis, medio pau- 
lulo constrictis, hasi in pedicello angustatis, episporio levi, fuscis; 
49—53 long, (sine pedicello), 20—24 lat. (loc. sup.J. — Tab. nost. 
Fig. 2. 

An der Unterseite der Blätter und an den Blattstielen von: 
Peucedanum Schottii Bess. Auf Felsen des Veldeser Schloss- 
berges (Seeseite) von Juli bis October. Uredosporen fehlen! 
— Dieser Rostpilz wird in Rabcnhorst-Winter's Fungi 
europaei zur Ausgabe gelangen. 
M77. P. Cesatii Schrot, in Cohn, Beiträge zur Biologie, III. Bd., p. 70. 
II. Podocystis Andropogonis Cesati. An den Blättern von: 

Andropogon Ischaemum L. Aufwiesen bei Veldes im August; ist in 
Krain nicht häufig. 

178. P. Cirsii Lasch. II. und III. Zumeist an der Oberseite der Blätter von: 

Cirsium eriophorum Scop. An der Wurzner Strasse (ca. 1000 M.) in 
Oberkrain; Ende Juli ziemlich häufig. 

179. P. Galiorum Link. II. und III. An den Blättern und Stengeln von: 

Galium aristatum L. In Bergwäldern bei Vigaun. 
Galium sylvestrc Poll. var. alpinum Gaud. Beim Ursprung des Jauernik- 
baclifs im Bärfinthaie (Medvedi dol) ober Jauerburg; ca. 1000 M. 

180. P. J'impincllae (Strauss) II. und III. An der Unterseite der Blätter von: 

('hnerojiliyllum aurruw, L. An (iebüschen bei Lees im Juli. 
*181. J\ Sanicular. Grev., Flor. Edingb., p. dJU. An den Blättern von: 

Sunicula curopaca L. II. (zumeist) und III. In Bergwäldern b(M Vi- 
gaun im September. ■ Aecidien noch nicht beobachtet. 
1H2. P. gramini.H l'epH. II. und III. An den Blättern von: 

lirarliyjioilium pinnatum IW. Im Juli auf Wiesen l)ei Lees. — Ist 
iii<*lit /'. Jlaryii; die Käschen der Teleutosporen sind frühzeitig 
fr<«i, die Sporen lang ge8ti<'lt, am Scheitel abgerundet oder k<'g''I- 
formig verjüngt, stark v<Milir|<t. 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



241 



*183. P. Äsperulae Fuck , Symb. myc, p. 56. An Stengel und Blättern von: 

Asperula cynanchica L. An sonnigen Hügeln zwischen Lees und 
Jauerburg im Juli. 
*184. P. Teucrii Fuck., 1. c, p. 56. An den Blättern von: 

Teucrium Chamaedrys L. Im Loiblthale bei Neumarktl, an den Ufern 
des Veldeser Sees und an den Felsgehängen des Pericnikfalles bei 
Mojstrana; von August bis September. 

185. P. Circaeae Pers. An der Unterseite der Blätter von: 

Circaea intermedia Ehrh. In der Poklukaschlucht bei* Obergöriach 
im Juli. 

3. Melampsora Gast. 

186. M. Euphorhiae Gast. II. An den Blättern von: 

Euphorbia Esula L. Ziemlich häufig auf Wiesen bei Lees im August. 

187. M. Epilöhii (Pers.) IL Reichlich an den Blättern von: 

Epilobiiim roseiim Schreb. Im September an Wegen bei Veldes. 

188. M. Salicis Capreae (Pers.) II. An den Blättern von: 

Salix glahra Scop. Im Martulikgraben bei Kronau im August. 
Salix nigricans Sm. An Bächen bei Vigaun. 

189. M. Sorhi (Oudm.) II. An der Unterseite der Blätter von: 

Sorbus torminalis Grantz. An buschigen Abhängen beim Steinbruche 
Utik (Kamne goriza) nächst Laibach im Juni. 

4. Coleosporium Lev. 

190. C. Euphrasiae (Schum.). An den Blättern und Stengeln von: 

Euphrasia lutea L. Auf Wiesen an der Save bei Lees im August. 
Euphrasia tricuspidata L. Bei St. Anna im Loiblthale. 
Euphrasia pratensis. Auf Wiesen bei Lees. 
Euphrasia stricta Host. Am selben Orte. 

Melampyrum nemorum L. Sehr häufig auf dem Schlossberge in 
Veldes. — Alles in II. 

191. C. Campanulae (Pers.) IL Auf den Blättern von: 

Phyteuma Michelii Brt. In den Waldungen der Rosenbacherberge bei 
Laibach im Juni; öfter mit JRamularia Phyteumatis Sacc. 

5. Chri/somyxa Ung. 

*192. Ch. albida J. Kühn, Botan. Gentralbl., 4. Jahrg. (1883), Nr. 44. ~ Ra- 
benhorst-Winter, Fungi europ. 3015. II. und III. An jRw^ws-Blättern 
in den Waldungen der Rosenbacherberge. 
193. Ch. Bhododendri (DG.) III. (unter Uredo R.). An überwinterten Blättern von : 
Rhododendron intermedium Tausch. An den Abhängen der Mesakla 
bei Mojstrana im Juli.^) — Das hieher gehörige Fichtennadel- 



Hier wächst. Rh. intermedium Tausch mit R. hirsutum L. — Auf dem Kamen vrh hei 
Würzen findet sich nebst diesen beiden noch R. ferrngineum (C. D eschmann). 



242 



Wilhelm Voss. 



Äecidium {Ä. ahietinum Alb. et Scbw.), welches in den Alpen- 
gegeuden den Fichtennadelrost {Gh. Abietis Ung.) der deutschen 
Mittelgebirge in der Regel vertritt, ist in den letzten Jahren in 
Kraiu, besonders in höheren Gebirgsregionen sehr häufig aufge- 
treten. So besonders im Martulikgraben bei Kronau, an den Ge- 
häugen des Pericnikfalles, sowie an verschiedenen anderen Stellen 
des Uratathales. 

6. Aecidium Pers. 

194. A. Centaureae DC. An den grundständigen Blättern von: 

Centaurea Scahiosa L. Auf Wiesen bei Veldes im Juli (gehört zu 
Puccinia Centaureae). 

195. A. Periclymeni (Schum.). Reichlich an der Unterseite der Blätter von : 

Lonicera Xylosteum L. An den Abhängen des Veldeser Sclilossberges 
im Juni. 

19G. A. Symphyti Thuem. An den Blättern von: 

Symphytum tuberosum L. Im Lusnicathale bei Zeyer. 

197. A. penniciUatum (Müller). Wurde noch beobachtet an den Blättern von: 

Cyclonia vulgaris Pers. In den Anlagen in Veldes. 
Sorbus torminalis Crantz. In Gärten Laibachs. 

198. A. lihamni Gmel. An den Blättern und Früchten von: 

Rhamnus carniolica Kern. Im Bärenthaie (Medvedi dol) ober Jauer- 
burg und im Koroscagraben (an den unreifen Früchten) bei St. Anna 
im Loiblthale; Juli bis August. 
191). A. Valerianearum Duby. Auf grundständigen Blättern von: 

Valeriana saxatilis L. An Felsen im Loiblthale, zwischen dem Queck- 
silbergewerke und St. Anna, im Juli (zweiter Fundort in Krain). 



B. Gasteromycetes Fr. 

1. Lycoperdon 'J'ournef. 

200. L. JioviHfa L., Spec. plant., II, 1052. 

Syn. L. (jifianleum Batsch. Auf höheren Wiesen des Ilovcagebirges bei 
Uadmannsdorf im Herbste, 
"^'il . /, puHÜlum (Per«, in Syn., j). L'iH als Bovista) Batsch, Elench., II, Fig. 228. 

Auf Brachen und mageren Wiesengründen zwischen Lees und Rad- 
mannsdorf im Sej)tenibor. 

2. Geaster Mich. 

202. (r. fimhrialuH Kr. 

M'-hr<'r<; Hcliöne Stück« im liiiiteren Uratatliale (im sogen. Gereuth). 
"1'. fl fornicaluH (lludH.) Fr. 

An d«r NordHcito den Uh'ichsberges bei Zirklach, zwischen Sidros 
und Prapreino za Kal(»m ; iui F<)l)rnar. Leg. S. H,obi<'-. 



Materialien zur Pilzkunde Krains, 



243 



3. Phallus L. 

204. P. impudicus L. 

Unter Haselgebüsch {Corylus Avellana L.) an der Nordostseite des 
Laibacher Schlossberges im Juni 1884. — Ein hier seltener Pilz, 
der seit Scopoli hierzulande nicht wieder von Pilzkuodigeu beob- 
achtet worden ist. 
Anmerkung. Bhizopogon ruhescens Tul. wurde auch im sandigen 

Waldboden des Velki hrib bei Veldes und auf dem Grosskahlenberge 

bei Laibach beobachtet. 

C. Hymenomycetes Fr. 

a) Agaricini. 

l. Agaricus L. 

205. A. (Amanita) vaginatus Bull. 

Ende August in den Waldungen der Ilovca bei Ptadmannsdorf, und 
zwar Stücke mit grauen Hüten (couf. Ag. X'li-i'^nheus Schäff., Icon., 
Taf. 85). 

206. A. (Lepiota) procerus Scop. 

Auf Kleefeldern gegenüber Rudnik bei Laibach im October; Durch- 
messer der Hüte bei 20 Cm. Vulgo: Verboni. — Deschmann, 
1866. — Sehr schön und nicht selten im Herbste auf Bergwiesen 
in der Wochein und auch bei Gleinitz nächst Laibach. 

207. A. (Armülaria) melleus Vahl. 

Am Grunde alter Stämme, zwischen den Wurzeln der Laub- und 
Nadelhölzer oft mit zahlreichen Fruchtkörperu. In Waldungen bei 
Laibach, 

*208. A. (Tricholoma) gamhosus Fr., Syst. myc, I, p. 50. 

Auf Bergwiesen Innerkrains, namentlich in der Gegend von Oblak 
und St. Veit bei Schilze (Silce) nicht selten. — Der Maischwamm 
oder Rasling, auch Gressling wird in dortiger Gegend von Land- 
leuten höher geschätzt als die dort häufig vorkommenden Morcheln. 
Sein slovenischer Name „brusence" oder „risance* hat Bezug auf 
die eigenthümlichen Wachsthumsverhältnisse, unter denen er auf- 
tritt. Er wächst in geschlossenen Eingen oder Kreisen, wo nach 
dem Verschwinden der Fruchtkörper ein sehr üppiger Graswuchs 
sich einstellt; daher der Name „brusance", indem eine Colonie 
dieser gesellig wachsenden Schwämme eine Fläche von der Grösse 
einer grossen kreisrunden Schleifsteinplatte (brus) einnimmt. Der 
Name „risance" steht mit dem Volksglauben im Zusammenhange» 
dass dort ein Zauberkreis gezogen war; also ähnlich wie in Eng- 
land und Deutschland (Hexenringe), sowie in Scandinavien (Elfen- 
ringe). Auf dem Laibacher Markte im Mai nur selten (Desch- 



244 



Wilhelm Yoen. 



mann, Laibacher Wochenblatt, 30. Mai 1885). Letzteres ist demnach 
wieder ein Beispiel, wie sich uralte germanische Sagen in Krain bis 
zum heutigen Tage erhalten haben und vom Volke, allerdings mit 
geänderter Sprache, weiter erzählt werden. 
"209. Ä. fOmphaliaJ splmgnicola Berk. — Fries, Hym., p. 158. 

Auf Sphagnen truppweise wachsend an den Abhängen des Golovc- 
berges bei Laibach (gegen Kroisenegg) im Mai. 
*210. A. (PJeurotus) corticatus Fr., Obs., I, p. 92. 

An alten bemoosten Baumstrünken in Kaltenbrunn, Mitte Mai. 
'211. Ä. (Pholiota) marginatus Batsch, Cont., II, p. 65, Fig. 207. 

An alten zerfallenen Wurzeln im Föhrenwalde bei Josefsthal im Mai. 

2. CopiHnus Pers. 

*212. C. cinereus (Schälf. in Icon., Taf. 100 als Agaricus). 

Truppweise auf Kuhmist bei Lees, von August bis September. — Ein 
zarter, etwa 10 — 12 Cm. hoher Pilz mit häutigem Hute, der sich 
beim Abwelken nach aufwärts krümmt und so ein zierliches Näpf- 
chen bildet. Nach Fries eine Abänderung der C. fimetarius. 

3. Marasmius Fr. 

*213. M. urens (Bull, in Herb., Taf. 528, Fig. 1 als Agaricus). 

In kleinen Gesellschaften auf abgefallenen Blättern. In Wäldern bei 
Laibach im Mai. 

4. Partus Fr. 

♦2M. P. rudis Fr., Epic, p. 398. 

Ende August an den Strünken von Fagus sylvatica L. in den Wal- 
dungen der Ilovca bei Radmauusdorf. 

5. Lenzites Fr. 

215. L. hetulina (L.) Fr. 

Wurde bei den Ausgrabungen der Pfahlbauten bei Laibach auf- 
gefunden. — Das Stück, welches sich im krainischen Landesmuseuni 
bf'lindfct, ist das Bruclistück eines grösseren Hutes, ))esitzt eine 
dr»,'i<;(;kige Form und liat durch das Trocknen eine niusclielfönnige 
Kriuiiiiiung erhalten. Die grösste Breite beträgt II, der noch vor- 
liandnue liand etwas über 20 Cui.; das Gewiclit beträgt 20-7 Gramm. 
Di« Lamellen bind rückwärts hin und wieder anastoniosirend und 
haben heim Austrocknen jene wellenförmige Gestalt erhalten, die 
auch jene recHuter Lr/nzUcs -Arian zeigen. Die Oberseite dos Hutes 
liHt dfiutliclie ringförmige Zonen, ist etwas rauii und ohne (ilanz. 
In ihrer Beschaffenheit erinnert dieselbe an jene von Jj. belulina, 
wenn auch der Haarlilz nur sehr undeutlich zu erkennen ist, was 
etwa durch dah lange Lieg»*n im Wasser zu erklären wäre. Die Farbe 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



245 



ist schwarzbraun, so wie guter Brenntorf. (Siehe auch: Voss, 
Holzschwämme aus den Laibacher Pfahlbauten in Oesterr. botan. 
Zeitschr., 1886, Nr. 4.) 

b. Polyporei. 

6. Boletus Dill. 
*216. B. ströbiliformis VilL, Hist. d. plant., p. 1039. 

Syn. B. strobilaceus Aut. non Scopoli (Voss, lieber Boletus strobilaceus 
Scop. und den gleichnamigen Pilz der Autoren; mit 2 Abbild. — Diese 
Verhandl., Jahrg. 1885, p. 477—482). 
An sandigen Stellen, in Hohlwegen und meist unter überhängendem 
Erdreich. Im Hovcawald bei Eadmannsdorf im August. 

7. Polyporus Fr. 

*217. P. cinnamomeus Trog, in Flora, 1832, p. 556. 

An Stämmen der Kirschbäume {Prunus Avium L.) bei Lees in Oberkrain. 
*218. P. ferruginosus (Schrad. in Spie. 172 als Boletus) Fr., Syst. myc, I, p. 378. 

Auf dem Stamme einer alten Rothbuche {Fagus sylvatica L.) und diesen 
auf weite Strecken überziehend. Am Veldeser Schlossberg im Sep- 
tember. — Ein mehrjähriger, fast nur aus Röhren bestehender Pilz. 
*219. P. lutescens Pers., Myc. europ., II, 71. 

Das hiesige Landesmuseum „Rudolphinum" besitzt mehrere hier- 
ländische Funde dieses Schwammes, und zwar auf Berheris, Cornus 
mas und Carpinus. Leider fehlen die näheren Fundorte. 

Einige schon in den früheren Nummern der „Materialien" aus- 
gewiesene Polyporus -Arten wurden noch an folgenden bemerkens- 
werthen Orten gesehen. So: 

220. P. ignarius Fr. Sehr schön an alten Fagus-Stimmen im Ilovcawalde bei 

Radmannsdorf. 

221. P. cinnabarinus Fr. An i^^a^ws -Aesten an der gleichen Oertlichkeit und 

vor Reichenberg ober Assling. 

222. P. sulphureus Fr. Bei Radmannsdorf an Prunus domestica L. und an 

Pfählen, sogenannten Getreideharfen bei Lees. 

223. P. picipes Fr. An Strünken von Fagus im Ilovcawalde. 

224. P varius Pers. Mit excentrischen Stielen an Strünken von Tilia platy- 

pJiyllos Scop. bei Lees; ferner auch in den unteren Anlagen von Rad- 
mannsdorf, woselbst Hüte beobachtet wurden mit 8—10 Cm. im Durch- 
messer und lateralen, unten tiefschwarzen Stielen. Sie wuchsen an einem 
modernden Baumstamme mit Xylaria polymorpha. 

8. JDaedalea Pers. 

225. B. quercina Pers. 

An jPa^Ms-Strünken im Parke von Radmannsdorf. — Vom Eichen- 
wirrschwamra liegt auch ein abgerissenes Stück eines grösseren 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Abb. 32 



246 



Wilhelm Voss. 



Hutes vor, das im Laibaclier Pfahlbaue gefunden wurde und 
im krainischen Landesmuseum vorfindlich ist. Dieses ist der dritte 
Pilzfund dieser prähistorischen Ausiedlung im Laibacher Moor. Das 
zu Tage beförderte Stück hat eine Länge von 10'5, eine Breite von 
9'5 Cm.; die grösste Dicke beträgt 1*7 Cm. und das Gewicht 
27'2 Gramm. Die der Anheftungsstelle näheren Theile der Unter- 
seite zeigen die bekannten, von den anastomosirenden Lamellen 
gebildeten, gewundenen buchtigen Höhlungen; dann folgt eine Zone 
rundlicher Löcher, hierauf wieder labyrinthförmige Höhlungen und 
am Rande (etwa 2 Cm. breit) abermals rundliche oder ovale Löcher. 
Die Oberseite des Schwammes ist glatt, etwas glänzend und lässt 
deutliche Zuwachsstreifen wahrnehmen. Das Gewebe der dünnen 
Rindenschichte und die dicken, etwa 15 Cm. (gegen die Anheftungs- 
stelle gemessen) breiten Lamellen sind ziemlich fest. — Wie die 
meisten den Pfahlbauten entstammenden Funde, so hat auch das 
vorliegende Stück eine braune torfartige Färbung. Da das aufge- 
fundene Stück keine Anheftungsstelle erkennen lässt, so dürfte es 
bei den Arbeiten wohl von einem Pfahle losgerissen worden sein. 

226. B. unicolor Fr. Im Parke zu Radmannsdorf an Fagus sylvatiea L. 

c. Clavariei. 

9. Ciavaria L. 

227. C. pistillaris L., Flor Suec. Nr. 1260. 

Li der Waldung unter dem Gipfel des Kumberges in Unterkrain. 
Leg. C. Deschmann, 1866. 

10. Typhula Pars. 
22>^. T. erj/throjms Fr., Syst. myc, I, p. 495. 

Sehr reichlich im Bergwerke Littai an jenen Pfosten der Zimmerung, 
die aus Nadelliolz hergestellt wurden. Unter den zahlreichen Frucht- 
körjiern fanden sich auch solche mit gegabelten Stielen, jeder Ast 
eine Keule tragend, bei anderen war die Keule gabelförmig getheilt. 
Also wohl Verwachsungen ! — Die Fruclitl<öri)er sitzen auf einem 
kleinen Knollen, dem Sclerotium crustiliforme Desni. — Er wurde 
hclion früher in Krain, und zwar von Pokorny beobachtet, welcher 
ihn auf altem Holze in der Adelsberger Grotte gefunden hat. 

d. Auricul ariri. 

1 1 Thel('i)lt,ora Khrh. 
TU. crnslaccu Scliun»., Kniini., II, p. :{99. 

Auf Kandi(;-lchmigem Waldbodcn der KoHcnbacherberge bei Laibach 
im .Fwli. 

•2^{0. 77», Mjticulom Fr., Sywt. myc, I. p. \'M. 

Auf der Krde und Zweige oder Farnstengel incrustirend. Anfangs 
S«'ptuMiber im Orteuegger Forbte bei Keifnitz. 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



247 



e. Tremellini. 

12. Tremella Fr. 

231. T. foUacea Pers. var. violascens Alb. et Schw., Consp., p. 303. 

Heerdenweise an alten gefällten Stämmen bei Tivoli nächst Laibach 
im November. In deren Gesellschaft reichlich Bulgaria inqidnans 
Fr. und Corticium giganteum Fr. 

232. T. mesenterica Eetz, Act. holm. 1769, p. 249. 

An Baumstrünken auf der Germada in den Billichgratzerbergen. Leg. 
C. Deschmann, 1866. — An Zäunen bei Laibach im November. 



V. Myxomycetes Wallr. 

1. Spumaria Pers. 

233. S. alba DC, Flor, fran?., n. pag. 261. 

Auf dem Erdboden. Grashalme und Blätter überziehend. Bei Lees in 
Oberkrain, Ende Juli. 



VI. Schizomycetes Näg. 

1. Bacterium Duj. 

234. B. Aceti (Kützg. in Phycol. gen., p. 149 als Vlvina) Zopf. 

Syn. Mycoderma Aceti Past. pr. p. — Als dünnes Häutchen, Essigmutter, 
auf altem Essig nicht selten. 

235. B. acidi lactici Zopf. In Flüssigkeiten, in denen Milchsäuregährung statt- 

findet, besonders in saurer Milch. 

236. B. termo (Ehrb.) Duj. in Zoophyt., p. 212, Taf. I, Fig. 2. 

In verschiedenen fäulnissfähigen Substanzen, besonders aber im 
Fleischwasser leicht zu beobachten. 

2. Micrococcus Cohn. 

237. M. prodigiosus Ehrb., Beitr. z. Biolog., 1. Bd., 2. Heft, p. 1-53 als Monas). 

Auf stickstoffreichen Stoffen, besonders die Rothfärbung verschiedenen 
Backwerkes verursachend. Conf. C. Deschmann: „Ueber das Er- 
scheinen der Purpurmonade, Monas prodigiosa Ehrb. in Laibach", 
Jahresheft des Vereines des krainischen Landesmuseums, 1856, p. 19. 



VII. sterile Myeelien. 

1. Sclerotium Tode. 

238. S. Clavus DC. In den Blüthen von: 

Sesleria coerulea Ard. Auf Felsen bei Jauerburg in Oberkrain. 
S. crustuliforme Desm. Siehe bei Typhula erythropus Fr. 

32* 



248 



Wilhelm Voss. 



*239. S. fulvum Fr., Syst. myc, II, p. 255. 

Auf abgestorbenen und faulenden Grasblättern bei Lees hin und wieder. 

2. Xylomites Ung. 

*240. X. sagorianus Ettingh., Fossile Flora von Sagor in Krain, p. 160, Taf. I, 
Fig. 7, 9, 10, 13, 14. 
Auf den Blättern von Pisonia eocenica und Ficus tenuinervis ; am 
häufigsten jedoch auf denen von Ficus sagorianus. — An Mergel- 
schiefer von Savine bei Sagor. — Xylomites maculas rotundatas 
nigras formans; disco albo, saepe vix distinctas. 

3. Spilocaea Fr. 
*241. S. pomi Fr., Syst. myc. III, p. 504. 

Auf reifen Aepfeln, besonders während der Aufbewahrung im Keller, 
graubraune, schwarz gesäumte Flecken verursachend. 

4. Jthizomorpha Roth. 
242. Rh. vertieillata Ach., Lieh. univ. 590. 

In der Adelsberger Grotte von Wel witsch aufgefunden (siehe: Flora, 
1838, II. Bd., p. 432). 

5. Rhizoctonia DC. 
♦243. R. Solani Kühn, Krankh. d. Kulturgew., p. 224, Taf. 7, Fig. 17. 

Syn. R. violacea Tul. — Auf der Schale von Kartoffeln häutige Ueberzüge 
bildend. Stelleuweise bei Laibach. 

i). Fihrillaria Pers. 
214. F. suhterranea Pers., Myc. europ. I, p. 53. 

Im Bleibergwerk Littai. An den Hölzern der Zimmerung und den 
zunächst anstehenden Gesteinen finden sich schöne reinweisse Stränge 
dieses Myceliums, welclie fast 1 Cm. dick und nur wenig verzweigt sind. 
*245. F. xylotricha Pers., Myc. europ. I, p. 53. 

Bildet weisse Mycclfäden auf faulenden Zweigen und Aesten der Laub- 
und Nadelhölzer. Sie finden sich besonders auf sich zersetzenden, 
unter der Erdoberfiäclie liegenden Ilolzfragmenten und gehen von 
diesen auf die Wurzeln verschiedener Gewäclise über. Dieser Pilz 
bewirkt nach v. 'riiucmon den sogenannten Wurzelschimmel der 
Kebo, von wolchoni Proben aus dem Weingarten bei Rosenbach nächst 
Laibach vorlagfm. 

7. Ilyplta Pers. 
*24<). //. argentea Vcth., Myc. <'uro|). I, p. 04. 

An d<Mi I'foKtfti (\(\- Zirnniornng im Bergwerke Littai bildet dieser 
I'',tI<mi' ' IiiMiiii' l r;r ci ij^-iiäutige, oft über '/^O Cni. aungfulolinifi Uolx^r- 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



249 



Züge. Die weissen und glänzenden Fäden gehen von einem Mittel- 
punkte strahlenförmig aus und sind in zahlreiche zarte Aeste getheilt. 
An trockener Luft zerfliessen dieselben nicht. 
Anmerkung. Welwitsch führt aus der Adelsberger Grotte 
(Flora, 1838, II. Bd., p. 432) nebst den zweifelhaften Gebilden 
Himantia sulphurea und Himantia radians noch Cerataphora 
frihergensis Humb. auf, und zwar als Uebergang zu Lenzites 
(Daedalea oUmJ abietina Fr. (Vergleiche meine darauf bezüg- 
liche Bemerkung in diesen Verhandl., Jahrg. 1882, p. 106). 



Neue Fundorte aus Oberkrain. 

S. Robic, Pfarradministrator auf dem Ulrichsberge bei Zirklach, 
welchem die naturhistorische Durchforschung Krains, namentlich die Bryologie, 
so Vieles verdankt, hatte auf mein Ersuchen hin die Freundlichkeit, im Laufe 
des Sommers 1886 auch Pilze zu sammeln und mir zur Bestimmung zu über- 
lassen. Da dieses Gebiet noch von keinem Pilzkundigen begangen worden ist, 
so sind seine Funde noch um so werthvoller. Einige davon, Septoria Vince- 
toxici Awd., Dermatea fascicularis Fr. und Tromera JResinae Körb, sind für 
die Landesflora überhaupt neu. Die übrigen Funde mögen hier mit dem Wunsche 
angeführt werden, dass Robic auch in der Folge diese Kryptogamen im Auge 
behalten möge. Ist nichts Anderes bemerkt, so stammen die Arten vom Ulrichs- 
berge und dessen nächster Umgebung. 

Ustilago hromivora Fisch, v. Waldh. Auf Bromus secalinus L. in einem Weizen- 
felde bei Stranje, 16. Juli. 
Ustilago segetum (Bull.). Auf Avena^sativa L. 

Urocystis Colchici Schlecht. Auf Colchicum autumnale L., 12. Juni. 
Urocystis Anemones (Pers.). Auf den Blättern von Helleborus altifolius Hayne, 
25. Juni. 

üromyces scutellatus (Schrank). Auf Eupliorbia HeUoscopia L., 11. Juni. 
Phragmidium Rubi fruticosi (Pers.). Auf Rubus fruticosus Aut., 27. Februar. 
Melampsora Euphorbiae Gast. Auf EupJiorbia carniolica Jacq., 24. Juli. 
Uredo Eosae P. Auf Rosa canina L. 

Aecidium Rhamni Gmel. An den Blättern von Rhamnus carniolica Kern., 
25. Juni. 

Gnomonia fimbriata Fuck. Auf Carpinus Betulus L. 
Hypospila quercina Fuck. Auf Quercus sessiliflora Sm. 
Xylaria filiformis Fr. Auf modrigem Holze. 

Nectria Cucurbitula Fr. Auf Rinde von Pinus sylvestris L., 6. März. 
Peziza coccinea Jacq. Auf von Erde bedeckten i^a^ws-Aesten. 
Ramularia Coleosporii Sacc. Auf Coleosporium an Melampyrum pratense L. 
Cladosporium Fumago Lk. An welken Kapseln von Helleborus viridis L., 
25. Juni. 



250 



Wilhelm Voss. 



Tubercularia vulgaris Tode. Auf Betula, Carpinus und Berheris. 
Tubercularia sarmentorum Fr. Auf Ranken von Clematis Vitalba L. 
Tubercularia confluens Pers. Auf Cytisus Laburnum L., 28. Februar. 
Blosporium roseum Fr. Auf Flechten im Korosicagraben der Steiner-Feistritz. 
Leptostroma Castaneae Spr. Auf Blättern der Castania vesca Grtn. 
Crucibulum vulgare Tul. Auf modernden Hölzern. 
Corticium incarnatum Fr. Auf Cytisus Laburnum L., Februar. 
Schizophyllum commune Fr. Auf Pfählen aus Cytisus Laburnum L. 



Von krainischen Pilzen wurden ausgegeben : 

1. In F. V. Thuemen's Mycotheca universalis. 

Peronospora Trifoliorum Bary f. Laburni, 2219; Puccinia Schroeteri Pass. 
f. Narcissi poetici L. 2231. 

2. In A. Kern er 's Flora exsiccata Austro-Hungarica. 

Ustilago Panici glauci (Wallr.), 1158. — Puccinia Prenanthis (Pers.) II., 
III. auf Prenanthes purpurea, 1167. — Cronartium gentianeum Thuem. 
1172 (leg. Paulin). — Uromyces Ficariae (Schum.), 1565. — Uromyces 
Erythronyii (DC) auf Fritillaria Meleagris L. (I., III.) und Crocus vernus 
Wulf. (III.), 1567. — Pezicula carpinea (Pers.) 1571. — Elaphomyces 
granulatus Fr. 1575. — Peronospora viticola Bary, 1581 (leg. Pauli n). 
— Peronospora Trifoliorum Bary, f. Laburni, 1583 (leg. Paul in). 

3. In Rabenhorst-Winter 's Fungi europaei et extraeuropaei. 

Puccinia Veronicae (Schum.) f. Paederotae Ageriae, L. 3109. — Puccinia 
flosculosorum (Alb. et Schw.) f. Dorpnici austriaci, 3118. — Ramularia 
Coleosporii Sacc. f. Melampyri sylvatici, 3183. — Didymella superflua 
(Fuck.) f. Prenanthis, 3055. 
^. In Dr. H. Relim's Ascomyceten. 



Trochilia Saniculae f. Astrantiae Niessl auf Astrantia carniolica Wulf. 
Gl. 3. 



Zusätze. 



r N D E X. 



(♦ lirsdeutet Oie für Krain neuen Gattungen.) 



Heite 



Hoite 



Aecidium . 
* Afcidiolum 

AgnricuH . 
' AxcoholuH 



W> 
22^1 
224 
2l:{ 
217 



Boletus . . . 

* Calloria . . 
dcrcospora . 

* (yCrcospo7'dla 
*Ccriospora . 

* Ciboria . . . 

* C/i/ryMomyxa 



245 
227 
2:{() 
2:i(; 
219 
22(1 
241 



* AaatphanuH 



* AMtrrinn 
'Bad er tun t 



Materialien zur Pilzkunde Kraine. 251 





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999 


Leptostroma 


.... 230 




.... 211 


Leucoloma 


.... 226 




.... 210 




.... 223 




.... 247 


Lycoperdon 


.... 242 


Septoria 


.... 231 



252 



Wilhelm Voss. Materialien zur Pilzkunde Krains. 



Seite 



SplmereUa 220 

Sphaeria 221 

Sphaerotheca 213 

* Sphaerulina 220 

*Spilocea 248 

* Sporodesmium 237 

Sporonnia 222 

Sporotricliium 237 

* Spumaria 247 

* Stachyohotris 237 

Stictis 222 



Seite 

Thelephora 246 

Torula 238 

Tremella 247 

*Tromera 223 

Tuherculina 210 

Typhula . 246 

Uromyces 239 

Ustilago 209 

Valsa 216 

*Xylomites 248 



Erklärung der Abbildungen. 
Tafel I. 

Fig. 1. Ciboria carniolica nov. sp. a Wurzelstück mit Fruchtkörper in natür- 
licher Grösse; b Fruchtkörper senkrecht durchschnitten, etwa lOmal ver- 
grössert; c Schläuche und Saftfäden, und d einzelne Sporen. Ver- 
grösserung 480. 
„ 2. Fuccinia carniolica mihi. Einzelne Sporen, 240. 

„ 3. Asterina Hellebori. a Blattfragment von Ilelleborus altifolius Hayne 
mit den Perithecien, natürliche Grösse'; b Schläuche mit Sporen, 360; 
c einzelne Sporen, 480. 

„ 4. P/iyllosticta atrozonata. Spermatien, 480. 

„ 5. Schlauchspore von Massarina gigantospora. 

„ 6. Mollisia erythrostignia. a Schläuche mit Paraphysen, 300; b Schlauch- 
sporen, die obere unreif, 480. 

„ 7. Ascop/ianus subgranuliforniis. a Schläuclie mit Paraijhysen, 240; 
b Sclilauchsjjoren, 3t)0. 

„ H. Laestadia nebulusa Sacc. var. a Scliläuche, die punktirte Linie links 
bfizeichnet die Lage der S|)oren im Ascus, 240, b Schlaiiclisporen, 300. 

„ i). iJijilüdina Eurlmlodcndri. Sporen, 480. 



253 



Uebersieht der bisher bekannten Kryptogamen 
Niederösterreiehs. 

Von 

Dr. Günther Beck, 

Custos und Leiter der 'botaiiischen Abtheilung des Ic. k. naturhistoriscben Hofmuseums. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 2. März 1887.) 



Seit den „Vorarbeiten zu einer Kryptogamenflora von Unterösterreich", 
welche Regieruugsrath A. Pokorny mit ausserordentlichem Fleisse und gewissen- 
hafter Benützung der älteren Literatur im Jahre 1854 zusammenstellte und in 
den Abhandlungen des zoologisch-botanischen Vereins veröffentlichte, haben die 
Kryptogamen Niederösterreichs in ihrer Totalität keine übersichtliche Zusammen- 
stellung oder Bearbeitung erfahren. Es fehlte zwar nicht an Männern der Wissen- 
schaft, die ihre Studien einzelnen Abtheilungen der Sporenpflanzen Niederöster- 
reichs widmeten und ihre Forschungsresultate in zum Theile sehr werthvollen 
monographischen Arbeiten hinterlegten, wie z. B. A. Neilreich für Farne, 
A. Grunow für Bacillarien, Palmellaceen und Desmidiaceen, F. Welwitsch 
für Algen, J. Juratzka für Laubmoose, aber die überwiegende Anzahl der über 
die Kryptogamen Niederösterreichs veröffentlichten Arbeiten lieferte nur wichtige 
Belege zurKenntniss derselben; so für Algen: die Publicationen von A. Grunow, 
A. V. Reuss, für Pilze: zahlreiche Aufsätze von Heufler v. Hohenbühel, 
G. V. Niessl, J. Peyritsch, H. W. Reichardt, A. Röll, W. Voss, J. Wall- 
ner, R. V. Wettstein, F. v. Thuemen, H. Zukal und meiner Wenigkeit, 
für Flechten: jene von J. Hibsch, J. Holzinger, H. Lojka, J. Poetsch, 
A. Zahlbruckner, für Moose: die von C. Fehlner, J.Förster, J. Juratzka, 
A. Pokorny und zahlreichen anderen Verfassern. 

Aus diesem Grunde habe ich mich seit geraumer Zeit mit dem Aufsam- 
meln der für Niederösterreich bekannt gewordenen Kryptogamen beschäftigt und 

Z. B. Ges. B. XXXVII. Abk. 33 



254 



Günther Beck. 



iin Manuscripte eine mit Nachweisen und Standortsangaben belegte Aufzählung 
der Kryptogamen dieses Landes vollendet. 

Obwohl es nun angemessen wäre, diese als solche zu veröffentlichen, zögerte 
ich damit ob des zu bedeutenden Umfanges der Handschrift und weil ich mich 
der Hoffnung nicht ganz verschliessen mochte, nach der Vollendung der in Bear- 
beitung stehenden Phanerogamenflora Niederösterreichs auch den Kryptogamen 
unter Mithilfe anderer Forscher die gleiche Berücksichtigung zukommen lassen 
zu können. Andererseits erachtete ich es für wünschenswerth, schon jetzt zu 
zeigen, welche reichen Schätze an Kryptogamen das Kronland Niederösterreich 
beherberge, und zugleich, welche Lücken in der Kenntniss derselben noch zu 
ergänzen wären, und diesem Bestreben gemäss gebe ich hier eine Uebersicht der 
bisher aus Niederösterreich bekannt gewordenen Kryptogamen, zu deren Ver- 
ständniss ich nur wenige Worte vorausschicken will. 

Soweit es möglich war, habe ich die Anordnung von Gattungen und Arten 
nach solchen Werken getroffen, in welchen Beschreibungen und weitere Aus- 
künfte zu finden sind. Das solcherweise benützte Werk steht in Klammern unter 
dem Namen jener Abtheilung, welche nach demselben geordnet wurde, ausser- 
dem aber in Abkürzung mit der auf die betreffende Art bezüglichen Seitenzahl 
bei jeder Pflanze. Die meisten Arten, welche in dem betreffenden Werke nicht 
enthalten sind, erhielten das Citat ihres Veröffentlichungsortes, jene aber, die 
zum ersten Male in dieser Uebersicht als in Niederösterreich vorkommend an- 
geführt werden, wurden mit der Standortsangabe und mit der Nennung des 
Finders ausgerüstet. Neben jeder Species stehen noch in römischen Ziffern ver- 
sinnlicht die Bezirke, in welchen sie aufgefunden wurden, und zwar bedeutet 
die Ziffer 

I etwa das alte Viertel ober dem Mannhartsberge: das Granitplateau, 
d. i. im Norden der Donau die politischen Bezirke Horn, Krems (mit Ausnahme 
des Gerichtsbezirkes Kirchberg am Wagram), Waidhofen a. d. Thaya, Zwettl, 
und südlich der Donau im politischen Bezirke St. Pölten die Gegenden westlich 
der Traisen und nördlich der Pielacli und vom politischen Bezirke Amstetten 
die (ierichtsbezirke Persenbeug und Ybbs; 

II die Tertiärhügel des politischen Bezirkes Korneuburg und Holla- 
briinn und den Gerichtsbezirk Kirchberg am Wagram, etwa das alte Viertel 
unter dem Mannhartsberge; 

III das Gebiet der i)annonischon Flora, im Besonderen die Ebene 
des March feldes und des südlichen Wiener Beckens, somit die i)oliti8chen Bezirke 
GroBS-EnzerHdorf, Wien, Bruck a. d. Leitha und das Steinfeld; 

IV die Grauwacken und Schiefer des Semmeringzuges südlich der 
Schwarza und de» Preinbaclies, die; k ry stall i n iscli on Scliiefer des Wechsel- 
gebiete» und Leithagehirges; 

V endlich die politisclion IJezirkf! Baden, llainfdld, llernalH, Sechshaus 
aod Wiener- NrMiKtadt, Howf'it sie dem Berglande angeliören, also die ganzo 
S»ndMt<'in- und Knlkzonc NiiulornstcrroichK l)is zur Mürz. 



Uebergicht der bisher bekannten Kryptogamen Niederösterreichs. 



255 



Eine Zählung der liier zur Aufführung gelangenden Arten ergab: 



Myxomycetes 
Schizophyta 



Gattungen 

24 



Arten 



44 



Schizomycetes 
Schizophyceae 



15 
38 
35 
71 
340 
102 



30 
154 
219 
262 
1641 
317 



Bacillariaceen 

Algae 

Fungi 

Lichenes 
Musci 



Filices 



Hepaticae 
Musci frond. 



44 
113 
17 



99 
484 
53 



799 



2303 



Es zeigt sich also im Vergleiche zu der von Pokorny angeführten Zahl 
der Arten 1218 eine Steigerung um 1085 Arten, die jedoch noch höher anzu- 
schlagen ist, da ich die aus der Flora von Presshurg von Endlicher und 
Lumnitzer und auch die von Host für Oesterreich im Allgemeinen an- 
gegebenen ziemlich zahlreichen, von Pokorny in seinen Vorarbeiten auf- 
genommenen Arten als für unser Gebiet zweifelhaft ausschied. 

Indem ich noch allen jenen Herren, welche mich durch Beiträge für diese 
Arbeit in liebenswürdigster Weise unterstützten, wie namentlich den Herren 
Sanitätsrath Dr. Lorinser, A. Grunow, J. Breidler, W. Stadler, Dr. A. 
Zahlbruckner u. A. meinen innigsten Dank ausspreche, wünsche ich, dass diese 
mit vieler Mühe zusammengestellte Uebersicht wohlwollende Aufnahme und Be- 
nützung finden und unter den Botanikern Niederösterreichs Anregung geben 
möchte, die argen Lücken in der Kenntniss unserer Kryptogamenflora zu ergänzen 
nnd so die Flora unseres Landes mit vereinten Kräften auch in dieser, bisher 
■weniger gepflegten Hinsicht fördern zu wollen. 



83* 



256 



Günther Beck. 



I. Myxomycetes. 

(Nach Dr. J. Schröter: Die Pilze in Cohn 's Kryptogamenflora von 
Schlesien, III = S.) 

1. Myxogasteres. 

a. Exosporei. 



Ceratiacei. 

Ceratium pyxidatum Alb. et Schw (S.lOl) V 

b. Endosporei. 
Liceacei. 

Tubulina cylindrica (Bull.) (S. 102) V 

Cribrariacei. 

Crihraria rufa (Roth) (S. 105) III 

Cribraria vulgaris (Schrad.) (S. 105) III, V 

Bictydium cernuum (Pers.) (S. 106) III, V 

Trichiacei. 

Arcyria punicea Pers (S. 109) III, V 

Ärcyria pomiformis (Roth) (S. 109) IV 

Arcyria incarnata (Pers.) (S. 110) V 

Arcyria ferruginca Saut (S. 110) V 

Lachnobolus incarnatus (Alb. et Schw.) (S. 110) V 

Lycogala cpidendron (L.) (S. 111) III, V 

Tric/iia fallax Pers (S. III) IV, V 

Trichia varia Pers (8. 112) III, V 

Trichia chrysosperma (Bull.) (S. 113) III, V 

Trichia scabra Rostaf (S. 113) V 

Trichia nana Zukal (in Verhaudl. der zool.-botan. Tfesellsch., XXXV, 

p. '\'\A (1885) V 

Ilaniarcyria rubiformis (Pers.) (S. III) III, V 

V. auranliaca Beck (in Verhandl. der zool.-botan. Ge- 

sellsch., XXXIII, p. 2-11 (1883) V 

Ilcmiarcyria clavata (Pers.) (S. II I) III, V 

J/cmiarcyria scrpula {Hco]).) (S. 115) III, V 

Reticulariacei. 

Amaurochftrtc atra {A\h. et iir.hw.) (8.115) V 

Amaurochadc spcciom Zukal (in VfiliMiidl, der zoMl.-hoian. (icsoliscl)., 

XXXV, p. 3:',5 (IHH5) . . V 

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